Ein Wort an gläubige Eltern
Epheser 6,4

unbekannt

© CSV, online seit: 10.08.2018

Leitvers: Epheser 6,4

Eph 6,4: Zieht eure Kinder auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn.

Dieses Wort der Heiligen Schrift verdient unsere ganz besondere Beachtung. Es ist nicht genug damit, für unsere Kinder zu beten, dass sie sich bekehren und errettet werden. Es genügt auch nicht, mit ihnen vom Heiland zu reden und dann sich zu freuen, wenn sie bekennen, an Ihn zu glauben. Nein, es ist auch so sehr nötig, darum zu beten, dass unsere an den Herrn Jesus gläubig gewordenen Kinder recht nahe bei Ihm bleiben, und es ist unsere Pflicht, unseren Kindern ein Vorbild zu sein in einem Leben mit dem Herrn.

Unsere Aufgabe als Gläubige ist es, unsere Kinder für den Herrn zu erziehen. Also nicht für die Welt und ihre Eitelkeit, nicht für ein Leben des Genusses und der Annehmlichkeiten. Wie viel mehr muss uns das ein ernstes Anliegen sein, wenn unsere Kinder errettet sind. Diese jungen Seelen haben Nahrung nötig. Sie sind „Lämmlein“. Und zu Petrus sagte der Herr: „Weide meine Lämmlein!“ [Joh 21,15], nicht: „Hüte meine Lämmlein!“ Diese Aufforderung wird an ihn im Blick auf die „Schafe“ gerichtet. Diese müssen geweidet und gehütet werden. Im Blick auf die Lämmlein aber ist nur die Rede vom Weiden. Warum wohl? Bei den Lämmlein kommt es vor allem auf gute Nahrung an; denn sie müssen ja noch wachsen.

Finden wohl unsere Kinder, die Lämmlein der Herde sind, rechte Nahrung in unseren Häusern? Oder hören sie uns nur sprechen über die Dinge dieser Welt, über die Sorgen und allerlei Dinge des täglichen Lebens? Das Kind stellt natürlich im Blick auf unsere Gespräche keine besonderen Anforderungen. Aber wenn es nichts anderes von uns hört, als dass wir uns über die Dinge dieser Welt und des täglichen Lebens unterhalten, dann kommt es natürlich auf den Gedanken, dass dies für uns das Wichtigste sei. Es lernt frühe, Interesse gewinnen für die Dinge dieser Welt.

Wie ganz anders aber, wenn wir beispielsweise je und dann mit unseren Kindern ein geistliches Lied singen, wenn wir uns in ihrer Gegenwart von dem Herrn Jesus unterhalten, wie Er Seelen errettet hat und wie Kranke und Niedergebeugte durch Ihn getröstet worden sind. Und vor allem ist es wichtig, dass die Kinder frühe sehen, wie ihren Eltern das Leben für den Herrn und der Dienst für Ihn über alles andere geht. Wie nötig ist es auch, wenn die Kinder dazu angehalten werden, auf einander Rücksicht zu nehmen, bereit zu sein, zugunsten des andern zu verzichten und Opfer zu bringen; wenn sie es lernen, an die Eltern zu denken und auch anderen Menschen dienstbereit und gefällig zu sein. Ein Kind ahmt gerne nach. Das liegt in seinem Wesen. Wie herrlich ist es dann, wenn unsere Kinder in ihrer täglichen Umgebung an uns Vorbilder zum Guten finden.

„Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen!“ (Kol 3,16). Ja, Gottes Wort muss in unsern Häusern wertgeschätzt und hochgehalten werden. Gegenseitige Auferbauung und ein herzlicher Umgang unter allen Hausgenossen muss bei uns gefunden werden. Ein Zunehmen in der Erkenntnis, geistliches Wachstum auch in der Ermahnung des Herrn sollte uns allen Herzensanliegen für unsere Häuser sein.


Wenn du dich täglich ziehen lassest vom Herrn, so lassen sich deine Kinder auch besser ziehen von dir.


Originaltitel: „Ein Wort an gläubige Eltern“
aus Ermunterung & Ermahnung, 1960, S. 107ff.


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...