Die Gemeinde Gottes lieben (2)
Christus hat uns ein Beispiel hinterlassen

Clifford Henry Brown

© SoundWords, online seit: 15.05.2002, aktualisiert: 03.10.2016

Leitverse: 1. Chronika 21,1.7.8.13.17

1Chr 21,1.7.8: 1 Und Satan stand auf gegen Israel und reizte David, Israel zu zählen. … 7 Und diese Sache war böse in den Augen Gottes, und er schlug Israel. 8 Und David sprach zu Gott: Ich habe sehr gesündigt, dass ich diese Sache getan habe; und nun lass doch die Ungerechtigkeit deines Knechtes vorübergehen, denn ich habe sehr töricht gehandelt!

Wir werden hier einige Dinge bemerken. Satan war derjenige, der die Gedanken von David aufgebracht hatte, das Volk zu zählen, und David gab sich dem Teufel als williges Werkzeug in die Hand. Jemand mag sagen: Nun, wenn Satan ihn dazu getrieben hat, dann konnte er schließlich nicht anders. Nein, überhaupt nichts davon. Satan wusste, bevor er David zu dieser Sache – das Volk zu zählen – bewegte, dass David in einer stolzen Haltung des Herzens war, die ihn zu einer leichten Beute werden lies. Alles, was Satan tun brauchte, war ihm diesen Vorschlag ins Ohr zu flüstern, und David war in solch einem Zustand der Seele, so dass er sofort nachgab. So ordnete er an, dass das Volk gezählt werden sollte. David hatte einen Neffen namens Joab, ein kluger Weltmann, ein Unbekehrter, aber ein Mann, der Erfahrung hatte, menschlichen Charakter zu lesen. Er war ein schlauer Politiker und ein ganzer General. Dieser Mann von Welt fühlte, dass David, sein König, einen großen Fehler machte. 

Brüder! Ist es nicht eine traurige Sache, dass wir Kinder Gottes, wenn wir außerhalb der Gemeinschaft kommen mit Gott, dass wir dann solche törichten Dinge tun können, wo dann selbst ein Weltmensch sehen kann, wie dumm sie sind, und uns dafür tadeln muss? Ein Kind Gottes, das nicht mit Gott in Gemeinschaft ist, ist dümmer als ein Weltmensch, und so tadelt Joab David wegen seiner Torheit, und trotzdem hört dieser nicht auf ihn. Eigenwille ist eine schreckliche Sache, wie hat dieser doch Mengen von Gottes Volk zugrunde gerichtet. David machte weiter und zählte das Volk. So ging er seinen Weg. Als die ganze Sache vorüber war, hatte er das, wovon er dachte, was ihn glücklich machen würde? Wie fühlte er sich nun? Ach, sein Gewissen schlug ihn.

Warum wird David ein Mann nach dem Herzen Gottes genannt? Ich glaube, es ist aus diesem Grund, das David ein Gewissen hatte, das wirksam war, und wenn er gesündigt hatte, dann war er willig, es zu hundert Prozent einzugestehen. Als er ein Bekenntnis ablegte, da gab es keine Einschränkungen: „Ich habe gesündigt, ich habe sehr töricht gehandelt.“ Das ist ein Mann nach dem Herzen Gottes.

Nun, wenn du einen Kontrast dazu sehen willst, dann siehe dir Saul an. Saul hatte gesündigt, und der Prophet kam zu ihm und stellte ihm seine Sünde direkt vor. Was sagt Saul? Ich habe gesündigt. Und was ist das Nächste? Ehre mich nun vor den Ältesten meines Volkes. Ach diese Heuchelei! Was ist der Unterschied? Seine Sprache war fast Wort für Wort die Sprache Davids. Was war der Unterschied? Der eine stand offen vor den Augen Gottes und sein Gewissen quälte ihn und er war in Zerknirschung, geschlagen vor seinem Gott. Die Sprache Davids bei einer anderen Gelegenheit war: „Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt, und ich habe getan, was böse ist in deinen Augen“ (Ps 51,4)

Wie war es mit Saul? Saul war traurig, dass man ihn erwischt hatte, aber die einzige Sache, um die es Saul ging war: „Ehre mich nun vor meinem Volk.“ Über wen dachte er nach? Er dachte über Saul nach! Alle seine Gedanken drehten sich um sich selbst.

Lasst uns nun sehen, wie es mit diesem geschätzten Mann Gottes aussah.

1Chr 21,13: Und David sprach zu Gad: Mir ist sehr angst! Möge ich doch in die Hand des HERRN fallen, denn seine Erbarmungen sind sehr groß; aber in die Hand der Menschen lass mich nicht fallen!

Dieser Heilige kannte das Herz seines Herrn. Der böse Knecht in den Evangelien, als er zur Rechenschaft gezogen wurde, sprach: „Ich kannte dich, dass du ein harter Mann bist.“ Er kannte das Herz seines Herrn nicht wirklich, denn sehr groß sind seine Barmherzigkeiten. Der Herr sandte Pest nach Israel und es fielen von Israel siebzigtausend Mann. Eines der traurigsten Dinge, die ich kenne, ist es, wenn ein Heiliger Gottes sich von Gott entfernt und in die Sünde gerät; dass er oft viele andere von Gottes geliebten Volk mit auf den Pfad der Sünde des Verderbens und der Trauer hinabzieht. Das ist eines der tragischen Dinge, die dabei passieren. Wenn du und ich den Pfad verlieren und einen falschen Weg gehen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir dabei auch andere falsch führen.

Im letzten Kapitel des Johannesevangeliums ging Petrus zurück zum Fischen. Der Herr hatte ihn aus dieser Beschäftigung weggerufen, aber das Verlangen nach dem alten Beruf kommt bei ihm wieder zurück und er sagt: „Ich gehe hin fischen.“ Und er nahm sechs Leute mit sich. Ach ja, er nahm sechs Männer mit in eine fruchtlose Nacht der Mühen. Die ganze Nacht – aber sie fanden nichts. Wenn wir einen falschen Weg gehen, dann nehmen wir andere mit in unser fruchtloses Abweichen. Wie traurig!

Dann heißt es in 1. Chronika 21,17:

1Chr 21,17: Und David sprach zu Gott: Bin ich es nicht, der gesagt hat, das Volk zu zählen? Und ich bin es, der gesündigt und sehr böse gehandelt hat; aber diese Schafe, was haben sie getan? HERR, mein Gott, es sei doch deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines Vaters, aber nicht gegen dein Volk zur Plage!

Liebe Brüder, da ist etwas Majestätisches in diesem Gebet. Was für ein reines, gesegnetes Bekenntnis ist das: „Ich habe gesündigt“, ich bin derjenige, der schuldig ist. Er legt den Tadel nicht auf Satan. Er sagt nicht: Der Teufel hat mich das tun lassen, und ich konnte nicht anders. Er sagt: „Ich habe gesündigt, aber diese Schafe, was haben sie getan?“ Ja, das ist das Herz Christi. Ihr erinnert euch, als unser Herr seinen letzten Weg nach Jerusalem machte, da kam der Mob heraus, auf ihn zu mit Laternen und mit Stöcken – Judas ging voraus, und er verrät ihn mit einem Kuss. Unser Herr sprach: „Wenn ihr nun mich suchet, dann lasst diese gehen.“ Das Herz Christi wollte die Seinen verschonen. Er wollte sich selbst in die Bresche werfen. 

Geliebte Heilige, wenn du und ich Gottes Gedanken über die Gemeinde haben, dann werden wir auch alles, was uns selbst betrifft, beiseitesetzen, unsere Selbstwichtigkeit, unser eigenes Interesse, und wir werden sagen: Oh, Gott lass diese Sache auf mich fallen aber schone dein Volk, „dein Volk“. Ja, wir wollen das Herz Christi haben über seine Gemeinde.

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Originaltitel: „Christ Loved the Church and Gave Himself for It“,
aus einem Vortrag von der Walla-Walla-Konferenz, USA, im Jahr 1950
Quelle: www.bibletruthpublishers.com
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