Christus und seine Versammlung (1)
Christus und der Bau seiner Versammlung

William John Hocking

© SoundWords, online seit: 01.01.2001, aktualisiert: 04.10.2018

Leitverse: Matthäus 16,13-20; Apostelgeschichte 2,37-41.47

Mt 16,13-20: 13 Als aber Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Wer sagen die Menschen, dass [ich], der Sohn des Menschen, sei? 14 Sie aber sagten: Die einen: Johannes der Täufer; andere aber: Elia; und wieder andere: Jeremia oder sonst einer der Propheten. 15 Er spricht zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? 16 Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. 17 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Bar Jona; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist. 18 Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus ; und auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen. 19 Ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was irgend du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein. 20 Dann gebot er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Christus sei.

Einleitung

In diesem Kapitel, Matthäus 16, wird zum ersten Mal die Versammlung Christi erwähnt; sie wird sehr bestimmt und deutlich eingeführt als etwas ganz Neues in den Wegen Gottes. Ihr besonderes Wesen beruht auf der Tatsache, dass der Herr Jesus Christus von seinem irdischen Volk, zu dem Er kam, verworfen wurde. Er hatte sich selbst den Juden bekannt gemacht als der Eine, der von alters her verheißen worden war. Durch viele Wunder und Zeichen hatte Er bewiesen, dass Er der Gesandte des HERRN war, aber das Herz des irdischen Volkes Gottes kümmerte sich nicht um seinen Heiland; Er war nicht einer, der ihnen gefiel. Auch dachten sie nicht, dass Er ihnen jemals gefallen würde, und infolgedessen verwarfen sie Ihn. Es schien deshalb so, dass Gottes Ratschlüsse des Segens für diese Welt eine Niederlage erlitten hatten von denen, bei denen wir annehmen könnten, dass sie die Letzten wären, die die Werke Gottes zu ihrem Segen hemmen würden. Wenn es irgendeine Nation gab, die Gottes Gunstbezeugungen erlebt hatte, dann war es das Volk Israel; und doch waren sie diejenigen, die sich gegen den Messias stellten und Ihn verwarfen.

An diesem Punkt des Evangeliums haben wir die erste Andeutung darüber, dass Gott sich seine Pläne nicht durchkreuzen lassen würde und dass der milde und demütige Mann aus Nazareth noch etwas vorhatte in seinem Herzen, was seine Hände vollbringen würden. Wenn die nationale Versammlung Jehovas Ihn ablehnte, würde Er trotzdem seine eigene Versammlung haben; und die Versammlung, die Er bauen würde, würde unbesiegbar und unbezwinglich sein. Die feindlichen Mächte von Seiten des Menschen und der unsichtbaren Welt würden nichts erreichen gegenüber seiner Versammlung.

Aber es ist von größter Bedeutung, dass die Erklärung des Herrn Jesus hinsichtlich der Gründung seiner Versammlung in dem Augenblick des irdischen Dienstes unseres Herrn abgegeben wurde, wo es Ihm, wie auch ebenso seinem Vater im Himmel, klar war, dass Israel Ihn nicht haben wollte; und deshalb sagte Er zu Petrus: „Ich will meine Versammlung bauen.“

Darüber hinaus war diese Ankündigung verbunden mit dem Bekenntnis von der Herrlichkeit des Herrn Jesus Christus als Sohn des lebendigen Gottes. Es würde lehrreich sein, das ganze Evangelium Matthäus bis zu dieser Stelle durchzugehen, um zu sehen, wie die Feindschaft der Herzen des Volkes Gottes gegen den Herrn Jesus sozusagen von Tag zu Tag wuchs. Sein milder Dienst bewirkte in ihren Herzen kein Nachgeben. Es gab kein Erweichen, ihre Herzen wurden nur noch härter. Es steht jedoch in diesem Kapitel schon genug, um uns zu zeigen, was wirklich vorging in den Herzen dieser Personen.

Zeichenforderung

Das Kapitel beginnt mit der Tatsache, dass die Pharisäer und Sadduzäer zu dem Herrn kamen und nicht zum ersten Mal ein Zeichen vom Himmel von Ihm verlangten. Wenn man einen Augenblick darüber nachdenkt, erkennt man, welches Ausmaß an Unglauben erreicht war; denn war nicht der Herr Jesus Christus selbst Gottes ernanntes Zeichen, dass seine im Alten Testament gemachten Verheißungen erfüllt würden? Als seine Geburt auf den Fluren von Bethlehem verkündigt wurde, wie lautete da die himmlische Botschaft an die Hirten? Sie sollten zu dem Stall gehen, und der Engel sagte: „Und dies sei euch das Zeichen“ – das Zeichen des Messias entsprechend der Weissagung Jesaja an Ahas (Jes 7,14): „Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt.“ Jenes hochgelobte heilige Kind, das empfangen war von dem Heiligen Geist und geboren von der Jungfrau, war Gottes Sohn vom Himmel, und die Zeit für den verheißenen Segen war jetzt gekommen.

Der Erlöser selbst war das und der Mann, der Glauben trug in seinem Herzen, sah das in Windeln gewickelte Kind an und schaute durch seinen Glauben den Heiland. Simeon sagte: „Nun, Herr, entlässest du deinen Knecht nach deinem Worte in Frieden; denn meine Augen haben dein Heil gesehen.“ Er sah die Seite Gottes hierbei. Jahre vergingen. Der Herr Jesus wuchs zum Mann heran. Er kam herab von Nazareth, um seinen Dienst auszuüben. Der Vater sagte an den Ufern des Jordan vom Himmel herab: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe.“

Der Herr Jesus zeigte durch seine wunderbare Demut und durch die Wunder seiner Macht, dass Er Gottes Knecht war, der sie segnen sollte, indem Er sie losmachte von ihren Sünden (Apg 3,36). Er selbst war das von Jesaja geweissagte „Zeichen“. Nun kommen die Führer des Volkes zu Ihm und sagen: Gib uns ein Zeichen vom Himmel! Was bedeutete diese Forderung? Dass sie bis zu diesem Augenblick alles das, wo der Herr gezeigt hatte, wer Er war, nicht geglaubt hatten. Sie forderten noch ein Zeichen vom Himmel; und der Herr sagte ihnen, dass ihnen kein Zeichen gegeben werden würde als das Zeichen des Propheten Jona. Wie Jona aus Israel verschwand und zu den Heiden ging, so würde der Herr Jesus Christus aus dem Gesichtskreis seines natürlichen irdischen Volkes verschwinden. Er würde in den Himmel gehen; Er würde auch den Heiden das Evangelium predigen, und die Juden würden Ihn auch von jetzt an nicht mehr sehen, bis sie sprechen: „Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn.“

Es wird so in dem Kapitel gezeigt, dass der Herr Jesus verworfen wurde in den Herzen der Pharisäer und Sadduzäer. Da wirkte der zersetzende Sauerteig des Unglaubens. Ihre Lehre wurde dadurch verderbt, dass sie Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, ablehnten. Was sie das Volk lehrten, war dazu da, ihre Seelen zu vergiften und zu zerstören. Warum? Weil sie nicht an den Messias glaubten. Sie weigerten sich, den Herrn Jesus Christus anzunehmen, der zu ihnen gekommen war, auf dass sie Leben empfangen könnten.

Nun, Freunde, lasst uns niemals vergessen, dass der große Prüfstein des Dienstes der Wahrheit die Person des Herrn Jesus Christus ist. Ein Mensch, der nicht an die Herrlichkeit und Gnade unseres Herrn Jesus Christus glaubt, kann Worte sprechen, die dazu gedacht sind, euch wohlzutun und eure Seele zu erbauen, aber wenn sie etwas enthalten, was seinen heiligen Namen herabsetzt, wie tiefschürfend seine Lehre auch immer sei, wie machtvoll und leidenschaftlich sein Redefluss, wie klug und anziehend seine Meinungen seien, dann werden sie nichts als Sauerteig sein für eure Seele – ein Sauerteig, der eure Seele mit der Verderbtheit des Bösen zusammenbringt. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer.“ Sie hassten Ihn und verachteten Ihn und fassten den Entschluss, dass Er sterben müsse; sie wollten nicht, dass Er über sie herrsche.

Gedanken des Volkes

Aber da waren andere, die Ihn nicht als den Christus empfangen wollten, und der Herr redete mit seinen Jüngern und fragte sie, was die Meinung der Leute sei über Ihn. Was sagten die Menschen im Allgemeinen über Ihn? Was sagten sie über Ihn auf den Straßen und Marktplätzen? Was war die Meinung des gemeinen Volkes, derjenigen, die „ihn gerne hörten“? Sie sagten etwas über Ihn, was nicht böse war und was nicht eigentlich seinen Namen entehrte, und doch beeinträchtigten auch sie im Grunde seine Herrlichkeit. Einige sagten, Er sei Johannes der Täufer; einige, Er sei Elia, Jeremia oder einer der Propheten vielleicht; aber sie dachten offensichtlich, dass Er ein guter Mann sei, ein Mann, der ihnen einige Worte von Gott verkündigen würde.

Der Herr verurteilt hier nicht diese Lauheit, aber solche vagen Meinungen würden für seine Versammlung nicht ausreichend sein; Er nimmt diese volkstümlichen Begriffe nicht an. Der gute Same des Wortes vom Reich war gesät worden, und was hatte jene Saat hervorgebracht? Nicht die Frucht der Gerechtigkeit und Heiligkeit, der gesunden und normalen Worte, die gut von Christus redeten. Sie sagten nun: Johannes der Täufer, Elia, Jeremia oder einer der Propheten. Die Frucht war eine schlechte Frucht. Der gute Same, den Er gesät hatte, war nicht überall fruchtbar gewesen, und zwar wegen der schlechten Beschaffenheit des Bodens. Da war kein Empfang in dem Herzen des Volkes für die Person des Herrn Jesus Christus, des Christus, des Sohnes des lebendigen Gottes.

O liebe Freunde, könnt ihr nicht in diesen Fragen des Herrn diesen hochgelobten Lehrer erkennen, der von Gott gekommen ist und sich umschaut unter den Menschen; und wonach sucht Er? Nach Herzen, die Ihn lieben, Herzen, welche die Erkenntnis erfasst haben, dass Er der von Gott Gesandte ist. Und wird es sein liebendes Herz befriedigen, wenn ein Mensch von Ihm sagt, dass Er nur einer der Propheten ist? Ist Er den ganzen Weg vom Himmel gekommen, um nur das von den Menschen zu empfangen? Und schaut Er nicht auch heute in unsere Herzen hinein? Neigt sich nicht sein Herz zu uns, um von uns zu erfahren, was wir über Ihn denken? Es geht nicht darum, welche Dogmen wir verehren, es geht nicht darum, welches Glaubensbekenntnis wir sprechen, sondern welche Liebe, welche Herzensergebenheit wir Ihm entgegenbringen. Der Herr Jesus Christus steht heute da, wie Er vor alters an den Grenzen von Cäsarea Philippi stand, der verworfene Mann. Er war der von Gott Gesandte, aber der Mensch hatte kein Herz für Ihn. Und wie Er damals nach Herzen suchte, so tut Er es heute noch. Was ist eure Antwort, und was ist meine Antwort auf das Suchen des Herrn Jesus Christus?

Der Sohn des lebendigen Gottes

Der Herr wandte sich dann an seine eigenen Jünger, seine Apostel, an die, die Ihn begleitet hatten in den Tagen seines Dienstes, die – aber ach – so langsam und träge gelernt hatten, dass Er verworfen wurde. Nun stellte der Herr ihnen die Frage, damit sie mit ihrem Mund bekennen könnten, was in Bezug auf Ihn in ihren Herzen war. „Ihr aber, wer saget ihr, dass ich sei?“ Es war eine persönliche Aufforderung. Das Wort des Herrn Jesus Christus kam direkt zu ihren Herzen und rückte sie ganz Ihm gegenüber. Was haltet ihr von mir? Und Petrus antwortete. Petrus war oft mit seiner Zunge am schnellsten bei der Hand, aber hier spricht er, nicht weil er ein impulsiver Mann ist, nicht weil er seine Gefühle sozusagen auf der Zunge trug und so bereit war, sie in Worte auszudrücken; sondern er spricht aus innerer zwingender Macht heraus. Er hat eine Offenbarung empfangen von dem Vater im Himmel, was den Herrn Jesus Christus, seinen Lehrer und Meister, betrifft.

Der Herr sagt uns das; aber auch so hätten wir es nicht bezweifeln brauchen. Denn welches menschliche Herz konnte richtig die Herrlichkeit des Herrn Jesus Christus erfassen? Welche menschlichen Augen konnten auf jenen Mann der Schmerzen blicken, der Kummer genug kannte, und sagen: Das ist der Sohn Gottes – der Sohn des lebendigen Gottes? Es war nicht die Entdeckung von Fleisch und Blut. Die weisen Männer, die vornehmen Leute der Welt, alle vermochten sie solch ein Bekenntnis nicht abzulegen. Die Weisheit der Welt war in die Enge getrieben, wenn sie Jesus Christus sahen. Sie konnten nicht die Herrlichkeit des Sohnes Gottes sehen in jenem niedrigen Mann. Und ich rufe euch heute zum Glauben auf an den Herrn Jesus Christus. Der Name des Herrn Jesus Christus ist jahrhundertelang in dieser Welt verkündigt worden, und die Menschen haben irgendeine Art äußerer Verbundenheit mit jenem Namen bekannt, aber wo sind die Herzen, die absolut Christus treu sind in seiner Person und in seiner Herrlichkeit? Wer sind die, die von Grunde ihres Herzens her glauben, dass Jesus der Christus ist, der Sohn des lebendigen Gottes? Dieses Bekenntnis war nicht eine logische Ableitung, es war nicht etwas, was dem eigenen Geist oder eigenen Fühlen des Petrus entsprang, sondern es war eine absolut wahre Äußerung, die der Gelegenheit angemessen war, weil der Vater im Himmel sie dem Apostel kundgetan hatte.

Wir wissen es nicht, aber es ist keineswegs wahrscheinlich, dass Petrus am Jordan anwesend war, als die Stimme des Vaters vom Himmel kam und sprach: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Das war eine Stimme, die speziell für Johannes gedacht war, weil Johannes selbst gesagt hattet: „Der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herniederfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit dem heiligen Geiste tauft. Und ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist“ (Joh 1,33.34).

Aber die Erklärung des Petrus war eine besondere und bestimmte Offenbarung des Herrn Jesus Christus in seiner Herrlichkeit, nicht nur als der Gesandte, der Christus, der Gesalbte, sondern als der Sohn des lebendigen Gottes. Am Tag der Verwerfung ist es nötig, dass es Zeugen gibt für die außerordentliche Herrlichkeit des Herrn Jesus Christus. Und Gott findet sie immer. Er fand hier einen; Er fand Petrus und offenbarte ihm die Wahrheit über seinen Sohn. Was verborgen von Weisen und Verständigen ist, ist Unmündigen geoffenbart von dem Vater (Mt 11,25).

Und ist es nicht heute auch so? Der Geist des Antichristen ist sogar jetzt aktiv; es ist gemeinhin üblich für Leute in der Christenheit, zu leugnen, dass Jesus der Gesalbte Gottes ist, aber Menschen verleugnen auch den Vater und den Sohn. Der Geist des Irrtums, der Geist des Antichristen wirkt jetzt unter den Menschen (1Joh 2,18-22). Später, wenn die Versammlung entrückt ist, jene Behausung des Heiligen Geistes und jenes Bollwerk gegen den Geist des schmutzigen und giftigen Irrtums, wenn das Salz der Erde weg ist, dann wird sich das große Übel antichristlicher Lehre ungehindert über die Herzen der Menschen verbreiten, und wie schrecklich und entsetzlich wird der Zustand der Welt dann sein! Wie schnell wird sich das Verderben verbreiten, wenn das Salz fort ist! Lasst uns uns hüten vor irgendetwas in unseren Herzen oder Verbindungen, was die Person des Herrn Jesus herabsetzt. 

Der Herr ist das Bekenntnis wert, das Petrus gab, jener vorbildliche Kirchenmann: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes … Und lasst es mich sagen: Dieses typische Bekenntnis ist nicht etwas, was wir untereinander zu sagen aufgerufen sind. Ich könnte zu euch sagen – und ich könnte ein Betrüger sein –, ich könnte zu euch sagen: Ich glaube an den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, und in meinem betrügerischen Geist und Sinn könnte ich irgendeinen Gedanken bewahrt haben, irgendein Vorurteil, irgendeinen Vorbehalt gegen die volle Herrlichkeit des Herrn Jesus Christus, was ihr nicht merken würdet. Über das, was wir zueinander sagen, werden wir richtig gerichtet, weil uns geraten wird, einander in Worten und Taten zu richten. Aber die Feststellung des Petrus richtete sich an den Herrn Jesus Christus. Und Er wartet auf eine ähnliche Bestätigung von euch jetzt. Er wartet darauf, dass du aus eigenem Antrieb in seiner Gegenwart, während du Ihm ins Antlitz schaust, sagst: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.

Es ist eine armselige Sache, einen Glauben im Gedächtnis zu haben und das Bekenntnis unseres Glaubens zu einem bloß gedächtnismäßigen Zitieren guter Worte und netter Worte zu machen, so richtig und passend die Formeln auch sein mögen. Nein, wenn du in die Versammlung kommst, wo Christus alles in allem ist, hast du mit Ihm zu tun; du hast zu tun mit Ihm, der die Wahrheit ist, und Er verlangt die Wahrheit von dir. Er wünscht Wahrheit im Inneren. Lasst uns deshalb uns selbst prüfen, ob wir zu Ihm sagen können: O Herr, ich weiß sehr wenig, aber ich glaube tief in meinem Herzen, dass Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Dies ist der Weg, in den Augen des Herrn glückselig genannt zu werden. „Glückselig bist du, Simon, Bar Jona.“ Oh, wie gut und angenehm doch die Worte des Apostels für unseren Herrn waren, während die Leute sagten: Gib uns ein Zeichen vom Himmel! Zeig uns irgendetwas, auf das wir uns stützen können, etwas wirklich vom Himmel.

Jenes böse und ehebrecherische Geschlecht hatte den Entschluss gefasst, Ihn zu beseitigen, und ihre mörderische Absicht war offenbar vor den Augen des Herrn Jesus. Während jene, die durch die Führer gelenkt wurden, dachten, dass Er irgendein guter Mensch sei, ein Mann, ähnlich wie es sie lange Zeit vorher in der jüdischen Geschichte gegeben hatte, gibt es in Wahrheit nur einen guten Menschen, und Er ist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Und Petrus sagte: Jesus von Nazareth, Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Der Herr Jesus Christus bekam so in seinem Dienst einen neuen Auftrieb. Er hatte nicht ganz und gar vergeblich gearbeitet. Er hatte nicht seine Kraft ganz umsonst vergeudet. Hier war eine Frucht, die Ihm wohlgefällig war. Dieser Mann hatte dieses edle und wahre Bekenntnis getan vor den Ohren anderer und vor den Ohren des Herrn selbst: „Glückselig bist du, Simon Bar Jona, denn Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist.“ Ist es nicht herrlich, die Fürsorge des Vaters zu sehen, wenn ich wagen darf, das Wort zu gebrauchen, zur Herrlichkeit des Herrn Jesus Christus. „Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben“, Er kannte den Wert seines hochgelobten Sohnes, und Er sah Menschen in dieser Welt sich von jenem Sohn abwenden; und deshalb öffnete Er diesem Mann Augen, Herz und Lippen, um gläubig zu reden und die Wahrheit hinsichtlich seines Gesandten auszusprechen. Und so war Simon bei seinem Bekenntnis über Christus wahrlich ein glückseliger Mann, begnadet von Gott dem Vater.

Der neue Bau

Aber der Herr selbst hatte nun etwas zu sagen: „Aber auch ich sage dir, dass du bist Petrus; und auf diesen Felsen will ich meine Versammlung bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.“

Was war der Fels, auf den Er seine Versammlung bauen würde? „Du bist Petrus“, sagte Er. Es ist oft die Erklärung erbracht worden, dass Petrus nur ein Stein in dem Bau war, wie sein neuer Name sagt, und er konnte nicht das Fundament von festem Felsgestein sein, auf das die Versammlung gebaut werden sollte. Der Fels war die Wahrheit des Bekenntnisses, dass Christus der Sohn des lebendigen Gottes ist. Der Herr gibt jetzt Simon seinen neuen Namen, jenen geistlichen Namen, den Er ihm verliehen hatte bei seinem ersten Zusammentreffen mit ihm. Sein neuer Name war Petrus. Es ist der Name, den er trug in seiner Verbindung zum Herrn Jesus Christus. Wenn ein Mensch die Wahrheit lernt über den Herrn Jesus Christus, so betritt er eine völlig neue Welt und wird eine neue Person, und der Herr gab den neuen Namen Simon Bar Jona, um den neuen Platz zu kennzeichnen, den er als sein Bekenner eingenommen hatte, Petrus oder Kephas war von Anfang an sein neuer Name (Joh 1,42); jetzt hatte er entsprechend dem Wesen jenes Namens gesprochen.

Petrus hatte das ausgedrückt, was der Vater ihm über seinen Sohn mitgeteilt hatte, die Wahrheit über seine Person. Aber die Welt und die jüdische Nation stand abseits von dieser Offenbarung, indem sie diese Wahrheit verleugnete. Sie waren dem Herrn Jesus Christus entgegengesetzt. Sie wollten Ihn nicht haben. Er war der Stein, den die Bauleute verwarfen. Aber der Vater hatte Petrus eine ganz andere Grundlage geoffenbart, die von der Art eines festen Felsens war, etwas, was nicht durch Fluten, Ungewitter, Stürme und böse menschliche Pläne vernichtet werden konnte. Es würde fest und treu in Ewigkeit bestehen. Warum das? Alles, was mit dem alten Bund verbunden war, mit der jüdischen Nation und den irdischen Verheißungen, hatte bisher, soweit es äußerlich ersichtlich war, auf dem Menschen geruht – auf menschlichem Glauben und menschlicher Festigkeit und menschlicher Zuverlässigkeit; und bis jetzt war alles fehlgeschlagen.

Suche aus dem Alten Testament irgendetwas heraus, dem nicht Versagen aufgeprägt ist. Vom ersten Buch Mose bis Maleachi ist das ganze Zeugnis Israels ein vollständiges Versagen. Alles, was zur Probe eingesetzt wurde, brach vollständig zusammen; und die jüdische Nation, die zu ihrer einzigartigen Stellung berufen war, zu dem besonderen Zweck, den größten Anspruch des heiligen Namens Gottes, als einzige Person verehrt zu werden, zu pflegen, war in grobe Abgötterei gefallen und hatte die bevorrechtete Stellung, die Gott ihr gegeben hatte, missbraucht.

Die neue Grundlage

Aber der Herr Jesus Christus sagt hier zu Petrus: Da ist Jetzt eine neue Grundlage, ein fester Fels; und dieser Fels ist die Offenbarung des Vaters, dass Er einen gesandt hat, auf den Er sich verlassen kann; und jener eine ist der Herr Jesus Christus selbst, der Sohn des lebendigen Gottes. Alle Jünger am See Genezareth bekannten sich in einem früheren Kapitel zu Ihm als dem Sohn Gottes, und genauso tat es Martha, die Schwester von Maria und Lazarus. Diese bekannten Ihn als den Sohn Gottes, wie es der jüdische Überrest später tun wird, nachdem er im Alten Testament gelehrt wurde, dies zu bekennen (Ps 2,7); aber hier war etwas Bezeichnendes – der Sohn des lebendigen Gottes. Er hatte solch ein Leben, das keine Macht, keine lebende Gewalt auslöschen konnte. Die Pforten des Hades werden diese Grundlage nicht überwältigen, weil die Grundlage der Sohn des lebendigen Gottes ist.

Ich denke, dass ich vielleicht Dinge verkündige, die den meisten hier sehr vertraut sind, aber wenn sie auch sogar allen bekannt sein sollten, haben wir alle die volle Bedeutung dieser Wahrheit erfasst, ja wirklich erfasst? Wir lernen aus diesem Vers, dass die Versammlung Gottes, die solch eine verwirrende Erscheinung bietet, wenn wir auf ihr äußeres Zeugnis in der Welt blicken, auf dieser festen Grundlage ruht, auf Christus selbst, dem Sohn des lebendigen Gottes. Hier können wir vollkommene Befriedigung finden. Es gibt viele Leute, die fürchten, diese Arche Gottes könnte scheitern, und sie legen ihre Hände an, um sie zu stützen. Aber die Versammlung Gottes ist sicher und heil aus einem einfachen und ausreichenden Grund heraus, weil sie abhängt von dem Herrn Jesus Christus in seiner persönlichen Herrlichkeit, und nichts kann über Ihn triumphieren. So ist deine und meine Aufgabe, die wir mit jener Versammlung verbunden sind, Ihn mit unseren Herzen und unseren Lippen zu bekennen und die Wahrheit unser Handeln und unsere Verbindungen prägen lassen, dass wir Christus kennen und an Ihn glauben, den Sohn des lebendigen Gottes.

„Auf diesen Felsen“, sagt der Herr, „will ich meine Versammlung bauen.“ Er wollte es tun; es war damals noch Zukunft. Aber vorher macht Er die Ankündigung, und Er macht diese Ankündigung in Verbindungen mit der Geschichte des Evangeliums, die wir gut daran tun zu beachten. Es gibt ein Anzeichen, dass die Ereignisse in seinem Dienst zu einem entscheidenden Punkt gekommen waren; und infolgedessen sagte der Herr „Ich will meine Versammlung bauen“ zu seinem treuen Jünger, zu dem einen, der bereit war, Gefahr zu wittern, wann immer es war, und sein Schwert herauszuziehen, wenn irgendetwas gegen seinen Meister war. Auf das Bekenntnis aus dem Mund des Petrus hin wurde die Wahrheit hinsichtlich der Gründung der Versammlung klar ausgesprochen und weiterhin, dass die Pforten des Hades sie nicht überwältigen sollten.

Dieses Merkmal der Versammlung, verglichen mit Gottes irdischem Reich, ist etwas ganz Neues. Wo ist David, der Mann noch Gottes eigenem Herzen, in seiner Herrlichkeit? Sein Grab ist heute unter uns; die Pforten des Hades hatten den König überwältigt. Salomo in all seiner Herrlichkeit und Weisheit – wo ist er? Sein Grab ist auch heute unter uns, die Pforten des Hades haben ihn überwältigt. All die Großen des Alten Testamentes waren vergangen. Das Reich Israel war, wie es schien, mit seiner Herrlichkeit verschwunden; die Pforten des Grabes hatten sogar über die Gläubigen alttestamentlicher Zeiten triumphiert.

Aber was die Versammlung betrifft, so sagte der Herr, dass es dabei nicht so sein werde! Und dies aus einem sehr einfachen Grund, der später erläutert wird. Wegen der besonderen Herrlichkeit und des Segens, die auf der Versammlung Christi ruhen, wegen ihrer Grundlage auf seinen Tod und seine Auferstehung. Dieses besondere Vorrecht hängt nicht ab von der Länge unseres Lebens in dieser Welt. Es hängt nicht ab von unserem Leben, sogar für tausend Jahre und mehr. „Die Pforten des Hades“ können nichts tun, um den besonderen Segen der Versammlung Christi zu vereiteln, weil die Hoffnungen der Versammlung himmlisch sind, und der herrliche Genuss jeder Absicht, die mit der Versammlung verbunden ist, ist im Himmel, was ganz und gar außerhalb des Bereiches von Tod und Hades ist.

Christi Versammlung

So ist der himmlische Charakter der Versammlung Christi in diesem Satz im Keim vorhanden. Der Herr war im Begriff, seine Versammlung, seine ganz Ihm eigene Versammlung zu bauen. Er hatte bisher in der Gleichnissprache (Mt 8) von dem gesprochen, was Ihm zu eigen oder Ihm zugehörig war. Die Perle muss seine eigene Perle sein; Er will alles verkaufen, damit der Schatz im Acker sein ist; und die Braut, ein späteres Bild der Versammlung, sollte seine Braut sein. Hier sagt Er: „Ich will meine Versammlung bauen“, und in der Tatsache, dass Christus die Versammlung persönlich im Besitz hat, haben wir ein unaussprechlich schönes und unsere Herzen berührendes Merkmal der Versammlung. Die Versammlung Christi ist das Ziel und der Punkt, wenn ich das Wort gebrauchen darf, der Offenbarung der Gefühle Christi, der Ausübung seiner Liebe, seiner glühenden Liebe für die Versammlung. „Christus hat die Versammlung geliebt und sich selbst für sie dahingegeben.“

In der Stunde der Verwerfung wendet sich der Herr sozusagen an das, was sein sein sollte. Sein ganz allein. Sein ureigener Schatz. „Ich will meine Versammlung bauen.“ Israel mag Ihm weggenommen werden. Das irdische Erbteil mag nicht kommen, aber „Ich liebe meine Versammlung, und das Erste, was ich tun will, das erste Ziel, das ich in meine Herrlichkeit mitnehmen will, wenn die Zeit kommt, wird eine Versammlung sein, die Versammlung, die ich bauen will.“ Der Bau wurde bald begonnen. Der Bau geht noch weiter. Der Bau wird bald vollendet sein; und dann wird die Versammlung vor dem Herrn stehen in ihrer Schönheit, einer Schönheit, von der die Welt nicht träumt, eine Schönheit, die die Welt nicht achten kann, und eine Schönheit, die nur Christus kennen kann. Es ist der Bräutigam, der die Schönheit der Braut kennt. Es ist Christus, der die Schönheit der Versammlung kennen und genießen wird, und so wird es jeder um Ihn herum tun am Tag der Herrlichkeit.

„Ich will meine Versammlung bauen. Ich will auf dieser Grundlage die aufbauen, die mich bekennen; diejenigen, die sagen werden: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, wenn die Welt gegen mich ist, wenn die religiöse Welt und die bekennende Kirche gegen mich sind; diejenigen, die sich nicht schämen, mich vor den Menschen zu bekennen – sie werden meine Versammlung bilden, die für mich da sein wird und bei mir sein wird, am Tag meiner Herrlichkeit.“ Der Herr sagte auch, besonders zu Petrus im Hinblick auf das Königreich der Himmel: „Ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben“ etc. Die Verheißung sagte aus, dass ihm in irdischen Dingen Verwaltung übertragen wurde. Der Herr kommt zurück auf den Ausdruck „Reich der Himmel“, und Petrus sollte in irdischen Dingen binden und lösen. Wir finden in der Apostelgeschichte, dass er es so wirklich persönlich tat in Jerusalem und Cäsarea.

Pfingstlicher Bau

Apg 2,37-42.47: Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus aber spricht zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele irgend der Herr, unser Gott, herzurufen wird. Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie, indem er sagte: Lasst euch retten von diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort aufnahmen, wurden getauft; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan. … lobten Gott und hatten Gunst bei dem ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich hinzu, die gerettet werden sollten.

Lasst uns nun ganz kurz einen Blick werfen auf die aus der Apostelgeschichte verlesenen Verse. Dort sehen wir, dass der Herr zum Himmel aufgefahren war und dass Er hernach den Helligen Geist herabgesandt hatte. Es war in Jerusalem durch Dinge, die Menschen sahen und hörten, bekannt, dass diese geistliche Heimsuchung Gottes stattgefunden hatte. Der Heilige Geist selbst war gekommen und Menschen redeten durch seine Kraft, und Menschen wussten, dass es die Kraft des Heiligen Geistes war, nicht wegen des Brausens eines daherfahrenden gewaltigen Windes, das sie vernahmen, nicht weil sie Zungen wie von Feuer auf diesem und jenem sitzen sahen, sondern sie wussten, dass der Heilige Geist zu ihnen redete, weil die Worte des Petrus ihre Herzen und ihre Gewissen berührten und sie fühlen ließen, dass sie schuldige Menschen waren.

Und wer konnte den menschlichen Willen zerbrechen, der sich so hartnäckig festgesetzt hatte, dem Herrn Jesus Christus zu widerstehen und Ihn zu kreuzigen und zu töten? Es gab nur eine Kraft. Das war die Kraft des Heiligen Geistes. Sie kam wie ein Feuer und brachte sozusagen die eisernen Schranken des Unglaubens zum Schmelzen, die sich gegen unseren Herrn Jesus Christus erhoben hatten; und Menschen fühlten, dass es wirklich wahr war, dass Jesus Christus, den sie gekreuzigt hatten, jetzt erhöht war zur Rechten Gottes. Er war da im Himmel, und diese Sache in Jerusalem war sein Handeln durch den Heiligen Geist. Es war zuerst eine begrenzte Zahl, die die Gabe des Heiligen Geistes empfing, aber Petrus sprach in den Tempelvorhöfen, und seine Worte hatten eine Wirkung. Viele glaubten und wurden getauft auf den Namen Jesu Christi; und sie wurden aus dem „verkehrten Geschlecht“ herausgebracht; und das Ergebnis seiner Predigt war, dass dreitausend Seelen an jenem Tag der kleinen Gruppe von Gläubigen hinzugetan wurden. Der Herr baute seine Versammlung, wie Er zu Petrus gesagt hatte, dass Er es tun würde.

Man findet keine Parallele dazu in der früheren Geschichte Jerusalems. Man findet nicht ein plötzliches Hinzukommen von Tausenden zu der Nation Israel. Da war nichts dem gleich, dass es aus dem Rahmen des irdischen Volkes herausging und eine Gruppe von Fremden in ihre Mitte gebracht wurde. Aber die allererste Handlung des Heiligen Geistes war, in den Herzen der Menschen zu wirken, und dreitausend – ein Vielfaches der Zahl der ursprünglichen Gruppe – wurden ihrer Zahl hinzugetan. Dieses Hinzutun war nicht bewirkt durch die frappierende Beredsamkeit des Petrus oder irgendetwas besonders Machtvolles oder Attraktives an der Gruppe der Bekenner des Herrn Jesus; es war einzig und allein bewirkt durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Der Herr Jesus Christus, der erhöhte Christus, der Sohn des lebendigen Gottes hatte den Heiligen Geist herabgesandt, und der Herr selbst wirkte durch diesen Geist dort in Jerusalem, wo Er gekreuzigt worden war, und Er rief aus den Massen seiner Verräter und Mörder sich diejenigen heraus, die seine Versammlung bilden sollten. Oh, welche Gnade von Ihm! Welche Liebe! Wir sehen, liebe Freunde, sozusagen wieder jene Tränen, als Er auf die schuldbeladene Stadt schaute und sagte: „Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!“ Hier versammelt der Herr dreitausend durch die Kraft seines Heiligen Geistes zu jener neuen Versammlung, die Er bildete. Das Werk sollte dort anfangen durch die Predigt von Buße und Vergebung der Sünden (Lk 24,47), denn dies war die Art, wie Er begann, die neue Behausung Gottes durch den Geist zu bauen.

Wir haben hier das bestimmte Wort „Versammlung“ (church) nicht in diesem Kapitel, außer in unserer Authorised Version. Diese Bezeichnung sollte nicht dort stehen, sondern das Wort taucht erst später auf (Apg 5,11). Was wir hier finden, ist, dass diese Leute, die bekehrt und getauft wurden, zusammengebracht wurden. Sie bildeten eine neue Gruppe und waren deshalb völlig getrennt von allen anderen in Jerusalem. Das Merkmal, das sie auszeichnete, war Treue und Ergebenheit gegenüber Christus, der in Jerusalem gekreuzigt worden war und der jetzt in Herrlichkeit erhöht war. Sie wurden ein Teil der Versammlung. Sie wurden auferbaut zu jenem geistlichen Bau in dieser Welt, über den der Herr noch sein Auge hält und den Er noch baut. Er ist der Werkmeister; Er ist der Architekt, der Planer; aber Er ist der große Werkmeister, der niemals ruht. Seine Jünger gingen aus und predigten überall, aber der Herr wirkte mit (Mk 16,20). Und hier am Ende des Kapitels lesen wir, dass der Herr täglich hinzutat, die gerettet werden sollten.

Noch im Bau

Liebe Freunde, dieses Werk dauert noch an. Die Versammlung wird gebildet, aber das große Geheimnis, das wir festhalten müssen, ist, dass es der Herr ist, der da baut. Es ist sein Werk. Da ist keine menschliche Macht fähig, das zu tun; kein begabter Prediger kann Personen in jene Versammlung hineinbringen. Es ist des Herrn eigenes Werk. Er ruft, denn die Versammlung setzt sich, wie das ursprüngliche Wort ecclesia sagt, aus den „Herausgerufenen“ zusammen. Seine Stimme erreicht diesen und jenen; da ist eine Antwort, und sie kommen, nicht nur zu Ihm, sondern auch zueinander. Sie werden in eine neue Gemeinschaft gebracht, eine neue Vereinigung, die lebendige Verbindung hat mit dem Sohn des lebendigen Gottes. Schätzest und achtest du diese Wahrheit? Oh, wenn wir nur wirklich das ergreifen könnten als etwas, was so unerschütterlich wahr ist, das nichts es ändern kann. Keine Macht des Irrtums oder Betruges kann zerstören, was der Herr tut. Wenn einer in seine Versammlung in dieser Welt hineingebracht wird, wird dieser in seiner Versammlung in der Herrlichkeit sein, er wird die Liebe und Herrlichkeit Christi teilen an dem Tag, wenn Er nicht mehr der Verworfene ist, sondern in seiner Majestät und Macht kommt, wenn Er kommt, um bewundert zu werden, bewundert bei denen, die glauben. Dann, wenn wir bei Ihm sind an jenem Tag offenbarter Herrlichkeit, wenn wir als Teil der Versammlung jene Herrlichkeit bewusst erleben, werden wir spüren, dass es seine Herrlichkeit ist. Wir werden sagen: „Nicht uns, Jehova, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre.“ Wie gut wäre es, wenn wir lernen könnten, das jetzt zu sprechen! Es ist im Grunde das Bekenntnis der Versammlung. „Du bist der Christus. der Sohn des lebendigen Gottes.“ Gib Ihm also diese Ehre! Weil Er der Christus ist, der Sohn des lebendigen Gottes, können wir Ihm kein höheres Lob erteilen als dieses. Er ist der eine Hervorragende, und sicherlich sagen wir das gerne so, hier in dieser Welt, wo Er verstoßen wird. Unsere Nachbarn, unsere Freunde, manchmal sogar unsere liebsten Freunde, verwunden uns, weil sie Ihn nicht anerkennen wollen. Ach!, sie verachten den Einen, den wir lieben und anbeten. 

Wir müssen unserem abwesenden Herrn treu bleiben. Lasst uns aufpassen, dass unsere trügerischen Herzen nicht irgendetwas aufrichten als Götzenbild anstelle des Christus, des Sohnes des lebendigen Gottes. So können wir mit des Herrn Hilfe Ihm treu bleiben, der das Haupt seines Leibes, der Versammlung, ist.

Nächster Teil


Erster Vortrag „Christ and the Building of His Church“ aus der Vortragsreihe Christ and His Church,
gehalten 1929 in Wildfell Hall, Catford, London


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