Die Lüge von der Hauptsache
Mit Anmerkung und Ergänzung durch SW

Axel Volk

© Axel Volk, online seit: 04.05.2021, aktualisiert: 05.05.2021

In der Gesellschaft um uns herum erleben wir einen dramatischen Erdrutsch der moralischen Werte. Eines der jüngsten Beispiele: Innerhalb von zwei Wochen, fast überfallartig, wurde der Gesetzentwurf zur „Ehe für alle“ durch den Bundestag gepeitscht und verabschiedet.

Noch erschreckender als der gesellschaftliche Wandel ist die Anpassung der meisten christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Anstatt feste biblische Positionen zu verteidigen, hecheln sie betriebsam dem Zeitgeist hinterher und versuchen krampfhaft, Gründe zu finden, warum die „neue Moral“ eigentlich auch mit der Bibel vereinbar ist. Nur nicht anecken oder als rückständig und verbohrt gelten! – Jahrhundertelang haben also gottesfürchtige Christen das Wort Gottes (z.B. zum Thema Unzucht) missverstanden? Und unsere Generation, beeinflusst durch die entchristlichte Gesellschaft um uns herum, hat nun endlich die richtige Erkenntnis!? – Welch eine Verblendung!

Auch bibeltreue Gemeinden sollten sich ernsthaft fragen, wie es zu einer solchen Entwicklung kommen konnte. Werte werden ja nicht von heute auf morgen über Bord geworfen. Verführung geschieht nach bestimmten teuflischen Strategien – und es ist wichtig, dass wir sie kennen und durchschauen und dass wir ihnen widerstehen (siehe z.B. Eph 6,11).

Eine dieser Standardmethoden nenne ich „die Lüge von der Hauptsache“. Immer wieder fallen Christen auf diese Lüge herein und geben gute Werte und gute Gewohnheiten auf – nicht alles auf einmal, aber Stückchen für Stückchen. Das Gewissen wird dabei jedes Mal damit beruhigt, dass wir ja immerhin die „Hauptsache“ festgehalten haben.

Ich möchte das an einem Bild veranschaulichen:

Gottes Auftrag:  „Ich gebe euch im NT ein Bild, wie ich mir Christenleben und Gemeindeleben gedacht  habe. Haltet dieses Bild  gut fest und seid darin sorgfältig!“ (siehe 2Tim 1,13).
Eine erste Phase der Veränderung wird so begründet: „Manches auf dem ersten Bild wirkt etwas übertrieben. Die erste Zeit der Christen kann man mit heute nicht mehr vergleichen. Wir müssen manches etwas pragmatischer sehen. Hauptsache, man kann alle Teile des Gesichtes noch gut erkennen.“
Nach einer Zeit könnte es so weitergehen: „Gewachsene Dinge (wie Haare oder Augenbrauen) kann man auch anders sehen. Und die Ohren sitzen nur außen. Hauptsache, wir halten die wesentlichen Dinge eines Gesichtes fest. Gott sieht nur auf das Innere, nicht auf das Äußere.“
Von dem, was jetzt noch übrig ist, kann man einige Zeit später wieder die Hauptsache benennen: „Die äußere Kontur ist ja wohl nicht so wichtig. Und von Augen, Nase und Mund ist die Nase wohl am wenigsten wichtig. Hauptsache, wir lassen die Augen und den Mund stehen.“

 

Der Vergleich zeigt: Immer mehr wird das christliche Leben im Lauf der Zeit auf einen angeblichen „Kern“ reduziert. Um diesen Kern herum kann sich dann jeder (oder jede Glaubensgemeinschaft) seine (ihre) eigenen Formen ausdenken. Diese neuen Formen überprüft man gar nicht mehr am Originalbild, denn man ist ja überzeugt, dass man die Hauptsache festgehalten hat und dass das andere für Gott nicht wichtig ist.

Wenn wir untersuchen, wie es gekommen ist, dass auch Teile der „evangelikalen“ Christenheit z.B. die Homo-Ehe gutheißen, dann ist das genau so gegangen, wie oben an dem Beispiel beschrieben:

In seinem Wort hat Gott sehr klar definiert, was Er unter Ehe versteht und dass alle anderen Formen geschlechtlichen Zusammenkommens für Ihn ein Gräuel sind – oder, wie in Römer 1,26-32 ausgedrückt, etwas Unnatürliches und Schändliches. 

Im Lauf der Zeit haben sich viele evangelikale Gemeinden Stück für Stück vom Originalbild entfernt: Zuerst hat man es toleriert, dass junge Paare schon vor der Ehe geschlechtlichen Kontakt hatten (Hauptsache, die Ehe war das Ziel und die beiden blieben zusammen). Dann fing man irgendwann sogar an, „Ehen ohne Trauschein“ hinzunehmen (Hauptsache, die Paare sahen ihre Beziehung für sich selbst als verbindlich an). Es drangen vermehrt auch Scheidungen und Neuverheiratungen in die Gemeinden ein (Hauptsache, die beteiligten Christen bekannten ihre Schuld und zeigten eine Haltung der gegenseitigen Vergebung). Und nun sind wir so weit, dass selbst gleichgeschlechtliche Paare in Gemeinden bleiben und dort mitarbeiten können (Hauptsache, sie versprechen sich gegenseitige Treue). Schließlich, so wird argumentiert, sind Liebe und Treue göttliche Wesenszüge (also die Hauptsache), während die Form des Zusammenlebens untergeordnet sei und mit der persönlichen Veranlagung zu tun habe, für die man ja nichts könne. Gott werde das schon verstehen, denn Er wisse ja, wie jeder Einzelne beschaffen ist und wie er empfindet. (Anmerkung dazu: Römer 1,26 lehrt jedoch, dass solche „Empfindungen“ keineswegs zur natürlichen Beschaffenheit gehören, sondern dass sie ein Gericht Gottes sind, welches über eine gottlose Gesellschaft kommt.)

„Hauptsache“ ist eines der Lieblingsworte des Verführers, um falsche Dinge in unser Leben einzuschleusen oder um uns dazu zu bringen, gute Prinzipien aufzugeben. Wie oft kommt es vor, dass wir als Christen falsches Verhalten mit diesem Schlagwort rechtfertigen oder verharmlosen.

Da ist der Jugendliche, der seine Lehrer in der Schule respektlos behandelt, weil das ja schließlich alle tun. Hauptsache, ich ehre Vater und Mutter“, versucht er, sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Außerdem ist er mit seinen Klassenkameraden in einer WhatsApp-Gruppe, wo über bestimmte Personen gelästert wird oder manchmal sogar schmutzige Dinge ausgetauscht werden. Hauptsache, ich selber gebe nichts Schlechtes weiter“, sagt sich der Jugendliche zur Beruhigung. Aber gilt Psalm 1,1 nicht auch für soziale Netzwerke? Erwartet Gott nicht von dir, dass du dich ganz klar distanzierst, indem du dich aus einer solchen Gruppe abmeldest?

Oder denken wir an die junge Mutter, die zurück in den Beruf drängt und ihre kleinen Kinder tagsüber abgibt. Wie verträgt sich das mit Gottes guter und weiser Aufgabenverteilung (siehe Titus 2,4.5)? Nicht mehr zeitgemäß? „Hauptsache, ich liebe meine Kinder und sorge für gute Betreuung“, lautet in vielen Fällen die Selbstrechtfertigung.[1]

Ganze Glaubensgemeinschaften sind durch die „Lüge von der Hauptsache“ innerhalb weniger Jahre komplett verändert worden. Ehemals konservative Gemeinden, wo früher in „würdigem Ernst“ (1Tim 2,2) das Wort Gottes gepredigt und Lieder zur Ehre Gottes gesungen wurden, gleichen jetzt plötzlich modernen Unterhaltungsveranstaltungen, wo Rhythmus und beschwingtes Gefühl im Mittelpunkt stehen. Hauptsache, bei uns fühlt man sich wohl und wir sind offen für Gäste“, redet man sich ein. Oder: Hauptsache, wir sind evangelistisch aktiv und engagieren uns für gute soziale Anliegen, z.B. in der Arbeit an Flüchtlingen oder an Suchtgefährdeten.“ Ein bisschen charismatisches Liedgut in der Gemeinde? – Hauptsache, die Texte sind christlich, der Musikstil ist doch nur Geschmackssache.“ Die Jüngeren sind nicht mehr bereit, sich den Älteren unterzuordnen? – Hauptsache, sie bleiben in der Gemeinde und besuchen die Gottesdienste.“

Oder denken wir an das umstrittene Thema „äußeres Erscheinungsbild der Schwestern“: lange Haare, Kopfbedeckung beim Gebet, Frauenkleidung? – „Das sind doch nur Äußerlichkeiten! Hauptsache, das Herz steht richtig zu Gott.“ Nun, wenn diese Dinge für Gott bedeutungslos wären, warum werden sie dann in seinem Wort überhaupt erwähnt? Merken wir nicht, wie auch da die Gesellschaft Schritt für Schritt umprogrammiert worden ist? Am Anfang stand die Frauenhose – damals, als sie eingeführt wurde, eine Provokation, mit der die Emanzipation der Frau vorangetrieben werden sollte –; heute sind wir beim „Gender-Mainstreaming“ angekommen. Das ist eine Ideologie, die leugnet, dass es von Geburt an eine Festlegung auf das männliche oder weibliche Geschlecht gibt. Jeder solle selbst entscheiden können, ob er mehr männlich oder weiblich empfindet, und sich dann sein Geschlecht (gender) selbst aussuchen. Der große Durcheinanderbringer (diabolos) ist dabei, alles auf den Kopf zu stellen. Sollten wir ihm nicht so deutlich wie möglich widerstehen und auch das Äußere (Kleidung, Haartracht) als eine Chance sehen, eine größtmögliche Trennlinie zwischen Frauen und Männern zu ziehen? Wie schade, wenn immer mehr Christen auch in dieser Frage auf die „Lüge von der Hauptsache“ hören.

Merkt ihr, wie in vielen dieser Beispiele eins gegen das andere ausgespielt wird? Und es geschieht immer nach dem gleichen Prinzip: Man verteilt Gewichtungen, und die Dinge, die nicht den Stempel „Hauptsache“ bekommen, lässt man fallen. Sind sie dann nach einer Zeit in Vergessenheit geraten, wird der nächste Punkt angepackt – ebenso wie bei der schrittweisen Veränderung unseres Bildes, wo am Ende von dem Original kaum noch etwas übrigblieb.

Die Strategie ist unter anderem auch deshalb so erfolgreich, weil die vorgenommenen Gewichtungen oft durchaus richtig sind. Tatsächlich gibt es auf Gottes „Werteskala“ wichtigere und weniger wichtige Dinge. Ja, es gibt in der Tat „Hauptsachen“ (wie z.B. die Anbetung Gottes und die tätige Nächstenliebe) und Nebensachen (wie die Einrichtung eines Gemeinderaums). Tatsächlich schaut der Herr zuerst auf unser Herz und nicht auf äußere Formen. Und tatsächlich gibt es auch unter den Christen im 21. Jahrhundert pharisäische Lebensweisen: also Gruppen, die stark ihre äußeren Formen betonen und dabei die Nächstenliebe, die Seelsorge und die Evangelisation vernachlässigen. Das ist alles wahr. Aber gerade so etwas haben Verführer zu allen Zeiten für ihre Zwecke missbraucht: Zum „Handwerk“ der Verführung gehört es, Missstände anzuprangern und Feindbilder aufzubauen, um dann einen neuen Weg anzubieten. Auf diesem neuen Weg werden scheinbar die Missstände beseitigt, aber in Wirklichkeit werden dabei auch viele von den guten, alten Werten (den angeblichen oder tatsächlichen „Nebensachen“) aufgegeben. Und so wird Gottes Originalbild verfälscht.

Das ist keine Kleinigkeit. Denn wir haben den Auftrag, ein Bild zu bewahren. Gott hat uns nicht erlaubt, Nebensachen (oder das, was wir dafür halten) wegzulassen. Auch menschliche Eltern erwarten von ihren Kindern, dass sich ihr Gehorsam nicht nur auf die „Hauptsachen“ beschränkt. Geistliche Reife zeigt sich darin, dass wir „vollkommen stehen und völlig überzeugt sind in allem Willen Gottes“ (nach Kol 4,12), und das reicht hinein bis in alle Kleinigkeiten unseres Alltagslebens (1Kor 10,31: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“). Der geistlich reife Christ weiß, dass er Gott nicht mit anständiger Kleidung beeindrucken kann, wenn seine Gedankenwelt zugleich von unanständigen Überlegungen erfüllt ist. Aber umgekehrt wird sich eine keusche und bescheidene Gesinnung (ganz sicher eine Hauptsache!) automatisch in einem entsprechenden äußeren Erscheinungsbild widerspiegeln. Ebenso wird man eine gottesfürchtige Haltung (wiederum eine Hauptsache) ganz gewiss auch an der Art und Weise erkennen können, wie ein Gottesdienst abläuft – auch wenn umgekehrt eine traditionelle äußere Form nichts über unseren Herzenszustand aussagt.

Zusammenfassend gesagt: Natürlich stimmt es, dass wir unser Hauptaugenmerk auf die echten Hauptsachen richten müssen (vor allem auf die Gesinnungen unseres Herzens) – denn sonst hat alles Äußere, sei es noch so anständig und würdevoll, keinen Wert vor Gott. Die Umkehrung jedoch ist falsch und eine Form der Verführung: Es genügt nicht, unser christliches Leben auf gewisse Hauptsachen zu reduzieren und alles andere (sei es Lebensführung, Kleidung, Musik, Gottesdienstablauf oder anderes) nach Belieben dem modernen Zeitgeist anzupassen. Wer die Bibel sorgfältig liest, der wird an vielen Stellen darauf aufmerksam, dass unser Herr, der selbst die Haare auf unserem Kopf alle gezählt hat, auch ein Gott der Details ist – gerade wenn es um ein Leben in Heiligkeit und um wohlgefälligen Gottesdienst geht. Hüten wir uns darum vor der „Lüge von der Hauptsache“!


Originaltitel: „Die Lüge von der Hauptsache“ aus komm und sieh, Nr. 48 (2017), S. 17–19

 

Ergänzung der SW-Redaktion

Die aktuelle Corona-Situation hat ähnliche Entwicklungen gezeigt. Am Beispiel des Brotbrechens wollen wir die vier Stufen, die Axel Volk in seinem Bilderbeispiel demonstriert hat, aufzeigen. Dieses Beispiel zeigt, wie schnell wir durch äußere Umstände dazu neigen, plötzlich von Hauptsache zu reden, auch wenn wir die damit verbundene Wahrheit bisher lehrmäßig hochgehalten und möglicherweise sogar gepredigt haben:

Stufe 1: 

Gottes Wort sagt: „Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die Vielen, denn wir alle nehmen teil an dem einen Brot“ (1Kor 10,17).

Stufe 2:

Wir versammeln uns jetzt in zwei Gruppen und teilen deshalb der Einfachheit halber das Brot in der Mitte durch. Von weitem sieht es dann immer noch wie eins aus. Der Vers in 1. Korinther 10,17 müsste dann lauten: „Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die Vielen, denn wir alle nehmen teil an dem einen Brot.“ Die Kursivschreibung in der CSV-Elberfelder Übersetzung in Stufe 1 zeigte an, dass es sich um Zahlwörter handelt und es auf das „eine“ Brot ankommt. Jetzt ist es nur noch ein unbestimmter Artikel. Auf das „eine“ kommt es nicht mehr so an. Hauptsache, es sieht noch von weitem so aus.

Stufe 3:

Dass jetzt ein Bruder beim Verteilen des Brotes immer das Brot in viele kleine Einzelstücke abbrechen muss, ist uns zu umständlich. Wir schneiden daher das Brot vor der Zusammenkunft in kleine Stücke. Hauptsache, es ist noch Brot und wir essen noch alle davon. Der Vers müsste jetzt lauten: „Denn Brot und Leib sind wir, die Vielen, denn wir alle nehmen teil an dem Brot.“ Es geht also nur noch darum, dass es überhaupt Brot ist. Der Gedanke des einen Leibes Christi geht damit verloren. Das Bild symbolisiert jetzt viel eher die Zerrissenheit der Kirche in viele Gruppierungen und Sekten.

Stufe 4:

Wir sind zwar jetzt nur online miteinander verbunden, aber es ist doch fast so, als wenn wir zusammen versammelt wären. Warum soll sich nicht jeder sein Stückchen Brot holen und sein Schlückchen Wein und dann können wir das auch zu Hause vor dem Bildschirm essen. Hauptsache, wir nehmen Brot und Wein. So war jetzt auf einer Gemeinde-Website zu lesen: „Schnapp dir Brot und Wein und schalte ein.“ Der Vers verkürzt sich damit auf: „Wir essen alle Brot.“ Das ist alles, was davon übriggeblieben ist, dass ursprünglich der eine Leib und die Gemeinschaft des Leibes des Christus durch das Nehmen von dem einen Brot zum Ausdruck gebracht werden sollte.

Es gibt Gemeinden, die überhaupt keine Möglichkeit haben bzw. hatten, sich zu versammeln. Solche Gemeinden hatten es in dieser Zeit besonders schwer und wir wollen das gerne berücksichtigen. Viele sind sich jedoch möglicherweise gar nicht bewusst, was sie mit zu schnell eingeführten Neuerungen eigentlich zum Ausdruck bringen und welche Dinge man auf dem Weg zur Neuerung bzw. Veränderung verloren hat. Möglicherweise waren uns diese Dinge auch vor der Corona-Zeit im Herzen gar nicht mehr so bewusst und wir haben eine biblische Handlungsweise vielmehr der Gewohnheit nach gepflegt. In diesem Fall hätte Corona etwas Gutes, denn vielleicht wird uns dadurch wieder mehr bewusst, welches Vorrecht wir all die Jahre gehabt haben und dass wir das Brot jetzt wieder bewusster in der Form brechen, die der Herr uns in seinem Wort vorstellt, damit wir das ausdrücken, was Ihm so unendlich wert ist: die eine Versammlung.

 

Anmerkungen

[1] Anm. d. Red.:  Dieser Artikel wurde kürzlich in der Zeitschrift Zeit und Schrift kritisiert (siehe: https://www.zs-online.de/site/assets/files/4661/zs_2021-1_05.pdf). Angeblich werde an dieser Stelle die Erwerbstätigkeit von Müttern zu einer Hauptsache erklärt und damit wieder zu einem Punkt, der Zuchtmaßnahmen und Trennungen rechtfertigt. Diese Schlussfolgerung ist sicherlich nicht im Sinne von Bruder Axel Volk. Es heißt am Ende des Artikels: „Natürlich stimmt es, dass wir unser Hauptaugenmerk auf die echten Hauptsachen richten müssen (vor allem auf die Gesinnungen unseres Herzens) – denn sonst hat alles Äußere, sei es noch so anständig und würdevoll, keinen Wert vor Gott.“ Es geht ihm um die Umkehrung. Daher schreibt er weiter: „Die Umkehrung jedoch ist falsch und eine Form der Verführung: Es genügt nicht, unser christliches Leben auf gewisse Hauptsachen zu reduzieren und alles andere (sei es Lebensführung, Kleidung, Musik, Gottesdienstablauf oder anderes) nach Belieben dem modernen Zeitgeist anzupassen.“ So zeigt er sehr deutlich auf, wie das Betonen von der „Hauptsache“ schrittweise zum Aufgeben von immer mehr biblischer Wahrheit führt. Es geht nicht um eine Bekenntnisfrage in der Weise, dass man bei unterschiedlicher Sichtweise getrennte Wege gehen muss, noch darum, dass hier solchen Punkten dieselbe Bedeutung zugemessen werden soll wie der Wahrheit um die Gott- und Menschheit des Herrn Jesus, seinem Sühnungswerk, der Auferstehung usw. Solche Punkte zählen für den Autor auch zu den, wie er es nennt, „echten Hauptsachen“.


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüft aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...

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