Gott ist Liebe
1. Johannes 4,8

A.P. G.

© SoundWords, online seit: 26.11.2003, aktualisiert: 11.08.2016

Leitvers: 1. Johannes 4,8

1Joh 4,8: Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.

An einer Wetterfahne, nicht weit von meiner Wohnung, hat jemand in großen, durchbrochenen Buchstaben, so dass es jedermann lesen kann, die drei Worte angebracht, die am Kopfe dieses Artikels stehen: „Gott ist Liebe.“

Ein sonderbarer Platz für solche Worte, mag der Leser sagen, und doch verkünden sie eine wahre Botschaft an alle, ja, an alle: an die Ungläubigen, an die Zweifler, an die Gleichgültigen, an die bloßen Bekenner, an wirkliche Christen, an die Sünder in ihren Sünden, an die Sünder, deren Sünden durch das kostbare Blut Christi weggewaschen sind. An sie alle vermitteln diese Worte die gleiche Geschichte: „Gott ist Liebe.“ Woher auch immer der Wind wehen mag – von Norden, Süden, Osten oder Westen –, die Wetterfahne sagt stets dasselbe. Der schneidende Ostwind, der sanfte Südwind, der wütendste Sturm, das leiseste Säuseln, das kaum ein Blatt bewegt: Immer sind unverändert dieselben großartigen Worte zu lesen: „Gott ist Liebe.“

Und so ist es, liebe Leser. Wo immer und was immer du auch bist. Der Atheist mag, wenn er kann, nicht an das Dasein Gottes glauben; der Zweifler mag seine armselige Vernunft gebrauchen – die Vernunft eines gefallenen Wesens, um Zweifel an Gottes Wort aufkommen zu lassen. Der leere, bekennende Christ mag es versuchen, sein Gewissen durch äußerliche Formen einer leblosen Religion zu befriedigen, gleich den Pharisäern, die „die Krauseminze, die Raute und alles Kraut verzehnteten“, aber „das Gericht und die Liebe Gottes“ übergingen (Lk 11,42), doch nicht einer von ihnen kann die Tatsache ändern: „Gott ist Liebe“, und dass seine Liebe für alle ist, wenn sie sie begehren. 

Wenn sie sie aber nicht haben wollen, dann werden sie einst an dem Ort ewiger Gewissensbisse, „wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt“ (Mk 9,44) – ewig von dem Gott der Liebe getrennt –, wissen, was sie verloren haben. Und ist es nicht gewaltig, zu wissen, dass auch unser Versagen, obwohl es dafür keine Entschuldigung gibt, die Wahrheit „Gott ist Liebe“ nicht verändert? Wenn wir sie am Kreuz seines Sohnes kennengelernt haben, wo alles hervorkam, was Gott ist. Sei es das Licht („Gott ist Licht“, 1Joh 1,5), als Er seinen geliebten, sündlosen Sohn verließ, weil Er den, „der Sünde nicht kannte, für uns zur Sünde gemacht hatte“. Oder die Liebe, die sich verlorener, hilfloser Sünder erbarmte. Ich sage, wenn wir sie dort kennengelernt haben, dann wird es nicht nur unsere größte Freude auf Erden sein, in dem warmen Sonnenschein dieser Liebe zu leben, sondern wir sollten unwillkürlich vor jedem falschen Gedanken oder jedem sündhaften Wort oder dergleichen Werk zurückschrecken, denn gerade darum kam der Sohn Gottes ans Kreuz.

Und Gott ist nicht nur Liebe, sondern „er erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist“ (Röm 5,8). Ja, als noch nichts Liebenswürdiges in uns war, geschweige denn Liebe zu Gott, machte der geliebte Sohn all die Liebe Gottes für solch hoffnungslose Sünder, wie wir sind, bekannt. Das ist wirklich Liebe. Auf der Erde gibt es nichts ihr Ebenbürtiges, und im Himmel kann sie durch nichts Segensreicheres übertroffen werden. Und diese Liebe ist „ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist“ (Röm 5,5). Es bedurfte einer göttlichen Person, um uns in all die Wirklichkeit göttlicher Liebe einzuführen. Und nichts kann dies ändern, denn nichts kann aus Gott etwas anderes machen, als was Er ist: Liebe. All die Sorgen und Kümmernisse, die unseren Weg hier auf der Erde kreuzen, machen diese Liebe nur noch großartiger für uns.

Wohin immer sich die Wetterfahne dreht, die Worte bleiben dieselben, und für uns arme Wetterfahnen, wie wir es so oft in den Umständen verschiedenster Art sind, bleibt jene Wahrheit unveränderlich: „Gott ist Liebe.“


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