Zwei Gefahren bei der Schriftauslegung

John Gifford Bellett

© SoundWords, online seit: 19.07.2002, aktualisiert: 02.08.2016

Anmerkung der Redaktion
Bei der Auslegung der Heiligen Schrift können wir immer wieder beobachten, dass man in zwei verschiedene Extreme verfallen kann. Auf der einen Seite besteht die Gefahr, dass man am Buchstaben klebt, und auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass man über die Schrift hinausgeht und Dinge sehen will, die dort einfach nicht stehen. Diese Gefahren erkannte auch der geschätzte Bibelausleger J.G. Bellett.

Genauso wie man die Einbildungskraft einiger Leute beim meditativen Betrachten der Schrift überwachen muss, so gilt das in gleicher Weise für die scheinbar wörtliche oder exakte Methode von anderen. Es war ein Irrtum von zu viel Genauigkeit der Auslegung, zu sagen: „Wie kann dieser Mann uns sein Fleisch zu essen geben?“, weil Jesus von dem Essen seines Fleisches und dem Trinken seines Blutes geredet hatte; und es war ein Irrtum von zu viel Freiheit bei der Auslegung, zu sagen: „Dieser Jünger wird nicht sterben“, weil Jesus gesagt hatte: „Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?“


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