Der zweite Brief an die Thessalonicher (3)
2. Thessalonicher 3

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 29.10.2014, aktualisiert: 21.01.2018

Leitverse:  2. Thessalonicher 3

4. Der praktische Wandel der Kinder Gottes

Abschließend erteilt uns der Apostel Anweisungen über das praktische Verhalten, das die Versammlung der Gläubigen auszeichnen sollte im Hinblick auf den Widerstand von außen (2Thes 3,1-5) und auf die Schwierigkeiten, die innerhalb der Gemeinschaft aufkommen könnten (2 Thes 3,6-18).

Anweisungen für den Fall von Widerstand von außerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen (2Thes 3,1-5).

Verse 1.2

2Thes 3,1.2: 1 Im Übrigen, Brüder, betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und verherrlicht werde, wie auch bei euch, 2 und dass wir errettet werden von den schlechten und bösen Menschen; denn der Glaube ist nicht aller Teil.

Damit wir auf den Widerstand von schlechten Menschen richtig reagieren und [auch] dem Bösen der Welt, in der wir uns bewegen, trotzen können, stellt der Apostel die praktischen Eigenschaften eines Gläubigen vor. Der Besitz dieser Eigenschaften wird sie befähigen, angesichts des Widerstands „festzustehen“.

Erstens schreibt Paulus über das Gebet. Um „festzustehen“ trotz des Widerstands und die von ihm gegebenen Belehrungen „festzuhalten“ (2Thes 2,15), brauchen wir die Gnade des Herrn Jesus Christus selbst und die Gnade Gottes, unseres Vaters. Wenn wir uns im Gebet dem Thron der Gnade nähern, empfangen wir Gnade zu rechtzeitiger Hilfe. Im Gebet drücken wir unsere Schwachheit und unsere Abhängigkeit von Gott aus und bekennen wir unser Vertrauen auf seine Macht und Gnade.

Der Apostel hat schon zwei Mal erwähnt, dass er für diese Heiligen betet (2Thes 1,11.12; 2,16.17). Jetzt möchte er, dass sie für ihn beten. Obwohl er ein Apostel war und sogar einer, der Offenbarungen hatte und dessen Worte von Gott inspiriert waren, wusste er, dass er Gebet brauchte. Er war sich des Wertes der Gebete der Kinder Gottes bewusst und betrachtete sie als eine betende Gemeinschaft, an die er sich wenden konnte.

Seine besondere Bitte macht ein anderes Merkmal deutlich, das die Gemeinschaft der Gläubigen auszeichnen sollte: Sie sollten eine Gemeinschaft bilden, in der das Wort Gottes seine Wirkung zeigt. Der Apostel erkennt freudig an, dass durch diese Heiligen das Evangelium verherrlicht wurde. Aber da er den Widerstand der Welt erkennt dass er selbst eine besondere Zielscheibe der Angriffe durch schlechte und böse Menschen ist, bittet er um Gebet für Befreiung von solchen Menschen. Paulus personifiziert das Evangelium und vergleicht es mit einem Läufer, der Ausdauer an den Tag legt. Da, wo das Evangelium angenommen wird, wo Frucht entsteht und Leben verändert werden (so wie im Fall der Gläubigen in Thessalonich), wird wahrlich das Evangelium verherrlicht. Nichtsdestoweniger wird das sich so ausbreitende Evangelium den Widerstand von böswilligen Menschen hervorrufen, denn wenn diese das veränderte Leben anderer wahrnehmen, erkennen sie ihre eigene Schuldhaftigkeit.

Vers 3

2Thes 3,3: Der Herr aber ist treu, der euch befestigen und vor dem Bösen bewahren wird.

Ferner sollen wir auch in der Wahrheit gefestigt sein, wenn das Wort des Herrn verherrlicht werden soll. Paulus ist zuversichtlich, dass der Herr in seiner Treue die Heiligen befestigen wird. Böse Menschen können Widerstand leisten, aber der Herr ist den Seinen treu. Verankert sein in der Wahrheit bedeutet Schutz vor Irrlehre und vor jeder Form von Bösem. Wenn der Herr uns in der Wahrheit gefestigt hat, werden wir vor dem Bösen bewahrt bleiben. Deshalb sollten wir uns bemühen, der Wahrheit nachzujagen. Der Apostel sagt an einer anderen Stelle: „Ich will aber, dass ihr weise seid zum Guten, aber einfältig zum Bösen“ (Röm 16,19).

Vers 4

2Thes 3,4: Wir haben aber im Herrn das Vertrauen zu euch, dass ihr, was wir gebieten, sowohl tut als auch tun werdet.

Außerdem soll die Gemeinde der Gläubigen sich durch Gehorsam gegenüber den Anweisungen der Schrift auszeichnen. Es stimmt, dass der Herr allein uns in der Wahrheit festigen kann; jedoch müssen wir unsererseits bereit sein zu gehorchen, damit der Apostel sagen kann: „Wir haben im Herrn das Vertrauen zu euch, dass ihr, was wir gebieten, sowohl tut als auch tun werdet.“ Wir können dem Herrn danken, wenn seine Kinder gehorchen, aber nur starkes Vertrauen auf den Herrn befähigt uns zu sagen, dass sie „tun werden“, dass sie auch in Zukunft gehorchen werden. Momentaner Gehorsam allein genügt nicht, sondern beständiger Gehorsam, komme was mag. Möchten wir zu denen gehören, die sowohl „tun als auch tun werden“.

Vers 5

2Thes 3,5: Der Herr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu dem Ausharren des Christus!

Dann schreibt der Apostel noch: „Der Herr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes.“ Der Eine, durch den sich die ganze Liebe Gottes völlig offenbart hat – wie viel hat es Ihn doch gekostet! –, dieser ist es, der alleine unsere Herzen zu dieser Liebe führen kann. In der Frau am Brunnen sehen wir nicht nur die Art und Weise, in der der Herr einer Sünderin die Liebe Gottes deutlich macht, sondern auch die liebevolle Art, wie Er ihr Herz zu dieser Liebe hinführt.

Schließlich wünscht der Apostel, dass wir „zu dem Ausharren des Christus“ geleitet werden. Christus wartet darauf, seine Heiligen bei der Entrückung zu empfangen und mit seinen Heiligen bei seinem Erscheinen zu regieren. Er möchte, dass wir uns in der gleichen Geduld üben.

So stellt uns der Apostel einige der Kennzeichen vor Augen, die Gott von jeder Gruppe von Gläubigen erwartet. Sie sollte eine betende Schar sein, in der das Wort des Herrn verherrlicht wird, wo die Menschen in der Wahrheit feststehen und vom Bösen abgesondert sind; solche, die dem Wort gehorchen, die in der Liebe Gottes wandeln und geduldig auf die Wiederkunft Christi warten. Eine solche Schar wird fähig sein, den Angriffen des Feindes und den weltlichen Versuchungen zu widerstehen.

Anweisungen, wie man Unordnung in den Zusammenkünften innerhalb der Christen begegnet (2Thes 3,6-18)

Nachdem der Apostel über die Merkmale der Gläubigen gesprochen hat, die sie befähigen, bösen Menschen und dem Bösen einer feindlichen Welt zu widerstehen, gibt er Empfehlungen darüber, wie wir mit Unordnung umgehen sollen, die innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen auftreten kann.

Vers 6

2Thes 3,6: Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch zurückzieht von jedem Bruder, der unordentlich wandelt und nicht nach der Überlieferung, die er von uns empfangen hat.

Zu jener Zeit waren, wie sooft seitdem, untern den Christen einige unordentliche Leute, die nicht „nach der Überlieferung“ lebten, die sie von Paulus empfangen hatten.

Er ermahnt uns eindrücklich, wie wir im Namen des Herrn Jesus mit solchen umgehen sollen. Im ersten Brief hatte er Anweisungen gegeben für den Fall, dass es Unordentliche in der Gemeinde gebe: Sie sollten zurechtgewiesen werden (1Thes 5,14). Hier geht er einen Schritt weiter. Wenn die Ermahnung ohne Wirkung blieb, sollten die, die die Versammlung bildeten, sich von dem unordentlichen Bruder „zurückziehen“. Sein unordentlicher Wandel sollte durch diese Anordnung des Apostels gerichtet werden.

Verse 7-9

2Thes 3,7-9: 7 Denn ihr selbst wisst, wie ihr uns nachahmen sollt; denn wir haben nicht unordentlich unter euch gelebt, 8 noch haben wir von jemand Brot umsonst gegessen, sondern wir haben mit Mühe und Beschwerde Nacht und Tag gearbeitet, um nicht jemand von euch beschwerlich zu fallen. 9 Nicht, dass wir nicht das Recht dazu haben, sondern damit wir uns selbst euch zum Vorbild gäben, damit ihr uns nachahmt.

Paulus erinnert die Heiligen an sein eigenes Leben unter ihnen, das ein Vorbild von einem ordentlichen Lebenswandel war. Dadurch hatte er seine eigene Lehre in die Praxis umgesetzt. Um ein Vorbild für den einfachsten Gläubigen zu sein, weigerte er sich, jegliche zeitlliche Hilfe von diesen Gläubigen anzunehmen. Als Diener des Herrn hatte er „das Recht“ auf diese Hilfe (1Kor 9,7-14). Aber zu ihren Gunsten verzichtete er auf sein Recht und arbeitete „mit Mühe und Beschwerde“, Tag und Nacht, für seine Belange. So wurde sein Leben ein Beispiel für alle und eine Zurechtweisung für die, die nicht arbeiten wollten. Da der Feind diese Heiligen nicht der Wahrheit über das Kommen des Herrn berauben konnte, versuchte er anscheinend, sie zu einem Missbrauch der Wahrheit zu verführen So verleitete er anscheinend einige dazu, ihre reguläre Arbeit aufzugeben unter dem Vorwand der kurz bevorstehenden Ankunft des Herrn.

Verse 10.11

2Thes 3,10.11: 10 Denn auch als wir bei euch waren, geboten wir euch dieses: Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen. 11 Denn wir hören, dass einige unter euch unordentlich wandeln, indem sie nichts arbeiten, sondern fremde Dinge treiben.

Bei seinem Besuch hatte der Apostel sie schon vor unordentlichem Lebenswandel gewarnt: Wenn jemand nicht arbeiten wollte, sollte er auch nicht essen. Trotz des Vorbildes seines eigenen Lebens und trotz seiner Warnung, gab es einige, die nichts arbeiteten und die sich in die Angelegenheiten anderer Leute einmischten. Ihr Leben war gekennzeichnet durch unordentlichen Wandel, Unwilligkeit, zu arbeiten, und unnützes Gerede. Von solchen sollen wir uns zurückziehen. Jemand hat gesagt: „Dumme Schwätzer werden ermuntert durch dumme Zuhörer, und unverdientes Brot muss die finden, die bereit sind, dafür zu bezahlen.“ Unnützes Geschwätz würde schnell aufhören, wenn da keine törichten Ohren wären, die zuhören.

Vers 12

2Thes 3,12: Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie in dem Herrn Jesus Christus, dass sie, in der Stille arbeitend, ihr eigenes Brot essen.

Nachdem der Apostel die Brüder über den Umgang mit den Unordentlichen angewiesen hat, wendet er sich jetzt direkt an die Letzteren. Er ermahnt sie eindringlich, im Namen des Herrn Jesus, in der Stille zu arbeiten und ihr eigenes Brot zu essen.

Vers 13

2Thes 3,13: Ihr aber, Brüder, ermattet nicht, Gutes zu tun.

Bei unordentlich wandelnden Menschen müssen wir achtgeben, nicht ungeduldig und mutlos zu werden im Gutestun. Die Gefahr besteht, dass wir durch die ständigen Anstrengungen den unordentlichen Menschen gegenüber entweder abgestumpft werden oder aber hart mit ihnen umgehen.

Verse 14.15

2Thes 3,14.15: 14 Wenn aber jemand unserem Wort durch den Brief nicht gehorcht, den bezeichnet und habt keinen Umgang mit ihm, damit er beschämt werde; 15 und erachtet ihn nicht als einen Feind, sondern weist ihn zurecht als einen Bruder.

Missachtet dieser undisziplinierte Mensch weiterhin die Anweisungen des Apostels, dann sollen wir uns von ihm distanzieren und keinen Umgang mit ihm haben, damit er beschämt werde. Doch gleichzeitig werden wir ermahnt, ihn nicht als einen Feind zu betrachten, sondern ihn als einen Bruder zurechtweisen. Wir sollen uns vor dem Pharisäertum hüten. Wenn wir auch für eine Zeit keinen Umgang mit ihm haben können, müssen wir doch in brüderlicher Liebe handeln.

Vers 16

2Thes 3,16: Er selbst aber, der Herr des Friedens, gebe euch den Frieden allezeit auf alle Weise! Der Herr sei mit euch allen!

Abschließend befiehlt der Apostel sie dem Herrn des Friedens an. Paulus kann uns unter der Leitung des Herrn unterweisen, aber allein der Herr selbst kann den Heiligen allezeit und auf alle Weise Frieden verleihen. Unordentlicher Wandel kann Störungen und Konflikte unter den Gläubigen auslösen. Der Herr des Friedens aber kann den göttlichen Frieden in diese Gemeinschaft bringen, den Frieden, den Er bald in seinem Königreich einführen wird. Wo der Friede des Herrn regiert, da wird auch der Herr selbst zugegen sein. Daher schließt der Apostel mit dem Wunsch, dass der Herr selbst mit allen sei.

Vers 17

2Thes 3,17: Der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand, was das Zeichen in jedem Brief ist; so schreibe ich.

Die thessalonische Gemeinde war offenbar durch einen Brief, der angeblich von dem Apostel stammte, beunruhigt worden. In der abschließenden Grußformel versichert er den Empfängern, dass die Echtheit seiner Briefe durch die eigenen handschriftlichen Grüße bewiesen ist.

Vers 18

2Thes 3,18: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen!

Nachdem Paulus uns Frieden von dem Herrn des Friedens zugesprochen hat, schließt er mit dem Wunsch, dass die Gnade unseres Herrn Jesus Christus mit allen sei. Denn wenn die Anweisungen aus dem Brief praktiziert werden sollen, kann das nur unter solchen geschehen, die im Frieden des Herrn leben, mit dem Herrn als Mittelpunkt und unter der beständigen Darreichung seiner Gnade.

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Aus The Second Epistle to the Thessalonians. An Expository Outline

Übersetzung: Christel Schmidt


Hinweis der Redaktion:

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