Psalm 126

Hamilton Smith

© SoundWords, published: 01.03.2020, updated: 09.03.2020

Die vom Herrn Erkauften kehren mit Gesang und immerwährender Freude nach Zion zurück (vgl. Jes 35,10)

In Psalm 124,7 werden die Gottesfürchtigen als solche beschrieben, die ihren Feinden entkommen sind. In Psalm 125 erkennen sie dann ihre Freiheit und dass der Herr in jeder Beziehung ihr Schutz ist. In Psalm 126 blicken sie nun auf den Weg zurück, auf dem der Herr für sie gewirkt hat; dies lässt sie in Lobpreis und Gesang ausbrechen.

Verse 1-3

Ps 126,1-3: 1 Ein Stufenlied. Als der HERR die Gefangenen Zions zurückführte, waren wir wie Träumende. 2 Da wurde unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel; da sagte man unter den Nationen: Der HERR hat Großes an ihnen getan! 3 Der HERR hat Großes an uns getan: Wir waren fröhlich!

Das Eingreifen des HERRN war so überraschend und umfassend, dass es ihnen wie ein unwirklicher Traum vorkam; es war fast nicht zu glauben (vgl. Lk 24,41). Dieses Eingreifen hat zwei Aspekte: Zunächst wird Zion aus der Gewalt der Feinde befreit, anschließend erfolgt die vollständige Befreiung des ganzen Volkes Israel. Die Stadt, zu der sie nun unterwegs sind, ist aus ihrer jahrelangen Gefangenschaft befreit worden. Das führt zur Freude Israels und zur Verherrlichung des HERRN unter den Heiden. Sie werden sagen: „Der HERR hat Großes an ihnen getan!“, während der Überrest dem HERRN freudig alle Ehre gibt und bezeugt: „Der HERR hat Großes an uns getan!“

Verse 4.5

Ps 126,4.5: 4 Führe unsere Gefangenen zurück, HERR, wie Bäche im Mittagsland! 5 Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.

Zion ist befreit, aber das Volk ist noch nicht vollständig im Land wiederhergestellt. Deshalb beten sie, dass ihre Rückkehr aus der Gefangenschaft sein möge wie die Ströme des Südens, die als kleine Rinnsale beginnen, dann aber durch den Regen zu großen Flüssen heranwachsen und Segen und Fruchtbarkeit in das ausgetrocknete Land bringen.

Während der jahrelangen Gefangenschaft haben sie mit Tränen gesät. Aber jetzt ernten sie die Früchte all der Züchtigung, die sie durchgemacht haben.

Vers 6

Ps 126,6: Er geht hin unter Weinen und trägt den Samen zur Aussaat; er kommt heim mit Jubel und trägt seine Garben.

Im letzten Vers hat es den Anschein, dass der Geist Gottes den Psalmisten dahingehend anleitet, Christus als Vorläufer auf dem Leidensweg zu sehen, auf dem sie nun gehen. Nun ist nicht mehr die Rede davon, dass sie „mit Tränen säen“, sondern von einem, der „geht hin unter Weinen“. In den Tagen seiner Erniedrigung hatte Christus kostbaren Samen ausgestreut und ihn mit seinen Tränen gewässert. So wird Er auch mit einer großen Seelenernte wiederkommen: „Von der Mühsal seiner Seele wird Er Frucht sehen und sich sättigen“ (Jes 53,11).

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Übersetzung: Frank Cisonna


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