Beschneidung: Das „Fleisch“ nützt nichts
Josua 5,2-9

John Thomas Mawson

© SoundWords, Online începând de la: 15.10.2012, Actualizat: 31.01.2018

Leitverse: Josua 5,2-9

Jos 5,2-9: 2 In jener Zeit sprach der HERR zu Josua: Mache dir Steinmesser und beschneide wiederum die Kinder Israel zum zweiten Mal. 3 Und Josua machte sich Steinmesser und beschnitt die Kinder Israel am Hügel Aralot. 4 Und dies ist der Grund, warum Josua sie beschnitt: Das ganze Volk, das aus Ägypten gezogen war, die Männlichen, alle Kriegsleute, waren in der Wüste gestorben, auf dem Weg, als sie aus Ägypten zogen. 5 Denn das ganze Volk, das auszog, war beschnitten; aber das ganze Volk, das in der Wüste geboren war, auf dem Weg, als sie aus Ägypten zogen, hatte man nicht beschnitten. 6 Denn die Kinder Israel wanderten vierzig Jahre in der Wüste, bis die ganze Nation der Kriegsleute, die aus Ägypten gezogen waren, aufgerieben war, die nicht auf die Stimme des HERRN gehört hatten, denen der HERR geschworen hatte, sie das Land nicht sehen zu lassen, das der HERR ihren Vätern geschworen hatte, uns zu geben, ein Land, das von Milch und Honig fließt. 7 Und ihre Söhne, die er an ihrer statt aufkommen ließ, diese beschnitt Josua; denn sie hatten Vorhaut, weil man sie auf dem Weg nicht beschnitten hatte. 8 Und es geschah, als die ganze Nation vollends beschnitten war, da blieben sie an ihrem Ort im Lager, bis sie geheilt waren. 9 Und der HERR sprach zu Josua: Heute habe ich die Schande Ägyptens von euch abgewälzt. Und man gab diesem Ort den Namen Gilgal bis auf diesen Tag.

Unmittelbar mit den zwölf Steinen am Ufer des Jordan war die Beschneidung des Volkes Israel verbunden. Die zwölf Steine sind ein Bild von der Gnade Gottes, die Beschneidung stellt uns das schonungslose Gericht über das Fleisch vor; dieses muss abgeschnitten werden. Das Volk, das in jenen Tagen der Gegenstand der Handelns Gottes in Gnade gewesen war, hatte an seinem Leib das Kennzeichen des Gerichtes über das Fleisch zu tragen.

Gottes Gericht über das Fleisch ist nicht wie das der Menschen, wo ein Verurteilter nach Verbüßung der Strafe wieder zur Gesellschaft zurückkehren kann. Nein! Seine Bedeutung ist wesentlich anders. In diesem Gericht wird das Fleisch völlig beiseitegesetzt, weil es nicht mehr als ein Mittel zur Verherrlichung Gottes oder zur Segnung des Menschen in Frage kommen kann. Die volle Bedeutung geben die Worte Jesu in Johannes 6,63: „Das Fleisch nützt nichts.“ In ihm ist nicht eine Spur von irgendetwas Gutem. Du darfst dich darauf verlassen, dass dem so ist, sonst würde es Gott nicht von Grund auf bloßgestellt haben. Doch lasst uns bedenken, dass Er dies getan hat, damit alle Segnungen von Ihm kommen möchten und somit auf einem unbeweglichen und ewigen Grunde errichtet worden sind.

Wenn wir noch hinsichtlich der Nutzlosigkeit des Fleisches im Zweifel sind und seine völlige Unfähigkeit nicht verstehen, das zu schätzen, was Gott ist, und Ihm zu geben, was wir Ihm schulden, dann haben wir nur nötig, unseren Blick nach Golgatha zu wenden. Gottes geliebter Sohn hat vor den Augen der Menschen gelebt, sie haben seine Wege gesehen und seine Worte gehört. Er brachte in ihre Mitte das Mitgefühl und die Gnade Gottes zum Ausdruck, und am Ende davon schlugen sie Ihm ins Angesicht. Er wurde verraten, angespien und gekreuzigt, als ob Er bis zum Äußersten hassenswürdig und zu verabscheuen gewesen wäre. Dort und damals offenbarte das Fleisch seine bittere Feindschaft gegen Gott und bewies abschließend und für immer, dass in ihm kein Nutzen für Gott oder für uns war. Es zeigte in Wirklichkeit, dass es, gleich einem entarteten Weinstock, keine Frucht brachte. Und nachdem es den Sohn Gottes, den größten und letzten Prüfstein, verworfen hat, ist es von Gott verworfen worden und kann nie wiederhergestellt werden.

Doch wie gesegnet ist es, dass der Tod Christi, der den Zustand des Fleisches ans Licht gebracht hat, andererseits auch das Herz Gottes in all seiner Liebe offenbarte. Dieser Tod bewies, dass die Absicht Gottes, den Menschen zu segnen, nicht verhindert werden konnte, und er bewies auch, dass diese Segnung nur aufgrund dessen zu uns kam, was Er ist und was Er tun kann, keineswegs aber aufgrund dessen, was wir sind. „Durch die Gnade seid ihr errettet …, und das nicht aus euch“ (Eph 2,8). Hier haben wir in zwei Sätzen die ganze Angelegenheit zusammengefasst. „Durch die Gnade seid ihr errettet“ ist angedeutet durch das Aufrichten der Steine im Lande am Ufer des Jordan; „das nicht aus euch“ ist angedeutet durch die Beschneidung des Fleisches.

Viertausend Jahre lang hatte das Fleisch seinen Tag, doch all seine Weisheit, Macht, Fähigkeit, Kultur und Religion haben nur seine Nutzlosigkeit gezeigt. Es kann in der Gegenwart Gottes weder sein Haupt erheben noch sich verherrlichen. Gericht und Tod ist sein wahres und passendes Urteil.

Selbst Christus wurde von dem Leben im Fleisch abgeschnitten, obwohl der Tod keinen Anspruch an Ihn hatte. Er hätte für immer in dem Zustand leben können, in dem Er seinen Umgang unter den Menschen hatte, denn sein Fleisch war heilig. Er war mit jeder Faser seines Lebens Gott ergeben und entsprach jeder Verantwortlichkeit in vollkommener Weise. Keine Spur von Sünde verdarb seine Menschheit. Hätte Er aber in diesem Zustand weiter gelebt, dann wäre Er allein geblieben. Doch er starb, und in seinem Tod wurde die Sünde im Fleisch gerichtet.

In dem Tod Christi sehen wir die völlige Beiseitesetzung des Fleisches, denn im Tod endet es, im Tod empfängt es sein Gericht. Obwohl wir nun zwar in Wirklichkeit nicht gestorben sind, haben wir doch in Gottes Rechnung das Ende des Fleisches erreicht, und dies ist auch wahr für den Glauben. Wir stehen jetzt nicht vor Gott aufgrund dessen, was wir sind, denn da könnte uns nur Gericht treffen, sondern wir stehen vor Ihm in Christus, und in Christus ist nichts als Gunst. Wir sind „mit ihm begraben …, mitlebendig gemacht mit ihm“ und „mitauferweckt worden“ (Kol 2,12.13). „Mit ihm begraben in der Taufe“: Das Kennzeichen des Todes ist uns aufgeprägt, und hinfort nehmen wir in Bezug auf jenes Leben des Fleisches der Sünde den Platz des Todes ein. Der Tod des unbekehrten Menschen bedeutet das Abschneiden von allem, was sein Leben hier ausmachte. Doch ich glaube, wenn wir dies in dem Licht betrachten, in dem es Gott uns zeigt, dann finden wir darin einen Weg zur Befreiung, denn dies ist wahre Beschneidung in Christus – „nicht mit Händen geschehen“ –, sie ist das Zeichen christlicher Freiheit.

Das Fleisch wird immer dem Gesetz der Sünde dienen, und Sünde ist ein grausamer Fronvogt, gleich den Ägyptern, die Israel mit Härte dienen ließen. Der einzige Weg, von diesem grausamen Sklavenhalter frei zu werden, ist der Tod. Der Mensch eignet sich einen Sklaven an, hält ihn in harter Knechtschaft, doch es kommt der Tag, an dem der Sklave nicht mehr auf den Ruf seines Herrn hört. Er ist tot, und damit endet seine Knechtschaft. „Doch“, wirst du sagen, „ich bin aber noch nicht tot, ich habe noch nicht der Sünde Lohn empfangen.“ Das ist gewiss wahr, doch ebenso wahr ist es, dass Jesus in vollkommener Liebe diesen Tod an deiner Stelle empfing, damit du deinen Platz mit Ihm im Tod einnehmen mögest und, auf diese Weise von dem alten Sklavenhalter befreit, Gott dienen möchtest. Es ist dein Recht, den Tod deines Stellvertreters als den deinen zu betrachten.

Eine wohlbekannte napoleonische Geschichte beleuchtet dies. Ein Bürger war zum Kriegsdienst ausgehoben worden, doch ein anderer hatte unter seinem Namen und seiner Nummer seinen Platz eingenommen und war in der Schlacht gefallen. Kurz darauf wurden weitere Soldaten für die Kriege Napoleons ausgehoben. Wieder war dieser Bürger aufgerufen, doch er beanspruchte Freiheit für sich, und zwar aus dem Grund, weil er in der Person des Stellvertreters gestorben sei. Dieser Fall wurde dem Kaiser berichtet, und er ließ den Anspruch gelten. „So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde tot seid, Gott aber lebend in Christus Jesus“ (Röm 6,11). Auf diese Weise also bist du frei, Gott zu dienen und in der gesegneten Freiheit des Geistes zu wandeln und dich an der Fettigkeit des Landes zu ergötzen, in das Er dich gebracht hat.

Machen wir es wahr, was unsere Geschichte erklärt! Lasst uns noch einmal die beiden Dinge verbinden:

  1. Die Steine an dem Ufer des Jordan stellen unsere Genossenschaft mit Christus in der Gunst Gottes dar – dies alles ist Gnade.

  2. Beschneidung bedeutet, dass das Fleisch in dieser Sache keinen Platz hat. Es konnte keinen solchen erhalten noch darin stehen, denn es ist völlig ohne Verdienst. Im Gegenteil, es ist sehr böse und feindlich in den Augen Gottes. „Die aber, die im Fleisch sind, vermögen Gott nicht zu gefallen.“


Originaltitel: „Beschneidung“
aus Der Dienst des Wortes, Jg. 11, 1933, S. 89–93


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