Die Gemeinde Gottes lieben (4)
Christus hat uns ein Beispiel hinterlassen

Clifford Henry Brown

© SoundWords, online seit: 26.05.2002, aktualisiert: 23.10.2016

Leitverse: 1. Johannes 3,14-16; Römer 16,3.4

1Joh 3,14-16: Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben; wer [den Bruder] nicht liebt, bleibt in dem Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben in sich bleibend hat. Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben.

Das ist der Maßstab! Wir sollten unser Leben für die Brüder darlegen. Doch wenn du auf die traurige Geschichte der Kirche Gottes zurückschaust: Es ist die Geschichte von Apostelgeschichte 20. Da stehen Männer auf, die solche suchen, die ihnen nachfolgen, und die versuchen, sich selbst zu etablieren und ihren eigenen Weg zu finden – sie haben die Heiligen getrennt, sie haben die Herde Gottes getrennt. Wie fühlt das Herz Christi einem solchen Geist gegenüber!

Man denkt zurück an die Geschichte der versammelten Heiligen. Als ein Bruder in der Versammlung aufstand und etwas zu lehren begann, was die Brüder in Unruhe brachte – seine Brüder ermahnten ihn, dass der Weg, den er ging, den Frieden und die Einheit der Heiligen bedrohen würde, aber alle Ermahnungen waren zu nichts nutze. Er ging seinen eigenwilligen Weg weiter und trennte die Versammlung Gottes. Um die Situation vom dritten Teil dieser Reihe anzuwenden: War das das Herz der wahren Mutter des Kindes? Nein, das ist der Ruf der anderen Frau. Lass das Schwert trennen! Warum? Weil der Mann seinen eigenen Weg gehen wollte und lieber die Kirche Gottes trennen als seinen eigenen Willen aufgeben, damit die Versammlung Gottes bewahrt bleiben würde. Wie klingt das in Übereinstimmung mit diesem Vers: „Wir sollten unser Leben darlegen für die Brüder“? Schau das letzte Kapitel von Römer an, Verse 3 und 4:

Röm 16,3.4: Grüßt Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus (die für mein Leben ihren eigenen Hals preisgegeben haben, denen nicht allein ich danke, sondern auch alle Versammlungen der Nationen).

Auch da ist ein schöner Geist; da ist ein Mann und eine Frau, welche der Ermahnung entsprechen, die wir im Johannesbrief lasen: „Wir sollten unser Leben darlegen für die Brüder!“ Dieser Mann und seine Frau haben ihr Leben dargelegt und ihren Hals preisgegeben um des geliebten Paulus willen, und so sagen sie gewissermaßen: Ich gebe ihnen Dank und jede andere Versammlung dankt ihnen auch.

So wie ich jetzt hier stehe, denke ich an einen lieben Bruder und seine Frau, die ich beinahe vierzig Jahre lang kannte. Gott in seiner Vorsehung hat es für richtig befunden, sie in verschiedene Versammlungen über das ganze Land zu bringen und überall, wo sie gelebt haben, haben die Heiligen Gottes für sie gedankt. Oh, geliebte Heilige Gottes, ist das nicht das Herz Christi: Nicht nur gebe ich Dank, sondern alle Versammlungen der Nationen. – Ich werde euch etwas sagen, und ihr wisst, dass es wahr ist: Wenn man hört, dass gewissen Brüder kommen und da leben wollen, wo wir sind, und in unserer kleinen Versammlung sein wollen, oh, dann atmen wir tief durch, dann fühlen wir uns traurig. Warum? Weil das, was sie charakterisiert, das ist, was die Kinder Gottes beunruhigt, die Heiligen durcheinanderbringt; sie sind eine Last, eine Sorge, ein Stolperstein.

Geliebte, wir sollten unser Leben darlegen für die Brüder. Wenn es etwas ist, was mich betrifft, dann sollte ich mich vielmehr in den Staub werfen, als meine Brüder stolpern zu lassen, vielmehr als dass ich sie „teile“, als dass ich das Volk Gottes zerstreue. Ach, weit besser, weit besser! Ist es nicht wahr, dass, wenn wir den Sinn Christi haben, wir heute lieber in die Herrlichkeit aufgenommen werden wollen als hier gelassen werden und die Herde Gottes zerstreuen und unglücklich machen? Christus hat die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben. Sind wir willig, uns selbst zu opfern, nicht jemand anders, sondern uns selbst?

„Der sich selbst zu nichts machte“, kein Ansehen. Wenn meine Brüder zu mir kommen und sagen: Bruder, der Weg, den du gehst, der bringt deine Brüder in Schwierigkeiten, er führt zum Unglück. Wir warnen dich, wir flehen dich an. – Brüder, wenn ich das Herz Christi habe, was werde ich tun? Wenn ich das Herz Christi habe, dann werde ich mich selbst in den Staub demütigen. In der Tat werde ich das! Christus hat die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben.

Haben wir jetzt endlich verstanden, wie wertvoll die Kirche für das Herz Christi ist? Gott hasst Trennung! Er ist nicht der Urheber von Chaos, er hasst das Zerstreuen der Schafe Christi! Oh, jemand sagt: Es muss Trennung geben, auf dass die Bewährten offenbar werden. Ja, es muss ein Judas sein, das ist wahr. Aber es wäre besser für diesen Menschen, dass er nicht geboren wäre. Gott mag es in seiner Weisheit notwendig finden, dass eine Sichtung kommt, aber wehe dem, der sie bringt. Unabhängig davon, wer es auch sein mag!

Oh, möge Gott uns bewahren, möge Er uns das Herz Christi geben. Brüder, wir sollten unser Leben darlegen für die Brüder, für die Versammlung Gottes. Oh, lasst uns in Gemeinschaft sein mit der Gesinnung Christi.

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Originaltitel: „Christ Loved the Church and Gave Himself for It“,
aus einem Vortrag von der Walla-Walla-Konferenz, USA, im Jahr 1950
Quelle: www.bibletruthpublishers.com
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