Gottes Auseinandersetzungen mit Israel (17)
Jesaja 57

Hamilton Smith

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Verse 1.2

Jes 57,1.2: 1 Der Gerechte kommt um, und niemand nimmt es zu Herzen, und die Frommen werden weggerafft, ohne dass jemand es beachtet, dass der Gerechte vor dem Unglück weggerafft wird. 2 Er geht ein zum Frieden; sie ruhen auf ihren Lagerstätten, jeder, der in Geradheit gewandelt ist.

So mag der gerechte Überrest innerhalb Gottes Volk umkommen, aber „niemand nimmt es zu Herzen“. Dennoch ist es ein ernsthaftes Zeichen, denn wenn die Gottesfürchtigen weggenommen werden, dann kündigt dies das kommende Gericht an, denn „der Gerechte wird vor dem Unglück weggerafft“. So ist es immer gewesen in der Geschichte der Welt. Wie jemand gesagt hat:

Wenn die Lots aus Sodom herausgeführt werden, dann ist dies ein böses Vorzeichen auf den darauffolgenden Zorn. Methusalah wurde ein Jahr vor der Flut hinweggenommen. Wir können daraus schließen, dass eine Flut naht, wenn die Noahs in ihre Archen gebracht werden. Gott sammelt seine Ernte vor dem Sturm, der über die Welt geht, ein. Er ruft die Arbeiter heim, bevor die dunkle Nacht hereinbricht. (R. Erskine)

Verse 3.4

Jes 57,3.4: 3 Und ihr, naht hierher, Kinder der Zauberin, Nachkommen des Ehebrechers und der Hure! 4 Über wen macht ihr euch lustig, über wen sperrt ihr das Maul auf und streckt die Zunge heraus? Seid ihr nicht Kinder des Abfalls, Nachkommen der Lüge.

Nun folgt eine ernste Beschreibung der abgefallenen Juden in den letzten Tagen. Nachdem sie ihren Messias abgelehnt haben, fallen sie in Götzendienst und wenden sich dem Antichristen zu. Bevor aber die Gerichte beginnen, werden die Juden eingeladen, sich Gott zu nahen und auf seine Warnungen zu achten. So handelt Gott immer: Er warnt die Menschen, bevor Er Gericht übt. Als Christus in der Mitte seines Volkes erschien, herrschte nicht mehr Götzendienst vor so wie in den Tagen der Könige. Aber nachdem sie Christus verworfen hatten, wurden sie durch den Herrn gewarnt, dass nun der unreine Geist des Götzendienstes unter sie kommen würde; dieser würde böser sein als zuvor. Und ihr letzter Zustand würde schlimmer sein als ihr erster (Lk 11,24-26). Auf diese ernsten Tage blickt der Prophet hinaus und sieht, dass dieses Volk durch die Verwerfung Christi bewiesen hat, dass sie die Söhne der Zauberin sind, deren Nachkommen im Bund mit dem Teufel stehen. So kann der Herr sagen: „Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel“ (Joh 8,44). Sie sind die Nachkommen derer, die dem HERRN untreu geworden ist.

An sie richtet der HERR zwei Fragen: „Über wen macht ihr euch lustig, über wen sperrt ihr das Maul auf und streckt die Zunge heraus?“ Wir erfahren des Herrn eigene Antwort auf diese Frage in Psalm 35: „Aber sie haben sich über meinen Fall gefreut …, ruchlose Schmarotzer knirschten … gegen mich mit ihren Zähnen …, sie haben ihr Maul gegen mich aufgesperrt“ (Ps 35,15.16.21). Da sie Christus und sein Wort verworfen haben, glauben sie nun der Lüge. Und anstatt sein „Samen“ zu werden (Jes 53,10), werden sie zu „Nachkommen der Lüge“.

Verse 5-9

Jes 57,5-9: 5 die ihr für die Götter entbranntet unter jedem grünen Baum, die ihr Kinder in den Tälern schlachtetet unter den Klüften der Felsen? 6 An den glatten Steinen des Bachtals war dein Teil; sie waren dein Los; auch gossest du ihnen Trankopfer aus, opfertest ihnen Speisopfer. Sollte ich mich darüber trösten? 7 Auf einem hohen und erhabenen Berg schlugst du dein Lager auf; auch stiegst du dort hinauf, um Schlachtopfer zu opfern. 8 Und hinter die Tür und den Pfosten setztest du dein Gedächtnis. Denn von mir abgewandt decktest du auf und bestiegst, machtest breit dein Lager, und du machtest deinen Lohn mit ihnen aus; du liebtest ihr Beilager, schautest ihre Blöße. 9 Und du zogst mit Öl zum König und vermehrtest deine wohlriechenden Salben; und du sandtest deine Boten in die Ferne und erniedrigtest dich bis zum Scheol.

Der Lüge zu glauben hat schlimmen Götzendienst und Aberglaube zur Folge, in welche die Nation fallen wird. Sie verfallen den Götzen, opfern ihnen ihre Kinder und beten Steine an. Aber werden solche Opfer dem HERRN angenehm sein? Sie setzen ihre Götzenbilder auf Berge und Hügel und stellen sie hinter die Tore im Tempel auf, um sich ihnen zuzuwenden anstatt dem HERRN. Zu alledem wenden sie sich noch dem falschen König, dem Antichristen, zu. Sicher war er derjenige, von den der Herr meinte, als Er zu den Juden sprach: „Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen“ (Joh 5,43). Daniel beschreibt diesen bösen König als jemand, der nach seinem eigenen Willen handeln, sich selbst über alle Götter erhöhen und gegen den Gott der Götter reden wird (Dan 11,36). Indem sich das Volk Israel diesem König zuwendet, liefern sie sich selbst der Hölle aus.

Verse 10-12

Jes 57,10-12: 10 Durch die Weite deines Weges bist du müde geworden, doch du sprachst nicht: Es ist umsonst! Du gewannst neue Kraft, darum bist du nicht erschlafft. 11 Und vor wem hast du dich gescheut und gefürchtet, dass du gelogen hast und nicht an mich dachtest, es nicht zu Herzen nahmst? Habe ich nicht geschwiegen, und zwar seit langer Zeit? Und mich fürchtest du nicht. 12 Ich werde deine Gerechtigkeit kundtun; und deine Machwerke, sie werden dir nichts nützen.

Nachdem sie von ihren eigenen Wegen erschöpft sind, wird das Volk sagen, dass es keine Hoffnung mehr gibt. So wenden sie sich dem falschen König zu, um eine vorübergehende Stärkung zu finden. Dadurch vergessen sie den HERRN, Der ihre wahre Zuflucht in Zeiten der Not ist. Dass sie überhaupt keine Gottesfurcht haben, zeigt, dass ihr Herz unberührt und ihr Gewissen unerreicht ist. Sie mögen sich ihrer eigenen Gerechtigkeit und ihrer Worte rühmen, doch all das nutzt ihnen nichts.

Verse 13-21

Jes 57,13-21: 13 Wenn du schreist, mögen dich deine Mengen von Götzen erretten! Aber ein Wind wird sie allesamt entführen, ein Hauch sie wegnehmen. Wer aber zu mir seine Zuflucht nimmt, wird das Land erben und meinen heiligen Berg besitzen. 14 Und man wird sagen: Macht Bahn, macht Bahn; bereitet einen Weg, hebt aus dem Weg meines Volkes jeden Anstoß weg! 15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen. 16 Denn ich will nicht ewig rechten und nicht für immer ergrimmt sein; denn der Geist würde vor mir verschmachten, und die Seelen, die ich ja gemacht habe. 17 Wegen der Ungerechtigkeit seiner Habsucht ergrimmte ich und schlug es, indem ich mich verbarg und ergrimmt war; und es wandelte abtrünnig auf dem Weg seines Herzens. 18 Seine Wege habe ich gesehen und werde es heilen; und ich werde es leiten und ihm Tröstungen erstatten und seinen Trauernden. 19 Die Frucht der Lippen schaffend, spricht der HERR: Friede, Friede den Fernen und den Nahen, und ich will es heilen. – 20 Aber die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer, denn es kann nicht ruhig sein, und seine Wasser wühlen Schlamm und Kot auf. – 21 Kein Friede den Gottlosen!, spricht mein Gott.

Nach dieser Warnung wird der große Unterschied zwischen der schuldigen Nation und dem gottesfürchtigen Überrest herausgestellt. Das Volk mag in seiner Not laut nach Gott schreien; jedoch nur, um herauszufinden, dass diejenigen, auf die sie vertraut haben, von einem Windhauch weggenommen wurden. Im Gegensatz dazu werden wir an den gottesfürchtigen Überrest erinnert, der auf Gott vertraut hat. Sie werden das Land besitzen. Weiterhin wird ihnen ein Weg bereitet werden, um zu Gottes irdischem Zentrum zurückzukehren, und jedes Hindernis wird aus dem Weg geräumt werden. Gott, der „in Ewigkeit wohnt“, kann sich herabbeugen, um eine zerknirschte und demütige Seele auf der Erde zu erquicken. Genauso wie „der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist“ „Fleisch“ wurde und „unter uns“ wohnte „voller Gnade und Wahrheit (Joh 1,18.14). Das Ergebnis davon wird sein, dass Gott – nach dem Gericht – die Gottesfürchtigen zurück in ihr Land führen, sie mit Trost segnen und ihnen Frieden bringen wird. Aber nicht nur ihnen, dem gottesfürchtigen Überrest, „den Nahen“, sondern auch den Fernen, das heißt den Heiden. Die Bösen hingegen „sind wie das aufgewühlte Meer, denn es kann nicht ruhig sein“. Für solche gibt es keinen Frieden.

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Übersetzt aus God’s Controversies with Israel. Isaiah 40 to 57. A Brief Exposition, 1941
Quelle: www.stempublishing.com

Übersetzung: Frank Cisonna


Hinweis der Redaktion:

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