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Leitvers: Psalm 23,4
Ps 23,4: Dein Stecken und dein Stab, sie trösten
mich.
Von den vier oder fünf Wörtern, die der Heilige Geist im hebräischen Alten
Testament für „Stab“ benutzt, enthält unser Vers aus dem
lieblichen Hirtenpsalm zwei, die zum einen mit „Stecken“ und
zum anderen mit „Stab“ wiedergegeben sind. Wenn die Heilige
Schrift, durch den Mund Davids redend, sagt: „Dein Stecken und dein Stab,
sie trösten mich“, so ist es, um den Trost für unser Herz aus diesem Vers
zu empfangen, notwendig zu wissen, was mit „dein Stecken“ und „dein Stab“ gemeint ist.
Das erste Wort, hebräisch scheebeth, leitet sich von einer Wurzel ab, die
„schlagen“ bedeutet; es bezeichnet also einen „Stock, Stab, Knüppel“ oder eine
„Rute“. Dass es im Alten Testament auch für „Stamm, Herrscherstab, Zepter“ gebraucht wird, sei nur
der Vollständigkeit halber erwähnt. Wichtiger und mehr unseren Gegenstand
betreffend ist es, dass es in 2. Samuel 18,14 die Bedeutung von „Spieß,
Wurfspieß“ hat.
Der Hirte in Israel und im Nahen Osten hatte nämlich einen knüppelartigen
kurzen Stock, den „Stecken“, der am unteren Ende verdickt war
und einer Keule glich. Geschickt wusste der Hirte diese Keule gegen Angreifer zu
werfen, aber er benutzte sie auch, um widerspenstige Tiere seiner Herde zu
bestrafen und zur Herde zurückzubringen. Auch schlug er mit dem Stecken auf
Büsche und Sträucher ein, um schädliche Insekten oder Schlangen von seiner
Herde fernzuhalten. Auf einen besonderen Gebrauch des Steckens weist die Heilige
Schrift in 3. Mose 27,32, Jeremia 33,13 und Hesekiel 20,37 hin: Er diente auch
zum Zählen der Schafe. Bei diesem „Unter-dem-Stabe-Vorüberziehen“
wurden die Schafe nicht nur gezählt, sondern der Hirt bremste sie beim
Verlassen des Pferchs mit dem Stecken und untersuchte jedes Einzelne von ihnen
auf Krankheiten oder Wunden. In der Tat, ein liebliches, bewegendes Bild, wenn
wir es auf die treue Fürsorge unseres „guten Hirten“ für Seine
Schafe übertragen!
Das andere, mit „Stab“ wiedergegebene Wort, hebräisch mischennet,
ist von der Wurzel „sich stützen, lehnen“ abgeleitet. Das
macht sofort deutlich, wozu der lange, an seinem einen Ende gebogene Hirtenstab
in der Hauptsache dient: Der Hirte stützt sich nach mühevoller Wanderung
darauf, indem sein Auge prüfend und wachend über seine Herde läuft. Nichts
entgeht seinem Auge. Jede Unregelmäßigkeit, jede Querele, jede Unruhe unter
seinen Schafen nimmt er wahr und schafft Abhilfe. Auch dazu benutzt er seinen
langen, dünnen Stab; denn nicht immer wirft er seine Keule: Indem er
seinen Stab an die Flanke des Tieres drückt, leitet er das einzelne
Schaf an den Platz, wo er es haben will. Auch wird gesagt, dass der Hirte das
gebogene Ende des Stabes dazu gebraucht, um neugeborene Lämmlein sanft auf die
Beine und neben seine Mutter zu stellen.
So redet der Stecken von Autorität, Zucht und Verteidigung, während
uns der Stab den Gedanken der Sorgfalt und Leitung vorstellt. Wahrlich,
unser Herz wird warm, wenn wir an den Herrn Jesus, den großen Hirten der
Schafe, und Seine nimmermüde Betätigung für uns denken! Und welch ein Trost
liegt für uns darin, dass es Sein Stecken, dass es Sein Stab ist,
die uns berühren!
aus Ermunterung & Ermahnung
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