Haben wir eine Offenbarung von Gott?

James Boyd

© SoundWords, online seit: 07.10.2006, aktualisiert: 14.10.2019

Gott sei Dank! Wir haben eine von Gott selbst gegebene Offenbarung. Wie sehr die Menschen auch zu widersprechen wagen, es gibt eine Offenbarung, die göttliches Licht auf die ganze leidvolle Geschichte des Menschen wirft, die alle Ursachen der Erniedrigung, der Not, des Elends und der Sterblichkeit dieses Geschöpfes erklärt, die aber auch barmherzige Gnade zeigt und Licht wirft über das Grab hinaus und unserem besorgten und fragenden Geist das Endergebnis der Tätigkeit der Menschen während der ihnen auf Erden zuerteilten kleinen Spanne Zeit enthüllt.

So lasst uns denn im Licht dieser Offenbarung und gemäß der uns von Gott gegebenen Fähigkeiten zunächst die Natur und den Charakter des Gerichts, das auf dem Menschen lastet, prüfen.

Das Urteil, das auf dem Menschen liegt

Wir lesen im ersten Kapitel von 1. Mose, wie Gott in einer Welt, die „wüst und leer“ war, zu wirken begann, in einer Welt, deren Schöpfer Er selbst war und die Er schön gemacht hatte (Pred 3,11), die aber freilich späterhin dem Verfall entgegenging. Jesaja 45,18 zeigt uns, dass sie einst nicht etwa so erschaffen worden war. In diesen nun eingetretenen Zustand des Verfalls griff Gott ein zu dem Zweck, Menschen auf diese Erde zu stellen. Aber ehe Adam in seine bevorzugte Stellung der Oberherrschaft eingeführt wird, wurde alles, worüber er herrschen sollte, erschaffen und der Ordnung nach eingereiht. Durch Adam, das berufene Haupt, aber wurde die ganze Schöpfung in Beziehung und Verantwortlichkeit mit Gott verknüpft.

Von dem Geschöpf, das Adam an Begabung am nächsten stand, bis herab zu dem niedrigsten Organismus war alles dem Haupt entsprechend geordnet. Denn hätten keine Beziehungen zwischen Adam und den niederen Lebewesen bestanden, hätte er nicht ihr Herrscher und Leiter sein können. Er hatte Einblick in die Verschiedenheiten ihrer Natur und in ihre Eigentümlichkeiten, so dass er, als sein Schöpfer sie zu ihm brachte, damit er ihnen Namen gab, einem jeden den Namen zuteilte, der dessen Wesen entsprach. Selbst die Art und Weise der Erschaffung der Eva wird ihm bekannt, obwohl er in der Stunde ihrer Bildung in einem tiefen Schlaf lag.

Wir erwähnen dies alles, um den besonderen Platz zu zeigen, den Adam hatte: auf der einen Seite in Beziehung zu Gott und auf der anderen in Beziehung zu allem, was Gott geschaffen hatte, und um in Verbindung damit die Aufmerksamkeit auf die verhängnisvolle Auslegung der Anhänger der Entwicklungslehre zu lenken, die sich einbilden, sie könnten eine Fortentwicklung von dem niedrigsten Wesen zum Menschen selbst nachweisen, anstatt mit dem Menschen anzufangen und bis zum niedrigsten Lebewesen herab die Eigenschaften der verschiedenen Familien, die ihm alle unterstellt sind, zu verfolgen.

Der Mensch war der erste und große Gedanke Gottes. Doch da alle Dinge zu ihm als dem Haupt in Beziehung stehen sollten, so mussten auch die niedrigsten Geschöpfe mehr oder weniger einige Züge der Verwandtschaft mit ihm aufweisen. Aber erst als der Mensch seinen Platz als Haupt eingenommen hatte, wurde alles von dem Schöpfer als „sehr gut“ angesprochen. Alles, was Adam unterstellt war, schaute zu ihm auf als dem Mittelpunkt, als dem Herrscher, dem die für einen so erhabenen Platz notwendige Weisheit gegeben war.

Als der Mensch fiel, fiel auch alles, was von ihm abhing. Die Schöpfung wurde in ihrem Haupt getroffen. Der Tod kam auf Adam sowie auf alle Geschöpfe, die unter seiner Herrschaft standen. Was den Staub anbelangte, aus dem Adam gebildet war, so kehrte dieser wieder zu seinem ursprünglichen Zustand zurück, und die niederen Geschöpfe, die aus der Erde oder dem Meer auf das Wort des Schöpfers hervorgegangen waren, erreichten im Tod das Ende ihres Daseins. Doch nicht in gleicher Weise der Mensch, der zunächst zwar auch aus Staub gemacht war, dann aber durch den Odem Gottes zu einer lebendigen Seele gemacht war; sondern die Erde brachte hervor jedes Geschöpf mit Ausnahme des Menschen. Der Mensch wurde nicht hervorgebracht, der Mensch ist Gottes Geschlecht (Apg 17,29).

Das Urteil über Adam war: „Im Schweiß deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zur Erde, denn von ihr bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren“ (1Mo 3,19). Alles, was hier erwähnt ist, bezieht sich ausschließlich auf das physische Leben auf der Erde; da gibt es kein „danach aber das Gericht“ (Heb 9,27). Wo das durch den Odem Gottes gegebene Leben seine Wohnstätte finden sollte, wird hier nicht erwähnt; denn allein das Ende des körperlichen Lebens hier auf der Erde wird von dem Urteil erfasst. Gott spricht hier nur von dem Körper des Menschen, der aus dem Staub gebildet ist, und bezeichnet dies kurzweg als Mensch, ohne aber damit gesagt zu haben, dass dies der ganze Mensch ist. Stephanus wurde begraben, und der Staub kehrte zum Staub zurück, aber der Herr Jesus nahm seinen Geist auf (Apg 8,2; 7,59); und Paulus sprich davon, dass er zu einer Zeit nicht wusste, ob er im Leib oder außerhalb des Leibes war (2Kor 12,2). Eine solche Feststellung aber wäre sinnlos, wenn der Leib alles am Menschen wäre. Doch darum handelt es sich bei der vorliegenden Schriftstelle nicht, denn diese beiden Vorkommnisse haben nichts mit dem in 1. Mose 3 erwähnten Tod gemeinsam.

Adam wird aus dem Garten vertrieben, um im Schweiß seines Angesichtes für sein Brot zu arbeiten, bis das Urteil an ihm vollzogen wird und er zum Staub zurückgekehrt ist. Seine Nachkommen, alle Sünder wie er, fallen unter dasselbe Urteil, und Gott muss das Leben dieses Sünders auf Erden auf einen gewissen Zeitraum beschränken. Deshalb ist auch allen der Zugang zum Baum des Lebens versagt, weil sonst die Verwesung und der Verfall, dem der aus Staub gebildete Leib aufgrund des Urteils über die Sünde unterworfen ist, aufgehoben würde. Der Tod ist das Teil des Menschen hier auf der Erde, weil er ein Sünder ist.

Gibt es eine Befreiung von dem Urteil?

Es wird in jenem Urteil ein Befreier angekündigt, der das Haupt des grausamen Zerstörers zertreten würde; aber es war ein leidender Befreier, denn Satan sollte ihm die Ferse zermalmen. Es wird hier nicht von ihm gesprochen als dem, der Erlösung für verlorene Sünder bringen und den Himmel für alle öffnen sollte, die sich seinem Heil unterwerfen. Er sollte einfach die Macht des Teufels vernichten. Wir finden hier noch keine Erwähnung irgendeines anderen Wirkungskreises für den Menschen als die Erde.

Erst im weiteren Verlauf wird die Gnade ans Licht gebracht, und zwar in der Bekleidung Adams und seiner Frau mit Röcken von Fell. Darin erkennen wir im Vorbild Jesus Christus, der unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt wurde; denn die zwei nackten Sünder wurden mit den Fellen des Opfers bekleidet, das für sie starb. Und dies bringt die große Wahrheit des Evangeliums hervor, dass der, der für Sünder litt, das Kleid dessen wird, der an Ihn glaubt.

Offenbar wurde damit ein Weg zu Gott durch den Tod kundgetan, den Tod eines Opfers, das keines Vergehens, keiner Sünde gegen Gott schuldig gehalten werden konnte. Und diesen Weg wählte Abel und betreten alle Gläubigen von jenem Tag an bis heute. Unglaube und Empörung gegen Gott gehen den Weg Kains, einen Weg, den, seitdem der Verfall in die Kirche eingedrungen ist, auch die bloßen religiösen Bekenner eingeschlagen zu haben angeklagt werden (Jud 11).

Doch weder vor der Flut noch danach während der patriarchalischen Zeitverwaltung ist vom Himmel als der Hoffnung der Gläubigen die Rede; auch nicht in dem Zeitalter des Gesetzes, in dem es sich nur um die Erde und das auf dieser Erde entfaltete Leben der Menschen handelte. Als das Gesetz gegeben wurde, war der Segen, der aufgrund des Gehorsams versprochen wurde, Leben auf der Erde. „Der Mensch, der diese Dinge tut, wird leben“ (s. Neh 9,29; Gal 3,12). Die große Frage, die das Gesetz aufwarf, war: Würde der Mensch fähig sein, dessen Vorschriften zu erfüllen, um dadurch sein Leben auf Erden erhalten zu können? Die Frage, in den Himmel zu kommen, wurde niemals erhoben, denn da des Menschen Gerechtigkeit nicht ausreichte, sich auf der Erde lebend zu erhalten, konnte er erst recht keinen Anspruch auf den Himmel erheben.

Gottes Handlungsweise mit den Menschen und ihrem Zustand in den alttestamentlichen Zeiten, während der Dauer der Prüfungszeit, beweisen klar, dass es keine Kraft in dem Menschen gab, seine eigene Wiederherstellung zu bewirken; denn trotz all der Wege, auf denen Gott ihn prüfte, und trotz der Vorteile, die die Verwaltung Gottes ihm bot, blieb der Mensch ein Sünder und somit dem Tod unterworfen. Er konnte durch Gehorsam nicht zum Leben kommen, denn er war nicht gehorsam. Der Mensch war verloren!

Die Frage, ob der Mensch in den Himmel aufgenommen werden sollte, war niemals erhoben worden; auch wird kein Mensch deshalb gerichtet werden, weil er für den Himmel ungeeignet ist. Sein Verhalten auf Erden ist das Einzige, worauf sich das Gericht beschränkt. Auf das Passendsein für den Himmel erstreckt sich seine Verantwortung nicht. Der Himmel ist in der Vorstellung vieler eine sehr verschwommene Idee; doch die Schrift verbindet den Himmel in sehr klaren Ausdrücken mit der Herrlichkeit Gottes.

Wenn wir zum Neuen Testament kommen, handelt es sich nicht mehr um die Erde. Man mag natürlich die Stelle anführen: „Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben“ (Mt 5,5); doch dies ist im Gegensatz zu den stolzen, selbstbewussten und selbstgefälligen Pharisäern gesagt, die dachten, dass Gott nur sie beachtete. Ferner redet diese Verheißung von der Regierung des Messias (Ps 37,11; Jes 29,19), wo die Sanftmütigen ihr Teil mit dem haben werden, der sagen konnte: „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ Doch am Ende dieser kommenden Regierungszeit – dem Tausendjährigen Reich – wird die Erde mit all ihren Werken verbrannt werden und dadurch zu ihrem Ende kommen. Das Erbe der Sanftmütigen dagegen wird kein Ende haben, denn sie werden in den Genuss „eines neuen Himmels und einer neuen Erde“ gelangen, „in denen Gerechtigkeit wohnt“.

Die Frage, ob der Mensch die Erde aufgrund der Erfüllung von Vorschriften in seinem Besitz behalten kann, ist für immer erledigt; dies war die Frage, die das Gesetz aufgeworfen hatte, wie schon ausgeführt wurde. Jetzt ist die volle Wahrheit offenbart, dass der Mensch entweder in die Herrlichkeit Gottes eingeht oder als unpassend für jeden anderen Platz in den Feuersee geworfen wird. Die beiden Gegensätze in der vergangenen Zeitverwaltung waren Leben und Tod auf Erden als Kinder Adams. Doch jetzt ist der „letzte Adam“ droben in der Herrlichkeit Gottes, und dort ist auch der Platz für den Menschen oder aber – im Feuersee. Jetzt gibt es nur noch dieses Entweder-oder. Die Herrlichkeit Gottes ist die, die in Christus völlig offenbar wurde. Es ist nicht eine Herrlichkeit, wie sie im Angesicht Mose gesehen wurde, in der sich Gott im Alten Bund Israel offenbarte, sondern die Herrlichkeit im Angesicht Jesu Christi als die volle Offenbarung Gottes, nicht nur in seinem äußeren Kennzeichen, sondern in der Liebe seines Herzens, d.h. in dem, was Er seiner Natur nach ist: „Gott ist Liebe.“

In Verbindung damit haben die Werke des Menschen überhaupt keinen Platz. Alles ist aus Gnade, von Anfang bis zu Ende. In dieser Hinsicht ist Gott der Wirkende, nicht der Mensch. „Dem, der nicht wirkt, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet“, und: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus, durch welchen wir mittels des Glaubens auch Zugang haben zu dieser Gnade, in welcher wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes“ (Röm 4,5; 5,1.2). Wir sind berufen, das anzuschauen, was Gott gewirkt hat. Hier, wo der Mensch durch den Teufel überwunden wurde, ist der Teufel überwunden worden durch den Menschen Christus Jesus; hier, wo Gott durch den Menschen verunehrt wurde, ist Er durch den Menschen Christus Jesus verherrlicht; hier, von wo täglich der Geruch der Sünde herausfordernd zu dem Thron Gottes emporstieg, steigt ein Wohlgeruch von dem Kreuz als Weihrauch auf zu demselben Thron und zu dem, der darauf sitzt; hier, wo die Sünde überströmte, ist die Gnade noch überschwänglicher geworden, und hier, wo der Tod Tausende von Jahren alles Leben, das auf diesem Schauplatz erschien, verschlang, gerade hier ist „der Tod verschlungen in Sieg“. Doch an diesem herrlichen Werk Gottes haben weder Adam noch irgendeiner seines Geschlechtes den geringsten Anteil. Christus sagte: „Siehe, ich komme, um deinen Willen, o Gott, zu tun“, und Er hat ihn auch getan.

Die zwei Häupter

Der Mensch ist in Adam, dem ersten Haupt, verloren. Er muss sein Heil in Christus, einem anderen Haupt, finden. Die Verantwortung des Menschen, sich an dem Platz des Segens zu behaupten, in den er gesetzt worden war, wie auch Gott zu nahen, nachdem die Sünde ihn und alle Geschöpfe von Gott entfernt hatte, ruhte nur auf dem ersten Haupt und seinem Geschlecht, dem Menschen aus Staub. Dieser verlor seinen Platz durch Ungehorsam und kam unter das Urteil des Todes, doch wurde für seine Nachkommen ein Weg zu Gott zurück durch Opfer erschlossen. Der Altar des Anbeters oder dessen, der Gott zu nahen versuchte, legte Zeugnis von der Gesinnung des Opfernden ab in Bezug auf die ganze Frage, die zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer lag; und die Annahme oder Verwerfung des Opfers durch Gott war das Zeugnis der Annahme oder Verwerfung des Darbringenden. In der Art und Weise zu kommen wie Abel, bedeutete die Anerkennung der Gerechtigkeit des Gerichtes, das auf dem Menschen lag; denn Abels Altar war der Ausdruck, dass er nicht nur die Tatsache anerkannte, dass sein Vater ein Empörer gegen Gott gewesen, sondern dass er selbst der Natur nach nicht besser war und dass daher der Tod auf ihm als das verdiente Gericht eines gerechten Gottes lag. Zur gleichen Zeit befähigte ihn sein Glaube, den Weg zu Gott zurückzufinden durch den Tod eines anderen an seiner statt. Das war im Bild die Rückkehr zu Gott durch das Opfer Christi. Dieser Weg der Rückkehr stand dem Menschen zu allen Zeitperioden offen, bis wir zu dem Opfer Christi kommen, der das herrliche Gegenbild und die Erfüllung aller vorhergegangenen Vorbilder ist.

Durch das Opfer Christi ist nun ein Weg des Heils für alle erschlossen. Geradeso wie Adams einmaliger Ungehorsam Tod und Verurteilung für alle nach sich zog, so hat der einmalige Gehorsam Christi bis zum Tod eine rechtfertigende und Leben spendende Folge für das ganze menschliche Geschlecht. Aber nur die, die sich dem Evangelium unterwerfen, sind Teilhaber der Gerechtigkeit und des Lebens, die in Christus gefunden werden. „So sei es euch nun kund, Brüder, dass durch diesen euch Vergebung der Sünden verkündigt wird“ deutet auf die weltweite Anwendung des Nutzens jenes Todes für den Glaubenden (Apg 13,38.39). Die Gerechtigkeit Gottes „gegen alle und auf alle, die da glauben“ (Röm 3,22), ist eine Parallelstelle dazu. Und in Bezug auf das Leben lesen wir in Johannes 5,24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben hinübergegangen.“

Der Platz des Menschen und sein Teil in Ewigkeit werden hier auf Erden bestimmt

Die Erde ist der Ort, wo die gewaltigste aller Fragen geordnet werden muss. Hier wurde der Mensch als ein verlorener Sünder erwiesen. Viertausend Jahre waren nötig, um diese furchtbare Wahrheit völlig ans Licht zu bringen. In dieser langen Zeit wurde der Mensch geprüft; es handelte sich dabei nicht um die Herrlichkeit Gottes, wie sie in Jesus offenbart ist, oder um den See, der mit Feuer und Schwefel brennt, sondern, wie schon gesagt, um Leben oder Tod auf der Erde. Dass jene ewigen Ziele inbegriffen waren, braucht nicht betont zu werden, aber diese waren nicht die Elemente jener Zeiten. Als es nun völlig offenbar war, dass der Mensch keine Kraft hatte, sich selbst zu helfen, und dass er gottlos in seinem Leben und seiner Natur nach war, schuf Gott einen Ausweg für alle, indem Er diesen in seinem auferstandenen und verherrlichten Sohne darbot und kundtat, dass dieser Ausweg aber nur durch Glauben an Christus als den wegen unserer Sünden Dahingegebenen und wegen unserer Rechtfertigung Auferweckten zugänglich sei.

Das Evangelium bringt dies zu Ohren der Menschen, die aufgefordert werden, sich diesem Weg Gottes zum Heil zu unterwerfen. Der Glaubende wird mit der Gerechtigkeit Gottes bekleidet, hat ewiges Leben, seiner Sünden wird nicht mehr gedacht, seine Seele ist gerettet, und alles, worauf er wartet, ist die Verwandlung seines Leibes, die stattfinden wird, wenn Christus kommt, um sein Volk zu sich zu nehmen (Röm 3,22; 1Joh 5,13; 2,12; 2Tim 1,9; Tit 3,5; Phil 3,21).

Das Werk der Erlösung des Menschen wurde auf Erden vollbracht: Auf Erden wird das Evangelium des Heils gepredigt, auf Erden empfangen die Menschen Vergebung und ewiges Leben, auf Erden werden sie wiedergeboren, auf Erden werden sie in neue und ewige Beziehungen zu Gott gebracht, auf Erden werden sie mit dem Heiligen Geist versiegelt, und auf Erden werden sie zu Gliedern des Leibes Christi gemacht.

Hier warten sie auf den Sohn Gottes, der sie zu sich nehmen und sie in das Vaterhaus versetzen wird; hier wird ihnen die Versicherung gegeben, dass sie nie in das Gericht kommen; und sollten sie sterben, so wissen sie, dass sie in Herrlichkeit auferweckt werden – nicht auferweckt und beurteilt, ob sie für die Herrlichkeit passend sind, sondern auferweckt in einem verherrlichten Zustand. Und in der Zeit zwischen ihrem Sterben und dem Kommen des Herrn zur Auferweckung ihrer Leiber ist ihr Geist bei Christus, in einem Zustand, der weit besser ist als der beste auf Erden (Phil 1,23).

Doch wie steht es nun mit den Ungläubigen? Diese haben ihren Anspruch auf das Leben auf der Erde durch die Sünde verwirkt, sie haben für die Welt gelebt, sie haben nur nach den Dingen getrachtet, die ihrer Selbstbefriedigung frönten, sie sind ihrem eigenen Willen gefolgt und haben den offenbarten Willen missachtet; sie haben sich geweigert, das Heil, das in Christus Jesus ist, sich zunutze zu machen; sie mögen moralisch oder unmoralisch, religiös oder nicht religiös gewesen sein, einerlei: Sie haben den Ansprüchen Gottes keine Beachtung geschenkt, ebenso wenig der Notwendigkeit eines Heilandes. Darum steht jetzt das Gericht vor ihnen: „Wer nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16,16).

Nichts ist im Wort Gottes klarer gemacht denn dies, dass die ewige Bestimmung für einen jeden Menschen auf Erden, während seines Lebens im Fleisch, entschieden wird. Der Herr sagt: „Wenn ihr nicht glauben werdet, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Stünden sterben“ (Joh 8,24). Und in Hebräer 9,27 lesen wir: „danach aber das Gericht“. Viele glauben, es gebe nach dem Leben auf dieser Erde, wenn Leib und Seele getrennt sind, noch eine andere Gelegenheit zum Heil. Doch das ist eine falsche Hoffnung; das ist eine Lüge des Teufels. Nein! Es steht geschrieben: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben, wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen; sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm“ (Joh 3,36). In 1. Thessalonicher 4,13 werden die, die glauben, in Gegensatz gestellt zu den Übrigen dieser Welt, für die es keine Hoffnung gibt.


Originaltitel: „Haben wir eine Offenbarung von Gott?“
aus Der Dienst des Wortes, Jg, 1932, S. 221–232.
Englischer Originaltitel: „Have we a Revelation from God?“,
übersetzt aus Scripture Truth, Jg. 24, 1932, S. 206–211


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