Wen suchst du? (3)
Johannes 20,11-18

Botschafter

© SoundWords, Online începând de la: 07.07.2009, Actualizat: 29.03.2018

Leitverse: Johannes 20,11-18

Joh 20,11-18: 11 Maria aber stand bei der Gruft draußen und weinte. Als sie nun weinte, bückte sie sich vornüber in die Gruft 12 und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu dem Haupt und einen zu den Füßen, da, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 13 Und diese sagen zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie spricht zu ihnen: Weil sie meinen Herrn weggenommen und ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegt haben. 14 Als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich zurück und sieht Jesus dastehen; und sie wusste nicht, dass es Jesus war. 15 Jesus spricht zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie, in der Meinung, es sei der Gärtner, spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich werde ihn wegholen. 16 Jesus spricht zu ihr: Maria! Sie wendet sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni! – das heißt Lehrer. 17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und meinem Gott und eurem Gott. 18 Maria Magdalene kommt und verkündet den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und er dies zu ihr gesagt habe.

Doch kehren wir jetzt zu unserem Schriftabschnitt zurück, um zu sehen, wie der Herr der Maria, die Ihn mit vielen Tränen suchte, begegnet. Sicher war die Stätte des Grabes nicht der Platz für einen auferstandenen Heiland, aber es war der Platz für den guten Hirten, weil dort ein Schäflein, tief betrübt, Ihn suchte. Wie hätte auch sein mitfühlendes Herz fernbleiben können, während eine von Kummer und Elend niedergebeugte Seele Ihn mit Tränen suchte, um das trostbedürftige Herz vor Ihm auszuschütten? Seine Liebe ist unergründlich, sie ist stärker als der Tod. Die Gefühle der Seinen gegen Ihn wechseln sehr oft, aber seine Liebe zu ihnen bleibt ewig dieselbe. Welch ein tröstliches Bewusstsein für unsere wankelmütigen Herzen!

Der Herr war nahe, aber Maria erkannte Ihn nicht. Ihre tränenden Augen suchten nicht den auferstandenen, sondern den gestorbenen Jesus. „Sage mir, wo du ihn hingelegt hast; und ich werde ihn wegholen.“ Ihr Verständnis betreffs Seiner ging nicht über das Grab hinaus. Oft zwar hatte der Herr von seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung gesprochen; aber weder sie noch die Jünger hatten für diese Wahrheit ein offenes Ohr. Doch ihr Ohr war geöffnet, um seine Stimme zu erkennen, sobald Er sie beim Namen rief. Das Kind unterscheidet die Stimme der Mutter, und das Schaf kennt die Stimme des Hirten. „Meine Schafe hören meine Stimme; und ich kenne sie, und sie folgen mir“ (Joh 10,27). Kaum ertönt der Ruf „Maria“! über die Lippen des Herrn, so folgt vonseiten der Angeredeten sofort ein freudiges „Rabbuni!“. Welch eine Überraschung! Nicht umsonst hatte sie geweint, nicht vergeblich gesucht. Er selbst, nicht der tote, sondern der lebende Christus, stand vor ihr. Alle ihre Erwartungen waren weit übertroffen. Ihre Tränen versiegten; ihre große Traurigkeit verwandelte sich plötzlich in übergroße Freude.

Glückliche Maria! – und dennoch, um wie viel größer wird die Überraschung all der Seinen sein, wenn sie nach so langem Sehnen und Harren Ihm bei seiner Wiederkunft begegnen! Gewiss, jeder menschlichen Sprache wird der Ausdruck fehlen, um das Maß dieser überströmenden Freude auch nur annähernd bezeichnen zu können. Doch auch jetzt wird Er unser Vertrauen nicht beschämen; in allen unseren Lagen und Umständen wird uns, wenn wir sein Angesicht suchen, seine erbarmende Liebe in Fülle zuteilwerden. Möchten unsere Ohren stets weit geöffnet sein, um seine Stimme zu unterscheiden, und möchten unsere Herzen stets bereit sein, seiner Stimme allein zu folgen.

Freilich sind die Worte des Herrn: „Rühre mich nicht an; denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater“ (Joh 20,17), ein bitterer Tropfen in dem Freudenbecher der Maria. Solange wir in dieser Hütte sind, müssen der Natur stets Schranken gesetzt werden. Sie ist immer geneigt, sich in alles einzumischen; und der Herr allein weiß ihr zur rechten Zeit und auf die rechte Weise zu begegnen. Doch uns tut es not, im Gebet stets unsere Gefühle zu überwachen, da wir sonst aus Mangel an Einsicht oft irregeleitet werden. Wie mancher hat schon in seiner besten Meinung die traurigsten Dinge vollbracht! Dank dem Herrn, wenn Er in seiner bewahrenden Liebe uns zur rechten Zeit in den Weg tritt, so schmerzlich es auch für uns sein mag!

Maria dachte in diesem Augenblick der freudigen Überraschung wohl nichts anderes, als dass der Herr sein seitheriges Verhältnis mit den Seinen auf dieser Erde fortsetzen werde. Diesen Gedanken tritt Er mit den oben angeführten Worten entgegen. Vorläufig musste eine Trennung stattfinden. Der auferstandene Jesus musste zuvor seinen Platz zur Rechten des Vaters einnehmen. Die Welt hatte den Gerechten verworfen; der Vater nahm Ihn auf. Die Erde bot Ihm keinen Platz, dass Er sein Haupt darauf niederlegen konnte; aber der Himmel öffnete sich Ihm mit großer Freude. Sicher warfen diese Worte einen finsteren Schatten in das erfreute Herz der Maria; aber der Herr hatte sofort eine neue Botschaft bereit, um den Freudenstrom in Bewegung zu halten. Konnte auch sein bisheriges Verhältnis auf der Erde nicht auf eine sichtbare Weise fortgesetzt werden, so sollte doch jetzt im Geist ein Verhältnis stattfinden, das seiner Natur und seinem Charakter nach viel tiefer und inniger war. „Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott“ (Joh 20,17). Welch ein wunderbarer Auftrag aus dem Mund des auferstandenen Herrn selbst! Jede Schranke zwischen Ihm und den Seinen war für immer niedergerissen. Es war die Frucht seines auf dem Kreuz vollbrachten Werkes. Ihre Sünden sind für immer getilgt und für immer sind sie der Macht der Finsternis und der Sünde entrissen. Der auferstandene Heiland kann sie jetzt mit sich auf denselben Boden stellen. „Gehe hin zu meinen Brüdern!“ Sie gehören nicht mehr der Welt an; sie sind für immer sein; Er nennt sie seine „Brüder“. Sein Vater ist ihr Vater und sein Gott ist ihr Gott. Sie sind geliebt wie Er und können „Abba, Vater!“ rufen wie Er. Nichts vermag sie zu scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, ihrem Herrn; niemand kann sie je der Hand des Vaters, niemand der Hand des Sohnes entreißen. Das Werk Christi hat sie für immer auf einen unerschütterlichen Boden gestellt.

Wie glücklich war Maria über einen solch wunderbaren Auftrag! Sie „kommt und verkündigt den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und er dies zu ihr gesagt habe“ (Joh 20,18). Ihr Auge hatte Ihn gesehen und ihr Ohr auf seine Stimme gehört; und sie genoss das große Vorrecht, die erste Botin des Auferstandenen zu sein. Ihre Sehnsucht nach dem Herrn und ihre Gefühle für Ihn räumten ihr vor allen Jüngern dieses Vorrecht ein; und diese konnten nur aus ihrem Mund jene herrliche Botschaft vernehmen, mit der der Herr die treue Jüngerin persönlich betraut hatte.

Möchten doch auch wir bedenken, dass der Herr noch bis zu dieser Stunde bereit ist, sich uns zu offenbaren und uns zu Trägern seiner Botschaft zu machen! Doch vergessen wir nicht, dass wir nur dann seine Stimme vernehmen, wenn wir in einem lebendigen Umgang mit Ihm stehen und die Gemeinschaft mit Ihm verwirklichen. „Wer mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbar machen“ (Joh 14,21). Möge der Herr durch seinen Geist diese Worte tief in unsere Seele prägen!

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Aus dem Artikel „Wen suchst du?“
aus Botschafter des Heils in Christo, 1868, S. 46–48

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