Erlebnisse mit dem Propheten Elisa (9)
Der Tod im Topf

John Thomas Mawson

© SoundWords, online seit: 26.09.2012, aktualisiert: 06.12.2017

Leitverse: 2. Könige 4,39.40

2Kön 4,39.40: Da ging einer auf das Feld hinaus, um Kräuter zu lesen, und er fand eine wilde Ranke und las davon wilde Koloquinten, sein Gewand voll, und er kam und zerschnitt sie in den Kochtopf, denn sie kannten sie nicht. 40 Und sie schütteten es aus zum Essen für die Männer. Aber es geschah, als sie von dem Gericht aßen, da schrien sie und sprachen: Der Tod ist im Topf, Mann Gottes! Und sie konnten es nicht essen.

„Der Tod ist im Topf“: Wie Christen einander gefallen und was zu tun ist, wenn viele leiden

Kehren wir zu dem Anfang zurück, dann finden wir, dass es die vornehmste Sache der Christenheit war, Christus als Herrn und Haupt anzuerkennen. Die Gläubigen, in denen der Heilige Geist wohnte und die den Leib Christi bildeten, wussten, dass einer den anderen brauchte, dass sie voneinander abhängig waren und dass jeder entweder zum Gedeihen oder zum Schaden des Ganzen beitrug. Diese Wahrheit wird uns mit Nachdruck in 1. Korinther 12,12-27 vorgestellt. Die Hilfe, die einer dem anderen schuldig ist, wird in einer sehr anziehenden Weise in Epheser 4,15.16 gezeigt. In diesem Kapitel wird die Oberhoheit des Herrn über alle Dinge festgestellt. Wir lesen dort: „Die Wahrheit festhaltend in Liebe, lasst uns in allem heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus, aus dem der ganze Leib, wohl zusammengefügt und verbunden durch jedes Gelenk der Darreichung, nach der Wirksamkeit in dem Maß jedes einzelnen Teiles, für sich das Wachstum des Leibes bewirkt zu seiner Selbstauferbauung in Liebe.“

Den Schaden, den einer dem anderen zufügen kann, zeigt uns unsere Geschichte. Elisa wollte ein Gericht für die Prophetensöhne zubereiten lassen. Da ging einer aus, um Kräuter für das Gericht zu sammeln. Er fand eine wilde Rebe, wovon er sein Gewand voll wilder Koloquinten abpflückte, die er daheim zerschnitt und in den Kochtopf tat. Seine Unwissenheit und Torheit, der alle Prophetensöhne folgten, führte zu deren Vergiftung. Der Tod war im Topf.

Von einer wilden Rebe waren diese wilden Koloquinten, von einer Pflanze, die nicht unter den Einfluss des Gärtners gekommen war. Das ist ein passendes Bild von dem bösen Fleisch. Darüber lesen wir: „Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie vermag es auch nicht“ (Röm 8,7). Es ist das, was nicht unter den Einfluss Gottes gekommen ist, aber auch nicht kommen will, und das allezeit Tod und Verderben hervorbringt. „Die Gesinnung des Fleisches ist der Tod“ (Röm 8,6), und: „Wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten“ (Gal 6,8).

Nun aber wandelt jedes Kind Gottes entweder im Geist oder im Fleisch, trachtet entweder nach den Dingen des Geistes oder den Dingen des Fleisches. Was wir sind und wie wir leben, wonach wir streben und wovon unser Herz voll ist, das beeinflusst alles, womit wir in Verbindung sind, ob wir wollen oder nicht. Sind z.B. Gefühle wie Neid oder ein harter, nicht zur Vergebung bereiter Geist gegen einige unserer Geschwister in unseren Herzen oder sehen wir etwa missgünstig auf einen, der scheinbar mehr geehrt ist als wir, so sind das bittere Wurzeln, aus denen Werke des Fleisches hervorkommen wie Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank. Sie sind tödlich, wo immer sie sich auch zeigen. Wie oft haben wir es doch erlebt, dass glückliche christliche Gemeinschaften unglücklich oder sogar zerstört wurden, weil Bitterkeit, Zorn, Wut, Geschrei und üble Nachrede Raum fanden oder weil einer oder mehrere, die einander in Liebe dienen sollten, über das Erbteil des Herrn herrschen wollten.

Unsere Verbindungen mit den Kindern Gottes sind göttlichen Ursprungs, und wir dürfen und können sie nicht übersehen. Wenn einer geistliches Gedeihen hat, ist es eine Hilfe für alle, und die Werke des Fleisches, wie sie sich auch zeigen mögen, schaden allen. Unser Leben beeinflusst nicht allein uns, sondern auch andere, „denn wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit“ (1Kor 12,26).

Es war ein sehr glücklicher Umstand für jene Prophetensöhne, dass Elisa in ihrer Mitte war und dass sie weise genug waren, ihm den Fall vorzutragen. Wie gesegnet und tröstlich ist es doch, zu wissen, dass wir zum Herrn rufen können, selbst wenn die Dinge sehr schlimm stehen! Er ist unsere Zuflucht, wenn der Tod anstatt das Leben im Topf ist. Ganz anders würden doch die Dinge in der Kirche stehen, wenn die Kinder Gottes Weisheit genug besäßen, dies zu tun, anstatt es selbst zu versuchen, die Dinge richtigzustellen, nachdem sie falsch gelaufen sind. Wie viel Unheil würde abgewendet worden sein, wenn anstatt zudringlicher Einmischung ein demütiges, aus gebrochenem Herzen hervorkommendes Rufen zum Herrn stattgefunden hätte oder wenn wir das, was über unsere Fähigkeit und Geschicklichkeit hinausgeht, in Einfalt des Herzens dem Herrn vorgelegt hätten oder wenn wir zu dem Herrn gesagt hätten, wie die Söhne der Propheten zu Elisa: „Der Tod ist im Topf, Mann Gottes!“

In dieser Hinsicht sind sehr viele Fehler gemacht worden; doch Er macht nie Fehler und als die Seinen dürfen wir auf sein tiefstes und zartestes Interesse rechnen. Und wenn wir dies tun, dann werden wir nie enttäuscht werden. Noch mehr! Er kennt die Mittel, durch die Kummer in Freude verwandelt werden und geistliches Wohlbefinden wiederhergestellt wird in denen, die daran krank sind.

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Originaltitel: „Der Tod ist im Topfe. Wie Christen einander gefallen und was zu tun ist, wenn viele leiden“
aus der Serie: „Befreiende Gnade wie sie in den Worten und Wegen des Propheten Elisa vor uns gebracht wird“
in der Monatszeitschrift Der Dienst des Wortes,  Jg. 11, 1933, S. 221–224


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