Arbeit für Gott – Die Ausübung des Dienstes (8)
4. Mose 4; 5; 10

Willem Johannes Ouweneel

© SoundWords, online seit: 25.03.2006, aktualisiert: 23.12.2017

Leitverse: 4. Mose 4; 5; 10

Wir haben an den beiden vorhergehenden Abenden über den Levitendienst gesprochen und versucht zu erkennen, was der Charakter dieses Dienstes ist. Wir haben gesehen, dass die Leviten ein Bild der Gläubigen sind, die berufen sind, Gott zu dienen. Die Leviten dienten Aaron, der für uns ein Bild des Herrn Jesus als der Hohepriester ist. Die Leviten trugen und pflegten die Stiftshütte, die in erster Linie vorbildlich von der Herrlichkeit des Herrn Jesus selbst redet, aber auch von den herrlichen Wahrheiten bezüglich Christus und der Versammlung. Wahrer Levitendienst ist gekennzeichnet durch die Herrlichkeit des Herrn Jesus. Weiterhin haben wir gesehen, dass Levitendienst immer zur Förderung des priesterlichen Dienstes des Volkes Gottes beitragen sollte. Gestern Abend haben wir im Besonderen über die Einweihung der Leviten nachgedacht, über die Zehnten, die ihnen von Seiten des Volkes zukamen, also über ihren Unterhalt, und auch über die Levitenstädte.

Heute Abend möchte ich nun über die Aufgaben der Leviten sprechen, und zwar über sieben Aufgaben, die uns das Wort Gottes nennt. Diese sieben Aufgaben dürfen durch die Gnade Gottes auch heutzutage inmitten des Volkes Gottes, das ist nun die Versammlung des lebendigen Gottes, noch ausgeübt werden. Noch immer haben wir solche Leviten, die diese Aufgaben erfüllen.

Die erste dieser Aufgaben bezieht sich im besonderen auf die Wüste. Wir haben in 4. Mose 4 davon gelesen. Die anderen Aufgaben haben zwar auch mit der Wüste zu tun, im Wesentlichen aber doch, und das trifft besonders für die beiden letzten zu, ihre Erfüllung im verheißenen Land gefunden, in das Gott sein Volk brachte. Die Aufgabe der Leviten in der Wüste unterschied sich in mancher Hinsicht von den Aufgaben, die sie im Land hatten. Diesen Unterschied sollten wir beachten. 4. Mose 4 zeigt uns also im Besonderen den Dienst der Leviten in der Wüste: Sie hatten die Stiftshütte zu pflegen und sie abzubrechen, wenn das Volk weiter zog, und dort wieder aufzubauen, wo das Volk erneut lagerte. Die Stiftshütte oder, wie sie auch genannt wird, das Zelt der Zusammenkunft, ist ein Bild unseres Zusammenkommens, denn wenn sie aufgerichtet war, kamen die Priester, um ihren Dienst auszuüben und mit den Opfern dort vor Gott zu erscheinen. Das ist unser Dienst, wenn wir uns zum Namen des Herrn Jesus versammeln, um Ihm die Opfer des Lobes und der Anbetung darzubringen. Das tun wir dann als Priester.

Aber als Leviten pflegen und tragen wir die Stiftshütte, d.h., es ist unsere Aufgabe, in dieser Welt die Wahrheit, die wir in Christus Jesus und in der Versammlung finden, hochzuhalten. Jeder von uns, der in dieser Welt von diesen Wahrheiten zeugt, nicht nur durch seine Worte, sondern im Besonderen durch seine Taten, übt solch einen Levitendienst aus.

Darüber hinaus gab es noch Kriegsleute, die die Stiftshütte verteidigen sollten. Häufig werden die christlichen Wahrheiten in dieser Welt angegriffen und müssen verteidigt werden. Doch nicht immer ist es so, dass wir diese Wahrheiten verteidigen müssen; oft ist es einfach unsere Aufgabe, von ihnen zu zeugen, sie durch unsere Worte und Taten zum Ausdruck zu bringen.

Zu Beginn der Wüstenreise hatte Gott die ganze Stiftshütte der Fürsorge der Leviten anvertraut, so wie Gott vor nahezu zweitausend Jahren die ganze christliche Wahrheit der Versammlung anvertraut hat. Was haben die Christen damit getan? Die Aufgabe der Leviten war es, vierzig Jahre lang für die Stiftshütte zu sorgen, sie zu tragen und zu pflegen und am Ende dieser Reise alles, was Gott ihnen anvertraut hatte, Ihm zurückzugeben und sagen zu können: Oh Gott, durch Deine Gnade haben wir nichts verloren von dem, was Du uns anvertraut hast. So ist es auch für uns; denken wir nur daran, wovon die Stiftshütte ein Bild ist. Die Kehathiter trugen die Gegenstände des Vorhofs und des Heiligtums, den Brandopferaltar, den Leuchter, den Schaubrottisch, den Räucheraltar, die Bundeslade usw. Diese Gegenstände sprechen von der Offenbarung der Herrlichkeit Gottes in Christus. Sie sprechen davon, wie Gott sich in all seinen Herrlichkeiten in Ihm offenbart hat, und das besonders in Verbindung mit der Versammlung, die uns z.B. in ihrer Ordnung und Einheit in den Schaubroten auf dem Tisch vorgestellt wird. Wir können nicht auf alle Einzelheiten eingehen, doch es waren die Kehathiter, die diese Wahrheiten hochzuhalten hatten. Den Gersonitern war der gewebte Teil der Stiftshütte anvertraut, die Teile, die besonders von dem Herrn Jesus in seiner Menschheit sprechen, von seiner Herrlichkeit als Mensch auf der Erde und seiner Herrlichkeit den Menschen gegenüber. Wie sind gerade diese Wahrheiten über seine Menschheit und über seine Gottheit angegriffen worden! Die Merariter schließlich trugen die festen Teile der Stiftshütte, die Säulen, die Bretter usw., die im Besonderen von der Versammlung als dem Haus Gottes, als dem Zeugnis Gottes auf dieser Erde sprechen.

Wir wissen, was mit diesen Wahrheiten über die Versammlung im Lauf der Geschichte der Christenheit im Allgemeinen geschehen ist. Welch eine Gnade, wenn dann am Ende unserer Reise, wenn der Herr Jesus zurückkommt, noch Leviten auf der Erde gefunden werden, die Ihm all das, was Er ihnen vor zweitausend Jahren anvertraut hat, rein, heilig, unbefleckt und frei von allen menschlichen Gedanken und Theorien zurückgeben können. Das ist eine große Verantwortung!

In 4. Mose 4 sehen wir nun, dass, bevor die Kehathiter die Gegenstände der Stiftshütte aufnehmen konnten, die Priester in das Heiligtum hineingingen und die Gegenstände bedeckten. Sie nahmen z.B. den Vorhang zwischen dem Heiligtum und dem Allerheiligsten und bedeckten damit die Bundeslade (4Mo 4,5). Auch alle anderen Gegenstände wurden bedeckt. Das durften die Kehathiter nicht tun. Allein die Priester waren berechtigt, ins Heiligtum einzutreten. Priester sind solche, die in der Gegenwart des Herrn im Heiligtum verkehren und deshalb auch wissen, was passend ist für die Gegenstände im Heiligtum. Im Einzelnen finden wir, dass die Bundeslade, die im Allerheiligsten stand, mit dem Scheidevorhang bedeckt wurde, darauf kam ein Dachsfell und schließlich darüber ein blaues Purpurtuch. Die Gegenstände und die Geräte im Heiligtum, der Schaubrottisch, der Leuchter und der Räucheraltar, wurden zuerst mit einem blauen Purpurtuch bedeckt, darüber kam eine Dachsfelldecke. Der Brandopferaltar, der im Vorhof stand, wurde zuerst mit einem roten Purpurtuch bedeckt, und darüber kam ebenfalls eine Dachsfelldecke (4Mo 4,14). Das Waschbecken wird hier nicht erwähnt.

Die Dachsfelle sprechen von der Stärke und Unantastbarkeit des Herrn Jesus gegenüber der Sünde. Der rote Purpur weist hin auf seine königliche Herrlichkeit, die Er einmal auf dieser Erde innehaben wird. Der blaue Purpur ist ein Bild der himmlischen Herrlichkeit. Alles, was wir im Heiligtum finden, hat mit dieser himmlischen Herrlichkeit zu tun. Das alles steht in Verbindung mit der Versammlung in ihrem himmlischen Charakter. Daher mussten diese Gegenstände auch mit blauem Purpur bedeckt werden. Besteht nicht die Gefahr, dass wir gerade, wenn wir der Wahrheit in dieser Welt Zeugnis geben, den himmlischen Charakter der Versammlung vergessen? Wie schnell können wir die Versammlung zu einer irdischen Sache machen, wie das überall in der Christenheit geschehen ist, so wie auch viele Menschen den Herrn Jesus wohl als einen Menschen gelten lassen, aber seine göttliche Herkunft leugnen. Alle Gegenstände des Heiligtums also wurden unter blauem Purpur getragen. Darüber kam ein Dachsfell. Auch das will uns etwas lehren: diese himmlischen Herrlichkeiten können nicht ohne weiteres der Welt gegenüber gezeigt werden. Wir haben für diese arme Welt nur eine Botschaft, und das ist die Botschaft des Evangeliums Gottes: dass sich die Menschen bekehren und den Herrn Jesus annehmen müssen. Sie haben mit den himmlischen Herrlichkeiten in Verbindung mit dem Herrn Jesus und besonders in Verbindung mit der Versammlung noch überhaupt nichts zu tun. Sie sehen nur das Äußere. Das Dachsfell war nicht schön, sondern bedeckte gerade die Herrlichkeit. Wie viele haben diese Wahrheiten nur von außen gesehen und nichts Schönes daran erkannt. Doch das Dachsfell war gerade besonders gut geeignet, um die Gegenstände des Heiligtums zu schützen.

Es gab hier nur eine Ausnahme: Das war die Bundeslade. Sie war bedeckt mit dem Vorhang, darüber kam ein Dachsfell und schließlich ein Tuch von blauem Purpur, denn die Bundeslade ist ein Bild davon, was der Herr Jesus in sich selbst ist, in seiner Gottheit und seiner Menschheit, hier zudem in Verbindung mit dem Vorhang, der besonders von seiner Menschheit, von der Offenbarung Gottes in Ihm als Mensch spricht. Darüber kam das Dachsfell und schließlich ein blaues Purpurtuch. So war es für jeden aus dem Volk Gottes sofort erkennbar: Da zieht die Bundeslade in unserer Mitte. Es war bei dem Herrn Jesus unmöglich, dass Er auf dieser Erde wandelte, ohne dass seine himmlische Herkunft offenbar wurde. Er war der Mensch vom Himmel (1Kor 15,47). Dieser himmlische Charakter konnte unmöglich verborgen bleiben.

Es war also die Aufgabe der Kehathiter, diese Gegenstände durch die Wüste zu tragen. Als Priester haben wir alle nur eine Aufgabe, und das ist, unsere Opfer darzubringen. Doch als Leviten haben wir sehr unterschiedliche Aufgaben. Wir sehen das heutzutage auch deutlich in dem Dienst am Wort. Wenn Leviten diesen Wahrheiten Zeugnis geben, sollten sie natürlich alle dann und wann über die Herrlichkeit des Herrn Jesus und über die Versammlung sprechen. Aber wir stellen doch fest, dass, genauso wie Gott früher verschiedene Gaben gegeben hat, auch heute jeder, der am Wort dient, seine eigene Begabung hat, um bestimmte Teile der Wahrheit besonders vorzustellen. Der Herr hat das alles genau bestimmt. Durch menschliche Einrichtungen können wir das nur verderben. Wie können Menschen bestimmen, wer welchen Dienst auszuüben hat, welcher Bruder ein Hirte oder ein Lehrer oder ein Evangelist sein sollte? Das kann allein der Herr bestimmen, und es kommt uns zu, auf Ihn zu hören und Ihm nachzufolgen. Nur auf diesem Weg können wir glücklich sein.

Die Aufgabe der Gersoniter und der Merariter bestand darin, die festen und gewebten Teile der Stiftshütte zu tragen. Ihre Teile wurden nicht bedeckt. Einige Kapitel weiter lesen wir etwas sehr Schönes von den zwölf Fürsten, die dem HERRN eine Opfergabe darbrachten. Es heißt da ab 4. Mose 7,3-8: „Sie brachten ihre Opfergabe dar vor dem HERRN: sechs bedeckte Wagen und zwölf Rinder, einen Wagen für zwei Fürsten und ein Rind für einen; und sie brachten sie dar vor der Wohnung. Und Jehova redete zu Mose und sprach: Nimm sie von ihnen, und sie seien zum Verrichten des Dienstes des Zeltes der Zusammenkunft, und gib sie den Leviten, einem jeden nach Verhältnis seines Dienstes. Und Mose nahm die Wagen und die Rinder und gab sie den Leviten. Zwei Wagen und vier Rinder gab er den Söhnen Gersons nach Verhältnis ihres Dienstes; und vier Wagen und acht Rinder gab er den Söhnen Meraris nach Verhältnis ihres Dienstes.“ Doch dann lesen wir in Vers 9: „Aber den Söhnen Kehaths gab er nichts; denn ihnen lag der Dienst des Heiligtums ob: auf der Schulter trugen sie“ (4Mo 7,9). Wir sehen hier also, dass diese sechs Wagen nicht zu je zwei auf die drei Söhne Levis verteilt wurden, sondern nach Verhältnis ihres Dienstes. Die Merariter hatten das meiste zu tragen, sie bekamen vier bedeckte Wagen. Die Gersoniter bekamen zwei Wagen. Dabei hatte Gott gar nichts davon gesagt, dass diese Fürsten solche bedeckten Wagen bringen sollten. Das war die Wirksamkeit ihres eigenen Glaubens, ihrer eigenen Einsicht in die Wahrheit Gottes. Gott schätzte diesen Glauben der Fürsten und ordnete an, dass die Wagen den Gersonitern und den Meraritern gegeben wurden. So waren auch die Gegenstände der Gersoniter und der Merariter bedeckt.

Nur die Kehathiter bekamen keine Wagen, denn sie trugen die heiligsten Gegenstände, und dafür waren Wagen und Rinder nicht geeignet. Wir können in 2. Samuel 6 nachlesen, was geschah, als David die Bundeslade mit Rindern nach Jerusalem bringen wollte. Das war unmöglich. Die Lade durfte nur auf den Schultern der Leviten getragen werden. Das sollten wir gut bedenken. Menschliche Hilfsmittel können bisweilen nützlich sein. Gott weiß es zu schätzen, wenn solche Fürsten kommen und es in ihren Herzen haben, den Dienst der Leviten zu unterstützen. Doch für den Dienst der Kehathiter waren die Hilfsmittel völlig ungeeignet. Wenn es um die Dinge des Heiligtums geht, sind menschliche Hilfsmittel fehl am Platz. Für alles, was mit dem Dienst des Heiligtums zu tun hat, also vorbildlich mit unseren Zusammenkünften, können wir sie durchaus nicht gebrauchen. Lasst uns auf der Hut sein, dass wir solche Hilfsmittel nicht in unsere Anbetungsstunden einführen und auch nicht in die Zusammenkünfte im Allgemeinen. Von Menschen angestellte Personen oder ausgedachte Ämter oder auch sonstige menschliche Einrichtungen können das, was Gott geschenkt hat, nur verderben. Wir sollten nur das annehmen, was nach Gottes Gedanken ist, und nur solche Personen anerkennen, denen Gott es ins Herz gegeben hat, für Ihn tätig zu sein. Das gilt für die Anbetungsstunde, für die Wortbetrachtung oder wo auch sonst immer. Alles, was aus dem Menschen oder aus dem Fleische ist, darf keinen Platz in den Dingen Gottes haben. Auch wir sind in Gefahr, manchmal menschliche Einrichtungen schön zu finden und auf verdeckte Weise einzuführen. Lasst es uns nie vergessen: Für das Tragen der Gegenstände des Heiligtums sind nur die Schultern der Leviten geeignet.

Es war die Bundeslade, die den Mittelpunkt des Volkes einnahm. Wir sehen das auch in 4. Mose 10. Wenn das Volk sich aufmachte, um weiterzuziehen, brachen zuerst Juda, Issaschar und Sebulon auf, und unmittelbar nach ihnen die Gersoniter und die Merariter, die die Wohnung trugen (4Mo 10,14-17). Danach brachen Ruben, Simeon und Gad auf, und ihnen folgten die Kehathiter, die das Heiligtum trugen, also auch die Bundeslade (4Mo 10,18-21). Sie gingen ganz in der Mitte des Volkes. Anschließend kamen die restlichen Stämme (4Mo 10,22-28). Wie schön ist es, wenn alle, die zum Volke Gottes gehören, auch wenn sie sich nicht so direkt mit dem Levitendienst verbunden fühlen, wissen, dass der Mittelpunkt ihrer Reise die Bundeslade ist, wenn sie diesen Dingen den Platz einräumen, den Gott ihnen gegeben hat. Und wenn das Volk dann wieder lagerte, waren die Gersoniter und die Merariter so früh am Ziel, dass sie das Zelt wieder aufbauen konnten, ehe die Kehathiter kamen und die Gegenstände in das Zelt hineintrugen. Das war die Ordnung, die Gott für den Durchzug der Kinder Israel durch die Wüste bestimmt hatte.

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Vortrag in Hagen-Haspe am 7. Mai 1978

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