Satan – im Abgrund gebunden (11)
Offenbarung 20,1-3

Frederick Charles Jennings

© EPV / SoundWords, online seit: 27.11.2005, aktualisiert: 26.07.2016

Leitverse: Offenbarung 20,1-3

Off 20,1-3: Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabkommen, der den Schlüssel des Abgrunds und eine große Kette in seiner Hand hatte. Und er griff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist; und er band ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und schloss zu und versiegelte über ihm, damit er nicht mehr die Nationen verführe, bis die tausend Jahre vollendet sind. Nach diesem muss er eine kleine Zeit gelöst werden.

Der Herr Jesus Christus kommt jetzt, um die Erde zu richten, den Schauplatz so vieler Kämpfe zwischen den Mächten des Guten und des Bösen. Sie war ursprünglich der Herrschaft Luzifers, des „Glanzsternes“, übergeben worden und wurde von ihm, als dem gefallenen Teufel, durch die Jahrtausende immer noch als sein Reich beansprucht. Sie wurde dem Menschen übergeben, doch er verlor sein Anrecht auf die Herrschaft über sie. Nun wird dieses Anrecht für alle Zeiten dem „zweiten Adam“ übergeben, der aus Seinem Reich alle „Ärgernisse“ hinaustun wird und dessen Herrschaft bis zu den äußersten Enden der Erde reichen wird.

Zunächst wird Sein Richterstuhl aufgestellt, diesmal nicht im Himmel, sondern auf der Erde (s. Dan 7 und Mt 25), und alle Nationen werden vor Ihm versammelt. Satan ist entmachtet; ein einzelner Engel vermag ihn mit einer Kette zu binden und ihn aus dem Bereich der Erde hinauszuwerfen. Bei diesem Ereignis nennt die Schrift alle seine Namen, unter denen er sein unheilvolles Werk unter den Menschen betrieben hat: „Der Drache, die alte Schlange, welche der Teufel und der Satan ist“ (Off 20,2). Er wird für tausend Jahre als Gefangener in den Abgrund eingeschlossen. Beachten wir die Übereinstimmung mit der Prophezeiung in Jesaja 24,21.22: „Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird Jehova heimsuchen die Heerschar der Höhe in der Höhe und die Könige der Erde auf der Erde. Und sie werden in die Grube eingesperrt, wie man Gefangene einsperrt, und in den Kerker eingeschlossen; und nach vielen Tagen werden sie heimgesucht werden.“ Wen haben wir unter der „Heerschar der Höhe in der Höhe“ zu verstehen? Zweifellos die Engel oder bösen Geister, die sich, unter Satan als ihrem Anführer, gegen ihren Schöpfer empört haben. Es ergeht ihnen wie Kriegsgefangenen, die zunächst in ein sicheres Gewahrsam eingeschlossen werden, bis über ihr endgültiges Schicksal entschieden wird. „Nach vielen Tagen“ – gemäß den Worten der Offenbarung sind es mindestens tausend Jahre – „werden sie heimgesucht“. In die Zwischenzeit fällt der Ausspruch aus Jesaja 24,23: „Jehova der Heerscharen herrscht als König auf dem Berge Zion und in Jerusalem, und vor seinen Ältesten ist Herrlichkeit.“

Die Bezeichnung „Abgrund“ gehört zu den in der Schrift benutzten Ausdrücken, die uns etwas aus der unsichtbaren Welt vermitteln sollen, wie „Scheol“, „Hades“, „die unteren Örter der Erde“ usw. Wir können ihre Lage und Ausdehnung nicht erfassen, aber wichtiger für uns ist die moralische Aussage dieser Begriffe. Der Abgrund spricht von unermesslicher Tiefe; und wenn wir Gott als „den Höchsten“ betrachten, als den Inbegriff von Macht, Heiligkeit, Licht, Liebe, Freude, so verstehen wir, dass ein Wesen im Abgrund sich in größter Entfernung von Gott und zugleich in tiefster Erniedrigung und Verwerfung befindet.

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Originaltitel: „Satan im Abgrund gebunden“
aus Hilfe und Nahrung, Ernst-Paulus-Verlag, 1982, S. 274–275


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