Gottes Auseinandersetzungen mit Israel (5)
Jesaja 44

Hamilton Smith

© Soundwords, online seit: 27.12.2016, aktualisiert: 05.01.2017

Wir haben gesehen, dass Israel durch uneingeschränkte Gnade in die endgültigen Segnungen gebracht wird, dass das aber keinesfalls bedeutet, dass Gott den Sünden des Volkes gegenüber gleichgültig ist. Jetzt werden wir lernen, dass inmitten des Versagens der Nation ein Überrest bewahrt wird. Durch diesen Überrest wird die uneingeschränkte Gnade Gottes die Nation unter den Segen bringen (Jes 44,1-8). Wir lernen, dass die Götzendiener Zeugen für die Nichtigkeit ihrer Götzen sein werden (Jes 44,9-20). Aber trotz all des Versagens der Menschen wird Jahwe sich selbst in Israel verherrlichen und die Heiden benutzen, um sein Wohlgefallen auszuführen (Jes 44,21-28).

Verse 1-5

Jes 44,1-5: 1 Und nun höre, Jakob, mein Knecht, und du, Israel, den ich erwählt habe. 2 So spricht der HERR, der dich gemacht und dich von Mutterleib an gebildet hat, der dir hilft: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und du, Jeschurun, den ich erwählt habe. 3 Denn ich werde Wasser gießen auf das Durstige und Bäche auf das Trockene; ich werde meinen Geist ausgießen auf deine Nachkommen und meinen Segen auf deine Sprösslinge. 4 Und sie werden aufsprossen zwischen dem Gras wie Weidenbäume an Wasserbächen. 5 Dieser wird sagen: Ich bin des HERRN, und jener wird den Namen Jakobs ausrufen; und dieser wird mit seiner Hand schreiben: Ich bin des HERRN, und wird den Namen Israels ehrend nennen.

Gott musste Israel wegen des Versagens der Nation und ihrer Fürsten unter Fluch und Schmähung bringen (Jes 43,28). Aber egal wie groß dieses Versagen auch sein mag, Gottes souveräne Entscheidung, die Nation durch einen gottesfürchtigen Überrest in den Segen einzuführen. bleibt bestehen. „Denn“, spricht der Herr, „ich werde Wasser gießen auf das Durstige und Bäche auf das Trockene.“ Folglich wird der HERR in Israel solche wieder beleben, die sich ihrer Bedürftigkeit bewusst sind und ihren Zustand bedauern. Aus diesem Überrest wird ein Same und ein Sprössling hervorkommen, durch den der HERR die Nation in den Segen einführen wird. Anstatt wie ein Durstiger in einem verdorrten Land zu sein, werden sie wie Weidenbäume am Wasser werden. In diesen Tagen wird jeder glücklich in Anspruch nehmen, „des HERRN zu sein“, und jeder wird ohne Scham und Vorwürfe bekennen, dass er Israelit ist.

Verse 6-8

Jes 44,6-8: 6 So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott. 7 Und wer ruft aus wie ich – so verkünde er es und lege es mir vor! –, seitdem ich das Volk der Urzeit eingesetzt habe? Und das Zukünftige und das, was kommen wird, mögen sie verkünden! 8 Erschreckt nicht und zittert nicht! Habe ich es dich nicht seit langem hören lassen und dir verkündet? Und ihr seid meine Zeugen. Gibt es einen Gott außer mir? Und es gibt keinen Felsen, ich weiß keinen.

Das wiederhergestellte Israel wird als Zeuge für Jahwe, den König Israels gebraucht werden. Durch diesen König wurde die Nation von der Macht des Feindes erlöst. Israel wird davon zeugen, dass Gott der Erste und der Letzte ist – der Eine, der vor allem ist, und der, der bleibt, auch wenn die Menschen vergehen. Er allein kann die kommenden Dinge verkünden. Sollte es Menschen geben, die anders denken, dann sollte man diese Israel verkünden lassen, was kommen wird. Aber Israel muss sich nicht fürchten, denn es ist Gottes Zeuge dafür, dass es keinen Gott gibt außer Jahwe.

Verse 9-17

Jes 44,9-17: 9 Die Bildner geschnitzter Bilder sind allesamt nichtig, und ihre Lieblinge nützen nichts; und die für sie zeugen, sehen nicht und haben keine Erkenntnis, damit sie beschämt werden. 10 Wer hat einen Gott gebildet und ein Bild gegossen, dass es nichts nützt? 11 Siehe, alle seine Genossen werden beschämt werden; und die Künstler sind ja nur Menschen. Mögen sie sich alle versammeln, hintreten: Erschrecken sollen sie, beschämt werden allesamt! 12 Der Eisenschmied hat ein Werkzeug und arbeitet bei Kohlenglut, und er gestaltet es mit Hämmern und verarbeitet es mit seinem kräftigen Arm. Er wird auch hungrig und kraftlos; er hat kein Wasser getrunken und ermattet. 13 Der Holzschnitzer spannt die Schnur, zeichnet es an mit dem Stift, führt es aus mit den Hobeln und zeichnet es an mit dem Zirkel; und er macht es wie das Bildnis eines Mannes, wie die Schönheit eines Menschen, damit es in einem Haus wohne. 14 Man haut sich Zedern ab oder nimmt eine Steineiche oder eine Eiche und wählt für sich unter den Bäumen des Waldes aus; man pflanzt eine Fichte, und der Regen lässt sie wachsen. 15 Und es dient dem Menschen als Brennstoff, und er nimmt davon und wärmt sich; auch heizt er und backt Brot; auch verarbeitet er es zu einem Gott und wirft sich davor nieder, macht ein geschnitztes Bild daraus und betet es an. 16 Die Hälfte davon hat er im Feuer verbrannt; bei der Hälfte davon isst er Fleisch, brät einen Braten und sättigt sich; auch wärmt er sich und spricht: Ha, mir wird warm, ich spüre Feuer! 17 Und das Übrige davon macht er zu einem Gott, zu seinem geschnitzten Bild; er betet es an und wirft sich nieder, und er betet zu ihm und spricht: Errette mich, denn du bist mein Gott!

Ebenso wie Israel von Gott zeugt, so werden die Götzendiener selbst Zeugen von der Nichtigkeit ihrer Götzen. Diejenigen, die Götzen schaffen, „sind allesamt nichtig“ und ihre Bilder „nützen nichts“. Sie „sehen nicht und haben keine Erkenntnis“ und ihre Ohnmacht beschämt ihre Bildner. Der Schmied schafft aus eigener Kraft einen metallenen Götzen und der Holzschnitzer entwirft einen Götzen „wie das Bildnis eines Mannes“. Für dieses Ziel fällt er im Wald Bäume; mit einem Teil von ihnen macht er Feuer, um sich selbst zu wärmen, mit einem anderen Teil bäckt er Brot, und aus dem Rest macht er ein Götzenbild, vor dem er sich beugt und das er anbetet.

Verse 18-20

Jes 44,18-20: 18 Sie haben keine Erkenntnis und keine Einsicht; denn er hat ihre Augen verklebt, dass sie nicht sehen, und ihre Herzen, dass sie nicht verstehen. 19 Und man nimmt es nicht zu Herzen, und da ist keine Erkenntnis und keine Einsicht, dass man sagte: Die Hälfte davon habe ich im Feuer verbrannt, und auch habe ich auf seinen Kohlen Brot gebacken, Fleisch gebraten und habe gegessen; und den Rest davon sollte ich zu einem Gräuel machen, ich sollte ein Stück Holz anbeten? 20 Wer der Asche nachgeht – ein betörtes Herz hat ihn irregeführt, so dass er seine Seele nicht errettet und sagt: Ist nicht Lüge in meiner Rechten?

Die schreckliche Auswirkung solcher Torheit ist die Verdunkelung der Erkenntnis und die Verhärtung des Herzens. Verführt durch die Einbildungskraft des eigenen Herzens können sie die Lüge nicht erkennen noch ihre Seelen aus diesen Auswirkungen retten.

Verse 21-23

Jes 44,21-23: 21 Erinnere dich daran, Jakob und Israel! Denn du bist mein Knecht. Ich habe dich gebildet, du bist mein Knecht; Israel, du wirst nicht von mir vergessen werden. 22 Ich habe deine Übertretungen getilgt wie einen Nebel, und wie eine Wolke deine Sünden. Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst! 23 Jubelt, ihr Himmel, denn der HERR hat es getan! Jauchzt, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge, du Wald und jeder Baum darin! Denn der HERR hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich.

Israel wird auf aufgerufen, sich an den Unterschied zwischen dem Handeln Gottes und dem der Götzendiener zu erinnern. Im Gegensatz zu den Götzendienern, die sich ihre eigenen Götter schaffen, schuf Gott sein Volk, damit sie Ihm dienen. Weil Er sie geschaffen hat, wird Er sie nicht vergessen. Er wird ihre Sünden austilgen und sie von der Macht der Feinde erlösen und sich selbst in Israel verherrlichen. Das Ergebnis wird sein, dass die Himmel und die Erde mit einstimmen werden in den Gesang zu seinem Lob.

Verse 24-28

Jes 44,24-28: 24 So spricht der HERR, dein Erlöser und der dich von Mutterleib an gebildet hat: Ich, der HERR, bin es, der alles wirkt, der die Himmel ausspannte, ich allein, die Erde ausbreitete durch mich selbst; 25 der die Wunderzeichen der Lügner vereitelt und die Wahrsager zu Narren macht; der die Weisen zurückdrängt und ihr Wissen zur Torheit macht; 26 der das Wort seines Knechtes bestätigt und den Bescheid seiner Boten vollführt; der von Jerusalem spricht: Es soll bewohnt werden!, und von den Städten Judas: Sie sollen aufgebaut werden, und ich will seine Trümmer wieder aufrichten!, 27 der zu der Flut spricht: Versiege, und ich will deine Ströme austrocknen!, 28 der von Kores spricht: Mein Hirte und der all mein Wohlgefallen ausführt, und zwar, indem er von Jerusalem sagen wird: Es werde aufgebaut!, und vom Tempel: Er werde gegründet!

Aber wenn der Herr der Erlöser Israels ist, so ist Er gleichzeitig der Schöpfer der Himmel und der Erde und kann –und wird es auch tun – entsprechend seinem Wohlgefallen über aller Menschen verfügen. Er bringt den Betrug der Götzendiener zu Ende, aber Er bestätigt das Wort seiner Boten. Er wird Jerusalem und die Städte Judas wieder aufbauen. Er wird die Flüsse austrocknen, um alles zu beseitigen, was die Rückkehr seines Volkes behindert. Der Herr wird einen heidnischen König gebrauchen, um sein Wohlgefallen auszuführen.

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Übersetzt aus God’s Controversies with Israel. Isaiah 40 to 57. A Brief Exposition, 1941
Quelle: www.stempublishing.com

Übersetzung: Philipp-Richard Schulz


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