Besonderheiten im Text der Heiligen Schrift – Last
baros – phortion

Christian Briem

© CSV, Online începând de la: 22.01.2006, Actualizat: 28.01.2018

Leitverse: Galater 6,2.5

Gal 6,2.5: Einer trage des anderen Lasten, und also erfüllet das Gesetz des Christus … Denn ein jeder wird seine eigene Last tragen.

In diesen beiden Versen aus Galater 6 sind zwei verschiedene griechische Wörter mit „Last“ übersetzt. Das Wort in Vers 2 ist baros und leitet sich von dem Eigenschaftswort barys = „schwer“ ab. Mit diesem Wort wird stets eine Last bezeichnet, die schwer oder drückend ist. Wir lassen einige Stellen folgen, wo dieses Wort benutzt wird:

Mt 20,12: Diese letzten haben eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir die Last des Tages und die Hitze getragen haben.

1Thes 2,6:
Wiewohl wir als Christi Apostel euch zur Last sein konnten.

Apg 15,28:
Denn es hat dem Heiligen Geiste und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen, als diese notwendigen Stücke.

2Kor 4,17:
Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Drangsal bewirkt uns ein über die Maßen überschwängliches, ewiges Gewicht (Last) von Herrlichkeit.

Das in Galater 6,5 für „Last“ benutzte Wort ist phortion, abgeleitet von phero = „tragen“. Es bezeichnet einfach etwas, was getragen werden muss, sei es leicht oder schwer. Die Schriftgelehrten und Pharisäer legten anderen Lasten auf, die schwer zu tragen waren (Mt 23,4; Lk 11,46). Der Herr Jesus aber konnte sagen: „Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mt 11,30).

Der zweite Vers in Galater 5 ermahnt uns also, in der Energie der tätigen Liebe bereit zu sein, an den Lasten anderer, unter denen sie vielleicht seufzen und an denen sie schwer zu tragen haben, teilzunehmen und sie zu den unsrigen zu machen. Und wie viel Lasten und Beschwernisse gibt es in dieser argen Welt! Welch ein weites Betätigungsfeld findet hier die christliche Liebe!

Der fünfte Vers zeigt uns einen anderen praktischen Grundsatz wahren Christentums – die persönliche Verantwortlichkeit. „Ein jeder wird seine eigene Last tragen.“ Ein jeder von uns muss in dem, was er tut, für sich selbst vor Gott stehen (es geht hier natürlich nicht um die Frage unserer Sünden), aber diese Last ist nicht eine schwer zu tragende Bürde. Deswegen steht hier das andere Wort für „Last“ (phortion). Der gläubige Christ anerkennt von Herzen, dass er, da er in eine so wunderbare Beziehung zu Gott und zu den Seinigen gebracht worden ist, verantwortlich ist, dieser Beziehung im praktischen Leben zu entsprechen. Aber da wir in Gnaden stehen und die Gnade Gottes uns hilft, ist uns der Gedanke an unsere Verantwortlichkeit vor Gott keine erdrückende Last. In der Tat, Sein Joch ist sanft, und Seine Last ist leicht!

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Aus Ermunterung und Ermahnung
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