Abschiedsreden
Mose, Josua, Samuel, Paulus

Harm Wilts

© SoundWords, online seit: 16.01.2011, aktualisiert: 01.02.2018

Einleitung

Wenn führende Mitarbeiter einer Firma sich nach jahrelangem Dienst aus dem Arbeitsleben zurückziehen, wird ihrer Abschiedsrede normalerweise große Aufmerksamkeit geschenkt. Meistens werden darin Lehren aus der Vergangenheit gezogen und Wege für die Zukunft aufgezeigt.

In der Bibel finden wir auch viermal solche Abschiedsreden, die durch treue Diener zu einem Zeitpunkt gehalten wurden, als sie ihren Dienst beenden mussten und der Augenblick des Abschiednehmens angebrochen war.

Hierbei denken wir an die Reden von Mose in 5. Mose 27–33, von Josua in Josua 23–24, von Samuel in 1. Samuel 12 und von Paulus in Apostelgeschichte 20. In einigen Artikeln wollen wir auf verschiedene Punkte in den Abschiedsreden hinweisen, in der Hoffnung, dass dies für uns alle zum Segen sein wird. Das wird sicher der Fall sein, wenn wir bei dieser Betrachtung nicht versäumen, die Schriftabschnitte selbst andächtig und betend zu lesen.

Übereinstimmende Kennzeichen

Beim Studieren fiel mir auf, dass trotz der unterschiedlichen Persönlichkeiten und der völlig unterschiedlichen Umständen viele übereinstimmende Punkte zu finden sind. Ich will einige nennen:

  • Ihre Berufung.
    Alle wurden klar und deutlich von dem Herrn gerufen und für die soziale Tätigkeit befähigt, für die Er sie bestimmt hatte. Sie wurden durch den Herrn selbst in verschiedenen, schwierigen Umständen geführt, was ihrer geistlichen Prägung dienlich war.

  • Ihr Dienst.
    Sie brachten das Volk „vor das Angesicht des Herrn“. Das Kennzeichen falscher Führer war und ist immer, dass sie danach trachten, Anhänger hinter sich her zu ziehen und darin Ehre für sich zu suchen.

  • Ihr Vorbild.
    Alle vier konnten mit voller Freimütigkeit zum Herzen und Gewissen ihrer Zuhörer sprechen, weil sie selbst gelernt hatten, auf die Stimme des Herrn zu hören und ihren eigenen Willen seinem Willen völlig untergeordnet hatten. Sie fielen nicht unter das Gericht, das der Herr über die Pharisäer aussprechen musste: „Tut nach ihren Worten, aber nicht nach ihren Werken.“ Deshalb haben sie durch ihr Vorbild und ihre Worte so einen mächtigen Einfluss ausüben können.

  • Ihre Gesinnung.
    Sie waren alle durch einen demütigen Geist gekennzeichnet; das Wohlsein der anderen stand weit höher, als das Suchen eigener Interessen oder Ehre. Sie zeigten eine große Liebe zu dem Volk, unter dem sie wirkten.

  • Ihr Gebet.
    Von allen können wir sagen, dass es Männer des Gebetes waren, die viel bei der Fürbitte für das Volk anzutreffen waren.

Wir wollen nun näher auf einige Details ihrer Reden eingehen.

Mose

Mit vierzig Jahren meinte Mose, dass Gott durch seine Hand Israel Errettung geben würde, weshalb er den Ägypter tötete (Apg 7,25). Bezüglich der Berufung irrte er sich nicht, aber doch betreffs des Zeitpunkts. Von diesem Mann, der sich hier so ungeduldig und zornig zeigte, konnte später gesagt werden, dass er sanftmütiger war als alle Menschen (4Mo 12,3). Da hatte er auch die Schule Gottes in der Einsamkeit hinter sich. Es ist tragisch, zu sehen, dass am Ende seiner Laufbahn dieses impulsive Handeln der Hinderungsgrund dafür war, in das gelobte Land einzugehen. Von weitem hat er es sehen dürfen, jedoch hat er vor der Grenze seine Aufgabe niederlegen und Abschied von seinem geliebten Volk nehmen müssen. Dazu hat er das Volk mit den Ältesten „vor das Angesicht des Herrn“ gebracht. Einen besseren Ort gab es nicht, und dies gab seinen Worten sicher eine tiefe Bedeutung für das Volk. Beim Abschied Josuas und Samuels finden wir später auch denselben Ausdruck.

Das Wort Gottes

Mit großer Kraft weist Mose das Volk auf die große Wichtigkeit, den Einsetzungen und Verordnungen, die Gott gegeben hatte, nachzukommen. Wiederholt kommt er darauf zurück. Das Volk hatte dieses Wort angenommen, und Gott hatte dieses Volk als das seine angenommen. „An diesem Tag bist du dem HERRN, deinem Gott, zum Volk geworden. So gehorche der Stimme des HERRN, deines Gottes, und tu seine Gebote und seine Satzungen, die ich dir heute gebiete!“ (5Mo 27,9.10)- Das große Vorrecht der Juden war, dass ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut waren (Röm 3,2). Ein Vorrecht mit einer großen Verantwortlichkeit, worin sie leider versagt haben.

Wie viele Stellen finden wir nicht im Neuen Testament, in denen wir darauf hingewiesen werden, die uns anvertrauten Worte des Herrn zu bewahren? Sind wir darin treu?

Segen und Fluch

Das ganze Kapitel in 5. Mose 28 ist diesem Thema gewidmet. Wenn sie die Gebote des Herrn halten, können sie sich aller möglichen Segnungen im Land sicher sein. Jedoch würden sie genauso sicher die züchtigende Hand Gottes zu spüren bekommen, wenn sie hiervon abwichen. Es ist klar, dass es hier um irdische Segnungen geht. Unsere Segnungen in den himmlischen Örtern sind geistlicher Art. Aber das Genießen geistlicher Segnungen und das geistliche Überwinden hängen genauso mit dem Bewahren des Wortes des Herrn zusammen. Müssen wir den schwachen geistlichen Zustand in den Gemeinden im Allgemeinen und auch unter uns nicht darin suchen, dass wir uns der Autorität des Wortes Gottes über unser Herz und Leben entzogen haben? Auch hierin gilt: „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit.“ Mit einem Appell an die Lektionen aus der Vergangenheit wird dies in Kapitel 29 noch einmal unterstrichen.

Reue

In 5. Mose 30 wird hervorgehoben, dass Gott nach Reue und Umkehr eine Wendung in ihre Situation bringen wird. Wiederholt hat sich das in der Geschichte des Volkes gezeigt. Und dieser Grundsatz gilt auch jetzt. Wo Gott wirkliche Demütigung sieht und ein Brechen mit dem Bösen, wird Er seine segnende Hand sicher nicht zurückhalten.

Wählen 

Im zweiten Teil von 5. Mose 30 wird das Volk vor die Wahl zwischen diesen beiden Möglichkeiten gestellt. Entweder Liebe zu Gott zu zeigen im Wandeln in seinen Wegen und dem Bewahren seiner Gebote, oder sich von Gott und seinem Wort abzuwenden und sich vor anderen Göttern niederzubeugen. Ersteres garantiert Leben und Segen, Letzteres wird zur Folge haben, dass sie zugrunde gehen. Eindringlich klingt die Einladung: So wählt das Leben.

Leider finden wir bei dem Volk später oft den Zustand, sowohl das eine als auch das andere zu wollen, also das Hinken auf beiden Seiten, wie Elia das später nennt. Das ist eine Unmöglichkeit. Der Herr hat später gesagt: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Mt 6,24). Ein anderes Schriftwort sagt: „Wer nun irgend ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes“ (Jak 4,4). Paulus ruft den Römern zu, nicht der Welt gleichförmig zu sein, sondern verändert zu werden durch die Erneuerung ihres Sinnes, um zu prüfen, was der gute, wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. Und zu den Kolossern sagt er: „Sinnet auf das was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist“ (Kol 3,2).

Der Aufruf zu einer entschlossenen Wahl gilt hier Gläubigen. Möge dies auch in unseren Tagen gehört und zu Herzen genommen werden.

Ermutigung

In 5. Mose 31,6 lesen wir die ermutigenden Worte: „Seid stark und mutig, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor ihnen! Denn der HERR, dein Gott, er ist es, der mit dir geht; er wird dich nicht versäumen und dich nicht verlassen.“ Diese Worte werden anschließend noch als eine persönliche Verheißung für den Nachfolger Josua wiederholt.

Wie oft haben diese Worte den ermüdeten und verzagten Jüngern in den Ohren geklungen. Wie oft ist Paulus dadurch gestärkt worden und hat sie anderen weitergeben dürfen. Wie werden sie den verfolgten und geprüften Hebräern vorgehalten. Nein, was auch immer geschieht, Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben. In Ihm ist unsere Stärke: Darum „stärkt euch in der Kraft seiner Stärke“!

Prophetischer Blick

Die prophetischen Worte über den zukünftigen Verfall, die Mose zum Schluss noch zum Abschied an die Leviten richtet, zeigen große Übereinstimmung mit denen von Paulus an die Ältesten von Ephesus. Eine traurige Wissenschaft würden wir sagen, die lähmenden Einfluss auf die Energie haben muss. Allerdings sehen wir bei beiden Gottesmännern das Gegenteil. Die Abschiedsrede Moses endet in einem Loblied auf den Namen des Herrn, den Felsen, dessen Tun vollkommen ist. Darauf folgt dann noch eine kurze Zusammenfassung, in der die Hauptsache noch einmal betont wird.

Josua

Zu Beginn des Buches, das nach seinem Namen benannt ist, wird uns dieser Mann als Josua, der Sohn Nuns, der Diener Moses, vorgestellt und am Ende als Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des Herrn. Anfangend als Diener Moses, endete seine Laufbahn mit dem Titel, den Gott seinem Meister verliehen hat. Durch den Dienst Moses empfing er die Prägung, die ihn fähig machte, der zukünftige Führer des Volkes zu werden. Genauso konnte später ein junger Mann, Timotheus, der Mitarbeiter Paulus’ war, zu einem selbständigen Arbeiter des Herrn heranwachsen. Ihm konnte Paulus in seinem Brief an die Philipper ein hervorragendes Zeugnis ausstellen. Das ist ein wichtiger Hinweis für junge Brüder, die sich im Dienst für den Herrn gern nützlich machen wollen.

In 2. Mose 17 lernen wir diesen jungen Mann, Josua als einen kämpfenden Helden kennen und in 4. Mose 13 als einen Mann des Glaubens. Er begleitete seinen Meister beim Erklimmen des Berges, während wir später lesen, dass er nicht aus seinem Zelt wich. In 4. Mose 27 lesen wir, dass Er von Gott selbst als Nachfolger Moses angewiesen wird. Wie er diese Aufgabe wahrgenommen hat, wird uns in dem Buch Josua ausführlich beschrieben. Es endet mit einer Abschiedsrede. Diese wird uns in zwei Teilen in Josua 23 und 24 wiedergegeben.

Auch aus dieser Rede wollen wir einige Punkte hervorheben.

Die Taten des Herrn

Josua zeigt auf, was Gott in der Vergangenheit getan hat und noch tun wird (Jos 23,3; 5,14). In Josua 24,1-13 finden wir die Taten Gottes in der Berufung des Volkes unter Abraham, der Auserwählung unter Jakob, der Erlösung unter Mose und in der Einführung in das Land unter Josua selbst. So hat Gott gezeigt, dass Er seinerseits von seinen Verheißungen nichts unerfüllt gelassen hat. Er fügt die ernste Warnung hinzu, dass Gott genauso sicher das Böse über sie bringen wird, wenn sie abweichen werden (Jos 24,15.16).

Das Dienen des Herrn

Auch in dieser Abschiedsrede ertönt der kräftige Aufruf, doch ausschließlich dem Herrn zu dienen. Verschiedene Worte werden hierzu gebraucht: dienen (in Vollkommenheit und Wahrheit), anhangen, lieben, fürchten. Wir könnten sagen, dass so eine nachdrückliche Ermahnung nach der Erinnerung an die mächtigen Taten, die an ihnen erwiesen worden waren, nicht nötig sein dürfte. Aber wie steht es mit der Dankbarkeit und Hingabe von uns, denen noch so viel mehr geschenkt worden ist?

Keine fremden Götter

Sie würden Gott nur dienen können, wenn sie im Festhalten und Vollbringen von allem, was in dem Gesetzbuch Moses geschrieben steht, standhaft blieben. Dies konnte unmöglich mit dem Dienst der Götzen zusammengehen, denen die Väter in Ägypten und in der Wüste gedient hatten, oder den Götzen des Landes, in dem sie nun wohnten. In dieser Hinsicht gab es genug Auswahl, aber welchen Götzen sie sich auch auswählten, sie würden damit zugrunde gehen. Nur eine Wahl konnte die richtige sein, und darin konnte Josua sich selbst durch Gottes Gnade als Vorbild hinstellen.

Das Vorbild

Welch ein gesegneter Einfluss geht von vorstehenden Gläubigen aus, wenn sie in ihrem persönlichen Leben, in ihrem Haus und bei der Arbeit verwirklichen, was sie andere lehren. Worte belehren, aber Vorbilder reißen mit, sagt ein Sprichwort. Umgekehrt können die verhängnisvollen Folgen nicht ausbleiben, wenn gerade das Umgekehrte der Fall ist.

Auch Paulus war so ein gutes Vorbild. Er konnte die Gläubigen auffordern, ihm nachzuahmen, wie er ein Nachfolger von Christus war. Die Gläubigen, die durch ihn in allen Dingen des praktischen Christenlebens unterwiesen wurden, konnten bei ihm sehen, wie er das selbst anwandte. Dass dies für einen Knecht des Herrn von größter Bedeutung ist, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden. Darum wurde auch der junge Timotheus aufgefordert, dafür zu sorgen, in allem ein Vorbild zu sein. Dazu ist Standfestigkeit erforderlich. Es gibt die Gefahr, sich mit dem Strom mitreißen zu lassen, sich mit anderen mit abziehen zu lassen. Diese Gefahr ist auch in unserer Zeit sehr real vorhanden.

Selbst wenn das Volk sich für die Götzen entscheiden würde, der Beschluss Josuas stand fest. Er würde dem Herrn dienen. Und das nicht allein. Er traf die Entscheidung nicht nur für sich persönlich, sondern auch für sein Haus.

Ich und mein Haus

Ein entscheidender und weitreichender Beschluss; und nicht so leicht auszuführen. Es ist viel einfacher für einen Gläubigen, in persönlichem Gehorsam Gott zu dienen und zu sagen, dass Frau und Kinder dies mit sich selbst ausmachen müssen. „Sie haben ja ihre eigene Verantwortung.“ Aber so sieht Gott den Platz des Mannes und Vaters in der Familie nicht.

Eli wird vorgeworfen, dass seine väterliche Zucht versagte. Natürlich konnte er seine Söhne nicht bekehren. Das konnte Samuel auch nicht, dessen Söhne leider auch nicht in den Wegen ihres Vaters gingen, als sie erwachsen waren. Kein Vater kann das. Aber das nimmt nicht weg, dass der Vater als Haupt der Familie verantwortlich ist für das, was in der Familie und in seinem Haus stattfindet. Selbstverständlich ist die Ausübung dieser durch Gott gegebenen Autorität etwas ganz anderes, als ein willkürliches Regieren. Dafür finden wir Anweisungen genug in der Schrift. Es ist viel Gnade, viel Weisheit, viel Liebe und viel Geduld nötig, aber dennoch, kein Vater darf sich dieser Verantwortung entziehen. Und gerade in unserer Zeit, in der die Verhältnisse in Ehe und Familie oft so anders anzutreffen sind und verteidigt werden, als die Bibel uns lehrt, ist es erst recht nötig, einander hierauf hinzuweisen.

Die Auswirkung

Seine Worte scheinen eine sehr positive Auswirkung bei dem Volk zuwege gebracht zu haben: „Auch wir wollen dem Herrn dienen“ (Jos 24,18). Wenn so ein Beschluss vor dem Herrn in dem Bewusstsein gefasst wird, dass man dafür die Gnade des Herrn nötig hat und diese auch anruft, wird der Herr sicher auch Gnade schenken, um diesen Beschluss zu verwirklichen. Aber wenn so etwas mit einem überschwänglichen Herzen ausgesprochen wird und man auf eigene Energie vertraut, wird nichts davon zustande kommen.

Selbstvertrauen führt zu bitterer Enttäuschung. Wie oft trifft man das in der Bibel bei Gläubigen an; denken wir nur an Petrus. Und wie oft haben wir dies vielleicht selbst zu unserem eigenen Schaden erlebt. Dieser Zustand ist auch beim Volk vorhanden und wird von Josua durchschaut. Daher seine Antwort. Und er weist noch einmal auf die Folgen hin, Gott abzuweisen. Danach kommen seine Worte: „So tut nun die fremden Götter weg, die in eurer Mitte sind, und neigt euer Herz zu dem HERRN.“ Sie versprechen wohl, Letzteres tun zu wollen: „Dem HERRN, unserem Gott, wollen wir dienen und auf seine Stimme hören“ (Jos 24,23). Leider lesen wir nicht, dass sie auch Ersteres getan hätten. Hier sehen wir die Wurzel der Zweideutigkeit, an der das Volk schlussendlich zugrunde gegangen ist. Nach der Schließung eines Bundes und dem Aufrichten eines Zeugnissteins ließ er das Volk gehen. Zeit seines Lebens haben seine Worte und sein Vorbild ihren positiven Einfluss ausgeübt, und sie haben in denen noch nachgewirkt, die ihn überlebten. So sprach und spricht auch dieser treue Knecht noch, nachdem er gestorben ist.

Samuel

Die dritte Abschiedsrede, der wir zuhören, ist die von Samuel in 1. Samuel 12.

Durch seine Mutter von dem Herrn erbeten, wurde er durch sie als kleiner Junge zu Eli gebracht, um unter seiner Aufsicht im Dienst des Herrn zu sein (1Sam 2,11). In einigen Versen wird uns seine Entwicklung skizziert (1Sam 2,18.26; 3,10.19.20). Er bekam eine Doppelfunktion als Richter und Prophet und war dem Volk zu einem großen Segen. Durch die Anstellung eines Königs wurde seine Richterschaft beendet; als Prophet hat er seine Arbeit noch fortsetzen dürfen. Seine Abschiedsrede bezieht sich auch auf seine Aufgabe als Richter. Auch aus dieser Rede wollen wir gerne einige Punkte beleuchten.

Die Wahl eines Königs

Dies ist der erste Punkt, über den er spricht. Das Vorgehen hierzu finden wir in 1. Samuel 8. Alt geworden, hatte er seine zwei Söhne als Richter angestellt. Die waren für diese Aufgabe jedoch unfähig. Zweifellos hat Samuel hier einen Fehler gemacht. Es hat sich schon oft gezeigt, dass eine objektive Beurteilung sehr erschwert wird, wenn Bande der Blutsverwandtschaft oder intime Freundschaft eine Rolle spielen. Dies scheint für das Volk ein Grund zu sein, um ihr Anliegen vorzutragen. Das echte Motiv war, sein zu wollen wie alle Völker (1Sam 8,5.20). Und damit verwarfen sie nicht Samuel, sondern Gott selbst. Das war eine sehr ernste Sache. Gott hatte selbst dieses Volk gerufen und geführt und sie durch sein Wort von allen anderen Völkern abgesondert. Und diesen eigenen, abgesonderten Charakter hätte das Volk bewahren müssen. Dann hätten sie das von Gott beabsichtigte Ziel erreichen können.

Mit der Gemeinde Gottes hat es sich genauso verhalten. Abgesondert zu einem besonderen Eigentumsvolk nahm die Gemeinde anfangs einen abgesonderten Platz gegenüber Juden und Heiden ein. Dadurch, dass die Welt in die Gemeinde aufgenommen wurde, ist man dahin gekommen, ebenfalls eine Führungsform zu wählen, die mit diesen Grundsätzen in Übereinstimmung ist. Christus wurde dadurch als das Haupt der Gemeinde praktisch beiseitegesetzt. Wenn wir sehen, wie heutzutage viele Beschlüsse auf Konzilien und Synoden usw. zustande kommen, sehen wir, was für einen geringen Stellenwert dem Heiligen Geist und dem Wort Gottes eingeräumt wird.

Sein wie die anderen Völker, sich der Welt anpassen, keine Isolation oder Absonderung ist die Devise unserer Zeit geworden. Auf diese Weise kann die Gemeinde genauso wenig wie seinerzeit das Volk Israel das von Gott beabsichtigte Ziel erreichen. Und was für die Gemeinde als Ganzes gilt, gilt auch für jeden einzelnen Gläubigen. Eine Wiederherstellung in den ursprünglichen Zustand ist nicht möglich, wird in der Schrift auch nicht gelehrt. Dann tritt persönliche Treue in den Vordergrund. Und dann ist Gleichförmigkeit mit der Welt noch immer die große Gefahr. Es wird dann nach dem gestrebt, was das Fleisch befriedigt, was das Auge verlangt und dem menschlichen Hochmut schmeichelt (1Joh 2,16). Wenn diese Grundsätze in unseren Herzen leben und in unseren Häusern den Platz anstelle des Grundsatzes einnehmen „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen“, dann sind wir für das Zeugnis, zu dem Gott uns gerufen hat, verloren.

Die Gesinnung Samuels

Es ist verständlich, dass sich ein integerer Mann wie er, der seinen Dienst so vollkommen selbstlos ausgeübt hatte, sich persönlich gekränkt fühlen musste, als das Volk mit diesem Anliegen zu ihm kam. Er hatte die Ermutigung des Herrn nötig, der mit den Worten zu ihm kam: „Nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen“ (1Sam 8,7). Damit wurde er wieder auf den rechten Platz gesetzt: ein Instrument in der Hand des Herrn.

Er konnte alles dem Herrn übergeben und blieb dadurch in der gottgewollten Gesinnung dem Volk gegenüber, das ihn so ungerecht behandelte. Das zeigt sich klar aus dem, was folgt. Er wird für das Volk weiterbeten und so ihr Gutes suchen. Was für eine wichtige Lektion für alle, die sich in den Dienst des Herrn gerufen wissen. Ihnen fehlt es neben Ermutigung und Wertschätzung gewöhnlich nicht an Verkennung und Kritik. Der große Diener Paulus konnte hier ein Wörtchen mitreden. Das darf aber niemals zu Bitterkeit, Rache und einem enttäuschten Aufgeben des Dienstes führen. Leider kommt dies oft vor, zum Schaden des Werkes und zur Unehre des Herrn.

Und wenn die Diener Fehler machen? Und wenn diese Kritik gerechtfertigt ist? Ich glaube, dass die Worte Samuels „Meine Söhne, siehe, sie sind bei euch“ (1Sam 12,2) ein Erkennen und Wiederherstellen eines gemachten Fehlers bedeuten. Mit Zustimmung möchte ich hier zitieren, was der bekannte Schriftausleger Dr. Rossier schrieb:

Mit diesen Worten bringt er diejenigen wieder auf ihren richtigen Platz zurück, die er selbst einst zu Unrecht eingesetzt hatte. Diese Handlung, die scheinbar so natürlich war, die ihm aber eine gewisse Zucht vonseiten Gottes eingetragen hatte, verurteilt er, wie mir scheint, durch das kleine Wort „bei euch“. Seine Söhne waren falsche Richter, wohingegen er, der wahre Richter, „vor“ dem Volk gewandelt hatte; und jetzt war es der König, der vor ihnen herzog.

Kein Diener des Herrn sollte sich scheuen, gemachte Fehler demütig zu erkennen und wiederherzustellen.

Ermutigung

Auch Samuel bringt die Lektionen der Vergangenheit in Erinnerung. Er weist auf die Abweichungen und Sünden der Vergangenheit hin, auf Ihre Reue und Gottes Errettung. Für die Zukunft des Volkes ist es notwendig, dass sie zur Einsicht und zu der Überzeugung kommen, dass es eine Sünde war, einen König zu begehren. Daher sein Gebet um Donner und Regen zur Zeit der Weizenernte. Später sehen wir Elia, wie er um Trockenheit betet, damit Einkehr bei dem Volk erreicht wird. Das Bekenntnis folgt: „Denn zu allen unseren Sünden haben wir das Böse hinzugefügt, einen König für uns zu begehren“ (1Sam 12,19). Danach kann ihnen die Ermutigung ausgesprochen werden. Drei wichtige Dinge werden ihnen vor Augen gestellt. Zunächst die auserwählende Gnade Gottes, die um seines Namens willen sein Volk nicht verstoßen wird. Zweitens die Tatsache, dass Samuel nicht aufhören wird, für sie zu bitten. Drittens, dass er sie den guten und richtigen Weg lehren wird. Hierin sehen wir Samuel als Bild von Christus, der nicht aufhört, für die Seinen zwischen beide zu treten. Auch hat der Herr uns sein Wort gegeben, durch das Er uns unterweist und uns den guten und richtigen Weg lehrt. In allem ist von Gottes Seite Vorkehrung getroffen worden. In dem letzten Abschnitt wechseln sich die Worte der Ermutigung und Warnung ab, wie wir das häufig in der Schrift finden. Die Warnungen sind von derselben Art, wie wir sie auch schon in den Ansprachen von Mose und Josua gehört haben.

Samuels Gebet

Einem Satz in Samuels Ansprache möchte ich zum Schluss gern noch besondere Aufmerksamkeit schenken: „Fern sei es von mir, gegen den HERRN zu sündigen und aufzuhören, für euch zu bitten“ (1Sam 12,23). Das Gebet, die Fürbitte, machte einen wesentlichen Teil seines Dienstes am Volk aus. Wir finden das auch bei Mose und Paulus und verschiedenen anderen Dienern im Neuen Testament. Samuel nennt das Aufhören zu bitten: gegen Gott sündigen.

Wir können nicht nur durch das Tun verkehrter Dinge sündigen. Wir können ebenso sehr durch das Nachlassen im Tun guter Dinge sündigen, zu denen wir befähigt wurden. Jakobus sagt: „Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde“ (Jak 4,17). Der Mann mit dem einen Talent aus Matthäus 25 wird ein böser und fauler und unnützer Sklave genannt, nicht weil er etwas verkehrt gemacht hat, sondern weil er versäumt hat, das Talent im Dienst für seinen Meister aufzuwenden – wiewohl er hierfür nicht einmal den Auftrag erhalten hat. Das Kennen seines Meisters hätte für ihn ausreichend Anweisung sein müssen.

Paulus

Die vierte Abschiedsrede finden wir in Apostelgeschichte 20. Sie unterscheidet sich von den vorhergehenden, weil hier kein Abschied vom Dienst insgesamt stattfindet, sondern dieser sich nur auf seinen Dienst in der Gegend von Ephesus bezieht. Paulus weiß, dass er nicht zurückkommen wird und hat das Bedürfnis, Abschied zu nehmen. Da ihm die Zeit und Gelegenheit fehlte, von Milet dorthin zu reisen, lud er die Ältesten von Ephesus aus diesem Grund ein, nach Milet zu kommen.

Rückblick auf seinen Dienst

Ein großer Teil seiner Ansprache wird dem Hervorheben seines Dienstes und der Art und Weise, auf die er ihn ausgeführt hat, gewidmet. Dies hat nichts mit eitlem Rühmen über eigene Leistungen zu tun, so wie man das schon mal antreffen kann. Dann hätte Paulus auf andere Aktivitäten und Erfahrungen seines großen Arbeitsgebietes hinweisen können. Er beschränkt sich hier ausschließlich auf sein Wirken in ihrer Mitte; alles ist kontrollierbar und bekannt. Sein einziges Ziel ist, dass seine Art, in ihrer Mitte zu arbeiten, für sie ein bleibendes Vorbild zum Heil der ihnen anvertrauten Herde sei.

Was für ein Segen, wenn ein Diener dies mit Freimütigkeit tun kann, ohne Gefahr zu laufen, Widerspruch zu ernten. Wir haben das auch bei den in den vorigen Artikeln behandelten Personen gesehen. Auf einige Punkte dieses Rückblicks will ich etwas tiefer eingehen.

Mit Demut dem Herrn gedient

Für „dienen“ gebraucht Paulus nicht das normale Wort, sondern das Wort für „dienen als Sklave“. Als „Sklave von Christus“ – wie er sich selbst nennt – hat er in völliger Hingabe und in völligem Gehorsam seinem Herrn und Meister gedient. Dabei hat er eine Demut an den Tag gelegt, die zu so einer Position passt. Herrschen war ihm fremd, er hat mit Tränen ermahnt. Auf monetären Vorteil war er niemals bedacht. Von niemandem hat er etwas verlangt. Im Gegenteil, drei Jahre lang hatte er in ihrer Mitte mit eigenen Händen für seinen Unterhalt gesorgt und auch für den seiner Mitarbeiter. Er hätte Unterstützung fordern können, denn der Arbeiter ist immerhin seines Lohnes wert. Er hat von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht. So war er selbst ein gutes Vorbild. Auch in seinen Briefen treffen wir solche Formulierungen an. Er hat die Ältesten nicht nur belehrt, wie sie arbeiten sollten, er hat es ihnen gezeigt. Was für ein Vorbild für alle, die ihr Leben in den Dienst des Herrn stellen wollen!

Eine unsichere Zukunft

Gebunden in seinem Geist reist er nach Jerusalem. Er kann nicht anders, obwohl er weiß, dass ihn dort nichts Gutes erwarten wird. Er scheut die Gefahren jedoch nicht und sucht nicht den Weg des geringsten Widerstandes. Er ist bereit, all das Leid zu erfahren, das mit dem Dienst am Evangelium der Gnade Gottes verbunden ist. Er will seinen Lauf vollenden, wie auch immer das Ende aussehen mag. Selbst sein eigenes Leben zählt für ihn nichts.

Rein von dem Blut aller

Natürlich hat dieser Ausdruck eine übertragene Bedeutung, wie sich aus der Hinzufügung zeigt. Vielleicht hat er hierbei an die Verantwortung des Wächters gedacht, wie wir das in Hesekiel 33 lesen. Er hat den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt, hat nichts von dem zurückgehalten, was ihm zur Verkündigung aufgetragen und zu predigen nützlich war. Er fragte sich nicht wie die Pharisäer, was die Zuhörer gern hören wollten, um auf diesem Weg populär zu werden. Solche Lehrer würden später zu finden sein, leider.

Ist es nicht eine Gefahr, sich beim Dienst an den Wünschen des Publikums zu orientieren, anstatt dem Auftraggeber zuzuhören? Gibt es nicht auch die Gefahr, bestimmte Teile der Wahrheit besser zu verschweigen und andere, für die man mehr übrig hat, in den Vordergrund zu stellen und so „sein Steckenpferd zu reiten“? Die Gefahren sind da, und es ist gut, die Augen hierfür offen zu halten.

Der Auftrag

Der Auftrag an die Ältesten ist ein zweifaches Achtgeben und Wachen. Die Aufseher waren durch die Apostel oder in ihrem Namen angestellt. Wir finden in der Schrift keine Hinweise für Nachfolge, weder für Apostel noch für Aufseher. Die örtlichen Gemeinden haben den Auftrag, sie anzustellen, nicht erhalten. Aber auch ohne die offizielle Anstellung kann der Heilige Geist Brüder zu diesem Aufseherdienst berufen, und dann tun sie ein schönes Werk.

Bevor Paulus sie jedoch darauf hinweist, dass sie auf die ganze Herde achtgeben sollen, werden sie darauf hingewiesen, zuallererst auf sich selbst achtzugeben. Das spricht eigentlich für sich. „Ihr, die ihr andere lehrt, lehrt euch selbst nicht“, musste der Herr zu den jüdischen Führern sagen. Paulus hat dies auch seinem jungen Mitarbeiter Timotheus vorgehalten: Gib acht auf dich selbst, gib acht auf die Lehre, gib acht auf die anderen. Wo dieser Grundsatz vergessen wird, was leider vorkommt, ist von einer gesegneten Auswirkung nicht viel zu erwarten.

Wie gut wäre es, wenn in allen Versammlungen mehr ältere Brüder sich vor dem Herrn fragen würden, ob Er in diesem schönen Werk nicht eine Aufgabe für sie hat. Ich hoffe, dass sich verschiedene Brüder beim Lesen dieses Artikels fragen werden, ob dies für sie nicht die Stimme des Heiligen Geistes ist, der sie für diese Arbeit gebrauchen will. Fast überall kann hier von einer dringenden Notwendigkeit gesprochen werden. Die Gläubigen werden mit einer Herde verglichen, wozu auch das Wort „weiden“ passt. Außerdem steht dort nicht „die Herde“, sondern „die ganze Herde“. Nicht nur dorthin gehen, wo man mit offenen Armen empfangen wird und wo man einen „köstlichen Besuch“ haben kann, sondern auch dorthin, wo einem der Geist von „Was willst du denn hier?“ entgegenschlägt.

Dieses Werk muss den Charakter von „weiden“ tragen, das Verabreichen von geistlicher Nahrung. Das kann sich natürlich in einem Wort der Ermahnung niederschlagen, wenn das nötig ist, jedoch auch in einem Wort der Tröstung, der Aufmunterung, der Stärkung. Ein Beweis der Anteilnahme tut jedenfalls immer sehr gut. „Niemand sieht sich hierbei nach dir um“, ist eine ernste Klage, eine Anklage würde ich sagen wollen, wenn dies in Wahrheit bezeugt werden kann. Das Vortreffliche dieses Werkes erhält eine besondere Prägung, wenn wir bedenken, was im zweiten Teil von Vers 28 steht (Apg 20,28b). Hier sehen wir, welchen Wert die Gemeinde in den Augen des Herrn hat. Als zusätzliche Anregung will ich hier die Worte des Apostels Petrus zitieren: „Die Ältesten nun unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden des Christus und auch Teilhaber der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, indem ihr die Aufsicht nicht aus Zwang führt, sondern freiwillig, auch nicht um schändlichen Gewinn, sondern bereitwillig, und nicht als solche, die über ihre Besitztümer herrschen, sondern die Vorbilder der Herde sind. Und wenn der Erzhirte offenbar geworden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen“ (1Pet 5,1-4).

Ein anderer Aspekt dieses Aufseherdienstes ist das Wachen. Mit einem prophetischen Blick weist Paulus auf die zunehmenden Gefahren hin. Die kommen nicht nur von außen als grausame Wölfe, um die Herde anzufallen. Schlimmer noch ist, dass von innen heraus Männer aufstehen werden, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her abzuziehen. In vielen anderen Stellen wird in Gottes Wort auf die besonderen Gefahren hingewiesen, die die Endzeit kennzeichnen, in der wir uns befinden. Darum ist Wachsamkeit eine sich gebietende Notwendigkeit. Paulus sah diese Gefahren von vornherein und hatte deshalb einen jeden (nicht nur allgemeine Warnungen an ein allgemeines Publikum, wobei die, die es am meisten nötig haben, oft nicht einmal anwesend sind) mit Tränen ermahnt. Paulus tat dies öffentlich und in den Häusern.

Wer ist zu diesen Dingen fähig?

Diese Frage kommt in unseren Herzen auf, wenn wir uns die großen Gefahren vor Augen halten und uns unserer Schwachheit bewusst sind. So eine Frage wird zweifellos auch in den Herzen der Ältesten vorhanden gewesen sein. Die Antwort kommt: „Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das vermag, aufzuerbauen und das Erbe zu geben unter allen Geheiligten“ (Apg 20,32). Es ist verführerisch, hier auf die Einzelheiten einzugehen. Der Artikel würde zu lang werden. Lassen wir die Worte auf uns einwirken und die geistliche Kraft daraus schöpfen, die wir nötig haben.

Der Schluss

Paulus endet seine Ansprache mit einem Wort des Herrn Jesus, das wir in den Evangelien nicht finden, das aber zweifellos mit noch vielen anderen mündlich überliefert worden ist. Die Wahrheit dieses Wortes finden wir in Vollkommenheit in seinem Leben auf der Erde praktiziert und durch Paulus nachgeahmt.

Möge das auch unsere Devise in der Ausübung unseres Dienstes sein. „Und als er dies gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen allen“ (Apg 20,36). Lukas teilt uns die Worte dieses Gebetes nicht mit. Wir können sie vermuten. Paulus hatte gelernt, mit den Gläubigen und für sie zu beten. Dann kam der Augenblick des Abschieds. Was für eine herzergreifende Szene echter Bruderliebe!

Hierdurch sicher gestärkt, ging der große Apostel und zugleich demütige Diener der drohenden Zukunft entgegen.


Aus Bode des Heils in Christus, Jg. 112, 1969

Übersetzung: Stephan Winterhoff

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