Die moralische Herrlichkeit des Herrn Jesus (3)
Als Abgesonderter von der Welt

John Gifford Bellett

© SoundWords, online seit: 02.01.2006, aktualisiert: 01.08.2016

Leitverse: Johannes 7

Der Herr Jesus gab in seiner Person selbst eine treffende Erläuterung der oft zitierten Worte „in der Welt, aber nicht von der Welt“, ein Ausdruck, der ohne Zweifel den Worten des Herrn entlehnt ist:

Joh 17,15.16: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich nicht von der Welt bin.

Er war die lebendige Offenbarung dieses Zustandes während seines ganzen Lebens auf der Erde. Denn Er war stets in der Welt und wirkte inmitten ihrer Unwissenheit und ihres Glaubens. Niemals aber war Er von der Welt.
Das heißt,

  • Er teilte nie ihre Erwartungen und ihre Pläne
  • noch richtete Er sein Verhalten nach ihren Ideen.

Jedoch zeigt Er sich in Johannes 7, wie ich glaube, in ganz besonderer Weise in diesem Charakter:

Joh 7,2-44: Es war aber nahe das Fest der Juden, die Laubhütten. Es sprachen nun seine Brüder zu ihm: Ziehe von hinnen und geh nach Judäa, auf dass auch deine Jünger deine Werke sehen, die du tust; denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht dabei selbst öffentlich bekannt zu sein. Wenn du diese Dinge tust, so zeige dich der Welt; denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist stets bereit. Die Welt kann euch nicht hassen; mich aber hasst sie, weil ich von ihr zeuge, dass ihre Werke böse sind. Gehet ihr hinauf zu diesem Fest; ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. Nachdem er dies zu ihnen gesagt hatte, blieb er in Galiläa. Als aber seine Brüder hinaufgegangen waren, da ging auch er hinauf zu dem Fest, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen. … Als es aber schon um die Mitte des Festes war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Da verwunderten sich die Juden und sagten: Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit, da er doch nicht gelernt hat? Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede. Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, dieser ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm. … Jesus nun rief im Tempel, lehrte und sprach: Ihr kennt mich und wisst auch, woher ich bin; und ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, welchen ihr nicht kennt. … An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geist, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

Es war die Zeit des Laubhüttenfestes,

  • die Krone der Freudentage in Israel,
  • der Vorgeschmack des kommenden Reiches,
  • die Zeit der Einsammlung der Ernte,
  • wobei sich das Volk nur daran zu erinnern hatte, dass es ehemals in der Wüste umherirrte und in Zelten wohnte.

Die Brüder des Herrn drängten Ihn, eine Gelegenheit nicht unbenutzt vorübergehen zu lassen, wo „alle Welt“, wie wir sagen würden, in Jerusalem versammelt war. Sie wünschten, dass Er sich hervortun und sich, wie wir uns ausdrücken, als „ein Mann der Welt“ zeigen möchte. „Wenn du“, sagen sie, „diese Dinge tust, so zeige dich der Welt.“ Doch Jesus weigert sich, ihrem Wunsch zu folgen. Für Ihn war die Zeit, das Laubhüttenfest zu feiern, noch nicht gekommen. Er wird einmal, wenn sein Tag angebrochen sein wird, sein Reich übernehmen. Dann wird Er groß sein und seine Herrschaft wird sich ausbreiten bis zu den Enden der Erde. Aber jetzt führte sein Weg zum Altar und nicht zum Thron. Er will nicht auf das Fest gehen, um von dem Fest zu sein, obwohl Er sich an dem Ort, wo das Fest abgehalten wird, auch einfindet. Und darum sehen wir Ihn auch, sobald Er in Jerusalem angekommen ist, als Diener, nicht aber in seiner Würde auftreten. Auch verrichtet Er kein Wunder, wie es seine Brüder gewünscht hatten, um dadurch die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu lenken. Er belehrt allerdings andere und verbirgt sich selbst hinter den Worten: „Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat.“ Wie bemerkenswert und charakteristisch ist das alles! Es war etwas von der Herrlichkeit Jesu, des vollkommenen Menschen, in seinem Verhältnis zur Welt.

Er war

  1. ein Sieger,
  2. ein Mann der Schmerzen und
  3. ein Wohltäter in der Welt;

aber Er war nicht von der Welt.

Er war alles drei gleichzeitig. Welch eine moralische Herrlichkeit strahlt uns aus dieser Zusammenfügung entgegen!

  1. Die Welt, die Er mit all ihren Versuchungen, Reizen und Anerbietungen ausschlug, diente nur dazu, Ihn zu einem Sieger zu machen!
  2. Das Verderben und der Hass der Welt machte aus Ihm einen Mann der Schmerzen, indem Er litt von Seiten der Welt, weil Er für Gott gegen den Lauf und den Geist der Welt Zeugnis ablegte.
  3. Das Elend der Welt machte aus Ihm einen Wohltäter, der seine Segnungen über die Welt ausschüttete, indem Er beständig seine Liebe und seine Macht walten ließ und Böses mit Gutem vergalt.

Welch eine Reihe von moralischen Herrlichkeiten findet sich hier miteinander vereinigt!

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Aus The Moral Glory of the Lord Jesus Christ


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