Große Gegensätze in der Offenbarung (3)
Eine Dreieinigkeit des Bösen und der König der Könige

John Thomas Mawson

© SoundWords, online seit: 13.09.2006, aktualisiert: 03.01.2019

Leitverse: Offenbarung

Es gibt viele Beweise in den Schriften, dass eine der Hauptwaffen, die Satan in seinem Kampf wider Gott benutzt, die Nachahmung ist. Jannes und Jambres, die seine Diener in Ägypten waren, widerstanden Mose, indem sie seine Wunder nachahmten, bis er Stechmücken aus dem Staub hervorbrachte – Leben aus dem Tod. Dadurch wurden sie und ihr Meister zuschanden gemacht, und sie mussten bekennen, dass dies Gottes Finger war (2Mo 8; 2Tim 3). Jetzt verwandelt sich Satan in einen Engel des Lichts und seine Diener erscheinen als Diener der Gerechtigkeit (2Kor 11) und auf diesem Weg gewinnt er scheinbar die größten Triumphe. Deshalb sind unsere Tage so außerordentlich gefahrvoll für alle, die gottselig leben wollen, denn die Form der Gottseligkeit wird beibehalten, und seine Diener rühmen sich ihrer, während ihre Kraft verleugnet wird (2Tim 3). Nichts könnte auf die Gewissen tödlicher wirken als dies.

Doch die Verwegenheit Satans hat in dieser Hinsicht noch nicht den Höhepunkt erreicht und in seinen entscheidenden Anstrengungen, die Erde dem rechtmäßigen König vorzuenthalten, wird er den Menschen im Gegensatz zu der göttlichen Dreieinigkeit in einer Dreieinigkeit des Bösen begegnen. Und so erfolgreich wird er damit sein, dass er die abtrünnige Christenheit und die Könige der ganzen Erde mit sich fortreißt, um Krieg mit dem Lamm zu führen (Off 17). Das mag als etwas Außerordentliches erscheinen, doch wir brauchen nicht dadurch überrascht zu sein, denn schon einmal hat er mit Erfolg die Fürsten dieser Welt vereint, um den Herrn der Herrlichkeit zu kreuzigen, als Er voll von Gnade in diese Welt zur Segnung der Menschen gekommen war. Wenn Satan nun dazu fähig war, so wird es ihm auch keine Schwierigkeit bereiten, sie gegen Ihn zu vereinigen, wenn Er kommt, um in Gerechtigkeit zu richten. Weil die Menschen ferner „die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, damit sie errettet würden, sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrtums, dass sie der Lüge glauben, auf dass alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit“ (2Thes 2). Gott ist der Bewahrer aller Menschen, doch wenn sie Ihn und sein Erbarmen nicht haben wollen, sondern Ihn bekämpfen, so gibt es nichts für sie als die Betrügereien des Teufels und Verdammnis als das gerechte Gericht Gottes.

Im vorigen Kapitel dieser Artikelreihe erfuhren wir, dass Satan aus dem Himmel geworfen wurde (Off 12). Dieses Ereignis wird ihm anzeigen, dass seine Zeit nur noch kurz ist, und er wird wahnsinnige Anstrengungen machen, die Erde zu befestigen, um sie gegen den Samen der Frau – ihren rechtmäßigen König, den er hasst – zu behaupten. Er wird zwei Menschen finden, ehrgeizig und verwegen genug, um auf seine Vorschläge zu hören und seine Pläne auszuführen. Diese werden in Offenbarung 13 als Tiere bezeichnet, weil sie einen tierischen Charakter haben, wie es bei Menschen der Fall sein muss, die sich mit Überlegung völlig von Gott wegwenden. Der zur Verfügung stehende Raum verbietet uns den Versuch, all die Einzelheiten zu deuten, die diese beiden Männer eins mit wilden Tieren machen, doch es ist klar, dass der Erste von beiden – als das Tier bezeichnet – ein hervorragender Feldherr und Politiker sein wird, durch dessen Macht das alte Römische Reich, unter dem Jesus gekreuzigt wurde, wieder aufleben wird. Für eine kurze Zeit wird dies eine staunenerregende Weltmacht sein, die einerseits alle jene Merkmale in sich vereinigt, die an den drei vorhergegangenen Weltmächten beachtenswert waren, andererseits aber doch verschieden von allen diesen sein wird (Dan 7). Aber seine Macht oder die des Tieres wird mehr als menschlich, sie wird satanisch sein, denn wir lesen:

Off 13,2: Und der Drache gab ihm [dem Tier] seine Macht und seinen Thron und große Gewalt.

Es wird diese über jeden Stamm und Sprache und Volk ausüben (Off 13,7), und sie alle werden glauben, was es zu sein beansprucht. In ihm wird der Mensch gotteslästerlich herausgefordert, und es wird sich in den Gedanken und Seelen der Menschen den Platz anmaßen, der Gott gehört, und sie werden das Tier anbeten.

Das zweite Tier (Off 13,11-18) wird arglistiger als das erste sein. Das erste verblendet die Menschen durch seine Macht und Gewalt, das zweite betrügt sie durch seine Hinterlist (Off 13,14). Es wird als ein Lamm erscheinen – eine Nachahmung Christi –, doch wenn es seinen Mund auftut, wird sein wahrer Charakter offenbar werden, denn es wird reden wie ein Drache; es wird das Sprachrohr Satans sein. Welch ein Gegensatz zu alledem, was Christus war, der die Worte des Vaters redete und selbst in allem das war, was Er sagte. Als der Antichrist wird das Tier sich zuerst an die Juden wenden und diese werden ihn aufnehmen. Weil sie Christus, der in dem Namen seines Vaters gekommen war, verworfen haben, werden sie diesem Betrüger, der in seinem eigenen Namen kommt, zujubeln (Joh 5,43). Er wird auch als der falsche Prophet angesprochen, dies ist seine besondere Bezeichnung in der Offenbarung (Off 16,13; 19,20; 20,10), und als solcher wird er die abtrünnige Christenheit sowie die ganze Welt durch große Zeichen irreleiten. Er wird sich selbst als einen alttestamentlichen Propheten darstellen, indem er Feuer vom Himmel herabruft, und als größer als irgendein neutestamentlicher Apostel, indem er dem Bild des Tieres Leben und Sprache gibt und alle Menschen zwingen wird – wenn sie nicht dem Tod verfallen wollen –, das Bild des Tieres anzubeten. Der Sitz seiner Macht wird Jerusalem, während der Thron des Tieres in Rom sein wird, und die Beherrscher des jüdischen Volkes werden einen Bund mit dem falschen Propheten machen (Jes 28,14.15).

Doch ein Mensch, der alle Gottesfurcht von sich geworfen hat, wird einen Bund mit den Menschen nicht halten, und in Vereinigung mit dem Tier wird er den Bund brechen und das Volk schrecklich bedrücken (Dan 9,26.27). Es ist augenscheinlich, dass er ein Jude sein wird, denn die Juden würden nicht geneigt sein, ihn aufzunehmen, wenn er es nicht wäre, und dass von ihm gesagt wird: „Und auf den Gott seiner Väter wird er nicht achten“, bekräftigt dies. Er wird sich selbst über alle Götter erheben, d.h., er wird keine Religion in dem Land dulden, deren Mittelpunkt nicht er selbst ist. Auch wird er alle von Gott verordneten Einrichtungen abschaffen, denn er wird die „Sehnsucht der Frauen“ nicht achten, was sicherlich die Ehe und das häusliche Leben ist. Folgende zwei Dinge, die das Leben erträglich machen und die größten geistlichen und natürlichen Segnungen sind, werden die Gegenstände seines besonderes Hasses sein: die Anerkennung Gottes und des Familienlebens.

Diese zwei vom Teufel ausgerüsteten Menschen werden zusammengebracht in 2. Thessalonicher 2, und sie sind stets zusammen in der Offenbarung, ausgenommen in Kapitel 17, wo das Tier das Haupt der römischen Welt ist. Das Tier ist „der Mensch der Sünde“, „der Sohn des Verderbens“, und der falsche Prophet ist „der Gesetzlose“. Mit Satan, der sie mit seiner Tatkraft erfüllt, werden sie die Dreieinigkeit der Bosheit sein.

Der furchtbare Zusammenprall zwischen dieser bösen Allianz und der Macht des Lammes wird zu Harmagedon stattfinden. Die Könige der Erde und mit ihnen die ganze Welt werden versammelt sein durch die Lügen, die aus ihrem Mund hervorgehen (Off 16,13). Diese Lügen werden Fröschen verglichen – Geschöpfen des Schlamms, die im Finstern quaken. Es sind die Geister der Teufel, die die Könige zur Schlacht des großen Tages Gottes, des Allmächtigen, zusammenführen. Wir wissen sehr gut, was die Lüge sein wird, die aus dem Mund des Teufels hervorgeht. Sie wird dieselbe Macht ausüben, wie die, welche einst zu Anfang aus seinem Mund hervorging: „Ihr werdet sterben? … Ihr werdet sein wie Gott! … Fürchtet nicht das Gericht Gottes, folget mir, und ich werde euch erhöhen.“

Das war seine alte Lüge. Adam glaubte ihr, und die Menschen, geblendet durch den Teufel, glauben ihr noch heute; aber an diesem kommenden Tag werden sie ihr mit großer Begeisterung glauben und ihm folgen auf seinem Kriegszug wider Gott. Das Tier und der falsche Prophet werden diese Lüge ergänzen. Aus ihrem Mund werden die prahlerischen und gotteslästerlichen Lügen von des Menschen Größe und seine Unabhängigkeit von Gott ausgehen, so dass alles, was er noch nötig hat, nur „der Wille zur Macht“ sein wird. Nicht allein um Gott von der Erde zu vertreiben, sondern auch aus seinem Himmel; und wenn der Mensch anbeten muss, so mag er den Menschen anbeten, denn der Mensch, wie er in dem Tier gesehen wird, ist größer als Gott. Er ist dann das fertige Ergebnis seines Geschlechts in Empörung gegen Gott. „Es treten auf die Könige der Erde, und die Fürsten ratschlagen miteinander wider den HERRN und wider seinen Gesalbten. Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile. – Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet ihrer“ (Ps 2).

Off 17,13.14: Diese [die Könige] haben einen Sinn und geben ihre Macht und Gewalt dem Tier. Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden, denn er ist Herr der Herren und König der Könige, und die mit ihm sind Berufene und Auserwählte und Treue.

Der Kampf wird in Offenbarung 19 beschrieben, doch zuvor wird der enthüllt, der aus dem Himmel kommen wird, um in Gerechtigkeit zu richten und Krieg zu führen mit diesen gotteslästerlichen und wissentlich getäuschten Mengen. Welch ein Gegensatz ist Er zu diesen bösen Führern der Menschen und Satan, unter dessen Leitung sie stehen. Eine vierfältige Beschreibung wird uns von Ihm gegeben:

  • Er wird genannt „treu und wahrhaftig“.
  • „Er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt, als nur er selbst.“
  • „Sein Name ist: das Wort Gottes.“
  • Er ist „König der Könige und Herr der Herren“.

Alle diesen großen und glorreichen Titel gehören Ihm nach den Ratschlüssen Gottes, und keine Macht kann sie Ihm streitig machen. Sie waren sein, lange bevor Er in diese Welt kam, obgleich sie durch die Menschen nicht anerkannt wurden.

Er war der Wahrhaftige und Treue während seines ganzen Lebens auf Erden, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Er hatte einen Namen, den kein Mensch kannte, sondern nur Er. Selbst seine Jünger verstanden Ihn nicht. Sie sahen Ihn in seiner scheinbaren menschlichen Schwachheit, als Er auf dem Hinterteil des Schiffes auf einem Kopfkissen schlief, während der Sturm sie umtoste, und als sie Ihn infolge ihres verzweifelten Rufes aufstehen sahen und Er in der Majestät seiner göttlichen Macht den Sturm in Stille verwandelte, waren sie mit Furcht erfüllt und sagten: „Was für einer ist dieser, dass auch die Winde und der See ihm gehorchen?“ Sie kannten Ihn nicht in der Unerforschlichkeit seines göttlichen und ewigen Wesens, als den Sohn der göttlichen Dreieinigkeit und doch ein Mensch, der, voll von Gnade, unter ihnen wohnte. Der Vater allein konnte den gesegneten Namen des Sohnes erfassen.

Ferner ist Er das Wort Gottes, die volle Offenbarung dessen, was Gott ist. Er kam vor etwa zweitausend Jahren in diese Welt, um den Menschen die Liebe Gottes zu enthüllen und das unendliche Mitgefühl seines Herzens angesichts ihres Elends und ihrer Sünde zu zeigen. Er tat dies völlig und in vollkommener Segnung, und Er wird wiederkommen, um ebenso völlig zu zeigen, was Gottes gerechte Gerichte und welches der Grimm seines Zorns gegen die Sünde ist.

Endlich ist Er der König der Könige und der Herr der Herren. Die Weisen aus dem Morgenland erkannten dies an, als sie aus weiter Ferne kamen und nach dem König der Juden fragten. Sie gaben auch seine weiteren Ansprüche zu, was schließlich alle Nationen gezwungenermaßen tun werden; und wie Er selbst als Gefangener vor Kajaphas erklärte: „Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels“ (Mt 26,64).

Off 19,17-21: Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen, und er rief mit lauter Stimme und sprach zu allen Vögeln, die inmitten des Himmels fliegen: Kommet her, versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes, auf dass ihr Fleisch von Königen fresst und Fleisch von Obersten und Fleisch von Starken und Fleisch von Pferden und denen, die darauf sitzen, und Fleisch von allen, sowohl von Freien als Sklaven, sowohl von Kleinen als Großen. Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heer. Und es wurden ergriffen das Tier und der falsche Prophet, der mit ihm war, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, welche das Malzeichen des Tieres annahmen und die sein Bild anbeteten – lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. Und die Übrigen wurden getötet mit dem Schwert dessen, der auf dem Pferde saß, welches Schwert aus seinem Mund hervorging; und alle Vögel wurden von ihrem Fleische gesättigt.

So wird in feierlicher und anschaulicher Sprache das voll entwickelte Ergebnis der Lüge der alten Schlange in Eden entfaltet. Wir sehen, dass die Menschen, die dieser Lüge glauben, von Hochmut aufgeblasen sind und dem Teufel in seiner Empörung gegen Gott als seine willig Betrogenen folgen. Diese Gesetzlosigkeit ist bereits wirksam, und nur die Wahrheit wird den Menschen davor bewahren. Die Wahrheit bläht den Menschen nicht auf, sie demütigt den, der sie annimmt, sie leitet ihn zu dem Bekenntnis, dass er ein Sünder ist, und wirft ihn auf das Erbarmen Gottes. Christus wird die Gerechtigkeit aller, die dies tun, und sie werden die Heere des Himmels sein, welche ihrem Herrn folgen, wenn Er zum Sieg schreitet, auf weißen Pferden, gekleidet in weiße, reine Leinwand. Diese sind es, welche an das Lamm glauben, es lieben und anbeten, denn Er ist: König der Könige und Herr der Herren.

Vorheriger Teil


Originaltitel: „Great Contrasts in the Revelation. No. 3: A Trinity of Evil, and the King of Kings“
übersetzt aus Scripture Truth, Jg. 24, 1932, S. 121–124


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