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Walter Thomas Prideaux Wolston wurde am 6. September 1840 in Brixham (Grafschaft
Devonshire in England) geboren. Wie er selbst sagte, war er die ersten zwanzig
Jahre seines Lebens nur an den Dingen der Welt interessiert, obwohl es das
ernste Anliegen seiner Mutter war, dass er den Herrn Jesus als Herrn und Heiland
annehmen möchte. Nach seiner Schulzeit begann er bei einem Rechtsanwalt in
seiner Vaterstadt zu arbeiten. Er war sich der Tatsache bewusst, dass er ein
verlorener Sünder war, aber trotz mehrerer deutlicher Hinweise von Seiten Gottes
machte er nicht ernst mit der Umkehr zu Gott.
In einem seiner vielen Vorträge, die er später als Evangelist hielt, beschreibt
er seine Bekehrung, die er im Alter von zwanzig Jahren erlebte (Seekers for
Light, S. 267ff.). Am 4. Dezember 1860 verließ er seine ländliche Heimat in
Devonshire, um seine juristischen Studien fortzuführen. Er beabsichtigte, über
Weihnachten zu einem Besuch nach Hause zurückzukehren, um an einem weltlichen
Unterhaltungs- und Konzertabend mitzuwirken. Aber es sollte anders kommen. Auf
briefliches Drängen seiner Mutter, das Evangelium zu hören, und auf Vorschlag
eines Zimmergenossen besuchte er am ersten Sonntag in London einen
Evangelisationsvortrag des Bergmannes und Evangelisten Richard Weaver, der an
jenem Abend im Surrey-Theater vor 3.000 Menschen die Botschaft der Gnade Gottes
verkündigte. Zwar wurde Walter T.P. Wolston an jenem Abend von seinem sündigen
und verlorenen Zustand überführt, aber er meinte, er könne als Gebildeter nicht
durch das Zeugnis eines so einfachen und ungebildeten Mannes bekehrt werden. In
der darauffolgenden Woche las er Gottes Wort und betete viel. Am nächsten
Sonntag besuchte er eine andere Evangelisation, bei der der bekannte Evangelist
Charles Stanley sprach, den er von seinen Kinderjahren her durch einen Besuch in
seinem Elternhaus kannte. Nun wurde er sich seiner Sündenschuld zutiefst bewusst.
Nach Ablauf der Stunde hatte er ein Gespräch mit Charles Stanley und einem
jungen Christen und kam durch den Vers in Jakobus 2,19 zum völligen
Zusammenbruch: „Du glaubst, dass Gott einer ist, du tust wohl; auch die Dämonen
glauben und zittern.“ Durch das Wort: „Niemand kann zwei Herren dienen“, kam er
dann zur Klarheit und Gewissheit des Glaubens. Am übernächsten Tage schrieb er
dem Leiter und Dirigenten des bevorstehenden Unterhaltungsabends, dass er nun zum
Glauben an den Herrn Jesus gekommen sei, dass der Herr ein neues Lied in seinen
Mund gelegt habe und dass er zwar die eingegangene Gesangsverpflichtung einhalten
wolle, aber nur noch von dem Erlöser singen könne, der so viel für ihn getan
habe. Es bedarf kaum der Erwähnung, dass er von seiner Verpflichtung ohne Weiteres entbunden wurde. Er liebte jetzt das Evangelium mit ganzem Herzen.
Gleichgültig worüber er zu Christen sprach, nie endete er, ohne das große Heil
Gottes zu verkündigen.
Nach einem Studium der Medizin empfing der junge Arzt Dr. Wolston 1864 den
klaren Eindruck, dass der Herr ihn in Schottland zum Dienst berufen habe. Obwohl
er ein lukratives Angebot in Händen hatte, verließ er London und ging nach
Edinburgh, wo er am Alten Hospital zum Chirurgen bestellt wurde. Später ließ er
sich als praktizierender Arzt in der schottischen Hauptstadt nieder. Hier besaß
er schon bald eine große Praxis. Seine Persönlichkeit war von außergewöhnlicher
Begabung und großer Gnade gekennzeichnet, so dass er allgemein als befähigter und
gütiger christlicher Arzt anerkannt wurde. Immer fand er in seiner geschäftigen
Praxis die Zeit und die Gelegenheit, die gute Botschaft des Heils in Christo
weiterzusagen; in seiner freien Zeit verkündigte er das Evangelium in eigens für
diese Gelegenheiten von ihm angemieteten Sälen. Er besaß eine besondere
Ausstrahlung auf junge Leute und hielt daher häufig Vorträge über geistliche
Themen vor Studenten in Edinburgh.
Über fünfundvierzig Jahre gab Walter T.P. Wolston die Evangeliumszeitschrift
God’s
Glad Tidings (Gottes frohe Botschaft) — später unter dem Titel: The Gospel
Messenger (Der Evangeliumsbote) — heraus. Daneben schrieb er viele kleinere
Evangeliumsbroschüren. Manche seiner zahlreichen Vorträge wurden später in
Buchform herausgegeben, in denen der packende Stil seiner Reden, aber auch seine
Schriftkenntnis und Liebe zur Wahrheit erhalten geblieben sind. In einem Dutzend
Bänden sind sie bis heute immer wieder aufgelegt worden. Einige der bekanntesten
Titel sind: Simon Petrus, Von Ägypten nach Kanaan, Nachtszenen der Heiligen
Schrift, Junge Männer der Heiligen Schrift usw. Auch durch diesen schriftlichen
Dienst ist Walter T.P. Wolston Tausenden von Gläubigen zum Segen gewesen.
Am Grabe John Nelson
Darbys war er außer Clarence
Esme Stuart und
Charles Stanley einer der Redner. Bei der Trennung, die durch F.E. Raven
verursacht wurde, ging er im Gegensatz zu seinem Bruder C. Wolston mit Raven,
war aber 1908 einer der Führer in der unter dem Namen Glanton bekannt gewordenen
Abtrennung von diesem Irrweg. Seine Schrift Hear the Right (Höret das Rechte)
zeugt davon, dass er die Verkehrtheit des Weges, den Raven eingeschlagen und J.
Taylor fortgeführt hatte, klar erkannt hatte.
Im Jahre 1909 gab er seine Arztpraxis auf und hielt sich zu einem langen Besuch
in Australien und Neuseeland auf. Dann machte er zwei Besuche in Norwegen.
Während des zweiten Besuches wurde er im Februar 1915 plötzlich vollständig
gelähmt und musste nach Weston-Super-Mare zurückgebracht werden, wo er zwei Jahre
hilflos liegend verbrachte. Während dieser ganzen Zeit in einem Zustand
körperlicher Hilflosigkeit war Walter T.P. Wolston jedoch glücklich in der
Liebe seines Heilandes, und nie hörte man eine Klage oder gar Murren aus seinem
Munde. Wenige Wochen vor seinem Ende bekam er einen weiteren Schlaganfall, der
ihn für alles Geschehen um ihn herum völlig unempfänglich machte. Seiner
liebevoll für ihn sorgenden Gattin war es jedoch ganz klar, dass er in
beständiger, ununterbrochener Gemeinschaft mit seinem Herrn stand, den er liebte
und dem er so lange treu gedient hatte. Am 11. März 1917 ging dieser
hingebungsvolle Diener heim zu seinem Herrn.
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