Miles J. Stanford (1914–1999)
„Resting in Him“

Gabriele Naujoks

© Gabriele Naujoks, online seit: 13.07.2020, aktualisiert: 27.07.2020

Im Leben des jungen Miles J. Stanford drehte sich alles um den Sport. Nach einem Unfall, der seine Karriere als Sportler beendete, konsumierte er in seiner Verzweiflung Alkohol und Nikotin bis zum Exzess. Als er erkannte, dass er ein Sünder war und Gott nötig hatte, bekehrte er sich und fing an, intensiv die Bibel zu studieren. Aus einem Briefwechsel, den er bald darauf mit anderen Christen begann, entwickelte sich seine Berufung: Schreiben. Er unterhielt fünfzig Jahre lang einen christlichen Korrespondenzdienst und verfasste zahlreiche Bücher und Schriften.

Familie

Miles Joseph Stanford wurde am 4. Januar 1914 in Wheaton bei Chicago (Illinois) geboren. Seine Eltern waren Arthur Joseph Stanford (1885–1955) und Arline M. Miles (1892–1980). Sein erster Vorname war der Mädchenname seiner Mutter. Miles hatte noch zwei Brüder, Judd (ca. 1914–1979) und Robert (1922–2009), eine Schwester, Elizabeth „Bettie“ (1919–2013), sowie einen Halbbruder namens Arthur Stanford (1916–2009). Die Familie wohnte in Warrenville, einem kleinen Ort in der Nähe der Stadt Wheaton. 1951 heiratete er Cornelia de Villiers Schwab (1915–2011) aus New York; ihre Ehe blieb kinderlos.

Miles J. Stanford starb am 21. September 1999 im Alter von 85 Jahren in Colorado Springs (Colorado). Seine Frau Cornelia überlebte ihn um zwölf Jahre; sie starb am 28. Mai 2011 im Alter von 94 Jahren im Seniorenheim St. John’s Living Center in Colorado Springs. Miles und Cornelia Stanford sind auf dem Friedhof Memorial Gardens Cemetery and Mausoleum in Colorado Springs bestattet.

Der Sportler

Miles besuchte die Wheaton High School[1], die er 1934 im Alter von 20 Jahren erst nach vierzehn und nicht wie üblich nach zwölf Jahren beendete. Schon als Teenager fing er an zu rauchen und zu trinken, weil er ein selbstbestimmtes und von Gott unabhängiges Leben führen wollte. Als junger Mann drehte sich in seinem Leben alles um Golf und Baseball. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre spielte er äußerst erfolgreich beim Baseballclub The Warrenville Cyclones als Pitcher (Werfer), doch seine Alkoholprobleme brachten ihm auch Niederlagen ein. Schließlich verletzte er sich während Testspielen im Frühjahr 1940 so schwer, dass seine Baseballkarriere mit einem Schlag beendet war: Sie sei – wie er später selbst bezeugte – durch „eine von Gott herbeigeführte Schulterverletzung“[2] gescheitert. Dieses Erlebnis ließ ihn verzweifeln und trieb seinen Alkohol- und Nikotinkonsum bis zum Exzess.

Der Pastor der College Church im benachbarten Wheaton, Dr. Evan Draper Welsh, nahm sich des verzweifelten Sportlers an und redete nicht nur einmal eindringlich mit ihm. Während die Gemeinde betete, wollte er Miles das Evangelium erklären, worauf dieser ihm als Antwort Zigarettenrauch ins Gesicht blies. Welsh erwiderte nur: „Wie ich sehe, bist du noch nicht so weit.“[3]

Bekehrung

Miles hatte keine christliche Erziehung genossen; er hatte nicht die Sonntagsschule besucht, niemals vorher das Evangelium gehört und er „kannte nicht einmal Johannes 3,16[4]: „So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern ewiges Leben habe.“ Nachdem Pastor Welsh ihm das Evangelium erklärt hatte, erkannte Miles in den nächsten Monaten allmählich, dass er ein verlorener Sünder war und dass Gott heilig ist. Im Verlauf des Sommers wuchs seine Sündenerkenntnis und ein halbes Jahr nach seiner ersten Begegnung mit Evan Welsh kam er „am 19. September 1940 um 15.30 Uhr“[5] im Alter von 26 Jahren zum Glauben:

Ich bin ohne Kirche oder Religionsunterricht aufgewachsen und habe versucht, vollkommen selbstbestimmt und unabhängig von Gott zu sein. Aufgrund dieser Haltung wurde ich zu einem armseligen Trinker. Im Alter von 27 Jahren[6] habe ich schließlich erkannt, dass ich sündig und verloren bin und dass ich einmal einem heiligen Gott im Gericht würde gegenüberstehen müssen. Alles, was ich tun konnte, war, Gott um Erbarmen zu bitten und Ihm zu vertrauen, dass Er mich als einen verlorenen Sünder annimmt, der der Erlösung bedarf. Mit dieser Erkenntnis habe ich bald den Herrn Jesus als meinen Erlöser angenommen. „Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verliehen hat, dass er mich für treu erachtet hat, indem er den in den Dienst stellte, der zuvor ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war; aber mir ist Barmherzigkeit zuteilgeworden, weil ich es unwissend im Unglauben tat“ (1Tim 1,12.13).[7]

Die Folge seiner Bekehrung:

Noch am selben Tag war ich frei von einer fünfzehnjährigen Nikotinsucht und einer zehnjährigen Trunksucht, ebenso von einigen anderen unmoralischen Praktiken. Hingegen entwickelte sich ein Hunger nach dem irrtumslosen Wort der Wahrheit, das ich nun zu studieren begann.[8]

Nach seiner Bekehrung machte er es sich zur Gewohnheit, zur Kirche zu gehen, und zwar in die Wheaton College Church, deren Pastor besagter Evan Welsh war. Darüber hinaus begann er, intensiv die Heilige Schrift zu studieren: Täglich las er acht bis zehn Stunden in der Bibel. Und er begann, für seine Schwester Bettie zu beten, bis sie 1970 – nach dreißig Jahren treuer Gebete ihres Bruders – schließlich zum Glauben fand.

Erste Briefe

Während des Zweiten Weltkriegs diente Miles Stanford ab 1942 bei den US Army Engineers. Als Kartograph (Kartenzeichner) war er ein Jahr in England und fast zwei Jahre in Deutschland tätig, bis er 1945 seinen Abschied von der Armee nahm. Während seiner Zeit bei der Armee begann er einen Briefwechsel mit anderen Christen, der sich immer mehr ausweitete, so dass Miles am Ende des Krieges mit fast zweihundert Christen in Briefkontakt stand. Daraus entwickelte sich ein lebenslanger Dienst. Bis zum Ende seines Lebens führte er eine ausgedehnte Korrespondenz.

Der ernste Bibelstudent

Mit einem großem Verlangen im Herzen nach geistlichem Wachstum kehrte Miles nach dem Krieg nach Warrenville zurück. Da die Wheaton College Church seinen geistlichen Hunger nicht stillen konnte, zog er 1945 nach Brooklyn, New York, um. Dort studierte er, für sich allein und gemeinsam mit anderen Christen, weiter intensiv die Bibel. Insgesamt widmete er sich dieser Form des privaten Studiums der Bibel insgesamt zehn Jahre – bis er 1955 New York wieder verließ. Neben seinem Bibelstudium war er mit seinem wachsenden Korrespondenzdienst beschäftigt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er in den ersten Jahren als Tellerwäscher in einem Restaurant.

Cornelia

Nach fünf Jahren intensiven Bibelstudiums lernte er 1950 im Alter von 36 Jahren in Brooklyn die ein Jahr jüngere Cornelia de Villiers Schwab kennen. Cornelia war, anders als Miles, von klein auf gewohnt, zur Kirche zu gehen, und hatte christliche Schulen besucht, wusste jedoch nicht, wie man Christ wird. Als junges Mädchen war sie ernsthaft auf der Suche nach Gott und begann deshalb, theologische Bücher zu lesen. Ihre Bemühungen blieben jahrelang vergeblich, bis sie in eine wöchentlich stattfindende Bibelklasse eingeladen wurde. Als sie durch das Bibellesen erkannte, wie man Christ wird, hatte ihre Suche nach Gott ein Ende gefunden und sie bekehrte sich. Sie war damals, 1936, 21 Jahre alt.

Cornelia de Villiers Schwab stammte aus einer angesehenen Familie und hatte bedeutende Vorfahren und namhafte Verwandte: Zu ihnen zählte u.a. Lord de Villiers (1842–1914), der in Südafrika Justizminister, Oberster Richter, Minister für den Bergbau und Generalgouverneur gewesen war. Ihr Vater Henry Baldwin D. Schwab (1888–1935) war für den Wollhandel der sehr angesehenen und weltbekannten Firma Oelrichs & Co. in New York verantwortlich gewesen. Ihre Mutter Katharina Hendrina de Villiers (1880–1950), deren Vorfahren aus Frankreich nach Südafrika gekommen waren, hatte in Kapstadt gelebt und war 1912 zur Heirat in die USA gekommen.

Im Gegensatz zu Miles, der weder eine akademische Ausbildung absolviert noch eine Bibelschule besucht hatte, war Cornelias Ausbildung sehr umfassend. Sie hatte in New York verschiedene Schulen und Ausbildungsstätten besucht: u.a. private Mädchenschulen, wo sie Latein und Französisch lernte und die Gelegenheit hatte, auch Griechisch zu erlernen, und eine Sekretärinnenschule. Außerdem hatte sie zwei Bachelorabschlüsse. Anfang der 1940er Jahre hatte sie in South Carolina am Columbia Bible College[9] studiert und den Bachelor of Arts in Bibelstudien erworben. Sie wollte sich durch das Studium darauf vorbereiten, nach dem Krieg in eine christliche Arbeit einzutreten. Ende der 1940er Jahre schloss sie noch ein Studium am Biblical Seminary in New York[10] an, wo sie den Bachelor für Religionsunterricht erwarb.

Als Miles Stanford und Cornelia Schwab sich kennenlernten, schrieb sie gerade ihre Abschlussarbeit am Biblical Seminary. Anschließend arbeitete sie als Kirchenvisitatorin an der Bedford Central Presbyterian Church, einer großen Kirche in Brooklyn mit vielen Hundert Mitgliedern. In dieser Funktion unterstützte sie den Pastor der Kirche, indem sie Aufgaben übernahm, die dieser in einer großen Kirchengemeinde nicht allein bewältigen konnte: Hausbesuche, Seelsorge usw.

Erste „Wachstums-Kurse“

Im Oktober 1950 verlobten sich Miles und Cornelia und am 20. Januar 1951 heirateten sie in der Bedford Central Presbyterian Church. Ihre Hochzeitsreise führte sie nach Illinois.

Beiden war es ein großes Anliegen, Gläubige darin zu unterstützen, geistliche Reife zu erlangen. Deshalb begannen sie gleich nach ihrer Heirat, in ihrem Heim in Brooklyn regelmäßig an einem Abend in der Woche Zusammenkünfte abzuhalten für Gläubige, die sich danach sehnten, geistlich zu wachsen. Diese Treffen hießen „Paxson-Treffen“, weil die Grundlage Literatur von Ruth Paxson war: die ersten zwei Bände des damals dreibändigen Werkes Life on the Highest Plane: God’s Plan for Spiritual Maturity.[11] Tagsüber arbeitete Cornelia weiterhin als Kirchenvisitatorin.

Im Frühjahr 1955 zogen Stanfords von Brooklyn nach Warrenville, wo Miles aufgewachsen war. Cornelia arbeitete in Wheaton als Chefsekretärin beim Verlag Scripture Press Publications. In der Pleasant Hill Community Church in Wheaton wurde Miles 1958 zum Ältesten ernannt. Auch in Wheaton führten sie in den Häusern wieder Growth Classes, „Wachstums-Kurse“, durch. In den folgenden sieben Jahren weitete sich Stanfords Korrespondenzdienst noch weiter aus. 

„Stille Jahre“

Mit dem Wunsch, Miles’ schriftlichen Dienst weiter auszubauen und zu fördern, zogen Stanfords 1962 nach Colorado Springs, wo sie (zeitweise) in einem Wohnwagen wohnten – „für ein optimiertes, effizientes Leben“[12].

Nach siebzehn „stillen Jahren“[13], die Miles vor allem mit dem Schreiben von Büchern und Schriften verbrachte, zogen er und seine Frau im Herbst 1979 nach Wheat Ridge (Colorado) bei Denver in die Nähe seiner Schwester Bettie. Sie hatte 1972 im benachbarten Lakewood gemeinsam mit ihrem Mann Edwin Joshua Sundine (1923–1987) einen christlichen Verlag und Buchhandel aufgebaut, Ed & Bettie’s Christian Books. Hier wurden viele Bücher Stanfords aus den „stillen Jahren“ verlegt und verkauft (bis 1997).

Neue Medien

Im Herbst 1985 kehrten Stanfords nach Colorado Springs zurück. Bis auf eine Unterbrechung von sechs Jahren, in denen sie in Wheat Ridge wohnten (1979–1985), lebten sie dort insgesamt mehr als dreißig Jahre. Im Sommer 1987 musste Miles Stanford – inzwischen 73 Jahre alt – wegen einer Herzschwäche im Krankenhaus behandelt werden. Trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen aufgrund seiner Herzprobleme konnte er seinen Dienst weitere vierzehn Jahre tun, wenn auch eingeschränkt. Noch mit 83 Jahren lernte er 1997 die digitale Welt kennen: Ein Freund hatte ihm eine eigene Website (http://withchrist.org/MJS/index.htm) eingerichtet, so dass er auf diese Weise seine Schriften zu einem großen Teil im Internet frei zugänglich machen und seine Korrespondenz mit Lesern aus der ganzen Welt nun auch digital führen konnte. Im Jahr 2013 wurden Stanfords Artikel auf Bitte der jetzigen Copyright-Inhaber der Werke von Miles Stanford von der Website entfernt.

Seine Theologie

Miles J. Stanford zählte nominell nicht zur ‚Brüderbewegung‘, hatte aber die Schriften bekannter ‚Brüder‘ und Dispensationalisten wie J.N. Darby, J.G. Bellett, C.A. Coates, H. Smith, W. Kelly, J.B. Stoney, C.I. Scofield, L.S. Chafer oder C.C. Ryrie gelesen. Jahrzehntelang besuchte er Gemeinden, die sich den Independent Fundamental Churches of Amerika (IFCA, heute IFCA International) angeschlossen hatten, einer Vereinigung von unabhängigen konservativen, bibeltreuen Kirchen; er selbst war jedoch kein Mitglied. Eine dieser Gemeinden war die Mesa Hills Bible Church, die Stanford über dreißig Jahre lang in Colorado Springs besuchte. Zur IFCA gehörten bzw. gehören etliche auch in Deutschland bekannte christliche Persönlichkeiten, z.B. M.R. DeHaan (1891–1965), John Walvoord (1910–2002), Vernon McGee (1904–1988), Merrill Unger (1909–1980), Charles Ryrie (1925–2016) und John F. MacArthur Jr. (*1939).

Stanford bezeichnete sich selbst als „traditionellen (nicht zeitgenössischen) Dispensationalisten, in der Reihe mit Paulus, Scofield und Chafer“; er sei überzeugt vom „klassischen paulinischen Dispensationalismus“, während er „jeden sogenannten Ultra- und Hyperdispensationalismus“ ablehne.[14] Seine Position legte er in den 1980er und -90er Jahren in zahlreichen Schriften dar, die er 1993 unter dem Titel Pauline Dispensationalism als Buch herausgab.  

Sein Dienst

Stanfords Dienst wurde in besonderer Weise von seinem Verlangen geprägt, Christen dabei zu unterstützen, geistliche Reife zu erlangen. Er verfasste zahlreiche Schriften zum Thema geistliches Wachstum, erteilte zeitweise auch telefonisch Rat und war für viele seiner Briefempfänger ein Mentor, der sie förderte. Darüber hinaus hielt er überall, wo er lebte, in häuslichen Zusammenkünften „Wachstums-Kurse“ ab, in denen er seine Prinzipien für geistliches Wachstum nach Römer 6 bis 9 lehrte. Seine Frau lehrte junge Frauen in der „2,20-Gruppe“, wobei sich der Name von Galater 2,20 herleitete: „Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.“ Geistliche Reife sei seiner Ansicht nach nur auf folgende Weise zu erlangen:

Keinem Gläubigen ist geistliche Reife jemals ohne weiteres Zutun einfach so in den Schoß gefallen – trotz der Tatsache, dass er in Christus vollkommen ist. Geistliches Wachstum setzt einen Herzenshunger nach dem Herrn Jesus voraus; es setzt Entschlossenheit voraus, die auf der Gewissheit beruht, dass wir das besitzen, was unser ist in Ihm; und es setzt Andacht und Nachdenken voraus. Wir werden niemals erkennen, was unser geistlicher Besitz ist, wenn wir das Wort Gottes nur oberflächlich verstehen. Wie können wir jemals erwarten, dass wir innige Gemeinschaft haben mit einem, von dem wir nur wenig wissen?[15]

Nicht „Schlüsselwahrheiten und -phasen unseres Wachstums“ betrachtete er als das Ziel des geistlichen Wachstums des Christen, sondern „dass wir Ihn kennenlernen“[16].

Stanfords bekanntestes Buch ist The Green Letters. 1960 hatte er mit seiner Frau die Green-Letters-Serie begonnen, indem sie alle zwei Monate 1500 Briefe verschickten, in denen Prinzipien des geistlichen Wachstums erklärt wurden. Nach insgesamt drei Jahren war dieses Projekt abgeschlossen und ein Jahr später, 1964, erschienen die gesammelten Briefe erstmals als Buch unter dem Titel The Green Letters (heute als erweiterte Gesamtausgabe von fünf Bänden erhältlich: The Complete Green Letters). Das Buch schöpfe, wie der Verlag Zondervan 1983 auf der Buchrückseite schreibt, „aus dem geistlichen Erbe der Keswick-Bewegung“. Seit seinem ersten Erscheinen wurde es immer wieder neu aufgelegt und bisher in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt, darunter auf Spanisch, Portugiesisch, Polnisch und Finnisch. Einige von Stanfords Schriften wurden auch auf Französisch, Niederländisch, Ungarisch, Russisch und Urdu übersetzt.

Mehr als fünf Jahrzehnte widmete Stanford sich vor allem dem schriftlichen Dienst: Bis ins hohe Alter hinein verfasste er etwa zwanzig Bücher über geistliches Wachstum und Lehre sowie zahlreiche Schriften, u.a. Streitschriften und Kritiken. Da er sehr belesen war und auch über aktuelle Entwicklungen und Strömungen in der Christenheit gut informiert war, konnte er in seinen Schriften kritisch Stellung dazu beziehen (z.B. zu den Lehren und Praktiken der Pfingst- und charismatischen Bewegung).

Darüber hinaus schrieb er Rezensionen zu christlichen Büchern und persönliche sowie offene Briefe an bekannte christliche Führungspersönlichkeiten, Theologen und Pastoren. In den 1980er Jahren stellte er auch manche Lehren des prominenten Pastors und Autors John MacArthur auf den Prüfstand. In der IFCA sei ein Niedergang in der Lehre zu beobachten, wie er in einem offenen Brief an die Vereinigung beklagte. John MacArthur, selbst Mitglied der IFCA, habe den historischen Dispensationalismus verlassen, wie dessen Buch The Gospel According to Jesus (im Deutschen erschienen unter dem Titel Lampen ohne Öl) zeige, und betone nun reformierte und puritanische Lehren.

Neben dem Bücherschreiben und seinem ausgedehnten Korrespondenzdienst, den Stanford (später mit Unterstützung seiner Frau) unterhielt und der wöchentlich mehrere Tausend Leser erreichte, produzierte er zum Thema geistliches Wachstum (mind. seit 1970) auch Tonband- und Kassettenaufnahmen für den privaten Einsatz; ein Teil dieser Aufnahmen ist seit dem vergangenen Jahr auf YouTube zu hören.

Seine Briefe unterzeichnete er meistens mit dem für ihn charakteristischen Gruß: „Resting in Him“ (In Ihm ruhend) – ein Gedanke, den er seinen Lesern für ihr geistliches Wachstum sehr ans Herz legte.

 

Anmerkungen

[1] Die High School ist vergleichbar mit der gymnasialen Oberstufe in Deutschland; allerdings berechtigt das Abschlusszeugnis nicht automatisch zum Studium so wie das Abitur.

[2] http://withchrist.org/MJS/MJSphoto2.htm [2.12.2010].

[3] http://withchrist.org/MJS/MJSphoto2.htm [2.12.2010].

[4] Miles J. Stanford, „John H. Gerstner, Ph.D.: Wrongly Dividing The Word Of Truth. A Critique of Dispensationalism“; offener Brief vom 19.9.1991 an Prof. Gerstner.

[5] Miles J. Stanford, „Reformation & Revival. An Open Letter to Dr. John H. Armstrong“; offener Brief vom 27.5.1995.

[6] Einige Quellen (und hier auch Stanford selbst) geben das Alter seiner Bekehrung fälschlicherweise mit 27 an. Dies widerspricht seiner obigen Aussage, dass er sich im September 1940 bekehrte. Da er im Januar 1914 geboren wurde, war er zum Zeitpunkt seiner Bekehrung erst 26 Jahre alt.

[7] Miles J. Stanford, The New Birth Explained, 1977.

[8] Miles J. Stanford, „John H. Gerstner, Ph.D.: Wrongly Dividing The Word Of Truth. A Critique of Dispensationalism“; offener Brief vom 19.9.1991 an Prof. Gerstner.

[9] Das Columbia Bible College ist heute die Columbia International University in South Carolina.

[10] Das Biblical Seminary in New York ist heute das New York Theological Seminary.

[11] Ruth Paxsons Werk wurde erstmals 1928 gedruckt und erschien 1932 in der deutschen Übersetzung von Gertrud Wasserzug unter dem Titel Das Leben im Geist. Der Heilsplan Gottes (Verlag der St.-Johannis-Druckerei, Lahr). Die Amerikanerin Ruth Paxson (1889–1949) war Bibellehrerin, Schriftstellerin und eine gefragte Rednerin. Sie hatte an der State University of Iowa und am Moody Bible Institute studiert, war in China Missionarin der von Hudson Taylor gegründeten China-Inland-Mission gewesen und arbeitete nach ihrer Rückkehr aus China als Bibellehrerin in Europa und den USA. Paxson vertrat die Heiligungslehre der Keswick-Bewegung.

[12] Miles J. Stanford, „Introduction & Personal Testimony of Miles J. Stanford“, 1997 (https://milesjstanford.com/aboutmjs/).

[13] Miles J. Stanford, „Introduction & Personal Testimony of Miles J. Stanford“, 1997 (https://milesjstanford.com/aboutmjs/).

[14] Miles J. Stanford, „John H. Gerstner, Ph.D.: Wrongly Dividing The Word Of Truth. A Critique of Dispensationalism“; offener Brief vom 19.9.1991 an Prof. Gerstner.
Miles J. Stanford, Pauline Dispensationalism, 1993.

[15] Miles J. Stanford, aus „Complete in Him“, Kap. 6 in The Green Letters, 1964.

[16] Miles J. Stanford, „Attention: Ascension!“, 1994.


Die Informationen zu dieser Biographie stammen aus verschiedenen Quellen.


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