Autor: Brockhaus, Rudolf

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Doppelte Prädestination im Römerbrief? (R. Brockhaus)
Römer 9,14-24
Bibelstellen: Römer 9, Stichwörter: Souveränität; Doppelte Prädestination; Auserwählung; Prädestination; Calvin/Arminius
Der Mensch, die fleischliche Vernunft, fragt allerdings: Wenn Gott von zwei gleich sündigen Menschen den einen errettet, den anderen verlorengehen lässt, handelt Er dann nicht ungerecht? Die Frage an und für sich beweist schon die ... mehrÜberhebung des menschlichen Herzens, indem sie für den Menschen das Recht in Anspruch nimmt, Gott beurteilen und richten zu können, anstatt sich von Ihm beurteilen zu lassen und sich Seinem Gericht zu unterwerfen. Es kann nicht anders sein: sobald ich die Unumschränktheit Gottes in Frage ziehe, werfe ich mich zum Beurteiler und Richter Gottes auf. Nicht Er richtet, sondern ich richte. Die natürliche Gesinnung des Menschen empört sich allerdings gegen eine Wahrheit, die gerade der göttlichen Natur entspringt, sich auf sie gründet. Ist Gott Gott, so muss Er souverän sein in all Seinem Tun. Jede Lehre, die Gottes unumschränkte Majestät leugnet oder Ihn als gleichgültig der Sünde und dem Elend des Menschen gegenüber hinstellen will, ist der Wahrheit entgegen und Gottes unwürdig. Gott ist Licht, und das Licht kann sich unmöglich mit der Finsternis im menschlichen Herzen vereinigen; Gott ist Liebe, und die Liebe ist frei, in Heiligkeit ihrer Natur nach zu handeln.