Das Evangelium des Paulus
Einleitung

Roy A. Huebner

© SoundWords, online seit: 24.01.2007, aktualisiert: 21.09.2016

Für viele wird es eine Überraschung bedeuten, wenn sie erfahren, dass – was das bedeutende Ausmaß des Evangeliums betrifft – selbst in den Ansichten vieler Gläubiger ein Verfall eingetreten ist. Allgemein gesprochen haben mangelhafte, unvollkommene Ansichten und Auffassungen über das Evangelium auch Auswirkungen im geistlichen Leben derer, denen es gepredigt wird. Wie gut ist es, wenn alle, die versuchen, dem Herrn zu dienen, es mit dem Wunsch tun, dass ihr Dienst auch die Bestätigung des Herrn bekommt! Wie notwendig ist es dann, dass wir doch alle das vor unserem Blick haben, was das „Evangelium des Paulus“ ist (Röm 16,25), damit wir unseren Dienst daran messen und Gottes Absichten sicherstellen. Es ist wichtig für alle, die dem Herrn dienen wollen, dass sie seine Gedanken und Wege erforschen, um herauszufinden, was Ihm wohlgefällig ist. Dienst sollte das Ergebnis von Gemeinschaft sein, aber unsere Herzen sind derartig, dass wir auch ohne Gemeinschaft dienen können. Unser Levitendienst sollte unter der Anweisung unseres Priestertums stattfinden und so den Charakter priesterlichen Dienstes haben. Um das zu verwirklichen, müssen wir immer mehr mit den Gedanken Gottes beschäftigt sein. So werden wir lernen, Ihm wohlgefällig zu dienen. Das trifft auf das Predigen des Evangeliums wie auch auf das Predigen anderer Aspekte der Wahrheit zu. So müssen wir wissen, was Paulus mit „mein Evangelium“ (Röm 2,16; 16,25; 2Tim 2,8) meint.

Wenn wir das Evangelium des Paulus betrachten und dies besser verstehen wollen, wird es uns helfen, wenn wir zuerst die folgenden drei Gegenstände betrachten:

  1. den Auftrag von Matthäus 28,
  2. die gute Botschaft, die vor der Kreuzigung gepredigt wurde,
  3. die Predigt der Zwölf nach Pfingsten.

Wenn wir das Evangelium des Paulus im Gegensatz zu der Predigt der Zwölf nach Pfingsten betrachten, dürfen wir nicht dahin kommen, dass wir ihre Predigt missbilligen oder ablehnen. Denn was die Jünger gepredigt haben, ist die fundamentale Wahrheit des Evangeliums, ohne die niemand errettet wird (siehe auch 1Kor 15,3.4.11). Wir müssen Dinge unterscheiden, ohne sie zu trennen oder auseinanderzureißen. Die Entfaltung eines erweiterten Blickwinkels auf das Evangelium sollte in unseren Gedanken die Wichtigkeit anderer Aspekte des Evangeliums, die nicht so umfassend sind, niemals verringern.

Die Absicht dieser Artikelserie ist es, besondere Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was Paulus als „mein Evangelium“ bezeichnet. Am Ende der Serie werden wir andere Ausdrücke bringen, in denen das Wort „Evangelium“ vorkommt, und zwar in dem Abschnitt „Ausdrücke, die das Wort ‚Evangelium‘ enthalten“. Wenn wir nun besondere Aufmerksamkeit auf das „Evangelium des Paulus“ richten, so soll damit in keiner Weise der Eindruck erweckt werden, dass damit irgendeine Geringschätzung der anderen Ausdrücke verbunden ist; wir predigen diese auch – sie sind Teil der überlieferten Wahrheit. Das Evangelium des Paulus ist allerdings eine Facette der Wahrheit, die unserer Meinung nach besonders bei der Predigt des Evangeliums unter den Evangelikalen sehr vernachlässigt wird. Damit nicht das, was gegenwärtig in der evangelikalen Christenheit gepredigt wird, unsere Wahrnehmung der ganzen Wahrheit beeinflusst, denken wir, dass es besonders wichtig ist, unsere Gedanken mit diesem gesegneten Aspekt der Wahrheit zu beschäftigen: mit dem Evangelium des Paulus.

Nächster Teil


Originaltitel: Paul’s Gospel: The Gospel of the Glory and Grace
Present Truth Publishers, 1972


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