|
Inhalt
Das Abfallen von Bekennern Wer ist ein Wiedergeborener? Wer glaubt, hat ewiges Leben. Aber was bedeutet das? Nichts kann uns scheiden … Ja, aber … Niemand kann sie aus meiner Hand rauben Durch
ein Opfer für immer vollkommen gemacht Und unsere zukünftigen Sünden? Ein Freibrief zum Sündigen? Der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat Eine neue Schöpfung Nochmals: Ja, aber … Wer glaubt, hat ewiges Leben Was ist ewiges Leben? Wir wissen …
Der Titel dieses Büchleins lautet nicht: Kann jemand, der
bekennt, ein Christ zu sein, oder der sich als gläubig ausgibt, noch
verlorengehen? Letzteres ist nicht nur möglich, vielmehr werden alle, die nur
Namenchristen waren, tatsächlich die Ewigkeit in der äußersten Finsternis
zubringen. Das Wort aus dem Mund des Herrn selbst ist hier entscheidend:
Mt 7,21-23: Nicht jeder, der zu mir sagt:
Herr, Herr! wird in das Reich
der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den
Himmeln ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! haben wir
nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben
und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen
bekennen: Ich habe euch niemals gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!
Diese Menschen, von denen der Herr Jesus hier spricht, sind
weder Heiden noch Ungläubige und auch nicht Menschen, die mit dem christlichen
Glauben nichts zu tun haben wollen. Das kann gar nicht so sein, denn sie
bezeichnen ja Christus als ihren Herrn und sind sogar in christlicher Arbeit
sehr eifrig. Dass sie trotzdem verlorengehen können, geht aus dem zitierten
Schriftwort klar hervor. Wir wollen besonders beachten, dass Jesus nicht sagt:
„Ich habe euch zwar gekannt, kenne euch aber jetzt nicht
mehr“, sondern sein vernichtendes Urteil über diese Namenchristen lautet: „Ich habe euch
niemals gekannt!“ Diese Menschen haben also nie zu den Seinen gehört! Zur
Errettung ist mehr nötig, als nur „Herr, Herr“ zu sagen. Dazu muss man den Willen
des Vaters tun. Aber gerade das steht hier nicht an erster Stelle, sondern „weissagen“,
„Dämonen austreiben“ und „beschäftigt sein mit christlicher Arbeit“. Die Pharisäer fragen:
„Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?“, und erhalten die Antwort:
„Dies ist das Werk Gottes, dass ihr an den
glaubt, den er gesandt hat“ (Joh 6,28-29). Das Thema lautet daher
nicht:
Können Bekenner oder christliche Arbeiter
wieder abfallen, sondern vielmehr: Können Wiedergeborene noch verlorengehen?
Die erste Frage, die wir zu beantworten haben, lautet: Wer ist ein Wiedergeborener, ein wahrer Gläubiger?
Zuerst wollen wir feststellen, dass jemand, der gläubige
Eltern hat, eine christliche Erziehung genossen und sich auch noch einer
christlichen Gemeinschaft angeschlossen hat, nicht unbedingt wiedergeboren ist.
Er kann es auch allein aufgrund dieser drei Tatsachen nicht werden. Selbst wenn
er die Auffassung, dass es keinen Gott, keinen Himmel, keine Hölle und kein
Jenseits gibt, als unhaltbar verworfen hat und anerkennt, dass es wirklich einen
Gott gibt, der uns einmal wegen unserer Taten zur Rechenschaft ziehen wird, ist
er nicht unbedingt wiedergeboren! Ein solcher Mensch kann wohl sagen: „Ich bin gläubig, denn
ich glaube an die Existenz eines allmächtigen Gottes.“ Aber dieser Glaube
macht ihn noch nicht zu einem Gläubigen im biblischen Sinn. Die Dämonen glauben
nämlich auch an die Existenz Gottes und, so fügt der Apostel Jakobus hinzu, sie
zittern.
Unter einem Gläubigen, einem wiedergeborenen Christen,
versteht die Heilige Schrift jemanden, der in aufrichtiger Reue sich vor Gott
als Sünder erkannt hat und im Glauben angenommen hat, dass Jesus Christus für ihn
und seine Sünden am Kreuz gestorben ist. Es geht bei unserer Abhandlung um die
Frage, ob ein in diesem Sinne Wiedergeborener noch verlorengehen kann.
Ich möchte es ganz deutlich machen, dass die Frage nicht
einfach beantwortet werden kann, indem man einen Bibeltext wie Johannes 3,36 zu
Hilfe nimmt: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben.“ Es geht ja hier nicht
um die Frage, ob jemand, der glaubt, ewiges Leben hat, sondern ob der Glaubende
von diesem Glauben abfallen und damit das ewige Leben wieder verlieren kann. Wir
haben deshalb nachzuweisen, dass jemand, der in biblischem Sinne glaubt, errettet
ist und errettet bleibt, was immer auch geschehen mag. Dabei
müssen wir unser Gefühl und ganz besonders unsere Vernunft den Aussagen des
Wortes Gottes unterordnen.
Als erste Schriftstelle möchte ich Römer 8,38-39 anführen:
Röm 8,38-39: Denn ich bin überzeugt,
dass weder Tod noch Leben, weder
Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten,
weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen
wird von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
In diesen Versen gibt Paulus eine Antwort auf die Frage, die
in Vers 35 steht: „Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi?“ Mit „uns“ sind,
wie Vers 33 zeigt, Gottes Auserwählte gemeint. Die zitierten Verse zeigen, dass
nichts und niemand die Menschen, die Gott auserwählt und denen Er seine Liebe in
Christus erwiesen hat, von der Liebe Gottes scheiden kann. Die Antwort ist
deutlich und allumfassend. Da kann es auch nicht den geringsten Zweifel geben.
Ist nicht in dem Ausdruck „weder Tod noch Leben“ alles das
Inbegriffen, was einen Einfluss ausüben kann? Weder Tod noch Leben kann uns von
der Liebe Gottes scheiden. Auch in der Welt der Geister gibt es keine Macht: „weder Engel noch Fürstentümer“. Nach Epheser 6,12 können wir annehmen,
dass mit „Fürstentümer“ die mit Satan abgefallenen Engel und mit „Engeln“ die nicht
abgefallenen Geister gemeint sind. Jemand sagte es einmal so: „Es gibt also
nichts, was gute Engel tun wollten und was böse Engel tun könnten, das uns von
der Liebe Gottes scheiden kann.“ Aber Paulus sagt noch weiter: „weder
Gegenwärtiges noch Zukünftiges“. Kann man sich irgendein Ereignis oder eine
Erfahrung vorstellen, die nicht unter den Begriff „Gegenwärtiges und
Zukünftiges“ fällt? Auch diese können uns also nicht von der Liebe Gottes
scheiden. Dann fährt der Apostel fort: „noch Gewalten“ — welche auch immer
— „weder Höhe“ — also nichts im Himmel — „noch Tiefe“ — auch nichts im Totenreich
— „noch irgendein anderes Geschöpf kann uns von der Liebe Gottes scheiden.“
Diese Verse zeigen, dass der Gläubige in den Händen Gottes auf ewig geborgen ist.
Gegen diese Feststellung könnte man einwenden: „Es ist wahr,
das alles kann uns nicht von der Liebe Gottes scheiden, solange wir
glauben, aber Unglaube in uns bewirkt doch Scheidung von der Liebe Gottes!“
Gehört der Unglaube nicht zu dem Bereich „weder Tod noch Leben“? Wenn es nicht zum
„Tod“ gehört, dann doch sicher zum „Leben“! Offenbart
sich der Unglaube nicht in diesem Leben? Gehört der Unglaube nicht auch zum „Gegenwärtigen oder
Zukünftigen“? Er tritt doch in der Gegenwart auf! Dieser
Einwand ist damit entkräftet. Aber dazu ist noch mehr zu sagen. Wenn wir die
Verse 38 und 39 richtig verstehen wollen, müssen wir sie im Zusammenhang sehen.
Der Apostel hat gezeigt, dass „denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten
mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind“ (V. 28). Danach haben
nicht wir den ersten Schritt auf Gott zu getan. Nicht wir haben Ihn zuerst
geliebt. Gott hat sich nach uns umgesehen und uns nach seinem ewigen Vorsatz
berufen. Das Heil geht also von Gott aus. In den folgenden Versen wird dieser
Gedanke weiter ausgeführt:
„Denn welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch
zuvorbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der
Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber zuvorbestimmt hat, diese
hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch
gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch
verherrlicht“ (V. 29-30).
Aus uns selbst heraus lieben wir Gott nicht, ja,
suchen Ihn noch nicht einmal. Es ist Gott, der bereits seit langem Gedanken des
Friedens mit uns hatte. Es ist Gott, der uns durch das Evangelium gerufen und
gerechtfertigt hat. Es ist Gott, der uns verherrlichen wird und dies im Prinzip
bereits getan hat. Diese Tatsache hat Paulus vor Augen, als er ausruft: „Was
sollen wir nun hierzu sagen?“ Und darauf führt er vier wichtige Fragen an:
-
Wenn Gott für uns ist, wer wider uns?
Antwort:
Gott, der seinen eigenen Sohn nicht geschont hat, sondern Ihn für uns alle
hingegeben hat, wird uns mit Ihm auch alles schenken.
-
Wer wird wider Gottes Auserwählte Anklage
erheben?
Antwort: Gott ist es, der rechtfertigt.
-
Wer ist, der verdamme?
Antwort: Christus, der gestorben und auferweckt ist,
verwendet sich für uns!
-
Wer wird uns von der Liebe Christi scheiden?
Antwort: Nichts, weder Verfolgung noch Hungersnot usw. Denn
in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt
hat.
Kurzum: Niemand kann gegen den Gläubigen sein, niemand kann
ihn beschuldigen, niemand kann ihn verurteilen und nichts kann ihn von der Liebe
Gottes, die in Christus Jesus ist, scheiden. Dieser Abschnitt spricht von der völligen Geborgenheit und
Sicherheit der Kinder Gottes. Dabei ist es wichtig, dass wir besonders beachten:
Hier wird nicht von uns als Gläubigen gesprochen, sondern als
Auserwählten. Die Lehre von der Auserwählung ist für das Kind Gottes die
feste Grundlage für die Unumstößlichkeit seiner ewigen Errettung! Wie diese
Lehre damit übereinstimmt, dass der Sünder verantwortlich ist, sich zu bekehren,
ist eine andere Sache. Dieses Problem brauchen wir hier nicht zu lösen. Derselbe Apostel Paulus, der bei der Verkündigung des
Evangeliums die Sünder vor die Verantwortung stellt, sich zu bekehren,
unterrichtet die Gläubigen in der Lehre des Heils, dass die Errettung
Gottes Sache ist, weil Er sie auserwählt hat. Genau das sollten wir auch
tun!
Einen zweiten Hinweis auf die Unumstößlichkeit der Errettung
finden wir in Johannes 10,27-30:
Joh 10,27-30: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie
folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren
ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir
gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines
Vaters rauben. Ich und der Vater sind eins.
Den Menschen, die zwar „Herr, Herr“ rufen, aber Christus
nicht wirklich angehören, wird am Tag des Gerichts gesagt: „Ich habe euch nie
gekannt.“ Von seinen Schafen sagt der Herr Jesus jedoch: Ich kenne sie.
Kann Er dann später zu einem solchen Schaf sagen, Er habe es nie gekannt?
Dieses Argument ist auch dann noch stichhaltig, wenn man den Rest dieser
Schriftstelle so auslegt, wie die Anhänger der Lehre vom Abfallen es tun.
Christus sagt: „Sie gehen nicht verloren“; sie erwidern: „Das gilt natürlich
nur so lange, wie sie Schafe bleiben.“ Christus sagt: „Niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben.“ Dagegen
wenden sie ein: „Aber sie können sich doch durch Unglauben dieser Hand
entziehen.“ Das hat nichts mehr mit Schriftauslegung zu tun. Hier wird
eine menschliche Schlussfolgerung dem klaren Wort Gottes gegenübergestellt. Aber
unterstellen wir einmal einen Augenblick, dass diese zurechtgebogene Schlussfolgerung zulässig sei. Kann der Herr dann zu den Schafen
seiner Herde,
die Er einmal kannte, sagen: „Ich habe euch niemals gekannt!“? Unmöglich!
Auf welcher Grundlage ruht die ewige Errettung des Gläubigen?
Unsere dritte Schriftstelle gibt dies an:
Heb 10,14: Denn mit einem Opfer hat er auf immerdar
vollkommen gemacht, die geheiligt werden.
Der Schreiber des
Hebräerbriefes stellt das einmalige Opfer Jesu Christi den sich immer
wiederholenden Opfern im Zeitalter des Gesetzes gegenüber. Ein Israelit konnte
nicht behaupten, dass durch ein einziges Opfer die Sache zwischen ihm und Gott
für immer geordnet und das Problem der Sünde aus dem Weg geräumt worden sei
(Heb 10,2). Die Priester in Israel kamen daher auch nicht zur Ruhe. Sie
saßen nicht, sondern standen immer zum Dienst bereit (V. 11). Für
den Gläubigen des Zeitalters der Gnade gilt jedoch:
„Durch welchen Willen (Gottes Willen nämlich) wir geheiligt
sind durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi“
(Heb 10,10).
Von Jesus Christus wird bezeugt, dass Er sich zur Rechten
Gottes gesetzt hat. Aufgrund dieses einmaligen und vollkommenen Opfers sind die
Gläubigen, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht. Wie lange sind
sie vollkommen gemacht? Solange sie glauben? Nein, für immer vollkommen
gemacht! Wenn jemand lehrt, dass die Heiligen wieder abfallen können — mit
der Konsequenz, dass sie sich jedes Mal wieder neu von einem Sünder zu einem Kind
Gottes bekehren müssen — degradiert er damit den Wert des Opfers Jesu Christi
zu dem Wert der Opfer von Stieren und Böcken. Das beabsichtigt man natürlich
nicht, aber das ist die Konsequenz aus dieser Lehre.
Wir wollen hierauf noch etwas weiter eingehen. Welche
Vorstellung haben die Anhänger der Lehre vom Abfallen eigentlich von der Rettung
eines Sünders? Lassen wir einmal einen Mann zu Wort kommen, der eine Zeit
lang diese Lehre vertrat. Es ist der amerikanische Evangelist Ironside. Er
sagt:
Als ich mich bekehrt hatte, dachte ich, alle meine Sünden,
die ich von dem Zeitpunkt an, wo Gott mich für verantwortlich hielt, bis zu dem
Augenblick, in dem ich mein Vertrauen auf den Herrn Jesus setzte, begangen
hatte, seien weggetan. Gott ließ mich neu anfangen, und wenn ich nun das Blatt
meines Lebens bis an mein Lebensende rein hielte, dann würde ich in den Himmel
kommen. Wenn ich es aber nicht rein hielte, würde ich aufhören, ein Christ zu
sein und müsste mich dann wieder von Neuem bekehren. Jedes Mal, wenn ich mich neu
bekehrte, ruhte die Vergangenheit unter dem Blut Jesu, aber für die Zukunft sei
es meine Sache, mein Lebensblatt rein zu halten.
Er fügt noch hinzu:
Was ist das doch für eine Gott entehrende Auffassung von der
Versöhnung! Wenn nur die Sünden vor meiner Bekehrung durch das Blut Christi
gesühnt wurden, wie konnten dann die Sünden gesühnt werden, die ich nach
der Bekehrung tat und vor Gott bekannte? Der einzige Grund für Gott, die Sünden
zu vergeben, ist das Blut Christi. Sein Blut wurde ein für alle Mal am Kreuz
vergossen, und dadurch wurde meine Sache mit Gott ein für alle Mal geordnet.
Christus starb nicht nur für die Sünden, die wir vor unserer
Bekehrung begangen haben, sondern auch für die Sünden, die wir noch begehen
werden. Als Christus unsere Sünden an seinem Leibe auf dem Holz trug, handelte
es sich da nicht eigentlich nur um zukünftige Sünden?
Ist das nicht ein gefährlicher Standpunkt, der uns geradezu
einen Freibrief zum Sündigen in die Hand gibt? Keineswegs! Jeder, der das Kreuz
verwirft, wird einmal für alle seine Sünden vor Gott Rechenschaft abzulegen
haben. Er wird gerichtet nach seinen Werken. Gott wird dann sein Richter sein,
der das Urteil durch seinen Sohn Jesus Christus ausführt. Wer jedoch Jesus
Christus als seinen Heiland angenommen hat, dessen Verantwortlichkeit als
Sünder Gott gegenüber hat ein Ende gefunden. Seine Sünden stehen nicht mehr
zwischen ihm und Gott. Er ist ein Kind Gottes geworden.
Aber nun beginnt die Verantwortlichkeit des Kindes seinem
himmlischen Vater gegenüber. Wenn ein Kind Gottes sündigt, wird Gott sich
wegen dieser Sünde mit ihm beschäftigen. Nicht als Gott, der Richter, sondern
als Gott, der Vater. Dann gilt die alte Spruchweisheit: „Kindern Gottes kommt
das Sündigen teuer zu stehen.“ Ich kann hierauf nicht ausführlich eingehen,
sondern möchte nur aufzeigen, welche Folgen ein sündiger Wandel für ein Kind
Gottes hat:
-
Es verliert die Freude des Glaubens und wird vielleicht
sogar seiner ewigen Errettung nicht mehr gewiss sein, wenn es auch errettet
bleibt.
-
Es verliert die Gemeinschaft mit den Geschwistern und
fällt unter die Zucht der Versammlung (Gemeinde).
-
Es kommt unter die Erziehung des Vaters, der sein Kind
durch Züchtigung von seinem verkehrten Weg zurückbringen will.
-
Für die ganze Zeit, in der es in der Sünde lebt, verliert
es den Lohn, den Gott ihm zuteilen wollte. Errettet zu sein ist eine
Sache, Lohn zu empfangen eine andere. Das zeigt 1. Korinther 3,14-15
sehr deutlich.
Nur wer wirklich ein Kind Gottes ist, fühlt den Ernst dieser
Dinge und begreift, dass Sündigen es teuer zu stehen kommt. Jedenfalls wird die
Liebe Gottes, die in sein Herz gegossen ist, ihn nicht mit einem unbeschwerten
Gewissen den Weg der Sünde weitergehen lassen. Der Einwand „Einmal gerettet,
für immer gerettet, dann kann man ja drauflos leben“ ist nicht die Sprache des
Glaubens, sondern die Sprache des Fleisches.
Nach diesem Exkurs wollen wir wieder auf unsere Beweisrührung
zurückkommen. Als vierte Bibelstelle weise ich auf Philipper 1,6 und 1.
Korinther 1,8 hin:
Phil 1,6: Ich bin in guter Zuversicht,
dass der, welcher ein gutes Werk
in euch angefangen hat, es vollführen wird bis auf den Tag Jesu Christi.
1Kor 1,8: Jesus Christus, welcher euch auch befestigen wird bis ans
Ende, dass ihr untadelig seid an dem Tage unseres Herrn Jesus Christus.
Wer der Meinung ist, der Gläubige könne wieder verlorengehen,
beruft sich häufig auf die Schriftstelle: „Wer aber ausharrt bis ans Ende,
dieser wird errettet werden“ (Mt 24,13).
Dabei unterstellt man aber, dass es Gläubige gibt, die nicht
ausharren und deswegen verlorengehen. Diese Schlussfolgerung ist falsch, doch
darüber später mehr. In beiden Stellen wird nicht über unser Durchhalten
oder Ausharren, sondern über Gottes Durchhalten und das des Herrn Jesu
gesprochen. Das Werk der Bekehrung und der Glaube in unserem Herzen wird hier
nicht als unser Werk, sondern als das Werk Gottes angesehen, und damit berühren
wir den Kernpunkt der ganzen Frage.
Bei der Verkündigung des Evangeliums stellt Gott den Menschen
vor die Verantwortung, die Botschaft des Heils anzunehmen. Da heißt es: „Wer da
will, nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Off 22,17). Ein Evangelist
sollte die Errettung des Menschen immer so vorstellen, dass deutlich wird, dass
die Verantwortung allein beim Sünder liegt. Viele Menschen, denen die
Verkündigung des Evangeliums sehr am Herzen liegt, vergessen jedoch oft, dass es
auch die Kehrseite dieser Medaille gibt: Die Errettung eines Sünders ist das
Werk Gottes.
Wir können mit unserem beschränkten menschlichen Verstand
diese beiden Dinge nicht miteinander in Übereinstimmung bringen. Beide haben wir
im Glauben anzunehmen. Leider ist man dazu nicht immer bereit. So kann es zu
zwei gegensätzlichen, aber sehr einseitigen Auffassungen kommen. Die mehr
evangelistisch Ausgerichteten legen die Betonung allein auf die Verantwortung
des Sünders sich zu bekehren und machen damit die Errettung zu einer Sache des
Menschen. Dabei lassen sie natürlich stehen, dass Christus dafür am Kreuz sterben
musste. Andere schalten die menschliche Verantwortung aus und sagen: „Es kann dir
nur geschenkt werden, Gott muss es tun.“ Die Heilige Schrift sagt jedoch unmissverständlich zu jedem,
der das Angebot der Errettung ablehnt: „Du hast nicht gewollt.“
Für den Gläubigen gilt dagegen: „Gott ist es, der in
euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken“ (Phil 2,13). Gott hat
also durch seinen Geist in dem Herzen jedes seiner Kinder bewirkt, dass sie sich
zu Ihm bekehrten. Gottes Wort und Geist haben die Wiedergeburt zustande
gebracht. Das gute Werk, das Gott begonnen hat, wird Er vollenden, und Jesus
Christus wird uns bis ans Ende befestigen. Die Frage ist nicht, ob wir
durchhalten, sondern ob Gott durchhält, und weil Er durchhält,
können wir durchhalten bis ans Ende.
Ein fünfter Beweis für die Lehre der ewigen Errettung des
Gläubigen liegt in dem Ausspruch:
2Kor 5,17: Daher, wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue
Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden.
Adam ist der Stammvater aller Menschen. Weil er sich im
Garten Eden von Gott unabhängig machte, wurde er ein Sünder mit einer sündigen
Natur. Darum wurden alle seine Nachkommen als Sünder geboren. Auf allen liegt
das Urteil des Todes. Der 14. Vers von 2. Korinther 5 sagt uns, dass alle
gestorben sind, wenn einer für alle gestorben ist. Dass Jesus Christus für alle
Menschen gestorben ist, beweist, dass sie alle von Natur aus im Tode liegen und
das Todesurteil über alle ausgesprochen ist. Wäre unter den Nachkommen Adams
ein Mensch ohne Sünde gewesen, dann hätte Christus nicht für alle zu sterben
brauchen, sondern für alle, außer diesem einen. Als Adam im Garten Eden sündigte, war das ganze menschliche Geschlecht, dessen
Haupt er ist, dort in ihm repräsentiert. Am einfachsten lässt sich das mit den
Worten des Hebräerbriefes andeuten, die sich auf Levi beziehen. „Und sozusagen
ist durch Abraham auch Levi, der die Zehnten empfängt, gezehntet worden, denn er
war noch in der Lende des Vaters, als Melchisedek ihm entgegenging“ (Heb 7,9.10).
Levi hat so in Abraham den Zehnten an Melchisedek abgeführt.
Er war in Abraham gegenwärtig. So waren auch wir alle in Adam im Garten Eden
gegenwärtig, als Adam übertreten hatte und das Urteil empfing: „Wenn du davon
isst, musst du gewisslich sterben.“ Mit ihm verfiel die gesamte alte Schöpfung dem Tod.
Nie hat
ein Mensch seinen Lebensweg auf dieser Erde angetreten, der nicht von Adam
abstammte, außer dem Herrn Jesus Christus. Er wurde auf übernatürliche Weise
gezeugt. „Er hat keine Sünde getan“, bezeugt Petrus. „Er kannte die Sünde (als
verführende Macht in sich) nicht“, schreibt Paulus. „In ihm war keine
Sünde“,
erklärt Johannes. Deswegen hatte der Tod keine Macht über Ihn. Darum also konnte
Gott seinen Sohn in diese Welt senden. Jesus Christus kam zu uns und nahm unsere
Sünden auf sich und wurde zur Sünde gemacht und ging freiwillig in
den Tod. Er machte sich mit unserem verlorenen Zustand vollkommen eins. Er stieg
in die Tiefe hinab, in der wir uns geistlich vor Gott befanden. Aber Er ist auch
wieder auferstanden. Er blieb nicht im Machtbereich des Todes, sondern verließ
ihn in Macht und Majestät. Das tat Er aber nicht für sich allein. Die Schrift
bezeugt: „Er hat uns mit dem Christus lebendig gemacht … und hat uns
mitauferweckt und mitsitzen lassen in den himmlischen Örtern in Christus Jesus“
(Eph 2,5-6). Das heißt: Gott hat uns nicht dahin zurückversetzt, wo sich
Adam vor dem Sündenfall befand, sondern hat für uns etwas völlig Neues
geschaffen. Wir gehören jetzt in Christus zu einer neuen Schöpfung.
Und weil wir zu der neuen Schöpfung gehören, können wir
niemals verlorengehen.
Auch hier könnte man entgegnen: „Ja, aber gilt das nicht nur,
solange man im Glauben steht?“ Nun, haben wir uns etwa im Blick auf unsere
Abstammung von Adam selbst erschaffen? Gewiss nicht. So ist auch die neue
Schöpfung nicht unser Werk, sondern das Werk Gottes. In diesen
Abschnitten (2Kor 5,15-18 und Eph 2) wird nicht über das
gesprochen, was wir tun mussten oder getan haben, sondern über das, was Gott
getan hat. In Epheser 2,8-10 heißt es:
„Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des
Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, auf dass
niemand sich rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten
Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, auf dass wir in ihnen wandeln sollen.“
Diese Stelle macht sehr deutlich, dass alles Gottes Werk ist.
Und warum ist das so? Weil Gott jeden Anlass wegnehmen will, der den geretteten
Sünder dazu verführen könnte, sich zu rühmen und sich selbst zu erheben. Wären
wir aufgrund von Werken gerettet, dann hätten wir etwas zu rühmen. Nein, sagt
die Schrift, Ihr könnt nur gerettet werden aufgrund des Glaubens an das
vollbrachte Werk Jesu Christi.
Wäre dieser Glaube eine Leistung unsererseits, dann hätten
wir auch Grund, uns zu rühmen. Nein, sagt Gott, der Glaube ist meine Gabe. Wäre
wenigstens das Ausharren im Glauben von mir abhängig, dann könnte ich mich doch
dessen noch rühmen. Aber auch dieser Anlass zum Rühmen wird uns genommen. Es ist
Gottes Werk von Anfang bis Ende. Er vollendet, was Er begonnen hat. Wir sind
eine neue Schöpfung aufgrund dessen, was Er getan hat. Niemals werden wir
das Schöpfungswerk Gottes in uns zerstören können. Und der Gläubige gehört zu dieser neuen
Schöpfung. Wir waren verloren, weil das Haupt der ersten Schöpfung versagt hatte
und gefallen war. Wir sind gerettet, weil das Haupt der neuen Schöpfung nie
wanken oder versagen wird.
Von Ironside, den ich bereits zitierte, habe ich folgende
Illustration übernommen:
Vielleicht haben Sie von dem Iren gehört, der zum lebendigen
Glauben an Jesus gekommen war. Er hatte große Furcht davor, dass er eines Tages
eine schwere Sünde begehen und deswegen wieder verlorengehen könnte. Eines Tages
ging er in eine Versammlung, in der das folgende Wort verlesen wurde: „Denn ihr
seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott“ (Kol
3,3). „Gepriesen sei Gott“, rief der Mann, „hat man je gehört, dass ein Mensch
ertrunken ist, solange sein Kopf noch über Wasser war?“ Nach Kolosser 1,18 ist
Christus das Haupt des Leibes.
Zu Anfang hatte ich gesagt, dass die Frage „Kann der Gläubige
wieder verlorengehen?“ nicht mit dem Hinweis auf Johannes 3,36 zu beantworten
ist. „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben.“ Ich könnte auch Johannes 3,16
anrühren: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn
gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern ewiges Leben
habe“, und Johannes 5,24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort
hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins
Gericht, sondern er ist aus dem Tode in das Leben übergegangen.“ Damit wollte
ich natürlich nicht behaupten, dass diese Stellen in sich nicht beweiskräftig
seien. Es reicht aber nicht aus, sich nur auf diese Stellen zu beziehen. Wir
müssen dann erst nachforschen, was „ewiges Leben“ bedeutet. Darüber gibt es
leider viele Auffassungen, die nicht mit der biblischen Aussage übereinstimmen.
Es gibt Menschen, die bei dem Ausdruck „ewiges Leben“ nur an eine ewige Existenz
denken. Für andere bedeutet „ewiges Leben“, dass ein Gläubiger (wenn er im
Glauben verharrt) einmal in der Ewigkeit in Vollkommenheit mit dem Herrn Jesus
leben wird. Schließlich betrachten einige das „ewige Leben“ als Geschenk, das
man bereits hier empfangt und das man bis zum Tag des Todes bewahren muss, um
seine ganze Herrlichkeit zu erfahren.
Alle drei Auffassungen wollen wir noch etwas genauer unter
die Lupe nehmen.
- Angenommen, es gäbe einen Menschen, der auf dieser Erde
immer weiterleben könnte. Wenn das möglich wäre, besäße dieser Mensch doch nicht
das ewige Leben. Er würde nur das natürliche Leben besitzen, das er durch die
Geburt aus Adam empfangen hat. In dem angenommenen Fall hätte also das
natürliche Leben oder das Schöpfungsleben dieses Menschen lediglich kein Ende.
Ewiges Leben ist jedoch nicht nur ein Leben, das kein Ende hat, sondern
zugleich ein Leben, das keinen Anfang hat. Es ist nämlich göttliches
Leben. „Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ (1Joh 5,20b).
Das ist aber noch nicht alles. Seit dem Sündenfall ist das
natürliche Leben vom Tod gezeichnet. In dem oben angenommenen Fall wäre
eine solche Person in alle Ewigkeit vor Gott ebenso tot, als wäre sie nur 80
Jahre alt geworden. Aber diese Annahme entspricht ja auch nicht der Wirklichkeit.
Der Tod hat nicht nur etwas mit unserem geistlichen Zustand vor Gott zu tun,
sondern auch mit unserem Körper. Kein Mensch kann auf dieser Erde als Sünder ewig
existieren. Unser natürliches Leben, das an unseren Körper gebunden ist, wird
mit dem Tod beendet. Wir sind also dem leiblichen Tod unterworfen. Der
unbekehrte Mensch muss nach der Auferstehung vor dem großen weißen Thron
erscheinen und wird dann, nach seiner Verurteilung, in den Feuersee geworfen
werden. Das ist der zweite, der ewige Tod. Seine Seele und sein Leib
werden zwar ewig fortbestehen (Mt 10,28), und doch ist er für ewig
tot. „Ewiges Leben“ ist also nicht dasselbe wie ewige Existenz, es ist viel mehr
als das.
- Ewiges Leben ist auch mehr als ein zukünftiges Leben in
Vollkommenheit bei dem Herrn Jesus. Natürlich hat es auch diesen Aspekt. Die
Schrift spricht in diesem Zusammenhang von der „Hoffnung des ewigen Lebens“
(Tit 1,1). Das bezieht sich auf die volle Verwirklichung dessen, was das
Kreuz für den Gläubigen beinhaltet. Meine Seele ist bereits durch den
Glauben errettet, aber mein Leib muss noch errettet werden. Im Blick auf
meinen Leib bin ich „in Hoffnung errettet“, denn ich warte noch auf „die
Erlösung meines Leibes“ (Röm 8,22-25). Wenn Jesus Christus wiederkommt, wird
mein „Leib der Niedrigkeit umgestaltet werden zur Gleichförmigkeit mit seinem
Leibe der Herrlichkeit“ (Phil 3,21). Dann werde ich das ewige Leben in seiner ganzen Fülle
empfangen, denn auch mein Leib wird daran teilhaben. Wer das noch eingehender
untersuchen will, möge die folgenden Schriftstellen nachlesen, die das ewige
Leben als zukünftigen Besitz vorstellen: Römer 2,7; Galater 6,8; 1. Timotheus 1,16;
6,12.19; Titus 1,2; 3,7.
Der Apostel Paulus stellt diesen Aspekt in den Vordergrund.
Doch es bedeutet noch mehr. Johannes entfaltet dies in seinem Evangelium und in
seinen Briefen. Der Geist bezeugt durch ihn, dass der Gläubige das ewige Leben
bereits jetzt besitzt. Ich führte bereits drei Schriftstellen aus seinem
Evangelium an, die das deutlich machen. Dazu möchte ich noch eine Stelle aus
seinem ersten Brief erwähnen: „Dies habe ich euch geschrieben, auf dass ihr
wisset, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubet an den Namen des
Sohnes Gottes“ (1Joh 5,13). „Ewiges Leben“ ist somit auch ein gegenwärtiger Besitz.
- Man kann das ewige Leben aber nicht mit einem wertvollen
Geschenk vergleichen, das wir mit uns herumtragen und auf das wir sorgfältig
aufpassen müssen, damit wir es nicht verlieren. Das ewige Leben ist nicht etwas,
was unserem Sein hinzugefügt worden ist, sondern es ist eine totale Umkehrung
unseres Seins. Was sagt die Heilige Schrift von dem Gläubigen? Sie sagt nicht,
dass er das ewige Leben als ein wertvolles Geschenk mit sich herumträgt, sondern
dass er „aus dem Tode in das Leben übergegangen“ ist. Bei dem unbekehrten Menschen macht das natürliche Leben seine
ganze Existenz aus. Genauso macht bei dem Gläubigen das ewige Leben sein ganzes
Wesen aus, eine völlig neue Existenz. Unser natürliches Leben tragen wir nicht mit uns herum wie
ein Paket, das wir verlieren könnten. Es macht unser ganzes Sein auf dieser Erde
aus, das durch den leiblichen Tod abgeschlossen wird. So tragen wir auch das
ewige Leben nicht als ein Paket mit uns herum.
Die Frage ist also nicht, ob wir das ewige Leben wie ein
Geschenk verlieren können, sondern ob es als Folge von Sünde ein Ende haben
kann, ob das ewige Leben in uns sterben kann. Das aber wäre ein Widerspruch in
sich, denn dann wäre ja ewiges Leben kein ewiges Leben mehr. Es wäre
genauso wie das natürliche Leben sterblich und dem Tod unterworfen. Der Herr Jesus sagt: „Dies ist das ewige Leben, dass sie dich,
den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“
(Joh 17,3). Ewiges Leben
besitzen heißt, Gott und Jesus Christus zu kennen und mit ihm
in lebendiger Verbindung zu stehen. Es bedeutet sogar, das Leben zu besitzen,
das Christus hat. Ewiges Leben ist Leben aus Gott. Wer ewiges Leben besitzt, hat
— so schreibt der Apostel Petrus — Teil an der göttlichen Natur. Kann dieses
Leben beendet werden? Kann dieses Leben in uns sterben? Dieses Leben, das den
Tod überwunden hat, wie die Auferstehung Christi beweist? Unmöglich. Darum sind
alle Schriftstellen, die davon sprechen, dass ein Gläubiger ewiges Leben hat,
doch sichere Beweise dafür, dass es ein Abfallen von Heiligen nicht gibt.
Zum Schluss möchte ich noch einen abgeleiteten Beweis für die
Lehre von der ewigen Errettung geben:
Wenn die Möglichkeit bestünde, dass ein Gläubiger abfällt und
verlorengeht, dann könnte niemand mit Sicherheit sagen, dass er in den Himmel
kommen wird. Niemand könnte wissen, ob er wirklich errettet ist. Die
Bibel zeigt jedoch drei wichtige Dinge auf, die wir mit Bestimmtheit wissen
können. Wir können im Blick auf das Sterben und die Auferstehung des Herrn Jesus
mit Hiob sagen: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (Hiob 19,25). Im Blick
auf unser Erdenleben, in dem uns so viele Dinge begegnen, können wir sagen: „Wir
wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken,
denen, die nach Vorsatz berufen sind“ (Röm 8,28). Im Blick auf die Zukunft
können wir mit Paulus sagen: „Denn wir wissen, dass, wenn unser irdisches
Haus, die Hütte, zerstört wird, wir einen Bau von Gott haben, ein Haus, nicht
mit Händen gemacht, ein ewiges, in den Himmeln“ (2Kor 5,1).
Diese Sprache des Glaubens kann eigentlich keiner führen, der
die Lehre von einem möglichen Abfallen von wahren Gläubigen vertritt. Und schon
dadurch ist diese Lehre verurteilt.
Fortsetzung
mit freundlicher Genehmigung aus
Können Gläubige verlorengehen?
www.csv-verlag.de
|