Gedanken zur Herbstfärbung

Dirk Schürmann

© Soundwords, online seit: 17.10.2017, aktualisiert: 17.10.2017

Wer jetzt Mitte Oktober durch Parkanlagen oder durch den Wald geht, kann den Beginn der wunderbaren Herbstfärbung der Bäume bewundern. Nachdem wir in den letzten Jahren – zumindest in Nordrhein-Westfalen – keine besonders herausragende Herbstfärbung erfahren haben, scheint sich diesmal ein wahrer „Indian Summer“ anzubahnen. Da ist es sicher angebracht, einmal darüber nachzudenken, was wir da erleben.

Nun für die einen ist es nur eine Erinnerung, dass der Sommer vorbei ist, für andere ein „Ach ja, das ist ja jedes Jahr im Herbst so“, aber sicher gibt es doch auch manche, die sich an der Herbstfärbung erfreuen können.

Doch woher kommt die Herbstfärbung bei den Blättern eigentlich? Die Biologen werden uns erklären, dass im Herbst durch fehlendes Sonnenlicht das stickstoffhaltige Chlorophyll aus den Blätter immer mehr abgebaut und abgezogen wird und dass dann nur noch die stickstofflosen Carotinoide und Xanthophylle übrigbleiben, so dass die gelbe Eigenfarbe der Carotinoide zum Vorschein kommt. Bei einigen Bäumen spielen auch Anthocyane für eine rote Blattfarbe eine Rolle.

Doch warum ist das eigentlich so, dass die Bäume so reagieren? Dass die Stoffe diese Farbe haben; dass sich das alles so hintereinander abspielt? Für Evolutionsbiologen ist die Antwort schnell da: Das hat sich halt in Millionen von Jahren so entwickelt.

Doch wie beurteilen wir Christen das eigentlich? Bleiben wir vielleicht bei der wissenschaftlichen Erklärung über Chlorophyllabbau usw. stehen? Die Huldigung der Wissenschaft macht leider auch vor uns Christen keinen Halt. Daher ist es Zeit, einmal wieder darüber nachzudenken, dass unser Schöpfer hinter diesen Vorgängen steht. Vielleicht müssen wir auch einmal wie Hiob ermahnt werden: „Nimm dies zu Ohren …; stehe und betrachte die Wunder Gottes!“ (Hiob 37,14).

In Psalm 104 lesen wir, wie Gott Gras hervorsprossen lässt für das Vieh, Kraut zur Nahrung für den Menschen. Ja noch mehr: Er sorgt auch für Wein und Öl, um den Menschen zu erfreuen. Ja, Gott pflanzt sogar Bäume:

Ps 104,13-16: 13 Du, der die Berge tränkt aus seinen Obergemächern; von der Frucht deiner Werke wird die Erde gesättigt. 14 Der Gras hervorsprossen lässt für das Vieh und Kraut zum Dienst der Menschen, um Brot hervorzubringen aus der Erde und damit Wein das Herz des Menschen erfreut; um das Angesicht glänzen zu lassen von Öl und damit Brot das Herz des Menschen stärkt.  16 Es werden gesättigt die Bäume des Herrn, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat.

Wenn wir die Herbstfärbung einmal von diesem Gesichtspunkt aus sehen, dann müssen wir wohl sagen, dass es doch unser liebevoller Schöpfer ist, der den Menschen durch ein Feuerwerk an Farben noch eine große Freude bereiten möchte, bevor der oft sehr ungemütliche und manchmal trostlose Winter kommt. Er hätte auch eine andere Methode wählen können, um das Abfallen der Blätter zu bewirken. Sie hätten auch alle schwarz oder bleich werden können. Doch nein, die Bäume werden so schön, dass viele mehr Farbe entwickeln als zur schönen Blütezeit im Frühjahr. Dann kommt noch dazu, dass die Blätter jetzt auch nicht alle „nur“ gelb werden. Nein, eine große Farbpalette von grün, gelb, orange, rot, violett und braun wird uns geboten. Jeder Baum hat seine eigene Färbung und bei manchen variiert es noch im Verlauf des Herbstes. Und selbst an einem Baum gibt es noch Unterschiede in den Blattfärbungen.

Sogar an einem Blatt können unterschiedlichste Farben auftreten. Wer einmal die Farbigkeit und Leuchtkraft der Herbstblätter bei der Amerikanischen Eiche oder einem Wein gesehen hat, kann kaum anders als begeistert sein.

 

Haben wir unserem Schöpfer schon einmal Dank dafür dargebracht? Dieser Schöpfer lässt sich in dem „Gemachten wahrnehmen“ (Röm 1,20). Die Bibel spricht davon, dass einmal der Zorn Gottes vom Himmel kommen wird über alle, die Ihn in dem Gemachten hätten wahrnehmen können, Ihn aber „weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren [evolutionistischen] Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde“ (Röm 1,21). Und ganz besonders als Christen sollten wir an diesen Dingen nicht emotionslos vorbeigehen oder sie gar als selbstverständlich erachten.

Heute fand ich bei einem Spaziergang noch Herbstblätter, die uns noch etwas Besonderes zeigen. Die hier abgebildeten Blätter haben alle einen grünen Flecken in der sonst rotbräunlichen Farbe. Außerdem fallen in allen drei Fällen merkwürdige braunschwarze Gänge in den grünen Flecken auf.

 

Diese Gänge entstehen durch Larven einer winzig kleinen Motte, der Miniermotte. Die Weibchen dieser kleinen Schmetterlinge legen ihre Eier meist auf der Unterseite der Baumblätter ab. Nachdem aus diesen Eiern die ziemlich flachen Larven geschlüpft sind, fressen sie sich in das Blatt hinein und legen dabei einen Gang zwischen der oberen und unteren Blattaußenseite an. Die Raupen müssen dabei wohl einen bestimmten Stoff ausscheiden, der den Absterbeprozess des Blattes verlangsamt. So bleiben in der Nähe der Fraßgänge diese grünen Inseln bestehen, obwohl das Blatt schon abgefallen und braun ist. Das Chlorophyll ist eine Voraussetzung, damit genügend Zucker und Stärke für die Nahrung der Raupen zur Verfügung steht. Das führt dazu, dass solche Blätter der Raupe auch dann noch als Nahrung zur Verfügung stehen, nachdem sie abgefallen sind

Manche sind bereit, jetzt „Mutter Natur“ oder auch der Raupe selbst Intelligenz zuzuschreiben, die sie zu solchen Aktionen über Millionen von Jahren geführt hat. Stellen wir uns einmal vor, ein Wissenschaftler sollte ohne irgendeine Vorkenntnis solch einen Stoff entwickeln, mit dem er den Abbau des Chlorphylls aufhalten sollte. Was für ein gewaltiges Labor und wie viel Tausende von Stoffen und Versuchen würde er wohl brauchen, um so einen Stoff zu entwickeln! Das soll sich aber zwischen Raupe und Baum alles von alleine und zufällig entwickelt haben. Dazu kommt, dass sich Blattminen schon in fossilen Blättern der Kreidezeit nachweisen lassen. Desweiteren gibt es größere Schmetterlinge, die dadurch getarnt sind, dass ihre Flügel wie Blätter aussehen, die auch Minengänge ausweisen. Ein Bild davon kann man hier sehen.

Auch wenn manche den Glauben an einen Schöpfer schwierig finden – mir fiele es beim Betrachten solcher Zusammenhänge viel schwerer, ohne Ihn auskommen zu müssen.

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