Gottes unaussprechliche Gabe (3)
Gottes Gabe annehmen oder ablehnen

Henry Allen Ironside

© SoundWords, online seit: 26.12.2018

Leitvers: 2. Korinther 9,15

2Kor 9,15: Gott sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

Das Geschenk annehmen

Was sollte unsere Einstellung gegenüber solch einer Gabe und gegenüber dem Geber sein? Welche Einstellung können wir haben, wenn wir klar denkende Menschen sind, als die, das Geschenk anzunehmen und dem Geber zu danken? Hast du das getan? Hast du das Geschenk angenommen und dem Geber gedankt? Oder bist du dumm genug, zu versuchen, das zu tun, was die arme Frau tat? Bietest du immer noch deine armseligen zwei kleinen Schillinge an, die menschliches Verdienst wert ist? Sagst du: „Es ist sehr lieb von Dir, mir Rettung anzubieten, und das auf eine solch günstige Weise; aber Du weißt ja, dass ich nicht völlig bankrott bin; ich besitze ein klein wenig menschliches Verdienst. Ich bin wirklich eine sehr verantwortungsvolle Person, und wenn du nur meine Güte und meine Moral und meine Kirchenmitgliedschaft nimmst und ein paar Dinge mehr, werde ich froh sein, diese gegen dein Geschenk einzutauschen“?

Nichts ärgert mich mehr, als wenn ich jemand zum Abendessen einlade und merke, wie er versucht, mir die Rechnung wegzuschnappen. Zunächst einmal suche ich generell einen Ort aus, der im Bereich meiner finanziellen Möglichkeiten liegt, und ich lade nur jemand ein, dessen Gesellschaft ich wirklich wünsche. Ich freue mich, meinen Freunden zu sagen: „Bestelle dir, was immer du magst.“ Und wenn sie dann sagen: „Es ist nett von dir, aber ich möchte gerne zahlen“, sage ich: „Sieh mal, ich habe dich nicht hierhin eingeladen, damit ich dir eine Mahlzeit verkaufen kann! Du bist mein Gast!“

Gott lädt dich ein, zu kommen, um an seinem Tisch Platz zu nehmen und sein wunderbares Geschenk zu empfangen, und du beleidigst Ihn, wenn du davon sprichst, Ihn dafür zu bezahlen. Wir haben eine Begebenheit in der Bibel, wo ein Knecht Gottes für seinen Meister handelt und äußerst ungehalten wird. Petrus kam nach Samaria hinab, um ein mächtiges Werk Gottes zu sehen, und als er Menschen seine Hände auflegte, fiel der Heilige Geist auf sie. Ein armseliger Bursche kam und bot dem Apostel Geld an und sagte: „Gib mir die Kraft, diese Gabe zu übertragen; ich werde dir Geld dafür geben.“ Und Petrus wandte sich zu ihm und sagte: „Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du gemeint hast, dass die Gabe Gottes durch Geld zu erwerben sei! Du hast weder Teil noch Anrecht an dieser Sache, denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott. Tu nun Buße über diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir etwa der Anschlag deines Herzens vergeben werde; denn ich sehe, dass du in Galle der Bitterkeit und in Fesseln der Ungerechtigkeit bist“ (Apg 8,20-23).

Es ist eine böse Sache, Gott irgendetwas für seine Rettung anzubieten, wenn doch schon dafür bezahlt worden ist durch das Blut seines eigenen kostbaren Sohnes. Beleidige Ihn nicht, indem du deine eigenen Verdienste geltend machst, sondern komm als ein armer, bankrotter Sünder; bekenne, dass du nichts anzubieten hast und bereit bist, durch Gnade gerettet zu werden. Empfang die Gabe, die so frei angeboten wird.

Das Geschenk ablehnen

Noch eben ein Wort über den Ernst der Lage, wenn solch ein Geschenk abgelehnt wird. Lass mich noch einmal den Vers zitieren, den ich schon wiederholt habe: „So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern ewiges Leben habe“ [Joh 3,16]. Was sagt uns das? Es sagt uns, dass wir Leben und Rettung haben, wenn wir das Geschenk annehmen; wenn wir uns weigern, gehen wir verloren. Gott hätte es niemals so ausgedrückt, wie Er es in diesem Vers getan hat, wenn wir es nicht auf diese Weise verstehen sollten. Nimm Christus an und lebe; lehne Ihn ab und geh verloren.

Vor einigen Jahren betrat ein junger unbekümmerter und gleichgültiger Mann einen Missionssaal. Er setzte sich, schaute sich neugierig im Raum um und sah, dass an der Wand ein Motto abgedruckt war. Aufmerksam las er: „Es muss Christus oder die Hölle sein. Das eine zu verwerfen, heißt, das andere zu wählen.“ Er mochte das nicht; er mochte es nicht, dass das Wort „Hölle“ auf dem Plakat stand. Du würdest es wohl auch nicht mögen, wenn es in deinem Wohnzimmer hängen würde, damit deine Freunde es lesen. Dieser junge Mann schaute auf das Plakat, las es noch einmal und sagte dann zu sich selbst: „Das ist ziemlich ernst. Ich denke, das ist es, was ich mein ganzes Leben lang getan habe: Ich habe Christus verworfen, obwohl ich niemals daran gedacht habe, die Hölle zu wählen. Aber ich glaube, dass dieses Plakat recht hat. Durch die Gnade Gottes soll es von nun an Christus sein“, und er wurde in dieser Nacht gerettet.
Ich hielt Versammlungen in einer Stadt im Westen ab und wurde einer jungen Frau vorgestellt. Man sagte mir: „Sie wird heute Abend ein Solo singen.“
„Was möchten Sie, dass ich singen soll?“, fragte sie mich.
Ich sagte: „Ich habe hier ein Lied“, und ich gab ihr mein Buch. Ich wollte über die Ewigkeit predigen und zeigte ihr das Lied „Ewigkeit“:

Ewigkeit! Was hat die Zeit für einen Sinn?
Die flücht’gen Momente zieh’n schnell dahin.
O Sünder, sag, wo find’st du dich
dann ewig unveränderlich?
Siehst du den Schrecken der Hölle bloß,
für alle Zeiten hoffnungslos?[1]

Sie blickte auf das Wort und sagte: „Ich mag dieses Wort nicht.“
„Welches Wort?“
Sie legte ihren zierlichen Finger auf das Wort „Hölle“, und ich sagte: „Sie mögen dieses Wort nicht?“
„Nein, das ist kein schönes Wort, um es zu singen. Ich singe niemals solche Worte.“
„Nun“, sagte ich, „Sie werden dies oder nichts für mich singen.“
Sie ging weg, aber  eine halbe Stunde später kam sie zurück mit Tränen in ihren Augen und sagte: „Ich denke, ich werde es singen, wenn Sie noch wollen, dass ich es tue.“
Ich fragte nach: „Glauben Sie wirklich daran?“
„Ja, ich denke schon. Ich habe es nachgeschaut, und das Wort wird in der Bibel manches Mal gebraucht.“
„Ja“, sagte ich, „und Gott will, dass die Menschen wissen, dass es entweder Himmel oder Hölle für alle Ewigkeit sein muss.“

Wenn du das Geschenk Gottes ablehnst, liegt vor dir nichts außer Gericht. Nimm das Geschenk an und lebe. Lehne es ab und geh verloren.

Menschen mögen es nicht, vom kommenden Gericht zu hören. Sie würden sich lieber sanfte Dinge und nette und wortgewandte Reden über die Liebe und die Güte Gottes anhören. Aber weil Er uns liebt, warnt Er uns so ernst vor den schrecklichen Konsequenzen, wenn wir seine unaussprechliche Gabe ablehnen; doch wenn wir sie annehmen, wird sie uns vor unaussprechlichem Elend retten, sowohl in der Zeit als auch in der Ewigkeit.

Vielleicht ist heute dein letzter Atemzug,
die Zeit hier auf Erden verging wie im Flug.
Doch wer Gnade verschmähte in dieser Zeit,
den erwartet der zweite Tod – ewiges Leid.
Sei dir bewusst, was das wirklich meint:
Die Zeit geht zu Ende und dann – Ewigkeit.

Ewigkeit! Doch gekreuzigt auf Golgatha
litt Jesus und dort starb Er ja.
Sieh auf Ihn, den Sündlosen, dorngekrönt,
für dich zur Sünde gemacht und verhöhnt.
O Sünder, beeil dich, such Zuflucht bei Ihm:
Gerettet in Ewigkeit – welch ein Gewinn![2]

Vorheriger Teil

 

Anmerkungen

[1] Eternity! Time soon will end, / It’s fleeting moments pass away; / O sinner, say where wilt thou spend / Eternity’s unchanging day? / Shalt thou the hopeless horror see / Of hell for all eternity?

[2] To-night may be thy latest breath, / Thy little moment here be done. / Eternal woe, the second death – / Awaits the grace-neglecting one; / Thine awful destiny foresee, / Time ends and then – Eternity. / Eternity! But Jesus died, / Yes, Jesus died on Calvary; / Behold Him, thorn-crowned, crucified, / The sinless One made sin for thee. / O sinner haste, for refuge flee, / He saves and for eternity.


Originaltitel: „III. Receiving the Gift“ und „IV. Refusing the Gift“ aus „God’s unspeakable Gift“, 1908
in God’s unspeakable Gift. Twelve Select Addresses on Evangelical Themes, Pickering & Inglis, London

Übersetzung: Marcel Manderbach


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...