Die Leiden Christi – weil Er in die Leiden des Überrestes eintrat

John Nelson Darby

© SoundWords, Online începând de la: 06.12.2006, Actualizat: 17.12.2018

Anmerkung der Redaktion
Dies ist ein Teil aus einer langen Abhandlung von J.N. Darby über die Leiden Christi, den wir in viele Teile aufgeteilt haben. Deshalb beginnt dieser Artikel auch ohne Einleitung und endet abrupt.

Ich komme jetzt zu dem dritten Zustand, in dem ein Mensch erprobt werden mag. Er erfordert eine aufmerksamere Betrachtung. Hier geht es nicht um die Leiden infolge eines heiligen Zeugnisses in der Welt (obwohl solche in gewisser Weise auch diesen Zustand begleiten mögen). Es geht auch nicht darum, das Gericht unter dem Verdammungsurteil Gottes auszukosten, was für uns unaufhörliches Elend bedeuten würde. Sondern es handelt sich um die Folgen der Sünde unter der Regierung Gottes in dieser Welt, die auch mit der Macht Satans in ihr zu tun haben. Sie sind das Mittel, das Gott benutzt, damit wir Gutes und Böses unterscheiden lernen, ob es nun durch Gerichtsschrecken geht (bevor wir die Erlösung im Glauben erfasst haben) oder durch verschiedene andere Übungen. Indessen befindet sich eine Seele, die um die Erlösung weiß, in einer ganz und gar veränderten Lage (doch selbst dann lässt Gott seine belehrende Regierung weitergehen, und zwar immer auf der Grundlage seines unveränderlichen Urteils über Gut und Böse)[1]. So lernen wir Gerechtigkeit auf dem Wege des Schreckens (vgl. Jes 26,9b), obwohl nicht ohne Hoffnung auf Erlösung; oder aber wir lernen, was uns zu praktischer Heiligkeit im Leben und im Urteilen dienen kann, wenn die Erlösung gekannt und göttliche Gerechtigkeit unser Teil ist, in Übereinstimmung mit der göttlichen Natur, deren Teilhaber wir geworden sind.

Wenn wir den Fall des jüdischen Überrestes in den letzten Tagen nehmen, werden wir das Problem leichter verstehen, obwohl es im Grundsatz bei Tausenden aufrichtiger Seelen unter dem Gesetz wiederkehrt. Es ist ein Grundsatz, nach dem Gott schon seit dem Fall des Menschen handelt. Das Urteil des Todes (1Mo 2,17) oder auch das der Mühsal über die Frau (1Mo 3,16) waren Gerichte, die über die Sünde ausgesprochen wurden, und sie gehörten zur Entfaltung der Regierungswege Gottes in dieser Welt, die aber doch nicht ewige Verdammnis und Trennung von Gott wegen seiner heiligen Natur bedeuteten. Satan übt die Macht des Todes und seines Schreckens über den Menschen aus (Heb 2,14). Hier wirken der Gedanke an das gerechte Gericht Gottes über die Sünde und die Todespein und die Macht Satans zusammen und bringen die Seele in Not und Bedrängnis. Wenn jemand von seiner Sünde überführt ist und sich praktisch unter dem Gesetz (d.h. unter den Forderungen der Gerechtigkeit Gottes an den lebenden Menschen) befindet, so fürchtet er das Gericht Gottes, die Schrecken des Allmächtigen quälen seinen Geist. Gott belehrt in dieser Weise den Menschen darüber, was er ist und was er wert ist in dieser ernsten Frage zwischen Satan und Gott, zwischen der Macht des Bösen und des Guten. Denken wir nur an das Beispiel Hiobs.

Gott unterstützt, wie wir im Fall Hiobs sehen, den Menschen gnädigerweise in seinem Sinn für Lauterkeit, so dass er die Abhängigkeit von Gott bewahrt, komme, was kommen mag. Doch fürchtet er das Gericht, und Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit lasten auf seinem Geist. Er ist niedergebeugt durch das Gefühl der Sünde und durch die Macht des Todes, die seine natürlichen Hoffnungen zunichtemacht und die Aussicht auf das Gericht eröffnet. Satan benutzt das alles, um den Menschen in die Verzweiflung zu treiben, den Glauben zu zerstören und den Geist des Menschen dahin zu bringen, dass er die Abhängigkeit von Gott und den Glauben an seine Liebe aufgibt.

Bei einem solchen Zustand kann es keine Antwort in Gnaden geben, ohne dass von dem Sühnungswerk Christi gesprochen wird, weil wir die Verdammnis verdient haben. Und wenn neues Leben da ist, das sich an Gott klammert, so vermittelt eben dieses Leben das Gefühl für die Heiligkeit Gottes, von der das Gericht ausgeht über den, der sich seiner Sünde bewusst ist. Wenn aber das volle Werk der Gnade in der Erlösung anerkannt worden ist, erlangt die Seele einen Frieden, der nur um so fester gegründet ist.

Und dieser Friede ist in der Tat allein dadurch so fest verankert, weil die Seele durch diese Übungen hindurchgegangen ist. Gerade darin hat sie das Licht empfangen, um die Sünde wirklich zu erkennen. Gottes Gericht über die Sünde steht deutlich vor der Seele, indem Er selbst gewirkt hat, sie zu überführen. Damit sind die Bemühungen Satans vereitelt. Sie tragen nur noch dazu bei, uns für die Antwort aufgeschlossen zu machen, die das Sühnungswerk uns gibt. Und damit ist seine Macht über uns zerstört und für immer gewichen.

Doch obschon die volle und vollkommene Erlösung, die Christus vollbracht hat, die Antwort und damit die Befreiung aus dieser Lage darstellt, in der wir uns als angeklagt und dem Gericht verfallen befanden, und wenn wir jetzt auch vor Gott in die Stellung des letzten Adam versetzt sind, der nun aufgefahren ist zu seinem Vater und unserem Vater, zu seinem Gott und unserem Gott, so gibt es dennoch eine ganz bestimmte und unmittelbare Gnade, die in dieser Übung selbst erfahren wird.

Neben dieser Errettung und Befreiung aus unserem elenden Zustand wird hier nämlich wirklich gelernt, Gutes und Böses vor Gott zu unterscheiden. Sicherlich verläuft dieser Lernprozess gesegneter, wenn die Erlösung gekannt ist und wir das vollkommene Gute in Gnade besitzen, so dass wir Böses richten können und von seinem Betrug befreit sind. Doch es ist nützlich, diesen Unterschied zu lernen, indem wir Einsicht bekommen in unsere Armseligkeit, unsere Schuld und Sünde und unsere Kraftlosigkeit gegenüber dem Bösen, selbst wenn wir das Gute tun möchten. Wir beginnen, den ganzen Ernst dieser Lage zu verstehen, um die es bei der Errettung der Seele geht. Da sind die Ansprüche und die Macht Satans durch die Sünde. Wir hatten ihm das Ohr geliehen und waren in seine Knechtschaft geraten; jetzt aber bricht ein Verständnis für die gerechte Natur Gottes und für seine Ansprüche in der Seele auf, die wohl einerseits der Sünde untertan, andererseits aber lebendig gemacht ist, um Gottes Anspruch anzuerkennen, sich seiner Natur zu erfreuen und somit das eigene Böse zu richten und das in der Gegenwart des gerechten Gerichts Gottes.

Bevor indessen die Seele den Frieden erlangt, den sie durch die Erkenntnis der Erlösung empfängt, ist Christus bemüht, sie in dieser Lage zu stützen, zu ermutigen und ihr zuzeiten Erleichterung zu gewähren. Doch wird sie dadurch nicht abgehalten, diese tiefe und ernste Lektion zu lernen und ihre einzige Hilfsquelle in der Erlösung zu finden, die Er vollbracht hat.

Der Überrest Israels in der Endzeit wird durch diese Herzens- und Seelenübungen unter Umständen gehen, wie sie sich unter Gottes fortschreitender Regierung bei einem sündigen Volk unter Gesetz gestalten. Dieses Volk wird aber von Gott erneuert und lebendig gemacht, so dass es Aufrichtigkeit sucht und findet. Die Umstände in jenen Tagen werden bei völlig ausgereifter Entwicklung eine Fortsetzung jener Umstände sein, in denen sich die Juden zur Zeit unseres Herrn Jesus befanden. Nur ist dann der Antichrist offenbart, und die Masse des Volkes ist dem Unglauben und dem ungehemmten Einfluss Satans verfallen. Sieben Geister, schlimmer als der alte Geist des Götzendienstes, doch mit Letzterem gepaart, sind in sie gefahren (Mt 12,42-45). Kurzum, es ist die Zeit der Macht Satans, der Macht der Finsternis, der Unterdrückung durch die Nationen, durch das römische Tier.

Auch der Überrest ist diesen Drangsalen unterworfen. Er weiß um die Schuld der Nation unter dem Gesetz, und dass sie das Maß ihrer Sünde vollmacht, so dass der Zorn, ja, die gerechte Vergeltung Gottes über sie kommen muss. Der Überrest fühlt das tief, weil er erneuert und lebendig gemacht ist, und der HERR, gegen den er gesündigt hat, ist seine einzige Hoffnung. Doch wie schwer fällt es, auf Gottes Hilfe in Schwierigkeiten zu vertrauen, die wir durch unsere Sünde selbst verschuldet haben!

Ohne dass eine Sühnung eingeführt wird, kann in Gnaden nicht mit ihnen gehandelt werden. Doch der „Ziegenbock zur Sühnung“ (3Mo 16) ist geopfert worden, so dass Gott sie annehmen und ihnen in Güte begegnen kann. Er stützt ihren Glauben, lässt sie aber auch tief das Gewicht ihrer Sünde und der Finsternis, in die sie sich gebracht haben, fühlen. Zur gleichen Zeit ruft Er ihnen zu: „Wer ist unter euch, der den HERRN fürchtet? Wer hört auf die Stimme seines Knechtes? Wer in Finsternis wandelt und welchem kein Licht glänzt, vertraue auf den Namen des HERRN und stütze sich auf seinen Gott“ (Jes 50,10). Aber der wahre Aaron ist dann noch nicht aus dem Heiligtum hervorgekommen, um die Sünde Israels auf den Bock zur Sühnung zu legen und ihn in ein unbewohntes Land fortzuschicken (3Mo 16).

Das Gericht Gottes, unter dem das Volk steht, das Schuldgefühl unter einem gebrochenen Gesetz und ihrer Untreue als Nation, die ganze Macht Satans und die dadurch verursachte Finsternis – alles das lastet auf dem Geist dieses Überrestes. Obschon sie am Ort der Schakale zermalmt sind (Ps 44,19), findet sich doch in ihren Herzen eine lautere Gesinnung, ein tiefes Verlangen nach dem Gesetz, ja, nach Gott selbst und seiner Anbetung. Und sie vertrauen auf Ihn als ihre einzige Hilfsquelle. So wirkt sich das ganze Gericht über das Böse in ihnen aus, jedoch in der Hoffnung auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes, die prophetisch geoffenbart sind.

Wer kann ihnen Gedanken, Gefühle, Zuversicht und Hoffnung verleihen, die Gott wohlgefällig und eine Stütze für ihren Glauben sind, bis die Zeit da ist, wo sie auf den blicken werden, den sie durchstochen haben, um in Ihm Frieden zu finden? Die Antwort auf diese Frage, ebenso wie die Grundlage der Sühnung, wird allein in Christus gefunden. Durch alle diese Seelenübungen ist Christus hindurchgegangen, um ihnen helfen zu können: „Dieser Elende rief, und der HERR hörte“ (Ps 34,6). Gott „hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend des Elenden“ (Ps 22,24). Die Antwort darauf kam, und sie ist der Beweis, dass Er nicht verachtet noch verabscheut wurde, als Er wirklich von Gott verlassen war. Das ist die Grundlage für die Hoffnung des Volkes.

Als der Herr auf dieser Erde war, herrschte eine böse, heidnische Macht, und es fehlte jede Gottesfurcht. Weiter war da die abtrünnige Bosheit der Priesterklasse Israels. Sie wollten keinen König haben als nur den Kaiser; sie forderten das Blut ihres Königs, damit es über sie und ihre Kinder kommen sollte – das war Satans Macht und die Gewalt der Finsternis. Das Gericht Gottes stand Ihm in seiner ganzen Wahrhaftigkeit und in seinem Schrecken bevor. Auch nicht einer war übrig geblieben, der Gott fürchtete. Die Schuld Israels unter einem gebrochenen Gesetz, die Verwerfung des HERRN als König (so geschah es mit dem Herrn als dem Gesalbten) – wie musste das den Geist eines einsichtigen Heiligen niederbeugen, soweit es noch solche gab, und so wird es auch sicher in den letzten Tagen sein.

In diesen letzten Szenen des Lebens Christi geht es nicht mehr um die Offenbarung Gottes in Gnade Israel gegenüber, auch nicht um die Offenbarung des Namens des Vaters denen gegenüber, die Ihm aus der Welt gegeben waren. Vielmehr durchleidet Er im Herzen und im Geist die Not und den Zustand Israels in dem Bewusstsein der Tatsache, dass Er der Träger aller Verheißungen ist, die diesem Volk gegeben sind, und Er doch jetzt abgeschnitten werden und nichts haben sollte (Dan 9,26). Es ist das Israel unter der Regierung des HERRN, das schuldig ist und die ihm zugewandten Erbarmungen Gottes zurückstößt. Er trägt diese Schmerzen in dem Gefühl, das eine heilige Seele, die von den Segnungen Israels erfüllt ist, in einer solchen Lage unter dem Gericht Gottes empfinden mag. Außerdem fühlt Er die Macht Satans und die Regierungswege Gottes, obschon Er noch nicht zum Fluch gemacht worden ist und den eigentlichen Kelch des Zornes Gottes noch nicht trinkt. Wie erfuhr der Herr hier das Gute und das Böse bis auf den Grund. Er erwies sich als der Vollkommene im Guten, doch ebenso vollkommen war Er in seiner Versuchung durch das Böse. Er musste die ganze furchtbare Macht des Bösen über sich ergehen lassen, doch nicht als Gericht, sondern zur Erprobung.

Benutzte Satan nicht Tod und Finsternis, Qual und Schrecken, wobei Gottes Gericht den Druck von dem allen auf seine Seele noch erhöhte? Und was waren die Menschen anderes als Werkzeuge, um zu seinem Schmerz Kummer hinzuzufügen, ob sie nun Freunde oder Feinde waren? Erreichte die Sünde Israels und ihre Verwerfung des Guten ihren Höhepunkt? Setzte Satan das alles gegen den Herrn ein, um Ihn auf seinem Weg aufzuhalten? Sollte Er in die drückende Versuchung eintreten, um nachzugeben, oder aber, im Vertrauen auf Gott, den Pfad des Gehorsams weitergehen und den Kelch im Gehorsam gegenüber seinem Gott und Vater trinken?

Die synoptischen Evangelien stellen die Prüfung dar, aber im Johannesevangelium wird die volle und gesegnete Antwort gegeben. Er durchschreitet die Prüfung mit Gott; Er nimmt das, was der Tod bedeutet, nicht aus der Hand Satans, noch lässt Er sich auf seinem Pfad aufhalten. Und indem Er in vollkommener Weise durch diese Stunde der Gewalt der Finsternis hindurchgeht, empfängt Er den Kelch selbst (statt ihn unter dem Schrecken Satans zu trinken) aus der Hand seines Vaters und gibt sich selbst in Liebe und Gehorsam freiwillig hin, um im Sühnopfer unter Gottes Hand für die Sünde zu büßen. Satan hatte vergeblich versucht, Ihn davor zurückschrecken zu lassen.

Damit wurde die Macht des Bösen in der Versuchung völlig zerschlagen und die Macht Satans und die Finsternis für uns zunichtegemacht. Es mag einem Menschen auferlegt sein, dieser Macht unter der Regierung Gottes zu begegnen um zu lernen, was er in sich selbst ist, was die Sünde ist und was die Macht des Bösen bedeutet, in der er gefangen lag. Aber das Mitgefühl und die unterstützende Gnade Christi können ihn hindurchtragen, können ihm die rechten Gedanken und Gefühle während der Prüfung vermitteln und sich als eine Zuflucht in jeder Bedrängnis erweisen, so dass der Glaube nicht schwach zu werden braucht, wie schmerzlich auch immer die Prüfung sein mag. Die vollbrachte Sühnung war hierzu unerlässlich, aber das Mitgefühl und die Tröstungen Christi in der Prüfung stützen und ermutigen die Herzen des Überrestes durch die vielfachen Bedrängnisse hindurch auch im tiefsten Punkt ihrer Not.

Wenn gefragt wird, wieso diese Dinge dem Überrest Israels nützlich sind, da sie doch Christus noch nicht kennen und auch nicht an Ihn glauben, so antworte ich, dass gerade dafür in den Psalmen bewundernswert Vorsorge getroffen ist, und zwar bis in die kleinsten Einzelheiten. Alle äußeren Trübsale und inneren Bedrängnisse finden dort ihren Ausdruck. Da ist die furchtbare Last eines gebrochenen Gesetzes, die Gewalt gewissenloser Feinde, die Versuchung und Bedrückung durch die Widersacher. Wir finden hier, wie Gedanken und Gefühlen des Kummers oder des Glaubens durch göttliche Gnade Ausdruck verliehen wird. Da wird bezeugt, dass Er, der in all ihrer Bedrängnis bedrängt war, sie auch in ihren schwersten Trübsalen[2] nicht vergaß; der Engel seines Angesichts rettete sie (Jes 63,9). Er aber war elend und arm, und als solcher ging Er für sie hindurch. Er vermag sie zu trösten, wenn sie in diese Umstände kommen werden und drückt sein Siegel auf das heilige Verlangen, das Er in ihnen geweckt hat. Er schenkt ihnen die Gewissheit einer göttlichen Antwort, und zwar durch eben jenen Sohn des Menschen, denn Er selbst war „der Setzling, den deine Rechte gepflanzt, und das Reis, das du dir gestärkt hattest“ (Ps 80,15).

So sind diese Psalmen neben der persönlichen Frömmigkeit, die in ihnen gefunden wird, der Trost schwer geprüfter Seelen gewesen, die sich noch unter dem Gesetz befanden und um die Fülle der Erlösung noch nicht wussten – und das wird ja die Lage des künftigen Überrests sein. Deshalb finden wir in den Psalmen auch das Verlangen, dass die Feinde gerichtet werden mögen und dass die Rache an ihnen vollzogen wird, weil der Überrest nur durch ein solches Gericht befreit werden kann.

Wir finden auch in Psalmen, die im Besonderen die Leiden Christi bis in Einzelheiten hinein darstellen, wie zum Beispiel in Psalm 102, die Gewissheit, dass der Herr Zion bauen und der Überrest seines Volkes es bewohnen wird. So haben wir in der Tat in den Psalmen eine vollständige und vollkommene Geschichte des Überrestes in jeder Phase seines Weges, sowohl im Blick auf die äußeren Verhältnisse als auch bezüglich seines geistlichen Werdegangs. Das können wir auf die Juden wie auch auf Israel beziehen. Sie zeigen uns als Ergebnis den Segen unter dem Messias, immer eng verknüpft mit dem Weg, den Christus selbst geschritten ist. Diese letzteren Psalmen enthalten Prophezeiungen, die Christus persönlich zum Gegenstand haben; in vielen anderen sehen wir den Überrest. Doch von allen Psalmen können wir sagen, dass sie ein Ausdruck des Geistes Christi sind. Der gottesfürchtige Überrest ist ihr erster Gedanke, ihr Thema, und ihm gilt das Mitgefühl Christi. Der erste Psalm zeigt uns diesen frommen Überrest und Gottes Regierungswege. Psalm 2 enthüllt den Messias, den König auf Zion, als den Mittelpunkt des Heilsrates und des göttlichen Beschlusses. Nach diesen Psalmen folgen all die mannigfachen Erfahrungen, die aus seiner Verwerfung resultieren, bis zu seiner Herrlichkeit am Ende.

Jene Zeit, in der Christus diese Bedrängnisse und Leiden durchlebte, die auch das Teil des Überrestes als eine Folge ihrer Sünde sein werden, war, wie ich schon gezeigt habe, nicht die Zeit seines öffentlichen Dienstes, als Er das Licht der Welt war und anderen den Namen seines Vaters kundtat. Vielmehr handelt es sich um jene Tage, als Er unter dem Vorsatz nach Jerusalem hinaufging, sein Angesicht einem Kieselstein gleichzumachen und es vor Schmach und Speichel nicht zu verbergen. Seine Verwerfung wurde die Ursache für die Scheidung Israels von Gott (Jes 50). Da wurde Er unter der Macht der Finsternis, in der Stunde des Aufruhrs seiner Widersacher – sie triumphierten, weil auch Gott Ihn preiszugeben schien – durch die tiefsten Seelenübungen geführt. Da war alles verändert, verglichen mit der Zeit, als Er täglich im Tempel saß und doch niemand Hand an Ihn legte. Aber jetzt kam der Fürst dieser Welt.

Ich will hier etwas hinzufügen, was klarmachen wird, wie – was die äußeren Umstände anging – Christus in die Leiden des Überrestes eintreten konnte, und, in einer gewissen Analogie, in unsere Umstände, als wir zwar bekehrt waren, aber noch den Zorn fürchteten. Das wird auch erklären, warum ich gesagt habe, dass Er in die Leiden hineinging und durch die Leiden hindurchging, ohne dass sie irgendetwas mit seiner Beziehung oder seinem Zustand zu tun hatten. In den letzten Tagen wird der aufrichtige Überrest durch die Nationen (das römische Tier) unterdrückt werden, er wird abgewiesen und verfolgt werden durch die abtrünnigen Juden, die den römischen Weltherrscher anerkennen, und wird, obwohl er in wahrem Glauben zu Gott aufschaut, den Zorn fürchten, der vor ihnen liegt. Nun, jedes Wort davon war wahr in Bezug auf Christus. Und Er fühlte es als derjenige, der gekommen war, um Segen für Israel zu bringen, einen Segen, den sie zurückwiesen, indem sie nicht erkannten, dass es die Zeit war, wo Gott sie besuchte. Er wurde verfolgt durch abtrünnige Juden, die sich mit den Nationen verbunden hatten. Er wurde grausam behandelt durch die Macht der Römer. Der Überrest wird das fühlen als das Verderben und die Sünde des geliebten Israels. Genauso war es bei dem Herrn. Sie fürchteten Zorn. Und der Herr tat das auch, mit dem Unterschied, dass Er wirklich den Kelch getrunken hat. Er hatte diesen Zorn natürlich nicht über sich selbst gebracht, so wie das bei dem Volk der Fall war. Dennoch ging Er durch die Leiden, die mit diesem Zorn verbunden waren, hindurch in einer Weise, dass Er fähig war, solche so unterstützen, die versucht werden, um zu wissen, wie den Müden durch ein Wort aufzurichten. Die Analogie zu einer aufrichtigen Seele, die das Gericht fürchtet, ist, dass diese Seele aufrichtig ist und doch Furcht vor dem Gericht auf seiner Seele liegt und vielleicht auch Verfolgung zusätzlich ihn bedroht. Christus kann in die Leiden jener Seele eingehen. Aber in Israels Fall korrespondiert der Charakter des Leidens vollkommen. „Dieser arme Mann rief, und der Herr hörte ihn“, wird durch den Geist in ihren Mund gelegt. Aber diese Leiden Christi müssen wir unterscheiden von der Sühnung. Es geht nicht darum, dass die Gefühle Christi nicht weitaus vollkommener waren; aber Er ging in seinem eigenen Fall durch Leiden, die Ihn befähigen, in ihre einzutreten. Es ist eine ernste Frage an meinen Leser, ob er glaubt, das Psalm 69,27.28 die Frucht der Sühne und ist und ob Sühnung hier gemeint ist?

Dieser Teil des Weges war in der Tat von einem völlig anderen Charakter, als was ich jetzt erklären möchte. Er konnte dort mit ihnen gehen. Als Er aber den anderen Teil des Weges gehen musste, da musste Er das alleine tun. Später werden sie den Trost davon haben, dass gesagt wurde, „dieser arme Mann rief und der Herr hörte in und befreite ihn aus allen seinen Bedrängnissen“. Wenn sich ihre Frömmigkeit darin erweisen wird, dass sie alles aus der Hand Gottes annehmen werden, was auch immer das Instrument sein mag, dann musste auch Christus alles aus der Hand Gottes annehmen und es so ansehen, um in ihre Leiden eingehen zu können obwohl Er in seiner Seele Gott gegenüber vollkommen frei war. Er trug ihre Leiden, obwohl Er nicht die Ursache für diese Leiden in sich selbst hatte, wie das bei ihnen der Fall war, und Er sieht sie an als etwas, was von Gott über sie kommt – über sie, von denen Er nicht getrennt sein möchte, bis alles für sie vollbracht ist. Das war auch nicht nur reines Mitgefühl. Regierung und Sühnung für die Sünde sind zwei verschiedene Sachen. Trotzdem gehen Regierung und der Zorn, der erduldet wird bei der Sühnung, notwendigerweise zusammen, wenn die Sühnung nicht schon geschehen wäre; denn was kann letztlich die Regierung Gottes in Bezug auf den Sünder und seine Sünden sonst bedeuten? Aber bis Christus die Sühnung vollbracht hatte, war diese Trennung zwischen Zorn und Regierung noch nicht zustande gebracht. Für den Überrest wird diese Traurigkeit nur eine Zucht sein während der Zeit, wo sie noch nicht in das Bewusstsein göttlicher Gunst gebracht worden sind. Für ihn war das damals aber Zorn und die Hand Gottes im Zorn (wenn das auch nicht die ganze Wahrheit in Bezug auf diesen Punkt ist, wie wir noch sehen werden). Was sie in undeutlicher Form fürchten werden, als solche, die noch nicht befreit sind, das musste Er im höchsten und vollsten Maß erfahren. Sie sind erneuert in ihrem Herzen, vertrauen auf den Herrn, schreien jedoch aus den Tiefen heraus und sehen die Hand Gottes auf ihnen lasten. Christus, der immer vollkommen in seinem Herzen war, vertraut auf seinen Vater; dennoch schreit Er aus den Tiefen und sieht das als einen Becher, den der Vater Ihm zu trinken gegeben hatte. Ich rede nun speziell in Bezug auf Israel. Wenn das Volk verschont und wiederhergestellt werden sollte, musste seine Kraft gebeugt werden auf dem Weg und seine Tage verkürzt werden, und das von Gott (Ps 102,24). Sie sind noch nicht befreit von dem Gefühl des Zorns, obwohl sie auf Gott hoffen. Christus musste dem Zorn entgegengehen, den Er wirklich über sich kommen lassen musste. Für Ihn wurde Regierung Zorn, denn Er wollte Sühnung machen, Er wollte dort hindurchgehen, was notwendig war für die Befreiung des Volkes. Und diese Dinge standen schon vor Ihm, auch als Er sie noch nicht vollbracht hatte.

Als Petrus einen von denen, die gekommen waren, um den Herrn zu fangen, mit dem Schwert schlägt, sagt Er: „Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat, soll ich den nicht trinken?“ Er sagt dies in Frieden, weil Er durch den ganzen Kampf in Vollkommenheit mit Gott hindurchgegangen war und Er nichts aus der Hand des Menschen nahm, obwohl Er nicht gefühllos war gegenüber dem Hass, der sich darin offenbarte. Wenn aber Israel daran denkt, dass dieses Leid von Gott kommt, dann vermischen sie, solange sie noch keinen Frieden haben, die Feinde und den Zorn miteinander. Gottes ernstes Missfallen drückt sich gerade in dem aus, was Menschen ihnen antun. Das war bei Christus nicht der Fall. Er nimmt den Gedanken des Zorns einzig und allein mit Gott auf. Der Schlag ist Gottes Schlag und in seinem Fall nicht getrennt von dem, in welchem Sühnung erwirkt wurde. Er nahm den Tod, wie Er es auch tun sollte, aus der Hand Gottes; daher konnte Er sagen: „Sie verfolgen den, den du geschlagen hast.“

Der Unterschied zwischen Christus und dem Überrest in späteren Tagen, selbst in Bezug auf vorausgeahntes Leid, ist dieser: Er geht, als die Stunde gekommen war, direkt und in Vollkommenheit mit dieser Sache zu seinem Vater. Dann geht Er im Gebet die Schrecklichkeit dieses Schlages Gottes, den Kelch, den Er zu trinken hatte, alles durch in einem Leidenskampf mit seinem Vater. Er muss es trinken. Das, was der Wille des Menschen darin war und der Wille Satans, ist verschwunden – es ist Gottes Wille. Er kommt nicht in Versuchung; Kraft und Freiheit sind dort. Seine Feinde weichen zurück und fallen zu Boden. Dann bietet Er sich ihnen aus freien Stücken an und sagt: „Lasst diese gehen.“ Dadurch wird kein einziges Schaf angetastet, obwohl sie von dem Hirten zerstreut werden, der nun das Zerschlagen über sich ergehen lassen muss. Dann ließ Christus die Menschen das mit ihm tun, was sie wollten; und was wollten sie tun? Oh! Was redet das deutlich über das, was der Mensch ist, wenn er sich selbst überlassen ist. Das heißt, dass für Christus persönlich selbst die Erwartung des Zorns Gottes und die Verfolgung seitens der Menschen völlig voneinander getrennt sind. Er ist durch alles dieses, was auch eine Prüfung für seinen Geist war, völlig allein mit Gott hindurchgegangen, und dann bietet Er sich selbst dem Menschen an um den Willen seines Vaters zu vollbringen.

Nicht so Israel: Sie haben keinen Frieden mit Gott. Sie sehen, weil sie ein erneuertes Herz haben, die schlagende Hand Gottes. Aber das ist alles vermischt mit dem Feind, der in der Welt draußen ist und dem Bedrücker, der in ihrem Herzen ist, das Gefühl und auch das gesetzliche Gefühl von Sünde, für welche sie geschlagen werden und das Gefühl und die Angst vor seinem Zorn. Doch haben sie Hoffnung gegenüber Gott durch Gnade durch die göttliche Belehrung in Bezug auf die Barmherzigkeit des Herrn, obwohl die Frieden machende Sühnung noch nicht voll für sie bekannt ist. Dennoch können sie schreien und tun das auch in Bezug auf sich selbst. „Denn den du geschlagen hast, haben sie verfolgt, und von dem Schmerze deiner Verwundeten erzählen sie“ (Ps 69,26).

In der Zukunft wird es so sein, dass Gott sie schlagen wird, aber infolge der Sühnung zu ihrem Nutzen. Psalm 94,13: „… bis dem Gesetzlosen die Grube gegraben wird!“ Psalm 94,12: „Glückselig der Mann, den du züchtigst, HERR, und den du belehrst aus deinem Gesetz.“

Daher finden wir in den Psalmen Unschuldsbekundungen. Und beginnend mit Psalm 25 das Bekenntnis der Sünde, der vergangenen Sünden des Volkes und ihres eigenen Vertrauens auf den Herrn, dennoch auch fast Verzweiflung unter einem gesetzlichen Bewusstsein von der Sünde: Sie verlangen, dass Gott sie getrennt sieht von den Sündern und einer sündigen Nation, wobei sie doch tiefstes Interesse in Bezug auf die Hoffnungen und die Geschichte Israels haben. Die Sühnung ist vollbracht, sie haben das Mitgefühl Christi, der, obwohl persönlich auf einem anderen Weg, in ihre Schmerzempfindung eingegangen ist. Etwas Ähnliches, was ihren Zustand angeht, kann man finden in dem Zustand einer Seele, die unter Gesetz ist. Aber dieser Teil der Geschichte Christi ist nicht das, in welchem Er gelernt hat, Mitleid mit uns zu haben und uns ein Beispiel hinterlassen hat, außer in der Tatsache, dass Er Böses in Geduld ertragen hat. Und zwar aus diesem Grund: Wir haben volle Kenntnis der Sühnung; wir sitzen in himmlischen Örtern in Ihm, mit der vollen Gunst, die auf Söhnen ruht.

Nun, der Genuss dieser vollen Gunst als Sohn war sein Zustand während seines Lebens, bevor seine Stunde gekommen war. Die göttliche Gunst ruhte auf Ihm und seinem Weg. Und Verfolgungen und Prüfungen waren von einer Art, wie wir sie vom Grundsatz her auch erwarten können. Wir können nicht, wenn wir wirklich auf christlichem Boden sind, in einem Zustand der Angst vor dem Zorn Gottes sein, als eine Bedrohung, die noch nicht verschwunden ist. Wir können auch nicht aus den Tiefen heraus schreien, weil Christus uns daraus herausgenommen hat. Bei dem Überrest Israels ist es allerdings ganz anders. Sie stehen nicht auf dem Platz in der Freude, die Christus an dem Herrn hat, und werden nicht durch seine Gunst getröstet, weil sie nicht seiner Gunst versichert sind, was ihre gegenwärtige Beziehung zu Gott anbelangt, obwohl sie auf Barmherzigkeit hoffen. Auf der anderen Seite kann keine Not, mag sie noch so groß sein, das erreichen, was Christus in Gethsemane gefunden hat, obwohl Er dort noch nicht tatsächlich den Kelch getrunken hat. Alle Umstände, in die der Überrest eingehen muss, haben eine Parallele zu seinen Umständen, die Er am Ende seines Weges durchmachen musste, was den Zustand des Volkes und die Bedrücker aus den Nationen angeht. Aber Christus befand sich in vollkommener göttlicher Gunst und Er war vollkommen in seinen Wegen und Gedanken. Daher konnte Er auch das Vorausahnen des göttlichen Zornes und die Bosheit der Menschen trennen. Und das tat Er auch und übergab sich selbst jenen Bosheiten, um den Vorsatz Gottes zur Ausführung zu bringen. Er hat es erfahren, was es bedeutet, den Kelch entgegenzunehmen, was es bedeutet, dass der Hirte geschlagen werden sollte, wie der Mensch die Situation, in der Er sich befand, ausgenutzt hat. Daher konnte Er völlig eingehen in die Schmerzempfindungen jener, die das über sich selbst gebracht haben, so wie Er es natürlich niemals getan hat, außer, indem Er sich selbst gegeben hat. Daher kann Er mit ihnen Mitgefühl haben und ihnen die Gedanken und Gefühle geben, die zu ihrem Zustand passen, obwohl sie nicht dieselben sind, wie Er sie gefühlt hat, als Er durch sein Leid ging.

Der Herr Jesus wollte ein Werk vollbringen, in welchem Er ganz alleine sein musste. Dennoch konnte Er auf dem Weg, der zu diesem Werk hinführte, selbst hinführte zu dem Tod, als einer der verworfen war von dem Menschen und von bösen Händen gekreuzigt und geschlagen wurde, mit den Leiden Israels in den letzten Tagen mitfühlen. Als Er den Pfad der Leiden nach dem letzten Abendessen betrat, der Ihn zur Sühnung führen würde, konnte Er in seinen Leiden eingehen in die Leiden Israels unter der Regierung Gottes in den letzten Tagen, wenn ihr Blut auch wie Wasser vergossen werden wird auf jeder Seite von Jerusalem. Es konnte zu ihnen nicht wie zu uns gesagt werden: „Lasst diese Gesinnung in euch sein, die auch in Christus Jesus war“, weil sie nicht an unserem Platz der Vereinigung mit Ihm und in Freiheit sind. Aber Er konnte eintreten in ihre Leiden, die über sie kommen werden und obwohl das, was Er damals gegenüber seinen Feinden fühlte, nicht das ist, was sie fühlen werden – denn Er war nicht allein vollkommen, sondern Er ging ein in die Gedanken Gottes, als jemand, der in göttlicher Gunst steht, wenn auch durch einen Leidenskampf. Trotzdem wird Er eingehen in ihre Leiden und durch die Darreichung des Geistes (so wie Er in den Psalmen getan hat) ihnen die passenden Gefühle geben, solchen die durch alles, durch das sie hindurchgehen können, was Leiden und Schmerz angeht, hindurchgehen müssen. Wenn Er nicht wäre, wer sollte ihnen helfen?

In meinem Traktat über die Leiden habe ich den Zustand des Überrest beschrieben und die Analogie zu einer aufrichtigen Seele unter dem Gesetz gezeigt. Ich habe das getan um zu zeigen, worin Christus ihnen helfen und sie unterstützen musste, und wie die Umstände, durch die Er hindurchgegangen ist, Ihn befähigten, das zu tun. Das hat man dazu benutzt, um zu sagen: Christus war selbst an dem Platz. Das hat einige verwirrt. Christus erlebte die Leiden allerdings, „in aller ihrer Bedrängnis war er bedrängt“; Er ging in ihre Leiden ein. Aber das, was vollkommen schriftgemäß ist, stellt Ihn nicht in den Zustand, der die Leiden gebracht hat. Und genau das war Mr. Newtons Lehre und führte zu einem falschen Christus.

Als Christus heilte, heißt es: „Er trug unsere Leiden, und unsere Krankheiten hat er getragen“; war Er deswegen krank? Oder ist die Schrift falsch? Derjenige, der Christus in jenen Zustand stellt, hat einen falschen Christus. Derjenige, der leugnet, dass Christus in unsere Leiden und Schmerzen eingegangen ist, um uns trösten zu können – nicht nur um Sühnung zu machen –, verliert den halben Segen dessen, was Er ist, und nimmt einen großen Teil seiner Herrlichkeit weg. Es gibt ein besonderes Eingehen in die Leiden des Überrestes. Aber ich habe völlig deutlich gemacht, wie Er das konnte. Er ging wirklich dem Zorn entgegen und musste ihn dann auch tatsächlich erleben. Der Überrest fürchtet den Zorn, indem er weiß, dass er es verdient hat, obwohl er ihn niemals erleben wird, weil Christus den Zorn auf sich genommen hat. Sie waren unter der Bedrückung der Nationen – so auch Er; sie erlebten die Bosheit eines abtrünnigen Israels – so erlebte Er es; der Verrat und die Verleugnung von Freunden – so hat Er es erlebt. Aber das war natürlich Umstände [Anm. d. Red.: im Gegensatz zu der inneren Erwartung des Zornes Gottes]. Ich sehe in der Schrift, dass der Messias abgeschnitten wurde, und für eine lange Zeit werden sie, was ihre frühere Stellung als Gottes geliebtes Volk angeht, abgelehnt. Auch das hat seine Seele tief gefühlt. Das, was auf Israel lag, war Zorn aufgrund der Regierung Gottes; Er ist völlig da hineingegangen, aber nicht, weil Er in dem Zustand war, auf den diese Regierung ihre Anwendung hatte. Darauf habe ich besonders geachtet in dem Artikel über die Leiden, wo von der dritten Art der Leiden gesprochen wird in einem Abschnitt, den T. Ryan absichtlich ausgelassen hat.

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Anmerkungen

[1] Ich möchte empfehlen, diesem Abschnitt besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da er für das geistliche Wachstum eines jeden von uns äußerst wichtig ist.

[2] Zu leugnen, dass Christus innerlich die Leiden und Nöte Israels durchlebt hat, würde bedeuten, die Wahrheit seiner Leiden überhaupt zu leugnen. Er hat die Gewalt heidnischer Bosheit, den Abfall seines Volkes, die Abtrünnigkeit des Menschen und die Macht Satans wirklich gefühlt, und das in einem Maße, wie der Überrest sie nie fühlen wird. Er empfand tief, dass Gott alle Verheißungen, die sich doch an Ihm, dem im Fleisch Gekommenen, hätten erfüllen müssen, zurückstellte; Er musste abgeschnitten werden.


Aus „The sufferings of Christ“, Collected Writings, Bd. 7


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