Sacharja und die Zukunft Jerusalems (3)
Abschnitt B: Sacharja 1,7–6,15

Jacob Gerrit Fijnvandraat

© SoundWords, online seit: 08.02.2019

Abschnitt B – Sacharja 1,7–6,15:
Die acht Visionen und die Krone für Josua

Es folgen nun acht Visionen, die kurz im Überblick genannt werden:

  1. Der Mann zwischen den Myrten und die Reiter hinter ihm: Er durchquert die Erde, um sich einen allgemeinen Überblick zu verschaffen, was geschieht; es scheint nichts zu geschehen, doch Gott wird für sein Volk eintreten.

  2. Die Hörner und die Schmieden: Die Vernichter Israels werden vernichtet werden.

  3. Der Mann mit der Messschnur: Gott erwählt Jerusalem immer noch und wird das Land (wieder) in Besitz nehmen.

  4. Der Hohepriester Josua als Bild des Volkes, das gereinigt wird; die Verheißung des Sprosses.

  5. Der Leuchter mit den zwei Olivenbäumen: Nicht durch Kraft, sondern durch den Geist wird Wiederherstellung kommen.

  6. Die fliegende Buchrolle: Gerechtes Gericht über jeden Einzelnen, der Böses tut.

  7. Die Frau im Epha: Der Götzendienst als nationale Sünde, weggefegt ins Land ihres Ursprungs Babylon.

  8. Die vier Wagen: Die Durchquerung der Erde mit Gericht.

Der Tenor der Visionen ist, aufzuzeigen, dass Gottes Heil für Israel kommen wird, indem die Feinde Israels vernichtet werden und durch die Reinigung des Volkes selbst. Jede Vision steht für sich, und insgesamt bilden sie ein Ganzes. Einerseits betonen sie die Verantwortung des Volkes, der sie entsprechen müssen, wenn es Segen geben soll; andererseits zeigen sie die souveräne Gnade Gottes, die das Heil zustande bringen wird.

Die erste Vision: Der Mann zwischen den Myrten (Sach 1,7-11)

Sach 1,7-11: 7 Am vierundzwanzigsten Tag, im elften Monat, das ist der Monat Schebat, im zweiten Jahr des Darius, erging das Wort des HERRN an Sacharja, den Sohn Berekjas, des Sohnes Iddos, den Propheten, indem er sprach: 8 Ich schaute in der Nacht, und siehe, ein Mann, der auf einem roten Pferd ritt; und er hielt zwischen den Myrten, die im Talgrund waren, und hinter ihm waren rote, hellrote und weiße Pferde. 9 Und ich sprach: Mein Herr, wer sind diese? Und der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Ich will dir zeigen, wer diese sind. 10 Und der Mann, der zwischen den Myrten hielt, antwortete und sprach: Diese sind es, die der HERR ausgesandt hat, um die Erde zu durchziehen. 11 Und sie antworteten dem Engel des HERRN, der zwischen den Myrten hielt, und sprachen: Wir haben die Erde durchzogen, und siehe, die ganze Erde sitzt still und ist ruhig.

Dieser Abschnitt enthält

  • eine Zeitangabe;
  • die Nachricht von einem Gesicht eines Mannes auf einem roten Pferd mit andersfarbigen Pferden dahinter;
  • die Bitte Sacharjas um Erklärungen hierzu;
  • die Auslegung des Gesichts.

Ungefähr drei Monate nach der ersten Botschaft, die Sacharja empfing, bekommt er erneut ein Wort des Herrn zu hören. In Sacharja 1,8 würden wir eine Aussage des Herrn erwarten. Dieser Vers beginnt jedoch mit der Mitteilung: „Ich schaute in der Nacht.“ Der Prophet erzählt also, dass er ein Gesicht gesehen hat, und gibt kein Wort des Herrn weiter. Das Gesicht, das er beschreibt, gehört jedoch zum Wort des HERRN. Das Gesicht mit der Erläuterung ist die Botschaft, die Gott für Sacharja hat. Dieses Gesicht – das erste von acht – empfängt der Prophet in der Nacht. Man geht davon aus, dass die anderen Gesichte auch in der Nacht bzw. sogar in derselben Nacht[1] Sacharja gezeigt werden. Deshalb redet man von den Nachtgesichten Sacharjas.

Dieses Gesicht handelt von einem Mann, der in einem Tal zwischen Myrtensträuchern auf einem roten Pferd sitzt. Hinter diesem Mann macht Sacharja noch weitere Pferde in verschiedenen Farben aus: rote, fuchsfarbene – also bräunliche – und weiße. Über Reiter auf diesen Pferden wird nichts gesagt; sie werden jedoch vorausgesetzt, denn Sacharja 1,11 weist auf eine Aussage von Reitern hin. Durch die Nicht-Erwähnung der Reiter wird jede Aufmerksamkeit auf die Tiere selbst und ihre Farben gelenkt.

Der Prophet durchschaut die Bedeutung der Vision nicht. Zum Glück schämt er sich nicht, nach der Bedeutung zu fragen (vgl. Jak 1,5.6), und bekommt Antwort von dem Engel, „der mit ihm redete“. Dieser Engel in Begleitung wird nicht durch Sacharja vorgestellt und ist offensichtlich in der Vision inbegriffen. Es ist der Mittler, durch den der Herr (Sach 1,7) sein Wort zu Sacharja redet. Der Engel sagt, dass er dem Propheten zeigen wird, was die Bedeutung ist. Der Engel legt nämlich nicht selbst aus, sondern die Beschreibung der Vision geht in dem Sinn weiter, dass der Mann, den Sacharja zwischen den Myrten stehen sah, Antwort auf die Frage gibt, die er, Sacharja, dem begleitenden Engel gestellt hatte. Dieser Mann enthüllt, dass die Pferde, die hinter ihm stehen, durch den Herrn ausgesandt sind, damit sie die Erde durchqueren.[2]

Die Reiter reagieren auf dieses Wort mit der Aussage, dass sie in der Tat die Erde durchquert haben, diese sich aber in vollkommener Ruhe befindet. Aus dem Folgenden geht hervor, dass diese Ruhe kein günstiger Zustand ist.

Es wird gesagt, dass die Reiter „dem Engel des HERRN, der zwischen den Myrten hielt“, antworten. Mit anderen Worten: Der Mann zwischen den Myrten wird hier als Engel des HERRN bezeichnet. Es ist nämlich nicht anzunehmen, dass zwei Personen zwischen den Myrten gestanden haben könnten, ohne dass dies auf die ein oder andere Weise erwähnt worden wäre.[3]

Der Engel des HERRN wird an verschiedenen Schriftstellen mit Gott gleichgesetzt. Im Licht des Neuen Testaments denken wir an den Sohn Gottes, an den Herrn Jesus, der sich in der alten Haushaltung in der Gestalt eines Engels offenbart.

Der Monat Schebat

Die Geschichte des Volkes nach der Verbannung wird – wie gesagt – nach den Regierungsjahren fremder Fürsten berechnet. In diesem Fall wird der Monat nicht mit einer Ziffer angegeben, wie wir das bei Haggai wiederfinden, sondern mit einem babylonischen Namen. Beschämend ist das! Schebat ist der elfte Monat bei den Babyloniern. Der Name bedeutet „Trieb“ und weist auf das Austreiben der Bäume hin. Das Datum, das hier genannt wird, ist Februar/März 519 v.Chr. In Sacharja 7,1 finden wir den Namen des neunten Monats, des Monats Kislev.

Gesicht

Sacharja empfängt dieses Gesicht in der Nacht, empfängt es aber nicht mittels eines Traums. Ein Gesicht muss nicht per se auf einen Traum hindeuten. Es geht hier und auch in anderen Fällen um das Empfangen einer Vision, einer innerlichen Anschauung[4] von etwas, was Gott in einem wachen Zustand zeigt. Aus Sacharja 4,1 wird das sehr klar ersichtlich.

Der Mann zwischen den Myrten

Dr. J. Ridderbos meint, dass mit „zwischen den Myrten“ ein Platz im Himmel gemeint sei. Er stützt sich auf Sacharja 1,11, wo von dem Engel des HERRN gesagt wird, dass er zwischen den Myrten steht, und seiner Meinung nach impliziert dies, dass der Engel offenbar vor dem Herrn steht. Des Weiteren beruft er sich auf die Bedeutung der Myrte, wobei er den Artikel in Sacharja 1,8 für dringend erforderlich hält. Seine Argumente sind jedoch nicht überzeugend. Wir denken lieber an einen Ort auf der Erde, wo es mehr Übereinstimmung gibt mit dem Ausdruck „Tal“ oder „Vertiefungen“, und zwar im Land Kanaan aus dem Blickwinkel des Himmels. Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, übersetzt „am Ufer des tiefen Wassers“, was eine recht freie Wiedergabe zu sein scheint.

Die Myrte

Dies ist ein immergrüner Baum und kann symbolisch Frische, Wiederherstellung, Unvergänglichkeit bedeuten und auf das ewige Verweilen in den Wohnungen des Herrn hinweisen. Die Myrte wurde als Brautstrauß genutzt und gibt damit auch ein Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk wieder.[5] Nehemia 8,15 erwähnt die Myrte in Verbindung mit dem Laubhüttenfest, Jesaja 41,19 in Verbindung mit der Wiederherstellung des ausgedörrten Landes, denn eine Myrte benötigt viel Wasser[6]; eine ähnliche Bedeutung findet sich in Jesaja 55,13.

Merkwürdig erscheint die Auffassung Calvins, der meint, dass die dunkle Farbe, die der Baum hat, und der dichte Schatten, den er gibt, dem Propheten klarmachen solle, dass die Prophezeiung noch düsterer sei.[7]

Pferde

Unter „Pferde“ dürfen wir keine Arbeitspferde verstehen. Als Zugtier benutzt man ja den Ochsen oder den Esel. Es geht um Reitpferde. Diese könnten vor einem Streitwagen gespannt sein, wie es in der achten Vision offensichtlich der Fall ist. Manche Ausleger möchten schon bei diesem ersten Gesicht daran denken, doch Wagen werden hier gar nicht genannt, und der Gedanke steht auch im Widerspruch zu der Aufgabe, die diese Reiter hatten, nämlich Information zusammentragen. Sie sind nicht ausgezogen, um zu streiten, sondern um zu erkunden.

Farben der Pferde

Im Gegensatz zu den Pferden in Offenbarung 6 ist nicht so leicht, zu bestimmen, welche Bedeutung die hier genannten Pferde haben. Rot könnte auf Gericht hinweisen, andere denken an die Farbe des Abendhimmels[8]; Rossier denkt an die Gnade, die Gott dem Volk erwies, als Er sie nach dem Untergang Babels wieder ins Land zurückkehren ließ.[9] Er folgt darin Darby.[10] Kelly legt einen Zusammenhang mit „Hingabe“ an Gott, sei es im Gericht, sei es in Gnade.[11] Anstelle von „rot“ kann man auch übersetzen „braun“ oder „rotbraun“, was die genannten Bedeutungen zweifelhaft erscheinen lässt. Weiß könnte auf Reinheit oder Frieden hinweisen, doch die Ruhe, über die Sacharja 1,11 spricht, sollte gewiss nicht positiv aufgefasst werden; es müsste dann um „Scheinfrieden“ gehen. Mit fuchsfarbig geraten wir vollends in Probleme, und zwar auch, weil es mit „rot“ übersetzt werden könnte.

Manche denken an die vier Windrichtungen, in die die Reiter ausgesandt wurden, und berufen sich dabei auf die griechische Übersetzung, die hier vier Farben unterscheidet. Auch gibt es solche, die einen Zusammenhang zu den persischen Gewohnheiten bei Auszügen legen. Diese letztere Meinung ist allerdings pure Spekulation.

Andere meinen, dass die Farbunterscheidungen nur dazu dienen, die Reiter in verschiedene Gruppen einzuteilen.[12] Dieser Gedanke erscheint mir allerdings zu dünn, denn warum dann eine Einteilung in drei Gruppen? Es bleibt schwierig, den Sinn der verschiedenen Farben genau anzugeben.

Die vier Weltreiche

Es gibt Ausleger, die eine Verbindung mit den vier Weltreichen aus Daniel 2 und 7 herstellen.[13] Das ist ein anziehender Gedanke, auf den wir noch weiter eingehen wollen. Sacharja versetzt uns in die Zeit nach dem Fall des Babylonischen Reiches. Dieser Fall war von spezifischer Bedeutsamkeit: erstens, weil Gott selbst Babylon den Ort Jerusalem einnehmen ließ, wo sein Thron stand; zweitens, weil es das einzige heidnische Reich ist, von dem explizit gesagt wird, dass Gott ihm seine Macht gab.[14] Die nachfolgenden drei Reiche nahmen nach der Vorsehung Gottes den Platz Babylons lediglich ein, weshalb, als Babylon fiel, Jerusalem im Prinzip und nur zum Teil wiederhergestellt wurde und die Macht, die Babylon richtete (Persien), dafür sorgte, dass das Volk sich erneut in der Heiligen Stadt ansiedelte. Das Aufstreben, die Regierungszeit und der Fall Babylons umfassen im Prinzip in Gänze das Handeln Gottes mit den Nationen. Die anderen drei Reiche betraten die Bühne nämlich nur als Zugabe des Babylonischen Reiches.

Gemäß verschiedener Ausleger weisen die drei Gruppen der Pferde auf diese drei Reiche hin, d.h. auf das Medo-Persische, das Griechisch-Mazedonische und das Römische Reich. Dabei wird darauf hingewiesen, dass der Mann, der zwischen den Myrten auf dem roten Pferd sitzt, mit dem Persischen Reich übereinstimmt, das damals die Macht hatte.[15]

So anziehend, wie dieser Gedanke auch sein mag, wir haben mit der Tatsache zu tun, dass von diesen Reichen das Griechisch-Mazedonische Reich und das Römische Reich erst noch entstehen mussten, während die Reiter zur gleichen Zeit und zugleich ausgesandt werden, um die Erde zu durchqueren, und sie diese auch bereits durchquert hatten. Man muss die Ruhe auf der Erde dann aus einer prophetischen Perspektive sehen, nämlich der, dass unter den drei Weltreichen noch keine Bewegung vonseiten Gottes zu sehen ist.

Es gibt aber noch mehr gegen die oben genannte Auffassung einzuwenden, denn wie kann Gott Weltreiche aussenden, um die Situation in diesen Reichen zu besehen? Diejenigen, die diesen Einwand erkannten, haben dann diesen Gedanken lanciert: Die Pferde haben mehr den Charakter vom Geist dieser Reiche, die in der Vorsehung Gottes auftreten, als dass sie die Reiche selbst bezeichnen. Es ist jedoch nur schwierig vorstellbar, wie die Geister der Reiche ausgesandt werden, um zu sehen, wie es um die Reiche bestellt ist.

Andere, wie Veldkamp, stellen keinen Zusammenhang mit weltlichen Mächten her, sondern sehen in der Reiterschar eine sinnbildliche Vorstellung himmlischer Heerscharen oder Engel.[16] Der Gedanke, dass es hier um Engel geht, die ausgesandt werden, hat viel für sich, braucht aber eine Verbindung mit den Weltmächten nicht ganz auszuschließen. Wir könnten es uns so vorstellen, dass jede der Engelgruppen in das Gebiet geht, wo sich das Machtzentrum des jeweiligen Weltreichs befindet. Um konkret zu sein: Es gehen welche in das persische Gebiet, es gehen welche in das griechisch-mazedonische Gebiet und andere in das römische Gebiet.

Es muss jedoch eingeräumt werden, dass in Sacharja 1,11 von spezifischen Gebieten keine Rede ist. Der Vers erwähnt nur das Durchqueren der ganzen Erde und die Feststellung, dass die Erde vollkommen in Ruhe ist. Der allgemeine Tenor ist, dass unter den Nationen zugunsten Israels keine Bewegung auffällig ist und genauso wenig etwas auf Gottes Gericht über die Nationen hinweist.

Fragen erlaubt

Wie schon früher erwähnt, schämt Sacharja sich nicht, Fragen zu stellen, wenn er etwas nicht weiß.[17] Oft findet man es dumm, Fragen zu stellen, weil dann jemandes Unwissenheit zum Vorschein kommt. Fragen zu stellen ist jedoch nicht dumm. So zu tun, als wenn man etwas weiß, obwohl das nicht der Fall ist, das ist dumm. Darum: Fragen ist erlaubt, und es ist klug, davon Gebrauch zu machen.

Der Engel, der mit mir redete

Diesem „Begleitengel“ begegnen wir mehrmals in Verbindung mit Gesichten.[18] Der Ausdruck ist typisch für das Buch Sacharja. Dieser Engel darf natürlich nicht mit dem Engel des HERRN gleichgesetzt werden und auch nicht mit anderen Engeln, wie Sacharja 2,7 zeigt – entgegen der Auffassung von Van der Woude.[19]

Die Offenbarung geschieht durch einen Engel und ist hier demnach weniger direkt als in Sacharja 1,7 und ab Kapitel 6,9.

Um die Erde zu durchziehen

Dieses Durchziehen dient nicht dazu, Gericht zu bringen, sondern um sich über den Zustand der Erde zu informieren. Dazu hat der Herr sie ausgesandt. Denke z.B. an die Aufgabe der „Kundschafter“ oder an die Aufgabe der Gesandten, die durch die persischen Könige in ihrem Reich ausgesandt wurden, um sich über den Zustand in den jeweiligen Teilen des Reiches zu informieren. Über die Reiter der Pferde wird nicht geredet, doch wir werden, wie gesagt, hierbei an Engel denken müssen, die von dem Herrn ausgesandt sind.

Unter „Erde“ müssen wir die damals bekannte Welt verstehen. Man könnte an das Machtgebiet der in Daniel 2 und 7 genannten Weltreiche denken. Diese Reiche haben eines nach dem anderen das Land Israel in Besitz genommen. Siehe für die Bedeutung von „Erde“ Lukas 2,1.

Der Engel des HERRN

Manche, u.a. Ridderbos, machen einen Unterschied zwischen „dem Mann, der zwischen den Myrten hielt“, und „dem Engel des HERRN, der zwischen den Myrten hielt“. Sie meinen, dass zwei Personen zwischen den Myrten stehen. Mit J. Douma erachte ich dies nicht als sehr wahrscheinlich.[20] Denke hierbei an 1. Mose 18, wo von drei Männern die Rede ist, die später als Engel identifiziert werden[21], und einer von diesen muss ebenfalls der Engel des HERRN sein.[22] Die Gleichsetzung des „Mannes“ mit „dem Engel des HERRN“ ist also durchaus erlaubt.

Zum ersten Mal ist von diesem besonderen Engel die Rede in 1. Mose 16,7-14. Aus Vers 13 kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass Hagar ihn bereits mit Gott gleichgesetzt hat.[23] Im Buch Sacharja begegnen wir diesem Engel in Sacharja 1,11.12; 3,1.5.6; 12,8.

Edelkoort meint, dass der Text beschädigt sei und „der Engel, der mit mir redete“ gemeint sein müsse.[24] Es ist nämlich bezeichnend, dass der Herr diesem „Begleitengel“ eine Antwort auf die Frage gibt.

Aufgrund von Sacharja 1,8 kann man annehmen, dass der Engel mit dem Gesicht zu Sacharja gekehrt steht; sicher ist das allerdings nicht.

Was für eine Ruhe?

Die Ruhe bezieht sich meines Erachtens nicht auf eine stille Geruhsamkeit unter dem Volk Israel, also auf Faulheit, um für die Sache des Herrn, den Tempelbau, einzutreten, sondern auf die Ruhe unter den Nationen. Unter den Völkern ist keine Bewegung festzustellen, wie Haggai 2,8.21-23 vorausgesagt hat. Anders gesagt: Von einem Aufkommen der Rache Gottes über die Bedrücker ist keine Rede.

In den drei historischen Büchern nach der Verbannung – Esra, Nehemia und Esther – ist von Wiederherstellung des Volkes gepaart mit Gottes Rache über die Völker auch nichts zu spüren.

Calvin meint, dass diese Ruhe sich auf die Ruhe und den Frieden, die unter den Völkern herrschen, beziehe und dass ein Gegensatz beschrieben werde zum Widerstand, den das Volk Gottes erlebt.[25] Wir folgen diesem Gedanken nicht. Deddens behauptet, dass die Ruhe sich auf das Nicht-Losziehen der Nationen bezieht, um dem Herrn in Jerusalem zu dienen.[26] Sacharja 1,12 und 15 stützen diesen Gedanken meines Erachtens nicht.

Ergänzung zur ersten Vision: Trost für Zion (Sach 1,12-17)

Sach 1,12-17: 12 Da hob der Engel des HERRN an und sprach: HERR der Heerscharen, wie lange willst du dich nicht über Jerusalem und die Städte Judas erbarmen, auf die du zornig warst diese siebzig Jahre? 13 Und der HERR antwortete dem Engel, der mit mir redete, gute Worte, tröstliche Worte. 14 Und der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Rufe aus und sprich: So spricht der HERR der Heerscharen: Ich habe mit großem Eifer für Jerusalem und für Zion geeifert, 15 und mit großem Zorn zürne ich über die sicheren Nationen; denn ich habe ein wenig gezürnt, sie aber haben zum Unglück geholfen. 16 Darum, so spricht der HERR: Ich habe mich Jerusalem mit Erbarmen wieder zugewandt; mein Haus, spricht der HERR der Heerscharen, soll darin gebaut und die Mess-Schnur über Jerusalem gezogen werden. 17 Rufe ferner aus und sprich: So spricht der HERR der Heerscharen: Meine Städte sollen noch überfließen von Gutem; und der HERR wird Zion noch trösten und Jerusalem noch erwählen.

Diese Verse enthalten

  • die Frage des Engels des HERRN;
  • den Auftrag für Sacharja, eine Botschaft weiterzugeben;
  • die trostvolle Äußerung des Herrn über das zukünftige Handeln mit seinem Volk.

Der Engel des HERRN, der in Vers 11 genannt wird, richtet sich daraufhin mit der Frage an den HERRN der Heerscharen, wann Gott dem siebzigjährigen Zorn über Jerusalem und den Städten von Juda ein Ende machen wird.[27] Er tritt also als Sachwalter für sein Volk auf. Es ist merkwürdig, dass nicht Sacharja so auftritt, sondern dieser Engel des HERRN; wenn wir jedoch beim Engel des HERRN in der Tat an den Herrn Jesus denken, ist es wiederum nicht so befremdlich, und wir sehen hier eine Erfüllung des Wortes: „In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt.“[28]

Nun hatte Gott sich bereits über sein Volk erbarmt, indem Er es (teilweise) in das Land der Väter zurückkehren ließ, und auch hatte Er die Zurückgekehrten erweckt, mit dem Wiederaufbau des Tempels anzufangen, doch Israel war den fremden Nationen noch unterworfen.[29] Das Gericht, das durch Jeremia angekündigt worden war, ist in Erfüllung gegangen. Zwar war die Zeit der Wiederherstellung eingetreten, doch jetzt, gut zwanzig Jahre danach, war der Zustand des Volkes noch lange nicht gut.

Der Herr antwortet auf die Klage des Engels des HERRN nicht dem Engel des HERRN, sondern dem Engel, der mit Sacharja redete.[30] Diese Antwort enthält gute und tröstliche Worte.[31] Diese Worte können natürlich nur dann tröstlich sein, wenn sie etwas in Bezug auf die Wiederherstellung des Volkes enthalten. Der Begleitengel leitet diese Worte – so müssen wir uns das vorstellen – als Auftrag zu Predigen an Sacharja weiter.

Die Botschaft, die Sacharja predigen soll, wird ausdrücklich ein Wort des HERRN der Heerscharen genannt. Wie schon gesagt, zeigt dieser Name die Größe und Macht Gottes.

Dieses Wort teilt mit, dass der Herr einen gewaltigen Eifer für Jerusalem und für Zion entfalten wird, der dem Volk zugutekommen wird.[32] Andererseits ist der Herr sehr erzürnt[33] über die Nationen, die sich in ihrem Übermut am Volk Gottes vergriffen haben. Dass sie Gottes Strafen über Israel brachten, war nicht verkehrt, doch sie taten es nicht mit Traurigkeit in ihren Herzen, nein, sie erfreuten sich daran und bedrückten das Volk unverhältnismäßig hart.[34] Deswegen wird der Herr seinen Zorn über sie ausgießen.

Die Nationen können sich den desolaten Zustand Jerusalems ansehen, ohne dass es sie berührt, Gott kann das allerdings nicht. Gott wird sich über Jerusalem und die anderen Städte, „meine“ Städte genannt, erbarmen. Der Tempel, den man im Begriff stand wiederherzustellen, wird wieder emporragen, und das gilt auch für die Stadt, die nach dem göttlichen Maß wiederhergestellt werden wird.[35]

Das ist aber noch nicht alles; der Auftrag zur Predigt setzt sich fort mit der Ankündigung eines weiteren Wortes des Herrn der Heerscharen. Nicht nur Jerusalem wird die Erbarmung Gottes erfahren, sondern auch die anderen Städte des Landes werden reichlich an dem Guten, das Gott für sie bereit hat, teilhaben. Zion wird den Trost des Herrn erfahren, und es wird sich klar zeigen, dass der Herr Jerusalem noch immer als seine Stadt ansieht. Seine Erwählung wird nicht ungeschehen gemacht.[36] Wenn das nicht eine tröstliche Botschaft ist![37]

Wie lange nicht erbarmen?

Der Engel des HERRN spricht eine Klage aus, und zwar wie lange Gott noch ohne Erbarmen für Jerusalem und die umliegenden Städte sein wird. Aus dieser Klage wird noch einmal klar, dass sich „die Ruhe“ auf der Erde nicht auf die Inaktivität des Volkes Israel bezieht, sondern auf die Inaktivität Gottes. Wann wird der Herr nun endlich für sein Volk eintreten!?[38]

Siebzig Jahre

An verschiedenen Stellen in der Bibel wird über eine Periode von siebzig Jahren in Bezug auf die Züchtigung des Volkes Israel gesprochen. So ist in 2. Chronika 36,21 die Rede von siebzig Jahren, in denen das Land wüst liegen würde. Davor wird erwähnt, dass Nebukadnezar die Stadt und das Heiligtum verwüstet hat. Das geschah im Jahr 586 v.Chr. Diese Periode würde dann 516 v.Chr. enden, wenn der Tempel wiederhergestellt wäre.

Darüber hinaus lesen wir in Jeremia 25,11, dass Israel dem König von Babel siebzig Jahre dienstbar sein wird, wonach Babel selbst dienstbar gemacht werden würde, siehe auch Jeremia 27,7.8. Diese Periode kann angesiedelt werden zwischen ca. 606 v.Chr., als Nebukadnezar zum ersten Mal gegen Jerusalem aufzog und Jojakim ihm untertan gemacht wurde (2Kön 24,1), und 536 v.Chr., als das zurückgekehrte Volk mit dem Wiederaufbau des Tempels begann. Jeremia hat noch ein zweites Mal über diese Periode von siebzig Jahren geredet, und zwar in Jeremia 29,10. Auch hier endet diese Periode mit der Rückkehr aus Babel und der Ansiedlung im Land (möglicherweise mit dem Beginn des Wiederaufbaus des Tempels im Jahr 536 v.Chr.).

Für Daniel ist diese Prophezeiung Jeremias der Grund, um sich im Gebet zu Gott zu wenden (Dan 9). So kommen wir also zu den zwei Schriftstellen in Sacharja, wo über diese siebzig Jahre geredet wird, und zwar in Sacharja 1,12, wo die Periode verbunden wird mit der Äußerung des Zorns Gottes, und in Sacharja 7,5, wo es um den Zeitraum des Fastens geht. Was das Fasten im fünften Monat angeht, so kann an die Vernichtung des Tempels gedacht werden, die gemäß Jeremia 52,12 und 2. Könige 25,8 im fünften Monat stattfand. Dass dies jedoch der Startpunkt der Fastenzeit ist, steht nicht fest. Auch können die Juden zu Beginn der Periode des Fastens an den Verlust ihrer Selbständigkeit gedacht haben, der durch die erste Unterwerfung durch Nebukadnezar aufkam. Es ist daher auch nicht per se notwendig, die siebzig Jahre von unserem Vers von 586 v.Chr. bis 519 v.Chr festzulegen, wie Ridderbos dies vorschlägt.[39] Wie dem auch sei, Gott hat seinem Volk siebzig Jahre keine Erbarmung erwiesen und es den Mächten der Völker hingegeben. Von einer definitiven Befreiung und Wiederherstellung ist auch nach der Rückkehr aus der Verbannung noch immer keine Rede, doch es kommt ein Moment, wenn die Zucht des HERRN ein Ende nimmt und Gott sich über sein Volk erbarmen wird.[40]

Die übermütigen [sicheren] Nationen

Manche denken hierbei an die umliegenden Nationen, die mitgeholfen hatten, den Untergang Jerusalems zu bewerkstelligen. Dieser Gedanke ist nicht abzuweisen, wir müssen hier aber sicherlich auch an die Weltmächte denken, die das Volk unterworfen oder in Unterjochung gehalten haben (siehe Sacharja 2,4), und bedenke, dass die vier Weltreiche in Daniel 2 durch ein Bild repräsentiert werden. Dies nimmt nichts davon weg, dass der Ausdruck „übermütige Nationen“ einen allgemeinen Tenor hat; es wird keine Beschränkung angegeben. Im Vergleich zu ihrem Wüten gegen das Volk war der Herr lediglich „wenig“ erzürnt, wiewohl der Zorn an sich „groß“ war (Sach 7,12). Siehe für so eine Relativierung der Schuldfrage Hesekiel 16,51. Andere interpretieren „wenig“ im Zusammenhang mit der Dauer, wie dies in Jesaja 54,8 der Fall ist. Allerdings hat die erste Erklärung m.E. den Vortritt.

Zum Unglück geholfen

Die Züchtigung durch die Nationen durch den Herrn war dazu bestimmt, Israel zur Einsicht zu führen, und kann daher als „mithelfen“ betrachtet werden, doch die Nationen gingen unbarmherzig mit dem Volk Gottes um, und so wurde es ein „Mithelfen zum Bösen“.[41] Diese unbarmherzige Handlungsweise mit seinem Volk ging dem Herrn sehr zu Herzen, Er fühlte ihr Leid sozusagen selbst.[42]

Die Messschnur wird gezogen werden

Ein Messstab oder eine Messschnur oder Messrute dient natürlich dazu, Maß zu nehmen. Das kann im guten Sinn sein, um die Größe eines Stücks Land zu messen[43] oder eines Gebäudes anzugeben oder um die Größe eines Gebäudes oder Gegenstandes zu beschreiben.[44] Es kann auch in negativem Sinn gemeint sein, wie in 2. Könige 21,13; Jesaja 34,11 und Klagelieder 2,8, wo es dazu dient, das Ausmaß der Verwüstung zu beschreiben. In Offenbarung 11,1 hat das Messen des Tempels einen positiven Sinn: Gott beansprucht sozusagen den Tempel für sich und für die, die dort anbeten. Das Nichtmessen des Vorhofs hat eine negative Bedeutung: Gott übergibt diesen Platz den Heiden oder Nationen.

Jerusalem und Zion

Es ist auffallend, wie oft der Name Jerusalem in diesem relativ kleinen Buch genannt wird.[45] Es ist die Stadt, wo Gott seinen Namen hat wohnen lassen und wo Er wohnt.[46] Diese Stadt wird erstmalig in 1. Mose 14 genannt und als Salem erwähnt, was „Frieden“ bedeutet. In späterer Zeit begegnen wir dem Namen Jebus.[47] Die Bedeutung dieses Namens wird wiedergegeben mit „zertreten“, „niedergetreten“, „festgetreten“ oder mit „fester Ort“. David erobert diese Stadt mit der dazugehörigen Burg, die danach den Namen „Stadt Davids“ bekommt. Diese grenzt an das Kidrontal. Der Abschnitt zwischen dem Kidrontal, dem Tyropoiontal und dem Tempelberg hieß ursprünglich Zion. Heute wird dies Ophel genannt. Dort lag die alte Stadt, die David von den Jebusitern erobert hatte und wo er begraben wurde. Später zog die Bevölkerung in den Südwesten der Stadt. Sie nahmen den Namen Zion mit und gaben diesen Namen einem Berg im südwestlichen Stadtteil. Auch legten sie dort zu Unrecht ein Grab als das Grab Davids fest.[48] Es ist möglich, dass die Burg, die David eroberte, bereits Zion hieß, denn Zion bedeutet nach einigen Auslegern „Burg“.[49]

Geistlich verbindet man mit dem Namen Zion „Gnade“. Man denkt dabei daran, dass Gott, als Israel in hoffnungslosem Zustand und die Bundeslade in der Hand der Feinde war, diese Lade durch David in die Stadt Davids bringen ließ.[50] In der Schrift wird Zion oft mit Jerusalem gleichgesetzt.

Der HERR wird Jerusalem noch erwählen

Gottes Erwählung hat nichts mit dem Verdienst Israels zu tun, sondern mit Gottes Liebe zu seinem Volk und mit der Treue des Herrn dem Eid gegenüber, den Er ihren Vätern geschworen hatte.[51] Die Zusicherung der Erwählung durch Gott wird in Sacharja 2,16 und 3,2 wiederholt.[52]

Jerusalem ist Jerusalem

Es sei noch einmal wiederholt, dass, wenn Gott in diesem Propheten über Jerusalem spricht, das irdische Jerusalem gemeint ist. Es geht nicht an, die Gerichte wörtlich auf diese Stadt zu beziehen und die Heilsprophezeiungen auf die Gemeinde oder das himmlische Jerusalem zu beziehen.

Versetzt in die Vergangenheit

Es gibt eine Auffassung, dass Sacharja in dieser ersten Vision in die Zeit vor der Rückkehr aus der Verbannung versetzt wird. Die Ruhe auf der Erde, über die Sacharja 1,11 redet, würde sich dann auf die Ruhe beziehen, die in der letzten Zeit der babylonischen Periode herrschte. Eine derartige Versetzung in die Vergangenheit ist nicht ungewöhnlich, wir finden die auch in Offenbarung 21,1-5. Ob das hier jedoch der Fall ist, wagen wir zu bezweifeln.

Verständnisfragen zu Sacharja 1,7-17

  1. Versuche, den Unterschied zwischen einer Vision und einem Traum zu erläutern. Was kann gemäß Prediger 5,2 die Ursache unserer Träume sein (siehe auch Prediger 5,6)? Was können wir von solchen Träumen lernen?

  2. Sacharja schämt sich nicht, Fragen zu stellen. Warum schämen wir uns oft, dies doch zu tun?

  3. Genau wie in der Zeit Sacharjas gibt es auch in unserer Zeit manchmal wenig von dem Werk Gottes mit der Welt zu sehen. Der Zustand der Welt wird immer schlechter, und mit der Gemeinde Jesu Christi steht es auch nicht zum Besten. Welche Ermutigung können wir dann aus den hier behandelten Versen schöpfen?

  4. Was ist der Unterschied zwischen dem Zorn Gottes, der über Israel kam, und der Handlungsweise der Nationen, die Israel unterdrückten?

  5. In der Rückkehr Israels in das Land sowie in der Gründung des Staates Israel können wir sicher Gottes Hand sehen. Doch ist dies die Erfüllung der Heilsprophezeiungen, über die Jesaja, Jeremia u.a. sprachen? Wenn nicht, gib an, warum nicht.

  6. Prüfe dich selbst, ob du etwas bei Gottes Erbarmung über das Volk Israel empfindest. Und wie besiehst du den Zustand der Kirche: Sagt der dir etwas? Kritisierst du etwas? Sorgst du dich darum? Macht der Zustand dich traurig? Betest du um Belebung?

  7. In Sacharja 1,17; 2,16 und 3,2 ist die Rede von der Erwählung Jerusalems. Was beinhaltet diese Erwählung? In Epheser 1,3 ist die Rede von der Erwählung der Gläubigen dieser Zeit. Was beinhaltet diese Erwählung? Findest du Trost in der Lehre der Erwählung? Wenn ja, welchen?

Die zweite Vision: Vier Hörner und vier Schmiede (Sach 2,1-4)

Sach 2,1-4: 1 Und ich erhob meine Augen und sah: Und siehe, vier Hörner. 2 Und ich sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Was sind diese? Und er sprach zu mir: Diese sind die Hörner, die Juda, Israel und Jerusalem zerstreut haben. 3 Und der HERR ließ mich vier Schmiede sehen. 4 Und ich sprach: Was wollen diese tun? Und er sprach zu mir und sagte: Jene sind die Hörner, die Juda dermaßen zerstreut haben, dass niemand mehr sein Haupt erhob; und diese sind gekommen, um sie in Schrecken zu versetzen und die Hörner der Nationen niederzuwerfen, die das Horn gegen das Land Juda erhoben haben, um es zu zerstreuen.

Dieser Abschnitt enthält

  • das Sehen von vier Hörnern;
  • die Frage nach der Auslegung der Bedeutung der Hörner und die Auslegung selbst;
  • das Gesicht von vier Schmieden und die Frage nach ihrem Auftreten;
  • die Antwort auf die Frage.

Ohne weitere Einleitung – außer wenn Sacharja 1,17 als solche ausgelegt werden muss – erzählt Sacharja, dass er seine Augen aufschlug[53] und vier Hörner sah. Auf seine Frage an den Begleitengel[54], was die Hörner zu bedeuten haben, bekommt er zur Antwort, dass sie die Mächte symbolisieren, die Juda, Israel und Jerusalem zerstreut haben.[55] Es steht nicht dabei, woran die vier Hörner festsitzen – falls sie überhaupt an irgendetwas festsitzen. Die Aufmerksamkeit wird ausschließlich auf die Hörner gerichtet. Die Anzahl Vier bezieht sich oft auf die vier Winde der Erde[56] und ist dann eine Darstellung des ganzen Erdreichs. In diesem Fall ist es sehr schlüssig, an die vier Reiche zu denken, die das Volk Israel zerstreut haben. Man denke dann an die vier Weltreiche, über die Daniel 2 und 7 sprechen. Natürlich ist das Babylonische Reich für die Zerstreuung verantwortlich, doch die drei folgenden Reiche übernahmen sozusagen das Erbe von Babel und trugen so zur weiteren Zerstreuung des Volkes unter die Völker bei. Denke daran, dass die vier Reiche in Daniel 2 als ein Bild gesehen werden. Die Hörner sind ein Symbol für Kraft, für die Kraft der vier Reiche.

Van de Weert denkt an Assyrien und Babel und auch an Ägypten und Syrien.[57] In jedem Fall bezieht sich die Vision auf die Macht der Nationen, die sich an dem Volk Gottes vergriffen haben.

Das zweite Gesicht ist eigentlich eine doppelte Vision bzw. eine Vision in zwei Stadien, denn nun wird die Aufmerksamkeit des Propheten durch Gott auf die vier Schmiede gelenkt. Auf die Frage Sacharjas wiederholt der Engel kurz, dass die Hörner für die Zerstreuung des Volkes verantwortlich sind, und das gilt insbesondere für Juda, das Zweistämmereich. Diese Zerstreuung war natürlich von Bedrängnis begleitet. Das wird mit den Worten beschrieben, dass niemand mehr sein Haupt erheben konnte. Die Worte bedeuten gleichzeitig, dass es keine Möglichkeit gab, das Joch abzuwerfen. Doch dann gibt der Engel Antwort auf die Frage Sacharjas und sagt, dass die Schmieden gekommen seien, um die vier Hörner – die also die Macht der Völker symbolisieren – zu erschrecken und ihre Macht niederzuschlagen.[58]

Das ist eine gewaltig tröstliche Botschaft für Zion und Jerusalem (siehe Sach 1,17). Gott lässt sein Volk nicht im Stich; es kommt ein Ende an die Drangsal. Der Herr wird den Gegnern, denen Er zürnt (Sach 1,15), zugrunde richten. Welche Mittel Er dazu gebraucht, steht nicht dabei. Es können Engelmächte sein, Naturgewalten oder Uneinigkeit untereinander. Die Betonung liegt aber nicht auf dem Wie des Geschehens, sondern auf der Tatsache des Geschehens, und diese Tatsache steht fest.

Ich erhob meine Augen

Das bezieht sich nicht auf ein wörtliches Aufschlagen der Augen, also auf ein Schauen auf etwas in der Umgebung Sacharjas, sondern auf das visionäre Sehen.[59] Der Prophet richtet seine Aufmerksamkeit auf das, was ihm in einer Vision präsentiert wird.

Hörner

Ein Horn ist die Waffe eines Tieres, mit dem es Macht ausüben oder sich verteidigen kann. Normalerweise wird dieses Wort daher auch gebraucht, um dies anzudeuten.[60] Darüber hinaus wird ein Horn (natürlich von einem getöteten Tier) gebraucht, um es zu füllen, z.B. mit Öl, um jemand zu salben. Dann ist es ein Symbol von Segen und Wohlfahrt.[61] Auch kann ein Horn seinen Dienst als Musikinstrument tun. In unserem Abschnitt geht es um Hörner als Zeichen der Macht.

Die vier Weltreiche oder umliegende Völker

Wenn wir an die vier Weltreiche denken, die uns in Daniel 7 präsentiert werden, haben wir die Schwierigkeit, dass hier von „zerstreut haben“ die Rede ist. Allerdings waren zwei dieser Reiche zur Zeit Sacharjas noch zukünftig. Es gibt daher auch Ausleger, die genau wie bei Sacharja 1,15 an die umliegenden Völker denken, wie Moabiter, Edomiter, Ammoniter und andere.[62] Ridderbos verwischt den Sinn, indem er an die Völkerwelt im Allgemeinen denkt.[63] Er bezieht die Zahl Vier auf die vier Winde und führt dazu Daniel 8,8 an.

Die Tatsache, dass hier in der vollendeten Zeitform gesprochen wird, sagt meines Erachtens nicht alles. Die vier Weltreiche von Daniel 7 werden in Daniel 2, wie gesagt, in einem Bild vorgestellt. Im Reich Babels sind sie sozusagen alle vier inbegriffen und verantwortlich für die Zerstreuung der Völker. Dazu kommt noch, dass das endgültige Gericht über diese Hörner in der Zukunft vollzogen wird.

In Daniel 8,8 werden zwar vier Hörner genannt, mit denen die vier Reiche gemeint sind, in die das Reich Alexanders des Großen zerfallen würde. Diese Reiche sind hier jedoch nicht gemeint, denn die kamen viel später auf. Sie sind allerdings in der Geschichte des dritten Weltreichs enthalten, nämlich dem griechischen, von dem sie einen Teil darstellen. Daniel 8,8 können wir nur zitieren als Beweis dafür, dass Hörner ein Symbol für Reiche sein können.

Vier Schmiede

Das Wort, das mit „Schmied“ übersetzt ist, kann sich auf einen Bearbeiter von Holz, Stein oder Eisen beziehen. Hier wird es sich um einen Bearbeiter von Eisen handeln[64], also um einen Schmied. Normalerweise geht es bei der Arbeit eines Schmieds um das Konstruieren von etwas Neuem oder dem Reparieren von etwas Defektem, wofür er manchmal bestimmte Dinge auch erst einmal „abbrechen“ muss. In diesem Fall geht es um eine negative Tätigkeit.

Die Frage ist natürlich, ob wir bei diesen vier Schmieden auch an vier Mächte denken können, die wir dann auf die eine oder andere Weise deuten müssen. Wenn wir unter den vier Hörnern die vier Weltreiche verstehen, dann verlangt die Analogie, dass wir vier historische Mächte benennen können müssen, die dieses Gericht vollzogen haben. Ehrlich gesagt, stellt uns das vor eine Schwierigkeit, denn die vier Weltreiche werden nicht durch andere irdische Mächte zugrunde gerichtet, sondern durch den „Stein ohne Hände, der zermalmte“ (Dan 2,34), bzw. durch das Gericht Gottes (Dan 7). Wir können höchstens sagen, dass jedes dieser drei Reiche, die Babel nachfolgten, das vorhergehende Reich zugrunde gerichtet hat[65] und dass zum Schluss das Endgericht durch den Stein vollzogen wird. Mit dieser Lösung brechen wir freilich mit dem Gedanken, dass die vier Weltreiche durch das Bild in Daniel 2 als eine Einheit dargestellt werden. Eine sehr elegante Lösung für das Problem mit den vier Schmieden ist dies also nicht.

An sich ist es eine Tatsache, dass Gott das Gericht durch andere Völker ausführen lassen kann; wir sehen das z.B. in Hesekiel 21,28-31, wo es um das Gericht geht, das die Ammoniter treffen wird.

Bultema erwähnt, dass manche bei den vier Schmieden an Darius Hystaspis, Mordokai, Nehemia und Matthathias (den Makkabäer) denken, weil diese den Juden halfen. Er erachtet dies zu Recht als eine Verkennung des Charakters der Prophezeiung, denn diese Wohltäter haben die Macht der Nationen nicht zerbrochen.[66]

Lok bemerkt, dass die Hörner einfach so zu sehen sind, während die Schmiede dem Propheten durch den HERRN gezeigt werden müssen.[67] Ein Gedanke, über den man nachdenken sollte!

Wir können festhalten, dass Assyrien, Babylon, Ägypten und Syrien gründlich von Gott gezüchtigt wurden. Im Licht des ganzen Buches Sacharja betrachtet scheint der Text (welche Vorerfüllung es auch immer gegeben hat) schlussendlich auf das Gericht Gottes hinzudeuten, das Er in der Endzeit über die Nationen bringen wird, die sich gegen Israel gewendet haben.

Haupt erheben

Dies kann das Bild von jemand sein, der überfallen wurde und auf dem Boden liegt und seinen Kopf nicht heben kann. In symbolischer Sprache deutet dies auf Unterwerfung hin, gegen die ein Aufstand möglich ist.[68]

Juda, Israel und Jerusalem

Die Kombination von Juda und Jerusalem stellt kein Problem dar, denn Jerusalem als Hauptstadt Judas verstärkt die Aussage einfach nur. Es steht jedoch Israel dazwischen, und wenn Juda und Israel separat genannt werden, ist mit Israel sehr oft das Zehnstämmereich gemeint. Allerdings scheint es nicht sehr konsequent zu sein, dass dies hier auch gemeint ist.

Die dritte Vision: Der Mann mit der Messschnur (Sach 2,5-10)

Sach 2,5-10: 5 Und ich erhob meine Augen[69] und sah: Und siehe, ein Mann, und eine Mess-Schnur war in seiner Hand. 6 Und ich sprach: Wohin gehst du? Und er sprach zu mir: Jerusalem zu messen, um zu sehen, wie groß seine Breite und wie groß seine Länge ist.[70] 7 Und siehe, der Engel, der mit mir redete, ging aus; und ein anderer Engel ging aus, ihm entgegen. 8 Und er sprach zu ihm: Lauf, rede zu diesem Jüngling und sprich: Als offene Stadt wird Jerusalem bewohnt werden wegen der Menge von Menschen und Vieh in seiner Mitte. 9 Und ich, spricht der HERR, werde ihm ringsum eine feurige Mauer sein und werde zur Herrlichkeit sein in seiner Mitte. 10 Hui! Hui! Flieht aus dem Land des Nordens!, spricht der HERR. Denn nach den vier Winden des Himmels breite ich euch aus, spricht der HERR.

Das dritte Gesicht handelt von

  • einem Mann mit einer Messschnur, der den Auftrag bekommt, Jerusalem zu messen;
  • dem Auftrag eines anderen Engels an den „Begleitengel“, der für Sacharja bestimmt ist;
  • der Beschreibung des zukünftigen Zustands Jerusalems.

Diese Vision baut klar auf die Mitteilung auf, die in der ersten Vision gemacht wurde, nämlich dass die Messschnur über Jerusalem gespannt werden wird, denn Sacharja sieht jetzt einen Mann mit einer Messschnur und fragt – offensichtlich diesen Mann mit der Messschnur –, was er tun wird. Die Antwort ist tröstlich und hoffnungsvoll, denn der Mann wird Jerusalem messen, um zu sehen (oder: um anzugeben), wie groß die Breite und die Länge der Stadt sein wird. Jerusalem wird also wiederaufgebaut werden.

Es bleibt nicht bei dieser Nachricht, denn ein anderer Engel erscheint und gibt dem Begleitengel den Auftrag, Sacharja mitzuteilen, dass Jerusalem ein offener Ort sein wird. Das weist auf Ausbreitung hin. Keine Mauern werden den Umriss der Stadt bestimmen. Nein, es gibt nach allen Seiten hin Ausbreitung wegen der Menge der Menschen und des Viehs, die die Stadt bevölkern werden.

Eine offene Stadt ist jedoch ungesichert, denn die beschützende Mauer fehlt. Dennoch wird Jerusalem nicht ungeschützt sein, denn der Herr selbst ist wie eine feurige Mauer für die Stadt.[71] Das ist wunderbar! Doch es gibt nicht nur einen göttlichen Schutz nach außen hin; Er, der Herr, ist innerhalb der Stadt Herrlichkeit.[72] Seine Herrlichkeit wird Jerusalem wieder verzieren und kennzeichnen. Dies sind in der Tat – um mit Sacharja 1,13 zu sprechen – gute und tröstliche Worte.

Ein Mann mit einer Messschnur

Es wird nicht gesagt, wer dieser Mann ist. Der Gedanke, dass er derselbe ist wie der Engel des HERRN, findet nirgends im Text eine Grundlage. Bultema ist diesem Gedanken zugetan und er beruft sich dabei auf Hesekiel 40,3.41.42.[73] Wir erachten seine Berufung allerdings nicht als überzeugend; am besten, wir denken an einen Engel, der darüber hinaus keine erwähnenswerte Stellung bekleidet.

Funktionsweise einer Messschnur

Eine Messschnur dient, wie bereits in Sacharja 1,16 dargelegt, natürlich dazu, zu messen, und das kann das Ausmessen eines Bodens, eines Hauses oder Gebäudes betreffen oder, wie in diesem Fall, das Ausmessen einer Stadt. Auch kann es das Vermessen eines Stücks Land sein.[74] Nach Van der Woude bezieht sich das hier gebrauchte Wort auf Letzteres.[75] Es geht also um das Messen des Territoriums, das Jerusalem einnehmen wird. Die Aussage: „Die Mess-Schnüre [das Los] sind mir gefallen in lieblichen Örtern“ (Ps 16,6), deutet auf das Entgegennehmen eines günstigen Erbteils hin.

Zukünftige Größe Jerusalems

Die Tatsache an sich, dass über die Größe, Breite und Länge geredet wird, weist schon darauf hin, dass Jerusalem weitläufig sein wird. Das wird durch die Erklärung unterstrichen, dass es eine „offene“ Stadt sein wird. Entlang der traditionellen Auslegung, die wir auch stark bei Calvin vorfinden, behauptet Douma wieder, dass „es nicht um das alte irdische Jerusalem geht, sondern um die Gemeinde des Herrn, wovon Jerusalem eine Bezeichnung und ein Bild ist“[76].

Wir können ihm zustimmen, dass diese Prophezeiung nicht das Jerusalem in dieser Zeit betrifft. Zu Recht führt er an, dass Nehemia es als seine Aufgabe ansah, die Mauern der Stadt wiederaufzubauen. Das bedeutet aber nicht, dass das irdische Jerusalem in der Zukunft nicht gemeint sein könnte.

Ging aus

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob „ging aus“ [„hervortreten“ im Ndl.; Anm. d. Üb.] sich auf das erstmalige Erscheinen in der Vision bezieht[77] oder auf das von Sacharja ausgehende Hervortreten. Zur Bekräftigung des ersten Gedankens werden Sacharja 4,1 und 5,5 angeführt[78], und man beruft sich dabei darauf, dass, wenn der Engel bereits neben Sacharja stand, er diese Person hätte ansprechen können, ohne hervorzutreten. Dabei geht man davon aus, dass der Mann mit der Messschnur in unmittelbarer Nähe von Sacharja stand, was aber nicht unbedingt gesagt ist. Für den Ausdruck „ging aus“ lesen andere „mich verließ“.

Engel – Jüngling

Der Begleitengel geht also aus und ein anderer Engel kommt ihm entgegen. Jetzt ist die Frage, wer von diesen beiden Engeln den Auftrag gibt, um den Jüngling anzusprechen. Die NBG-Übersetzung behauptet, dass es der Begleitengel ist. Mit dem „Jüngling“, der in Sacharja 2,8 erwähnt wird, kann dann kaum Sacharja gemeint sein, sondern der Mann mit der Messschnur. Andere meinen, dass mit dem Jüngling doch Sacharja gemeint sei[79]; dann wird jedoch nicht klar, warum der Engel „laufen“ soll, um Sacharja diesen Bericht zu geben. Wir stellen es uns daher so vor: Der Mann mit der Messschnur hat während der Erfüllung seines Auftrags eine kurze Unterredung mit Sacharja. Der Begleitengel begegnet dem anderen Engel und gibt diesem Auftrag, um hinter dem Mann mit der Messschnur herzulaufen, um ihm nähere Informationen über die Situation in Jerusalem zu geben. Im Prinzip wird dann gesagt, dass das Messen der Stadt keinen Sinn hat. Für diesen Gedanken spricht, dass wir von dem Ergebnis der Messung nichts weiter erfahren.

Diese Unterredung findet für Sacharja hörbar statt, so dass er diese tröstliche Botschaft seinem Volk weitergeben kann, denn darum geht es schließlich.

Es ist jedoch nicht undenkbar, dass der Engel, der zum Begleitengel kommt, diesem den Auftrag gibt, Sacharja die Botschaft bezüglich Jerusalem zu übermitteln. Wenn dies stimmen würde, könnten wir sagen, dass Sacharja, genau wie Jeremia damals[80], noch jung ist. Wir halten es aber eher mit der ersten Auslegung.

Als offene Stadt

Jerusalem wird also nicht durch Mauern beschränkt: Die Stadt wird sich zu allen Seiten hin ausbreiten.[81] Das geschieht wegen der Menge der Einwohner und des Viehs. Abraham wurde bereits verheißen, dass seine Nachkommen zahlreich sein würden wie die Sterne des Himmels und der Sand am Ufer des Meeres. Hier wird dies auf die Bewohner von Jerusalem zugespitzt.

Eine feurige Mauer

Eine ummauerte Stadt bietet Schutz. Wir lesen, dass die Flachlandbewohner bei feindlichen Aktionen ihr Heil innerhalb der Mauern der Stadt suchen.[82]

Eine offene Stadt würde keinen Schutz bieten, dennoch lässt das zukünftige Jerusalem diesen Schutz nicht vermissen, denn, wie bereits gesagt, der HERR Gott dient ihr als Mauer[83], und zwar als eine feurige Mauer, d.h., Er sichert die Stadt vor feindlichen Angriffen. Aus der Tatsache, dass Gott die Stadt beschützen muss, geht hervor, dass hier nicht der ewige Zustand des Volkes Gottes beschrieben wird, sondern die Situation in der Zeit des Friedensreiches bzw. im Tausendjährigen Reich.

Herrlichkeit in seiner Mitte

Nach außen hin gibt es also Schutz und nach innen hin gibt es den Glanz der Herrlichkeit Gottes.[84] Dieses Zukunftsbild ist für das Volk ein Trost. Vergleichen wir die Gegenwart mit der Vergangenheit, dann gibt es Beschämung; vergleichen wir sie allerdings mit der Zukunft, gibt es Trost.

Ergänzung zur dritten Vision: Alles Fleisch schweige (Sach 2,11-17)

Sach 2,11-17: 11 Hui! Entkomme, Zion, die du wohnst bei der Tochter Babels! 12 Denn so spricht der HERR der Heerscharen: Nach der Herrlichkeit hat er mich zu den Nationen gesandt, die euch geplündert haben; denn wer euch antastet, tastet seinen Augapfel an. 13 Denn siehe, ich werde meine Hand über sie schwingen, und sie werden denen zum Raub sein, die ihnen dienten; und ihr werdet erkennen, dass der HERR der Heerscharen mich gesandt hat. 14 Juble und freue dich, Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und werde in deiner Mitte wohnen, spricht der HERR. 15 Und an jenem Tag werden viele Nationen sich dem HERRN anschließen, und sie werden mir zum Volk sein; und ich werde in deiner Mitte wohnen, und du wirst erkennen, dass der HERR der Heerscharen mich zu dir gesandt hat. 16 Und der HERR wird Juda als sein Erbteil besitzen im heiligen Land und wird Jerusalem noch erwählen. 17 Alles Fleisch schweige vor dem HERRN, denn er hat sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung.

Diese Verse setzen sich mit dem Gesicht über den Mann mit der Messschnur näher auseinander und enthalten

  • einen Aufruf an das Volk, das Land des Nordens zu verlassen und nach Zion zu fliehen;
  • die Erklärung, dass Gott sich gegen die Völker, die „seinen Augapfel“ angerührt haben, wenden wird;
  • den Aufruf an die Tochter Zion, zu jubeln, denn der Herr wird wieder in ihrer Mitte wohnen;
  • die Erklärung, dass viele Völker Kontakt mit Gott suchen werden und Er sie als Volk annehmen wird und dass der Herr  Juda noch erwählen wird als sein Erbteil im heiligen Land;
  • den Aufruf, vor dem Herr zu schweigen.

Viele meinen, dass dieser Abschnitt keine Erweiterung der dritten Vision ist, sondern ein Wort des Herrn (Sach 2,10), das Sacharja als Prophet dem vorher Offenbarten hinzufügt. Dieser Gedanke hat viel für sich, und die NBG-Übersetzung geht hiervon aus. Inhaltlich bezieht sich diese Prophezeiung im Prinzip auf alle drei vorhergehenden Gesichte, denn:

  1. Das Wort des HERRN erwähnt Gottes Auftreten gegen die Nationen, die Israel bedrängt haben, wie es in der zweiten Vision vorgestellt wird.[85] Um bei diesem Auftreten nicht beteiligt zu sein, muss Israel, d.h. diejenigen, die dort zurückgeblieben sind, dem Land des Nordens[86] entfliehen und Rettung suchen, indem sie nach Zion ziehen.[87]
  2. Der zweite Teil dieses Wortes des HERRN ist eine Fortsetzung der Prophezeiung der dritten Vision, dass Isarel wiederhergestellt wird.
  3. Der Schluss bezieht sich sehr deutlich auf den Schluss der ersten Vision.

Seinerzeit hat Gott sein Volk aus dem Land Israel vertrieben und in alle Himmelsrichtungen, besonders aber nach Norden, zerstreut.[88] In den entfernten Ländern sollten sie sich nicht ihren Beherrschern widersetzen, sondern deren Bestes suchen.[89] Diese Situation kommt jetzt zu ihrem Ende, denn das Volk erhält den Befehl, aus Babel wegzuziehen.[90] Das sollte nicht geschehen, als wären sie ein Grüppchen Aufsässiger, nein, der Herr würde für sie auftreten, denn Israel ist sein Augapfel. Dann erfolgt erneut die Versicherung, dass Er in ihrer Mitte wohnen wird. Wohnen bei dem Volk, das so versagt hat? Ja. Sehr schön bemerkt Douma, dass Gott das Volk nicht wegen seiner Vortrefflichkeit angenommen hat und es nicht wegen seiner Unwürdigkeit verstößt.[91]

Gott wird sich im Zorn gegen die Nationen wenden. Das Schwingen seiner Hand bedeutet nicht nur eine Drohung, sondern die Hand wird sie auch treffen.[92] Die Nationen werden durch Israel beraubt werden. Doch das ist nicht die einzige Absicht des Herrn angesichts der Völker. Der Zorn trifft zwar die Feinde des Volkes, dennoch hat Er für die Nationen auch Heil vor Augen. Viele Völker werden sich nämlich zu Gott bekehren[93] und Kontakt zu Ihm suchen. Auch sie werden als sein Volk anerkannt werden.[94]

Allerdings wird das Volk Israel einen besonderen Platz für den Herrn einnehmen. Juda wird sein Erbteil sein, und das nicht irgendwo an einem willkürlichen Ort auf unserem Planeten, nein, es wird im Land der Väter wohnen, auf heiligem Boden, auf dem Boden, der speziell für sie abgesondert ist.[95] Die Verheißung aus Sacharja 1,17 wird noch einmal wiederholt, nämlich dass der Herr trotz allem Jerusalem als seinen Wohnort erwählen wird.[96] Dann wird das Umgekehrte stattfinden, was Hesekiel hinsichtlich des Weggangs der Herrlichkeit des Herrn beschreibt[97]; diese Herrlichkeit wird zurückkehren, denn der Herr nimmt sie als sein Erbteil wieder in Besitz.

Der Aufruf zum Schweigen[98] betrifft „alles Fleisch [alles, was lebt]“. Das kann für die Nationen bedeuten, dass sie ihren großen Mund gegen den Herrn einmal geschlossen halten müssen, denn Er wird in absoluter Weise gegen sie auftreten. Für Israel kann dies bedeuten, dass sie aufhören sollen zu klagen und zu weinen, weil gar nichts geschehen wird, denn der Herr wird für sie kämpfen. Der Ausdruck „Fleisch“ deutet hier auf die Nichtigkeit des Menschen im Vergleich zum allmächtigen Gott hin.[99]

Dasselbe, was der Herr hier versichert, geschah damals, als Gott Kyros dazu bewog, das Volk aus Babel ziehen zu lassen. Doch Sacharja prophezeite nach der Verbannung; auf die Rückkehr Babels können diese Worte sich also nicht beziehen. Sie weisen daher unverkennbar auf die Wiederherstellung hin, die das Volk in der Zukunft erleben wird, wenn der Messias sein Königreich aufrichtet. Dann wird es nicht nur Heil für Israel geben, sondern auch für alle, die sich zu ihnen fügen und dem Herrn dienen wollen.[100]

Andere Auffassungen

Der guten Ordnung halber muss erwähnt werden, dass es Ausleger gibt, die Sacharja 2,11-17 nicht als separate Prophezeiung Sacharjas ansehen, sondern diesen Abschnitt als Teil der dritten Vision ansehen. Was die Auslegung angeht, macht dies keinen großen Unterschied.

Das Land des Nordens

Das Gebiet des Nordens, das auch in Sacharja 6,6.8 erwähnt wird, bezieht sich u.a. auf den Landstrich Babels.[101] Eigentlich lag Babylon mehr im Osten Israels, doch erreichte man es, indem man erst nach Norden zog. Der Ausdruck „Land des Nordens“ kann auch die mehr nördlich gelegenen Reiche betreffen[102], doch damit ist nicht alles gesagt, denn es folgt die Meldung, dass der Herr sein Volk in alle Himmelsrichtungen der Erde zerstreut hat. Der Aufruf, nach Zion zurückzukehren, würde dann für alle Zerstreuten gelten[103], wo sie sich auch befinden.

In Daniel 11 ist die Rede vom König des Nordens und des Südens. Hier kann bei dem ersten Ausdruck nicht an Babel oder an noch nördlicher gelegene Reiche gedacht werden, sondern an die Könige von Syrien.[104] In Jesaja 41,25 bezieht sich der Ausdruck auf das Reich der Perser.

Mit „Süden“ wird oft auf Ägypten verwiesen. In manchen Fällen wird der Ausdruck „Land des Südens“ gebraucht, um den südlichen Teil des Landes Israel zu anzugeben[105], doch das kann hier schwerlich gemeint sein.

Die vier Winde des Himmels

Dieser bekannte Ausdruck zeigt also auf, dass das Volk nicht nur in ein Land vertrieben wurde, sondern über den ganzen Erdball zerstreut ist.[106] Dennoch gibt dieser Satz in der NBG-Übersetzung keinen Grund für den Aufruf an, um aus dem Land des Nordens zu flüchten. Van der Woude gibt daher wieder: „Nach den vier Richtungen des Himmels werde ich euch ausbreiten“, und beruft sich dabei auf 1. Mose 28,14 und Jesaja 54,3.[107]

Zion und Tochter Babels

So wie Jerusalem und seine Einwohner als eine Frau vorgestellt werden oder besser als Magd, nämlich als Tochter Zions[108], so wird hier über Babel geredet als Tochter Babels.[109] Der Ausdruck „Tochter Zions“ dient dazu, eine Mann-Frau-Beziehung oder eine Brautbeziehung einzusetzen, wie sie zwischen Gott und seinem Volk bestand.

Es ist einigermaßen befremdlich, dass die Tochter Zions noch in Babel niedergelassen ist, während das Babylonische Reich in den Tagen Sacharjas bereits verwüstet ist. Die Lösung kann sein, dass der Prophet auf das Gebiet von Babylon hinweist, wo viele Juden zurückblieben. Van Andel ist der Meinung, dass diese und die vorhergehende Vision uns in die Vergangenheit zurückblicken lassen.[110] Van der Woude meint, dass der Aufruf zum Flüchten die einheimische Bevölkerung Babels betreffe.[111] Hierfür kann man zwar Sacharja 2,14 anführen, doch ist dieser Gedanke im Widerspruch zu Sacharja 2,11 und 12.

Dessen Herrlichkeit mit gesandt hat

Die Übersetzung des Anfangs von Sacharja 2,12 ist nicht so einfach. Die Statenvertaling gibt diese Aussage so wieder: „Nach der Herrlichkeit über dich hat Er mich zu den Nationen gesandt.“ Hier ist dann das Wohlgefallen Gottes die Triebfeder für sein Handeln. Neuere Übersetzungen gehen davon aus, dass Gottes Herrlichkeit, das ist Gott selbst, der Sender ist.[112] Die Person, die hier über ihre Sendung spricht, muss dann der Prophet sein.[113] Wenn diese Wiedergabe korrekt ist, macht Sacharja hiermit klar, dass seine Sendung auf göttlicher Autorität beruht.

Van der Woude meint, dass der Gedanke der sei, dass die Sendung um der Herrlichkeit willen geschehe. Er verknüpft hieran allerdings den Gedanken, dass es nicht um die Herrlichkeit Gottes gehe, sondern um die Herrlichkeit der Nationen, die nach Jerusalem gebracht wird, und zwar mit Verweis auf Haggai 2,7 und Offenbarung 21,24.[114] Er zieht seine Auffassung von Sacharja 2,9 also weiter, doch seine Auffassung findet, wie gesagt, keine Stütze in Sacharja 2,11 und 12a.

Das Gericht über die Nationen macht klar, dass Sacharja wirklich durch den Herrn gesandt wurde, siehe die Wiederholung in Vers Sacharja 2,14b. Die Zerstörung Babels als Reich wurde durch Kores ausgeführt, die Beraubung der Stadt hat später stattgefunden (488 v.Chr.), als Babel sich gegen Darius erhob.

Darby und Kelly gehen von der Übersetzung „nach der Herrlichkeit“ aus und erkennen darin, dass zuerst der Messias kommen muss; Er wird die Nationen richten, und dann wird es Segen geben.[115] Nach Ridderbos lautet der überlieferte Text „nach der Herrlichkeit“; doch das gibt seiner Meinung nach keinen guten Sinn.[116] Er hält es also mit „dessen Herrlichkeit mich gesandt hat“. Die NBG gibt dies auch so wieder und Werk in Uitvoering gibt eine ähnliche Erklärung.[117]

Sein Augapfel

Calvin erwähnt die Auffassung, dass, wenn jemand Israel antastet, er seinen eigenen Augapfel beschädigt. Er zitiert dazu ein französisches Sprichwort: „Ils se donnent en l’oeil“ (Sie machen sich selbst blind). Dennoch bevorzugt er die Auffassung, dass es um das Antasten von Gottes Augapfel geht. Er beruft sich dazu auf Psalm 17,8. Noch treffender ist 5. Mose 32,10, wo Israel ganz klar mit dem Augapfel Gottes verglichen wird. Es geht nämlich dort wie auch hier um den Wert, den Israel für Gott hat. Der Augapfel ist ein äußerst sensibler Ort. Wenn Israel angetastet wird, tut Gott dies schrecklich weh, und Er rechnet das den Nationen zu.

Der Augapfel wird auch in Klagelieder 2,18 genannt, dann jedoch in Verbindung mit dem Vergießen von Tränen. Ebenso in Sprüche 7,2 und dann wieder im Hinblick auf Verletzbarkeit.

Nationen als Beute Israels

Im Gericht über die Nationen geht es um die Verherrlichung Gottes, die durch sie geschmäht wurde. Vergleiche 2. Mose 9,16; 12,12; Hesekiel 28,6.22 und achte auf den Ausdruck: „Sie werden wissen, dass ich der HERR bin.“ Dieser Ausdruck ist kennzeichnend für das Buch Hesekiel. Siehe für das drohende Bewegen der Hand des Herrn gegen seine Feinde: Jesaja 11,15; 19,16.

Heil für die Nationen

Dass Gott für die Nationen Heil bereit hatte und hat, lesen wir auch schon in Jesaja 49,6.[118] Dieser Text hat in dieser Zeit der Gnade schon darin eine Erfüllung gefunden, dass das Evangelium zu Nichtjuden gebracht wird, wie wir in Apostelgeschichte 13,47 lesen können.

Jubele und freue dich

Diesem Aufruf zur Freude begegnen wir an verschiedenen Stellen in der Schrift; sie steht in Verbindung mit dem Heil, dass Gott seinem Volk schenken wird.[119]

An jenem Tag

Der Zeitangabe „an jenem Tag“ begegnen wir im Buch Sacharja sehr häufig. Wiewohl eine Vorerfüllung der angekündigten Ereignisse nicht ausgeschlossen ist, wird mit diesem Ausdruck schlussendlich auf die Endzeit abgezielt. Dies kann man sehr leicht in den diversen Stellen nachvollziehen.[120]

In deiner Mitte wohnen

Der Herr hatte Israel versprochen, dass Er in der Stiftshütte in ihrer Mitte wohnen wollte.[121] Diese Verheißung bleibt gültig, doch dann muss das Volk in einem Zustand sein, der mit seiner Anwesenheit in Übereinstimmung ist.[122]

Schweige

Wenn die Nationen zum Schweigen aufgefordert werden, dann hat dies mit der Majestät des Herrn zu tun, die in seinem (richtenden) Auftreten zum Ausdruck kommt.[123] Israel wird bei der feierlichen Verkündigung des Segens und des Fluches zum Schweigen aufgefordert.[124] Berührend ist der Ausspruch, dass der Herr in seiner Liebe zu Israel schweigen wird.[125]

Verständnisfragen zu Sacharja 2,1-17

  1. Wovon redet ein „Horn“ in der Schrift?

  2. Wie resultiert aus Sacharja 2,4, dass man sich nicht ungestraft an dem Volk Israel vergreifen kann?

  3. Wozu kann eine Messschnur dienen? Warum wird der Jüngling (offensichtlich) davon abgehalten, Jerusalem zu messen?

  4. Ist es nicht gefährlich, dass Jerusalem ein offener Ort sein wird? Welche Ermutigung enthält Sacharja 2,9 für uns?

  5. Warum sollten die Juden aus Babel nach Zion flüchten? Welche Lektion steckt für uns darin? Denke u.a. an Offenbarung 18,5!

  6. Welche Aussage aus Matthäus 18,15-20 kann mit Sacharja 2,13.14 in Verbindung gebracht werden?

  7. Israel ist Gottes Augapfel. Ist die Gemeinde oder Kirche Gott auch so „wertvoll“? Versuche, die Antwort zu erläutern.

Die vierte Vision: Josua angeklagt (Sach 3,1-5)

Sach 3,1-5: 1 Und er ließ mich den Hohenpriester Josua sehen, der vor dem Engel des HERRN stand; und der Satan stand zu seiner Rechten, ihm zu widerstehen.[126] 2 Und der HERR sprach zum Satan: Der HERR schelte dich, Satan! Ja, der HERR, der Jerusalem erwählt hat, schelte dich! Ist dieser nicht ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerettet ist? 3 Und Josua war bekleidet mit schmutzigen Kleidern und stand vor dem Engel. 4 Und der Engel hob an und sprach zu denen, die vor ihm standen, und sagte: Zieht ihm die schmutzigen Kleider aus; und zu ihm sprach er: Siehe, ich habe deine Ungerechtigkeit von dir weggenommen, und ich kleide dich in Feierkleider. 5 Und ich sprach: Man setze einen reinen Kopfbund auf sein Haupt. Und sie setzten den reinen Kopfbund auf sein Haupt und zogen ihm Kleider an; und der Engel des HERRN stand dabei.

Dieser höchst wichtige Teil zeigt uns

  • den Hohenpriester Josua mit Satan als Verkläger;
  • die Bestrafung Satans durch Gott, der Jerusalem erwählt;
  • das Auswechseln von Josuas schmutzigen Kleidern mit Feierkleidern.

Diese Vision steht mit dem Vorherigen in enger Verbindung. Sacharja 2 endet nämlich mit der Zusicherung, dass Gott Jerusalem noch erwählen und in der Mitte seines Volkes wohnen wird. Doch hat das Volk sich dementsprechend verhalten? Nein, gewiss nicht, das Volk ist unrein, und Gott macht es rein. Das sehen wir in dieser Vision von Sacharja 3.

In dieser Vision geht es eigentlich nicht um den Hohenpriester Josua selbst, wiewohl diverse Schriftausleger dies vertreten. Das zeigt sich aus den Worten: „der Jerusalem erwählt“. Josua ist hier der Vertreter des Volkes vor Gott. Das ist nämlich einer der wichtigen Aspekte der Hohenpriesterschaft. Die andere Funktion ist die, dass er Gott vor dem Volk vertritt und Mittler ist zwischen Gott und dem Volk.[127] Um das Erstere geht es hier. Nebst diesem ist Josua eine Vorschattung des Christus. Das zeigt sich im zweiten Teil dieses Kapitels. Josua steht vor dem Engel des HERRN und damit eigentlich vor dem heiligen Gott. Die Vision versetzt uns in den Himmel. Die Kleider Josuas „verspotten“ allerdings den heiligen Platz, den er einnimmt.[128] Satan steht zur Rechten Josuas und will ihn anklagen.[129] Der Grund für die Anklage wird nicht genannt, sie zeigt sich allerdings aus den nachfolgenden Versen. Zunächst aber weist der Herr den Satan in die Schranken und ruft eine Bestrafung über ihn aus[130], und das beinhaltet, dass Satan zurückweichen muss.[131]

Die Ergänzung zum Namen HERR: „der Jerusalem erwählt hat“, ist von großer Bedeutung.[132] Satan kann versuchen, dem Band zwischen Jerusalem und dem Herrn ein Ende zu setzen, doch das wird ihm nicht gelingen. Gott hat Israel als ein Brandscheit aus dem Feuer gerettet.[133] Das Volk würde fast durch die Verfolgung aufgezehrt sein, doch Gott hat nicht den Untergang seines Volkes vor Augen, sondern seine Rettung.

Ein Brandscheit aus dem Feuer zu retten ist keine schöne Aufgabe; man muss der Hitze trotzen und mögliche Brandwunden riskieren. Diese Worte zeigen also auch, dass der Herr einiges für die Rettung seines Volkes übrig hat. Wie vorher erwähnt, steht in der Schrift: „In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt.“[28] Gott fühlte mit, mit dem Los Israels.

Es scheint so, dass Josua schmutzige Kleider anhat. Kleider sind oft ein Symbol für jemandes Betragen. Wir kennen den Ausdruck: „Kleider machen Leute“, und dann denken wir daran, dass, wenn jemand gutgekleidet ist, er ein gutes Auftreten hat. Umgekehrt sagen gammelige Kleider auch etwas über den Träger aus, und zwar, dass er nicht viel um sein Äußeres gibt. Hier geht es jedoch nicht nur um gammelige oder armselige Kleider, sondern um Kleider, die schmutzig sind. Das spricht von sündigem Betragen. Israel hat es verdorben, und das nicht nur ein bisschen.[135] Wir verstehen jetzt auch, was Satan als Ankläger gegen Israel vorbringen will, nämlich dass Gott mit so einem (Priester-)Volk doch keinen Umgang haben kann, sondern die Verbindung damit abbrechen muss. Israel ist unrein und verdient es, gerichtet zu werden.

Es geschieht jedoch ganz etwas anderes. Der Herr[136] befiehlt, Josuas schmutzige Kleider auszuziehen. Das bedeutet, dass Gott die Ungerechtigkeit des Volkes wegtut. Die Sünden werden dem Volk vergeben, die Schuld wird weggenommen; und nicht nur das: Feierkleider sollen Josua angezogen werden, und es muss ein reiner Kopfbund[137] auf seinen Kopf gesetzt werden. Der Kopfbund gehört zur Ausrüstung des Hohenpriesters und redet noch mehr als die Kleider von einem reinen, wohlerwogenen Wandel mit Gott. Es steht dort nicht mit vielen Worten, dass Josua einen schmutzigen Kopfbund aufhatte, der durch einen sauberen ersetzt wurde. Hiermit könnte der Gedanke begründet werden, dass Josua seinen Kopfbund verloren haben könnte. Es ist allerdings naheliegender, dass der Kopfbund bei der Erwähnung der schmutzigen Kleider inbegriffen war. Wie dem auch sei: Josua taugt in keiner Hinsicht, doch der Herr[138] macht ihn wieder fähig, das Priesteramt zu bekleiden.

Es fällt auf, dass Josua weder etwas sagt noch etwas tut. Er kann nichts tun. Seine Reinigung und seine Wiederherstellung ist das Werk Gottes.

Der Befehl des Herrn[139] wird befolgt, und das alles, während der Engel des HERRN dabeisteht.[140] Josua bekommt nicht nur reine Kleider angezogen, sondern es sind auch Feierkleider. Das weist auf seine Würdigkeit hin. Die Erwähnung, dass der Engel des HERRN dabeisteht, weist darauf hin, dass alles in Übereinstimmung mit der Würdigkeit seiner Person geschieht. Den heiligen Forderungen Gottes wird entsprochen. Er kann hier zustimmen!

Wer ist „Er“ aus Vers 1?

Die NBG-Übersetzung schreibt „Er“ mit einem Großbuchstaben und geht also davon aus, dass Gott gemeint ist. Das Wort „danach“ [in der Elberf. Übers. steht „und“; Anm. d. Üb.], mit dem Sacharja 3,1 beginnt, verbindet diesen Abschnitt mit der vorhergehenden Vision. Mit „er“ in Sacharja 3,1 wird klar auf Gott hingedeutet. Die Statenvertaling (und auch andere Übersetzungen) schreibt „er“ mit einem kleinen Buchstaben und lässt also eine andere Erklärung zu. Man könnte dann z.B. an den Auslegungsengel denken. Das Anziehende bei diesem Gedanken ist, dass der Auslegungsengel, den wir ansonsten in dieser Vision vermissen würden, doch ins Bild kommt. Der Auslegungsengel lenkt verschiedene Male die Aufmerksamkeit Sacharjas auf das, was er in einer Vision sieht; wir lesen jedoch nicht, dass dieser Engel Sacharja eine Vision gibt. Wir halten es daher auch für wahrscheinlicher, dass mit „Er“ Gott gemeint ist.

Der Hohepriester Josua

Es muss eine Verbindung zwischen dieser Vision und der Wiederherstellung des Tempels gelegt werden. Mit der Verwüstung des Tempels war der Priesterdienst unmöglich geworden. Dies war den Sünden des Volkes geschuldet, mit denen sie sich vor Gott verunreinigt hatten. Diese Verunreinigung betraf auch die Priester. Esra 8 zeigt, was für ein schrecklicher Götzendienst speziell im Tempel gepflegt wurde. Konnte Gott den Hohenpriesterdienst und den Priesterdienst dann noch annehmen? Sollte später im wiederhergestellten Tempel noch ein levitischer Priester Dienst tun können? Diese Vision zeigt, was für eine gewaltige Lösung Gott für dieses Problem hat.

Wie gesagt, in der Erklärung geht die Vision weiter und tiefer. Es geht um die Wiederherstellung des Volkes als Volk Gottes, Tempel und Priesterdienst inbegriffen.

Stand vor dem HERRN

Dies ist oft ein technischer Ausdruck, um anzugeben, dass jemand im Dienst Gottes steht.[141] Hier muss allerdings vielmehr an das Stehen eines Beschuldigten vor einem Richterstuhl gedacht werden.[142]

Satan, der Verkläger

Genau wie in anderen Abschnitten, wo über Satan gesprochen wird, scheint es auch hier der Fall zu sein, dass Satan ein Wesen ist, eine Person, und nicht nur ein schlechter Einfluss oder eine böse Kraft. Er steht zur Rechten Josuas. Diesen Platz nahm ein Ankläger vor Gericht ein.[143] Siehe für sein Werk als Ankläger: Hiob 1 und 2 sowie Offenbarung 12. Siehe für sein Werk als Verführer: Epheser 6,11-19.

Gott bestraft Satan

Gott ist der Einzige, der das tun kann. Selbst der Erzengel Michael wagte es nicht, ein lästerndes Urteil über Satan zu fällen.[144] Vergleiche mit diesem Vers Römer 8,33. Was für eine gewaltige Versicherung gibt dieser Vers den Gläubigen!

Ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerettet ist

Verschiedene Ausleger beziehen dies auf Josua bzw. auf seine Hohepriesterschaft, die während der Verbannung bewahrt geblieben ist und nun wieder eingesetzt wird.[145] Wie jedoch bereits bemerkt, geht dies zweifellos weiter und zielt auf das Volk Israel. Das Volk ist im Feuerofen der Verbannung genauso wenig zugrunde gegangen wie ihre Vorväter in dem Schmelzofen Ägypten.[146] Die Geschichte des Talmud, dass Josua durch Nebukadnezar in einen Feuerofen geworfen worden und daraus befreit worden sein soll, ist zu spekulativ, um seriös erwogen zu werden.[147]

Kleider

In diesem Abschnitt müssen wir an die Bekleidung der Priester denken (2Mo 28,39-43) und an die des Hohenpriesters (3Mo 16,1-23) mit ihren prächtigen, reinen Kleidern (vgl. auch Off 19,8). In Jesaja 4,4 sehen wir, wie Kleider befleckt sein können mit Schmutz und Blut. Genau wie bei dem Hohenpriester Josua ist Gott mächtig, diesen Schmutz zu beseitigen.[148]

In geistlichem Sinn weist Kleidung auf die Stellung und das Betragen hin. In Galater 3,27 sagt Paulus, dass alle, die auf Christus getauft worden sind, Christus angezogen haben. Das weist auf eine einmalige Sache hin. Gott sieht die Gläubigen nicht mehr in ihren alten Kleidern der Sünde und der Verkehrtheiten, sondern Er sieht sie mit Christus überkleidet. Das ist ihre Stellung.

In Römer 13,14 steht der Auftrag: „Zieht den Herrn Jesus Christus an, und treibt nicht Vorsorge für das Fleisch zur Befriedigung seine Begierden.“ Das bezieht sich auf unsere tägliche Praxis. In unseren Taten müssen wir Christus sehen lassen.

Neue Kleider … Geht das einfach so?

Gott kann Josua nicht aufgrund irgendeines Verdienstes dieses Hohenpriesters bekleiden. So kann Gott die Sünden des Volkes nicht wegen ihrer Qualitäten, guten Werke oder was auch immer wegtun. Das geht nur in der Vorausschau auf das Werk Jesu Christi, siehe Johannes 11,51.52 und Apostelgeschichte 5,31. Auf dem Kreuz hat Christus für die Sünden aller, die an Ihn glauben, gebüßt; der Gerechtigkeit wurde also entsprochen. Darum kann in Jesaja 1,18 stehen: „Kommt denn und lasst uns miteinander rechten“ (vgl. Jes 43,25). In diesem Fall bezeichnet dies nicht nur die Vergebung von Schuld, sondern Wiederherstellung in ganzer Pracht, was die Stellung betrifft.

Verschiedene Erklärungen

Zu allem Überfluss weise ich noch kurz darauf hin, dass diese Vision verschiedentlich ausgelegt wird. Es gibt Ausleger, die die Bedeutung nur in dem suchen, was sich historisch in der damaligen Zeit abgespielt hat. Andere geben für diese Vision nur eine geistliche Erklärung ab und sehen darin eine Präsentation der Rechtfertigung des Sünders. Des Weiteren gibt es solche, die meinen, dass es hier um die Führerschaft gehe, die das Volk ins Land gebracht hat: Der Hohepriester (Josua) ist unrein, und dem obersten Führer (Serubbabel) gebricht es an Kraft. Wir verwerfen diese Herangehensweise nicht ganz, sondern sehen sie nur als Anwendungen, während die eigentliche Bedeutung die prophetische Auslegung ist, bei der an die endgültige Wiederherstellung des Volkes Israel gedacht wird, bei der auch die Priesterschaft wieder funktionieren wird.[149]

„Und ich sprach“

Van der Woude meint, dass sich „ich“ in Sacharja 3,5 auf den Propheten beziehe.[150] Seine Berufung auf Jesaja 6,5 ist allerdings nicht stichhaltig, weil es dort um eine ganze andere Schilderung geht und ein Wort des Propheten angebracht ist. Hier gibt es jedoch keinen Grund, um in dem „ich“ von Vers 5 einen anderen Sprecher zu sehen als dem „ich“ aus Sacharja 3,4.

Beispiel für das Auftreten des Hohenpriesters

Ein Beispiel für das Auftreten eines Hohenpriesters außerhalb des Gottesdienstes sehen wir u.a. in Jojada, der einen Bund schloss zwischen dem Herrn und König Josia, gemeinsam mit dem ganzen Volk. Jojada wandelte demnach in den Wegen des Herrn. Dasselbe gilt für Asarja und die Priester, die König Ussija aus dem Tempel vertrieben, als er opfern wollte.[151] Es könnten mehr Beispiele gegeben werden. Dass Priester übrigens eine breitere Aufgabe hatten als nur das Leiten des Gottesdienstes, zeigt sich aus Micha 2,1-9.

Ergänzung zur vierten Vision: Die Verheißung des Sprosses (Sach 3,6-10)

Sach 3,6-10: 6 Und der Engel des HERRN bezeugte Josua und sprach: 7 So spricht der HERR der Heerscharen: Wenn du in meinen Wegen wandeln und wenn du meinen Dienst versehen wirst, so sollst du sowohl mein Haus richten als auch meine Vorhöfe behüten; und du sollst ein- und ausgehen unter diesen, die hier stehen. 8 Höre doch, Josua, du Hoherpriester, du und deine Gefährten, die vor dir sitzen – denn Männer des Wunders sind sie; denn siehe, ich will meinen Knecht, Spross genannt, kommen lassen. 9 Denn siehe, der Stein, den ich vor Josua gelegt habe – auf einem Stein sieben Augen –, siehe, ich will seine Eingrabung eingraben, spricht der HERR der Heerscharen, und will die Ungerechtigkeit dieses Landes an einem Tag wegnehmen. 10 An jenem Tag, spricht der HERR der Heerscharen, werdet ihr einer den anderen einladen unter den Weinstock und unter den Feigenbaum.

Diese Verse enthalten

  • die Ermahnung an Josua, in den Wegen des Herrn zu wandeln;
  • die Ankündigung des Sprosses;
  • den Stein mit den sieben Augen, auf den Gott selbst graviert;
  • die Ankündigung der Reinigung des Landes;
  • die Verheißung einer geheilten Situation des Landes.

Mit der Wiederherstellung Josuas ist jedoch nicht alles gesagt. Sein Verhalten muss mit dem Willen Gottes in Übereinstimmung sein, und er muss seine Aufgabe als Hoherpriester auf die rechte Weise erfüllen. Wiewohl Josua als Person angesprochen wird, müssen wir ihn hier auch in Verbindung mit dem Volk sehen. Die Priesterschaft muss auf die richtige Weise tätig sein; Gott muss durch den Hohenpriester gedient werden, und zwar gemeinsam mit dem ganzen Volk. In der Vergangenheit führten die Priester, der Hohepriester eingeschlossen, das Volk auf einen Irrweg. Götzendienst wurde sogar im Tempel betrieben.[152] Josua sollte das Haus Gottes gut anführen; das beinhaltet, dass er dafür sorgen soll, seine Aufgabe als Hoherpriester auszufüllen, aber auch, dass er dafür sorgt, dass Gott nach der Forderung des Gesetzes gedient wird. Des Weiteren soll er die Vorhöfe bewachen, dass bedeutet, dass er darauf achtet, dass kein Unbefugter und kein Unreiner die Vorhöfe betritt. Wenn er das tut, dann wird er unter denen sein, die ihren Platz vor dem Herrn einnehmen.

Sacharja 3,8 enthält eine neue Botschaft Gottes, die durch den Mund des Engels des HERRN ausgesprochen wird. Dabei wird nicht nur Josua angeredet, sondern auch die Personen, die vor ihm sitzen. Mit dem Aufruf zu „hören“ wird die Aufmerksamkeit dieser Gesellschaft erbeten. Die Wichtigkeit der jetzt ausgesprochenen Botschaft wird damit unterstrichen. Vor Josua scheinen „Gefährten“ zu sitzen.[153] Wir müssen dabei an Priester denken, mit denen sich Josua gewöhnlich berät und die mit aus Babel gekommen sind. Die Tatsache, dass sie verschont wurden (und ins Land zurückgekehrt sind), ist ein Zeichen des Wunders.[154] Die Priesterschaft ist nicht ausgestorben und hat auch nicht auf andere Weise aufgehört zu existieren. Diese Tatsache beinhaltet, dass Gott noch mit seinem Volk zu tun haben möchte. Die Männer bekommen gemeinsam mit Josua die Verheißung zu hören, dass ein besonderer Knecht des Herrn kommen wird, der „Spross“ genannt wird. Das ist der Messias, der Ruhe und Frieden ins Land bringen wird. Das Volk ist ins Land zurückgekehrt; es gibt einen Hohenpriester, der den Gottesdienst wiederherstellt – dies ist ein Vorspiel der messianischen Zeit, die einmal kommen wird. Was für eine herrliche Verheißung ist dies!

Doch dann geschieht noch etwas. Vor Josua wird ein Stein hingelegt. Dieser erinnert an den Wiederaufbau des Tempels und der glorreichen Wiederherstellung des Volkes. Auf diesen Stein wird Gott seine Gravur eingravieren, so wie Er das damals mit dem Gesetz auf den steinernen Tafeln getan hat. Kein Mensch kann hier etwas hinzufügen oder wegnehmen. Gott verbindet sich mit seinem Volk, und ihre Ungerechtigkeit wird an einem Tag weggetan werden, genauso wie es mit den schmutzigen Kleidern Josuas geschehen ist. Dann bricht das messianische Heil in der Tat an, und die Israeliten werden in Sicherheit im Land wohnen und in Ruhe und Frieden einer den anderen unter dem Weinstock und Feigenbaum besuchen.

Wenn du in meinen Wegen wandelst

Das Wandeln in den Wegen des Herrn beinhaltet, dass man seine Gebote beachtet. Diese Bedingung für die Gunst und den Beistand Gottes gilt für jeden aus dem Volk und gewiss für solche, die eine verantwortliche Position einnehmen.[155]

Unter diesen, die hier stehen

  1. Manche denken hierbei an Engel.[156] Gott sähe Josua dann als jemand, der unter Engeln verkehrt. Wir können dies irgendwie mit Epheser 1,3 verbinden, wo steht, dass wir mit jeder Segnung in den himmlischen Örtern gesegnet sind, während wir körperlich noch auf der Erde sind.

  2. Die Autoren der Anmerkungen in der Statenvertaling meinen, diese Verheißung beinhaltete, dass Josua nach seinem Tod in den Himmel aufgenommen werden wird. Dieser Gedanke ist nicht absurd, wenn wir an das denken, was mit Elia geschehen ist. Sie beziehen sich auf Psalm 73,24; Jesaja 26,19 und Daniel 12,3.

  3. Andere verstehen diese Verheißung so, dass Josua einen freien Zugang zu Gott haben würde; das ist jedoch aus den Worten der Verheißung nicht abzulesen.

  4. Wieder andere beziehen die Worte auf die Person, deren Abbild Josua ist. Das ist auch nicht sehr wahrscheinlich, wiewohl es an sich wahr ist, dass der Herr Jesus, nachdem Er seinen Dienst vollbracht hat, in den Himmel aufgenommen wurde. Dort hat Er jedoch nicht einen Platz zwischen Engeln, sondern ist weit über sie erhaben.[157]

  5. Es gibt solche, die die Verheißung so auffassen, dass die Engel als Begleiter Josuas auftreten werden, doch dies beruht auf einer Übersetzung, die anfechtbar ist. Man übersetzt dann „unter den Wandelnden“ oder „die Begleiter“.

  6. Calvin fasst „diese, die hier stehen“ als Engel auf und sieht in ihnen dann die Vertreter der Gemeinde und meint, dass Josua demnach einen guten Zugang zur Gemeinde haben werde.[158] Das ist an sich schon ein befremdlicher Gedanke, und das umso mehr, da die Gemeinde erst am Pfingsttag entstanden ist.[159]

Der Spross

Dieser Spross ist nicht Josua, wie von manchen vorgebracht wurde. Er wird hier nicht als der Messias bezeichnet. Hier geht es klar um jemand, der in der Zukunft auftreten wird. Darüber hinaus wird der Messias eine Nachkomme Davids sein, was Josua nicht ist. Andere Textstellen, die von dem „Spross“ reden, stützen diesen Gedanken.[160]

Mein Knecht

Der Spross wird hier „mein Knecht“ genannt. Dieser Art Anrede wird für diverse Personen gebraucht – wie Abraham, Jakob, Mose, Kaleb, Hiob, Jesaja, Eljakim, Serubbabel –, und sogar einen heidnischen Fürsten wie Nebukadnezar nennt der Herr seinen Knecht.[161] Eine besondere Erwähnung verdient David, der viele Male so von Gott genannt wird.[162] Das ist nicht verwunderlich, denn er ist als König ein gewaltiges Bild des Messias.[163] In Hesekiel ist auch mehrere Male die Rede von „meinem Knecht David“.[164] Wahrscheinlich müssen wir dort einen Sprössling aus dem Haus Davids darunter verstehen, der als Vertreter des Messias auf der Erde regieren wird. Die Bezeichnung „mein Knecht“ ist ganz spezifisch ein Hinweis für den Messias, und das speziell im Buch Jesaja.[165] Bemerkenswert ist, dass in Jesaja auch das Volk Israel oder Jakob Knecht des Herrn genannt wird, und manchmal ist es gar nicht so leicht, bei jeder Erwähnung auszumachen, ob das Volk als solches so bezeichnet wird oder ob es auch um den Messias geht, der der wahre Israel ist.[166]

Der Stein und die Gravur

Von dem Bild eines Sprosses wendet sich der Text nun zu dem Bild eines Steins. Über diesen Stein werden viele Meinungen zum Besten gegeben:

  1. Es ist ein Stein vom Brustschild oder ein Stein vom Kopfbund des Hohenpriesters.[167]
  2. Es bezieht sich auf einen Stein im Diadem des zukünftigen Königs.
  3. Es ist damit ein Stein aus dem Tempel gemeint, sei es der Eckstein oder der Giebelstein.[168]

Was die Bedeutung des Steins und seiner Gravur betrifft, so sehen manche darin eine Anstellungsurkunde Josuas. Dies nach Anleitung babylonischer Funde.

Douma, dem die oben genannte Zusammenstellung der Meinungen entlehnt ist, sieht in dem Stein „ein Symbol des Reiches Gottes und der umfassenden Einsetzungen und Verordnungen Gottes, durch die Israel das Volk des HERRN ist“. Josua muss das Haus Gottes in Übereinstimmung mit diesen Verordnungen richten.[169]

Hierbei lassen wir die Auffassung außen vor, dass der Stein ein Hinweis auf den Tempelfelsen, den Tempel oder einen Stein im Allerheiligsten sein soll.[170]

Den ich vor Josua gelegt habe

Was oder wen wir unter dem „Stein“ zu verstehen haben, hängt auch von dem Ausdruck ab „den ich vor Josua gelegt habe“. Wie sollen wir uns das nämlich vorstellen? Geht es hier um eine symbolische Präsentation oder um einen wörtlichen Stein, wie wir in Sacharja 6,9-14 an eine wörtliche Krone denken müssen?

Nun geht es hier im Gegensatz zum Inhalt von Sacharja 6 um eine Vision, weshalb wir eine symbolische Präsentation nicht ausschließen können. Die Behauptung von Rudolph, dass der Stein keinen Baustein des Tempels darstellen kann, weil er nicht vor Serubbabel, sondern vor Josua niedergelegt wird[171], steht hiermit auf wackeligen Beinen. Denken wir dennoch an einen Stein des Tempels, dann würde Josua damit die Sicherheit erhalten, dass er seinen Dienst im wiederhergestellten Tempel ausführen würde.

Bei den sieben Augen auf dem Stein denken manche, dass sie auf den Stein gerichtet sind.[172] Andere meinen, dass sie in den Stein eingegraben sind, und denken dabei an eine symbolische Darstellung der Augen des HERRN. In 2. Chronika 16,9 wird von den Augen des HERRN gesagt, dass sie die ganze Erde durchlaufen, und das in Verbindung mit dem Beistand des Herrn.[173]

Was die geistliche Bedeutung des Steins betrifft, sind wir der Meinung, dass hier Christus vorgestellt wird, wobei wir an die verschiedenen Stellen denken, in denen Christus als Stein bezeichnet wird.[174] Auf Ihm ruht die volle Weisheit Gottes, und die wird in Gottes Regierung in Zion zum Ausdruck kommen.

Christus der Stein

In der Schrift wird über Christus auf verschiedene Weisen als Stein geredet, und zwar als

  • der Stein, den die Bauleute verachtet haben und der für sie zum Stein des Anstoßes wurde, der aber zum Stein geworden ist, auf dem die Gläubigen in dieser Zeit gebaut werden zu einem geistlichen Haus;
  • der Stein, der das Gericht über die Königreiche der Nationen bringen wird;
  • der Stein, der auf jeden persönlich fällt, der Ihn verworfen hat.[175]

Sieben Augen

In Verbindung mit diesem Ausdruck bemerkt Rossier:

Im Buch der Offenbarung sind die sieben Geister, die sieben Lampen und die sieben Augen ein und dasselbe, allerdings mit unterschiedlichen Bedeutungen. „Die sieben Geister, die vor seinem Thron sind“ (Off 1,4), weisen auf die Fülle des Geistes Gottes hin, der die Leitung in der Weltregierung hat. In Offenbarung 4,5 („Die sieben Feuerfackeln brannten vor dem Thron, die die sieben Geister Gottes sind“) sehen wir die Größe des Geistes, um ans Licht zu bringen und zu Gericht zu bringen, was sich im Aufstand gegen Gottes Regierung auf der Erde befindet. In Offenbarung 5,6 stellt das Lamm „mit den sieben Hörnern und sieben Augen, welche die sieben Geister Gottes sind, die gesandt sind über die ganze Erde“, Christus mit seiner ganzen Erkenntnis dar (zusammen mit der Fülle seiner Macht – den sieben Hörnern), um Gottes Pläne mit der Welt auszuführen. In Sacharja 3,9 ist der Stein mit den sieben Augen ein Bild von Christus mit der Fülle seiner Erkenntnis über die Gedanken Gottes. Er war der ganze Ausdruck dessen, denn Gott selbst hat die Gravur in den Stein graviert[176]. Christus als Mensch auf der Erde, der einst verworfene Stein, war Gott offenbart im Fleisch, die Wahrheit. In Ihm hat Gott sich bekanntgemacht; und in Ihm wird Gott sich auf der neuen Erde während der herrlichen Regierung des Sohnes des Menschen zu erkennen geben.[177]

An einem Tag die Ungerechtigkeit wegnehmen

Hierbei können wir an das Entfernen von allerlei Dingen aus dem Land denken, wie zum Beispiel Götzenbilder u.Ä., die dem Gottesdienst entgegenstehen[178]; allerdings müssen wir eher noch an die Tatsache denken, dass Gott die Ungerechtigkeit des Volkes wegtut und den Menschen also ihre Sünden vergibt.[179] Manche meinen, dass hier der Tag von Golgatha gemeint ist.[180] Nun wird die Regierung, die hier gemeint ist, auf das Werk, das der Herr Jesus auf dem Kreuz vollbracht hat, gegründet sein; dennoch wird sie erst in der Zukunft umgesetzt werden, wenn das Volk Israel sich zu Gott bekehrt.[181]

Weinstock und Feigenbaum

Das Sitzen unter dem Weinstock und dem Feigenbaum ist typisch für einen Zustand der Ruhe und des Schutzes.[182]

Die fünfte Vision: Der Leuchter und die zwei Olivenbäume (Sach 4,1-7)

Sach 4,1-7: 1 Und der Engel, der mit mir redete, kam wieder und weckte mich wie einen Mann, der aus seinem Schlaf geweckt wird. 2 Und er sprach zu mir: Was siehst du? Und ich sprach: Ich sehe, und siehe, ein Leuchter ganz aus Gold und sein Ölbehälter an seinem oberen Ende und seine sieben Lampen an ihm, sieben, und sieben[183] Gießröhren zu den Lampen, die an seinem oberen Ende sind; 3 und zwei Olivenbäume neben ihm, einer rechts des Ölbehälters und einer links von ihm. 4 Und ich hob an und sprach zu dem Engel, der mit mir redete, und sagte: Mein Herr, was sind diese? 5 Und der Engel, der mit mir redete, antwortete und sprach zu mir: Weißt du nicht, was diese sind? Und ich sprach: Nein, mein Herr. 6 Da antwortete er und sprach zu mir und sagte: Dies ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen. 7 Wer bist du, großer Berg, vor Serubbabel?[184] Zur Ebene sollst du werden! Und er wird den Schlussstein herausbringen unter lautem Zuruf: Gnade, Gnade ihm!

Dieser Abschnitt handelt von

  • der Vision eines Leuchters mit zwei Olivenbäumen;
  • der Aussage, dass allein durch den Geist die Dinge geschehen werden;
  • der Aussage über einen großen Berg, der zur Ebene werden wird;
  • der Erklärung, dass Serubbabel den Giebelstein herausbringen wird.

Sacharja ist offensichtlich in einer Situation, in der ihm etwas Ruhe gegönnt wird, denn es steht hier, dass er gewissermaßen geweckt werden musste. In den anderen Fällen steht nämlich lediglich da, dass er seine Augen aufschlug und etwas sah. Der Zustand, in dem der Prophet sich befindet, wird mit Schlafen verglichen. Das deutet an, dass er nicht tatsächlich schlief. Er erhält die Vision also nicht in einem Traum. Wir können es uns so vorstellen, dass er in Gedanken versunken war oder durch all das, was er zu verarbeiten erhalten hatte, ermüdet war.[185] Letzteres ist keine Schande. Es gehört zu unserem Menschsein. Jedenfalls muss er wieder zu Bewusstsein kommen. Er muss wieder vollständig zu sich kommen. Der Engel, der ihn zu Bewusstsein bringt, ist der bereits oben genannte Begleitengel.

Von dem Engel wird gesagt, dass er zurückkam. Wenn diese Übersetzung korrekt ist[186], kann das darauf hinweisen, dass er nach der vorherigen Vision aus dem Blickfeld Sacharjas verschwunden war und jetzt wieder auftritt. Es kann auch im Zusammenhang stehen mit der Tatsache, dass er in der vorigen Vision keine Rolle gespielt hat. Zuletzt wurde er nämlich in Sacharja 2,3 erwähnt.

Der Engel fragt ihn, was er sieht, und das zwingt den Propheten, seine Aufmerksamkeit ganz auf das zu richten, was ihm gezeigt wird.[187] Sacharja ist jetzt voll dabei und kann deutlich mitteilen, was er betrachtet, und zwar einen Leuchter, ganz aus Gold. Hierbei geht es nicht darum, dass Gold ein kostbares Material ist, sondern dass es sinnbildlich die Majestät und Herrlichkeit vorstellt, die Gott in sich selbst besitzt.

Dieser Leuchter erinnert den Propheten gewiss an den Leuchter, der früher in der Stiftshütte stand.[188] Das Besondere dieses Leuchters ist, dass sich oberhalb ein Ölbehälter befindet. Aus diesem Behälter laufen sieben Zufuhrleitungen zu sieben Öllampen, die wir uns mit sieben Armen befestigt an dem Schaft des Leuchters vorstellen müssen.[189]

Offensichtlich erfolgt die Zufuhr des Öls nicht durch Menschen, die die Lampen stets auffüllen. Das Öl fließt aus dem Ölbehälter anscheinend ununterbrochen über die Zufuhrleitungen zu den Lampen. Dies im Gegensatz zum Leuchter in der Stiftshütte. Die Lämpchen auf diesem Leuchter mussten permanent durch die Priester aufgefüllt werden.[190] Dass der Mensch in dieser Vision ausgeschaltet ist, ist auch schon aus der Erwähnung der beiden Olivenbäume ableitbar, die beidseitig des Ölbehälters stehen und darüber hinausragen. Über diese Olivenbäume hören wir später mehr, aber der Gedanke tritt jetzt schon hervor, dass diese Bäume für die Bevorratung mit Öl sorgen.

Sacharja kann nicht an sich halten und fragt den Begleitengel[191], was diese[192] wohl zu bedeuten haben. Der Prophet ist wissbegierig; er hat ein volles Interesse an den Sachen Gottes. Der Engel regt seine Neugierde mit der fast ermahnenden Frage weiter an, ob er (wirklich) nicht weiß, was das zu bedeuten hat. Daraufhin muss Sacharja klar und deutlich seine Unwissenheit zu erkennen geben. Er tut das auch; er wird auch jetzt nicht durch falsche Scham daran gehindert.[193] Der Engel gibt dem Propheten daraufhin Antwort, was jedoch keine genauere Auslegung der Vision selbst ist. Er zeigt auf, was der tiefere Sinn davon ist, und zwar indem er das Wort des Herrn mitteilt, das für Serubbabel bestimmt ist. Es sind die so bekannten Worte: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist!“

In diesem Gesicht geht es um das Öl. Die Bibel gibt uns allen Grund, Öl als ein Symbol des Geistes Gottes zu sehen. Nun, Sacharja muss sich bewusst machen, dass das Werk am Tempel keine Sache menschlicher Macht und Kraft ist, sondern von der Wirkung des Geistes Gottes abhängt.[194] Diese Worte werden manchmal durch Christen missbraucht, um tatenlos abzuwarten, was Gott wirken wird. Man vergisst dann, dass Gott uns in seinem Werk einsetzen will, so wie Er auch Serubbabel und seine Volksgenossen einsetzte. Wir sehen das deutlich in Sacharja 4,9, wo über das Werk Serubbabels gesprochen wird. In Sacharja 4,6 geht es jedoch darum, dass entgegenstehende Kräfte vorhanden sind, die als großer Berg vorgestellt werden, der im Weg steht und das Werk behindern will, doch für Serubbabel wird der Berg zur Ebene.[195] Gott nimmt die Hindernisse weg; dazu braucht Serubbabel keine Macht oder Kraft einzusetzen. Er soll nicht auf eigene Kraft vertrauen und sein Heil auch nicht bei anderen suchen, wie Israel es in der Vergangenheit oft tat und zum Beispiel Hilfe bei den Ägyptern suchte. So funktioniert das nicht. Gott wirkt durch seinen Geist: kein Gedanke an menschliches Rühmen über die eigene Leistung. Das Volk muss auf Gottes Beistand vertrauen!

Dieser Abschnitt endet mit einer gewaltigen Verheißung. Unter der Leitung von Serubbabel und Josua hat das Volk wieder mit dem Wiederaufbau des Tempels angefangen. Der Herr hat bereits über einen Stein geredet, den Er vor Josua niedergelegt hat (Sach 3,9), ein Grundstein sozusagen; doch dabei wird es nicht bleiben. Der Bau wird bis zum Giebel fertiggestellt werden. Serubbabel wird dort gut sichtbar den Giebelstein einbauen, und das Volk wird dann in lauten Jubel ausbrechen und das „Heil sei ihm!“[196] erklingen lassen. Dieses Heil darf Serubbabel entgegengebracht werden, allerdings kommt es schließlich Gott zu, der trotz allen Widerstands und aller Mühen das Werk zu einem guten Ende bringen wird.

Aus dem Schlaf aufwecken

Es gibt einen gesunden Schlaf, den wir genießen dürfen; es gibt auch einen ungesunden geistlichen Schlaf, worauf in Epheser 5,14 hingewiesen wird: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, und der Christus wird dir leuchten!“[197]

Verbindung mit der vorherigen Vision

Die Verbindung mit dem vorhergehenden Gesicht ist auffallend. Dort sah Sacharja in Josua, dem Hohenpriester, die Wiederherstellung der Priesterschaft, doch was ist ein Hoherpriester und ein Priestervolk ohne Tempeldienst? Nun, hier sehen wir eines der Attribute, die zum Tempeldienst gehören.

Der Leuchter und die sieben Lampen

In erster Linie redet alles in der Stiftshütte von Christus. Das gilt auch für den Leuchter. In seinem Licht konnten die Priester dienen. So können auch wir als Priester in der Stiftshütte dienen, die heute durch die Gemeinde gebildet wird. An zweiter Stelle redet der Leuchter jedoch von der Gemeinde, die mit Christus verbunden ist und sein Licht verbreitet. Das zeigt sich klar aus Offenbarung 1,20, wo Johannes über die sieben Leuchter zu hören bekommt, dass sie sieben Gemeinden darstellen. Die Gemeinde muss das Licht Christi verbreiten.

Oft wird hierbei zitiert, dass Christus das Licht der Welt war und dass wir als seine Nachfolger dies heute sind.[198] Wir müssen allerdings beachten, dass der Leuchter nicht dazu da war, um außerhalb der Stiftshütte zu leuchten, sondern im Heiligtum. Die Texte, die über das Licht-Sein in der Welt reden, sind hier also nicht anzuwenden. Wir müssen eher daran denken, dass wir innerhalb der Gemeinde das Licht Christi verbreiten sollen.

Dieser Leuchter unterscheidet sich klar von dem, der in der Stiftshütte stand, und von den Leuchtern im Tempel Salomos. Das macht klar, dass es um die symbolische Bedeutung der Vision geht.

Öl als Bild des Heiligen Geistes

Dass Öl als Bild des Heiligen Geistes gesehen werden darf, können wir ableiten aus 1. Samuel 10,1; 16,13; Jesaja 61,1; Markus 6,13; Apostelgeschichte 4,27; 10,38; 2. Korinther 1,21; es kann jedoch auch aus den Worten abgeleitet werden, die an Serubbabel gerichtet werden, dass er bei seiner Arbeit nicht auf seine Kraft vertrauen soll, sondern auf die Kraft des Heiligen Geistes. Das Öl symbolisiert den Geist, der in uns fließt, bzw. aus Ihm strömt das Öl in uns.

Im dritten Gesicht wird betont, was Gott tut, in dem vierten Gesicht finden wir den Hinweis auf den Sohn als Spross, und im fünften Gesicht wird die Aufmerksamkeit auf das Wirken des Geistes gerichtet.

Sieben

Diese Zahl hat einen symbolischen Wert. Sie weist auf Fülle hin, oft im Sinn von Vollkommenheit. Sie kann sich jedoch auch auf die Vollendung böser Dinge beziehen.

Meines Erachtens weist Calvin den Gedanken zu Recht ab, dass zu jeder Lampe sieben Gießröhren laufen sollen und daher 49 Gießröhren vorhanden wären.[199]

Ölbehälter

Der Ölbehälter ist offensichtlich ein Reservoir, in dem das Öl der Olivenbäume aufgefangen wird.

Zwei Olivenbäume

Veldkamp betont zu Recht, dass die Bäume der einzige „lebendige“ Teil in diesem Gemälde darstellen. Die Bäume sorgen für das Öl; der Ölbehälter, die Gießröhren usw. geben das Öl nur weiter. Sie sind nur Ornamente.[200] Siehe weitere Anmerkungen bei Sacharja 4,11 und 12.

Serubbabel

Wir treffen hier in Sacharja 4,6 zum ersten Mal in diesem Buch auf den Namen Serubbabel.[201] Haggai schenkt dieser Person viel mehr Aufmerksamkeit[202] und nennt ihn den Sohn Schealtiels. Siehe für weitere Einordnung Serubbabels meine Betrachtung über Haggai.[203]

Nicht durch Macht

Die Worte „wird es geschehen“ stehen nicht im ursprünglichen Text. Die Statenvertaling erwähnt sie zwar, jedoch kursiv. Sie sind lediglich zum besseren Verständnis eingefügt.

Diese Zusicherung bezieht sich auf die Vollendung des Tempelbaus: Serubbabel kann die Wiederherstellung nicht in eigener Kraft fertigstellen[204], auch hat er keine Kraft, um die Feinde, die das Werk verhindern wollen, mit Gewalt auf Distanz zu halten. Nein, der Herr wird das durch das Werk seines Geistes tun. Diese Zusicherung dürfen wir breiter auf alles anwenden, was wir als Gläubige für den Herrn tun. Denke an den Text: „Wenn der HERR das Haus nicht baut …“ (Ps 127,1). Unter Christen wird dies in einem Sprichwort ausgedrückt: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ Van Ruler stellt noch fest, dass wir auch nicht auf die „Macht“ des menschlichen Geistes vertrauen sollen, durch die wir Ideale durchsetzen oder Dinge forcieren wollen.

Großer Berg

Verhinderungen für das Werk können von innen wirksam sein, jedoch auch von außen kommen. Bei Ersterem können wir an den innerlichen Zustand des Volkes denken. Faulheit kann die Hände schlaff machen. Auf dieses Übel hat Haggai hingewiesen. Enttäuschung wegen der Niedrigkeit der Arbeit kann eine Rolle spielen. Sowohl Haggai als auch Sacharja sprechen dies an.[205] Sündiger Lebenswandel kann eine Verhinderung darstellen. Das finden wir bei Sacharja im Vordergrund[206], und die Lösung dazu finden wir in Sacharja 3.

Es gibt jedoch auch entgegenstehende Kräfte von außen, und die werden hier durch einen Berg dargestellt. Zu Beginn der Wiederherstellung des Tempels gab es die heidnische Landbevölkerung, die mithilfe des persischen Königs versuchte, den Bau zu verhindern[207], und es gelang ihnen auch noch. Als Haggai und Sacharja das Volk erweckten, um die Wiederherstellung fortzusetzen, drohte dies erneut zu geschehen, „aber das Auge ihres Gottes war über den Ältesten der Juden, dass man ihnen nicht wehrte“. Hier sehen wir das Werk des Geistes Gottes. Das Werk ging so weit, dass der heidnische König dem Volk positiv gesinnt war und sogar zur Wiederherstellung des Tempels beitrug.[208]

Unter dem Berg können wir auch die entgegenstehende Weltmacht verstehen, repräsentiert in den Reichen aus Daniel 2 und 7; in diesem Fall also durch das Persische Reich. Gott macht diesen Berg jedoch zu einer Ebene.[209]

Edelkoort ist der Meinung, dass der Ausdruck „großer Berg“ sich auf den Schutthaufen des verwüsteten Tempels bezieht, und weist hin auf Nehemia 4,2.10.[210] Dieser Gedanke ist nicht unbegründet, schließt allerdings nicht aus, dass die Schuttberge, die durch den Feind verursacht wurden, symbolisch den Widerstand der Feinde wiedergeben.

Der Giebelstein

Bei einem Haus in Israel unterscheiden wir zwischen den Grund- oder Fundamentsteinen, von denen der Eckstein oder das Haupt der Ecke der wichtigste Stein war, und dem Giebelstein. Das Legen des Ecksteins markiert den Beginn des Baus[211], und das Anbringen des Giebelsteins hat mit der Fertigstellung zu tun. Die Zusicherung aus Sacharja 4,7 ist also ein gewaltiger Trost für die Führer des Volkes: Gott wird das Werk in den Tagen Sacharjas vollenden!

Unverkennbar ist Serubbabel hier ein Bild von dem Messias, unter dessen Leitung der Tempel einmal endgültig wiederhergestellt werden wird. In geistlichem Sinn baut Christus jetzt an dem Haus Gottes, und zwar an der Gemeinde[212], doch schließt dies den Wiederaufbau des tatsächlichen Tempels nach den Vorgaben von Hesekiel 40–48 nicht aus.

Manche bezweifeln, ob beim Tempel von einem Giebelstein gesprochen werden kann. Sie sehen diese Aussage mehr als eine sinnbildliche Darstellung für die Fertigstellung des Baus bzw. sie denken an den Eckstein, der an so einem Bau die wichtigste Stelle einnimmt. Wir halten es jedoch mit der Nieuwe Vertaling 1951 für eine Art Giebelstein, denn der erste Stein war offensichtlich schon gelegt.

Heil sei ihm

Sprachlich gesehen muss dieser Heilsruf sich auf den Stein beziehen; wir dürfen aber bestimmt auch an Serubbabel denken, denn er nimmt in dieser Vision einen besonderen Platz ein.

Ergänzung zur fünften Vision: Der Tag der kleinen Dinge (Sach 4,8-14)

Sach 4,8-14: 8 Und das Wort des HERRN erging an mich, indem er sprach: 9 Die Hände Serubbabels haben dieses Haus gegründet, und seine Hände werden es vollenden; und du wirst erkennen, dass der HERR der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. 10 Denn wer verachtet den Tag kleiner Dinge? Und mit Freuden werden jene Sieben das Senkblei in der Hand Serubbabels sehen: Die Augen des HERRN, sie durchlaufen die ganze Erde. 11 Und ich hob an und sprach zu ihm: Was sind diese zwei Olivenbäume rechts des Leuchters und links? 12 Und ich hob zum zweiten Mal an und sprach zu ihm: Was sind die beiden Zweige der Olivenbäume, die neben den zwei goldenen Röhren sind, die das Gold von sich ausgießen? 13 Und er sprach zu mir und sagte: Weißt du nicht, was diese sind? Und ich sprach: Nein, mein Herr. 14 Da sprach er: Dies sind die beiden Söhne des Öls, die bei dem Herrn der ganzen Erde stehen.

Dieses Wort des HERRN enthält

  • dass Sacharja den Bau des Tempels vollenden wird;
  • die Ermahnung, dass der Tag der kleinen Dinge nicht verachtet werden darf;
  • die Freude des Volkes, wenn sie das Senkblei in den Händen Serubbabels sehen;
  • ein Wort über die sieben Augen des HERRN;
  • die Frage Sacharjas nach der Bedeutung der beiden Ölbäume;
  • die ausgedehnte Wiederholung dieser Frage;
  • die informative Frage des Engels und die Auslegung, die er gibt.

Ab Vers 8 wird detaillierter über die Vision gesprochen, und zwar in Form einer Rede Gottes. Es steht nämlich da, dass das Wort des HERRN an Sacharja ergeht. Ob er dieses Wort unmittelbar empfing oder mittels eines Engels, dem Begleitengel zum Beispiel, steht hier genau wie in Sacharja 6,9 nicht dabei. Dass es eine vermittelnde Person gibt, lässt sich aus Vers 9b ableiten. Dieses Wort des HERRN beginnt mit der trostreichen Zusicherung, dass es nicht beim Legen des Grundsteins des Hauses des HERRN bleiben wird, sondern dass eine Vollendung folgen wird, und zwar durch die Hände Serubbabels. Es wird also keine Generationen dauern; nein, Sacharja wird es noch erleben, und das wird für ihn der Beweis sein, dass es der HERR der Heerscharen ist, der die Person, die mit Sacharja spricht, gesandt hat.

Es geht also nicht um eine von Menschen ausgedachte Botschaft, sondern in der Tat um das Wort des HERRN. Bei diesem Vers können wir an das denken, was in Thessalonich geschah: Paulus und Silas brachten dort die Botschaft des Evangeliums, und die Thessalonicher nahmen dies nicht als ein Wort von Menschen auf, sondern als Gottes Wort.[213]

Aus dem Buch Esra wissen wir, dass die älteren Juden die Wiederherstellung des Tempels als eine nichtige Sache betrachteten; die Zeitgenossen Haggais dachten genauso.[214] Das wird hier noch einmal hervorgeholt. In offensichtlicher Anspielung darauf folgt dann die Ermahnung des Herrn, den Tag kleiner Dinge nicht zu verachten. Das Werk des Herrn beginnt oft klein, und das muss uns demütig sein lassen und bewusst machen, dass wir von dem abhängig sind, was Er wirkt. Wir wollen die Dinge groß anpacken, und dann zerfällt das Werk in unseren Händen, weil wir es in eigener Kraft tun.

Serubbabel hat mit dem Werk angefangen und wird es weiterführen. Die Juden werden ihn mit dem Senkblei in der Hand bei der Arbeit sehen, um die Mauern lotrecht aufzurichten, und die zynische Einstellung einiger wird sich verändern in eine Freude über das, was sie sehen werden.

Danach bezieht sich die Prophezeiung auf Sacharja 3,9, wo die Rede ist von den sieben Augen auf dem Stein, den Gott vor Josua niedergelegt hat. Der Stein und die Augen haben nicht nur Josua etwas zu sagen, sondern auch Serubbabel. Hier erläutert der Herr, dass diese sieben Augen die sieben Augen des Herrn darstellen, die die ganze Erde durchlaufen.[215] Das Werk, das Serubbabel ausführt, wird durch niemand auf der Erde, durch keinen Fürsten, und sei er noch so mächtig, verhindert werden können. So wird beiläufig eine Verbindung zwischen der Funktion des Hohenpriesters Josua und der Serubbabels gelegt, dem Fürsten aus dem Haus Davids. Dieser Zusammenhang wird im nachfolgenden Abschnitt näher erläutert.

Sacharja hat eine Frage[216], die das Gesicht bei ihm aufgeworfen hat, und zwar was die beiden Ölbäume (wörtl. „Söhne des Öls“) zu bedeuten haben, die er gesehen hat. Diese Frage ist ihm so wichtig, dass er, ohne die Erklärung abzuwarten, die Frage noch einmal wiederholt und dabei zusätzlich die Aufmerksamkeit lenkt auf die goldenen Röhren, die das „goldene“ Öl der Bäume zu den Leuchten fließen lassen, und dies offensichtlich über den Weg des Ölbehälters am Kopf des Leuchters.

Auf die Frage, ob er nicht weiß, was die Bäume oder Zweige bedeuten, bekennt Sacharja erneut seine Unkenntnis. Das ist eine gute Sache. Der Herr gibt als Antwort, dass das die beiden Gesalbten sind, die vor dem Herrn der ganzen Erde stehen. In Israel kennen wir – wie gesagt – die Salbung des Priesters, des Königs und des Propheten. Hier muss offensichtlich an die ersten beiden gedacht werden.

Im vorliegenden Fall können wir Josua und Sacharja darunter verstehen, dann allerdings nicht einfach als zwei Personen, sondern als zwei Amtsträger: der eine für die Priesterschaft, der andere für das Königtum. Diese beiden Funktionen sind nicht in einer einzigen Person vereinigt, werden aber beide zusammen wirken. In Sacharja 6 wird meines Erachtens behauptet, dass beide Funktionen doch in einer Person vereinigt sein werden, nämlich in dem Herrn Jesus Christus, dem Spross, den Gott erwecken wird. In der Zeit nach der Verbannung, auf die sich die Bücher Esra, Haggai und Sacharja beziehen, sehen wir die beiden „Gesalbten“, Josua und Serubbabel, in guter Harmonie gemeinsam zur Ehre Gottes und zum Segen für das Volk auftreten. Bei ihnen gibt es sozusagen bereits heilsame Überlegungen.

Selbstverständlich denken wir bei Sacharja 4 an Offenbarung 11, wo die Rede von zwei Zeugen ist, die als zwei Olivenbäume in einer Zeit, in der in Jerusalem tiefe geistliche Finsternis herrscht, präsentiert werden. Gottes Wirken setzt sich auch dann fort.[217] So wie Gott zwei Zeugen in den Tagen Sacharjas hatte, so wird der Herr auch diese auch in der Zukunft haben, wenn Jerusalem (erneut) durch die Nationen zertreten wird.

Zwei Olivenbäume

Bei dem Verweis nach Offenbarung 11 können wir feststellen, dass die beiden Zeugen in der Kraft von Mose und Elia auftreten. Darin sehen wir auch, dass Königtum und Priesterschaft zusammengehen. Mose heißt nämlich „König in Jeschurun“ (5Mo 33,5), wiewohl er auch die Funktion eines Propheten erfüllt, und Elia, der in erster Linie Prophet ist, tritt auf dem Karmel als Priester vor Gott auf.

Wie gesagt sind diese beiden Aspekte „Königtum“ (das bedeutet Macht) und „Priesterschaft“ (das bedeutet Gnade) in Christus vereinigt und werden in vollkommenem Licht erstrahlen, wenn Er seine Herrschaft in Israel ausübt.

Dem kann noch hinzugefügt werden, dass Christus auch Prophet ist; wir sehen die wichtige Dreizahl „König, Priester, Prophet“ in Ihm vereinigt.

Die Hände von Serubbabel

Diese Worte geben nachdrücklich Auskunft, dass Serubbabel in Gottes Werk einbezogen ist. Gott hat den Menschen nicht nötig und doch will Er ihn gebrauchen.

Das Senkblei

Wörtlich heißt es „Stein, Lot“, und das wird in verschiedenen Übersetzungen als „Senkblei“ wiedergegeben. Dieses Senkblei wird Sacharja für das Einsetzen des Giebelsteins nötig haben. Ridderbos ist hingegen der Meinung, dass der Giebelstein an sich gemeint ist und das Wort „Lot“ durch einen späteren Abschreiber versehentlich hinzugefügt wurde.[218]

Sieben Augen

Die Aussage über die sieben Augen hätten wir eher als eine Ergänzung zu Sacharja 3,9 erwartet. Sie können nämlich kaum Bezug auf die sieben Lampen des Leuchters haben.[219] Verschiedene Ausleger betrachten diese Aussage hier als einen verirrten Text. Einer derartigen Auffassung folgen wir hier nicht, es sei denn, dass es unwiderlegbare Beweise dafür gibt. Wie schon vorher bezeugt, versuchen wir immer, eine sinnvolle Erklärung für den Text zu geben, der uns überliefert wurde.

Wir können nicht daran vorbeigehen, dass es eine spezielle Erwähnung der Tatsache gibt, dass diese Augen die ganze Erde durchlaufen und dass in Sacharja 4,14 die Rede von zwölf Gesalbten ist, die vor dem Herrn der ganzen Erde stehen. Damit wird klar eine Verbindung zwischen Sacharja 4,10b und 14 gelegt. Vers 10 ist unserer Auffassung nach daher nicht dahin verirrt, sondern spielt im Rahmen des fünften Gesichts eine Rolle.

Die Augen des HERRN

Wir haben schon früher auf 2. Chronika 16,9 hingewiesen, wo ein wichtiges Ziel für das Durchlaufen der ganzen Erde genannt wird, nämlich um denen beizustehen, die dem Herrn dienen wollen.[220] Ermutigend sind auch Stellen wie 5. Mose 11,12; Psalm 32,8; 33,8; 101,6; Jeremia 24,6. Seine Augen sind zum Guten auf uns gerichtet, lasst unsere Augen dann auch auf den Herrn gerichtet sein.[221]

Zwei goldene Röhren

Die zwei goldenen Röhren laufen vom Ölbaum zum Ölbehälter, und von dort gehen sieben Röhren zu den sieben Lampen. Das Öl fließt durch diese Röhren, und weil es eine goldene Farbe hat, wird darüber gesprochen, dass es wie Gold fließt.

Zwei Ölzweige

Wenn die Frage Sacharjas aus Sacharja 4,12 nicht nur eine bloße Wiederholung der Frage aus Sacharja 4,11 ist, dann müssen wir zwischen den Ölbäumen und den Ölzweigen unterscheiden. Von jedem Olivenbaum hängt dann je ein Zweig über dem Ölbehälter. Wir nehmen allerdings eine Wiederholung der Frage an. Für die Auslegung des Gesichts macht das übrigens wenig aus.

Man kann den Ausdruck „Zweige des Olivenbaums“ [niederländisch: „Ölzweige“; Anm. d. Üb.] auch mehr wörtlich mit Ölgeber, Ölsprossen oder Söhne des Öls wiedergeben; sie sind also mit Öl gesalbt.[222] Der Engel erwähnt daher auch, dass diese beiden die beiden Gesalbten des HERRN darstellen. In direktem Sinn können wir, wie erwähnt, hierbei an Sacharja und Josua denken und in symbolischem Sinn an Königtum und Priesterschaft, die zum Segen für das Volk sein werden.

Ridderbos gibt das Wort, das mit „Gesalbte“ übersetzt ist, in der Tat mit „Ölgeber“ (Öl-Söhne) wieder und denkt nur an himmlische Quellen und nicht an bestimmte Personen oder Ämter. Seine Hauptkritik ist, dass nicht von Ölträgern, sondern von Ölquellen die Rede ist, und wir können Serubbabel und Josua ja nicht als Geber des Geistes ansehen.[223] Wir betrachten jedoch den Ausdruck „die bei dem HERRN der ganzen Erde stehen“ als hinreichenden Hinweis, dass der Herr die Quelle ist, und zwar in dem Sinn, dass Er, genau wie in der Natur, die Quelle ist von dem, was die Bäume usw. hervorbringen.

Salbung

In Israel kennen wir, wie gesagt, die Salbung

  • des Priesters: 2. Mose 28,41; 29,7; 30,30; 40,13.15; 3. Mose 21,10;
  • des Königs: Richter 9,8; 1. Samuel 9,16; 10,1; 16,3.13; 18,1; 2. Samuel 2,7; 1. Könige 1,34; 19,16;
  • des Propheten: 1. Könige 19,16.

Siehe für das Salben des Herrn Jesus Lukas 4,18; Apostelgeschichte 4,27; Hebräer 1,9 und für die Salbung der Gläubigen in der neuen Haushaltung 2. Korinther 1,21; 1. Johannes 2,20.27.

Verständnisfragen zu Sacharja 3 und 4

  1. Welchen Trost und welche Ermunterung schöpfst du aus der Vision, die den Hohenpriester Josua betrifft?

  2. Wie kann Satan sich gemäß 2. Könige 11,13-15 hervortun? Was möchte er dann mit uns versuchen? Er kann sich auch als brüllender Löwe zeigen (1Pet 5,8.9). Womit möchte er uns dann treffen? Wie sollen wir dann gegen ihn auftreten (siehe auch Jak 4,7)? Was bedeutet das praktisch?

  3. Das Volk Israel wird bald in Frieden und Ruhe im Land leben. Was kannst du von der Ruhe sagen, die für uns bereitet ist (siehe Mt 11,28-30)?

  4. Oft haben wir große Mühe, anzuerkennen, dass wir etwas nicht wissen (siehe Sach 4,5.6); wir versuchen dann, durch eine Gegenfrage oder vage Andeutung o.Ä. der Frage auszuweichen, oder wir formulieren eine Antwort, die nichtssagend ist und manövrieren uns in Schwierigkeiten. Prüfe einmal, ob du das bei dir wiedererkennst.

  5. Welche Funktionsträger wurden in Israel gesalbt und was bedeutete das?

  6. Wie können wir aus Sacharja 4,1-6 ableiten, dass Öl ein Bild des Heiligen Geistes ist?

  7. In Apostelgeschichte 10,38 ist die Rede von der Salbung mit dem Heiligen Geist. Wen betrifft es dort? Vergleiche mit diesem Vers 2. Korinther 1,21; welche gewaltige Sache findet sich da?

  8. Wir Menschen suchen gern große Dinge und sehen verächtlich auf kleine Sachen, die Gott wirkt. Gott warnt uns davor genauso wie damals das Volk in Jerusalem. Nenne einmal ein paar „kleine Dinge“, für die du dankbar sein kannst.

Die sechste Vision: Die fliegende Buchrolle (Sach 5,1-4)

Sach 5,1-4: 1 Und ich erhob wiederum meine Augen und sah: Und siehe, eine fliegende Rolle. 2 Und er sprach zu mir: Was siehst du? Und ich sprach: Ich sehe eine fliegende Rolle, ihre Länge zwanzig Ellen und ihre Breite zehn Ellen. 3 Und er sprach zu mir: Dies ist der Fluch, der über die Fläche des ganzen Landes ausgeht; denn jeder, der stiehlt, wird entsprechend dem, was auf dieser Seite der Rolle geschrieben ist, weggefegt werden; und jeder, der falsch schwört, wird entsprechend dem, was auf jener Seite der Rolle geschrieben ist, weggefegt werden. 4 Ich habe ihn ausgehen lassen[224], spricht der HERR der Heerscharen; und er wird in das Haus des Diebes kommen und in das Haus dessen, der bei meinem Namen falsch schwört; und er wird in seinem Haus herbergen und es vernichten, sowohl sein Gebälk als auch seine Steine.

Das sechste Gesicht handelt von

  • einer fliegenden Buchrolle, 20 Ellen lang und 10 Ellen breit;
  • der Bedeutung der Buchrolle, nämlich vom Fluch, der sich über das ganze Land ausbreiten wird;
  • dem Gericht, das Haus eines jeden trifft, der stiehlt oder falsch schwört.

Ohne Ankündigung durch einen Engel erzählt Sacharja, dass er seine Augen aufschlug[225] und gut hinsah. Er kommt also wieder in einen visionären Zustand und sieht eine fliegende Buchrolle. Es sieht so aus, als wenn jemand bei ihm wäre, der ihn fragt, was er sieht. Diese Person könnte der Begleitengel sein, jedoch auch der Engel des HERRN. Für Letzteres würde Sacharja 5,4 sprechen, weil das „Ich“, das dort eingeführt wird, offensichtlich Gott der HERR ist. Dies erklärt sich durch die Aussage „der bei meinem Namen falsch schwört“.

Die Buchrolle, die der Prophet sieht, ist sehr groß: 20 mal 10 Ellen. Die Länge der Rolle ist nicht so besonders, denn eine Rolle, die in Qumran gefunden wurde, hat fast dieselbe Länge.[226] Das Breitenmaß übersteigt jedoch bei weitem die Breite einer normalen Buchrolle. Das bedeutet, dass sehr viel auf dieser Rolle steht. Es ist nicht einfach nur ein kleiner Bericht. Das Gesicht ist umso ernster, wenn es stimmt, dass die Rolle von beiden Seiten beschrieben sein sollte.[227] Doch auch wenn die Rolle auf nur einer Seite beschrieben ist, lässt die Größe erkennen, dass die Übertretungen Israels zahlreich sind.

Dem Propheten wird die Bedeutung des Gesichts offenbart: Die Rolle enthält den Fluch[228] des Herrn, der jeden treffen wird, der stiehlt. Dass diese Sünde hier erwähnt wird, bedeutet, dass dieses Böse im Land, ja im ganzen Land, kennzeichnend war! Gott wird dieses Böse anpacken, indem der Dieb weggefegt wird. Ein anderes Übel war das Schwören. Offensichtlich geht es gemäß Sacharja 5,4 um falsches Schwören zwecks Vorteilsnahme, zum Beispiel, indem mit einem Eidschwur untaugliche Ware angepriesen wird.

Das Wort des Herrn behauptet weiterhin, dass Gott den Fluch hat ausgehen lassen. Die Rolle schleudert nicht durch die Straßen, sondern fliegt über die Häuser des Volkes, um von oben her in das Haus eines Diebes zu gelangen oder von dem, der falsch schwört. Das ist kein kurzer Besuch, sondern sie bleibt, bis dass das Haus vernichtet ist. Der Fluch verzieht nicht, bis dass das Urteil vollstreckt ist. Wer dieses Urteil vollstreckt, wird nicht erwähnt. Es können Feinde sein, die dies tun, oder es geschieht durch eine Naturgewalt, jedenfalls wird es geschehen. Der Herr wird das Böse unter seinem Volk nicht länger dulden, sondern sofort richten.[229] Gott hält dem Volk durch diese Vision vor, dass man Ihm und seinem Gesetz nicht spotten kann. Zu Recht zitiert J. Douma zu dieser Vision den Spruch: „Keine Herrlichkeit ohne Heiligkeit.“[230] Gott kann mit seinem Volk umgehen, wenn ihre Sünden ausgetilgt sind, wie dies im Bild des Hohenpriesters Josuas vorgestellt wird, und sie sich demnach bekehrt haben. Bei unbeugsamen Sündern kann Er jedoch nicht wohnen, Er muss solche Sünder richten. Die Schrift sagt, dass die Gottlosen nicht im Gericht bestehen werden noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.[231] Auch ist es nicht so, dass Gott die Nationen wegen ihrer Sünden straft und vor den Sünden seines Volkes die Augen zudrückt. Im Gegenteil, gerade weil Israel sein Volk ist, wird Er die Sünden an ihnen heimsuchen; sowohl Jeremia als auch Amos heben diesen Aspekt hervor.[232]

Gott bringt diesen Bann über jeden Einzelnen, der sündigt. Dies schließt die gemeinschaftliche Verantwortlichkeit nicht aus, doch jeder wird gemäß seinen persönlichen Sünden gerichtet. Dies ist ein Grundsatz, der in Hesekiel 18 sehr hervorgehoben wird. In Sacharja 5 kommt dies zum Ausdruck in der Tatsache, dass der Fluch zum Haus eines jeden kommt, der stiehlt. Es wird niemand mit heiler Haut davonkommen oder sich vor dem Fluch verbergen können.[233] Es wird einmal eine Zeit kommen, wenn Gott die Ungerechtigkeit seines Volkes heimsuchen wird und auch die der Nationen. Prophetisch wird uns das im Gericht der Meder und Perser vorgestellt, das sie über das Weltreich Babel vollstreckten.[234] Zum Glück gibt es immer eine Rettung für die, die sich bekehren.

Eine Buchrolle

Die Buchrolle bestand aus „Papierstreifen“, die aus dem Mark des Papyrusstängels (Cyperus Papyrus) gemacht wurden. Davon ist auch der Name abgeleitet. Diese Pflanze, die zur Familie der Gräser gehört, traf man im Überfluss im Nil in Ägypten an. Dieses Mark wurde in Streifen geschnitten und diese wurden nebeneinandergelegt. Anschließend wurde eine weitere Lage quer darüber geklebt, und dieses Ganze wurde dann gepresst und zu einer Art Blatt geformt, das man so lang machen konnte, wie man es wollte. Danach wurde es dann mit den Enden an einen Halter befestigt, mit dem man das Blatt aufrollen konnte. Daher der Name Buchrolle. Diese Rolle konnte man, wenn das gewünscht war, an zwei Seiten beschreiben. Dies geschah in Spalten, so wie es auch heute in vielen Bibeln geschieht.

Nebst Papyrus kam auch ein anderes Schreibmaterial in Mode, und zwar das Pergament, das mittels Tierhaut hergestellt wurde. König Eumenes II von Pergamon (197–158 v.Chr.) soll der Entdecker gewesen sein. Der Name Pergament stammt jedenfalls von Pergamum ab. Als das Pergament erfunden war, ging man von der Herstellung von Buchrollen zu Büchern über, die aufgeschlagen werden konnten, was das Aufsuchen sehr vereinfachte.

Von einer Buchrolle ist die Rede in Psalm 40,7-9 und in Hebräer 10,7. Mit der Buchrolle, die in diesen Texten erwähnt wird, kann auf das Alte Testament verwiesen werden, in dem das Kommen des Messias angekündigt wird. Andere verstehen darunter die Pläne Gottes, wie Er sie von Ewigkeit her besaß, um seinen Sohn zu senden. Es würde sich dann um eine Buchrolle in übertragenem Sinn handeln.

Der erste Gedanke liegt m.E. mehr auf der Hand. Die genannten Abschnitte befassen sich mit dem Gehorsam Christi, Gottes Willen zu tun und das Erlösungswerk zu vollbringen. Offenbarung 5,1-5 nimmt Bezug auf die Buchrolle des Handelns Gottes in Bezug auf diese Erde, das in der Regierung Jesu Christi münden wird. Hier in Sacharja geht es um das Gericht über die Sünder im Volk Gottes.

Die Abmessungen

Jüdische Ausleger legen eine Verbindung zwischen den Maßen des „Heiligen“ in der Stiftshütte und denen des Vorportals des Tempels Salomos.[235] Dies würde klarmachen, dass das Gericht nach den Normen des Heiligtums ausgeführt wird oder auch, dass das Gericht am Haus Gottes beginnt.[236] Dieser Gedanke ist sehr interessant und nicht verwerflich, findet allerdings nur Unterstützung in der Beschreibung der Vorhalle des Tempels Salomos und in den Maßen des kupfernen Altars.

Absurd ist die Auffassung von Hieronymus, dass hier an das Alter gedacht werden muss, an dem Jesus von Nazareth seinen öffentlichen Dienst begann, nämlich 20 plus 10 gleich 30 Jahre.[237]

E. Dennett legt ebenfalls eine Verbindung zu den Maßen der Vorhalle des Tempels Salomos, stellt jedoch auch eine Verbindung zu den Maßen der Stiftshütte her. Meines Erachtens stimmt Letzteres allerdings nicht, denn die Länge der Grundfläche ist zwanzig Brettbreiten, und diese Breite ist anderthalb Ellen, also 30 Meter.[238] Man kann höchstens eine teilweise Verbindung legen hinsichtlich der Anzahl der Bretter, die genannt werden, wobei wir bedenken müssen, dass die kurze Seite lediglich acht Bretter umfasst. Mehr Übereinstimmung gibt es bzgl. des Vorhofs, denn dort ist von zwanzig bzw. zehn Pfosten die Rede.[239]

Der Fluch, der ausgeht

Dieser Fluch ist etwas ganz anderes als ein Wort des Fluches, wie Menschen ihn äußern. Sie bitten Gott, sie zu verdammen. Zum Glück erhört Gott dieses „Gebet“ nicht, wenn der Mensch sich bekehrt. Andererseits ist es doch so, dass Gott nicht nur segnet, sondern auch den Fluch über die bringt, die Ihn verwerfen.[240] Dies betrifft die ewige Verfluchung der Gottlosen, jedoch – wie gesagt – als Gläubige gehen wir nicht frei aus bezüglich der Züchtigung, die dieses Leben betrifft, wenn wir Verkehrtes tun.

In diesem sechsten Gesicht geht es um einen Fluch, den die Abgefallenen in Israel wegen ihrer Gesetzesübertretung trifft. Denke hierbei an die Flüche, die aufgezeichnet sind in 3. Mose 26,14-39; 5. Mose 27,11-26 und 5. Mose 28,15-68.[241]

Über die Fläche des ganzen Landes

Manche Übersetzungen haben hier „die ganze Erde“ übersetzt, was „weltweit“ bedeuten könnte, doch die Wiedergabe mit „Land“ – wobei das Land Israel gemeint ist, und zwar speziell Juda – erhält genau wie in Sacharja 5,6 den Vorzug. Dies vor allen Dingen deswegen, weil die Rede von jedem ist, der bei dem Namen des Herrn falsch schwört. Dieser Ausdruck kann sich kaum auf heidnische Völker beziehen.

Stehlen und falsch schwören

Die Frage ist, warum diese beiden Sünden genannt werden und welche Verbindung zwischen diesen auszumachen ist. Manche haben festgestellt, dass von jeder Tafel des Gesetzes eine Sünde als Beispiel genannt wird, und zwar jeweils die mittlere. Das falsche Schwören[242] beim Namen Gottes gehört zu den Verboten der ersten Tafel (das dritte Gebot) als Sünde Gott gegenüber. Das Stehlen gehört zu den Sünden, auf die sich die zweite Tafel bezieht (das achte Gebot), und ist eine Sünde dem Nächsten gegenüber.[243] Allerdings ist es etwas befremdlich, dass die Sünde Gott gegenüber nicht zuerst genannt wird. Douma unterstellt, dass es um heimlichen Diebstahl geht, bei dem der Dieb sich nett und fromm hervortut, und bringt somit dieses Böse mit Unwahrhaftigkeit in Verbindung und sieht demnach auch ein Übel darin, das mit den Verboten der ersten Tafel korrespondiert.[244] Seine Argumentation ist allerdings etwas gekünstelt. Möglicherweise wählt Gott genau diese beiden Sünden, weil das Volk sich daran sehr stark schuldig gemacht hat und macht.[245] Jedenfalls beweist Nehemia 5, wie die Reichen unter dem Volk ihre armen Volksgenossen ausbeuten.

Im Licht von Jakobus 2,11 muss übrigens festgestellt werden, dass das Übertreten eines Gebotes ein Übertreten des ganzen Gesetzes beinhaltet.[246]

Holz (Gebälk) und Steine

Das über das Holz/Gebälk hinaus auch die Steine genannt werden, weist auf radikale Vernichtung hin. Vergleiche hierzu 3. Mose 14,45.

Die siebte Version: Die Frau im Epha (Sach 5,5-11)

Sach 5,5-11: 5 Und der Engel, der mit mir redete, trat hervor und sprach zu mir: Erhebe doch deine Augen und sieh: Was ist dies, das da hervorkommt? 6 Und ich sprach: Was ist es? Und er sprach: Dies ist ein Epha, das hervorkommt; und er sprach: Das ist ihr Aussehen im ganzen Land. 7 Und siehe, eine Scheibe aus Blei wurde aufgehoben; und da war eine Frau, die mitten in dem Epha saß. 8 Und er sprach: Dies ist die Gottlosigkeit; und er warf sie mitten in das Epha hinein und warf das Bleigewicht auf dessen Öffnung. 9 Und ich erhob meine Augen[247] und sah: Und siehe, da kamen zwei Frauen hervor, und Wind war in ihren Flügeln, und sie hatten Flügel wie die Flügel des Storches; und sie hoben das Epha empor zwischen Erde und Himmel. 10 Und ich sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Wohin bringen diese das Epha? 11 Und er sprach zu mir: Um ihm im Land Sinear ein Haus zu bauen; und ist dies aufgerichtet, so wird es dort auf seine Stelle niedergesetzt werden.

Dieser Abschnitt enthält

  • den Aufruf des Begleitengels an Sacharja, seine Augen zu öffnen;
  • die Frage des Propheten und die Antwort des Engels, dass es um ein Epha geht;
  • das Abheben des Deckels, wodurch eine Frau im Epha sichtbar wird;
  • die Erklärung, dass die Frau die Gottlosigkeit darstellt;
  • das Niederwerfen der Frau in das Epha und das Abschließen;
  • das Erscheinen von zwei Frauen, die das Epha im Flug mitführen;
  • die Frage Sacharjas, wohin die beiden gehen;
  • die Antwort, dass das Epha ins Land Sinear geht, wo die Frau einen Platz erhält.

Das siebte Gesicht hat viel Übereinstimmung mit dem sechsten, denn in beiden geht es um das Auftreten Gottes gegen konkretes Böses. Es gibt diesen Unterschied, dass sich das sechste Gesicht auf ein Gericht über die Sünder bezieht und das siebte Gesicht die Ausrottung der Sünde (Götzendienst) betrifft. Das siebte Gesicht wird wieder mit einem dringenden Aufruf des Engels eingeleitet, der Sacharja beständig Informationen gibt. Er ruft den Propheten auf, seine Augen aufzuschlagen. Vielleicht war Sacharja noch unter dem Eindruck der vorhergehenden Vision und muss jetzt auf das Anschauen des folgenden Gesichts vorbereitet werden. Es beinhaltet so viel, dass der Prophet ansehen soll, was ihm in einer Vision vorgestellt wird. Nun präsentiert sich vor den Augen Sacharjas etwas[248], und er fragt sofort: „Was ist es?“ Der Engel erläutert, dass es sich um ein Epha handelt, d.h. ein Gefäß mit einem bestimmten Hohlmaß, das für trockene Ware benutzt wird.[249] Der Topf zeigt auf, was im ganzen Land geschieht bzw. was das ganze Land kennzeichnet.

Das Epha könnte auf das Böse hinweisen, das mit Handel zu tun hat[250], obwohl es vor allen Dingen um das geht, was sich im Topf befindet. Um dies sehen zu können, muss der bleierne Deckel angehoben werden. Es kann sein, dass der Deckel aufgehoben wird, um Sacharja hineinsehen zu lassen, oder dass der Deckel von innen hochgehoben wird. Letzteres ist weniger wahrscheinlich, weil ausdrücklich von einem bleiernen Deckel die Rede ist, der sich auf dem Epha befindet, und dieser Deckel würde dann nicht richtig schließen. Als der Deckel angehoben wird, sieht Sacharja eine Frau. Eine Frau stellt in der Regel ein bestimmtes religiöses System dar, wie es in einem Volk Gestalt annimmt. In gutem Sinn stehen so ein System und so ein Volk dann in Kontakt mit Gott. Dieses Verhältnis wird mit dem einer Ehe verglichen, in dem Gott als der Mann und das Volk als die Frau dargestellt wird. Hiermit wird Hingabe an Gott ausgedrückt. So wird das Volk Israel die Frau Gottes genannt.

In bösem Sinn geht es um Abweichung von Gott.[251] Als Israel abfiel, verfiel das Bild von „der Frau von Gott“, und das Volk wurde als Hure dargestellt.[252] Etwas Ähnliches finden wir auch im Neuen Testament, was das Verhältnis von Christus zur Gemeinde betrifft. Auch die Gemeinde wird dort als Frau vorgestellt und Christus als Mann.[253] In Übereinstimmung hiermit finden wir in Offenbarung 17 und 18, dass das abfällige christliche System als „die große Hure“ dargestellt wird.

Nun, Letzteres ist bei der Frau im Epha auch der Fall, denn der Engel erläutert, dass sie die Gottlosigkeit darstellt. Sie weicht also von Gott ab. Offensichtlich möchte die Frau die Gelegenheit wahrnehmen, aus dem Topf zu entkommen, doch der Engel wirft sie wieder hinein und schließt den Topf mit dem bleiernen Gewicht wieder ab.

Ob die Worte „das hervorkommt“ sich auf das Verbreiten des Bösen beziehen, wie Dennett sich äußert[254], ist die Frage. Die Gottlosigkeit befindet sich ja eingeschlossen im Epha, und ein Entkommen und damit eine Verbreitung wird verhindert. Diese Aussage bezieht sich eher auf die Tatsache, dass Sacharja das Epha hervorkommen sieht und dass Gott mit diesem Epha oder dem Topf etwas unternimmt.

Das Gesicht steht in enger Verbindung mit dem vorigen Gesicht. Dort ging es um einen Bann, der jeden im Land treffen sollte, der moralisch Böses tat; denen, die gegen den Nächsten sündigten. Hier geht es um Böses, das explizit Sünde gegen den Herrn ist, nämlich Götzendienst.

Dann erscheinen zwei Frauen mit großen Flügeln wie die eines Storches, und der Wind trägt sie zwischen Himmel und Erde fort, d.h. hoch in die Luft. Hier sehen wir Frauen, die, im Gegensatz zur Frau im Epha, Gottes Willen ausführen. Sacharja sieht, wie sie verschwinden, und fragt, wohin diese Frauen das Epha bringen. Die Antwort lautet, dass sie nach Sinear gehen und die Frau dort an ihren Platz bringen.[255]

Eine weitere Erklärung erhält Sacharja nicht; dennoch wird er sich so seine Gedanken über diese Vision gemacht haben. Und wir können uns etwas dabei vorstellen. Die Geschichte des Volkes fängt damit an, dass Gott Abram erschien, der inmitten des Götzendienstes lebte, wie Josua 24,14 klarmacht. Bei Abram und Isaak liest man nichts von Götzendienst, doch als Jakob in Haran war, scheint sich der Götzendienst in seine Familie eingeschlichen zu haben.[256] Die Familie Jakobs landet in Ägypten, und dort „hurten“ die Israeliten, was sich u.a. auch auf das Dienen der Götzen in Ägypten bezieht.[257] Die Erlösung aus dem Land bedeutete noch nicht eine Erlösung vom Götzendienst, denn am Sinai machten sie ein goldenes Kalb, und in der Wüste schleppten sie ihre Götzen mit sich mit.[258] Einmal ins Land gebracht, vermischte sich das Volk mit den heidnischen Bewohnern und gab sich trotz der Warnungen des Herrn ganz dem Götzendienst hin.[259] Als Züchtigung führte Gott das Volk weg nach Babylon, in das Land Sinear[260], die Wiege des Götzendienstes. Doch selbst die, die der Wegführung entkommen waren, beendeten dieses grauenvolle Tun nicht, wie Jeremia so eindringlich beschreibt.[261]

Das Land war also voll des Götzendienstes, und die Vision des Epha macht klar, dass Gott mit dem Götzendienst des Volkes abrechnen wird[262] oder eigentlich schon abgerechnet hat. Durch diese Vision zeigt Gott fast ironisch auf, dass Er den Götzendienst aus dem Volk und dem Land entfernt und ihn in das Land zurückbringt, wo er zu Hause ist und wo er sich als Erstes etabliert hat.

Veldkamp macht bezeichnenderweise klar, dass zuerst Israel in die Verbannung gegangen ist und dass nun die Sünde in die Verbannung geht.[263] Und zwar nach Babel, genau wie Israel. Einmal wird sie dort gerichtet werden, doch darüber spricht diese Vision nicht; das vernehmen wir in anderen Schriftstellen.[264]

Was Israel betrifft, so wissen wir, dass sich nach der Verbannung diverse Sünden im Volk hervorgetan haben, doch wir lesen nicht mehr, dass das Volk – als Volk – sich wieder dem Götzendienst hingegeben hat. Der böse Geist des Götzendienstes ist sozusagen aus dem Volk weggetan, ist aber im Prinzip mit noch „sieben“ anderen zurückgekehrt und hat vom Volk Besitz ergriffen.[265] Dann jedoch nicht als heidnischer Götzendienst, sondern als purer menschlicher Hochmut und fromme Heuchelei. Wir sehen dieses Übel in den Tagen des Herrn Jesus sozusagen personifiziert in den Pharisäern und Sadduzäern. Über ihr Böses redet der Heiland als Sauerteig, und Er deutet damit u.a. ihre fromme Heuchelei an.[266] Diese Führer Israels waren derart erblindet, so von sich selbst eingenommen, so begierig nach Macht und Ehre der Menschen, dass sie den Sohn Gottes an das Kreuz verwiesen. Das war das Schlimmste, was das Volk tun konnte! Im Gleichnis des Weingärtners macht der Herr Jesus dies schmerzlich klar im Bild des Eigentümers des Weinbergs, der schließlich seinen Sohn mit der Überlegung sendet: „Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen.“ Doch leider, leider schonte Israel den Sohn nicht und forderte seinen Kreuzestod.

In der Zukunft wird der Götzendienst zur Zeit des Antichristen in buchstäblichem Sinn unter Israel und die Nationen zurückkehren und dann in größerem Ausmaß als je zuvor geschehen, wenn nämlich der Mensch der Sünde sich in den Tempel setzen und sich anmaßen wird, Gott zu sein.[267]

In den Tagen Sacharjas gibt es also keine Erwähnung des Götzendienstes, wohl aber von unmoralischen Dingen wie Stehlen, falsches Schwören und unehrliche Rechtsprechung.[268]

Ein Epha

Wie gesagt ist das Epha ein Maß für trockene Waren, für Korn. Für nasse Waren gebrauchte man ein Bath, das ebenso groß war. Es ist ein Maß für 30 oder 40 Liter Korn.[269] Angesichts der Tatsache, dass dieses Epha eine Frau beinhaltete, wird hier an ein größeres Maß gedacht werden müssen, das aber die Form eines Ephas hatte. In 2. Mose 16,36 wird gesagt, dass das Epha 10 Gomer umfasste. Hingegen ist in Hesekiel 45,11 die Rede von einem größeren Maß, nämlich dem Homer, das 10 Epha umfasste. Das größere Maß wird hier jedoch nicht genannt; zu Recht bemerkt Lindsey, dass wir hier an ein vergrößertes Epha denken müssen, so wie wir in der vorigen Vision eine abnormal große Buchrolle sahen.[270]

Wie gesagt, könnte das Epha uns in diesem Zusammenhang an gemeine Praktiken auf dem Gebiet des Handels denken lassen. Israel wird in jedem Fall oft vor dem Besitz von zweierlei Gewichtssteinen und zweierlei Epha gewarnt.[271]

Die Frage Sacharjas „Was ist es?“ bedeutet natürlich nicht, dass er das Epha nicht kannte, sondern dass die Größe des Ephas ihn durcheinanderbrachte oder dass er nach dem Sinn der Präsentation fragte.

Das ist ihr Aussehen …

Wörtlich steht hier: „Das ist ihr Auge.“ Die Bedeutung ist: „So sehen sie aus.“[272] Manche lesen: „Das sind die Sünden“, oder: „Dies ist die Ungerechtigkeit im ganzen Land.“[273] Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, gibt den Sinn wie folgt wieder: „Darauf hält das ganze Land seinen Blick gerichtet.“ Die Bedeutung dieses Ausdrucks ist schwierig wiederzugeben.

Bleierner Deckel

Wörtlich steht da: „der Stein aus Blei“. Dabei wird an einen Stein gedacht, der einen Brunnen abschließt, also an einen Deckel.[274] Der (runde) bleierne Deckel verhindert eine weitere Verbreitung des Götzendienstes im Land. So ist es auch, was die Gemeinde betrifft. Die Bibel redet davon, dass der Abfall im Prinzip schon vorhanden ist. Es sind – so sagt Johannes – viele Antichristen geworden, doch der Antichrist selbst ist noch nicht offenbart worden.[275] In Übereinstimmung damit sagt der Apostel Paulus, dass die Verborgenheit der Gesetzlosigkeit jetzt schon wirkt, während der Gottlose, der Sohn des Verderbens, noch nicht offenbar geworden ist. Letzteres ist dem, der zurückhält, zu danken, der das Ausufern der antichristlichen Gottlosigkeit noch zurückhält.[276]

Frau – Gottlosigkeit

Bei Gottlosigkeit brauchen wir nicht nur an Götzendienst zu denken, sondern auch an ein sittenloses und unmoralisches Leben, das mit Götzendienst verbunden ist. Siehe die Bemerkungen über das Epha oben.

Das Volk wurde wegen des Götzendienstes weggeführt, besonders wegen Manasses Götzendienst[277], und nun wird der Götzendienst aus dem Volk weggeführt.

Zwei Frauen

Nach manchen Auslegern kommen die beiden Frauen aus dem Epha und stellen ein anderes Böses vor, das aus dem jüdischen System, dargestellt in dem Epha, entspringt. Sie würden dann auf Zusatzglauben und Unglauben hinweisen, wie er unter den Juden vorkam und in den Tagen des Herrn Jesus offenbar wurde.[278] Wir sind diesem Versuch, die Symbolik durchzuziehen, zugeneigt; in der Regierung Gottes kann Gott bestimmte Entwicklungen unter seinem Volk gebrauchen, um vorhergehendes Böse zu richten. Wir finden jedoch, dass das hier ziemlich weit geht, und wir halten es bei der einfachen Erklärung, dass Gott dafür sorgt, dass die Gottlosigkeit aus dem Land verbannt wird, welche Vorkehrungen Er hierfür auch immer treffen möge.

Flügel wie ein Storch

Israel ist genau wie die Niederlande ein Wohnort und Durchzugsgebiet von Störchen. Störche haben in den nördlichen Gefilden, wenn es dort Sommer ist, ihr Brutgebiet. Im Winter ziehen die Störche in südliche Gefilde; auf dem Weg nach Afrika bleiben sie dann z.B. am Hulesee in Nordisrael. Dieser See ist übrigens fast komplett ausgetrocknet, obwohl das Gebiet noch immer sehr wasserreich ist.

Nach manchen Auslegern bedeutet die Erwähnung von Storchenflügeln Unreinheit, denn Störche waren unrein. Das scheint uns allerdings zu weit zu gehen. Es steht übrigens hier, dass die Frauen Flügel haben wie die Flügel des Storches.

Andere denken gerade positiv über die Erwähnung des Storches, weil sein Name etwas mit Lieblichkeit zu tun hat. Wieder andere denken mit mehr Recht daran, dass in Verbindung mit dem Storch an die weite Distanz zum Norden hin gedacht werden müsse, die zurückgelegt werden muss, als auch an die kräftigen Flügelschläge, die der Vogel machen kann.[279]

Das Land Sinear

Über dieses Gebiet wird in 1. Mose 10,10; 11,2; 14,1.9; Jesaja 11,11; 5. Mose 1,2 und hier in Sacharja 5,11 gesprochen. Es ist das Gebiet, wo der gottlose Nimrod sein Königreich etablierte und wo später die Tore von Babel gebaut wurden und das nahezu mit Babylon identisch ist.

Die achte Vision: Die vier Wagen (Sach 6,1-8)

Sach 6,1-8: 1 Und ich erhob wiederum meine Augen und sah: Und siehe, vier Wagen kamen hervor zwischen zwei Bergen; und die Berge waren Berge aus Erz. 2 Am ersten Wagen waren rote Pferde und am zweiten Wagen schwarze Pferde 3 und am dritten Wagen weiße Pferde und am vierten Wagen scheckige, starke[280] Pferde. 4 Und ich hob an und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Mein Herr, was sind diese? 5 Und der Engel antwortete und sprach zu mir: Diese sind die vier Winde des Himmels, die ausgehen, nachdem sie sich vor den Herrn der ganzen Erde gestellt haben. 6 An[281] welchem die schwarzen Pferde sind, die ziehen aus zum Land des Nordens; und die weißen ziehen aus hinter ihnen her[282]; und die scheckigen ziehen aus zum Land des Südens; 7 und die starken ziehen aus[283] und trachten hinzugehen, die Erde zu durchziehen. Und er sprach: Geht, durchzieht die Erde! Und sie durchzogen die Erde. 8 Und er rief mich und redete zu mir und sprach: Siehe, diejenigen, die zum Land des Nordens ausgezogen sind, lassen meinen Geist Ruhe finden im Land des Nordens.[284]

Dieses achte und gleichzeitig letzte Gesicht enthält

  • die Mitteilung, dass Sacharja vier Wagen zwischen den ehernen Bergen hervorkommen sieht;
  • die Beschreibung von Pferden nach ihren Farben;
  • die Mitteilung des Engels, dass sie in die vier Himmelsrichtungen ziehen;
  • den Hinweis, dass die starken Pferde trappeln, um die Erde zu durchkreuzen;
  • den Aufruf, dies zu tun, und die Tatsache, dass die Pferde es ausführen;
  • die Mitteilung, dass die Pferde, die ins Land des Nordens gehen, den Geist des HERRN dort zur Ruhe bringen werden.

Genau wie in Sacharja 5,1 öffnet der Prophet ohne Aufforderung durch einen Engel seine Augen auf. Er richtet sich also mit voller Konzentration auf das, was ihm gezeigt wird, und das sind vier Wagen, die zwischen zwei Bergen hervorkommen. Die Zahl Vier weist wieder auf die vier Himmelsrichtungen der Erde oder der ganzen Welt hin. Die ganze Welt kommt ins Blickfeld und hat mit den Gerichten Gottes zu tun. Was die zwei Berge darstellen, ist schwierig zu sagen. Angesichts der Tatsache, dass die Wagen die Erde durchkreuzen sollen, müssen wir die Berge in Israel ansiedeln. Dies umso mehr, da sie von dem Standort des Herrn ausgehen. Dabei können wir an den Berg Zion und an den Ölberg denken.[285] Beide nehmen in der Prophetie im Allgemeinen einen wichtigen Platz ein. Diese Berge zeugen von der Macht des Herrn, und zwar einerseits in Gnade zugunsten seines Volkes und andererseits in Gericht über die Nationen.

Dass sie aus Kupfer sind, hat natürlich auch eine Bedeutung. Dieser Erwähnung steht nicht im Weg, dass es sich um irdische Berge handelt (dies entgegen Van der Woude), denn es geht um die symbolische Bedeutung dieses Metalls. Kupfer (andere sprechen von Bronze) weist auf Läuterung und damit auf Reinigung hin, während es auch mit Standfestigkeit und mit Härte zu tun hat.[286]

Die Farben der Pferde werden genau wie die der Pferde aus Offenbarung 6 eine besondere Bedeutung haben, doch sind sie – genau wie die der Pferde in der ersten Vision – nicht so leicht zu deuten wie die aus Offenbarung 6, weil dort mehr Besonderheiten dazu genannt werden. Schwarz ist die Farbe des Todes, möglicherweise durch Hunger verursacht, während sich Weiß auf Überwindung bezieht. Die gefleckten Pferde sind offensichtlich schimmelfarbig oder fahl und können Krankheiten und Epidemien darstellen. Rot ist die Farbe des Krieges, doch von den roten Pferden wird nicht gesagt, wohin sie gehen. Von den schwarzen und weißen Pferden wird dies doch gesagt: Sie gehen zum Land des Nordens; die gefleckten Pferde gehen hingegen zum Land des Südens. Bei dem Land des Nordens denken wir an Babel, wie in der vorhergehenden Vision das Gebiet als das Land Sinear angegeben wurde. Mit dem Land des Südens wird Ägypten gemeint sein, eventuell mit den noch südlicher gelegenen Ländern.

In allen Fällen geht es um das Gericht, das Gott über die Völker bringt, die Israel auf die ein oder andere Weise bedrängt haben. Von den schwarzen und weißen Pferden wird des Weiteren gesagt, dass sie den Geist des HERRN im Land des Nordens zu Ruhe bringen werden. Der Geist des HERRN ist über die Nationen erzürnt, und zwar besonders über Babel, das das Volk Israel weggeführt hat. Der Zorn des Herrn wird jedoch gestillt werden, weil Babel und die daraus hervorkommenden Reiche durch das Gericht des Herrn getroffen werden. Es wird Recht geübt werden.

Gottes Geist kann im Hinblick auf das Böse nur ruhen, wenn es gerichtet ist. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Das Böse und die Übeltäter werden gerichtet, was ihr ewiges Gericht bedeutet.
  2. Das Böse wird an einem „Opfertier“ vollzogen, das als Opfer gemäß des Gesetzes Mose dargebracht wird. Aus dem Neuen Testament wissen wir, dass so ein Opfertier auf das Opferlamm, Jesus Christus, verwies. Das bedeutet Versöhnung für die Übeltäter, die sich bekehrt haben.

Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen der achten und der ersten Vision. In beiden Fällen ist von farbigen Pferden die Rede, die ausgehen. Dennoch gibt es einen Unterschied, denn die Pferde hier sind vor Wagen gespannt, wobei wir an Kriegswagen zu denken haben. Ging es in der ersten Vision um Information bezüglich des damals vorherrschenden Zustands, geht es nun um Gericht in Verbindung mit dem festgestellten Zustand. In der ersten Vision ist die Rede von Ruhe, weil nichts geschieht, was auch nur den Anschein von der Ausübung von Gerechtigkeit an den Nationen erweckt, die sich an Israel vergriffen haben, aber auch, weil nichts von dem Zorn des Herrn über die Nationen zu sehen ist (Sach 1,17). In dieser letzten Vision geht es um die Ruhe, die eintritt, nachdem das Gericht über die Nationen vollzogen ist und Gottes Geist Ruhe findet, weil der Gerechtigkeit Genüge getan ist.[287]

Um die Wichtigkeit der Mission der schwarzen (und der weißen?) Pferde zu unterstreichen, wird erwähnt, dass Gott in einem Wort dem Propheten erklärt, was der Effekt ihrer Sendung sein wird, nämlich dass sein Geist im Land des Nordens zur Ruhe kommen wird. Wenn wir bedenken, dass gemäß der vorhergehenden Vision Frau Gottlosigkeit dort ihr Domizil erlangt hat, dann müssen wir annehmen, dass Gottes Gericht diese Gottlosigkeit vertilgen wird, so dass Gott Ruhe findet, weil das Gericht über die Bosheit vollendet ist. Dann ist nicht mehr die Rede von einer behäbigen Ruhe wie in der ersten Vision, sondern von Ruhe, weil das Werk des Herrn vollendet ist.

Verschiedene Auffassungen

Es gibt Ausleger, die diese vier Wagen mit den vier Evangelien in Verbindung bringen wollen. Zu Recht sagt Calvin, dass diese Schriftausleger sehr oberflächlich zu Werke gehen. Im Prinzip ist dies assoziatives Denken: Es ist die Rede von vier Wagen; nun, im Neuen Testament ist die Rede von vier Evangelien; lege eine Verbindung zwischen diesen und fertig. Dazu kommt, dass diese Ausleger, und das tut Calvin leider auch, diese Prophezeiung nur zum Teil auf Israel beziehen, weil für sie Israel die Kirche repräsentiert.

Andere Ausleger legen eine Verbindung zu den vier Weltreichen aus Daniel 7, und zwar dem Babylonischen (der erste Wagen mit den roten Pferden), dem Persischen (der zweite Wagen mit den schwarzen Pferden), dem Mazedonischen (der dritte Wagen mit den weißen Pferden) und dem Römischen Reich (der vierte Wagen mit den gefleckten Pferden). Diese Auslegung hat zwar etwas für sich, doch eine Schwierigkeit besteht darin, dass die Richtungen, die die Wagen einschlagen, nicht parallel zu den Richtungen verlaufen, in die sich die Weltreiche ausbreiten.

Calvin sieht in den schwarzen Pferden einen Hinweis auf das Babylonische Reich, das Israel eine ganz dunkle Zeit verschaffte; die weißen Pferde beziehen sich seiner Meinung nach auf Persien, das den Juden Gunst erwies. Über die anderen Pferde ist seine Auslegung vage; im Prinzip lässt er verschiedene Auslegungen durcheinander verlaufen.[288]

Diese Art der Auslegungen lässt die Pferde die Gegenstände des Gerichts selbst sein, während sie gerade die Mittel des Zorns Gottes über das Volk sind. Vielleicht können wir zurückhaltend dies feststellen, dass das Gericht Gottes das ganze Gebiet betrifft, das durch die vier Weltreiche in Beschlag genommen wurde, und dass Gottes Gerichte sich über alle Himmelsrichtungen dieses Gebiets erstrecken.

Berge

Vor „Berge“ steht der Artikel, allerdings braucht dies nach Ridderbos nicht zu bedeuten, dass an zwei bekannte Berge gedacht werden müsse. Er siedelt diese Berge im Himmel an und sieht sie als eine Art Säulen, die den himmlischen Palast markieren. Er behandelt die Auffassung, dass es eine Verbindung geben könnte mit der ägyptischen Vorstellung eines Morgenhimmels mit der aufgehenden Sonne zwischen zwei Bergen. Dann würden die Pferde und die Wagen aus östlicher Richtung kommen, doch das steht im Widerspruch zur weiteren Auslegung. Ridderbos betrachtet seine Auffassung allerdings überhaupt nicht als zwingend.[289] Calvin meint, dass die Berge den Rat Gottes repräsentieren, der ebenfalls wie eherne Berge feststeht.[290]

Die Farben der Pferde

Die Farben dienen natürlich in erster Linie dazu, die Pferde in vier Gruppen zu unterscheiden. Dass es eine Beziehung zwischen den Farben und den Himmelsrichtungen geben soll, wie behauptet wird, ist eine etwas spekulative Auffassung.[291]

Die vier Himmelsrichtungen

Die Statenvertaling hat in Sacharja 6,5 nicht stehen: „Diese gehen aus in die vier Windrichtungen des Himmels“, sondern: „Diese sind die vier Winde des Himmels.“ Ridderbos befürwortet diese Wiedergabe ebenfalls, denn ruach bedeutet „Wind“.[292] Dann werden die Winde mehr oder weniger mit den Pferden gleichgesetzt.[293] Wenn man in den Winden die Kraft sieht, womit die Pferde fortgetrieben werden, und dabei an die Winde aus den vier Himmelsrichtungen denkt, wie es in Offenbarung 7,1 der Fall ist, stimmt die Auslegung weitestgehend mit dem Obengenannten überein: dass es schlussendlich um die vier Himmelsrichtungen geht.

Übrigens muss bedacht werden, dass Winde oft als Instrumente des Gerichtes Gottes präsentiert werden.[294]

Ihr Standort vor dem HERRN der ganzen Erde

Dies bedeutet, dass sie verfügbar sind, um den Auftrag, den der Herr ihnen gibt, zu erfüllen. Es kann eine Verbindung zu Hiob 1,6 gelegt werden. Dort geht es darum, dass die Engel sich vor den Herrn stellen, um Bericht zu erstatten; hier betrifft es die Engelmächte, die mit einem Auftrag des Herrn ausgehen (dies einigermaßen in Übereinstimmung mit J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 96). Der Titel „HERR der ganzen Erde“ steht in Verbindung mit der Tatsache, dass der Herr sein Gericht über die Erde bringen wird; nicht nur der Himmel, auch die Erde ist sein Gebiet.

In welche Richtung bewegen sich die Wagen?

Eine Möglichkeit ist, dass die weißen Pferde in dieselbe Richtung geschickt werden wie die schwarzen, und dass von den roten Pferden überhaupt nicht gesagt wird, wohin sie gehen. Calvin meint, dass die roten Pferde dieselben seien wie „die starken Pferde“ und dass ihr Auftrag darin bestehe, die Erde zu durchqueren.[295] Man hat durch Textanpassung[296] versucht, die weißen Pferde nach Westen gehen zu lassen. Diese Änderung des Textes beruht allerdings nicht auf einer stabilen Grundlage. Darüber hinaus hat man dann noch das Problem, dass über den Osten überhaupt nicht geredet wird.

Eventuell könnte man an die Tatsache denken, dass die drei Wagen zunächst dieselbe Richtung einschlagen, denn im Westen von Israel liegt das Mittelmeer und im Osten liegt die Wüste. Auch die roten Pferde würden dann nordwärts oder südwärts gezogen sein. Nachdem ausreichend in nördliche Richtung gezogen wurde, könnten die weißen Pferde dann nach Westen und die roten nach Osten abgebogen sein, wenn wir zumindest annehmen, dass diese Letzteren nicht in südliche Richtung losgezogen sind.

Das ist jedoch auch nur eine Notlösung, die mit Fragezeichen versehen werden muss.

J. Douma äußert, dass die roten Pferde nicht zugleich mit den anderen ausgesandt wurden, sondern dass der Herr diese in Reserve hält[297]; das ist jedoch in Widerstreit zu Sacharja 6,7, wo steht, dass alle Pferde ausgehen. Der Gedanke von Calvin, dass dies nur von den rötlichen Pferden gesagt wird, ist nicht sehr überzeugend, denn das hier gebrauchte Wort deutet mehr auf Stärke hin als auf eine Farbe.

Das Land des Nordens, das Land des Südens

Siehe die Anmerkung zu Sacharja 2,10.

Wer erteilte den Befehl?

Die Frage ist, wer mit „Er“ in Sacharja 6,7 gemeint ist. Die letzte Person, die genannt wird, ist der Begleitengel. Er könnte den Befehl gegeben haben, doch dann im Auftrag des Herrn selbst. Wir denken allerdings lieber an den HERRN Gott, der, ohne dass dies ausdrücklich gesagt wird, den Befehl zum Ausrücken erteilt. Diese Auffassung wird durch Sacharja 6,8 gestützt, wo der Sprecher den Ausdruck „mein Geist“ gebraucht.

Wie dem auch sei: Das Gericht geht von Gott aus[298]; welche Mittel Er dazu gebraucht, ist eine andere Sache.

Mein Geist oder mein Zorn?

Das Wort, das hier gebraucht wird, wird an manchen Stellen durch „Zorn“ wiedergegeben; siehe Jesaja 30,27 und Hesekiel 5,13. Gottes Zorn wird durch das Gericht über Babylon gestillt werden. Dies kann wieder mit dem vorhergehenden Gesicht in Verbindung gebracht werden. Calvin, Ridderbos und andere lassen die Möglichkeit offen, dass der Geist im Land des Nordens auch zum Segen wirkt, indem unter den Verbannten eine Erweckung bewirkt wird, und weisen hin auf die Geschichte, die folgt. Gericht über die Nationen und Zubereitung Israels würden dann Hand in Hand gehen.

Die Krone vor Josua (Sach 6,9-15)

Sach 6,9-15: 9 Und das Wort des HERRN erging an mich, indem er sprach: 10 Nimm von den Weggeführten, von Cheldai und von Tobija und von Jedaja – und geh du an diesem Tag, geh in das Haus Josijas, des Sohnes Zephanjas, wohin sie aus Babel gekommen sind –, 11 ja, nimm Silber und Gold und mache eine Krone. Und setze sie auf das Haupt Josuas, des Sohnes Jozadaks, des Hohenpriesters, und sprich zu ihm und sage: 12 So spricht der HERR der Heerscharen und sagt: Siehe, ein Mann, sein Name ist Spross; und er wird von seiner Stelle aufsprossen und den Tempel des HERRN bauen. 13 Ja, er wird den Tempel des HERRN bauen; und er wird Herrlichkeit tragen[299]; und er wird auf seinem Thron sitzen und herrschen, und er wird Priester sein auf seinem Thron; und der Rat des Friedens wird zwischen ihnen beiden sein. 14 Und die Krone soll Chelem und Tobija und Jedaja und der Güte des Sohnes Zephanjas zum Gedächtnis sein im Tempel des HERRN. 15 Und Entfernte werden kommen und am Tempel des HERRN bauen; und ihr werdet erkennen, dass der HERR der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. Und dies wird geschehen, wenn ihr fleißig auf die Stimme des HERRN, eures Gottes, hören werdet.

Dieser Abschnitt beschreibt

  • den Auftrag an Sacharja, um Gaben von den weggeführten Juden entgegenzunehmen;
  • den Auftrag, hieraus eine Krone zu machen und Josua diese aufzusetzen;
  • die Prophezeiung bezüglich des Sprosses, der den Tempel des HERRN bauen wird;
  • das Sitzen des Sprosses als Priesterkönig auf seinem Thron;
  • dass die Krone zum Gedächtnis für diejenigen sein wird, die die Gaben dazu gegeben haben;
  • dass sie, die fernab wohnen, zum Tempel kommen werden, um zu bauen.

Man könnte dafür plädieren, dass hier ein neuer Abschnitt anfängt. Es wurden acht Gesichte beschrieben, und nun kommt ein Wort des HERRN geradewegs zu Sacharja, ohne dass ihm in einer visionären Situation erzählt wird, was er tun soll. Auch im Folgenden lesen wir einige Male „Das Wort des HERRN kam zu mir“ oder ähnliche Ausdrücke.[300] Dies wechselt sich regelmäßig mit dem Ausdruck „So spricht der HERR“ ab. In Sacharja 9 geht es über in „Ausspruch des Wortes des HERRN“, eine Aussage, die in Sacharja 12,1 wiederholt wird. Es geht also um einen Abschnitt, der sich zwischen den Visionen und den beiden Gottes-Aussprüchen befindet.

Kennzeichnend für diesen Abschnitt ist auch, dass zwei historische Ereignisse erwähnt werden, die zu einer Botschaft Gottes Anlass geben. Laut Sacharja 6,10 scheint es, dass eine Abordnung von Verbannten aus Babel in Jerusalem angekommen ist. Diese Personen sind: Cheldai, Tobija und Jedaja, und sie haben in dem Haus Josijas, dem Sohn Zephanjas, Einzug gehalten.

Sie haben Gaben bei sich, die sie aus Babel mitgebracht haben. Offensichtlich möchten sie diese dem Herrn schenken.[301] Nun soll Sacharja Silber und Gold von ihnen nehmen (siehe Sach 6,14) und daraus eine Krone anfertigen (lassen) und diese auf den Kopf des Hohenpriesters Josua setzen. Nicht eine Krone, sondern ein Kopfbund ist die normale Kopfbedeckung für einen Hohenpriester.[302] Hier wird symbolisch ausgedrückt, was anschließend in Worte gefasst wird: dass Königtum und Priesterschaft in einer Person vereinigt sein werden. Diese Person wird als Mann mit Namen „Spross“ angekündigt. Wir können hierbei an nichts anderes als den Messias denken, der auch an anderen Stellen Spross genannt wird[303] und dessen Erscheinung mit „hervorsprossen“ wiedergegeben wird. Nicht zu Unrecht zieht Veldkamp hier einen Vergleich mit den Weisen aus dem Osten, die dem Spross, dem kleinen Kind Jesus, ihre Huldigung brachten.[304]

Von diesem Spross wird zweimal gesagt, dass Er den Tempel des HERRN bauen wird. Serubbabel baute damals den Tempel und er würde den Bau vollenden (Sach 4,9). Doch um Serubbabel oder Josua geht es hier nicht. Zunächst spricht dieses prophetische Wort von etwas, was in der Zukunft geschehen wird; zweitens geht es um jemand, der sowohl Priester als auch König ist, von dem Serubbabel und Josua gemeinsam lediglich eine schwache Vorschattung sind, der eine als Regent und der andere als Priester.

Unter Israel waren Priesterschaft und Königtum strikt getrennt; der König stammte aus Juda und die Priester waren Nachkommen Aarons aus dem Stamm Levi. Denke hierbei an den König Ussija, der so vermessen war, den Priesterdienst ausüben zu wollen. Er wurde dafür von Gott mit Aussatz geschlagen und vom Priester mit strafenden Worten aus dem Tempel entfernt.[305] Hier in Sacharja 6 wird symbolisch gezeigt, dass beide Funktionen in der Zukunft in einer Person vereinigt sein werden. Ein anderes treffendes Beispiel von der Vereinigung beider Funktionen haben wir in Melchisedek, dem Priesterkönig von Jerusalem aus den Tagen Abrahams. Vom Messias wird in Psalm 110 bemerkenswerterweise gesagt, dass Er Priester nach der Ordnung Melchisedeks sein wird.

Im Neuen Testament sehen wir, wie der Messias als Jesus Christus ins Rampenlicht tritt. Er wird der Sohn Davids genannt und hat daher ein Recht auf die königliche Herrschaft. Ihm steht auch die hohepriesterliche Funktion zu. Dies nicht aufgrund der Abstammung von Aaron, dem Priester, denn der Herr ist aus Juda entsprossen[306], sondern aufgrund göttlicher Anstellung, wie auch Melchisedek die Priesterschaft erhielt. Das ist der Sinn von „nach der Ordnung Melchisedeks“.

In Jesus Christus werden Priesterschaft und Königtum sozusagen in Harmonie zusammenwirken. In Sacharja 3 wird Josua als ein Bild des Volkes dargestellt, und hier wird er als ein Bild des Messias, des Priesterkönigs dargestellt.

Die Werk-in-Uitvoering-Wiedergabe übersetzt anstelle von: „Und er wird Priester sein auf seinem Thron“, mit: „Es wird auch einen Priester auf einem eigenen Thron geben.“ Wenn diese Übersetzung richtig wäre, würde alles, was oben über Königtum und Priesterschaft in einer Person gesagt wurde, verfallen, zumindest was die Erklärung von Sacharja 6,13 betrifft. Nach diversen Fachleuten ist die Übersetzung „Es wird einen Priester geben auf seinem Thron“ sprachlich sehr schwierig. Manche Übersetzungen geben das so wieder. Bei dieser Übersetzung beruft man sich darauf, dass die Aussage „Und der Rat des Friedens wird zwischen ihnen beiden sein“ sich auf die Beratungen zwischen zwei Personen bezieht und nicht auf die Beratung zwischen zwei Funktionen, die in einer Person vereinigt sind. Dies scheint zunächst ein vertretbares Argument zu sein.

Trotz dieses Pluspunktes spricht Folgendes gegen diese Übersetzung:

  1. Vor „Priester“ steht kein Artikel. Für die Übersetzung der NBG, die den Artikel weglässt und wiedergibt: „Er wird Priester sein auf seinem Thron“ (Priester als Funktion aufgefasst), ist sprachlich genauso viel zu sagen wie für die von Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, die über „einen Priester“ spricht und somit an eine (andere) Person denkt. Des Weiteren muss bedacht werden, dass hier nicht wörtlich steht „seinen eigenen Thron“, sondern nur „sein Thron“.

  2. Es geht in Sacharja 6,11 um die Krönung des Hohenpriesters Josua, der ein Bild des Messias ist. Es wäre dann schon befremdlich, wenn neben diesem Messias-Priester noch ein anderer Priester auftreten würde.

  3. Die ersten vier männlichen Verbformen weisen alle auf die Hauptperson dieses Abschnitts hin, den Spross. Es liegt nicht wirklich auf der Hand, nun bei der fünften Form an eine andere Person zu denken.

  4. Darüber hinaus würde dann die Rede von zwei verschiedenen Thronen sein, wobei der Priester auf einem Thron sitzt, was nicht direkt mit der Aufgabe eines Priesters übereinkommt. Es geht ja darum, dass der Priester Josua gekrönt wird – und nicht Serubbabel –, was darauf hinweist, dass Königtum und Priesterschaft kombiniert werden.

Alles in allem sehe ich daher keine hinreichenden Gründe, um von der von mir gegebenen Erklärung abzuweichen, wiewohl ich die Kraft der „Gegenargumente“ kräftig spüre.[307]

Die Krone, die Sacharja gemacht hat und die er auf den Kopf Josuas setzen sollte[308], wird nicht auf dessen Kopf bleiben. Die Krönung mit der Krone ist lediglich eine symbolische Handlung. Nein, sie wird einen Platz in dem wiederhergestellten Tempel des HERRN bekommen und als Andenken an die Männer dienen, die aus Babel kamen[309] und Gaben mitbrachten für den Tempel des HERRN. Ihre Tat redete von ihrem Glauben, und das Andenken daran will der HERR durch die Jahrhunderte hindurch lebendig erhalten.

Anschließend folgt die Mitteilung, dass Personen aus fernen Gegenden kommen und mitbauen[310] werden, und das wird das Zeichen sein, dass der HERR Sacharja als Prophet zu ihnen gesandt hat.[311] Andere denken, dass hier der Vermittlungsengel zu Wort komme. Dann würde mit „ihr“ und „euch“ Sacharja gemeint sein, zu dem der Engel gesandt ist. Vers Sacharja 6,15b lässt sich jedoch nicht auf den Propheten beschränken. Es geht schlussendlich darum, dass Sacharja dem Volk die Botschaft überbringen soll und dass sie auf das Wort hören. Das Volk wird zu der Erkenntnis kommen, dass die Botschaft eine Botschaft des HERRN ist, und das Volk hat nichts mit dem Begleitengel zu tun, sondern mit Sacharja. Das Naheliegende ist also, dass es um seine Sendung geht.

Mit der Erklärung, dass dies geschehen wird, wenn die Israeliten aufmerksam auf die Stimme des HERRN hören werden[312], wird dieser Abschnitt beendet.

Identität der Personen

Die Identität der hier genannten Personen ist uns weiter nicht bekannt. Dem Namen Cheldai („langlebend“, „ausharrend“, „zeitlich“) begegnen wir früher als Haupt von Heeresabteilungen, die von David eingesetzt wurden.[313] Er stammte von Othniel ab. Damit muss der erste Richter gemeint sein.[314] Ob der Cheldai, der hier in Sacharja genannt wird, von diesem Cheldai aus der Zeit Davids abstammt, wissen wir nicht. Cheldai wird in Sacharja 6,14 Chelem („Stärke“, „Reife“, „Gesundheit“) genannt. Diese Variante seines Namens hilft uns allerdings nicht weiter.

Tobija („Der HERR ist gut“, „Meine Güte ist der HERR“) ist ein Name, dem wir öfter begegnen. Einer der Leviten zur Zeit des Königs Josaphat hieß so[315]; des Weiteren gibt es einen Tobija, der der Vorvater einer Anzahl Zurückgekehrter aus Babel war[316], und dann ist noch die Rede von dem Ammoniter Tobija, der zur Zeit Nehemias in Feindschaft gegen die Zurückgekehrten auftrat.[317] Es könnte sein, dass der Tobija, der in Esra 2 und Nehemia 7 genannt wird, auch der Vorvater von dem hier genannten Tobija ist, doch das ist lediglich eine Vermutung.

Jedaja („Der HERR kennt“, „Der HERR weiß es“ oder „Der HERR sorgt“) ist ein Name, dem wir recht oft im Alten Testament begegnen.[318] Auch gab es verschiedene Personen, die Josia („Der HERR heilt“, „Ein Heiler ist der HERR“) hießen.[319] Offensichtlich wird dieser Josia auch „Chen“[320] genannt (Sach 6,14), was „der Freundliche“ oder „der Gnädige“ bedeutet.

Zephanja („Verborgen (geborgen) hat der HERR“, „Der HERR bewahrt“, „der HERR der Finsternis“) ist auch kein unbekannter Name. Wahrscheinlich war er der Sohn von dem Zephanja, der in 2. Könige 25,18 genannt wird, der möglicherweise derselbe ist wie der Priester Zephanja, der in Jeremia 21,1; 29,25 und 37,3 genannt wird.[321]

Leiden und Herrschen

In der Schrift ist die Rede vom Leiden des Messias, von einem leidenden Knecht und von dem verherrlichten Sohn Davids. Dies hat jüdische Ausleger in Verwirrung gebracht und führte dazu, dass sie über zwei Messiasse zu reden anfingen. Es geht jedoch darum, dass der Messias zuerst leiden und danach seine Herrlichkeit und herrschende Stellung einnehmen sollte.

Krone oder Kronen

Das Wort „Krone“ steht im Plural und wird von Calvin und den Übersetzern der Statenvertaling auch so wiedergegeben, doch nach anderen Auslegern ist es in der Einzahl gemeint, weil die Vorstellung zweier Kronen auf dem Kopf einer Person befremdlich ist. Calvin meint, dass die zwei Kronen die Vereinigung von Königtum und Priesterschaft in einer Person angeben.[322] Der Gedanke an die Vereinigung der beiden Funktionen ist richtig, doch wird sie durch die Tatsache ausgedrückt, dass der Priester Josua eine königliche Krone aufgesetzt bekommt.

Wenn doch der Plural gemeint ist, dann können wir, anstatt an Melchisedek zu denken, eine Verbindung zu Offenbarung 19,12 legen und dann an die Tatsache denken, dass Er der König der Könige und Herr der Herren ist. Andererseits könnte der Plural gebraucht worden sein, weil die Krone aus mehreren Teilen bestand, oder auch, um ihre Herrlichkeit besonders zu betonen. Die Idee, dass es um zwei Kronen geht, die eine für Josua und die andere für Serubbabel, findet in diesem Textabschnitt keine einzige Grundlage.

Auf den Kopf des Hohenpriesters Josua

Aufgrund der Tatsache, dass ein Hoherpriester normalerweise keine Krone trägt, haben diverse Ausleger gemeint, dass der Name Josua durch den Namen Serubbabel ersetzt werden muss. Sie verpassen dann vollkommen die Lektion von Sacharja 6,13 und die Tatsache, dass Josua als Modell für den Messias-Priester steht.

Bauen des Tempels

Bei Sacharja 6,12 denken viele Ausleger[323] nur an das Bauen der Gemeinde, worüber Matthäus 16,18 spricht.[324] Sie sehen diese Prophezeiung damit als vollständig erfüllt an. Nun weisen wir zwar nicht ab, dass diese Prophezeiung in dem Bau der Gemeinde – der geistliche Tempel in der heutigen Zeit – eine geistliche Erfüllung gefunden hat, doch damit schließen wir eine buchstäbliche Erfüllung in der Zeit der Christusregierung nicht aus. Die Besonderheiten, die die alttestamentliche Prophetie enthält, sowohl was den Bau des Tempels angeht, als auch was die Christusregierung betrifft, sind nämlich zu detailliert, um sie geistlich auf den Bau der Gemeinde oder auf die Regierung von Christus über seine Kirche oder Gemeinde beschränken zu können. Denke nur an die ausführliche Beschreibung des Baus des neuen Tempels, wie wir ihm in Hesekiel 40–48 begegnen.

Das Königtum und die Priesterschaft von Christus

Über das Königtum Christi reden Schriftstellen wie Psalm 2,7-12; Jesaja 9,5.6; Jeremia 23,5; Daniel 7,14; Micha 4,3.7; Zephanja 3,15: Sacharja 14,9 sowie Lukas 1,32.33. Über seine Priesterschaft geht es in Psalm 110; Hebräer 4,15; 5,6; 7,11-28. Denke, was sein Königtum betrifft, an Offenbarung 3,21, wo das Sitzen Christi auf seinem eigenen Thron in der Zukunft deutlich unterschieden wird von dem Sitzen bei seinem Vater auf seinem Thron, was sich auf die Zeit nach seiner Himmelfahrt bezieht.

Der Rat des Friedens wird zwischen ihnen beiden sein

Ironside meint, dass „der heilsame Rat“ [wie „der Rat des Friedens“ in der ndl. Bibel übersetzt ist; Anm. d. Übs.] zwischen dem HERRN der Heerscharen und dem Mann, der Spross genannt wird, stattfinden werde.[325] Es spricht einiges für diese Auffassung in Verbindung mit dem Wörtchen „ihnen“ in Sacharja 6,14b. Andererseits bezieht sich Vers 14 doch eher auf Sacharja 6,13, und dann ist es auf der Hand liegend, an den Herrscher und den Priester zu denken, die in einer Person vereinigt sind.

Verständnisfragen zu Sacharja 5 und 6

  1. Welche Verbindung können wir zwischen Sacharja 5,4 und Epheser 4,25.28 legen?

  2. Nenne aus der Apostelgeschichte ein Beispiel, dass Gott Unwahrhaftigkeiten unter Christen streng bestraft. Lasst uns daher vor diesem Bösen uns hüten.

  3. Israel betrieb Gottlosigkeit, unter anderem durch Götzendienst. Nenne Dinge, die für uns „Götzen“ sein können.

  4. Was ist die Lektion des achten Gesichts? Verängstigt dich diese Lektion? Denke dann an Johannes 5,24. Welche Zusicherung gibt dir dieser Text?

  5. Wie können wir unseren Hohenpriester „krönen“?

  6. Welches alttestamentliche Beispiel haben wir von einem König, der gleichzeitig Priester war? Auf welcher Grundlage kann der Herr Jesus sowohl König als auch Priester sein?

  7. Die Gemeinde oder Kirche wird der Tempel des Herrn genannt. Wie können wir an diesem „Tempel“, an dem „Haus Gottes“, bauen?

Vorheriger Teil

 

Anmerkungen

[1] Dieser Gedanke wird von der Tatsache gestützt, dass ferner keine Daten genannt werden, an denen Sacharja Gesichte gezeigt werden, so W. Kelly, Lectures on The Minor Prophets, London, 1874, S. 433.

[2] Vergleiche Hiob 1,7; 2,2, Heb 1,14.

[3] Ridderbos teilt diesen Gedanken nicht; siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 49.

[4] Siehe den wiederholten Ausdruck in Amos „So ließ der Herr mich sehen“ in Amos 7,1.4.7; vgl. auch 1Mo 46,2; 1Kön 22,17.19; Jes 6,1; Jer 1,11.13; Hes 40,4; Dan 1,17 wie auch Sach 2,3; 3,1; 5,1.5.9; 6,1.

[5] A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 288 Anm. 7.

[6] J. Westerink, Haggaï en Zacharia: profeten van het Huis van God, Amsterdam, 1992, S. 57.

[7] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S.23.

[8] Siehe u.a. P. Lok, De Kleine Profeten, De Vuurbaak, Groningen, o.J., S. 103.

[9] H. Rossier, Gods Bemoeiingen met Israël en de Volken, Teil III, Apeldoorn, 1962, S. 124.

[10] J.N. Darby, Synopsis of the Books of the Bible, Kingston on Thames, o.J., Bd. 4, S. 417.

[11] W. Kelly, Lectures on The Minor Prophets, London, 1874, S. 436.

[12] Siehe H. Veldkamp, De twee getuigen, Franeker, 4. Aufl., 1979, S. 60.

[13] Siehe auch W. Kelly, Lectures on The Minor Prophets, London, 1874, S. 11.

[14] Dan 2,38.

[15] Siehe E. Dennett, Zechariah the Prophet and Malachi, Montreal, Quebec, 1888, S. 11.

[16] Siehe H. Veldkamp, De twee getuigen, Franeker, 4. Aufl., 1979, S. 60 mit Verweis auf Heb 1,14.

[17] Siehe Sach 1,9; 2,2.4.6; 4,4.11.12; 5,6.10; 6,4.

[18] Sach 1,9.13.14; 2,2.7; 4,1.4.5; 5,5.10; 6,4.

[19] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 32, 37.

[20] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 39.

[21] Siehe auch 1Mo 19,15.16 und z.B. Lk 24,4.

[22] 1Mo 18,13.20.22.

[23] Deutlich erscheint diese Gleichsetzung aus 1Mo 22,11; 2Mo 3,2-4; Ri 6,22-24; 13,20-23; vgl. auch 2Mo 23,20.21; 2Kön 19,35; Ps 34,8.

[24] A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 288 Anm. 21.

[25] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 22.

[26] K. Deddens, Zacharia’s visioenen, Oosterbaan, Goes, 1967, S. 18.

[27] Vergleiche Ps 79,5; Off 6,10.

[28] Jes 63,9.

[29] Neh 9,36, vgl. Jes 26,13.

[30] Diese Tatsache ist der ungenügende Grund, den Begleitengel mit dem Engel des HERRN zu identifizieren, wie manche es wollen.

[31] Vergleiche Jes 12,1; 40,1; 51,3.12; 52,9; 57,18; 66,13.

[32] Es geht also nicht um „Eifersucht“, weil das Volk Gott untreu wurde. Siehe dazu: 2Mo 20,5; 34,14; 5Mo 4,24; 5,9; 6,15; Jos 24,19; Nah 1,2, vgl. 1Kön 10,22 für Eifersucht zum Vorteil seines Volkes, wie in 2Kön 19,31; Jes 9,6; 26,11; 37,32; 59,17; 63,15; Sach 8,2. Gott kann es nicht haben, wenn die Nationen seinem Volk zu nahe treten.

[33] Vergleiche Sach 1,2.

[34] Vergleiche Jes 10,5-7; 47,5-7; Ps 79,1-7; Hes 35,1; auch Jer 50 und 51.

[35] Siehe Ps 102,14.15; vgl. Jes 60,18; Ps 132,13.14.

[36] Vergleiche Römer 1,29.

[37] Siehe bzgl. der Zukunft Jerusalems Exkurs 2.

[38] Vergleiche Off 6,10.

[39] J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 50–51. Siehe für ausführliche Behandlung der Periode von siebzig Jahren: Babylon, Beeld en Beest, Teil 2, S. 122–125.

[40] Jes 40,1; 57,18.

[41] Vergleiche Jes 47,6; Hes 25,3.6; Obad 10–17.

[42] Denke wieder an Jes 63,9.

[43] Jos 17,5.14 und vgl. Mich 2,5; Ps 16,5.6.

[44] Siehe 1Kön 7,15.23 (2Chr 4,2); 2Kön 21,13; 2Chr 4,2; Hiob 38,5; Jes 28,17; 34,11.17; 44,13; Jer 31,39; Klgl 2,8; Hes 40,3.5; 42,16-19; 47,3; Amos 7,17; Mich 2,5; Sach 1,16; 2,5.

[45] Siehe Sach 1,12.14.16.17; 2,2.6.8.16; 3,2; 7,7; 8,3.4.8.15.22; 9,9.10; 12,2.3.5-11; 13,1; 14,2.4.8.10-12.14.16.17.21.

[46] Esra 1,2.3.4.5.

[47] Jos 18,28; Ri 19,10; 1Chr 11,4.5.

[48] Siehe B.G. Henning, Jeruzalem, wandelen door straten en eeuwen, Amsterdam/Alphen, 1974, S. 17,18; Dan. Bahat, Atlas van Jeruzalem, Boxtel, 1977, S. 5 und Bijbels Woordenboek, Roermond, 1941, S. 1431.

[49] Hierbei kann man sich berufen auf 2Sam 5,7 und 1Chr 11,5, wo steht, dass David die Burg Zion eroberte, und es wird hinzugefügt: „Das ist die Stadt Davids.“ Siehe für den Gebrauch des Ausdrucks „Zion“: Sacharja 1,17; 2,11.14; 8,2.3; 9,9.13.

[50] Siehe Concise Bible Dictionary, Illinois, 1976, S. 845.

[51] 5Mo 7,7-9.

[52] Siehe für die Erwählung Jerusalems: 5Mo 12,5.11.14.18.21.26; 14,23-25; 15,20; 16,2.6.7.11.15.16; 17,8.10; Jos 9,27; 2Kön 21,7; 2Chr 6,5; Jes 14,1.

[53] Dies sind bekannte Anfangsworte bei einer Vision, siehe Sach 2,5; 5,1.5.9; 6,1; vgl. auch Dan 8,3; 10,5.

[54] Vergleiche Sach 1,9.

[55] Siehe die Verbindung mit Sach 1,15.

[56] Dan 8,8; Off 7,1.

[57] Siehe A. van de Weg, De Bijbel en zijn boodschap, Daniël en de twaalf kleine profeten, Leeuwarden, 1958, S. 36.

[58] Zu Recht bemerkt Rudolph, dass nicht die Völker selbst komplett vernichtet werden, wohl aber ihre Macht (W. Rudolph, Kommentar zum Alten Testament, Gerd Mohn, 1976, S. 82).

[59] Siehe Sach 2,5; 5,1.9; 6,1 und Dan 8,3; 10,5.

[60] Siehe 5Mo 33,17; 1Kön 22,11; 2Chr 18,10; Ps 18,3; 22,22; 44,6; 75,5.6.11; Ps 92,11; Jer 48,25; Dan 7,7.8.20.24; 8,3.4.6.7.20; 11,40; Mich 4,13; Hörner des Altars, siehe u.a.: 2Mo 27,2; Ps 118,27; Hes 43,15.20.

[61] 1Sam 16,1; 2Sam 22,3.

[62] Amos 3 bespricht das Auftreten dieser Völker.

[63] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 51, 55. J. Douma denkt nicht an die vier Weltreiche im Einzelnen, auch nicht an die vier Nachbarvölker, sondern gebraucht genau wie Ridderbos einen vagen Ausdruck: die Weltmacht (J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 56). Edelkoort ist derselben Meinung zugetan (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 289 Anm. 1).

[64] Siehe noch einmal 1Kön 22,11; vgl. auch 1Sam 13,19; Jes 40,19; 41,7; 54,16.

[65] Siehe für das Emporkommen und Untergehen des Babylonischen Reiches u.a. Hab 1 und 2.

[66] H. Bultema, Zacharia, beknopte verklaring, Michigan, o.J., S. 15,16.

[67] P. Lok, De Kleine Profeten, De Vuurbaak, Groningen, o.J., S. 103.

[68] Vergleiche 1Mo 41,44; Jos 10,24; Ri 8,28; 1Kön 5,17.

[69] Vergleiche Sach 2,1.

[70] Ridderbos übersetzt „ist“ [im Ndl. steht „sein wird“; Anm. d. Üb.].

[71] Wir dürfen hieran nicht den Gedanken festmachen, dass Nehemia mit dem Wiederaufbau der Mauer also falsch gehandelt hat. Die Prophezeiung sieht nämlich auf die Wiederherstellung Jerusalems in der Endzeit. Vgl. zu diesem Vers Jes 26,1 und Zeph 3,14-20.

[72] Vergleiche Jes 60,1.19.

[73] H. Bultema, Zacharia, beknopte verklaring, Michigan, o.J., S. 17.

[74] Siehe auch Esra 40,3; Off 11,1.2; 21,15.16 und des Weiteren: Amos 7,17; Mich 2,5.

[75] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 47.

[76] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 66; vgl. J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 47.

[77] So Ridderbos (J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 57,58).

[78] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 58.

[79] Siehe z.B. J.F. Walvoord / Roy B. Zuck, The Bible Knowledge Commentary: Zecharia, (F. Duane Lindsey), S. 1552.

[80] Jer 1,6.

[81] Jes 49,9.19; 54,2.3; vgl. auch Jes 33,20-24; Sach 10,10; Mich 7,11.

[82] Vergleiche Jer 35,6-11.

[83] Vergleiche 2Mo 14,24.25; Jes 4,5 wie auch 1Sam 25,16; Hes 38,11 und Jes 60,18.

[84] Vergleiche auch hier Jes 60,1.19.

[85] Dies knüpft auch bei Sach 1,15 an.

[86] Hiermit ist Babel gemeint, siehe Sach 2,11. Vgl. Sach 6,6; Jer 1,14; 3,18.

[87] Über Flucht aus Babel ist wörtlich die Rede in Jes 48,20; Jer 50,8; 51,6.45. Siehe für die geistliche Anwendung auf das Babylon in der Endzeit Off 18,4 und vgl. 2Kön 6,17.18.

[88] Gott gebrauchte hierfür die Nationen, siehe Sach 2,2. Dabei wird in erster Linie, jedoch nicht ausschließlich, an Babel gedacht werden müssen. Vgl. übrigens Esra 3,8.

[89] Jer 29,7.

[90] Vergleiche Jes 52,11; Jer 51,6 und Off 18,4.

[91] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 78.

[92] Vergleiche Jes 10,32 (Drohung des Feindes); Jes 19,16 und dazu Jes 11,15.

[93] Jes 14,1; vgl. J.G. Fijnvandraat, Het Israëlprobleem, Apeldoorn, 1978, S. 94.

[94] Siehe Zeph 3,9 in Gegensatz zu Zeph 3,5-8.

[95] Ridderbos stellt fest, dass dies die älteste bekannte Aussage ist, auf der der Ausdruck „das heilige Land“ beruht (J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 64). So auch Rudolph, der zusätzlich auf Ps 78,15 verweist (W. Rudolph, Kommentar zum Alten Testament, Gerd Mohn, 1976, S. 91). Siehe für „Erbteil“: 5Mo 26,1; 1Sam 26,19.

[96] Vergleiche für den Ausdruck „heiliges Land“: Jes 11,9.

[97] Hes 9,3; 10,4.18.19; 11,22.23 (vgl. Hes 43,1-5).

[98] Vergleiche Hab 2,20; Zeph 1,7.

[99] Vergleiche Hes 34,31; Jes 31,3; Ps 9,21.

[100] Jes 2,1-4; 45,23; 56,3-6.

[101] Siehe Hes 26,7; Jer 25,9; 46,6.10.24; vgl. auch Jes 14,31; 43,6; Jer 1,13.14; 3,12.18; 4,6; 6,22; 10,22; 13,20; 16,15; 23,8; 25,9-12; 31,8; 46,6.10.

[102] Denke an Russland, wo sich Millionen Juden niedergelassen haben. Vor nicht allzu langer Zeit wurde eine besondere Aktion gestartet: „Bringe die Juden nach Hause“, um diese Juden in das Land Israel zu bringen.

[103] Vergleiche Jer 16,15.

[104] Siehe J.G. Fijnvandraat, Babylon, Beeld en Beest, Teil 2, Vaassen, ab S. 227.

[105] 1Mo 13,1; vgl. 1Sam 27,10.

[106] Vergleiche Hes 17,21.

[107] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984,S. 51.

[108] Erste Erwähnung: 2Kön 19,21; des Weiteren Ps 9,15 und viele Stellen in Jesaja, Jeremia, vor allen Dingen in den Klageliedern und in Micha. Weiterhin in Zeph 3,14 und Sach 9,9. Siehe für „Tochter Babels“: Ps 137,8; Jes 47,1; Jer 50,42; 51,33.

[109] Vergleiche Ps 137,8; Jes 47,1; Jer 50,42; 51,33.

[110] J. van Andel, De Kleine Profeten, Leeuwarden, 1881, S. 281.

[111] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 52.

[112] Vergleiche A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 290 Anm. 6.

[113] Vergleiche Sach 2,11 mit Sach 2,12 und 14. Van der Woude ist der Meinung, dass in diesem Textabschnitt der Begleitengel zu Wort kommt (A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 55). Die Worte „zu euch“ in Sach 2,14 würden sich dann nicht auf das Volk, sondern auf Sacharja beziehen, was eher nicht anzunehmen ist.

[114] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 53–54.

[115] J.N. Darby, Synopsis of the Books of the Bible, Kingston on Thames, o.J., Bd. 2, S. 418, 419; W. Kelly, Lectures on The Minor Prophets, London, 1874, S. 445.

[116] J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 61, Fußnote.

[117] Werk in Uitvoering Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, S. 179.

[118] Jes 2,1-5; 11,10; 19,23-25; 56,3-8; 60,3; Mich 4,2.

[119] Vergleiche Jes 54,1; Zeph 3,14.15; Joel 2,21.23; siehe auch Sach 9,9.10.

[120] Siehe Sach 3,10; 9,16; 11,11; 12,3.4.6.8.9.11; 13,1.2.4; 14,4.6.8.9.13.20.21 wie auch in Joel 4,18; Amos 8,3.9.13; 9,11-15; Mich 2,4; 4,6; 5,9-14; Zeph 1,9.10; 3,11.16

[121] 2Mo 25,8; 33,16. Dies ist ein Zeichen des Segens, vgl. Obad 21.

[122] Siehe für „Mir zum Volk sein“: 2Mo 6,7; 25,8; 29,46; 32,16; 3Mo 15,31; 26,12; 4Mo 5,3; 16,13; 5Mo 26,18; 29,12.13; 2Sam 7,24; Ps 132,13; Jer 7,23; 11,4; 24,7 und hier Sach 2,13.14.

[123] Amos 6,10; 8,3; Hab 2,20; Zeph 1,7.

[124] 5Mo 27,9; Hab 2,20.

[125] Zeph 3,17.

[126] Ridderbos übersetzt mit „um ihm zu widerstehen“ und legt eine Verbindung zur Bedeutung des Namens Satan, der „Widersacher“ bedeutet [in der verwendeten niederl. Üb. steht „um ihn anzuklagen“; Anm. d. Üb.].

[127] Vergleiche Heb 5,1.

[128] Vergleiche 2Mo 4,5.6.

[129] Es hat etwas von einer Gerichtssitzung; dieses Bild wird jedoch nicht weiter ausgearbeitet. Die Szene ähnelt der in Jes 1,18 und auch der in Jes 6,1-7.

[130] Merkwürdig ist die zweifache Nennung von „Herr“. Genau wie in 1Mo 19,24 könnte man möglicherweise an das denken, was wir die erste und die zweite Person der Gottheit nennen; in beiden Texten dann aber in jeweils umgekehrter Reihenfolge.

[131] Vergleiche Ps 106,9; Jes 17,13; Mich 3,1.

[132] Vergleiche Röm 11,26-29 sowie Röm 1,17; 2,2. Die Grundlage für die Erwählung finden wir in 5Mo 7,6.7.

[133] Amos 4,11; vgl. 1Mo 19,29; 1Kor 3,15.

[134] Jes 63,9.

[135] Lies hierzu Jes 1,5.6.

[136] Es ist nicht ganz klar, ob „hob an und sprach“ sich auf Gott oder auf den Engel des Herrn bezieht, vor dem Josua stand. Letzteres ist das Wahrscheinlichste, und dieser Engel vertritt Gott, weshalb es inhaltlich keinen Unterschied macht.

[137] 2Mo 28,4.37.39; 29,6; 38,28.31; 3Mo 8,9; 16,4.

[138] Beachte in Sach 3,4 und 5 den Übergang von der dritten zur ersten Person.

[139] Calvin ist der Meinung, dass „[Dieser] hob an und sprach“ sich auf den Propheten bezieht (J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 70–71). Dies ist jedoch ein unhaltbarer Gedanke, denn „dieser“ bezieht sich auf das Vorhergehende und weist auf den Herrn hin, der dort der Redende ist.

[140] Vergleiche Jes 6,5-7.

[141] Vergleiche 1Mo 41,46; 5Mo 10,8 mit 1Kön 17,1 (Statenvertaling) und 2Chr 29,1; Esra 1,10 (Statenvertaling).

[142] Vergleiche 1Kön 3,16.

[143] H. Bultema, Zacharia, beknopte verklaring, Michigan, o.J., S. 20. Nach Edelkoort ist das auch der Platz des Verteidigers, siehe A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 291 Anm. 5 und Ps 109,6.31. Rudolph stellt fest, dass der Ankläger nicht immer zu Rechten stand; seine Berufung auf Ps 109,31 und 121,5 tut allerdings nicht zur Sache, denn dort geht es um den Verteidiger (s. W. Rudolph, Kommentar zum Alten Testament, Gerd Mohn, 1976, S. 94).

[144] Jud 9.

[145] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 109; J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 69; vgl. 1Chr 6,15.

[146] Siehe für den Ausdruck „Brandscheit“ Amos 4,11 und Jes 7,4 und für Schmelzofen Jer 11,4.

[147] W. Rudolph, Kommentar zum Alten Testament, Gerd Mohn, 1976, S. 96 Anm. 7.

[148] Vergleiche Jes 64,5 und 61,10.

[149] Hes 44,10-16; 48,11.

[150] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 67.

[151] Siehe für beide Beispiele: 2Kön 11,17 und 2Chr 26,16-20.

[152] Hes 8,7-18.

[153] Diese Gefährten (Sach 3,8) müssen von denen unterschieden werden, „die vor ihm standen“ (Sach 3,4), und von denen, „die hier stehen“ (Sach 3,7). Letztere sind Engel, und die Gefährten sind Menschen, die Genossen von Josua sind. Vgl. zu diesem Text Heb 1,9.

[154] Vergleiche Jes 8,18. Die NBV gibt den Text befremdlicherweise folgendermaßen wieder: „die in der Lage sind, Zeichen auszulegen“. Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, S. 180.

[155] Siehe 3Mo 18,4; 5Mo 7,6; 10,12; 19,9; 26,17; 30,16; Jos 22,5; Ri 2,22; 1Sam 2,30; 1Kön 3,14; 6,12; 11,33.38; 2Chr 6,31; Ps 81,14; 119,3.

[156] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 120. A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 292 Anm. 27.

[157] Siehe Heb 1.

[158] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 75.

[159] Siehe für diese unterschiedlichen Auffassungen J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 72, 73.

[160] Siehe Jer 23,5; 33,15; Jes 4,2; 11,1; vgl. Jes 42,1; 49,3.4; 50,10; 52,13; Sach 6,12 und auch Off 5,6; 22,16, wo die Rede ist von der Wurzel Davids, weiter Röm 1,3.4; Mt 22,42-45.

[161] Siehe resp. 1Mo 26,24 / Hes 28,25 / 4Mo 12,7 / Jos 1,2.7; Mal 3,22 / 4Mo 14,24 / Hiob 1,8; 2,3; 42,7.8 (3x) / Jes 20,3 / Jes 22,20 / Hag 2,23 / Jer 43,10.

[162] Siehe u.a. 2Sam 3,18; 7,5.8.19; 1Kön 11,13; 14,8; 2Kön 19,34; 20,6; Ps 89,4.21; Jes 37,35; Jer 33,21.22.26.

[163] 2Sam 3,18; 7,5.8.19; 1Kön 11,13; 14,8; 2Kön 19,34; 20,6; 21,8; 1Chr 17,4.7.

[164] Hes 34,23.24; 37,24.25.

[165] Jes 42,1.19; 43,10; 44,26; 49,3; 52,13; 53,11 (siehe auch Mt 12,18).

[166] Jes 41,8.9; 44,1.2.21; 45,4 wie auch Jer 30,10; 46,27.

[167] So K. Deddens, Zacharia’s visioenen, Oosterbaan, Goes, 1967, S. 75.

[168] So A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 292 Anm. 31.

[169] Siehe J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 134–136.

[170] Siehe die Aufzählung, die Van der Woude macht, der selbst an eine mythologische Vorstellung des Berges Zion denkt und der für die Herstellung der Gravierung die Möglichkeit angibt, dass diese auf das Graben oder Öffnen eines Brunnens hinweist (A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 75–78). Dieser Gedanke sieht doch sehr an den Haaren herbeigezogen aus.

[171] W. Rudolph, Kommentar zum Alten Testament, Gerd Mohn, 1976, S. 101, Punkt 2.

[172] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 137; J. Westerink, Haggaï en Zacharia: profeten van het Huis van God, Amsterdam, 1992, S. 89.

[173] Vergleiche Off 5,6.

[174] Unter anderem Ps 118,22; Jes 28,16.

[175] Siehe die Stellen hierzu: Ps 118,22; Mt 21,42; Jes 8,14; Röm 9,33; 1Pet 2,4-6; Dan 2,44.45; Mt 21,44.

[176] Vergleiche zu „gravieren“: 2Mo 28,11.21.36.

[177] H. Rossier, Gods Bemoeiingen met Israël en de Volken, Teil 3, Apeldoorn, 1962, S. 140.

[178] Denke an den Befehl, den Jakob seinen Kindern gab: 1Mo 35,2.

[179] Vergleiche Sach 13,1 und Ps 85,3.

[180] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 140.

[181] Siehe Sach 12,10–13,2.

[182] 1Kön 5,5; Jes 36,16; Mich 4,4; vgl. Joh 1,50.

[183] Im Hebräischen steht „sieben und sieben“. A.H. Edelkoort meint, dass es hier eine Sieben zu viel gebe, und schlägt vor, das Wort „jeweils“ zu streichen (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 293 Anm. 3). [In der Elberfelder Übersetzung steht das Wort „jeweils“ vor der zweiten „Sieben“ gar nicht. Anm. d. Üb.]

[184] Andere Übersetzungen haben: „Wer bist du, großer Berg vor Serubbabel“, und meinen, dass es um eine Ortsbestimmung geht (siehe J. Calvin, De Profeet Zacharia [De Kleine profeten, Teil V], De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 91). [Dies ist auch die Übersetzung der Elberfelder Übersetzung; in der verwendeten niederl. Übers. steht: „Wer bist du, großer Berg? Vor dem Angesicht Serubbabels wirst du zur Ebene werden“ (Anm. d. Üb.)]

[185] Vergleiche Dan 8,18; 10,8.9.

[186] Van der Woude gibt den Text wie folgt wieder: „Und der Engel, der mit mir redete, weckte mich erneut“, mit Verweis auf Sach 5,1 und 6,1 (A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 82.83). In diesem Fall fehlen die Bemerkungen über das Zurückkehren.

[187] Vergleiche Jer 1,11.13; 24,3; Amos 7,8; 8,2 sowie Sach 5,2.

[188] Siehe 2Mo 25,31-40; 37,17-24; vgl. auch 1Kön 7,49.

[189] Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, lässt die Lampen auf der Schale, dem Ölbehälter, stehen. Wie wir uns dann die Zufuhr des Öls zu den Lampen vorstellen sollen, wird nicht sehr klar.

[190] Siehe 2Mo 25,6; 27,20; 35,28; 3Mo 24,2.

[191] Den Begleitengel redet er genauso wie in Sach 1,9 mit „mein Herr“ an.

[192] „Diese“ kann sich auf die Olivenbäume beziehen, jedoch auch auf die ganze Vision. Wir halten es für Letzteres, u.a. weil Sacharja später nach der Bedeutung der beiden Olivenbäume fragt und nach allem, was damit in Verbindung steht.

[193] Fünf Mal ist die Rede von Sacharjas Unwissenheit: Sach 4,4.5.11-13, was jedoch nicht als Bestrafung gemeint ist. Es macht aber klar, dass die Bedeutung allein durch Offenbarung zu erhalten ist.

[194] Die Tatsache, dass das Öl bei der Verbrennung Licht gibt, wird hier nicht berührt. Es geht um das Ausüben von Kraft, bei der die Erleuchtung durch den Geist jedoch durchaus im Blickfeld liegt.

[195] Vergleiche Jes 8,6; Mt 17,20.

[196] Ridderbos denkt hierbei an den Stein (J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 82), doch es gibt viel Grund, an Serubbabel zu denken, der den Stein als Vollendung des Gebäudes platziert.

[197] Vergleiche 1Thes 5,6.7.

[198] Mt 5,14-16; Eph 5,8; Phil 2,14.15.

[199] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 83. U.a. Veldkamp verteidigt diesen Gedanken, der eben durch Calvin abgewiesen wird; siehe H. Veldkamp, De twee getuigen, Franeker, 4. Aufl., 1979, S. 111.

[200] H. Veldkamp, De twee getuigen, Franeker, 4. Aufl., 1979, S. 113.

[201] Weitere Erwähnungen von Serubbabel in diesem Buch: Sach 4,7.9.10.

[202] Siehe Hag 1,1.12.14; 2,2.4.21.23.

[203] Siehe J.G. Fijnvandraat, Terugzien en vooruitkijken, Vaassen, 1998, S. 54,55.

[204] Vergleiche 2Kön 12,20; Heb 11,24; Off 3,8; Hos 1,7 und 2Chr 14,11.

[205] Hag 2,3; Sach 4,10.

[206] Sach 7,9; 8,16.

[207] Lies Esra 4,1–24.

[208] Siehe Esra 4,25–6,15.

[209] Siehe für die Darstellung eines Bergs in bildlichem Sinn Jer 51,25 und Off 8,8. Vergleiche bzgl. des Wegnehmens von Bergen des Widerstands Jes 40,3-5; Mt 17,20; 21,21.

[210] A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 293 Anm. 12.

[211] Vergleiche Jes 28,16; Eph 2,20-22.

[212] Mt 16,18; vgl. Eph 2,19-22; 1Pet 2,4-9.

[213] 1Thes 2,13.

[214] Esra 3,12; Hag 2,3.

[215] Siehe 2Chr. 16,9.

[216] Beachte, wie sich bei diesem fünften Gesicht Frage und Antwort abwechseln. Dies ist eine Methode, um Unterricht zu geben und um Unterricht zu empfangen.

[217] Siehe hierzu W.J. Ouweneel: De Openbaring van Jezus Christus, Teil 2, S. 39ff.

[218] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 83, 84; siehe auch Amos 7,7.

[219] Siehe die Erläuterungen hierzu bei J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 84 85.

[220] Vergleiche auch Spr 15,3.

[221] Ps 25,15; vgl. Ps 34,6.

[222] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 165.

[223] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 86–89.

[224] Van der Woude gibt den Teilsatz in der Zukunftsform wieder: „Ich werde ausgehen lassen“ (De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 100).

[225] Siehe auch Sach 2,2.5; 5,1; 5,9; 6,1.

[226] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 98.

[227] Siehe Hes 2,9.10; vgl. Off 5,1. Eine französische Übersetzung beschreibt, dass die Rolle an beiden Seiten beschrieben ist. Rossier und Bultema und diverse andere gehen von diesem Gedanken aus. Bultema behauptet, dass an der einen Seite der Fluch über die Diebe und auf der anderen Seite der Fluch über die Meineidigen geschrieben stehe (H. Bultema, Zacharia, beknopte verklaring, Michigan, o.J., S. 24–25). Auch Ironside behauptet diesen Gedanken (H.A. Ironside, Notes on the Minor Prophets, 13. Aufl., 1974, S. 365). Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, sagt dasselbe aus. Fest steht dieser Gedanke allerdings nicht.

[228] Vergleiche Ri 17,2.

[229] Vergleiche Ps 104,35.

[230] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 169.

[231] Ps 1,5, vgl. Hes 13,9.

[232] Jer 46,28; Amos 3,2.

[233] Vergleiche Jer 23,24; Ps 94,7-11.

[234] Siehe Jes 13,9-16.

[235] 1Kön 6,3; siehe auch 2Chr 4,1.

[236] Hes 9,6; 1Pet 4,17.

[237] Vergleiche J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 103–104.

[238] Siehe E. Dennett, Zechariah the Prophet and Malachi, Montreal, Quebec, 1888, S. 48,49, vgl. 2Mo 26,18; 36,23.

[239] 2Mo 38,10.12.

[240] Siehe Spr 3,33; Gal 3,10; 1Kor 16,22 und vgl. Amos 3,2; Jer 46,28; Spr 11,31.

[241] Vergleiche Jes 24,6; Dan 9,11.

[242] Schwören an sich war nicht verboten, siehe 5Mo 6,13; 10,20; Jes 65,16, vgl. Jes 48,1.

[243] J.G. Bellett und andere sind diesem Gedanken zugetan; siehe J.G. Bellett, The Minor Prophets, 1972, S. 73.

[244] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 174.

[245] Vergleiche Hos 12,8.9; Amos 8,4-6; siehe auch Mich 6,10.

[246] Siehe auch 5Mo 27,26.

[247] Siehe Anm. zu Sach 2,1.

[248] Es steht nicht dabei, ob das Gefäß auf der Erde oder in der Luft präsentiert wird; in Verbindung mit Sacharja 5,9 spricht mehr für das Erste.

[249] Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, übersetzt mit „Mehlgefäß“.

[250] Denke nochmals an Amos 8,5 und dabei an Micha 6,10.

[251] Vergleiche für beide Aspekte Off 12 mit Off 17.

[252] Siehe Hos 1 und 2 und vgl. Jes 1,21; Jer 2,20 und Hes 23.

[253] Siehe 2Kor 11,1.2 und Eph 5,22-30.

[254] E. Dennett, Zechariah the Prophet and Malachi, Montreal, Quebec, 1888, S. 53.

[255] Ob dies bedeutet, dass sie auf ein Podest gesetzt wird, wie Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, wiedergibt, oder dass sie in einem Haus oder Tempel platziert wird, geht aus dem Text nicht hervor.

[256] Siehe 1Mo 31,34 und 35,2.

[257] Hes 23,3.

[258] 2Mo 32; Hes 20,16-18; Amos 5,25-27 (!); Apg 7,40-43.

[259] Siehe die Warnungen vor der Ausübung des Götzendienstes in 2Mo 20,3; 23,13; 3Mo 19,4; 26,1; 5Mo 5,7; 7,4; Ri 2,11-17; 11,6; 2Chr 24,18; Jes 2,8; 31,7; Jer 11,10; Hes 20,24; Hos 4,17; 8,4; 13,2; Mich 1,7.

[260] 1Mo 11,1-9. Es gibt allen Grund, in dem Turm einen Götzentempel zu sehen.

[261] Jer 44.

[262] Siehe Jes 27,9; Jer 50,20.

[263] H. Veldkamp, De twee getuigen, Franeker, 4. Aufl., 1979, S. 136.

[264] Wie z.B. Jer 51,17.47; 52. Vergleiche Off 17 und 18, wo das endgültige Gericht über Babels Götzendienst beschrieben wird.

[265] Siehe Mt 12,43-45; Lk 11,24-26.

[266] Mt 16,6-12; Mk 8,15; Lk 13,21.

[267] 2Thes 2,4.

[268] Siehe Sach 5,3 und vgl. Sach 8,16.

[269] Andere geben 22 Liter an.

[270] J.F. Walvoord / Roy B. Zuck, The Bible Knowledge Commentary: Zecharia, (F. Duane Lindsey), S. 1556.

[271] 5Mo 25,13.14; vgl. Spr 20,10.

[272] Vergleiche 4Mo 11,7 und siehe The Pulpit Commentary Zechariah, London, 1893, S. 50.

[273] Siehe J. Westerink, Haggaï en Zacharia: profeten van het Huis van God, Amsterdam, 1992, S. 112, 113.

[274] Vergleiche 1Mo 29,2.

[275] 1Joh 2,18-23.

[276] Siehe 2Thes 2,1-12.

[277] Siehe 2Kön 21,9; 23,26; Jer 15,4; vgl. 3Mo 26,27.34; Ps 106,36-42.

[278] Siehe E. Dennett, Zechariah the Prophet and Malachi, Montreal, Quebec, 1888, S. 55,56.

[279] Vergleiche Jer 8,7.

[280] Edelkoort möchte das Wort „starke“ gestrichen sehen (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 295, Anm. 5); andere beziehen diese Kennzeichnung auf alle Pferde.

[281] Edelkoort möchte „die mit“ [im Ndl. steht hier: „Die met de zwarte paarden gaat uit naar het Noorderland“] weglassen (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 295, Anm. 8), doch diese Worte können sich auf die Wagen beziehen: „die Wagen mit den schwarzen Pferden“.

[282] Ridderbos passt den Text an und hat hier: „zum Land des Westens“ (J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 94). Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, folgt dieser Lesart ebenfalls. Edelkoort meint, dass die weißen Pferde nach Osten gehen (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 295, Anm. 10).

[283] Ridderbos übersetzt: „Und die roten gehen aus zum Land des Ostens“ (J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 94). Edelkoort möchte „starke“ hier durch „rote“ ersetzen und möchte sie gen Westen ziehen sehen (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 295, Anm. 11). Wiewohl der Text hier nicht einfach fließt, sind dieser Art Verbesserungen an Farben und Himmelsrichtungen nicht zwingend. Siehe die Erläuterungen hierzu.

[284] Ridderbos übersetzt: „lassen meinen Geist im Land des Nordens nieder“.

[285] Der Berg Zion weckt auch den Gedanken, dass es um Gerichte geht, die der HERR bringen wird, vgl. Joel 4,16. In Sach 14 wird der Ölberg auch in Verbindung mit Gericht erwähnt, das der HERR ausüben wird. Vgl. Sach 14,4 und Joel 4,16.

[286] Vergleiche 3Mo 26,19; 5Mo 28,23; Hiob 40,18; Jes 48,4; Dan 7,19; Off 1,15; 2,18.

[287] Vergleiche Jes 66,15.

[288] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 115–117.

[289] J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 96.

[290] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 114.

[291] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 97.

[292] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 94; Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, folgt dieser Lesart ebenfalls.

[293] Ausleger, die sich auf diese Übersetzung berufen, verweisen auf Ps 104,3; siehe J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 195.

[294] Ps 104,4; 148,8; Jer 49,36; siehe auch Dan 7,2; Off 7,1.

[295] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, S. 120.

[296] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 95.

[297] J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 197.

[298] Denke hierbei an Jes 10,1-10; 45,7; Klgl 3,37.38; Amos 3,6. Das Gericht hat jedoch immer mit Schuld zu tun, die der Mensch durch seine Taten auf sich geladen hat. Gottes Gerichte sind keine Willkürtaten.

[299] Die Statenvertaling übersetzt: „Er wird die Zierde tragen.“

[300] Sach 7,1.4.8; 8,1.11.18.

[301] Vergleiche Esra 8,25; Neh 7,70.

[302] Siehe 2Mo 28,4 sowie Sach 3,5.

[303] Siehe Fußnote 5 zu Sacharja 3,8.

[304] H. Veldkamp, De twee getuigen, Franeker, 4. Aufl., 1979, S. 146.

[305] 2Chr 26,18-20.

[306] Heb 7,14.

[307] Siehe Artikel von W.J. Ouweneel und F. Jabini in Bode des Heils in Christus, Jg. 2002 Nr. 1 und Nr. 4.

[308] Edelkoort meint, dass hier ursprünglich Serubbabel gestanden habe (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 296, Anm. 5). Er ignoriert die symbolische Bedeutung, dass die Krone gerade auf den Kopf des Priesters gesetzt werden sollte.

[309] Vergleiche 4Mo 31,54; 2Mo 30,16.

[310] Siehe Hag 2,7.

[311] Siehe Sach 2,13.15; 4,9.

[312] Vergleiche 5Mo 28,1.

[313] Siehe 1Chr 27,15.

[314] Siehe Ri 2,5-11.

[315] Siehe 2Chr 17,8.

[316] Siehe Esra 2,60; Neh 7,62.

[317] Siehe Neh 2,10.19; 3,35; 4,1; 6,1.12.14.17.19; 13,4.7.8.

[318] Siehe 1Chr 4,37; 9,10; 24,7; Esra 2,36; Neh 3,10; 7,39; 11,10; 12,6.7.

[319] Siehe 1Kön 13,2; 2Kön 21,24; 1Chr 3,15; Jer 1,2; Zeph 1,1; Mt 1,10.11.

[320] [In der Elberf. Üb., CSV, wird in Sach 6,14 mit „Güte“ übersetzt; siehe die Fußnote dazu: „Andere übersetzen: und Chen, dem Sohn Zephanjas“; Anm. d. Red.]

[321] Siehe 2Kön 25,18; 1Chr 6,22; Jer 21,1; 29,25.29; 37,3; 52,24; Zeph 1,1.

[322] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 124,125.

[323] Zum Beispiel J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 212.

[324] Siehe auch 1Kor 3,10-16; Eph 2,19-22.

[325] H.A. Ironside, Notes on the Minor Prophets, 13. Aufl., 1974, S. 375.


Übersetzt aus Zacharia en de toekomst van Jerusalem. Bijbelstudies bij de profetie van Zacharia, Uitgeverij Medema, Vaassen 2002

Übersetzung: Stephan Winterhoff

Weitere Artikel zur Bibelstelle Sacharja 6 (1)


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...