Dispensationalistische oder bundestheologische Sicht? (1)
Wörtlich oder Übertragen? Grundsätzliches

Willem Johannes Ouweneel

© SoundWords, online seit: 02.07.2005, aktualisiert: 22.01.2018

Anmerkung der Redaktion
Innerhalb dieses Artikels werden für die theologischen Denkrichtungen Abkürzungen benutzt. So bedeutet:
D: Anhänger des Dispensationalismus
B: Anhänger der Bundestheologie
Um innerhalb dieser beiden Gruppen noch zwischen extremen und gemäßigten zu unterscheiden, wird manchmal noch ein E für extrem oder ein G für gemäßigt davor gestellt.

Gespräch zwischen einem Bundestheologen (B) und einem Dispensationalisten (D):

B: Weißt du, was dein Problem ist? Du siehst nun einmal nicht die eine Kirche aus allen Zeiten und damit die Kontinuität der Heilsgeschichte Gottes.

D: Und du siehst nicht, dass die Kirche als solche im Alten Testament vollkommen fehlt.

B: Na, das ist ja noch schöner! Wie viele Beweisstellen willst du haben? Schau einmal nach Römer 9,6: „Nicht die alleine sind Israel, die aus Israel sind“; hier siehst du innerhalb des natürlichen Israels das „wahre“ Israel, das ist die Kirche.

D: Das Letztere machst du dazu. Keine einzige Schriftstelle nennt die wahren Gläubigen in dem alttestamentlichen Israel „Kirche“.

B: Aber du wirst doch nicht leugnen, dass es im Alten Testament auch Gläubige gab? Denk einmal an all die Stellen, die von einem „Überrest“, einem Rest reden, so wie zum Beispiel die 7000 in den Tagen von Elia.

D: Natürlich leugne ich nicht, dass es im Alten Testament Gläubige gab! Ich leugne allein, dass die Schrift sie die „Kirche“ nennt.

B: Was waren sie denn sonst? Die Kirche ist doch die Versammlung aller Gläubigen?

D: Die Kirche ist die Versammlung der wahren Christus-Gläubigen, das heißt des Leibes Christi, der am Pfingsttag entstand und aus allen Juden und Heiden besteht, die an Jesus als Messias, Herrn und Heiland zu glauben gelernt haben.

B: Aber solche Gläubigen, die nach dem Messias ausgeschaut haben und aus Glauben gelebt haben, gab es doch auch im Alten Testament! Du kannst sie doch nicht von der Kirche ausschließen!

D: Du redest nur so, weil du eine vollkommen andere Vorstellung von dem Begriff „Kirche“ hast als ich. Für dich ist die Kirche die Summe aller Gläubigen von Adam bis zum Jüngsten Tag. Meiner Überzeugung nach ist die Kirche (oder Gemeinde) der Leib Christi, scharf unterschieden von den Gläubigen im Alten Testament und den zukünftigen Gläubigen in dem messianischen Friedensreich auf der Erde.

B: Das ist für mich unverständlich. Das hebräische Wort qahal („Gemeinde“) im Alten Testament bedeutet genau dasselbe wie das griechische Wort ekklesia („Gemeinde“) im Neuen Testament.

D: Nein, sie deuten gerade zwei total verschiedene Dinge an. Der Qahal ist die Volksversammlung des natürlichen Israels (einschließlich der Ältesten und Säuglinge, der Gläubigen und Ungläubigen), die Ekklesia ist die Versammlung aller wahren Christus-Gläubigen, von Menschen, die wiedergeboren sind und Jesus im Glauben angenommen haben.

B: Da machst du einen völlig überzogenen Unterschied. Sowohl im Alten Testament als auch im Neuen Testament ist die „Gemeinde“ ein gemischtes Volk, worin (oft unsichtbar für uns) sowohl wahre als auch äußerliche Israeliten, sowohl wahre als auch äußerliche Christen sind. So wie im Alten Testament Israel in Israel ist, so ist im Neuen Testament die Kirche in der Kirche.

D: Wie kannst du dann selbst behaupten, dass die Gemeinde die „Versammlung aller wahren Christus-Gläubigen ist?“ Das ist ein Bekenntnis, worin ich von Herzen mit einstimme, denn so spricht Paulus allezeit unveränderlich über die Gemeinde: Glied der Gemeinde wirst durch Wiedergeburt und Glauben, während du ein Glied Israels wirst durch natürliche Geburt, ob du nun danach glaubst oder nicht usw. usw.

Zusammenfassung

Lassen wir nun erst einmal in eine Reihenfolge bringen, was wir bisher gefunden haben. Nach EB gibt es eine totale Kontinuität zwischen dem Alten Testament und dem Neuen Testament in dem Sinn, dass es nur ein Volk Gottes in beiden gibt: das „Israel Gottes“ oder auch „die Kirche“ genannt. Im Alten Testament war die Gemeinde (qahal) das „wahre Israel“ innerhalb des natürlichen Israel. Im Neuen Testament finden wir dieses „wahre Israel“ unter den Jüngern und anderen jüdischen Gläubigen in den Evangelien. Mit ihnen setzt Gott seine Gemeinde (ekklesia) auch in der heutigen Haushaltung fort. Dieses geschieht allerdings mit großen Unterschieden: Das Zeremonialgesetz wird abgeschafft, die Taufe kommt an Stelle der Beschneidung, es wird mit diesem „neuen Israel“ ein neuer Bund geschlossen und vor allem: Die für Proselyten auch vorher schon offen gestandene Tür wird nun sperrangelweit aufgemacht, damit gläubige Heiden zu Tausenden herzuströmen können. Aber dies ändert nichts an der Tatsache, dass es hier prinzipiell und fundamental um dasselbe Bundesvolk Gottes geht, dasselbe „wahre Israel“ wie es vorher war. Die Schwierigkeit mit dieser Vorstellung der Dinge ist, dass, obwohl es deutliche Kontinuität zwischen dem Alten Testament und dem Neuen Testament gibt, diese Kontinuität hier laut D viel zu weit durchgeführt wird. EB erhält laut D keine oder nur ungenügend Rechnung mit folgenden Schrifttatsachen:

  1. Die neutestamentliche Ekklesia ist ein „Geheimnis“, das in früheren Generationen den Menschen vollkommen unbekannt war und das selbst in den Evangelien noch stets zukünftig war. Wie kann diese Ekklesia dann die Fortsetzung des alttestamentlichen Qahal sein?

  2. Im Alten Testament traten die Gläubigen aus den Heiden durch die Tür [Joh 10; Anm. d. Red.] zu dem Qahal, nämlich Israel; im Neuen Testament treten die messiasgläubigen Juden durch die Tür gerade aus dem Qahal von Israel nach draußen, um sich der Ekklesia anzuschließen. Wie kann diese Ekklesia dann die Fortsetzung des Qahal sein?

  3. Der alttestamentliche Qahal ist stets ausdrücklich das Volk Israel als Ganzes, die „Volksversammlung“, wobei es ausdrücklich um das irdische Israel geht (worunter natürlich wohl wahre Gläubige waren). Die neutestamentliche Ekklesia (dessen Lehre allein durch Paulus offenbart ist) ist ausdrücklich die „Versammlung der wahren Christus-Gläubigen“, somit ein geistliches Volk Gottes. Wie kann diese Ekklesia dann die Fortsetzung des Qahal sein?

  4. Nirgends wird die neutestamentliche Ekklesia „Israel“ genannt, das wahre Israel, das geistliche Israel, das Israel Gottes oder was auch immer. Im Gegenteil, in 1. Korinther 10,32 wird die Ekklesia deutlich unterschieden von Israel. Wie kann man dann sagen, dass die Ekklesia die Fortsetzung des alttestamentlichen Israel ist? Vergleiche damit nun die Vorstellungen, wie sie durch (G) D gegeben werden, so wie wir sie jetzt auseinandersetzen wollen im Kontrast mit B.

„Literalismus“ gegen „Vergeistlichung“

Einer der Punkte, worin B oft D angreift, ist der „Literalismus“ von B, womit das übertriebene „Wörtlichnehmen“ der Prophezeiungen gemeint ist, wobei doch die Schrift selbst – so EB – darauf hinweist, dass die Prophezeiungen in geistlicher Weise erfüllt werden. Umgekehrt wirft D oft B vor, eine Vergeistlichungstheologie zu betreiben. Von dieser Sorte Vorwürfe gibt es noch mehr. B wirft D vor, dass, wo er sich so gerne mit der Typologie in den historischen Büchern beschäftigt (zum Beispiel Joseph oder David als Vorbild für den Messias), D in den prophetischen Büchern von keiner Typologie wissen will. D wirft B vor, dass er, wo er – gut bibeltreu – darauf Wert legt, dass die historischen Bücher wörtlich zu glauben sind, das mit den prophetischen Büchern nun gerade mal nicht tut.

In der Tat ist es interessant, einmal nachzugehen, welche Unterschiede D und B bei der Auslegung der historischen und prophetischen Bibelbücher machen. Dabei gehen wir davon aus, dass eine wörtliche Auslegung natürlich nicht eine übertriebene Wörtlichkeit bedeuten soll, die mit einer sprachlichen Analyse des Textes und mit dem historischen und kulturellen Zusammenhang, in dem der Text geschrieben wurde, nicht Rechnung hält. Man spricht hier gewöhnlich von der historisch-grammatischen Auslegung. „Wörtlich“ soll also nicht bedeuten: das, was der Text beim ersten Lesen und bei oberflächlicher Kenntnisnahme durch eine Brille des 20. Jahrhunderts zu sagen scheint, sondern muss bedeuten: innerhalb der Grenzen der historisch-grammatischen Auslegung. Lassen wir mit diesem Punkt im Hinterkopf nun wieder einmal einen Vergleich ziehen zwischen EB und ED:

  1. EB will im Allgemeinen wenig oder nichts von Typologie in den historischen Büchern wissen oder nur insoweit das Neue Testament ausdrücklich solche Vorbilder aufzeigt: (z.B. 1Kor 10; Gal 4; Heb 7). Er hält sich streng an die sogenannte historisch-grammatische Auslegung dieser Bücher und lässt danach Raum für praktische Glaubenslektionen, die auch für uns aus diesen Büchern gezogen werden können.

    Da nun die prophetischen Bücher in gewissem Sinn als historische Bücher „avant la lettre“ angesehen werden können, d.h. als Bücher, die „Geschichte“ beschreiben, die noch in der Zukunft stattfinden wird, wird diese „Geschichte“ nun gerade mal nicht wörtlich, sondern geistlich aufgefasst. Das heißt: Wo die historischen Bücher über Juda und Ephraim, Zion und Jerusalem usw. schreiben, da wird dies wörtlich aufgefasst, aber wo die Propheten über dieselben Gruppen oder Plätze in der Zukunft schreiben, da bedeutet dieses nach EB nicht wörtlich Juda, Ephraim, Zion oder Jerusalem, sondern es geht stets um bildliche Hinweise nach der Kirche der neuen Haushaltung. Manchmal führt dies zu den merkwürdigsten Kontrasten. Es ist ja nun so, dass in den prophetischen Büchern nicht alles über
    1. die gegenwärtige Haushaltung oder die Endzeit redet; große Teile davon beschreiben
    2. Geschichte aus den Tagen der Propheten selbst oder
    3. Geschichte, die für sie noch zukünftig war, aber inzwischen schon erfüllt ist, wie zum Beispiel die Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft oder die Zeit des Lebens des Herrn Jesus auf der Erde.

    Das Merkwürdige ist nun, dass EB sowohl (2) als auch (3) wohl schon strikt buchstäblich ausweist, jedoch (1) strikt geistlich. Es ist schwierig, bei EB für diese merkwürdige Splittung in der Auslegung eine Verantwortung zu finden. Wir kommen darauf später noch zurück.

  2. ED ist in das andere Extrem verfallen. Er geht auch von der historisch-grammatischen Auslegung der historischen Bücher und von der praktischen Anwendung des Textes aus, legt dann aber viel Betonung auf die typologische Bedeutung der alttestamentlichen Geschichte. Bei einigen klassischen Autoren, für die die Allegorie sehr wichtig war (Philo, Origines), ist die wörtliche Auslegung selbst fast in den Hintergrund getreten zugunsten der Allegorie der Typologie. So schlimm ist es bei ED nicht geworden. Immer blieb die wörtliche Auslegung der historischen Bücher im Vordergrund. Aber in den Kommentaren wird doch oft die meiste Betonung auf die Typologie gelegt.

    Umso merkwürdiger ist es, dass bei der Auslegung der prophetischen Bücher ein enormer Nachdruck auf die wörtliche Auslegung gelegt wird, aber wenig oder kein Platz für Typologie war. Sicher geschah dies aus Reaktion auf B, deren vergeistlichende Auslegung der Prophetie jedenfalls eine Art „typologische“ Erklärung der prophetischen Bücher genannt werden kann. So wie D den Tempel Salomos typologisch erklärt und ihm eine „geistliche“ Erfüllung in der neutestamentlichen Gemeinde zuerkannte (siehe 1Kor 3,16; 2Kor 6,16; Eph 2,20-22), so tut B genau dasselbe mit dem Tempel Hesekiels in Hesekiel 40-44, mit dem Unterschied, dass D und B alle beide an die buchstäbliche historische Existenz des Tempels Salomons glauben, aber B nicht an das buchstäbliche zukünftige Bestehen des Tempels von Hesekiel glaubt. B sieht die neutestamentliche Gemeinde als die „geistliche Erfüllung“ von diesem durch Hesekiel vorhergesagten Tempel und will von einer buchstäblichen Erfüllung nichts wissen. ED ist davon so erschreckt, dass er nur noch von der buchstäblichen Erfüllung dieser Prophezeiung redet und nicht bereit ist anzunehmen, dass auch der Tempel Hesekiels eine typologische Bedeutung für die neutestamentliche Gemeinde hat.

Eine konsequente Auslegung

Aufgrund dessen, was wir im vorigen Kapitel gefunden haben, können wir nun folgende Standpunkte unterscheiden

(1) im Bezug auf die historischen Bücher

  • allein buchstäbliche, (fast) keine typologische Auslegung (EB);
  • allein typologische, (fast) keine buchstäbliche Auslegung (alte Allegoreten);
  • sowohl buchstäbliche als auch typologische Auslegung (D, einige GB).

(2) in Bezug auf die prophetischen Bücher (soweit es bisher sicher nicht erfüllte Prophezeiungen betrifft):

  • allein buchstäbliche, (fast) keine typologische Auslegung (ED, manchmal GB);
  • allein typologische, (fast keine buchstäbliche Auslegung (EB);
  • sowohl buchstäbliche als typologische Auslegung (GD, einige GB).

Aus diesem Schema wird erkennbar, dass auch, was eine buchstäbliche oder geistliche Auslegung angeht, eine erfreuliche Annäherung zwischen GB und GD zu entdecken ist. Es scheint schwierig, zu leugnen, dass die konsequenteste Weise, an einen Text heranzugehen, doch wohl die ist, nach der die historischen und die prophetischen Bücher nach demselben hermeneutischen Schlüssel ausgelegt werden. Dieser Schlüssel umfasst zwei Komponenten:

  1. Nachdruck auf die buchstäbliche Auslegung nach der historisch-grammatischen Methode
    Nach dieser Auslegung beschreiben sowohl die historischen als die prophetischen Bücher des Alten Testaments dieselbe „Geschichte“ desselben (buchstäblichen) Volkes Israel, und das trifft sowohl auf „vergangene Geschichte“ als auch auf die „zukünftige Geschichte“ zu. In dieser Geschichte steht die Person und das Versöhnungswerk Christi zentral so wie wir das im Licht des Neuen Testamentes erkennen. In dieser Geschichte Israels, sei es in der Vergangenheit, sei es in der Zukunft, sind konsequent dieselben Grundsätze der Regierung Gottes wirksam: Segen für die Treuen, Urteil für die Untreuen. Wo das ganze Volk Gottes abweicht, bewirkt Gott in seiner auserwählenden Gnade doch allezeit wieder die Bildung eines gläubigen „Überrests“, an welchem Er seine Verheißung erfüllt, denn: „Die Gnadengaben und die Berufung Gottes [gegen Israel] sind unbereubar“ (Röm 11,29). Die Landverheißung wird nicht in irgendeinem „geistlichen Land“ erfüllt, sondern in dem alten verheißenen Land. Die Wiederherstellung des Tempels wird nicht in irgendeinem „geistlichen Tempel“ verwirklicht, denn nach solch einer Auslegung würde es dann nicht um eine Wiederherstellung dessen gehen, was einmal verlorenging, sondern um Auswechslung durch ein geistliches Gegenstück.

  2. Nachdruck auf die typologische Auslegung sowohl der historischen als auch der prophetischen Bücher des Alten Testaments
    Sowohl die erste als auch die zweite Gruppe Bibelbücher spricht über Zion, Jerusalem, den Tempel, Gottes Wohnen inmitten seines Volkes, das verheißene Land und seine Segnungen, den Verfall, die Bildung eines Überrestes, Erweckung und Wiederherstellung, usw. Alle diese Dinge haben eine wichtige typologische Bedeutung für die Gläubigen der neutestamentlichen Gemeinde, so wie wir das zum Beispiel deutlich in 1. Korinther 10,6.11 (vgl. 1Kor 9,9; Röm 15,4; Gal 4,21-31; Heb 7,1-3) finden. Dass es eine typologische Auslegung gibt, gilt nicht allein für die historischen, sondern auch für die prophetischen Bücher. Alle Vorhersagen betreffs der Segnungen des Volkes Gottes in dem zukünftigen messianischen Friedensreich haben eine typologische Bedeutung auch für uns. Das heißt: Diese Vorhersagen finden eine geistliche Vor-Erfüllung innerhalb der Gemeinde. Aber so gut wie die typologische Auslegung der historischen Bücher nichts wegnimmt von ihrer geistlichen Auslegung, genauso wenig kann die typologische Auslegung der prophetischen Bücher auch nichts wegnehmen von ihrer buchstäblichen Auslegung. Wenn konsequente Schriftauslegung noch irgendetwas zu bedeuten hat, werden wir weder in die Gefahren von EB noch in die von ED verfallen. Sowohl die historischen als auch die prophetischen Bücher müssen dann primärer „buchstäblich“ (nach der historisch-grammatischen Methode) und sekundär „geistlich“ (übertragen, typologisch) ausgelegt werden.

Diese Art Überlegung muss ihren Wert natürlich in der Praxis der Schriftauslegung beweisen. Von der Methode und Bedeutung der typologischen Auslegung sehen wir im Weiteren allerdings ab (außer wenn es an die Reihe kommt bei der „Vergeistlichung“ der Prophezeiungen durch B), und wir konzentrieren uns auf die „buchstäbliche“ (historisch-grammatische) Auslegung. Dabei wird es gut sein, einmal einige Prophezeiungen näher unter die Lupe zu nehmen und zu sehen, wie B und wie D jede auf ihre eigene Weise behandeln. Auf diese Weise kann dann hoffentlich etwas besser ans Licht kommen, welche Herangehensweise dem prophetischen Wort das meiste „Recht“ widerfahren lässt. Natürlich ist damit noch nicht gesagt, wer nun „Recht“ hat: B oder D. Jede Denkrichtung hat eine große Anzahl Fluchtwege zur Verfügung, um die Schwierigkeiten zu umschiffen und ihr eigenes Recht zu verteidigen. Aber wenn zum Beispiel bei der Auslegung der Prophezeiungen B sichtbar die besseren Karten hat als D, dann wird damit doch der Herangehensweise von D ein ordentlicher Schlag beigebracht – oder umgekehrt. Wir werden sehen.

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Übersetzt aus Israel en de Kerk, 1991

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