Gottes Auseinandersetzungen mit Israel (9)
Jesaja 48

Hamilton Smith

online seit: 12.02.2017

Das 48. Kapitel ist die Aufzeichnung des letzten Aufrufes Gottes an Israel wegen ihres Götzendienstes. Dieser Appell enthält die Versicherung Gottes, dass Er sein Volk trotzdem aus der Gefangenschaft unter den Nationen – in die die eigene Sünde es gebracht hatte – befreien würde, um seines Namens willen (Jes 48,9).

Verse 1.2

Jes 48,1.2: 1 Hört dies, Haus Jakob, die ihr mit dem Namen Israel genannt und aus den Wassern Judas hervorgegangen seid, die ihr schwört bei dem Namen des HERRN, und des Gottes Israels rühmend gedenkt, doch nicht in Wahrheit und nicht in Gerechtigkeit; 2 denn nach der heiligen Stadt nennen sie sich, und sie stützen sich auf den Gott Israels, HERR der Heerscharen ist sein Name.

Der Aufruf richtet sich an diejenigen in Juda, die den Namen des HERRN bekennen und sich der „heiligen Stadt“ rühmen. Allerdings tun sie das „nicht in Wahrheit und nicht in Gerechtigkeit“.

Verse 3-5

Jes 48,3-5: 3 Ich habe das Frühere lange zuvor verkündet, und aus meinem Mund ist es hervorgegangen, und ich habe es hören lassen; plötzlich tat ich es, und es traf ein. 4 Weil ich wusste, dass du hart bist und dass dein Nacken eine eiserne Sehne und deine Stirn aus Erz ist, 5 so habe ich es dir lange zuvor verkündet, ehe es eintraf, habe ich es dich hören lassen; damit du nicht sagen könntest: Mein Götzenbild hat es getan, und mein geschnitztes und mein gegossenes Bild hat es geboten.

Weil Gott die Sturheit und den Eigensinn der Nation Israel kannte, hatte Er in der Vergangenheit zukünftige Ereignisse vorausgesagt, die zur Zeit des Propheten plötzlich eingetroffen waren. Das Volk konnte also nicht vorgeben, dass seine Götzen es im Voraus gewarnt hätten.

Verse 6-8

Jes 48,6-8: 6 Du hast es gehört, betrachte es alles; und ihr, wollt ihr es nicht bekennen? Von nun an lasse ich dich Neues hören und Verborgengehaltenes und das, was du nicht gewusst hast. 7 Jetzt ist es geschaffen und nicht lange zuvor, und vor diesem Tag hast du nicht davon gehört; damit du nicht sagen könntest: Siehe, ich habe es gewusst. 8 Du hast es weder gehört noch gewusst, noch war von jeher dein Ohr geöffnet; denn ich wusste, dass du sehr treulos bist und dass man dich von Mutterleib an einen Übertreter genannt hat.

Wenn die Israeliten nicht anerkennen wollen, dass es sich so verhält, dann sollen sie das „Neue“ bedenken, das Jahwe ihnen in der gegenwärtigen Zeit offenbart. Neue Dinge, die bis jetzt verborgen und nicht bekannt waren. Von diesen Dingen konnte niemand sagen: „Siehe, ich habe es gewusst.“ Gott kennt ihre treulosen Herzen und lässt sie ohne Entschuldigung.

Verse 9-11

Jes 48,9-11: 9 Um meines Namens willen halte ich meinen Zorn zurück, und um meines Ruhmes willen bezwinge ich ihn, dir zugut, um dich nicht auszurotten. 10 Siehe, ich habe dich geläutert, doch nicht wie Silber; ich habe dich geprüft im Schmelzofen des Elends. 11 Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es tun; denn wie würde mein Name entweiht werden! Und meine Ehre gebe ich keinem anderen.

Dann erfahren wir, warum Gott Israel nicht verworfen hat. Um seines eigenen Namens willen und zu seinem Ruhmes hatte Jahwe das Volk verschont. Dennoch hatte Gott es um seinetwillen auch gezüchtigt, indem Er es durch „den Schmelzofen des Elends“ gehen ließ.

Verse 12-16

Jes 48,12-16: 12 Höre auf mich, Jakob, und Israel, mein Berufener! Ich bin, der da ist, ich bin der Erste, ich bin auch der Letzte. 13 Auch hat meine Hand die Erde gegründet und meine Rechte die Himmel ausgespannt; ich rufe ihnen zu – allesamt stehen sie da. 14 Versammelt euch, ihr alle, und hört! Wer unter ihnen hat dies verkündet? Den der HERR liebt, der wird sein Wohlgefallen vollführen an Babel und seine Macht an den Chaldäern. 15 Ich, ich habe geredet, ja, ich habe ihn gerufen; ich habe ihn kommen lassen, und sein Weg wird gelingen. 16 Tretet her zu mir, hört dies! Ich habe von Anfang an nicht im Verborgenen geredet; von der Zeit an, als es wurde, bin ich da. – Und nun hat der Herr, HERR, mich gesandt und sein Geist.

Nachdem das Volk an seine Sünde und an Gottes züchtigendes Handeln erinnert worden war, ergeht nun ein Aufruf an Israel – an die Nation, die Gott aus den Heiden heraus berufen hatte. Israel möge sich daran erinnern, dass Jahwe der Erste und der Letzte, der Schöpfer der Erde und der Himmel ist. Das Volk möge sich versammeln und die Neuigkeiten hören, die Gott voraussagt. Der HERR hatte Kores berufen; denjenigen, der Gottes Willen an Babylon vollstrecken und dessen mächtiger Arm über die Chaldäer kommen wird. Durch Gottes Vorsehung wird sein Weg gelingen. Nun, sagt der Prophet, lasst die Nationen herzutreten und Dinge hören, die nicht im Geheimen, sondern in der Öffentlichkeit gesprochen werden, gesprochen in der Kraft des Heiligen Geistes von einem, der Gott der Herr gesandt hat.

Verse 17-19

Jes 48,17-19: 17 So spricht der HERR, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt zu tun, was dir nützt, der dich leitet auf dem Weg, den du gehen sollst. 18 O dass du geachtet hättest auf meine Gebote! Dann wäre dein Frieden gewesen wie ein Strom und deine Gerechtigkeit wie Meereswogen; 19 und deine Nachkommenschaft wäre gewesen wie der Sand, und die Sprösslinge deines Leibes wie seine Körner; sein Name wäre nicht ausgerottet und nicht vertilgt worden vor meinem Angesicht.

Dieser Abschnitt endet mit einer bewegenden Ansprache an Israel, in der der HERR die Israeliten erinnert, dass Er ihr Erlöser ist. Nachdem Er sie erlöst hat, ist Er ihr Lehrer, um sie seine Gedanken zu lehren. Nachdem Er sie unterrichtet hat, ist Er ihr Führer, um ihnen den Weg zu zeigen, den sie gehen sollen – den Weg des Segens für sie selbst und zur Ehre Gottes. Im Grunde genommen führt der Herr sein Volk heute denselben Weg. Wie groß wäre der Segen gewesen und welches Leid wäre dem Volk Gottes erspart geblieben, hätte es damals – und ebenso heute – auf Gottes Belehrungen gehört und wäre seinem göttlichen Führer gefolgt.

Verse 20.21

Jes 48,20.21: 20 Zieht aus Babel, flieht aus Chaldäa mit Jubelschall; verkündigt, lasst dies hören, bringt es aus bis an das Ende der Erde! Sprecht: Der HERR hat seinen Knecht Jakob erlöst. 21 Und sie dürsteten nicht, als er sie durch die Einöden führte; er ließ ihnen Wasser rieseln aus dem Felsen, er spaltete den Felsen, und Wasser flossen heraus.

Trotz all dem sagt der Geist Gottes die Zeit voraus, wenn Israel aus der Gefangenschaft Babylons ausziehen wird. Das ist eine Vorschattung der noch größeren Errettung Israels von den Nationen, die noch in der Zukunft liegt. Dann wird das wiederhergestellte Israel Zeuge für „die Enden der Erde“ sein, dass der HERR es, so wie damals, erlöst und durch die Wüste in den Segen geführt hat.

Vers 22

Jes 48,22: Kein Friede den Gottlosen!, spricht der HERR.

Die Prophezeiung endet mit der Warnung, dass – egal welcher Segen für das Volk Gottes bereitliegt – es wahr bleibt: Für den Bösen gibt keinen Frieden. Mögen die Nationen, die durch die Jahrhunderte hindurch aus der Züchtigung Israels durch Gottes Hand Vorteil für sich geschlagen, um Israel rücksichtlos zu unterdrücken, diese Warnung beachten!


Übersetzt aus God’s Controversies with Israel. Isaiah 40 to 57. A Brief Exposition, 1941
Quelle: www.stempublishing.com

Übersetzung: Philipp-Richard Schulz

Letzte Aktualisierung: 02.02.2017


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