Die moralische Herrlichkeit des Herrn Jesus (22)
Ihre Anerkennung von Gott

John Gifford Bellett

© SoundWords, online seit: 18.10.2008, aktualisiert: 17.12.2018

Gottes Freude an Christus

Der Herr Jesus hat den Menschen vor Gott so dargestellt, wie er sein sollte; und Gott ruhte in Ihm. Diese Vollkommenheit des Menschen Christus Jesus und seine Aufnahme vor Gott werden uns vorbildlich in dem Speisopfer gezeigt, in dem Opfer von Feinmehl und Öl und Weihrauch, gebacken in der Pfanne oder im Ofen (3Mo 2). Während der Herr Jesus auf der Erde war und sich so vor Gott als Mensch offenbarte, drückte Gott beständig sein Wohlgefallen an Ihm aus. Jesus wuchs auf vor dem Auge Gottes in seiner menschlichen Natur und in der Entwicklung aller menschlichen Tugenden. Er brauchte keine Empfehlung bei Gott, wie irgendein anderer vielleicht gebraucht hätte. In welchem Augenblick es auch sein mochte, Er war in seiner Person selbst, gerade so wie Er war, seine eigene Empfehlung. In seinen Wegen und in seiner Person wurde der Mensch moralisch verherrlicht, so dass Er, als sein Lauf vollendet war, geradewegs zu Gott gehen konnte, so wie einst die „Garbe der Erstlinge der Ernte“ unmittelbar, so wie sie war, vom Feld genommen und, ohne irgendwelcher Vorbereitung unterworfen werden zu müssen, zu Gott gebracht und von Ihm angenommen wurde.

Der Anspruch der moralischen Herrlichkeit auf amtliche Verherrlichung

Der Rechtstitel Jesu auf die Herrlichkeit war ein moralischer Titel. Er besaß das Recht, verherrlicht zu werden. Dieses Recht lag in Ihm selbst. In Johannes 13,31.32 wird diese Wahrheit an dem ihr gebührenden Platz klar vorgestellt. „Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht“, sagt der Herr in dem Augenblick, als Judas den Tisch verlassen hatte; denn diese Handlung des Judas war der sichere Vorläufer seiner Gefangennahme durch die Juden, so wie die Gefangennahme der sichere Vorläufer seiner Verurteilung zum Tode durch die Heiden war. Das Kreuz war die Fülle und Vollendung aller moralischen Herrlichkeit in Ihm; deshalb sagt Er gerade in diesem Augenblick: „Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht“, und fügt dann hinzu: „… und Gott ist verherrlicht in ihm.“

Gott war damals ebenso vollkommen verherrlicht wie Jesus selbst, obwohl die Herrlichkeit eine ganz verschiedene war. Der Sohn des Menschen war verherrlicht, indem Er die sittliche Schönheit, die während seines ganzen Lebens aus Ihm hervorgestrahlt war, in ihrer ganzen Vollendung darstellte. Kein Strahl dieser Herrlichkeit durfte in jener Stunde fehlen, ebenso wenig wie von Anfang an irgendetwas, was ihrer unwürdig gewesen wäre, mit ihr vermengt worden wäre. Die Stunde war angebrochen, in welcher der letzte Strahl dieser Herrlichkeit hervorleuchten sollte, um ihren Glanz zu vollenden.

Aber auch Gott wurde verherrlicht, weil alles, was von Ihm war, aufrechterhalten oder entfaltet wurde. Seine Rechte wurden aufrechterhalten, seine Güte entfaltet, Gnade und Wahrheit, Gerechtigkeit und Friede wurden aufrechterhalten und befriedigt. Gottes Wahrheit, Heiligkeit, Liebe, Majestät und Herrlichkeit, mit einem Wort, alles was Er ist, wurde in einer Weise und in einem Licht offenbart und verherrlicht, wie es durch nichts anderes hätte geschehen können. Das Kreuz ist, wie jemand gesagt hat, das moralische Wunder des Weltalls. Doch der Herr fügt hinzu: „Wenn Gott verherrlicht ist in ihm, wird auch Gott ihn verherrlichen in sich selbst, und sogleich wird er ihn verherrlichen“ (Joh 13,32). Jesus bestätigt hier sein Recht auf die persönliche Herrlichkeit. Er hatte bereits das ganze Bild der moralischen Herrlichkeit während seines Lebens und in seinem Tode vollendet. Auch hatte Er, wie wir gesehen haben, die Herrlichkeit Gottes behauptet und aufrechterhalten. Dass Er jetzt in seine eigene persönliche Herrlichkeit einging, war daher nur eine gerechte Sache, und dieses Rechtes hat sich Jesus bedient, als Er seinen Platz im Himmel, zur Rechten der Majestät, bei Gott selbst einnahm, und zwar „sogleich“ einnahm.

Das Werk Gottes, des Schöpfers, war sehr bald unter der Hand des Menschen verunreinigt worden. Der Mensch hatte sich selbst verderbt, so dass geschrieben steht: „Und es reute den Herrn, dass er den Menschen gemacht hatte auf der Erde“ (1Mo 6,6). Welch ein schrecklicher Wechsel in den Gedanken Gottes seit jenem Tag, da „Gott alles sah, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“! Aber in dem Herrn Jesus fand Gott wieder sein Wohlgefallen an dem Menschen. Welch eine Segnung, um so größer und herrlicher, dürfen wir sagen, wegen der Reue, die Gott einmal empfunden hatte. Es war mehr als ein erster Genuss; es war eine Wiederherstellung nach Verlust und Enttäuschung, und zwar eine Wiederherstellung, die das Verlorene bei Weitem übertraf. Und wie der erste Mensch, wenn ich mich so ausdrücken darf, zufolge seiner Sünde außerhalb der Schöpfung seinen Platz fand, so wurde der zweite Mensch (der zugleich der „Herr vom Himmel“ war), nachdem Er Gott verherrlicht hatte, als das Haupt der Schöpfung – als der „Anfang der Schöpfung Gottes“, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt. Jesus ist ein verherrlichter Mensch im Himmel, weil Gott auf der Erde in Ihm, dem gehorsamen Menschen, im Leben und im Tode verherrlicht worden ist. Wohl ist Er, wie wir wissen, noch in anderen Charakteren im Himmel: Er ist dort

  • als ein Überwinder,
  • als ein Wartender,
  • als der große Hohepriester in der Hütte, welche Gott aufgerichtet hat,
  • als unser Vorläufer und
  • als der, der die Reinigung unserer Sünden vollbracht hat
  • usw.

Aber Er ist dort in den himmlischen Örtern auch verherrlicht, weil Er Gott hier auf Erden verherrlicht hat.

Leben und Herrlichkeit gehören also dem Herrn Jesus kraft eines persönlichen und moralischen Anrechts. Es ist erquickend, bei dieser Wahrheit zu verweilen und sie immer von neuem zu wiederholen. Jesus hat niemals den Garten Eden verloren. Zwar wandelte Er alle seine Tage außerhalb Edens, inmitten der Dornen und Disteln, der Mühsale und Entbehrungen einer verderbten Welt; aber Er tat es in Gnade. Er versetzte sich freiwillig in diese Lage, aber Er war ihr nicht unterworfen. Er war nicht, wie Adam und wie wir alle es sind, durch die Cherubim und durch das flammende Schwert von dem Baum des Lebens und dem Paradies getrennt. In seiner Geschichte sehen wir, dass die Engel, statt Ihn außerhalb des Gartens von dem Eingang fernzuhalten, zu Ihm kommen und Ihm dienen, nachdem Er die Versuchung bestanden hat; denn Er hielt da stand, wo Adam wankend wurde und fiel. Obwohl daher Jesus wirklich und wesentlich Mensch war, so war Er doch dieser besondere „vollkommene Mensch“. Gott wurde in Ihm verherrlicht, wie Er durch alles außer Ihm getäuscht und verunehrt worden war.

Wie wir Menschen auf die moralische Herrlichkeit reagieren

In einem Sinn ist diese Vollkommenheit des Sohnes des Menschen, diese moralische Vollkommenheit, ganz für uns. Sie verleiht dem Blut, das unsere Sünden sühnt, seine Kostbarkeit. Sie ist wie jene Wolke von Weihrauch, die am Versöhnungstage zugleich mit dem Blut in die Gegenwart Gottes kam (3Mo 16,13).

In einem anderen Sinn aber ist diese Vollkommenheit zu groß für uns:

  • Sie ist so erhaben, dass wir sie nie erreichen können.
  • Sie überwältigt uns, insoweit wir sie betrachten in der Erinnerung daran, was wir in uns sind.
  • Und sie erfüllt uns mit Bewunderung, insoweit wir sie als den Ausdruck dessen betrachten, was Er ist.

Die persönliche richterliche Herrlichkeit Gottes, wie sie in früheren Zeiten erschien, war überwältigend. Selbst die am meisten Begünstigten unter den Menschen, wie Jesaja, Hesekiel oder Daniel, konnten ihren Glanz nicht ertragen; auch Petrus und Johannes machten die gleiche Erfahrung. Und so ist auch diese moralische Herrlichkeit, wenn sie in derselben Weise uns bloßstellt, überwältigend. Nur der Glaube fühlt sich in ihrer Gegenwart zu Hause. Der Gott dieser Welt verblendet die Sinne, damit man jene Herrlichkeit nicht begreife noch sich ihrer erfreue, während der Glaube sie mit Freuden begrüßt. Das ist die Geschichte der Herrlichkeit hier auf der Erde unter den Menschen. In ihrer Gegenwart fordern die Pharisäer und Sadduzäer gemeinschaftlich ein Zeichen vom Himmel. Die Mutter und die Brüder Jesu verstehen sie auch nicht und deuten sie völlig falsch. Seine Mutter aus Eigenliebe, seine Brüder aus Weltlichkeit. Und selbst die Jünger werden beständig durch sie bestraft.

Das „zerstoßene Olivenöl“, das dieses Licht nährte, war für alle zu rein; aber es brannte beständig im Heiligtum„vor dem Angesicht des Herrn“. In der Synagoge zu Nazareth (Lk 4) sehen wir, wie wenig der Mensch bereit ist, dieses Licht aufzunehmen. Alle erkannten die gnadenreichen Worte, die den Lippen des Herrn entströmten, und fühlten deren Kraft; aber bald drängte sich ein mächtiger Strom des natürlichen Verderbens dazwischen, widerstand dieser Bewegung in den Herzen und trug den Sieg davon. Der demütige, selbstlose Zeuge Gottes trat inmitten einer hochmütigen, rebellischen Welt ans Licht; aber das gefiel ihr nicht. Mag der „Sohn Israels“ auch gütige und trostreiche Worte reden, man verweigert Ihm dennoch die Aufnahme, Er ist der Sohn eines Zimmermanns (Lk 4).

Welch ein erstaunliches Zeugnis von der tiefen Verderbtheit unserer Herzen! Der Mensch hat seine liebenswürdigen Eigenschaften, seine Tugenden, seinen guten Geschmack, seine zarten Gefühle, wie wir dies bei jener Szene zu Nazareth gewahren. Die gnadenreichen Worte Jesu rufen für einen Augenblick mancherlei gute Gefühle wach; aber was galten sie und wo blieben sie, als Gott sie auf die Probe stellte? Ach, trotz unserer Liebenswürdigkeit, trotz des Ansehens, das wir genießen mögen, trotz unserer guten Neigungen und zarten Gefühle sind und bleiben wir zu dem Bekenntnis gezwungen: „Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt“ (Röm 7,18).

Die moralische Herrlichkeit Christi weckt Vertrauen

Doch, ich wiederhole, der Glaube fühlt sich bei Jesus zu Hause:

  • Könnten wir, möchte ich sagen, gegen einen solchen Herrn argwöhnisch sein oder Ihn fürchten?
  • Könnten wir irgendeinem Zweifel im Blick auf Ihn Raum geben?
  • Könnten wir uns fernhalten von Ihm, der am Jakobsbrunnen sich mit der Frau von Sichar unterhielt? Hielt sie sich etwa fern von Ihm? Wirklich, wir sollten einen innigen, vertrauten Umgang mit Jesus haben.

Die Jünger, die immer um Ihn waren, mussten ihre Lektionen stets aufs Neue lernen. Und auch wir wissen etwas davon zu sagen. Sie hatten immer von neuem die Entdeckung zu machen, was Christus war, statt sich dessen zu erfreuen, was sie bereits von Ihm kennengelernt hatten. In Matthäus 14 mussten sie ausrufen: „Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn“!, das hieß aufs Neue entdecken, was Jesus war. Wäre ihr Glaube einfältig gewesen, so würden sie sich im Schiff ruhig neben Ihm zum Schlummer niedergelegt haben (Mk 4). Welch eine Szene war es, zu ihrer Beschämung und zu seiner Ehre! Sie hatten den Herrn in verletzendem, vorwurfsvollem Ton angesprochen, als wäre Er gleichgültig gegenüber der Gefahr, in der sie schwebten. „Lehrer, liegt dir nichts daran, dass wir umkommen?“, rufen sie Ihm zu. Er erwacht und beseitigt alsbald die Ursache ihrer Angst. Dann aber tadelt Er sie, jedoch nicht wegen des Unrechts, das sie Ihm durch ihre harten Worte angetan hatten, sondern wegen ihres Kleinglaubens.

Wie vollkommen ist das alles! Wahrlich, alles in Jesu ist vollkommen; alles ist an seinem Platz: die menschlichen Tugenden, die Früchte der Salbung, die Ihm zuteilgeworden war, und seine göttliche Herrlichkeit. In seiner Person sind die beiden Naturen nicht miteinander vermengt, sondern der Glanz der göttlichen Natur ist gemildert und das Gewöhnliche in der menschlichen Natur ist erhöht. Nichts Ähnliches wird und kann in der ganzen Schöpfung gefunden werden. Und dennoch war das Menschliche in Jesus wirklich menschlich und das Göttliche wirklich göttlich:

  • Er schlief im Schiff: Er war Mensch;
  • Er brachte Wind und Wellen zum Schweigen: Er war Gott.

Die moralische Herrlichkeit hat Vorrang vor der amtlichen Herrlichkeit

Diese moralische Herrlichkeit muss hervorstrahlen, und bis dies erfüllt ist, müssen andere Herrlichkeiten in den Hintergrund treten. Die Griechen, die nach Jerusalem gekommen waren, um auf dem Fest anzubeten, fragen nach Jesu und wünschen Ihn zu sehen (Joh 12). Dies erinnerte an das Reich oder an die Entfaltung der königlichen Herrlichkeit des Messias; es war eine vorbildliche Darstellung des Tages, an dem die Nationen in die Stadt der Juden kommen werden, um Festfeier zu halten, und wenn Christus, als König in Zion, Herr über alles und Gott der ganzen Erde sein wird.

Aber es gab ein tieferes Geheimnis als das; und es bedarf einer richtigeren Erkenntnis der Wege Gottes, als einfach das Reich zu erwarten. Diese Erkenntnis mangelte den Pharisäern (Lk 17), als sie die Frage an den Herrn richteten, wann das Reich Gottes kommen würde. Jesus hatte daher mit ihnen von einem anderen Reich zu reden, das sie nicht erwarteten und nicht schätzten, von einem Königreich in ihrer Mitte, einem gegenwärtigen Reich, in das man eingehen musste, bevor das in Herrlichkeit offenbarte Reich erscheinen konnte. Auch den Jüngern fehlte diese Erkenntnis, als sie den Herrn in Apostelgeschichte 1 fragten: „Herr, stellst du in dieser Zeit dem Israel das Reich wieder her?“, und auch sie mussten an etwas erinnert werden, was stattfinden musste, bevor diese Wiederherstellung sich erfüllen konnte, nämlich an die Tatsache, dass sie den Heiligen Geist empfangen würden, um die Zeugen Christi zu sein bis an das Ende der Erde.

Gerade so ist es in Johannes 12. Der Herr belehrt uns hier, dass die moralische Herrlichkeit dem Reich vorangehen müsse. Sicher wird der Augenblick kommen, wo Jesus in der Herrlichkeit des Thrones glänzen wird, wo die Heiden nach Zion kommen und den König in seiner Schönheit sehen werden; aber ehe dies in die Erscheinung treten kann, muss die moralische Herrlichkeit sich in ihrer ganzen Fülle und Reinheit entfalten. Dieser Gedanke beschäftigte Jesus, als die Griechen Ihn zu sehen begehrten. „Die Stunde ist gekommen“, sagt Er, „dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde.“ Dass es sich hier um seine moralische Herrlichkeit handelt, bemerkten wir bereits bei der Betrachtung von Johannes 13,31.32. Diese Herrlichkeit hatte von der Geburt des Herrn an bis zu diesem Augenblick alle seine Pfade erleuchtet; und sein Tod sollte ihre Vollendung sein. Darum war die Stunde nahe, wo sie ihre letzten Strahlen aussenden sollte, um eben diese Vollendung herbeizuführen. Der Herr teilt also bei dieser Gelegenheit, wie Er dies in ähnlicher Weise in Lukas 17 und in Apostelgeschichte 1 tut, die Wahrheit mit, die notwendig ist, um eine richtigere und tiefere Erkenntnis von den Wegen Gottes zu empfangen. Die moralische Herrlichkeit muss vollständig offenbart sein, ehe der Messias sich in seiner königlichen Herrlichkeit bis an die Enden der Erde zeigen kann.

Eine einzigartige Herrlichkeit

Allerdings gehört diese Herrlichkeit Ihm, nur Ihm allein. Unsere Herzen fühlen dies tief. Als in Apostelgeschichte 10 der Himmel aufgetan wurde, kam das leinene Tuch hernieder, bevor Petrus den Befehl empfing, Gemeinschaft mit ihm zu haben oder bevor es wieder in den Himmel aufgenommen wurde und sich in der Höhe von neuem den Blicken entzog. Der Inhalt des leinenen Tuches musste gereinigt oder geheiligt werden. Aber als in Matthäus 5 die Himmel sich öffneten, war es durchaus unnötig, dass Jesus von der Erde in den Himmel aufgenommen wurde, um so das Siegel des Wohlgefallens seines Vaters zu empfangen; vielmehr drückten Stimmen und Erscheinungen aus der Höhe ihr Siegel auf Ihn und zeugten von Ihm, so wie Er war: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe“! Und als die Himmel in Matthäus 27,51 sich noch einmal auftaten, d.h., als der Vorhang des Tempels in zwei Stücke zerrissen wurde, da war alles vollbracht; nichts mehr war zu tun übrig geblieben. Das Werk Christi wurde besiegelt und anerkannt, so wie es damals war. So zeugt ein im Anfang geöffneter Himmel von der völligen Annehmlichkeit der Person Christi, während ein am Ende geöffneter Himmel Zeugnis ablegt von der völligen Annehmlichkeit seines Werkes.

Schlussgedanke

Indem ich hiermit diese Betrachtung schließe, möchte ich noch bemerken, dass es nützlich und Freude bringend für uns ist und zu gleicher Zeit einen Teil unseres Gottesdienstes ausmacht, die charakteristischen Züge der Wege und des Dienstes Jesu hier auf der Erde zu bezeichnen, so wie ich es in meinem Maße in dieser Schrift zu tun versucht habe. Denn alles, was Jesus getan hat, alles was Er geredet hat, sein ganzer Dienst, sowohl in seinem Wesen als in seiner äußeren Form, alles legt Zeugnis ab von dem, was Er war. Und Er ist für uns der Zeuge von dem, was Gott ist. In dieser Weise schwingen wir uns, indem wir den in den Evangelien aufgezeichneten Pfaden des Herrn Jesu folgen, zu Gott selbst empor. Jeder Schritt auf diesen Pfaden wird bedeutungsvoll für uns. Alles, was Jesus getan und geredet hat, war der wahre und treue Ausdruck seiner selbst, so wie Er der wahre und treue Ausdruck Gottes war. Wir sollten uns bemühen, den Charakter seines Dienstes zu verstehen, um die moralische Herrlichkeit, die mit jedem Moment und mit jeder Einzelheit des Lebens und Dienstes des Herrn hier auf der Erde verknüpft ist, unterscheiden zu können. Dann werden wir so lernen, was Er ist, und dann auch verstehen, wer Gott ist. Dann werden wir so Gott in einer gewissen und unbewölkten Erkenntnis seiner selbst erreichen. Der Weg, auf dem wir das erreichen, sind die einfachen Pfade und Tätigkeiten des göttlichen Menschensohnes.

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Aus The Moral Glory of the Lord Jesus Christ


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