„Ein Kind ist uns geboren“ (2)
Jesaja 9,5.6

Stephan Isenberg

© SoundWords, Online începând de la: 27.12.2017, Actualizat: 10.01.2018

Leitverse: Jesaja 9,5.6

Jes 9,5.6: Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst. Die Mehrung der Herrschaft und der Frieden werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über sein Königreich, um es zu befestigen und zu stützen durch Gericht und durch Gerechtigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun.

Der Kontext ist wichtig

Wir haben uns im ersten Teil mit dem unmittelbaren Zusammenhang von Jesaja 9,5 beschäftigt. Dieser Vers wird vor allen Dingen zu Weihnachten oft und gerne zitiert. Wenn wir diesen Zusammenhang gut beachten, dann werden wir feststellen, dass die obigen Worte von dem gläubigen Überrest in der Zukunft gesprochen werden. Wenn wir diese Worte auch zu Recht auf uns in der heutigen Zeit anwenden, so gilt die ursprüngliche Bedeutung doch dem gläubigen jüdischen Überrest in der Zukunft. Sie werden anerkennen, dass das Kind für sie geboren und der Sohn ihnen gegeben wurde, ja dass dieses „Kind“, dieser „Sohn“, zuerst „nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt 15,24) gesandt wurde. Der Zusammenhang ist wichtig, damit wir als Christen Israel nicht ihre Verheißung rauben und diese als gänzlich erfüllt auf die Gemeinde anwenden. Der Apostel mahnt im Brief an die Römer: „Sie sind ausgebrochen worden durch den Unglauben; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich … Die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar“ (Röm 11,20.29).

Das Fundament

Nachdem wir nun wissen, wer hier spricht, wenn es heißt: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben“, können wir uns den Vers Jesaja 9,5 genauer ansehen. Er ist eine Perle in Gottes Wort. Denn obwohl hier der jüdische Überrest im Blickpunkt steht, finden wir hier die Bestätigung für das Fundament unseres christlichen Glaubens. Ja, sowohl Israel als auch die Gemeinde stehen auf dem gleichen Fundament. Beide finden ihr Heil allein in Christus, in dem Kind, das geboren, und in dem Sohn, der gegeben wurde, wenn auch die jeweiligen Segnungen unterschiedlich sind. Der Herr Jesus ist Gott und Mensch in einer Person. Er ist das Kind, wie Er auch der Sohn ist. Das Kind spricht von seiner Menschheit und der Sohn von seiner Gottheit. Er ist der ewige Sohn Gottes, der Sohn des Vaters. Die Juden wussten sehr wohl, was es bedeutete, wenn der Herr Jesus von sich als dem Sohn Gottes sprach. Sie empfanden es als Lästerung, weil dies bedeuten würde, dass Er Gott gleich sein würde (vgl. Joh 10,33-36).

Im Markus- und Lukasevangelium finden wir den Herrn besonders in seiner Menschheit vorgestellt, wie Er bereit war, Knechtsgestalt anzunehmen und der Sohn des Menschen zu werden. Im Johannesevangelium stellt sich der Herr Jesus als der Sohn Gottes vor, und im Matthäusevangelium zeigt sich der Herr Jesus als der König Israels, so wie wir in Jesaja 9,5 lesen: „Und die Herrschaft ruht auf seinen Schultern“, und in Jesaja 9,6: „Die Mehrung der Herrschaft und der Frieden werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über sein Königreich.

Der Herr Jesus ist tatsächlich der Wunderbare, der Ratgeber, der starke Gott, der Vater der Ewigkeit und der Fürst des Friedens. Schauen wir uns diese Eigenschaften des Herrn genauer an:

Die Eigenschaften und Namen des Herrn Jesus

Wunderbarer

Der Wunderbare ist Er deshalb, weil wir nie zu Ende kommen werden, wenn wir über seine herrliche Person nachdenken. Wer will dieses Geheimnis von Gott und Mensch in einer Person wirklich mit seinem menschlichen Verstand erfassen? „Niemand erkennt den Sohn als nur der Vater“ (Mt 11,27) und „er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst“ (Off 19,12). Er ist einzigartig, wahrhaft wunderbar. Als Manoah den Engel des HERRN nach seinem Namen fragt, sagt dieser: „Warum fragst du denn nach meinem Namen? Er ist ja wunderbar!“ (Ri 13,17.18).

Ratgeber

Der Herr Jesus ist aber auch der „Ratgeber wunderbar“, wie es in einem Lied heißt, denn die Worte „Wunderbarer“ und „Berater“ können auch als ein einziges Wort aufgefasst werden.[1] Er will unser einzigartiger Berater sein; so einen Berater finden wir nirgends noch einmal. Man sagt, dass „guter Rat teuer ist“, und meint damit, dass er deshalb so teuer ist, weil er so selten ist. Der Herr Jesus ist „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1Kor 1,24). In Ihm „wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kol 2,9), und in Ihm „sind alle Schätze der Weisheit verborgen“ (Kol 2,3). Wir brauchen nicht im „Rat der Gottlosen“ (Ps 1,1) zu wandeln; wir gehören zu den Glückseligen, die einen besseren Ratgeber kennen: den „Ratgeber wunderbar“.

Es ist wirklich wunderbar, wenn wir lesen, welcher Geist auf dem Herrn Jesus ruhte: „Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN“ (Jes 11,2). Wir kennen also unseren Herrn als „Ratgeber wunderbar“ und haben den „Geist des Rates“ in uns, sind mit Ihm versiegelt (Eph 1,13). Außerdem besitzen wir das bleibende und lebendige Wort Gottes und können mit dem Psalmisten sagen: „Deine Zeugnisse sind auch meine Wonne, meine Ratgeber“ (Ps 119,24). Darüber hinaus kennen wir auch Glaubensgeschwister, die den Herrn Jesus lieben, seinen Geist haben und auf sein Wort hören. Auch bei ihnen können wir geistlichen Rat erhalten und als von Ihm kommend annehmen. In den Sprüchen lesen wir: „Höre auf Rat und nimm Unterweisung an“ (Spr 19,20); „Rettung ist bei der Menge der Ratgeber“ (Spr 11,14; 24,6); „Pläne scheitern, wo keine Besprechung ist; aber durch viele Ratgeber kommen sie zustande“ (Spr 15,22). Gott verspricht: „Mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten“ (Ps 32,8). Halten wir also ständig Blickkontakt nach oben.

Starker Gott

Der Herr Jesus ist noch mehr: Er ist der starke Gott. Er ist sogar „der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ (1Joh 5,20). Er hat die Macht: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf der Erde“ (Mt 28,18). Das hebräische Wort für „starker“ kann auch mit „mannhaftig“ und „kraftvoll“ wiedergegeben werden. An den meisten Stellen wird das Wort auch mit „Held“ übersetzt (z.B. Jes 42,13; Jer 20,11). Ein Held ist jemand für andere, wenn er sich für die Sache anderer einsetzt und zum Sieg führt. In schweren Zeiten dürfen wir uns daran erinnern, dass der Herr Jesus, mit Ehrfurcht gesprochen, unser „Held“ ist, der alle Umstände in seiner Hand hält, dem nichts aus dem Ruder läuft und der auch mit uns zu seinem guten Ziel kommt. So kommt Er auch mit seinem hartnäckigen und widerspenstigen Volk letztlich zu seinem Ziel. Im Blick auf den jüdischen Überrest in der Zukunft heißt es in Jesaja 10,21: „Der Überrest wird umkehren … zu dem starken Gott.“

Vater der Ewigkeit

Der Herr Jesus ist auch der Vater der Ewigkeit. Der Herr Jesus ist nicht der ewige Vater, wie man vielleicht vorschnell meinen könnte. Der Herr Jesus und der Vater sind eins, daran gibt es keine Zweifel (vgl. Joh 10,30), und wer Jesus gesehen hat, der hat den Vater gesehen (Joh 14,9). Aber der Herr Jesus ist nicht der ewige Vater, und das will diese Stelle auch keineswegs aussagen.

Das Wort „Vater“ wird in zwei verschiedenen Formen in der Bibel gebraucht. Zum einen drückt das Wort „Vater“ eine Beziehung aus, und zum anderen kann es auch einfach als Synonym für Quelle, Urheber, Ursprung gebraucht werden. Für beides finden wir Beispiele in der Heiligen Schrift. Wenn wir an „Quelle, Urheber, Ursprung“ denken, können wir Epheser 1,17; 4,6 und viele andere Stellen mehr nennen. Wenn wir das Wort Vater in Bezug auf eine Beziehung finden, denken wir zum Beispiel an Epheser 1,3; 2,18. Im Zusammenhang von Jesaja 9,5, wo es sehr deutlich um die zukünftige Herrlichkeit des Sohnes im Friedensreich geht, können wir daran denken, dass der Herr Jesus der Vater, die Quelle, der Ursprung, der Urheber der zukünftigen Segenszeit sein wird. John Nelson Darby übersetzt in einer Fußnote der englischen Bibelübersetzung mit „Urheber der Ewigkeit“. So wird das zukünftige Königreich auch mit dem Wort „Ewigkeit“ verbunden (vgl. Dan 2,44; 2Mo 15,18; Ps 10,16; 72,17).

Friedefürst

Der Herr Jesus wird in diesem Reich der König des Friedens sein, Er ist der „König von Salem, das ist König des Friedens“ (Heb 7,2). Er ist der wahre Friedefürst. Sein Reich wird ein ewiges Reich sein, weil es nicht zerstört werden wird; es wird nicht von einem anderen abgelöst werden. Solange diese Erde im tausendjährigen Friedensreich besteht, werden dieses Königreich und der Frieden kein Ende haben; so lange wird die Herrschaft auf den Schultern des Friedefürsten ruhen.[2]

Das Wort „ewig“ bzw. „Ewigkeit“ hat – wie schon bei dem Ausdruck „Vater der Ewigkeit“ oder „von nun an bis in Ewigkeit“ (Jes 9,6) – eine vielschichtigere Bedeutung, als es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag. Es wird nicht nur verwendet, um zu beschreiben, dass etwas auch in der „Zeit“ des neuen Himmels und der neuen Erde, also in der Ewigkeit, noch gültig ist; es wird ebenso verwendet, um die Dauer einer Sache auszudrücken, die beständig fortdauert, ohne unterbrochen zu werden, auch wenn die Sache ihrer Natur nach nicht fortdauern kann. Das ist insbesondere im Alten Testament der Fall, wenn es sich, wie bei den oben genannten Stellen, um Verheißungen für die Erde handelt. Diese Verheißungen für „ewig“ haben in dem Augenblick keine Funktion mehr, wenn die Erde, auf die sie sich beziehen, nicht mehr existiert.[3]

Kommen wir wieder auf den Friedefürsten zurück. Ein Blick in die Tageszeitung zeigt, dass dieser Friede weder damals eingekehrt ist, als der Herr Jesus als das Licht in die Welt kam, noch heute, wo die verschiedensten Länder zusammengenommen über eine Billionen Euro in die Rüstungsindustrie investieren. Alles das wird im Friedensreich nicht mehr nötig sein; diese Firmen können getrost schließen, und die Schwerter können in Pflugscharen umgeschmiedet und die Speere zu Winzermesser werden (Jes 2,4; Joel 4,10; Mich 4,3). Im Garten des UNO-Hauptgebäudes in New York steht eine Skulptur als Geschenk der Sowjetunion (vom 4. Dezember 1959). Die UNO hat sich das Thema des Weltfriedens auf die Fahne geschrieben, aber der wird erst kommen, wenn der Friedefürst erscheint. Er wird der personifizierte Friede sein, so lesen wir es auch in Micha 5,4: „Und dieser wird Friede sein“, oder in Epheser 2,14: „Denn er ist unser Friede.“

Wenn es auch bis zur Ankunft des Herrn keinen echten Frieden auf der Erde geben wird und viele nur von „Frieden und Sicherheit“ reden (vgl. 1Thes 5,3), so hat der Herr Jesus doch schon heute „Frieden gemacht durch das Blut seines Kreuzes“ (Kol 1,20). Er hat zu seinen Jüngern gesagt: „Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33), und: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“ (Joh 14,27). Wir dürfen schon heute in unserem Herzen Frieden mit Gott haben, können in unseren Umständen voller Frieden sein (vgl. Phil 4,7) und, soviel an uns liegt, mit allen Menschen in Frieden leben (vgl. Röm 12,18). In unserer Umgebung dürfen wir uns als Friedensstifter zu erkennen geben (Mt 5,9).

Schlussgedanken

Die Verse in Jesaja 8,23–9,6 haben uns die Hoffnung für Israel aufgezeigt. Für uns dürfen wir festhalten: Wir aus den Nationen waren mindestens so verächtlich wie einst der Landstrich in Sebulon und Naphtali, und auch uns im Land des Todesschattens, ja in tiefster Dunkelheit und Finsternis, ist ein Licht aufgegangen; und schon heute sind wir mit dieser wunderbaren Person verbunden, die einst als König von Salem ihre Regierung antreten wird. Diese herrliche Zeit wird nicht aufgrund menschlichen Eingreifens beginnen, sondern „der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun“ (Jes 9,6). Der „Gott des Friedens“ (Röm 16,20; 15,33; Phil 4,9; 1Thes 5,23; Heb 13,20) wird durch seinen Sohn Frieden schaffen. Die Grundlage dazu hat Er bereits am Kreuz von Golgatha gelegt. Wunderbarer Gott!

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Anmerkungen

[1] Die CSV-Bibelübersetzung gibt hier in der Fußnote auch „Wunder-Rat“ an.

[2] Aus Offenbarung 20,7-10 geht hervor, dass es am Ende des Friedensreiches noch einmal einen kurzen Aufstand geben wird, wenn der Teufel für eine kurze Zeit losgelassen wird, bevor er in den Feuer- und Schwefelsee geworfen wird.

[3] In anderen Bibelstellen wird noch deutlicher, dass der Begriff „ewig“ aus dem Zusammenhang heraus verstanden werden muss, auf den er sich bezieht. Wenn z.B. ein Sklave unter bestimmten Umständen „auf ewig“ zu dienen verpflichtet war (2Mo 21,6), hatte dieser Dienst mit dem Tod des Sklaven offensichtlich ein Ende. Ebenso wenig wird irgendjemand auf der neuen Erde noch ein Andenken an den Trümmerhaufen von Ai erwarten (Jos 8,28). Und heute wird in Israel niemand mehr die Schutthaufen der verbrannten Städte suchen (5Mo 13,17). Nach 5. Mose 23,4 sollte „kein Ammoniter oder Moabiter … in die Versammlung des HERRN kommen in Ewigkeit“. Niemand käme aufgrund dieser Stelle auf den Gedanken, dass dieses Gebot auch in der Gemeinde des Herrn in der heutigen Zeit Gültigkeit hätte.


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