Menschliche Religion oder Christus?
Galater 1,8

B. S.

© SoundWords, online seit: 17.01.2009, aktualisiert: 20.07.2016

Leitvers: Galater 1,8

Gal 1,8: Aber wenn auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium verkündigte außer dem, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!

Es gibt viele religiöse Formen, aber es gibt nur ein einziges Evangelium, das Evangelium von der Gnade Christi. Paulus hatte dieses Evangelium den Galatern verkündigt und später berührte es ihn schmerzlich zu sehen, dass sie auf falsche Lehrer hörten, welche ihnen vorschrieben sich an das jüdische Gesetz zu halten. Ein „anderes Evangelium“, ein verschiedenartiges Evangelium ist kein wahrhaftiges Evangelium; und beim Schreiben der Epistel, ruft der Apostel aus: „Aber wenn auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium verkündigte außer dem, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!“ (Gal 1,8).

Christus und Christus allein, völlig allgenugsam für den Sünder – das war es, was er für die Galater und alle Erlösten wünschte.

Das Evangelium verlangt vom Sünder ein völliges Vertrauen in Christus. Das wird weiter proklamiert und bringt Tausenden von Seelen Freude und Friede. Doch der Feind wütet, um die Herzen davon wegzubringen. Die Religion „des Fleisches“ verbreitet sich, vertrauend auf den Menschen und auf Verordnungen, welche dieser vorschreibt. Eng damit verbunden kommt die Verweltlichung auf. In den üppig geschmückten Tempeln strengt sich der Mensch an, die richtigen Formen des Heiligtums zu erfüllen. Aber zugleich perfektioniert er, mit großer Geschicklichkeit und Energie, alles, was die Bequemlichkeit und Eleganz des menschlichen Lebens heben könnte, damit die Welt ein attraktiver, wünschenswerter und unveränderlicher Ort werde. Doch all diese Dinge bringen ihn weg vom Prinzip des Glaubens und von „der Einfalt in Christus“ (2Kor 11,3).

Das Evangelium wendet sich an den Menschen als ein sündiges Geschöpf. Aber manchmal offenbart der Mensch eine völlige Unwissenheit betreffs seines Zustandes. In anderen Fällen möchte er sich selber erretten, möchte Gott zwingen, ihn aufgrund der Verdienste einer Religion anzunehmen.

Das Evangelium kommt auch zum Menschen als religiöses Wesen. Es findet ihn unter dem Einfluss und der Macht des Aberglaubens so wie auch unter der Macht der Sünde. Dieselbe Natur des Menschen bringt ihn sowohl dazu, religiöse Vorschriften und Ordnungen zu respektieren (wie z.B. im Falle der jüdischen Führer, welche sich am Tag der Verurteilung Jesu weigerten, ins Richthaus zu gehen, damit sie „nicht verunreinigt würden“; Joh 18,28) wie auch einen unerbittlichen Hass gegen Gott zu manifestieren und zu schreien: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!“ (Joh 19,6). Somit wird das Evangelium von der Gnade Gottes sowohl vom religiösen wie auch von dem in seinen Lüsten gefangenen Menschen klar und kategorisch zurückgewiesen. Wie unser himmlischer Meister es sagte: Die Zöllner und Huren werden den Pharisäern in das Reich Gottes vorangehen (Mt 21,31).

Lieber Leser, machen wir uns nichts vor. Wenn es durch die Gnade Gottes auch wahrhaft Gläubige in allerlei religiösen Denominationen gibt, so üben religiöse Eitelkeiten und die verweltlichte Religion doch einen mächtigen Einfluss aus. Welche Haltung nehmen wir gegenüber diesem schädlichen Einfluss ein? Ist Jesus unseren Seelen kostbar genug, dass nichts, außer seiner gesegneten Person, unsere Herzen anziehen und gefangen nehmen kann?


Aus Vida Christiana, Nr. 29, 1957

Übersetzung: Hans Meier


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