Das Buch Nehemia (1)
Nehemias Trauer über den Zustand Jerusalems

Edward Henry Chater

© SoundWords, online seit: 04.07.2007, aktualisiert: 14.10.2016

Leitverse: Nehemia 1

Neh 1,1-3: Geschichte Nehemias, des Sohnes Hakaljas. Und es geschah im Monat Kislew des zwanzigsten Jahres, als ich in der Burg Susam war, da kam Hanani, einer von meinen Brüdern, er und einige Männer aus Juda. Und ich fragte sie nach den Juden, den Entronnenen, die von der Gefangenschaft übrig geblieben waren, und nach Jerusalem. Und sie sprachen zu mir: Die Übriggebliebenen, die von der Gefangenschaft dort in der Landschaft übrig geblieben sind, sind in großem Unglück und in Schmach; und die Mauer Jerusalems ist niedergerissen, und seine Tore sind mit Feuer verbrannt.

Unter den Juden, die noch in der Gefangenschaft verblieben, war einer mit Namen Nehemia, der Sohn Hakaljas, der nach der Vorsehung Gottes zum Mundschenk des Königs im Palast zu Susan ausersehen war (Neh 1,1.11; 2,1). Er war ein treuer Mann, der sich den Zustand des Volkes Gottes und der Stadt seiner Väter sehr zu Herzen nahm, und als Hanani und einige Männer aus Juda kamen, befragte er sie eingehend darüber (Neh 1,2). Sie sagten zu ihm: „Die Übriggebliebenen, die von der Gefangenschaft dort in der Landschaft übrig geblieben sind, sind in großem Unglück und in Schmach; und die Mauer Jerusalems ist niedergerissen, und seine Tore sind mit Feuer verbrannt“ (Neh 1,3).

Neh 1,4-11: Und es geschah, als ich diese Worte hörte, setzte ich mich hin und weinte und trug Leid tagelang; und ich fastete und betete vor dem Gott des Himmels und sprach sprach: Ach, HERR, Gott des Himmels, du großer und furchtbarer Gott, der den Bund und die Güte denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten: Lass doch dein Ohr aufmerksam und deine Augen offen sein, dass du hörest auf das Gebet deines Knechtes, das ich heute, Tag und Nacht, für die Kinder Israel, deine Knechte, vor dir bete, und wie ich die Sünden der Kinder Israel bekenne, die wir gegen dich begangen haben! Auch wir, ich und meines Vaters Haus, haben gesündigt. Wir haben sehr böse gegen dich gehandelt und haben die Gebote und die Satzungen und die Rechte nicht gehalten, die du deinem Knecht Mose geboten hast. Gedenke doch des Wortes, das du deinem Knecht Mose geboten hast, indem du sprachst: Werdet ihr treulos handeln, so werde ich euch unter die Völker zerstreuen. Wenn ihr aber zu mir umkehrt und meine Gebote haltet und sie tut: Sollten eure Vertriebenen am Ende des Himmels sein, so würde ich sie von dort sammeln und sie an den Ort bringen, den ich erwählt habe, um meinen Namen dort wohnen zu lassen! Sie sind ja deine Knechte und dein Volk, das du erlöst hast durch deine große Kraft und deine starke Hand. Ach, Herr, lass doch dein Ohr aufmerksam sein auf das Gebet deines Knechtes und auf das Gebet deiner Knechte, die Gefallen daran finden, deinen Namen zu fürchten; und lass es doch deinem Knecht heute gelingen und gewähre ihm Barmherzigkeit vor diesem Mann! – Ich war nämlich Mundschenk des Königs.

Nun war Nehemia ein Mann, der nur zu gut wusste, dass seine einzige Hilfe und auch die seines Volkes nur von dem HERRN, ihrem Gott, kommen konnte. Er war ein Mann des Glaubens, und seine Geschichte erweist ihn als einen Mann Gottes, der sich mit ganzem Herzen Gottes Herrlichkeit unterwarf und in allen Einzelheiten dem ihm anvertrauten Werk mit Eifer nachging. Er wandte sich in dieser schweren Herzensprüfung sofort zum HERRN um Hilfe. Er wusste, dass der HERR die Herrlichkeit seines großen Namens mit seinem Volk und der Tempelstadt Jerusalem verbunden hatte. Dieser Umstand war es, der diesem treuen Knecht Gottes alles so klarmachte. Als er den Bericht der Männer hörte, setzte er sich nieder, weinte und trug Leid tagelang, und er fastete und betete vor dem Gott des Himmels (Neh 1,4). Er bekannte die Verderbtheit und den Ungehorsam des Volkes gegen die Gebote, die der HERR seinem Knecht Mose gegeben hatte, und erinnerte den Herrn an seine gnädige Verheißung, dass Er sein Volk, das wegen seiner Sünden zerstreut war, auf seine Umkehr zu Ihm hin wieder aus den Nationen sammeln und zu dem Ort hinbringen wollte, den Er erwählt hatte, um seinen Namen dort wohnen zu lassen (Neh 1,5-11).

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