Sacharja und die Zukunft Jerusalems (4)
Abschnitt C: Sacharja 7–14

Jacob Gerrit Fijnvandraat

© SoundWords, published: 18.02.2019
Inhalt

Abschnitt C – Sacharja 7–14

C I – Sacharja 7 und 8

Das wiederholte Wort des HERRN (Sach 7)

Hat Fasten noch Sinn? (Sach 7,1-7)

Sach 7,1-7: 1 Und es geschah im vierten Jahr des Königs Darius, da erging das Wort des HERRN an Sacharja, am Vierten des neunten Monats, im Monat Kislev[1], 2 als Bethel Sarezer und Regem-Melech und seine Männer sandte, um den HERRN anzuflehen 3 und um den Priestern des Hauses des HERRN der Heerscharen und den Propheten zu sagen: Soll ich im fünften Monat weinen und mich enthalten, wie ich schon so viele Jahre getan habe? 4 Und das Wort des HERRN der Heerscharen erging an mich, indem er sprach: 5 Rede zum ganzen Volk des Landes und zu den Priestern und sprich: Wenn ihr im fünften und im siebten Monat gefastet und gewehklagt habt, und zwar schon siebzig Jahre, habt ihr irgendwie mir gefastet? 6 Und wenn ihr esst und wenn ihr trinkt, seid nicht ihr die Essenden und ihr die Trinkenden? 7 Kennt ihr nicht die Worte, die der HERR durch die früheren Propheten ausrief, als Jerusalem bewohnt und ruhig war und seine Städte rings herum und der Süden und die Niederung bewohnt waren?

Diese ersten acht Verse geben Folgendes wieder:

  • das Datum, an dem Sacharja die Botschaft empfing;
  • die Frage einer Gesandtschaft der Juden, ob sie weiterhin fasten sollen;
  • die Antwort des HERRN mit der Gegenfrage, ob sie wirklich für Ihn gefastet haben;
  • das damalige Nichthören auf die Propheten, die der HERR gesandt hatte.

Wir finden hier zuerst wieder eine Zeitangabe. Der ersten Zeitangabe sind wir in Sacharja 1,1 begegnet, der zweiten in Sacharja 1,7, und diese hier ist die letzte Zeitangabe. Für manche war das der Grund, das Buch in drei Teile zu teilen, allerdings sind die Zeitangaben eine unzureichende Grundlage für die Einteilung des Buches. Wir müssen uns den Aufbau und Inhalt ansehen, wie wir es in der Einleitung und bei der Betrachtung von Sacharja 6,9 gemacht haben.

Wir werden in das vierte Jahr des Königs Darius versetzt, und zwar in den neunten Monat, den Monat Kislev, der mit November/Dezember übereinstimmt. Kislev bedeutet „Trägheit“ und steht im Zusammenhang mit der Situation in der Natur, die dann vorherrscht. Wir springen also vom 24.11. des zweiten Jahres zum 4.9. des vierten Jahres. Es sind also fast zwei Jahre vergangen. Es ist schwierig vorstellbar, dass die acht Nachtgesichte und die Mitteilung vom Wort des HERRN über zwei Jahre verstreut stattgefunden haben. Es ist eher anzunehmen – wie wir bereits angedeutet haben –, dass die Nachtgesichte in einer kurzen Zeit, vielleicht sogar in einer Nacht dem Sacharja gezeigt wurden.

Das heißt nicht, dass der Prophet in der dazwischenliegenden Zeit keinen prophetischen Dienst verrichtet hätte. Aufgrund des prophetischen Auftretens von Haggai und Sacharja wurde mit dem Bau des Tempels im zweiten Jahr des Darius angefangen, und sie setzten ihre Arbeit auch während des Bauens fort.[2] Der Herr hat es jedoch nicht für notwendig erachtet, uns alles im Detail mitzuteilen, was Sacharja noch alles getan und gesagt hat. Er wird aber bestimmt nicht inaktiv gewesen sein.

Wir haben auch schon festgestellt, dass es für das Volk beschämend ist, dass die Zeitangaben nach den Regierungsjahren eines Fürsten erfolgen, der das Land beherrscht, und dass die Monate beziffert und mit dem babylonischen Namen „Kislev“ benannt werden. Doch zum Glück hat Gott sein Volk nicht verlassen: Sein Wort, das Wort des HERRN, kam zu ihnen durch Sacharja. Ein Vergleich mit Esra 5 zeigt, dass die Juden sich zu diesem Zeitpunkt mitten in der Bauphase des Tempels befinden.

Der Anlass für diese Botschaft ist erneut die Ankunft einer Abordnung (wir nehmen an) aus Babel. Sie umfasst zwei Männer, und zwar Sarezer und Regem-Melech. Sie bringen nicht nur eine Opfergabe[3], sondern wollen damit die Gunst des HERRN suchen, um eine Antwort auf die Frage zu erhalten, ob sie weiterhin fasten sollen, wie sie das nun schon jahrelang tun.

Offensichtlich spielt hier der Gedanke mit, dass der Tempel nun wiederaufgebaut wird und damit der Grund für das Fasten eigentlich verfallen ist. Wir werden sehen, dass diese Frage dem Herrn nicht so gut gefällt. In dieser Beziehung gibt es einen großen Gegensatz zur vorhergehenden Botschaft.

Die beiden Männer werden, gemeinsam mit anderen, mit dieser Frage zu den Priestern[4] gesandt, die zum Haus des HERRN gehörten, und zu den Propheten. Es ist also wieder eine Priesterklasse in Funktion, und es treten im Volk wieder Propheten auf.[5] Doch geschieht dies unter dem Volk in Jerusalem und nicht in der Fremde, in Babylon. So wird verhindert, dass das Volk denken könnte, dass es gut sein könnte, im Land der Verbannung zu bleiben.[6]

Ob mit den Propheten nur Haggai und Sacharja gemeint sind, ist die Frage, aber in erster Linie werden sie gemeint sein. Dass die Propheten auch genannt werden, ist verständlich, denn die Frage betrifft nicht nur den Dienst am Tempel oder Gesetzesunterricht, sondern auch die Haltung des ganzen Volkes Gott gegenüber.

Ihre Frage wird wie folgt verpackt: „Soll ich im fünften Monat weinen und mich enthalten, wie ich schon so viele Jahre getan habe?“ Mit „ich“ zielen sie nicht auf die eigene Person, sondern erklären damit, im Namen des Volkes in der Ich-Form zu reden.

Die Frage kann bedeuten, dass sie es jetzt genug finden und die Einhaltung dieses Fastens satthaben. Die Worte „wie ich schon so viele Jahre getan habe“ weisen in diese Richtung. Es ist auch nicht unredlich, dies zu denken, denn über eine wahre Demütigung sprechen sie nicht, und die Antwort, die der Herr ihnen durch Sacharja übermittelt, weist ebenso in diese Richtung. Sacharja geht nämlich auf die Frage mit einem Wort des HERRN ein, das sich das Volk und auch die Priester hinter die Ohren schreiben müssen. Wir brauchen nicht daran zu zweifeln, dass die Botschaft des Herrn durch die beiden Gesandten nach Babylon überbracht wurde, es wird allerdings nicht erwähnt. Die Antwort des Herrn ist in jedem Fall auch für die bestimmt, die im Land wohnen und sich mit dem Wiederaufbau des Tempels befassen. Die Botschaft wird in einer kritischen Frage des Herrn verpackt, nämlich, ob das 70-jährige Fasten wirklich ein Fasten für den HERRN war.[7] Der Herr möchte sie zu sich selbst einkehren lassen, so dass sie den Zustand ihres Herzens und ihrer Motive in Augenschein nehmen. Offensichtlich wiegt für das Volk die Last der Folgen der Sünde schwerer als die Last dieser Sünden selbst. Dann müssten sie durch eine Veränderung ihrer Lebenshaltung zeigen, dass sie mit Gott rechnen.[8]

Als sie aßen und tranken, dachten sie dabei wohl an den HERRN, und waren sie für die Tatsache dankbar, dass Er ihnen zu essen gab? Aus den Worten des Herrn geht hervor, dass das offensichtlich nicht der Fall war. Hierzu legt der Herr genau wie in Sacharja 1,4-6 die Verbindung zur Vergangenheit, als Jerusalem und die anderen Städte um Jerusalem herum noch bewohnt waren und Ruhe hatten, wie auch der Süden und die Ebene. Damals hörte das Volk nicht auf die Worte der Propheten, und offensichtlich sieht es bei ihnen jetzt auch nicht viel besser aus. Die Antwort Gottes zeigt, dass äußerliche Rituale keinen Wert haben, wenn es keine Herzensangelegenheit ist.[9] Harte Worte, aber doch zu Recht! Auf ihre Frage gibt der Herr also keine direkte Antwort; sie sollen über seine Worte einmal nachdenken. Wir begegnen hier demselben wie später bei dem Herrn Jesus. Er gab meistens nicht einfach eine Antwort auf eine Frage, sondern gab eine Antwort, die ein Appell an ihr Gewissen war.[10]

Fortsetzung von Sacharja 6,9

Wir haben gesagt, dass die Visionen dem Sacharja wahrscheinlich in einer Nacht gezeigt wurden, und zwar am vierundzwanzigsten Tag des elften Monats im zweiten Jahr des Königs Darius. Das bedeutet noch nicht automatisch, dass die Botschaft aus Sacharja 6,9-15 dem Propheten ebenfalls an demselben Tag mitgeteilt worden sein muss. Wann dies geschehen ist, steht nicht dabei; dennoch gibt es allen Grund, anzunehmen, dass die Botschaft aus Sacharja 7 als Fortsetzung auf das Wort des HERRN zu sehen ist, das Sacharja in diesem Abschnitt bekanntgemacht wurde. Sacharja 6,15 befestigt nämlich den Blick in die Zukunft: „Entfernte werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.“ Am Ende des Verses wird allerdings noch eine Bedingung genannt, und zwar dass das Volk fleißig auf die Stimme des HERRN hören soll. Was dieses Hören auf die Stimme des Herrn beinhaltet, wird in Kapitel 7 ganz praktisch erläutert.

Zu Sacharja

Der Gebrauch der dritten Person braucht an sich nicht zu bedeuten, dass Sacharja diese Worte nicht selbst aufgeschrieben hat. Allerdings ist es merkwürdig, dass in Vers 4 diese Aussage wiederholt wird und dort dann über „mich“ (1. Person also) geredet wird (Sach 7,4). Deswegen denken manche an einen hinzugefügten Satzteil durch einen späteren Redakteur. Das ist nicht unmöglich. Noch mehr Grund gibt es, bei Sacharja 7,8 an eine Ergänzung zu denken.

Bethel

Manche denken bei diesem Namen an eine Person, die die beiden Männer aus Babel gesandt hat; andere denken an den Ort Bethel[11], dessen Einwohner eine Gesandtschaft nach Jerusalem geschickt hätten. Dieser Ort war in der Vergangenheit eines der Zentren des Götzendienstes, der von Jerobeam im Haus Israel eingeführt wurde.[12] Für diese Auffassung spricht einigermaßen, dass die Antwort des Herrn durch Sacharja an das „ganze Volk des Landes“ gerichtet werden muss.

Sarezer

Als Bedeutung dieses Namens wird angegeben: „Feuerfürst“, oder: „Assur beschütze den König“ (siehe 2Kön 19,37). Wir begegnen dem Namen auch in Nergal-Sarezer (Jer 39,3.13). Es wird wohl ein Name assyrischer oder babylonischer Herkunft sein (vgl. Jes 37,38).

Van der Woude verbindet die Namen „Bethel“ und „Sarezer“ zu einem einzigen Wort und bietet als Übersetzung an, dass Bethelsarezer der Sender von Regem-Melech und seiner Männer ist.[13] Unmöglich ist dies nicht.

In den genannten Namen sehen wir den Einfluss der babylonischen Umgebung, in der die Juden verweilen. Wenn diese Namen ihnen von den Eltern freiwillig gegeben wurden, sind das sehr schlechte Anzeichen.

Regem-Melech

Dieser Name bedeutet „Freund des Königs“, „Dem König verbunden“ oder „Der König hat geredet“. Diesem Namen begegnen wir weiter nicht. Von dieser Person ist uns daher auch nichts bekannt. Da nur hinter Regem-Melech „und seine Männer“ steht, gibt es Ausleger, die meinen, dass der Name Regem-Melech ein Titel ist, der die Würde Sarezers angibt.

Wenn wir davon ausgehen, dass die beiden Männer mit vielen anderen in Babel zurückblieben und nicht mitzogen, als der Herr mittels Kyros die Möglichkeit der Rückkehr nach Jerusalem anbot, dann ist das zu tadeln, allerdings ist es nicht so, dass der Herr deswegen nichts mit ihnen zu tun haben will. So sollten auch wir Mitgläubigen nicht schroff wehren, die nicht genau das tun, was Gott unseres Erachtens nach in seinem Wort vorgegeben hat.

Den HERRN anflehen

[Die verwendete niederländische NBG-Übersetzung hat: „die Gunst des HERRN suchen“; Anm. d. Üb.] Wörtlich bedeutet der dort verwendete hebräische Ausdruck „das Gesicht glattstreichen“. Das kann sich auf heidnische Bräuche beziehen, bei denen Götzen dadurch günstig gestimmt wurden, indem man ihre Götzenbilder streichelte. Dieser Ausdruck wurde dann hier übernommen – ohne den Gedanken an diese Handlung – mit der Bedeutung „günstig stimmen“.[14]

Der HERR der Heerscharen

Wir haben schon früher darauf hingewiesen, dass der Name „HERR der Heerscharen“ sehr oft in den Büchern Haggai, Sacharja und Maleachi vorkommt. In Sacharja 7 und 8 ist das besonders auffällig. Der HERR hämmert es seinem Volk sozusagen ein, dass es in allem von Ihm abhängig ist, dem Gott der Heerscharen. Nicht ihre eigene Kraft wird den Zustand verändern, sondern nur die Kraft des Herrn.

Fasten

Westerink beschreibt die Bedeutung des Fastens wie folgt:

Jemand, der fastet, erkennt damit an, dass er kein Recht auf Essen und Trinken hat oder im Allgemeinen auf das, dessen er sich enthält.[15]

Wiewohl dieser Gedanke nicht unmöglich ist, tritt doch mehr der Gedanke hervor, dass so jemand sich bestimmter Dinge enthält, um in Demut die volle Aufmerksamkeit den Dingen zu widmen, die Gott betreffen.

Der fünfte und der siebte Monat

Im fünften Monat, am Zehnten des Monats, wurden Stadt und Tempel verbrannt.[16] Dieser Fastentag war der wichtigste aller vier Fastentage, den man hielt, und wird deswegen allein erwähnt. Wenn dieser Fastentag nicht mehr gehalten werden müsste, würde das auch für die anderen Fastentage gelten.

Die 70 Jahre erstrecken sich grob von 586 v.Chr. bis 518 v.Chr. In Sacharja 7,5 wird durch den HERRN auch das Fasten im siebten Monat erwähnt. Das bezieht sich auf das Gedenken des Mordes an Gedalja.[17]

Reden in der Ich-Form

Es ist nicht ungewöhnlich, dass in der Ich-Form geredet wird, wenn im Hinblick auf das ganze Volk oder einen Teil davon etwas gesagt wird. Ein sehr frühes Beispiel dazu finden wir im Murren des Volkes bei Massa und Meriba. Sie sagen: „Warum doch hast du uns aus Ägypten heraufgeführt, um mich und meine Kinder und mein Vieh vor Durst sterben zu lassen?“[18] Nach meiner Überzeugung begegnen wir demselben bei Paulus in Römer 7, wo er mit „ich“ den Menschen meint, der zunächst ohne Gesetz war und danach unter Gesetz kam.[19]

Nochmals „fasten“

Mit den Worten des Herrn in Sacharja 7,5 und 6 ist nicht gemeint, dass Fasten an sich vor Gott eine wertlose Handlung ist[20]; es geht lediglich um Fasten als pure äußere Handlung, auf die schon Jesaja hingewiesen hatte und die später durch die Führer des Volkes so in die Praxis gebracht wurde.[21] Auf dieselbe Weise redet Gott durch Hosea über das Opferbringen.[22]

Das Volk des Landes

Der Gedanke, dass hier bei „Volk des Landes“ an eine Delegation von Samaritern gedacht werden muss, ist vollkommen unberechtigt. Aus dem Nachfolgenden wird klar, dass der Ausdruck „Volk des Landes“ hier anders gebraucht wurde als in Esra 4,4. Er bezieht sich auf die jüdische Bevölkerung.[23]

Der Süden und die Niederung

Hiermit ist der Süden von Judäa[24] gemeint und das niedrigere Hügelland, das an das Gebiet der Philister grenzte.[25] Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000 hat „die Negev“ bzw. „die Schefela“.

Der Ungehorsam der Väter (Sach 7,8-14)

Sach 7,8-14: 8 Und das Wort des HERRN erging an Sacharja, indem er sprach[26]: 9 So spricht der HERR der Heerscharen und sagt: Übt ein wahrhaftiges Gericht und erweist Güte und Barmherzigkeit einer dem anderen; 10 und bedrückt nicht die Witwe und die Waise, den Fremden und den Elenden; und sinnt keiner auf das Unglück seines Bruders in euren Herzen. 11 Aber sie weigerten sich zuzuhören, und zogen die Schulter widerspenstig zurück und machten ihre Ohren schwer, um nicht zu hören. 12 Und sie machten ihr Herz zu Diamant, um das Gesetz nicht zu hören noch die Worte, die der HERR der Heerscharen durch seinen Geist mittels der früheren Propheten sandte; und so kam ein großer Zorn von Seiten des HERRN der Heerscharen. 13 Und es geschah, wie er gerufen hatte und sie nicht gehört hatten, so riefen sie, und ich hörte nicht, spricht der HERR der Heerscharen. 14 Und ich stürmte sie weg unter alle Nationen, die sie nicht kannten, und das Land wurde hinter ihnen verwüstet, so dass niemand hin- und herzieht; und sie machten das kostbare Land zu einer Wüste.[27]

Die weitere Botschaft des HERRN enthält

  • den Aufruf früherer Tage an Israel gerichtet, ehrlich und barmherzig zu sein;
  • die Erwähnung der Halsstarrigkeit des Volkes;
  • die Ankündigung, dass der HERR sie in seinem Zorn vertreiben würde;
  • das jämmerliche Ergebnis der Untreue Israels.

Dieser Abschnitt schließt nahtlos an die Beurteilung Gottes über das Fasten an, so wie Israel es bis jetzt gehandhabt hatte. Fasten an sich hat nämlich keinen Wert, wenn es nicht mit ehrlicher Rechtsprechung und mit den Beweisen von Liebe und Barmherzigkeit gepaart geht.[28] Hieran fehlte es in der Vergangenheit. Anstelle davon wurden der Waise und die Witwe, der Fremde und der Arme, die Wehrlosen also, bedrückt, und sie wurden verkürzt. Gott verweist hier also zurück auf die Sünden der Väter, genau wie dies in Sacharja 1,1-6 erwähnt wird. Die Väter hörten nicht auf die Worte des HERRN der Heerscharen, die Er seinerzeit durch den Dienst der Propheten an sie gerichtet hatte in der Zeit, als der Süden und die Niederung noch bewohnt waren (Sach 7,7). Sehr bildhaft wird der Widerstand der Väter geschildert: Sie setzten ihre Schultern ein, um das Wort des HERRN (und der Propheten?) auf die Seite zu schieben; ihre Ohren schlossen sie zu, sie behielten sozusagen krampfhaft die Finger in den Ohren, so wie es heute auch buchstäblich passiert, wenn jemand demonstrativ klarmacht, dass er nicht hören will. Und wenn sie dennoch nicht verhindern konnten, dass das Wort zu ihnen durchdrang, machten sie ihr Herz schwer wie einen Diamanten, um die Unterweisung nicht zu Herzen nehmen zu müssen. Ihre Haltung war also von der Sorte: „Der Herr kann mir viel erzählen.“

Der Herr macht die Kinder nicht für die Sünden der Väter verantwortlich (Hes 18), es sei denn, dass die Kinder in den Fußspuren der Väter gehen. Das ist die Lektion aus 2. Mose 20,5.[29]

Tun sie das jedoch oder neigen sie dazu, es zu tun, dann hält der Herr seinem Volk die Sünden der Vorfahren vor. Offensichtlich ist das hier bei den zurückgekehrten Juden der Fall. Deswegen erinnert der Herr sie daran, was mit den Vätern geschehen ist. Ein großer Zorn kam über die Vorväter des Volkes. Gott rief, aber Israel hörte nicht, und als sie riefen, hörte Gott nicht.[30] Das Gericht der Wegführung – bereits Jahrhunderte vorher angekündigt – ging in Erfüllung. Wie durch einen Sturmwind wurden sie unter den Nationen zerstreut, und das liebliche Land, fließend von Milch und Honig[31], wurde zur Wüste. Das taten die Nationen, die die Werkzeuge des Zorn Gottes waren, doch in den Schlussversen dieses Abschnitts wird die volle Verantwortung dafür dem Volk zugeschoben.

Die Absicht dieser Botschaft ist natürlich, dass die Zurückgekehrten dieses Wort ernsthaft zu Herzen nehmen und dem Weg der Väter nicht folgen sollten.

Übt ein wahrhaftiges Gericht

Nach einigen bezieht sich Sacharja 7,9 auf den Beginn von Sacharja 7,7 und gibt somit die Worte des Propheten wieder. Wie dem auch sei, über das Rechtsprechen werden im Gesetz und in den Propheten sehr beachtenswerte Worte gesagt. So durfte man das Recht des Armen „nicht beugen“, und genauso wenig war es erlaubt, ihn vorzuziehen. Sehr ernst wird ermahnt, kein Geschenk anzunehmen und der Waise und der Witwe, dem Fremdling und dem Armen Recht zu tun. Gott tut das nämlich auch.[32]

Schulter, Ohren und Herz

Der Ausdruck „die Schulter widerspenstig zurückziehen“ ist vermutlich dem Verhalten von Rindern entlehnt, die sich weigern zu ziehen.[33] Die Israeliten verstopften ihre Ohren.[34] Sie machten ihre Herzen so steinhart wie Diamanten.[35]

Siehe bezüglich der abweisenden Haltung des Herrn, wenn Israel nicht hört: Sprüche 1,28; Jesaja 6,10; 8,17 und Hosea 5,6. Vom Ungehorsam des Volkes liefern Jeremia 6,17-19; 18,18 klare Beispiele.

Durch seinen Geist

Aus Vers Sacharja 7,12 ist abzuleiten, dass das Wort des Propheten das absolute Wort Gottes und ebenso autoritativ ist wie das Gesetz, das Mose gegeben hatte. Propheten redeten durch den Geist. Hier haben wir ein klares Zeugnis hinsichtlich der Inspiration.[36]

Das prophetische Wort betont mit Nachdruck, dass der Messias reden würde und durch den Heiligen Geist geleitet sein würde.[37]

Das liebliche Land

In Psalm 106,24 wird über das kostbare Land geredet, in Jeremia 3,19 wird es „die herrlichste Zierde der Nationen“ genannt, und in Hesekiel 20,6 wird es „Zierde“ genannt, genau wie in Daniel 11,16 und 41.

Verheißungen des Heils (Sach 8)

Für Gott ist nichts zu wunderbar (Sach 8,1-8)

Sach 8,1-8: 1 Und das Wort des HERRN der Heerscharen geschah, indem er sprach: So spricht der HERR der Heerscharen: 2 Ich eifere für Zion mit großem Eifer, und mit großem Grimm eifere ich für es. 3 So spricht der HERR: Ich kehre nach Zion zurück und will inmitten Jerusalems wohnen; und Jerusalem wird „Stadt der Wahrheit“ genannt werden und der Berg des HERRN der Heerscharen „der heilige Berg“. 4 So spricht der HERR der Heerscharen: Es werden noch Greise und Greisinnen in den Straßen von Jerusalem sitzen, jeder mit seinem Stab in seiner Hand vor Menge der Tage. 5 Und die Straßen der Stadt werden voll sein von Knaben und Mädchen, die auf ihren Straßen spielen. 6 So spricht der HERR der Heerscharen: Wenn es wunderbar ist in den Augen des Überrestes dieses Volkes in jenen Tagen, wird es auch in meinen Augen wunderbar sein?, spricht der HERR der Heerscharen. 7 So spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, ich werde mein Volk aus dem Land des Aufgangs und aus dem Land des Untergangs der Sonne retten; 8 und ich werde sie herbeibringen, und sie werden inmitten Jerusalems wohnen; und sie werden mein Volk, und ich werde ihr Gott sein in Wahrheit und in Gerechtigkeit.

Die hier beschriebenen Heilsverheißungen sind:

  • Gott kehrt wieder nach Jerusalem zurück.
  • Es werden wieder alte Männer und Frauen auf den Plätzen sitzen, mit spielenden Jungen und Mädchen.
  • Für den HERRN wird nichts zu wunderbar sein.
  • Die Israeliten werden aus dem Land des Aufgangs zurückkehren und aus dem Land des Untergangs der Sonne.

Kapitel 7 und 8 gehören sehr klar zusammen. Das geht nicht unmittelbar aus dem Anfang von Kapitels 8 hervor, wohl aber aus den Versen Sacharja 8,18 und 19, wo der Herr auf das Problem des Fastens eingeht, zu dem die Juden Fragen hatten. Die Frage ist noch nicht abschließend beantwortet, und der Herr kommt darauf zurück. Er tut das mit Worten voller Ermutigung, sie enthalten nämlich ungekannte Verheißungen des Heils, und das nach den beißenden Worten in Kapitel 7.

Während Israel alles vermasselt hat, kommt nun das Wort des HERRN zu Sacharja[38], durch das Gott mit einem zehnfachen „So spricht der HERR“ erläutert, was Er tun wird und was im Land geschehen wird. Es zeigt sich, dass der HERR in großen Eifer für Zion entbrannt ist. Hier wird nicht über eine neidische Eifersucht gesprochen wie die eines Ehepartners, der sich verkannt fühlt, weil sein Ehepartner ihm untreu geworden ist. Darüber spricht die Schrift zwar auch, doch geht es hier um einen Eifer, der sich über das Volk erbarmt und ihm wohltut, wie es schon früher geäußert wurde.[39] Es ist nicht so verwunderlich, dass manche das Wort „Eifer“ beim zweiten Mal mit „glühendem Zorn“ wiedergegeben haben, denn das Heil für Israel wird Gericht über die Nationen mit sich bringen.[40] Das steht hier nicht mit vielen Worten, sondern ist in der Tatsache eingeschlossen, dass Gott Israel Heil bringt. Die Nationen haben es nämlich auf ihr Unheil abgesehen und das Volk viel härter angepackt, als der Herr es gemeint hatte.[41] Der Herr kann es nicht haben, dass sein Volk so bösartig behandelt wird. Er wird wieder nach Zion zurückkehren und in Jerusalem wohnen.[42] Im Prinzip hat Gott Jerusalem nie aufgegeben. Es ist sehr bemerkenswert, dass, während Jerusalem noch verlassen war, in Esra 1 viermal gesagt wird, dass Gott in Jerusalem wohnt. Im vollen Sinn wird dieses Wohnen erst verwirklicht werden, wenn das messianische Königreich aufgerichtet werden wird.

Jerusalem wird sogar einen speziellen Namen erhalten, nämlich Stadt der Treue.[43] Das weist nicht nur hin auf die Treue Gottes zu seinem Volk in Übereinstimmung mit seinen einmal gegebenen Verheißungen, sondern auch darauf, dass in der Stadt Treue gefunden werden wird bei dem Volk als Folge des Gehorsams an Gottes Aufruf in Sacharja 7,9 und 8,17.19.

Der Berg des HERRN, der Berg Zion[44], wird auch einen speziellen Namen bekommen, nämlich „Berg der Heiligkeit“.[45] Dieser Berg wird von der Heiligkeit Gottes zeugen. Gott wird das Böse aus dem Volk auslöschen, und sie werden seine Heiligkeit berücksichtigen.[46]

Gott wird Jerusalem und seinem heiligen Berg seinen Stempel aufdrücken, und das Heil wird auch ganz deutlich darin gesehen werden, dass die Bevölkerung Jerusalems wieder alte Männer und Frauen zählen wird.[47] In Krieg und Verfolgung wird die Jugend, die Blüte der Nation, getötet, die Älteren sterben aus und es kommt kein Nachwuchs. Es entsteht sozusagen eine Lücke in der Bevölkerung. Das wird nun weggenommen werden. Diese alten Männer und Frauen werden in Ruhe und Frieden ungestört auf den Plätzen der Stadt sitzen. Dass sie mit einem Stock gehen, ist nicht die Folge von Invalidität, sondern wegen des hohen Alters, das sie erreicht haben.[48] Auch die Jugend wird wieder vertreten sein.[49] Jungen und Mädchen spielen wieder auf den Plätzen.[50] Das Volk wird den Segen empfangen, den Gott ihm in der Vergangenheit versprochen hatte, den es jedoch durch Untreue verspielt hatte.[51]

So eine Verheißung für eine Handvoll zurückgekehrter Juden ist fast nicht zu glauben; es ist wundersam. Doch für den Herrn ist nichts zu wunderbar; das musste Sarah sich schon anhören, als sie an der Macht Gottes zweifelte, dort Leben schenken zu können, wo der Tod herrschte.[52] So wird das Volk auch bedingungslos diese Verheißungen Gottes anerkennen.[53]

Wenn Israel dann fragen würde, woher die Bevölkerung, bestehend aus Alten und Jungen, denn kommen wird, verkündigt der Herr, dass Er sein Volk, das im Osten weilt (dem Land des Aufgangs der Sonne), befreien und es nach Jerusalem zurückbringen wird.[54] Dort, wo Er seine Wohnung hat, werden auch sie wohnen.

Der HERR wiederholt dann das Wort, das Er am Sinai redete: „Sie werden mir zu einem Volk sein und ich werde ihnen zu einem Gott sein“[55], und das in Treue und Gerechtigkeit. Seine Treue wird gesehen werden und seine Gerechtigkeit wird dann herrschen.

Es ist schade, dass Veldkamp, der so schöne Dinge über dieses prophetische Buch schreibt, von einer buchstäblichen Erfüllung dieser Heilsprophezeiungen nichts wissen will. Er schreibt:

Diese Heilsprophezeiungen sind also in dem irdischen Jerusalem nie erfüllt worden und werden es auch nicht, wie es die Chiliasten erträumen, sondern sie finden ihre Verwirklichung in Christus und seiner Gemeinde, hier dem Grundsatz nach und einst in Vollkommenheit nach dem jüngsten Tag.[56]

Es ist gerade umgekehrt: Die Verwirklichung wird stattfinden in der Zeit der Christusregierung in der Zukunft. Wir können nur eine Anwendung machen auf Christus und seine Gemeinde.

So spricht der HERR

Das sich wiederholende „So spricht der HERR“ in diesem Kapitel zeugt sozusagen davon, dass Gott seine Heilsverheißungen dem Volk einhämmern möchte.

Zion

Zion war ursprünglich der Berg, wo die Jebusiter wohnten und der von David erobert wurde (2Sam 5,7); später wurde damit der Tempelplatz bezeichnet (Ps 2,6; Jes 8,18; Joel 2,1). Wie vorher erwähnt, zog dieser Name auf einen Hügel in den südwestlichen Teil Jerusalems um.[57] Oft sind Jerusalem und Zion austauschbar (Jes 2,3; 4,3; 33,20; Amos 1,2; Mich 3,10.12). Im Buch Sacharja kommen beide Namen zugleich vor in Sacharja 1,14.17; 8,3; 9,9.

Das Land des Aufgangs und das des Untergangs der Sonne

Hiermit ist die Erde gemeint, wohin auch immer die Israeliten zerstreut wurden.[58]

Mir zum Volk

Der Ausdruck „mein Volk“ oder „mir zum Volk“ ist kennzeichnend für Israel. Am Sinai erklärte Gott klar und deutlich, dass Israel sein Volk sein sollte.[59] Durch ihre Sünden machten die Israeliten die Beziehung unmöglich. Hosea erklärte daher, dass Israel nicht mehr Gottes Volk sei. Das sollte jedoch keine bleibende Verwerfung sein, denn derselbe Prophet verkündigt die Wiederherstellung dieser Beziehung.[60]

Israel zum Segen für die Nationen (Sach 8,9-13)

Sach 8,9-13: 9 So spricht der HERR der Heerscharen: Stärkt eure Hände, die ihr in diesen Tagen diese Worte aus dem Mund der Propheten hört, die an dem Tag waren, als der Grund des Hauses des HERRN der Heerscharen, des Tempels, gelegt wurde, um ihn zu erbauen! 10 Denn vor diesen Tagen gab es keinen Lohn für die Menschen und keinen Lohn für das Vieh; und der Aus- und Eingehende hatte keinen Frieden vor dem Bedränger, und ich ließ alle Menschen gegeneinander los. 11 Nun aber will ich dem Überrest dieses Volkes nicht sein wie in den früheren Tagen, spricht der HERR der Heerscharen; 12 sondern die Saat des Friedens[61], der Weinstock, wird seine Frucht geben, und die Erde wird ihren Ertrag geben, und der Himmel wird seinen Tau geben; und dem Überrest dieses Volkes werde ich das alles zum Erbteil geben. 13 Und es wird geschehen: Wie ihr, Haus Juda und Haus Israel, ein Fluch unter den Nationen gewesen seid, so werde ich euch retten, und ihr werdet ein Segen sein. Fürchtet euch nicht, stärkt eure Hände!

Diese Fortsetzung enthält

  • einen Aufruf, die Hände zu stärken;
  • die Beschreibung des früheren, traurigen Zustands;
  • die Umkehr der Haltung Gottes, die stattgefunden hat und noch stattfinden wird.

Nach den wertvollen Voraussagen über das, was geschehen wird, folgt nun ein Aufruf, der an die Verantwortlichkeit des Volkes appelliert, nämlich, dass sie ihre Hände stärken sollen. Sie hörten nun aus dem Mund der Propheten[62] diese Heilsankündigungen ab dem Zeitpunkt der Gründung des Hauses des Herrn, des Tempels, und als der weitere Bau in Angriff genommen wurde. Jetzt sollten sie nicht mutlos werden, sondern die Ärmel hochkrempeln.

Als Ansporn erinnert der Herr das Volk noch an den Zustand, bevor sie mit dem Wiederaufbau angefangen hatten (520 v.Chr.). Drei Dinge zählt der Herr auf: Die Menschen verdienten nichts, was sich wahrscheinlich auf den Ackerbau bezieht; das Vieh gedieh nicht; und um die Sicherheit im Land war es auch hoffnungslos bestellt.[63] Dies alles war nicht nur auf Missernten oder dergleichen zurückzuführen, sondern die Hand des Herrn stand dahinter. Er ließ die Menschen aufeinander losgehen. Das Letzte müssen wir wieder so auffassen, dass Er die Feindschaft der Menschen zur Züchtigung seines Volkes gebrauchte. Auch ist es möglich, dass Gott unter Israel die Menschen gegeneinander aufwiegelte. Wie dem auch sei, der Zustand damals bewies, dass der Herr den Segen zurückhielt und sein Volk züchtigte.[64]

Nun ist allerdings eine Veränderung in Gottes Haltung im Hinblick auf sein Volk eingetreten. Der Herr redet über einen „Überrest“ seines Volkes. Er sieht ihren ärmlichen Zustand an und wird Veränderung bringen. Es zeigt sich schon an den Feldern, denn die Saat gedeiht[65], dem Weinstock geht es gut und er trägt Früchte, der Tau des Himmels kommt herab und befeuchtet den Boden.[66] Das alles ist ein Geschenk des Herrn, der in diesem ganzen Buch, aber vor allen Dingen in diesem Kapitel, wiederholt „der HERR der Heerscharen“ genannt wird. Ihm steht alle Macht zur Verfügung.

In der Vergangenheit war Israel unter den Nationen ein Fluch. Wir können das in dem Sinn auffassen, dass Gottes Fluch auf dem Volk ruhte und dass sie deswegen unter den Nationen zerstreut waren. Der Fluch von Ebal war über sie gekommen, und ihr Betragen unter den Nationen war zur Unehre des Namens Gottes.[67] Manche bevorzugen die Auslegung, dass Israel auch für die Nationen zum Fluch war; diese Nationen vergriffen sich nämlich an dem Volk des HERRN und sollten dadurch Züchtigung über sich bringen, so wie wir das in Jesaja 10,5-10 lesen. Man könnte auch den Gedanken haben, dass man den Namen Israels als Fluch gebrauchte und anderen dieses Los wünschte.[68]

Umgekehrt wird Vers Sacharja 8,13b dann auf die Tatsache sehen, dass man das Los Israels als Segenswunsch gebrauchte.[69] Der Ausdruck „ein Segen sein“ in Vers 13 spricht allerdings mehr für die erste und zweite Meinung.

Israel würde nun Heil erfahren und dadurch würden auch die Nationen Heil empfangen.[70] Sie würden mit Israel gesegnet werden, so wie Gott das einst Abraham verheißen hatte.[71]

Der Abschnitt endet, wie er angefangen hat, mit der Anregung: „Stärkt eure Hände.“ Was für eine Ermutigung vonseiten Gottes!

Stärkt eure Hände

Vergleiche in Verbindung mit diesem Ausdruck 2. Samuel 2,7 und vor allem Josua 1, wo wir dem Ausdruck „Sei stark“ viermal begegnen, wie auch Richter 7,11; Jesaja 35,3; Hesekiel 22,14 und Haggai 2,4.

Verbindung zu Haggai

Der Bezug zu Haggai ist mehr als deutlich. Wir haben bereits auf Haggai 1,10 und 2,18.19 hingewiesen.

Der Aus- und der Eingehende

Van der Woude versteht unter dem „gehenden und dem kommenden Mann“ den Ackerbauer, der auf sein Land geht und zurückkehrt.[70] Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, übersetzt frei: „Wer irgend mit einem Fuß hinaustrat“.

Haus von Juda und Haus von Israel

Wenn diese beiden Namen nebeneinander gebraucht werden, ist anzunehmen, dass mit dem Haus Juda die Nachkommen der zwei Stämme gemeint sind und mit dem Haus Israel die Nachkommen der zehn Stämme.

Der Herr wird Jerusalem wohltun (Sach 8,14-17)

Sach 8,14-17: 14 Denn so spricht der HERR der Heerscharen: Wie ich euch Böses zu tun gedachte, als eure Väter mich erzürnten, spricht der HERR der Heerscharen, und ich es mich nicht gereuen ließ, 15 so gedenke ich in diesen Tagen Jerusalem und dem Haus Juda wieder Gutes zu tun. Fürchtet euch nicht! 16 Dies sind die Dinge, die ihr tun sollt: Redet die Wahrheit einer mit dem anderen; richtet der Wahrheit gemäß und fällt einen Rechtsspruch des Friedens in euren Toren; 17 und sinnt keiner auf das Unglück des anderen in euren Herzen, und falschen Eid liebt nicht; denn dies alles hasse ich, spricht der HERR.

Diese Verse enthalten

  • die Verheißung, dass Gott Jerusalem wohltun wird;
  • die Ermahnung, aufrichtig zu handeln.

Dieser Abschnitt ist nicht schwer zu verstehen: Er erinnert erneut an die Vergangenheit und enthält anschließend eine tröstende und eine warnende Botschaft. Der Herr erinnert das Volk daran, dass Er sich in den Tagen ihrer Voreltern vorgenommen hatte, Böses über sie zu bringen.[73] Das ist so eingetroffen, nicht, weil Gott das einfach mal tun wollte, sondern weil Israel vom Herrn abwich und den Zorn Gottes erweckte. Gott straft niemals einfach so, es gibt immer einen Grund, wenn Er Strafe ausübt. Und weil Er nach den Normen des Rechts handelt, bereut Er es auch nicht.

Die tröstende Botschaft lautet, dass es genauso sicher ist, dass Gott sich vorgenommen hat, Israel Gutes zu tun. Vor der Zukunft brauchten sie sich nicht zu fürchten.[74] Doch dieses Wohltun geschieht nicht einfach so. Die Israeliten mussten dann schon Wahrheit[75] miteinander reden. Es muss ehrlich Recht gesprochen werden.[76] Man soll das Gute für seinen Nächsten vor Augen haben und nicht sein Unheil. Ein falscher Eid sollte nicht geschworen werden, denn all die Dinge, die der Herr hier aufzählt, hasst Er. Obwohl hier von dem Betragen der Israeliten untereinander gesprochen wird, ist klar, dass dasselbe Betragen sie gegenüber den Fremdlingen kennzeichnen sollte. Diese durften sie genauso wenig ungerecht behandeln.[77] Diese Botschaft ist klar und deutlich, und es kommt darauf an, nach diesem Wort des HERRN zu handeln.

… und ich es mich nicht gereuen ließ

Die Verheißungen Gottes sind zuverlässig, doch um den Segen des Bundes tatsächlich erfahren zu können, muss Israel nach den Normen des Bundes handeln.

Gott ist nicht eine Person, die Dinge sagt und darauf dann später zurückkommt, so wie wir Menschen das tun, weil wir die Konsequenzen nicht überblickt haben. Was seine Ratschlüsse und sein Wesen betrifft, kennt Gott keine Reue[78]; was sein Handeln mit den Menschen betrifft, kann Er auf seine Aussagen zurückkommen, wenn der Mensch seinen Bedingungen nicht entspricht. Das schmerzt Gott allerdings und es reut ihn.[79]

In euren Toren

Im Altertum war das Tor der Ort, wo Recht gesprochen wurde und andere wichtige Maßnahmen ergriffen wurden.[80]

Jerusalem das religiöse Zentrum der Welt (Sach 8,18-23)

Sach 8,18-23: 18 Und das Wort des HERRN der Heerscharen erging an mich, indem er sprach: 19 So spricht der HERR der Heerscharen: Das Fasten des vierten und das Fasten des fünften und das Fasten des siebten und das Fasten des zehnten Monats wird dem Haus Juda zur Wonne und zur Freude und zu fröhlichen Festzeiten werden. Doch liebt die Wahrheit und den Frieden. 20 So spricht der HERR der Heerscharen: Noch wird es geschehen, dass Völker und Bewohner vieler Städte kommen werden; 21 und die Bewohner der einen werden zur anderen gehen und sagen: „Lasst uns doch hingehen, um den HERRN anzuflehen und den HERRN der Heerscharen zu suchen!“ – „Auch ich will gehen!“ 22 Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um den HERRN der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen. 23 So spricht der HERR der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus allerlei Sprachen der Nationen ergreifen, ja, ergreifen werden sie den Rockzipfel eines jüdischen Mannes und sagen: „Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.“

Diese letzte Heilsbotschaft

  • kommt zurück auf die Frage über das Fasten;
  • erwähnt, dass die Nationen kommen werden, um den Herrn in Jerusalem zu suchen;
  • sagt, dass zehn Männer aus den Nationen mit einem jüdischen Mann mitgehen wollen, der nach Jerusalem geht.

Allmählich nähert sich dieser Abschnitt einem Höhepunkt, den der Herr einleitet, indem Er auf die Frage des Fastens zurückkommt. Hier nicht in negativem Sinn, wie in Sacharja 7,3; im Gegenteil, sehr positiv sagt Gott, dass das Fasten am vierten, fünften, siebten und zehnten Monat sich in Fröhlichkeit und Freude verändern wird.[81] Es werden sogar Festtage sein, wenn Israel die Wahrheit und den Frieden liebt.

Es scheint, dass das Volk mehr Fastentage hat als nur im fünften und siebten Monat, denn hier in Sacharja 8,19 ist auch die Rede von dem vierten und zehnten Monat.

Wir können folgendes Schema aufsetzen:

  • Das Fasten am vierten Monat (und zwar am neunten Tag des Monats) bezieht sich auf die Tatsache, dass eine Bresche in die Mauer Jerusalems geschlagen wurde (2Kön 25,3; Jer 39,2.3; 52,6.7).
  • Das Fasten im fünften Monat (und zwar am zehnten Tag) bezieht sich auf das Einnehmen und Verbrennen von Stadt und Tempel im Jahr 586 v.Chr. (Jer 52,12; 2Kön 25,8 [hier wird der siebte Tag vom fünften Monat genannt]).
  • Beim Fasten im siebten Monat (und zwar am dritten Tag von diesem Monat) müssen wir an den Mord an Gedalja denken (2Kön 25,25; Jer 41,1 usw.), wodurch die Zurückgebliebenen dachten, dass sie in große Schwierigkeiten geraten, und der Zug nach Ägypten eingeleitet wurde.
  • Schließlich weist das Fasten im zehnten Monat (und zwar am zehnten Tag) auf den Moment des Beginns der Belagerung Jerusalems hin (2Kön 25,1; Jer 39,1; 52,4).

Das Fasten an all diesen verschiedenen Daten mit je einem besonderen Hintergrund erschien sehr fromm; wir haben jedoch schon gesehen, dass es für Gott wenig Wert hatte. Der Herr sah lieber, dass Recht getan wurde unter dem Volk, was hier noch einmal mit den Worten wiederholt wird: „Liebt die Wahrheit und den Frieden.“ Eine schöne Kombination von zwei Begriffen: Wahrheit tun bzw. wahrhaftig sein in seinem Tun und Lassen und dabei alles daransetzen, dass der Friede untereinander gewahrt bleibt.

Dann folgt eine gewaltige Verheißung, und zwar, dass Nationen kommen[82] werden, und die Bewohner vieler Städte werden erweckt werden, um nach Jerusalem zu ziehen, um die Gunst des Herrn zu suchen.[83] Es geht also nicht um eine einzige Gesellschaft, wie das in den Tagen Salomos war, als er von der Königin von Scheba und anderen besucht wurde.[84]

Das Ergebnis des Ansporns ist, dass hier und da gerufen werden wird: „Auch ich will gehen.“ Es ist eine persönliche Entscheidung, doch wenn viele diese Wahl treffen, werden es ganze Völker, die hinaufziehen.

Dieses Hinaufgehen nach Jerusalem wird also nicht auf das Volk Israel beschränkt bleiben, das sich wieder zu dem Herrn wenden wird und in Jerusalem ein Fest für den Herrn feiern will; nein, auch viele Nationen und mächtige Völker werden kommen, um den Herrn zu suchen und seine Gunst zu erflehen.[85]

Das ist etwas anderes, als wenn 5000 Juden aus der Verbannung zurückkehren. Ganze Völker werden nach Jerusalem hinaufziehen. So etwas hat es noch nie gegeben! Es werden sogar zehn Männer aus den Nationen mit allerlei Sprachen den Rockzipfel eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen, dass sie mit ihm mitziehen wollen, weil sie gehört haben, dass Gott mit seinem Volk ist.[86] Das muss den Juden zur Zeit Sacharjas wie Musik in den Ohren geklungen haben.

Zehn

Die Zahl Zehn drückt aus, dass diese Anzahl für die ganze Völkerwelt repräsentativ ist, vergleiche Matthäus 25,1, wo diese Zahl ebenso repräsentativ gebraucht wird; siehe auch 3. Mose 26,26.[87] Vergleiche für den Gebrauch der Zahl Zehn auch noch 1. Mose 31,7 und 2. Samuel 1,8.

Ergreifen des Rockzipfels eines jüdischen Mannes

Das Ergreifen des Rockzipfels bedeutet, dass man zu diesem jüdischen Mann gehören will; man klammert sich an diesen jüdischen Mann; vergleiche für einen ähnlichen Ausdruck 2. Chronika 15,9 und Jesaja 4,1.

Beachte, dass am Saum des jüdischen Kleides die Gedenkquasten hingen, die für einen Israeliten das Zeichen waren, dass er zu dem Volk gehörte, das Gott aus Ägypten erlöst hatte (4Mo 15,38; 5Mo 22,12).

Verständnisfragen zu Kapitel 7 und 8

  1. Was ist die Bedeutung von Fasten in unserer Zeit? Siehe zum Beispiel Matthäus 6,16; 9,14.15; 17,21; Markus 9,29; Lukas 2,37; Apostelgeschichte 14,23.

  2. Israel hörte nicht auf die Worte des Herrn; was sagt Paulus in 2. Timotheus 4,3.4 bezüglich der Christen? Welche Ermahnung beinhaltet das für uns?

  3. Wir sind das geistliche Volk Gottes in dieser Zeit. Welche Forderungen gehören gemäß 2. Korinther 6,14-18 und Titus 2,14.15 in der Praxis dazu?

  4. Tore waren unter den Israeliten die Orte, wo Recht gesprochen wurde und andere wichtige Entscheidungen getroffen wurden. Wie kannst du im Hinblick darauf Matthäus 16,18 erklären?

  5. Wenn wir, was unser geistliches Leben betrifft, Armut leiden, woran liegt das dann? Wir kann sich hier eine Veränderung ergeben?

C II – Sacharja 9–14

Zwei Gottesreden: „Worauf läuft es hinaus?“

Wir sind am zweiten Abschnitt des dritten Teils des Buches Sacharja angekommen. Wie vorher behandelt, gibt es Ausleger, die meinen, dass die Kapitel 9–14 nicht von demselben Schreiber stammen wie die ersten acht Kapitel. Angesichts der Tatsache, dass wir dieses Problem in der Einleitung besprochen haben, gehen wir hier nicht weiter darauf ein.

In Verbindung mit dem charakterlichen Unterschied zwischen den Kapiteln 1–8 und 9–14 teilen manche das Buch in zwei hiermit übereinstimmende Hauptabschnitte ein, und es spricht durchaus etwas dafür. Wir halten uns jedoch an die vorher gegebene Einteilung in drei Teile, die sich auf die Erwähnung der Daten gründet, mit einer detaillierteren Unterverteilung.

Am Ende des Kapitels 8 wird erwähnt, dass Massen von Heiden sich zu dem Gott Israels wenden und an dem Heil der Nationen teilhaben werden. In den nachfolgenden Kapiteln wird ausführlich behandelt, wie dies seinen Gang gehen wird.

Die erste Gottesrede (Sach 9–11)

Die erste Gottesrede umfasst die Kapitel 9, 10 und 11 und handelt zu einem großen Teil von dem ersten Kommen Jesu Christi und erwähnt seine Verwerfung. Die zweite Gottesrede hat vor allen Dingen sein zweites Kommen zum Thema. In beiden finden wir Auswirkungen dessen, was in den acht Vision angesprochen wurde. Lindsey zieht die folgenden Parallelen, wodurch die Einheit des ganzen Buches unterstrichen wird:

Vision

Thema

Erste Gottesrede

Zweite Gottesrede

1. Vision
Sach 1,7-17

Die zukünftige Wohlfahrt Israels und Jerusalems

Sach 10,6-0

Sach 12,6-8
Sach 14,11

2. Vision
Sach 2,1-4

Die Vernichtung der Nationen

Sach 9,1-8

Sach 12,1-6
Sach 14,11

3. Vision
Sach 2,5-10

Die göttliche Bewahrung und Erhöhung Jerusalems

Sach 9,9-17

Sach 12,7-9
Sach 14,4-11

4. Vision
Sach 3,1-5

Die geistliche Reinigung Israels

Sach 10,2.3

Sach 12,10-15
Sach 14,8

5. Vision
Sach 4,1-7

Verleihung von Kraft; Ermächtigung

Sach 10.1-6

Sach 13,1-6

6. Vision
Sach 5,1-4

Das göttliche Gericht über Sünder

Sach 11

Sach 13,7-9
Sach 14,12-15

7. Vision
Sach 5,5-11

Das Entfernen der Ungerechtigkeit

 

Sach 14,20.21

8. Vision
Sach 6,1.8

Gottes Gericht und Regierung über die Nationen

 

Sach 14,16-19

[88]

Es ist ratsam, die Kapitel 9 bis 11 in Gänze zu lesen. Wir behandeln sie der Übersichtlichkeit wegen in kleinen Abschnitten, wobei wir manchmal auf noch zu besprechende Abschnitte vorausgreifen.

Auch wenn wir von der absoluten Vertrauenswürdigkeit des Wortes Gottes ausgehen, können wir nicht umhin, zuzugeben, dass die Kapitel 9 bis einschließlich 14 die Übersetzer und Ausleger manchmal vor Probleme stellen. Der Text, so wie er durch die Jahrhunderte hin überliefert wurde, ist nämlich nicht überall gleich klar. Wir haben schon geschrieben, dass wir denen nicht folgen, die bezüglich textlicher Veränderungen und des Umsetzens von Versen und Texten sehr frei sind; das nimmt nicht weg, dass auch ganz vorsichtige Schriftausleger verschiedene Veränderungen vorschlagen und diverse Übersetzungen anbieten. Auf all diese Probleme können wir im Rahmen dieser Betrachtung nicht eingehen. Wir wollen allerdings noch anmerken, dass die Auslegungsschwierigkeiten weniger sind, als das oft geäußert wird, für die nämlich, die von dem Gedanken ausgehen, dass Sacharja über die endgültige nationale und geistliche Wiederherstellung Israels in der nachchristlichen Zeit schreibt.

Gericht über die Nachbarvölker (Sach 9,1-8)

Sach 9,1-8: 1 Ausspruch des Wortes des HERRN über das Land Chadrak; und auf Damaskus lässt es sich nieder (denn der HERR hat ein Auge[89] auf die Menschen und auf alle Stämme Israel) 2 und auch auf Hamat, das daran grenzt, auf Tyrus und Sidon, weil es sehr weise ist. 3 Und Tyrus hat sich eine Festung erbaut und Silber gehäuft wie Staub und Feingold wie Straßenkot. 4 Siehe, der Herr wird es einnehmen und seine Macht im Meer schlagen; und es selbst wird vom Feuer verzehrt werden. 5 Askalon soll es sehen und sich fürchten; auch Gaza, und soll sehr erzittern, und Ekron, denn seine Zuversicht ist zuschanden geworden. Und der König wird aus Gaza vertilgt, und Askalon wird nicht mehr bewohnt werden. 6 Und ein Bastard wird in Asdod[90] wohnen, und ich werde den Hochmut der Philister ausrotten. 7 Und ich werde sein Blut aus seinem Mund wegtun und seine Gräuel zwischen seinen Zähnen weg; und auch er wird unserem Gott übrig bleiben und wird sein wie ein Fürst[91] in Juda und Ekron wie der Jebusiter. 8 Und ich werde für mein Haus ein Lager aufschlagen vor dem Kriegsheer, vor den Hin- und Herziehenden, und kein Bedränger wird sie mehr überziehen; denn jetzt habe ich es mit meinen Augen gesehen.

Diese Verse enthalten die Ankündigung, dass

  • Gott gegen die umliegenden Völker im Landstrich von Damaskus ziehen wird;
  • Tyrus verwüstet werden wird;
  • Gott die Städte der Philister züchtigen wird, insbesondere Askalon;
  • Gott sich um sein Haus lagern und den Unterdrückern wehren wird.

Dieser Abschnitt beginnt mit dem Ausdruck „Gottesrede“. [In der verwendeten niederländischen Übersetzung steht zu Beginn wörtlich: „Gottesrede, das Wort des HERRN“; Anm. d. Üb.]. Es geht also um eine Mitteilung, die Sacharja als eine Botschaft des HERRN weitergeben soll. Er hat diesen Auftrag. Es werden jetzt keine Gesichte mehr erwähnt und eine damit verbundene Botschaft; nein, was nun folgt, ist eine direkte mündliche Mitteilung.

Die Botschaft betrifft Israel und bezieht sich auf alles, was bis Kapitel 11,19 geschrieben steht. In unserem Abschnitt wird zuerst das Los aller umliegenden Völker im Norden und im Westen Israels besprochen[92], es hat aber alles mit Israel zu tun, denn diese Völker werden für das gestraft, was sie Israel angetan haben. Darüber hinaus endet dieser Abschnitt mit einem Wort, das sich geradewegs auf das Volk Gottes bezieht.

Das „Er“ in Sacharja 9,1[93] kann sich auf den HERRN beziehen und seine Aktivitäten in Chadrak, einer Stadt und einem Landstrich in Syrien, und sein Verweilen – also ein länger dauerndes Gericht – in Damaskus, der Hauptstadt von Syrien. Der HERR bedient sich für sein Gericht oft der Nationen. Darum können wir bei „Er“ auch an eine Macht denken, die im Dienst Gottes gegen Chadrak und Damaskus aufzieht. Einen derartigen Sprachgebrauch finden wir z.B. in Jesaja 10,28-32. In diesem Fall geht es u.a. um das Auftreten der Assyrer.

Dem Auge des Herrn entgeht nichts. Er sieht nicht nur auf sein Volk Israel, sondern auch auf andere Menschen, und das beschränkt sich nicht auf die großen Weltmächte, wie die, die z.B. im Buch Daniel beschrieben werden, sondern auch auf kleinere Nationen, die sich gegen sein Volk fehlverhalten haben.[94] So wie Er auf Israel aufpasst – und das zum Guten und zum Bösen –, so macht Er dies auch mit diesen Nachbarvölkern. Hamat, eine große Stadt am Fluss Orontes in Syrien, entgleitet dabei seinem aufmerksamen Blick nicht. Anschließend kommen Tyrus und Sidon an die Reihe.[95] Diese beiden Städte in Phönizien waren unter Hiram in der Zeit von Salomo Israel freundlich gesinnt und hatten Material für den Tempelbau geliefert.[96] Allerdings blieb ihre Haltung nicht immer so.

Der Herr zeugt von der Weisheit der Einwohner dieser Städte. Offensichtlich berufen sie sich darauf[97], das wird aber nicht helfen, dem Gericht Gottes zu entgehen. Auch der Wall, den Tyrus, die mächtigste der beiden Städte, anlegte, wodurch die Stadt fast uneinnehmbar schien, wird keinen Schutz bieten, und ihr Reichtum (um sich von einem Belagerer freizukaufen?) wird nicht helfen. Die Vormauer wird niedergehauen werden und ihre Steine werden ins Meer geworfen werden[98], und Feuer wird die Stadt verzehren.[99]

Nun richtet Gott den Blick mehr Richtung Süden, und Er teilt mit, dass die Städte der Philister beim Hören dieser Katastrophen sich fürchten und beben werden.[100] Es gab fünf Städte in Philistäa, von denen hier vier genannt werden. Gath wird nicht erwähnt.[101] Ekron hegt Hoffnung auf ein Entkommen des Gerichts, wird aber nicht mit heiler Haut davonkommen. Auch Gaza wird genannt, sein König wird verschwinden, und Askalon wird unbewohnt sein, was seine ursprüngliche Bevölkerung betrifft. Eine Mischbevölkerung von offensichtlich geringer Güte wird Asdod einnehmen, die vornehmste der fünf Philister-Städte, oder sie werden dorthin geführt, wie es damals mit dem Zehnstämmereich durch die Assyrer geschah.[102] Das Vernichten des Stolzes der Philister kann sich auf die Vernichtung ihrer stolzen Art beziehen oder auf die Zerstörung der Dinge, auf die sie stolz waren, wie z.B. ihre Städte, ihren Tempel Dagons oder etwas Ähnliches.[103]

Die Philister waren ein brutales Kriegsvolk, das wie ein Raubtier das Blut seiner Beute oder das blutige Fleisch im Maul hat, doch Gott wird ihre Beute entfernen bzw. ihre Raubsucht vernichten und ihren Gräueltaten und ihrer Brutalität („zwischen seinen Zähnen“) ein Ende bereiten. Vielleicht dürfen wir bei der Befreiung der Beute auch an die Befreiung des Überrests der Juden denken. Der Gedanke ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir beim Entfernen der Gräuel zwischen seinen Zähnen an das Entfernen des (blutigen) Opferfleisches denken können, das man zur Ehre Dagons aß.[104]

Gott[105] rottet zwar ihren Stolz[106] aus, jedoch nicht das Volk als solches; besser noch, denn sie bekommen sogar einen Platz im wiederhergestellten Israel[107], so wie es mit den Jebusitern geschah.[108]

Nach dieser Ankündigung der Gerichte über die feindlichen Nachbarvölker folgt eine gewaltige Heilsverheißung für das bedrückte Israel. Gott wird sich um sein Haus lagern und die Heerlager der Nationen daran hindern, Israel zu bedrängen. Gott sieht diese Zukunftsperspektive mit seinen eigenen Augen. Es wird also geschehen; darauf kann sein Volk sich verlassen!

Diese Prophezeiung hat (siehe oben) in der Vergangenheit eine gewisse Erfüllung erfahren. Man denke an den Eroberungszug Alexanders des Großen. Er eroberte Tyrus und danach das Gebiet der Philister. Doch schlussendlich bezieht sich diese Gottesrede auf die Wiederherstellung Israels in der Endzeit, wie Sacharja 9,9 und 10 zeigen. Gott vergisst sein Volk nicht und bleibt seinem Bund mit ihnen treu. Er ist ein treuer Gott!

„Gottesrede“ oder „Last“

Die niederländische Statenvertaling gibt das hebräische Wort masa mit „die Last“ des Wortes des HERRN wieder. Nun ist dieses Wort eine Ableitung von nasa, und das sowohl im Sinn von „tragen“ wie auch „aufheben“, „Erheben einer Stimme“. Diese letztere Bedeutung liegt eher auf der Hand. Hierbei kann auf diverse Schriftstellen verwiesen werden, wo das Wort offensichtlich so wiedergegeben werden muss.[109] Dem Ausdruck „Gottesrede“ [oder „Ausspruch Gottes“; Anm. d. Üb.] begegnen wir u.a. in 2. Könige 9,25; Sprüche 30,1 und zehnmal in Jesaja (Jes 13,1; 15,12 usw.); in Hesekiel 12,10; Nahum 1,1 und in Hebräer 1,1.

Er ist im …

Sacharja 9,1 wird auch schon mal mit folgender Übersetzung wiedergegeben: „Ausspruch Gottes, das Wort des HERRN im Land Chadrak“[110] Mit Verweis auf Jesaja 9,8 wird an ein Wort „über“ oder „in Bezug auf“ Chadrak usw. gedacht. Und anstelle von „der HERR richtet sein Auge auf andere Menschen“ übersetzt man „denn sowohl die Augen der Menschen als auch der Stämme Israels sind auf den HERRN“. Wir gehen allerdings von der Wiedergabe der NBG-Übersetzung 1951 aus.

Chadrak

Der Name bedeutet „Umhüllung“, „Umkreisung“ oder vielleicht „Burg“. Manche verstehen unter Chadrak ganz Syrien, doch da zusätzlich auch noch Damaskus erwähnt wird, wird man eher an eine Stadt oder an einen Landstrich in Syrien denken müssen. Das ist auch die Meinung Lindseys, der an einen Ort namens Hatarikka denkt, der im Norden von Hamat gelegen war und in Inschriften in Keilschrift erwähnt wird.[111] Ridderbos meint, dass es der Name eines Königs oder Götzen von Damaskus sei, dessen Name uns weiterhin unbekannt sei.[112]

Damaskus

Als Bedeutung des Namens wird angegeben: „Betriebsamkeit“, „Fleiß“ oder „Blutkelch“. Wir begegnen dieser Stadt zum ersten Mal in 1. Mose 14,15 in der Geschichte des Feldzugs Abrams, um seinen Neffen Lot zu befreien. Weiterhin wissen wir, dass Elieser, der Knecht Abrams, aus Damaskus kam.[113] Diese Stadt wird als eine der ältesten Städte im Mittleren Osten betrachtet. Die Stadt spielte auch eine Rolle in den Kriegen zwischen Israel und Syrien. Es werden diverse Prophezeiungen über diese Stadt ausgesprochen.[114] Im Neuen Testament wird Damaskus in Verbindung mit dem Vernichtungszug des Paulus genannt, der in dieser Stadt die Christen verfolgen wollte.[115]

Hamat

Dieser Name bedeutet „verteidigt“, „durch Wälle umgeben“, „Burg“ oder möglicherweise „zentral gelegene Stadt“.[116] Hamat war eine aramäische Stadt und lag am Fluss Orontes an der Grenze zum Gebiet Israels.[117]

Tyrus

Als Bedeutung des Namen Tyrus wird angegeben: „Fels“ oder „Felsfestung“. Wir unterscheiden das alte Tyrus, das auf dem Festland gelegen war[118], von dem neuen Tyrus, das auf kleinen Inseln im Mittelmeer erbaut war.[119] Tyrus leistete in früherer Zeit fünf Jahre lang Widerstand gegen Salmaneser V. von Assyrien. Anschließend wurde es dreizehn Jahre durch Nebukadnezar belagert. Über das Auftreten dieses Fürsten hat Hesekiel prophezeit.[117] Nach der säkularen Geschichtsschreibung mit der Einnahme im Jahr 576 v.Chr. brachte Nebukadnezar nicht das, was erwartet werden durfte, weshalb Gott ihm Ägypten als „Erstattung“ gab.[121] Später wurde die Stadt nach einer Belagerung von fünf (oder sieben) Monaten durch Alexander den Großen im Jahr 332 v.Chr. eingenommen. Dieser Fürst ließ einen Damm zur Stadt hin anlegen. Als Material dafür gebrauchte er den Schutt des früheren auf dem Festland gelegenen Tyrus. Diese alte Stadt wurde Jahrhunderte zuvor vernichtet. Dieser Damm machte die Einnahme des neuen Tyrus möglich. Der Ausdruck „Tyrus hat sich eine Festung gebaut“ enthält im Hebräischen ein Wortspiel. Der Name Tyrus lautet dort Zor, das Wort für Wall oder Festung ist Mazor.[122]

Sidon

Über die Bedeutung des Namens Sidon sind die Meinungen geteilt. Es kann sein: „Jagd“, „(Fisch-)Fang“, aber auch „ebene Stadt“ oder „Burg“. Andere legen eine Verbindung zum phönizischen Gott „Sid“. Die Stadt war genau wie Tyrus auf eine der kleinen Küsteninseln gebaut, wurde jedoch bald mit dem Festland verbunden. Sidon wird oft in einem Atemzug mit Tyrus genannt.

Die Frage ist, ob Tyrus und Sidon nicht zu dem Gebiet gehörten, das Gott Israel zugedacht hatte. Von Sidon ist das ziemlich sicher, wie in Josua 11,8; 19,28.29; Richter 1,3 und 2. Samuel 24,7 erwähnt wird.[123]

Die Städte der Philister

In der Aufzählung der Städte der Philister fehlt, wie gesagt, Gath. Das ist auch der Fall in Jeremia 25,20; Amos 1,6-8 und Zephanja 4,5. Vielleicht verlor die Stadt an Ansehen. Edelkoort sucht die Lösung darin, dass die Stadt im Jahr 711 v.Chr. von den Assyrern verwüstet wurde.[124] Oder kam die Stadt nach der vorigen Verwüstung durch Ussija nicht wieder nach oben?[125] Von Ekron wird gesagt, dass die Furcht dadurch verursacht wird, dass seine Erwartungen beschämt werden. Offensichtlich dachte Ekron also, im Schatten der Macht von Tyrus vor einem aus dem Norden kommenden Feind sicher zu sein.

Bastardvolk

Bastarde sind [bzw. waren früher] in unserem Sprachgebrauch uneheliche Kinder. Hier wird die Abstammung aus Mischehen gemeint sein. In der Regel sind diese Bastarde verachtet, und das gewiss in Israel[126], jedoch auch unter den Philistern. Hier geht es um ein ganzes Volk mit gemischtem Blut, das in Asdod wohnen wird. Das ist für den Stolz der ursprünglichen Bewohner kränkend.

Jebusiter

Dass die Jebusiter nicht vollständig ausgerottet sind, ergibt sich aus 2. Samuel 24,16-25, wo die Rede von Arawna ist, der im Volk aufgenommen ist und dem HERRN dient.[127] In Verbindung mit Vers Sacharja 9,7b lässt sich Psalm 137,4 zitieren.

Mein Haus

Die Frage ist, ob wir hierbei an den Tempel denken müssen oder an das Volk und das Land. Es spricht etwas für Letzteres, denn so wird wahrscheinlich über das Volk und das Land geredet in Hosea 8,1 und 9,15.[128] Geht es um den Tempelbau, dann müssten wir an den zukünftigen Tempel denken, der ab Hesekiel 40 gebaut wird.

Erfüllung

Es ist klar, dass die hier erwähnten Gerichte in der Vergangenheit eine Erfüllung gehabt haben, u.a., wie bereits erwähnt, in der Eroberung durch Alexander den Großen. Tyrus ist verwüstet und die Städte der Philister ebenfalls. Der Pulpit Commentary sieht eine weitere Erfüllung in dem Auftreten der Makkabäer und verweist auf 1. Makkabäer 5,86; 10,84; 13,47.48.[129] Die vollständige Erfüllung hat jedoch noch nicht stattgefunden, was sich aus den Worten zeigt, die sich auf die Philister und die Jebusiter beziehen.[130] Die Philister werden im Volk Gottes aufgenommen werden. Das ist in der Vergangenheit absolut nicht geschehen. In unserer Zeit sehen wir die Philister in den Palästinensern im Gazastreifen repräsentiert. Dies bedeutet nicht, dass die Palästinenser buchstäblich von den Philistern abstammen, sondern dass sie moralisch und strategisch den Platz der Philister eingenommen haben. Denke hierbei an Matthäus 23,35, wo der Herr Jesus die Schriftgelehrten und Pharisäer als Erben Kains sieht und ihnen das Blut Abels anrechnet. Was die Palästinenser betrifft, so ist im Entferntesten keine Rede von Einverleibung. Die Prophezeiung wartet also noch auf ihre Erfüllung in der Zukunft. Zu allem Überfluss erwähne ich noch, dass man früher eine Wiederherstellung Israels und eine zukünftige Erfüllung von dieser Art der Prophezeiung Sacharjas für undenkbar hielt; jedoch kommt nun vielen mit der Wiederbelebung des Mittleren Ostens eine endgültige Erfüllung nicht mehr so undenkbar vor.

Zions Friedenskönig (Sach 9,9.10)

Sach 9,9.10: 9 Frohlocke laut, Tochter Zion[131]; jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König wird zu dir kommen: Gerecht und ein Retter[132] ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin. 10 Und ich werde die Streitwagen aus Ephraim und die Pferde aus Jerusalem ausrotten, und der Kriegsbogen wird ausgerottet werden. Und er wird Frieden reden zu den Nationen; und seine Herrschaft wird sein von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde.

Dieser Abschnitt enthält:

  • einen Aufruf zum Jubeln;
  • den Grund für diesen Aufruf: Der König kommt;
  • die Folge dieses Kommens: Frieden auf Erden.

Diese Verse sind eine Fortsetzung von Sacharja 9,8, und in manchen Übersetzungen werden sie auch als detailliertere Ausarbeitung der Bewahrung und Beschirmung des Herrn im Hinblick auf sein Volk damit verbunden. Der Prophet kündigt die Person an, von der die Befreiung des Volks abhängig ist!

Diese Prophezeiung beginnt mit dem Aufruf an die Tochter Zion, der Tochter Jerusalems, zu jubeln. Hiermit sind die Einwohner Jerusalems gemeint, die als Bild einer Frau dargestellt werden, und eigentlich gilt dies dem ganzen Rest der Juden im Land.

Als Grund des Jubels wird angegeben, dass der König, dein König genannt, kommen wird. Es ist kein fremder Herrscher, nein, diese Worte beziehen sich überdeutlich auf den Messias, Israels König. Das Wörtchen „dein“ macht das klar.[133] Nach der Babylonischen Gefangenschaft hat es eigentlich kein unabhängiges Königreich Israel gegeben. Die Befreiung in der Zeit der Makkabäer kann man nicht als Befreiung betrachten, die durch die Propheten vorhergesagt wurde. Die Begleiterscheinungen beantworten nicht die Heilsprophezeiungen von vollkommenem und bleibendem Frieden; das ist auch mit dieser Prophezeiung der Fall.

Bevor der Prophet über die Friedensregierung des Messias redet, bringt er zunächst eine herrliche Beschreibung von der Art des kommenden Königs und seiner Regierung. Der König ist in erster Linie gerecht in seinem Wesen, und Er übt Recht aus.[134] Das Ausüben des Rechts besteht auch darin, dass Er dem Unrecht, das Israel angetan wurde, eine Ende bereiten wird und das Heil schenkt[135], jedoch nicht ohne dass das Unrecht, das Israel selbst Gott gegenüber getan hat, geradegerückt ist.

Sein Kommen wird überwindend sein [in der niederländischen NBG-Übersetzung steht; „Er ist gerecht und siegend“; Anm. d. Üb.]. Es ist keine Rede von einer Niederlage oder einem zweifelhaften Sieg. Im Gegenteil, „siegend“ wird sein Kommen sein. Dennoch ist Er kein brutaler, autoritärer Despot, so wie es viele Welteroberer sind und waren; nein, Er ist demütig. Er tut nicht so, als wäre Er demütig, nein, Er ist es.[136] Er reitet nicht auf einem Kriegsross, sondern auf dem Jungen einer Eselin. Ein Esel ist ein Lasttier, aber auch – zumindest im Vergleich mit einem Pferd – ein niedriges Reittier. Wir lesen nirgends, dass ein König auf einem Esel ritt. Andererseits ist es kein verachtetes Tier, so wie wir einen Esel mehr oder weniger betrachten. Im Gegensatz zu einem Kriegsross kann bei einem Esel auch an Friedliebigkeit gedacht werden.[137] Auf diesem Symbol der Niedrigkeit und Friedliebigkeit wird der Messias in Jerusalem einziehen. So wird die Prophezeiung von 1. Mose 49,10.11 erfüllt.

Der König wird die Wagen aus Ephraim, das ist das Zehnstämmereich, und die Pferde aus Jerusalem, das Juda repräsentiert, ausrotten.[138] Unverkennbar geht es um Streitwagen und Kriegsrosse, die vernichtet werden. Auch der Kriegsbogen, in unserer Zeit würden wir „Artillerie“ sagen, wird ausgerottet werden.

Dann erfüllt sich die Zeit, über die Jesaja prophezeit hat, dass die Nationen den Krieg nicht mehr lernen werden.[139] Militärische Akademien gibt es nicht mehr; stattdessen wird den Nationen Frieden verkündigt. Dann wird nicht nur eine teilweise Befreiung Israels stattfinden und ein zeitliches Königtum; nein, die Herrschaft des Messias wird sich bleibend über die ganze Erde erstrecken.

Prophetischen Charakter anwenden

Diejenigen, die verneinen, dass Sacharja Dinge beschreibt, die die Ereignisse – oder zu erwartende Ereignisse – seiner eigenen Zeit übertreffen, haben Schwierigkeiten mit Sacharja 9,9, denn Matthäus 21,1-11; Markus 11,1-11; Lukas 19,28-44 sowie Johannes 12,14-16 reden über die (teilweise) Erfüllung dieser Prophezeiung. Diese ungläubigen Kritiker schrecken nicht davor zurück, zu behaupten, dass Jesus diese Erfüllung inszeniert habe, und verweisen dann auf Sacharja 9,10, das sich ja nicht erfüllt hat.

Diesen „Unglaubenstheorien“ folgen wir natürlich nicht, bleiben aber dennoch an dem Problem mit Sacharja 9,10 hängen. Viele orthodoxe Schriftausleger lösen das Puzzle, indem sie Vers 10 auf die Verkündigung des Friedens durch Jesus Christus in dieser Zeit beziehen, so wie er in Epheser 2,15-17 beschrieben wird, und verweisen die finale Erfüllung auf die Zeit des neuen Himmels und der neuen Erde. Mit allem Respekt vor ihren Versuchen, dem prophetischen Charakter dieser Verse gerecht zu werden, können wir ihre Auffassung dennoch nicht teilen.

Nicht zwei „Schlüssel“ gebrauchen

Es geht nämlich nicht an, zwei verschiedene „Auslegungsschlüssel“ auf diesen Abschnitt anzuwenden, und zwar eine „wörtliche“ und eine „geistliche“. Wenn wir Sacharja 9,9 buchstäblich auf der Basis von Matthäus 21,1-11 auslegen, dann ist es unpassend, bei Sacharja 9,10 zu einer geistlichen Auslegung überzugehen, wobei der Friede und die Herrschaft über die Nationen ihrer wörtlichen Bedeutung beraubt wird. Hinter diesem gutgemeinten Versuch steht – lass es mich noch einmal wiederholen – der Gedanke, dass Israel als Volk ausgedient hat und durch die Kirche oder Gemeinde ersetzt wurde. Damit verbunden ist die Auffassung, die seit Augustinus das christliche Terrain erobert hat, dass die Christusregierung, über die Offenbarung 20 spricht, nicht ein Friedensreich bedeutet, das nach dem Kommen Jesu Christi aufgerichtet wird. Es geht dort, so behauptet man, um ein geistliches Reich, dass mit der Auferstehung Jesu Christi oder mit der Überwindung des Christentums über das Heidentum angefangen hat.

Wie denn dann?

Was ist denn dann nun die Lösung? Zunächst müssen wir den prophetischen Charakter der beiden Verse festhalten, jedoch auch ihre wörtliche Erklärung. Dann ist die Lösung diese: Man kann das Terrain der Prophetie mit einer Berglandschaft vergleichen. In so einer Landschaft sieht man die Spitzen der diversen Berge. Man sieht sie sozusagen direkt hintereinanderliegen.[140] Dass zwischen den Bergspitzen ausgedehnte Täler liegen, sieht man nicht, sie sind aber vorhanden. Nun, in der Prophetie finden wir diverse wichtige Dinge vorhergesagt, als wenn sie in einer Zeitperiode zusammengehören würden. So wird an diversen Stellen über das Kommen Jesu Christi gesprochen mit direkt anschließenden Ereignissen seines zweiten Kommens und seiner Regierung. In Jesaja 9,5.6 wird über die Geburt des Messias geschrieben und unmittelbar danach über seine Regierung. In Jesaja 11 begegnen wir demselben. Jesaja 11,1 redet über das Aufschießen eines Sprosses aus dem Stamm Isais, und sofort danach geht es um seine Regierung, wenn der Fluch der Schöpfung weggenommen sein wird.[141] Die Idee der „Berglandschaft“ der Prophetie ist nicht neu, diverse orthodoxe Ausleger hängen ihr an. Sie können jedoch nicht dazu kommen, die Regierungstexte wörtlich zu nehmen; ihre Sicht auf Israel und die Kirche hindert sie daran.

Viele Juden machen genau das Umgekehrte: Sie nehmen die Regierungstexte wörtlich, tun dies aber nicht mit den Leidenstexten. Diese Aussagen beziehen sie auf das jüdische Volk. Inzwischen wird es wohl klar sein, dass sich nach unserer Auffassung Sacharja 9,10 auf das bezieht, was wir „1000-jähriges Reich“ nennen (Off 20,1-6).

Bereits bei seinem ersten Kommen zog Jesus in Jerusalem auf einem Eselsfüllen ein. Bei seiner zukünftigen Erscheinung wird Er auf einem Kriegsross reiten und Krieg gegen die Feinde des Herrn führen.[142] Dass Pferde auch als Reittiere gebraucht werden, lässt sich aus Jeremia 17,25 und Esra 2,66 ableiten.

König

Einen Hinweis auf das Königtum haben wir im Beispiel von Melchisedek, dem Priester-König von Jerusalem. Des Weiteren sehen wir einen Hinweis in den Worten Jakobs, dass das Zepter nicht von Juda weichen wird, bis Schilo kommt. Ausgedehnter wird über diesen König durch diverse Propheten geredet.[143]

Esel

Vor der Zeit der Könige nutzte man in Israel keine Pferde als Reittiere, sondern Esel. Der Esel redet nicht von Armut, denn auch vornehme Menschen machten von diesem Reittier Gebrauch. Wenn jemand seine Söhne auf Eselsfüllen reiten lassen kann, wie die Richter Jair und Abdon, dann weist das auf Wohlstand hin.[144] In der Zeit von David gebrauchte man auch Maulesel (Mutter ist Esel) oder Maultiere (Mutter ist Pferd), so dass demnach auch die Rede von importierten Pferden sein muss[145], denn mit beiden Kreuzungen kann nicht weitergezüchtet werden. Unter Salomo wurden viele Pferde aus Ägypten geholt, was jedoch nicht nach Gottes Gedanken war.[146] Israel sollte nicht auf die Kraft des Pferdes vertrauen.[147]

Dieser Abschnitt aus Sacharja wird in den Evangelien zitiert. Dabei fällt auf, dass Matthäus über das Junge eines Lasttiers redet.[148] Auch das ist ein Kennzeichen des Esels, dass er Lasten tragen will, was sich wieder mit dem Begriff Demut verbinden lässt. Markus erzählt uns, dass auf diesem Fohlen noch nie ein Mensch gesessen hatte.[149] Es ist vollkommen und nur für den Herrn bestimmt. Er ist es wert, es zu besteigen. Wir können hierbei einen Vergleich zum Grab ziehen, in das der Herr nach seinem Tod gelegt wurde. Von diesem heißt es, dass „noch nie jemand darin gelegen hatte“[150]. Das verhindert, dass man nach seiner Auferstehung den Vorwand Eingang finden lassen konnte, dass ein anderer aus dem Grab auferstanden wäre. Nebst diesem war es allerdings auch eine Ehrerweisung. Joseph von Arimathia gab Ihm sein Grab ab. So ist es auch mit dem Reittier, das der Herr gebrauchte: Niemand hatte je darauf gesessen.

Schließlich noch eine Sache in diesem Zusammenhang. In Matthäus 21 lesen wir, dass Jesus auf einer Eselin und auf einem Fohlen saß. Aus diversen Schriftangaben zeigt sich, dass unser Herr auf einem Fohlen gesessen hat. Warum wird dann noch die Eselin erwähnt? Nun, ein Fohlen von der Mutter zu trennen, könnte Probleme bringen. Das Tier würde zurückwollen, es würde unruhig und sogar widerspenstig werden können. Deswegen haben die Eselin und ihr Fohlen gemeinsam den Einzug in Jerusalem besorgt. Ich sehe darin die Größe des Wortes Gottes, dass auch an ganz gewöhnliche, praktische Dinge gedacht wird.

Ephraim

Die Erwähnung von Ephraim (Sach 9,10 und 13) weist darauf hin, dass auch die zehn Stämme an der Wiederherstellung teilhaben werden. Von den zehn Stämmen nimmt Ephraim eine vornehme Stellung ein. Mit Ephraim ist oft das ganze Zehnstämmereich gemeint. Ephraim war ein streitbarer, heldenhafter Stamm.[151] Die Männer von Ephraim betrachteten sich als Führer in Israel und fühlten sich schnell auf den Fuß getreten, wenn sie meinten, übergangen worden zu sein.[152] Hochherzigkeit war ihnen nichts Fremdes. Und dieser Führungsstamm machte sich schuldig, indem sie dem Baal dienten, weshalb der Herr sie züchtigte und schließlich nach Assyrien wegführte. In der Endzeit wird Ephraim, das Haus Israels, jedoch zur Einkehr kommen und erkennen, dass der Herr sie zu Recht gezüchtigt hatte.[153] Darauf wird Wiederherstellung folgen.[154]

Friede

Möglicherweise bezieht sich der Friede nicht nur auf das Verhältnis der Nationen untereinander und insbesondere dann mit Israel, sondern auch auf den Frieden, den Gott den Nationen anbietet. Gott möchte keinen Tod und Gemetzel, sondern Frieden. Bedenken wir zum Beispiel, dass Israel bei der Eroberung Kanaans die im Land wohnenden Nationen vernichten musste, den umliegenden Nationen jedoch Frieden anbieten sollte.[155] Vernichtung findet nur statt, wenn die Sünde eines Volkes dazu den Anlass gibt.[156] Über diesen Frieden spricht auch Jesaja 9,1-6; 11,1-10 und Micha 5,3-5.

In Epheser 2,14-22 wird über das Verkündigen von Frieden in geistlichem Sinn geredet und bezieht sich dort auf den Frieden, den ein Sünder empfängt, wenn er sich bekehrt; das gilt sowohl für den Juden wie auch für den Heiden. Auch wurde die Feindschaft zwischen beiden weggetan. Es sei noch einmal wiederholt, dass diese geistliche Erfüllung eine buchstäbliche Erfüllung, wie sie die Propheten behandeln, nicht ausschließt.

Von Meer zu Meer

Hierbei braucht man nicht nur an das Tote Meer und das Mittelmeer zu denken, also an das Land Israel, wie das in 2. Mose 23,3 der Fall ist. Viel eher gibt dieser Ausdruck die Vorstellung einer allumfassenden Christusregierung[157] wieder mit einem damit einhergehenden Frieden.[158]

Der Strom

Beim „Strom“ kann man an den Euphrat denken.[159] Oft wird dann als andere Grenze der Fluss oder Bach Ägyptens genannt.[160] Das ist hier nicht der Fall; hier steht: „bis an die Enden der Erde“.[161] Erneut wird also auf den allumfassenden Frieden hingewiesen.

Befreiung und Triumph (Sach 9,11-17)

Sach 9,11-17: 11 Und du – um des Blutes deines Bundes willen entlasse ich auch deine Gefangenen aus der Grube, in der kein Wasser ist. 12 Kehrt zur Festung[162] zurück, ihr Gefangenen der Hoffnung! Schon heute verkündige ich, dass ich dir das Doppelte erstatten werde. 13 Denn ich habe mir Juda gespannt, den Bogen mit Ephraim gefüllt; und ich erwecke deine Söhne[163], Zion, gegen deine Söhne, Griechenland, und mache dich wie das Schwert eines Helden. 14 Und der HERR wird über ihnen erscheinen, und sein Pfeil wird ausfahren wie der Blitz; und der Herr, HERR, wird in die Posaune stoßen und einherziehen in Stürmen des Südens. 15 Der HERR der Heerscharen wird sie beschirmen; und sie werden die Schleudersteine verzehren und niedertreten; und sie werden trinken, lärmen wie vom Wein und voll werden wie die Opferschalen, wie die Ecken des Altars. 16 Und der HERR, ihr Gott, wird sie retten an jenem Tag, wird sein Volk retten wie eine Herde; denn Kronensteine sind sie, funkelnd auf seinem Land.[164] 17 Denn wie groß ist seine Anmut und wie groß seine Schönheit! Das Korn wird Jünglinge und der Most Jungfrauen wachsen lassen.

In diesen Versen geht es um

  • die Befreiung der Gefangenen wegen des Blutes des Bundes;
  • die doppelte Vergeltung an den Widersachern des Volkes, insbesondere an Griechenland;
  • den Schutz vor den Schleudersteinen des Feindes;
  • die Befreiung und Verherrlichung des Volkes, seiner Kronjuwelen.

Dieser Abschnitt baut nicht weiter auf der Herrschaft Gottes in seinem Friedensreich auf, sondern befasst sich mit der Erlösung, die ihr vorausgeht bzw. damit gepaart geht. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen, der mit Blut besiegelt wurde[165]; um dieses Blutes willen wird Gott sein Volk aus einer Gefangenschaft befreien, was Er mit dem Herausziehen aus einem Brunnen, in dem man Gefangene festhielt, vergleicht. Dennoch ist es nicht das Blut des alten Bundes, auf das die Wiederherstellung gegründet ist, sondern das Blut des neuen Bundes, das Blut Jesu Christi, worüber Er in Matthäus 26,28 spricht und wovon in Hebräer 13,20 die Rede ist.

Dem „Brunnen“ gegenüber steht die „Festung“, zu der Israel zurückkehren darf. Das Wort „Festung“ kann bildlich gemeint sein; es ist jedoch eher anzunehmen, dass wir an die Burg Zion denken sollen. Die Gefangenen hofften durch die Jahre hin, dass sie dorthin zurückkehren könnten. Diese Hoffnung wird nicht beschämt werden.[166] Das wird durch die Zusicherung ausgedrückt, dass Gott ihnen doppelt vergelten wird.[167] Die Genugtuung besteht nicht nur darin, dass Gott ihren Feinden vergelten wird, sondern dass dieses Gericht in den Wegen Gottes durch das Volk ausgeführt wird. Dabei wird Juda als Bogen dienen und Ephraim als Pfeil, der auf den Feind abgeschossen wird. Die Kinder Zions, die hier mit „deine Söhne“ gemeint sind, weisen auf das Volk hin, für das Zion ein Kennzeichen von Gnade und Heil ist. Sie werden gegen das Volk der Griechen[168], das ebenfalls mit „deine Söhne, Griechenland“ angesprochen wird, kämpfen und wie ein Schwert gegen die Griechen auftreten. Der Herr wird ihnen (den Griechen?) erscheinen. Bei „sein Pfeil wird ausfahren wie der Blitz“ können wir an Israel denken (vgl. mit der Bildersprache aus Sacharja 9,13), das wie ein Blitz wüten wird. Der Herr wird in die Posaune stoßen als Aufruf zum Kampf[169], und das Auftreten des Volkes wird in der Hand des Herrn sein wie ein Sturm aus dem Süden. Es ist nicht unmöglich, dass der Herr dann auch mit Naturgewalt gegen die Griechen kämpfen wird.[170]

Es wird kein knapper Sieg auf Kosten vieler Toter sein; nein, Gott wird sein Volk beschützen. Sie verschlingen die Widersacher und schlagen sie also nieder. Die Projektile der Feinde, die Schleudersteine, erreichen sie nicht; sie werden darüberlaufen. Die Siegesrufe werden klingen wie von jemand, der Wein getrunken hat: Es gibt einen Überfluss an Freude, wovon die vollen Opferschalen reden, und sie werden beschirmt so wie jemand, der die Hörner des Altars ergriffen hat und darauf vertraut, dass Gott ihn beschützt. A. van de Weg meint, dass das Blut der Feinde die Kämpfer der Volkes überziehen werde, so wie das Blut die Hörner des Altars überdeckte.[171] Dieser Gedanke ist nicht unmöglich.

Der Triumph ist nicht das Verdienst des Volkes; nein, der Herr, ihr Gott, wird sie in dieser Zeit erlösen, wie ein Hirte seine Herde von den Angriffen wilder Tiere erlöst. Israel ist nämlich die Herde Gottes. Ja, sie sind kostbar in seinen Augen. Sie sind funkelnde Kronjuwelen in dem Land, das in erster Linie Gottes Land ist, jedoch auch das Land Israels genannt werden kann. Israel wird in dieser Zeit der Wiederherstellung sein Glück nicht fassen können. Das wiederhergestellte Volk wird die Schönheit erstrahlen lassen. Junge Männer und junge Frauen werden ausreichend zu essen und zu trinken haben und vor Gesundheit strotzen. Sie bilden das zukünftige Volk in dem befreiten Land. So schließt das Ende dieses Abschnitts an Sacharja 9,10 an.

Als Kuriosität sei erwähnt, dass manche Sacharja 9,15 bildlich erklären und diesen Text auf die Aussendung der Apostel beziehen, die die Herzen der Menschen mit ihren Pfeilen durchbohrten und mit dem Schwert Gottes niederschlugen.[172]

Brunnen [Grube]

Ein Brunnen wurde oft gebraucht, um Gefangene unterzubringen. Wir sehen das bereits bei Joseph, der durch seine Brüder in einen Brunnen geworfen wurde.[173] Unser Text greift wahrscheinlich auf das zurück, was mit Jeremia geschah, der in den Brunnen des Gefängnisses geworfen wurde. Von diesem wird ebenfalls gesagt, dass kein Wasser darin war.[174] Die Worte „in der kein Wasser ist“ für eine spätere Ergänzung zu halten, ist lediglich Spekulation.

Ich werde dir das Doppelte erstatten

Nachdem Israel eine doppelte Vergeltung für seine Sünden erfahren hat (Jes 40,1.2), wird es eine doppelte Vergeltung zum Guten durch die Vergeltung empfangen, die sie ihren Feinden zukommen lassen werden (vgl. Jes 61,7).

Griechenland

Der Ausdruck Griechenland (Jawan) bringt uns zum dritten Weltreich, dem Reich Alexanders des Großen, der die Macht Persiens übernehmen wird. Dieses Reich zerteilt sich in vier Teile.[175] Eines der Teile ist das syrische Reich, welches Israel besonders bedrängen wird. Man könnte an Antiochos Epiphanes denken (siehe Dan 11,21-36).[176] In einem bestimmten Augenblick werden die Juden sich jedoch empören; wir denken dann an die Befreiungsaktionen der Makkabäer. Für eine Zeit werden sie das syrische Joch abwerfen und ein mehr oder weniger unabhängiges Königreich gründen. Viele sehen das als die Erfüllung der hier beschriebenen Erlösung, doch im Licht der ganzen Prophezeiungen Sacharjas ist dies nur eine Vorerfüllung. Die Prophezeiung sieht über dieses Ereignis hinaus auf die Endzeit, wenn der Messias eine bleibende Befreiung bewirkt, denke u.a. an Sacharja 9,9 und 10. Sacharja sieht prophetisch das Entstehen und die Handlungsweise dieses dritten Weltreichs[177], das im Römischen Reich aufgehen wird. Dieses Reich wurde in der Vergangenheit vernichtet, wird jedoch in der Endzeit wiederhergestellt werden (siehe Dan 2 und 7; Off 13,17.19).

Posaune stoßen

Damals mussten die Priester die Trompeten blasen, um das Volk zum Kampf aufzurufen (4Mo 10,9).

Sturm des Südens

Die Bildersprache, in der das Auftreten des Herrn mit einem Sturm verglichen wird, finden wir auch – und sei es in einem anderen Zusammenhang – in Jesaja 21,1; 29,6; 30,30. Der Sturm des Südens, aus Arabien kommend, ist für seine Heftigkeit bekannt.

Schleudersteine

Die Schleudersteine waren gebräuchliche Waffen. Unter Davids Helden waren Soldaten, die im Gebrauch dieser Waffengattung sehr geübt waren.[178] Die Frage zu diesem Vers ist, ob die Juden die Schleudersteine gebrauchen, um ihre Feinde zu besiegen oder ob die Schleudersteine der Feinde an ihnen nichts ausrichten werden. Wir halten es für das Letztere.

Donnern [Lärmen] wie Wein

Dies bezieht sich auf die ekstatische Freude des Triumphs.

Sprengschalen [Opferschalen]

Gedacht wird an ein Sprengbecken, das beim Opfern gebraucht wird und mit Blut gefüllt ist. Diese Bildersprache weist – natürlich in alttestamentlichen Ausdrücken – darauf hin, wie groß der Sieg über die Feinde sein wird.

Die Ecken des Altars

Calvin denkt hier nicht an einen Schutz, sondern an ein Bild von Überfluss, denn über die Hörner des Altars wurde Wein und Öl ausgegossen. Er stellt also einen Zusammenhang zwischen dem „voll wie die Opferschalen“ her. Dieser Gedanke ist erwägenswert.

Ridderbos nimmt an, dass der Text beim Abschreiben beschädigt wurde.[179] Auch Dennett hält den Text für schwierig zu erläutern; er denkt an Trankopfer, die gemeinsam mit den Opfern gebracht wurden, und gibt als mögliche Erklärung, dass der Eifer des Volkes in Übereinstimmung ist mit dem des Herrn.[180]

Die Herde ist sein Volk

Im Buch der Psalmen wird Israel regelmäßig mit einer Herde Schafe verglichen bzw. die Herde Gottes genannt.[181]

Verständnisfragen zu Kapitel 9

  1. Die Einwohner von Tyrus und Sidon gelten als sehr weise. Was sagt 1. Korinther 1,18-22 über die Weisheit des Menschen?

  2. Ekron wird in der Zukunft für Gott so sein wie der Jebusiter. Was beinhaltet das für Ekron? Welchen Trost können wir beiläufig dieser Aussage entlehnen?

  3. Wie viele Stunden pro Tag müssen wir demütig sein? Wie viele Tage pro Woche müssen wir demütig sein? Beziehe Matthäus 11,29 in die Antwort ein.

  4. Mache am Beispiel aus Johannes 13 klar, dass der Herr demütig war. Wie können wir seinem Beispiel in der Praxis folgen?

  5. In welchem Sinn regiert der Herr Jesus in dieser Zeit nach Offenbarung 3,21b? Wie wird das in der Zukunft sein?

Regen als Segen (Sach 10,1.2)

Sach 10,1.2: 1 Erbittet von dem HERRN Regen zur Zeit des Spätregens; der HERR schafft die Blitze[182], und er wird euch Regengüsse geben, Kraut auf dem Feld für jeden. 2 Denn die Teraphim haben Nichtiges geredet, und die Wahrsager haben Lüge geschaut; und sie reden Träume des Truges, trösten mit Dunst. Darum sind sie fortgewandert wie eine Herde, werden bedrückt, weil kein Hirte da ist.

Diese Verse enthalten

  • einen Aufruf, den Herrn um Regen zu bitten;
  • die Verheißung, dass Er ihn schenkt und für Gewächs auf dem Feld sorgt;
  • eine Warnung, die Teraphim zu befragen oder auf die Wahrsager zu hören bzw. ihre Träume ernst zu nehmen;
  • die Feststellung, dass diejenigen, die es doch tun, eine Herde sein werden, die keinen Hirten hat.

Nach der Schilderung des zukünftigen Heils am Ende von Kapitel 9 kehrt der Prophet zur Realität seiner Tage zurück. Kapitel 9 schloss mit der Verheißung, dass es Korn und Most im Überfluss im Land geben wird, doch in den vorhergehenden Jahren lief es mit den zurückgekehrten Juden nicht gut. Die Verheißung des Herrn steht in schrillem Kontrast zur Wirklichkeit um sie her. Sie steht auch in schrillem Kontrast zur Verheißung, die Gott Israel zu Beginn ihres nationalen Bestehens gegeben hatte. Das beweist, dass das Volk Gottes Gebote in den Wind geschlagen hat.[183]

Das Buch Haggai schildert, dass der Ertrag des Landes weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Haggai nennt als Ursache, dass das Volk mehr mit den eigenen Belangen beschäftigt ist als mit den Dingen des Herrn. Sie beschäftigten sich mit ihren eigenen Häusern und lassen den Tempel wüst liegen. Sacharja richtet sich auf die mageren Ernten, wiewohl er das nicht buchstäblich sagt. Das folgt aus seinem Aufruf, den Herrn um Regen zu bitten. Wenn der Herr Regen gibt, wird das Kraut des Feldes ausschießen.[184] Sacharja warnt vor einem anderen Fehler, den Israel begeht oder zu begehen droht, nämlich dass sie die Teraphim, diverse Hausgötzen, zu Rate ziehen[185]; diese können keine Aushilfe bieten. Die Wahrsager schwindelten den Menschen etwas vor. Sie erfinden ihre Träume selbst. Ihre ermutigenden Aussagen geben jedoch keinen Trost, sondern lassen Israel im Regen stehen.

Offensichtlich gibt es dennoch solche, die diesen Verführern zuhören und ihnen nachlaufen.[186] Sie werden mit dem bekannten Bild einer Herde beschrieben, die keinen Hirten hat. Was für ein jämmerlicher Zustand unter dem Volk Gottes. Mögen sie doch auf die Worte hören, mit denen Sacharja diesen Abschnitt beginnt, und den Herrn um Regen bitten. Er – nur Er allein – kann Regen geben.[187]

Später und jetzt

Es ist das Kennzeichen von Prophetie, dass Gott eine gewaltige Perspektive aufzeigt, was die Zukunft betrifft, und danach den Zustand des Volkes bestimmt, in dem es sich in diesem Augenblick befindet. Wir haben in diesem Fall also nicht mit einer zeitlichen Reihenfolge zu tun.

Der späte Regen

Bei spätem Regen sind wir geneigt, an den Regen im Herbst zu denken, es ist aber gerade der frühe Regen, der das Land bereitmacht, um gepflügt zu werden und den Wintersamen zu säen. Der Frühlingsregen, der im März und April fällt, ist für Israel der späte Regen, der für die Bildung der Pflanze so viel Bedeutung hat.[188] Ohne diesen späten Regen würde das Land nicht viel mehr als eine Wüste sein.[189] Wie es dem Land in so einem Fall geht, lesen wir sehr trefflich in Jeremia 14,1-6. Der Regen geht oft mit Gewitter einher, bei dem das Wasser wie aus Eimern vom Himmel schüttet.[190] Calvin ist der Meinung, dass sich „Regengüsse“ auf anhaltenden Regen bezieht.[191] Dass hier einzig von dem Spätregen die Rede ist, kann sich auf die Zeit des Jahres beziehen. Dennett nennt als geistliche Anwendung, dass für Israel der frühe Regen in Apostelgeschichte 2 kam; das Volk achtete jedoch nicht auf ihn und muss daher auf den späten Regen der zukünftigen Zeit warten.[192] Es gibt Ausleger, die die Regengüsse [im Niederl. stortregens = „Sturzregen“; Anm. d. Übs.] nicht als segenbringenden Regen auffassen, sondern als verwüstenden Sturzregen. Bei „Gewächs“ [in der Elb. Übers. „Kraut“; Anm. d. Übs.] denken sie an Feldgewächs. Der Schluss von Sacharja 10,1 stützt diese Auffassung meines Erachtens nicht, der Ausdruck „für jeden“ ist dann nämlich ziemlich sinnlos.

Teraphim

Das Wort steht in der Mehrzahl und sieht auf eine Ansammlung von Hausgötzen. Es kann sich auch auf ein einzelnes Bild beziehen, wie es bei Rahel der Fall war.[193] In ihrem Fall geht es um ein kleines Bild, doch es gab auch große Teraphim, wie David sie im Haus hatte.[194] Merkwürdig, dass David in seinem Haus einen derartigen Götzen duldete! War das der Einfluss Michals? Nebst häuslichem Götzendienst ist auch bekannt, dass um so einen Götzen herum ein Kult eingesetzt wurde.[195] Wenn das Wort „Teraphim“ von einem bestimmten arabischen Wort abgeleitet wird, kann es „Trost“ bedeuten. Es ist jedoch auch eine Ableitung von einem äthiopischen Wort denkbar; dann hat es den Sinn von „Reliquie“.[196]

Betrügerische Träume

Bei Sacharja 10,2 müssen wir an falsche Propheten denken, die ihre Vorhersagen an Visionen koppeln, die sie gehabt haben wollen, sowie an Träume.[197] Wir sagen schon mal, dass Träume Schäume sind, allerdings redet die Schrift sehr wohl über Träume, die von Gott kommen und bestimmte Instruktionen beinhalten.[198] Wie schon erwähnt, entstammen die meisten Träume aus unserem Unterbewusstsein, wenn wir uns mit etwas sehr intensiv auseinandergesetzt haben.[199] Sie haben dann keinen symbolischen Wert, sondern enthüllen manchmal etwas über uns selbst, z.B. wenn wir Angstträume haben und von Gottvertrauen keine Rede sein kann. Oder wenn wir zu viel mit uns selbst beschäftigt sind, so dass sich alle Träume um unsere eigene kleine Person drehen.

Vor der Verbannung traten falsche Propheten auf, die Heil verkündigten, doch ihre Prophezeiungen erwiesen sich als Lügen, und das Volk zog wie eine Herde ohne Hirte in die Verbannung. Wir sehen das auch ganz stark bei den Zurückgebliebenen im Land, die nach dem Tod Gedaljas nach Ägypten ziehen; es ist eine Herde ohne Hirte, auch wenn Jeremia bei ihnen ist, denn auf diesen Propheten des Herrn wünschten sie nicht zu hören.[200]

Herde ohne Hirten

Dies ist ein bekanntes Bild in der Schrift, wobei die Wehrlosigkeit der Herde hervorgehoben wird und auch, dass die Schafe irren und nicht wissen, wohin sie sollen.[201]

Zorn gegenüber den Hirten, Sieg für die Herde (Sach 10,3-5)

Sach 10,3-5: 3 Mein Zorn ist gegen die Hirten entbrannt, und die Böcke werde ich heimsuchen; denn der HERR der Heerscharen wird sich seiner Herde, des Hauses Juda, annehmen und sie wie sein Prachtross im Kampf machen. 4 Von ihm kommt der Eckstein, von ihm der Pflock, von ihm der Kriegsbogen, von ihm werden alle Bedränger insgesamt[202] hervorkommen. 5 Und sie werden wie Helden sein, die den Kot der Straßen im Kampf zertreten; und sie werden kämpfen, denn der HERR ist mit ihnen, und die Reiter auf Pferden werden zuschanden.

Diese drei Verse geben wieder, dass

  • der Zorn des Herrn sich gegen die Hirten und Böcke richtet;
  • die Herde sein wird wie ein Pferd im Kampf;
  • aus dieser Herde Eckstein, Pflock und Kriegsbogen auftreten werden;
  • Machthaber aus dem Volk mit dem Herrn an ihrer Seite kämpfen werden;
  • sie, die auf die Kraft ihrer Rosse vertrauen, zuschanden werden.

Genau wie zu Beginn der Verbannung durch Hesekiel[203] lässt der Herr nun so viele Jahre später durch Sacharja ein vernichtendes Urteil über die Hirten Israels aussprechen, d.h. über sie, die sich als Führer des Volkes aufspielen. Im Neuen Testament äußert der Herr Jesus sich in stark abwertender Weise über die blinden Leiter des Volkes: über die Pharisäer, Sadduzäer und Schriftgelehrten.[204]

Das Gericht Sacharjas trifft auch „die Böcke“. Aus Jeremia 50,8 kann abgeleitet werden, dass mit diesem Ausdruck nicht zwangsläufig Ziegenböcke gemeint sind, sondern Rammböcke, die die Herde leiten. Denke an den Ausdruck „Leithammel“. Auch in Hesekiel 34, wo ebenso die Böcke verurteilt werden, geht es um Volksgenossen, die sich über den „normalen Mann“ erheben, um ihn zu unterdrücken.

Tröstend sind die Worte für den „normalen Mann“, der zur Herde gehört: Der Herr sucht die Hirten und Böcke heim, seine Herde wird Er jedoch annehmen. Die umherirrenden Schafe aus Sacharja 10,2 sind ja seine Herde. Hier wird die Herde mit dem Haus Judas gleichgesetzt, wobei wir vornehmlich an Israeliten aus dem damaligen Zweistämmereich zu denken haben. Die Israeliten, die zum Haus Josephs gehören, fallen jedoch nicht aus dem Gesichtskreis, denn in Sacharja 10,6 lesen wir über das Haus Israels und in Sacharja 10,7 ist die Rede von Ephraim. Die Herde Gottes wird sozusagen umgeformt zu einem Ross, das von Gott im Kampf beritten wird. Gott wird den Sieg geben, und Er gebraucht dazu sein Volk, das in sich selbst schwach ist wie eine zerstreute Herde.

Unter den Kämpfern treten solche auf, die dem Haus Judas wie ein Eckstein Stabilität verleihen.[205] Andere werden mit einem Zeltpflock verglichen, der das Zelt unumstößlich auf der Erde stehenlässt[206], und wieder andere offenbaren sich als Kriegsbogen.[207] Dies sind diverse Bilder, mit je einer eigenen Bedeutung. Schließlich wird ohne Bildersprache noch gesagt, dass aus Juda Machthaber hervorkommen, die als Helden auftreten.[208] Sie bahnen sich einen Weg durch die verwahrlosten Straßen, die mit Kot bedeckt sind.

Diese Kämpfer bewirken den Sieg nicht in eigener Kraft, sie haben keinen Grund, sich auf die Schulter zu klopfen; nein, der Sieg ist dem Herrn zu verdanken, dem Emmanuel, der mit ihnen ist. Der Feind registriert dies nicht und vertraut auf seine Macht, auf seine Kampfrosse, doch der Herr wird sie beschämt werden lassen.

Auch hier gilt, dass eine gewisse Vorerfüllung in der Zeit der Makkabäer stattfand, doch wird die ganze Erfüllung in der Endzeit stattfinden.[209]

Böcke

Bultema ist der Meinung, dass mit „Böcken“ die „Trotzigen der Weltreiche“ gemeint sind, und verweist auf Jesaja 14,9; Hesekiel 34,17 und Daniel 8,5.[210] Van der Woude ist diesem Gedanken ebenfalls zugetan und zitiert (mit mehr Recht) hierzu Jeremia 6,3; 12,10; 25,34-38; 49,19; 50,14.[211] Doch werden die Hirten dort als Hirten skizziert, die mit ihrer eigenen Herde das Land der Herde der Israeliten abgrasen.

Meiner Meinung nach geht es hier in Sacharja sowohl bei den Hirten als auch bei den Böcken um Personen in Israel, genauso wie es auch in Jeremia 23,1-4 und Hesekiel 34 der Fall ist.[212] Bei den Hirten müssen wir dann an die Leiter des Volkes denken und bei den Böcken an Reiche und Mächtige unter dem Volk, die ihre Stellung missbrauchen, um den „normalen Mann“ zu unterdrücken. Dies im Gegensatz zu Lok, der die Hirten der Herde mit den Böcken gleichsetzt.[213]

Heimsuchen

Das Wort „besuchen“ wird in Sacharja 10,3 in zweierlei Sinn gebraucht. Es kann zum einen „aufsuchen“ und „beistehen“ bedeuten, aber auch „aufsuchen mit Ausübung einer Strafe“. [In der niederl. Übers. steht wird „heimsuchen“ und „annehmen“ jeweils mit „besuchen“ übersetzt; Anm. d. Üb.]

Eckstein

Es ist nicht unangebracht, bei diesen Bildern auch an den zu denken, der Eckstein und Zeltpflock für sein Volk sein wird, nämlich an den Messias.[214]

Zeltpflock

Das Bild geht von einem festen Haus, das auf dem Eckstein ruht, über zu einem Zeltpflock, der der mobilen Behausung der Wüstenbewohner Festigkeit geben muss. Bultema denkt an einen Pin, den man in die Wand schlägt, um daran Dinge aufzuhängen, und verweist genau wie Edelkoort auf Jesaja 22,23.[215] Hier in Sacharja geht es m.E. um einen Zeltpflock, um ein Zelt festzusetzen.[216]

Kriegsbogen

Dieselbe Art des Vergleichs finden wir in Jeremia 49,35 und Hosea 1,5. Es ist zu berücksichtigen, dass es dort nicht um ein Individuum, sondern um eine Streitmacht geht.

Der Kot der Straßen

Manche denken an den modrigen Haufen der durch die Feinde vernichteten Häuser. Andere legen eine Verbindung zu Micha 7,10, wo die besiegten Feinde mit Straßenkot verglichen werden.

Die Reiter auf den Pferden

Hier geht es vermutlich um die Feinde des Volkes, und zwar um die berittenen Bogenschützen. Natürlich wäre es auch falsch, wenn es Israeliten gäbe, die auf die Macht oder Schnelligkeit der Pferde vertrauen.[217]

Rückkehr und Wiederherstellung (Sach 10,6-12)

Sach 10,6-12: 6 Und ich werde das Haus Juda stärken und das Haus Joseph retten und werde sie wohnen lassen; denn ich habe mich ihrer erbarmt, und sie werden sein, als ob ich sie nicht verstoßen hätte. Denn ich bin der HERR, ihr Gott, und werde ihnen antworten. 7 Und Ephraim wird sein wie ein Held, und ihr Herz wird sich freuen wie vom Wein; und ihre Kinder werden es sehen und sich freuen, ihr Herz wird in dem HERRN frohlocken. 8 Ich will sie herbeizischen und sie sammeln, denn ich habe sie erlöst; und sie werden sich mehren, wie sie sich gemehrt haben. 9 Und ich will sie unter den Völkern säen, und in den fernen Ländern werden sie sich an mich erinnern; und sie werden mit ihren Kindern leben und zurückkehren. 10 Und ich werde sie zurückführen aus dem Land Ägypten und sie sammeln aus Assyrien und sie ins Land Gilead und auf den Libanon bringen; und es wird nicht Raum genug für sie gefunden werden. 11 Und er wird durchs Meer der Angst ziehen und die Wellen im Meer schlagen, und alle Tiefen des Stromes werden versiegen; und der Stolz Assyriens wird niedergeworfen werden, und weichen wird das Zepter Ägyptens. 12 Und ich werde sie stark machen in dem HERRN, und in seinem Namen werden sie wandeln, spricht der HERR.

Dieser Abschnitt zeigt auf, dass

  • Gott das Haus Judas und das Haus Josephs zurückbringen wird
  • ihre Herzen frohlocken werden;
  • der Herr sie herbeizischen wird und sie aus Ägypten und Assyrien zurückkehren werden;
  • das Volk das Land Gilead und den Libanon bewohnen werden und dies zu eng für sie sein wird;
  • Gott Ägypten und Assyrien züchtigen und sein Volk stärken wird.

Gott nimmt sein Volk an. Das Volk wird hier gegliedert in das Haus Judas und das Haus Josephs.[218] Wir können also festhalten, dass es für die Bewohner von Juda eine Wiederherstellung geben wird, jedoch auch für die, die das frühere Zehnstämmereich ausmachten.[219] Gott wird die Nachkommen der Bewohner aus beiden ehemaligen Reichen zurückbringen. Von Juda kann man sagen, dass es zurückgekehrt ist, jedoch betrifft dies nur einen Teil. Vom Haus Josephs sind zwar einige Einzelne in das Land zurückgekehrt, als ganze Stämme sind sie allerdings nicht zurückgekehrt. Es wird in der Zukunft so aussehen, als wenn sie nie verstoßen gewesen wären. Gott erbarmt sich und wird sie wieder in vollem Glanz als Volk annehmen.[220]

Die Gebete des Volkes, die in den vergangenen Jahrhunderten zu Gott aufgestiegen sind, werden erhört werden. Anstatt feige zu sein und zu fliehen, werden sie wie ein Held in Ephraim sein. Ephraim war ein streitbarer Stamm in Israel.[221] Die Söhne, die Nachkommen also, werden sehen, wie Gott sich über sein Volk erbarmt, was Anlass zu großer Freude sein wird. Sie werden von Herzen jubeln, nicht über sich selbst, sondern „in dem HERRN“. Die Rückkehr wird verglichen mit jemand, der seine Tiere zu sich pfeift; so werden sie versammelt und werden ebenso zahlreich sein, wie sie es früher waren.[222]

Die Vertreibung unter die Nationen wird von Gott ein Säen genannt.[223] In den Ländern, in die sie zerstreut sind, werden sie nicht untergehen, sondern an Zahl zunehmen, und dort werden die Israeliten an Gott denken und zurückkehren.[224] werden geschlagen werden, und die Tiefen des Nil werden vertrocknen.[225] Auf diese Weise werden Ägypten und Assur erniedrigt. Das, worauf sie stolz waren, wird verschwinden, und die Herrschaft wird ihnen weggenommen werden. Im Gegensatz hierzu wird Gott sein Volk stärken; die Israeliten werden in seinem Namen wandeln.[226] Der Name ist der Garant für ihre Sicherheit.

Das Haus Judas und das Haus Josephs

Juda, sofern zurückgekehrt, wird im Land gestärkt werden. Joseph repräsentiert die zehn Stämme und wird aus der Zerstreuung ins Land zurückkehren.[227]

Herbeizischen

Dieses Wort wird hier gebraucht, um die rettende Aktion Gottes im Hinblick auf sein Volk auszudrücken; das Wort kann auch in richterlichem Sinn gebraucht werden, um Feinde über das Volk herbeizurufen.[228] Auch kann es eine Äußerung des Erstaunens oder der Verachtung sein.[229] Vergleiche mit diesem Vers Hosea 2,13.14.

Ägypten und Assur

Ägypten und Assur sind zwei Reiche, die (als erste) auf die Oberherrschaft und Vereinnahmung Israels aus waren. Sie stehen hier als Repräsentanten für alle Gebiete, in die die Israeliten zerstreut wurden. Assur umfasste früher auch Babylonien und einen Teil Persiens. Aus all den Gebieten, in die die Israeliten zerstreut sind, wird Gott sie zurückführen.[230]

Rudolph ist der Meinung, dass der Name Assur auf Syrien übergegangen ist und dieses Reich hier gemeint ist.[231] Seine Berufung auf Hesekiel 6,22 ist jedoch schwach, denn in diesem Vers ist zweifellos der persische König Darius gemeint, wie sich aus dem ganzen Kapitel 6 zeigt. Auch sein Rückgriff auf Jesaja 19,23-25 und 27,13 bringt nichts, denn aus diesen Stellen ist eher abzuleiten, dass es in der Zukunft ein nördliches Reich geben wird, das den Platz des vormaligen Assur einnehmen wird. Die Entwicklungen im Mittleren Osten und der Platz, den Irak darin einnimmt, stützen diesen Gedanken.

Übrigens muss bedacht werden, dass Assyrien, Babylonien und Persien miteinander verbandelt sind, weil sie ihre Machtpositionen im Norden eingenommen haben.

Nebenbei möchte ich noch anmerken, dass es in der Zukunft für Ägypten und Assur Heil geben wird, wie sich aus dem bereits genannten Text, Jesaja 19,23-25, zeigt.

Gilead und Libanon

Möglicherweise werden diese beiden Gebiete genannt, weil das ganze Land wieder bis in die äußersten Winkel bewohnt werden wird. Beide Gebiete werden in Israel wegen ihrer Fruchtbarkeit und Schönheit genannt.[232]

Ich werde sie stark machen

Sacharja 10,12 bezieht sich nicht auf Sacharja 10,11, sondern auf Sacharja 10,6.

Verständnisfragen zu Kapitel 10

  1. Wir sagen: „Es regnet“, und: „Es schneit.“ Wie redet die Bibel darüber?

  2. Wie entstehen unsere Träume (denke an Pred 5,2)? Dieser Art Träume haben keine symbolische Bedeutung (Pred 5,6). Was können wir dennoch aus ihnen lernen?

  3. Israel glich oft einer Herde ohne Hirten. Wann ist dies praktisch besehen auch bei uns der Fall?

  4. Was wird der Herr in der Zukunft mit dem Haus Juda und mit dem Haus Joseph tun?

  5. Welche Zukunft erwarten wir gemäß Johannes 14,1-3? Wie sollte uns das ansprechen? Arbeitsstelle aufgeben, Haus verkaufen und nur noch warten, dass der Herr kommt?

Libanon und Basan verwüstet (Sach 11,1-3)

Sach 11,1-3: 1 Öffne deine Tore, Libanon, und Feuer verzehre deine Zedern! 2 Heule, Zypresse! Denn die Zeder ist gefallen, denn die Herrlichen sind verwüstet. Heult, Eichen Basans! Denn der unzugängliche Wald ist niedergestreckt. 3 Lautes Heulen der Hirten, denn ihre Herrlichkeit ist verwüstet; lautes Gebrüll der jungen Löwen, denn die Pracht des Jordan ist verwüstet![233]

Dieser Abschnitt beschreibt

  • die Verwüstung der Zedern des Libanon,
  • das Gejammer der Eichen Basans,
  • die Jammerklage der Hirten,
  • das Gebrüll der jungen Löwen.

Der Libanon ist das Gebirge im Norden Israels. Es war ein sehr waldreiches Gebiet.[234] Es ist oft die Rede von den mächtigen „Zedern“ des Libanon.[235] Salomo gebrauchte Zedernholz für die Bekleidung der Mauern des Tempels.[236] In bildlichem Sinn wird mit den Zedern der Prunk und Hochmut des Menschen oder der Nationen angedeutet.[237] Basan kennen wir in unserer Zeit als Golan. Mit den Eichen Basans wird ebenfalls auf die Macht des Menschen und der Nationen hingewiesen.[238] Diese Wälder sind schwer zu durchdringen, doch das Feuer wird hineindringen und sein vernichtendes Werk verrichten. So werden diejenigen, die mit den Bäumen dieser Wälder verglichen werden, dem Gericht Gottes nicht entkommen können. Diese Bildersprache ist klar und eine gewisse Ironie redet hier mit.

Die Verbindung zum vorherigen Abschnitt ist etwas schwierig herzustellen; es ist aber klar, dass es um ein Gericht vonseiten Gottes geht. Die Frage ist, ob es ein Gericht über die nördlich gelegenen Nationen betrifft oder ein Gericht über das hochmütige Israel. Wenn das Erste der Fall ist, knüpft der Abschnitt einigermaßen an Sacharja 10,10-12 an. Für das Zweite könnten auch Gründe genannt werden, weil Sacharja 11,4 mit einem Gericht über die hochmütigen Führer des Volkes Gottes fortsetzt.[239] In diesem Fall muss der Libanon sozusagen die Türen öffnen bzw. die Pässe über das Gebirge müssen geöffnet werden, damit dieses Gericht vollzogen werden kann, so dass die Vollstrecker einen Durchgang haben. Wir denken dabei dann an Nationen aus dem Norden, die sich, genau wie Nebukadnezar früher, auf Israel stürzen. Die Hirten des Volkes jammern, weil von ihrer Macht und Herrlichkeit nichts mehr übrig ist.

Mit der Pracht des Jordan ist das waldreiche Gebiet an den Ufern dieses Flusses gemeint. Das ist das Gebiet, wo – vor allen Dingen nach der Wegführung der zehn Stämme – die Löwen wohnen[240], doch dieses Wohngebiet wird zerstört.

Die Mächtigen und alles, was glorreich ist, wird durch das Gericht erniedrigt und verzehrt. Und diejenigen, die wie junge Löwen auf ihre Stärke vertrauen, werden vernichtet.

Libanon

Der Name bedeutet „der Weiße“, was sich nach einigen auf die Schneehügel[241] und die beschneiten Spitzen bezieht, nach anderen bezieht sich das auf das Schimmern des hellen Kalksteins. Calvin und viele andere Ausleger aus alten Zeiten sind der Meinung, dass es hier um ein Gericht über Israel geht, wofür viel spricht; und er verwirft zu Recht die Meinung vieler Ausleger (er redet sogar von „allen“), dass mit dem Libanon der Tempel gemeint ist, weil dieser mit Holz gebaut wurde, das aus dem Libanon kam. Josephus erzählt, dass der Tempel geöffnet war, bevor die Stadt Jerusalem durch Titus vernichtet wurde. Rabbi Jonathan soll damals ausgerufen haben: „Siehe die Prophezeiung Sacharjas, denn er hat vorausgesagt, dass dieser Tempel verbrannt werden muss und dass zuvor seine Tore geöffnet werden sollten.“ Solche Geschichten sind zwar interessant, sie haben jedoch wenig Fundament, denn warum werden von Basan solche Dinge nicht erzählt?[242]

Edelkoort lässt die wörtliche Bedeutung des Libanon und Basans vollständig fallen und sieht in diesen Namen lediglich eine Darstellung der Weltmacht; wir erachten dies nicht als vertretbare Alternative.[243]

In unserer Zeit gibt es große Betriebsamkeit um den Libanon, weil von dort aus Israel durch die Hisbollah zugesetzt wird. Merkwürdig ist, dass wir im Mittleren Osten allerlei Länder und Völker aufkommen sehen, die im Altertum auch eine Rolle in der Geschichte Israels gespielt haben. Was das betrifft, denken wir an den bekannten Ausdruck: „Die Geschichte wiederholt sich.“

Die jungen Löwen

Mit Hinweis auf Hesekiel 19 versteht Dennett unter „den jungen Löwen“ die Herrscher, die Fürsten des Volkes.[244]

Das Weiden der Schlachtschafe (Sach 11,4-6)

Sach 11,4-6: 4 So sprach der HERR, mein Gott: Weide die Herde des Würgens, 5 deren Käufer sie erwürgen und es nicht büßen, und deren Verkäufer sprechen: Gepriesen sei der HERR, denn ich werde reich!, und deren Hirten sie nicht verschonen. 6 Denn ich werde die Bewohner des Landes nicht mehr verschonen, spricht der HERR; und siehe, ich überliefere die Menschen, jeden in die Hand seines Nächsten und in die Hand seines Königs; und sie werden das Land zertrümmern, und ich werde nicht aus ihrer Hand befreien.

Diese Verse beschreiben

  • das Weiden der Schafe als Schlachtschafe [niederl. Übersetzung für „Herde des Würgens“ (Elberf. Übers.)];
  • die Grausamkeit der Käufer;
  • den Stolz der Verkäufer, die sich bei ihrem Verdienst die Hände reiben;
  • das Gericht Gottes über die Menschen; Er gibt sie in die Macht ihrer Herrscher.

Dieser Abschnitt ist ein Teil von Sacharja 11,4-17. Wir können ihn nicht erläutern, wenn wir auf den Zusammenhang nicht achtgeben. Es könnte auch eine Verbindung mit Sacharja 11,1-3 gelegt werden, weil in Vers 3 die Rede von Hirten ist. Sacharja wird in Vers 4 aufgefordert, die Schlachtschafe zu weiden, genau wie ihm in Vers 15 befohlen wird, die Ausrüstung eines törichten Hirten anzuziehen. Siehe auch Vers 7. Die Handlungen, die Sacharja ausüben muss, haben eine symbolische Bedeutung; dabei ist weniger bedeutsam, ob er sie tatsächlich verrichten musste oder ob er dies in einem visionären Zustand tat. Es geht schließlich darum, was die prophetische Botschaft dessen ist, was ihm aufgetragen wurde. Dabei kommt eine weitere Frage auf, inwieweit bestimmte Teile aus Sacharja 11,4-17 eine historische Erfüllung erlebt haben. Wichtiger ist noch, dass Sacharja in Kapitel 11 als eine Vorschattung des Messias auftritt und dass im direkten Sinn sogar auf die Verwerfung des Messias vorausgeblickt wird. Dieses Kapitel redet von seinen Leiden.[245] Es zeugt auch von dem zukünftigen Auftreten des falschen Messias.[246]

Gott gibt Sacharja den Auftrag, die Schlachtschafe zu weiden. Das Wort „Schlachtschafe“ weist darauf hin, dass diese Schafe zur Schlachtung bestimmt sind. Meistens geht man mit solchen Schafen grob um, da sie ja sowieso für den Tod bestimmt sind. Doch Gott ruft den Propheten hier auf, diese Schlachtschafe zu weiden. Sacharja soll eine ganz andere Gesinnung an den Tag legen als die Käufer, die sie nach Herzenslust töten und zu keinem Zeitpunkt empfinden, dass sie sich nicht so verhalten, wie es sich gehört.[247] Für die Schafe kennen sie keine Gefühle. Die Verkäufer lachen sich beim Handeln ins Fäustchen, denn sie haben an ihnen gut verdient. Ja, mit Scheinfrömmigkeit preisen sie Gott für ihren unrechtmäßigen Gewinn. Die Hirten, die die Schafe sorgsam behandeln sollten, verschonen die Herde nicht, sondern beuten sie aus.

Bei den Schlachtschafen müssen wir an das Volk Israel denken, das von den Führern des Volkes, den Hirten, schlecht behandelt wird. Hierbei taucht das Bild auf, das Gott von den Hirten in Hesekiel 34 zeichnet. Offensichtlich geht es nicht nur um die Hirten Israels, sondern auch um die Bewohner der Erde, die sich von dem Los Israels nichts angezogen haben, sondern im Gegenteil das Volk nicht verschonten.[248]

Darum wird Gott die Bewohner der Erde, deren Schöpfer und Gebieter Er ist, nicht länger verschonen. Dies wird durch ein Wort des Herrn gesagt, es wird also gewiss geschehen.

So wie die Schlachtschafe in ihre Macht fielen und nicht verschont wurden, so wird Gott die Erdbewohner in die Macht ihrer Nächsten übergeben. Anstatt den Nächsten zu lieben, wird man den Nächsten ausbeuten. Die Führer der Erdbewohner, hier als „ihr König“ bezeichnet, werden dasselbe mit ihren Untertanen tun. Sie werden die Erde, die ursprünglich herrliche Schöpfung Gottes, zu einer Wüste machen, und Gott wird den normalen Mann nicht aus der Macht der Oberen retten.

Der Schluss von Sacharja 11,6 führt Gott als Redenden ein, und im Prinzip repräsentiert Sacharja hier den Herrn. Das, was Sacharja tut, spiegelt das Handeln Gottes wider. Gott wird Gericht über die Nationen üben, und Er tut das durch die Nationen selbst. Sie werden aus der Erde einen Trümmerhaufen machen. In unserer Zeit sehen wir schon etwas davon geschehen.

Weide die Schlachtschafe

Ridderbos fasst dieses Wort nicht positiv auf, sondern meint, dass Sacharja bereits durch sein Handeln klarmachen müsse, dass der Herr die Schafe dem Tod überantwortet.[249] Dieser Erklärung ist gewiss nicht unannehmbar. Hierzu könnte verwiesen werden auf Psalm 44,12.23; Jer 12,3; vgl. Röm 8,36; dennoch denken wir, dass Sacharja 11,7 eher auf ein Weiden im positiven Sinn abzielt, denn das Schlachthaus würde das Ende der Schafe bedeuten. Das Weiden beinhaltet gerade: für Nahrung sorgen, führen und beschützen.

Es gibt solche, die Sacharja 11,4 auf Christus anwenden; dafür gibt es Anhaltspunkte in dem Sinn, dass Sacharja als ein Bild des wahren Hirten, Jesus Christus, auftritt. Für die Tatsache, dass er als Bild auftritt, spricht besonders Sacharja 11,15, wo ihm geboten wird, sich erneut als Hirte zu verkleiden, und zwar nun als Bild eines törichten Hirten. Im Prinzip ist er dann ein Bild des falschen Messias.

Ihre Käufer und ihre Verkäufer

Es ist nicht so leicht herauszubekommen, wer mit den Verkäufern und den Käufern gemeint ist. Sind es die Hirten, die als Verkäufer auftreten[250], oder sind es Herrscher des Volkes, die das Volk zur Handelsware machen? Diese Verkäufer preisen Gott für den Gewinn, den sie erwirtschaften; sie müssen also schon etwas Gotteserkenntnis haben. Bei den Käufern können wir an die Nationen denken, die sich um das Los des Volkes überhaupt nicht kümmern.

Rossier gibt die folgende Erklärung:

Diese Herde wird drei Merkmale aufweisen:

  1. Ihre Besitzer, die Nationen, die die Schafe unterdrücken, werden sie schlachten, um von ihrem Fleisch nutzen zu haben, ohne sich schuldig zu fühlen.
  2. Ihre Verkäufer, die Häupter des Volkes, haben aus eigenem Interesse das Werk der Nationen akzeptiert.
  3. Ihre Hirten, die staatlichen oder religiösen Führer, werden sie nicht verschonen.

Rossier sieht in den Schlachtschafen das jüdische Volk zur Zeit des Herrn Jesus auf der Erde.[251]

Die Bewohner der Erde

Das Wort, das mit „Erde“ wiedergegeben wurde [in der niederländischen Bibelübersetzung], kann auch „Land“ bedeuten. In diesem Fall würde es hier um ein Gericht über das Land Israel gehen. Die Ergänzung „jeden in die Hand seines Königs“ spricht hier jedoch dafür, an die Erde zu denken. Die Nationen, die aus Israel Handelsware machen, werden in das Gericht Gottes kommen. Ihre eigenen Herrscher werden sie zugrunde richten.

Ihr König

Für Israel gilt, dass der HERR Gott ihr König ist. Auch der Messias wird als solcher vorgestellt.[252] Die Juden wollten Jesus Christus nicht als ihren König anerkennen und beriefen sich darauf, dass der Kaiser in Rom ihr König sei.[253] Nun, in die Hände dieses Königs kamen sie im Jahr 70 n.Chr., als Titus Jerusalem einnahm. Wir finden allerdings auch Aussagen, bei denen wir an den Antichristen denken können.[254] Wiewohl wir von einer allgemeinen Tendenz ausgehen, bei der die Machthaber ihrer Macht über die Untertanen frönen werden, ist der Gedanke, dass dieser Vers seine volle Erfüllung in der Zeit des falschen Messias haben wird, nicht unangebracht.

Der zerbrochene Stab „Huld“ (Sach 11,7-11)

Sach 11,7-11: 7 Und ich weidete die Herde des Würgens, ja, die Elenden der Herde; und ich nahm mir zwei Stäbe: Den einen nannte ich „Huld“[in der niederl. Übers.: „Lieblichkeit“; Anm. d. Üb.], und den anderen nannte ich „Verbindung“, und ich weidete die Herde. 8 Und ich vertilgte drei Hirten in einem Monat. Und meine Seele wurde ungeduldig über sie, und auch ihre Seele wurde meiner überdrüssig. 9 Da sprach ich: Ich will euch nicht mehr weiden; was stirbt, mag sterben, und was umkommt, mag umkommen; und die Übrigbleibenden mögen einer des anderen Fleisch fressen. 10 Und ich nahm meinen Stab „Huld“ und zerbrach ihn, um meinen Bund zu brechen, den ich mit allen Völkern gemacht hatte. 11 Und er wurde an jenem Tag gebrochen; und so erkannten die Elenden der Herde, die auf mich achteten, dass es das Wort des HERRN war.

Dieser Abschnitt gibt bekannt

  • die Erfüllung des Auftrags, die Schlachtschafe zu weiden mit Hilfe von zwei Stäben;
  • die Ausrottung dreier Hirten in einem Monat;
  • das Zerbrechen des Stabes „Lieblichkeit“;
  • die Erkenntnis der Elenden unter den Schlachtschafen, dass Gott dies alles geredet hat.

Sacharja gibt bekannt, dass er den Befehl Gottes, die Schlachtschafe zu weiden, befolgt hat. Ihren jämmerlichen Zustand gibt er mit den Worten wieder: Deswegen sind sie die Elendesten unter den Schafen, sie sind für die Schlachtbank bestimmt.

Wenn der Gedanke wahr wäre, dass Sacharja sie tatsächlich als Schlachtvieh behandeln sollte und dass das Weiden demnach auf Gericht hinweist, dann würde ihr elender Zustand sich auf dieses Weiden im Gericht beziehen. Doch was hat es dann mit dem Anfertigen zweier Stäbe auf sich, die so schöne Namen tragen: Lieblichkeit und Verbindung? Diese Stäbe dienen doch dazu, die Herde im positiven Sinn zu weiden?! Wir dürfen hier nicht darüber hinweggehen und dürfen uns nur an der Tatsache festhalten, dass diese beiden Stäbe zerbrochen werden. Dann würde die Präsentation über die Herstellung der Stäbe nur dazu dienen, um die Handlung des Zerbrechens möglich zu machen, und das ist nicht angemessen.

Nochmals: Für den Gedanken, dass diese Schafe in Gericht geweidet werden müssen, sind Argumente anzuführen; wir erachten sie allerdings nicht als überzeugend. Wir gehen lieber davon aus, dass die Stäbe Gottes Absicht darstellen, dass Er das Volk mit Lieblichkeit hüten möchte und dass Er sie zusammenhalten will. In diesem Geist muss Sacharja, der hier Gott – oder noch besser: den Messias – repräsentiert, die Schafe weiden.

Ob das Weiden dann tatsächlich den Effekt aufweist, von dem die Stäbe reden, ist eine andere Sache. Abrupt wird nämlich mitgeteilt, dass Sacharja, für Gott handelnd, drei Hirten in einem Monat vertilgt hat. Dies waren keine guten Hirten, die Gott vertilgte, um das Volk mit seinem Gericht zu treffen, so dass sie als Schafe ohne Hirten dem Tod entgegenwanken würden. Nein, es waren schlechte Führer. Sacharja als Repräsentant Gottes hat seine Geduld diesen Hirten gegenüber verloren, und sie sind des Propheten Gottes überdrüssig.

Das Gericht Gottes über diese schlechten Hirten würde dem Volk zum Guten gereichen, doch der Großteil der Schafe achtet offensichtlich nicht darauf. Nicht nur das Betragen der Hirten, sondern auch das der Schafe war dergestalt, dass Sacharja seinen Hirtenberuf aufgibt. Das zeigt erneut, dass das Weiden nicht negativ gemeint war als Weiden im Gericht, als Züchtigung, denn dann müsste das Weiden fortgesetzt werden müssen. Nein, es war positiv gemeint; es hatte jedoch keinen Effekt, weshalb deswegen ein Gericht folgt. Sacharja überlässt die Schafe ihrem Los. Wenn sie dann dem Tod entgegengehen wollen, lass sie dann sterben und lass dann die Drohung des Vertilgtwerdens in Erfüllung gehen, denn sie wollen es nicht anders. Lass diejenigen, die diese Gerichte überleben, sich gegeneinander wenden und gegenseitig ihr Fleisch essen. Anders gesagt: Alles, was jetzt noch geschieht, liegt nicht an Gott, sondern ist selbstverschuldet.[255]

Als Zeichen dafür, dass Sacharja seinen Hirtendienst aufgibt, zerbricht er den Stab „Lieblichkeit“. Gott wird sein Volk nicht mehr in Lieblichkeit weiden und zu stillen Wassern führen, wie ein guter Hirte es tut.[256] Den Bund, den Gott mit seinem Volk hatte und der in gewisser Hinsicht auch ein Bund mit den Nationen war und ihnen zugutekam, zerbricht Er.

Ist der Effekt des Handelns Gottes denn vollends negativ? Geht das ganze Volk zugrunde, weil niemand mehr auf Gott achtgibt? Nein, es gibt unter den Schlachtschafen solche, denen das Elend des Volkes bewusst ist und die das, was Sacharja in Wort und Tat angekündigt hat, als Wort des Herrn anerkennen.[257] Zum Glück bewahrt Gott immer einen Überrest, mit dem Er weitermachen kann, wenn die Zeit der Wiederherstellung anbricht.[258]

Die Elenden der Herde

Rudolph ist der Meinung, dass die Bezeichnung „Elenden“ hier durch „Viehhändler“ ersetzt werden muss.[259] Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, gibt den Text wie folgt wieder: „Also weidete ich das Schlachtvieh, das den Viehhändlern gehörte“, und ist offensichtlich diesem Gedanken ebenfalls zugetan.

Van der Woude gibt den Ausdruck „die Elendesten unter den Schafen“ [so die orig. niederl. -Übers., Anm. d. Übs.] wieder mit den Kanaanitern bzw. den Händlern und sieht ab Sacharja 11,7, dass die Samariter, die Gott verehren hier und im weiteren Verlauf (auch) gemeint sind.[260] Wir sehen diese Auslegung als zu spekulativ an.

Zwei Stäbe

Normalerweise gebraucht ein Hirte nur einen Stab. Die Tatsache, dass hier von zwei Stäben die Rede ist, dient dazu, die zwei Aspekte des Handelns Gottes mit seinem Volk anzugeben. Übrigens gibt es solche, die den zweiten Stab mit „Verderber“ übersetzen. Das resultiert aus einer anderen Vokalisierung. Von Sacharja wurde das Wort, gemäß der Gewohnheit damaliger Zeit, ohne Vokale geschrieben. Wenn man zwei andere Vokale wählt, kommt ein Wort heraus, das „Kordeln“ oder „zusammenbinden“ bedeutet, was der Bedeutung viel näherkommt. Es hat allerlei Erklärung gegeben, weshalb die beiden Stäbe so genannt wurden. Man hat unter dem Stab „Lieblichkeit“ das Gesetz der Natur verstehen wollen und unter dem Stab „Verbindung“ oder „Schnur“ das Gesetz Moses[261] mit Verweis auf 5. Mose 32,8. Die Sache ist jedoch die, dass Sacharja diese beiden Stäbe in seiner Zeit herstellte. Es muss sich also darauf beziehen, dass Gott mit seinem Volk in Lieblichkeit umgehen will und es zusammenbinden möchte.

Meine Seele wurde ungeduldig über sie

Sprachlich gesehen liegt es auf der Hand, das Verlieren der Geduld auf die drei Führer zu beziehen, die Gott innerhalb eines Monats verworfen hat. Dazu kann man eine Verbindung zu Sacharja 11,5 legen, wo es um die Führer Israels geht. Dennoch ist der Gedanke Calvins[262] und mit ihm anderer, wie z.B. Ridderbos[263], nicht unmöglich, nämlich dass Gott seine Geduld mit den Schlachtschafen, mit dem ganzen Volk, verloren hatte, denn Sacharja 11,9 handelt durchaus von Schafen.

Drei Hirten

Es wurde viel über die Frage spekuliert, welche drei Hirten dieser Abschnitt meint. Es wurden dutzendweise Erklärungen abgegeben. So gibt es solche, die an die drei Gruppierungen unter dem Volk in den Tagen des Herrn Jesus denken, und zwar die Pharisäer, Sadduzäer und Herodianer. Andere denken an die drei Klassen in Israel, die sich als Hirten des Volkes aufspielten, nämlich die Priester, die Propheten und die Könige. Die Aussage, dass die drei Hirten in einem Monat vernichtet wurden, ist jedoch derart konkret, dass hier nur schwerlich an etwas anderes als drei Personen gedacht werden muss. Doch sind es Hirten, die in der Vergangenheit vertilgt wurden? Sind es Zeitgenossen Sacharjas? Oder bezieht sich diese Mitteilung auf die Zukunft, so dass wir an die jüdischen Heerführer denken müssen, die durch den Aufstand der Makkabäer umkamen, so wie Fausset meint?[264] Das ist ein schwieriges Problem, auf das wir keine befriedigende Antwort geben können; wir können nur sagen, dass es ein Gericht Gottes betrifft, das Gott an Führern in Israel vollzogen hat.

Historisch präsentiert, aber prophetisch gemeint?

Sacharja 11,8 vermittelt den Eindruck, dass es sich um eine Tatsache handelt, die sich in den Tagen Sacharjas zugetragen hat. Das ist jedoch nicht mehr als nur ein Eindruck. Sacharja 11,12 redet auf dieselbe Weise, weist jedoch sehr klar auf etwas hin, was in der Zukunft stattfinden würde. Wir sollten nicht vergessen, dass das Buch Sacharja ein prophetisches Buch ist und dabei die Zukunft beschreibt, als geschehe sie in der Zeit des Propheten selbst. Ein Verweis auf Offenbarung 12 kann helfen, dies zu untermauern. In diesem Kapitel finden wir das Umgekehrte. Es ist die Rede von der Geburt des Herrn Jesus. Die Feindschaft Satans zeigte sich damals schon, wenn wir an den Auftritt Herodes denken, der das Kind töten wollte. Dieses Geschehen wird jedoch in die Prophezeiung eingefügt, weil dieses Auftreten Satans in der Zukunft seine Fortsetzung findet in der Verfolgung des Volkes, das den Messias hervorgebracht hat. Die Schrift ist, was diese Dinge betrifft, sehr flexibel.

Was stirbt, mag sterben

Gott zieht also die Hand von seinem Volk zurück und übergibt es den Vertilgern. Vergleiche hiermit die Aussage Jeremias im Hinblick auf die Vertilgung durch Nebukadnezar.[265]

Einer des anderen Fleisch essen

Es ist bekanntgeworden, dass bei der Belagerung Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. Kannibalismus vorkam, und es ist ein Phänomen, das sich häufiger hervorgetan hat und hervortun wird.[266]

Mein Bund … mit allen Völkern

Dieser Ausdruck hat diverse Ausleger dazu gebracht, dieses Kapitel nicht nur auf Israel anzuwenden, sondern auf die Nationen, zu denen Israel dann auch gehört. Es soll sich um Gottes Hüten der Nationen handeln. Dabei greift man auf den Bund mit Noah zurück, der ein Bund mit den Nationen war. Andere denken an den Bund, den Gott zugunsten Israels mit den Nationen geschlossen hat gemäß dem Wort aus Hosea 2,18, um Israel kein Böses zu tun. Wenn dieser Bund gebrochen wird, wird Israel die Zucht durch die Nationen widerfahren. Eine andere Auffassung ist die, dass die Mehrzahl „Völker“ sich auf die große Anzahl des Volkes Israel in früherer Zeit bezieht. Meines Erachtens wird mit dieser Auffassung der Kern nicht berührt; man vergisst, dass der besondere Platz, den Israel in Gottes Plänen einnimmt, auch Gottes Verhältnis zu den Nationen betrifft, nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart und in der Zukunft.

Wir müssen bedenken, dass Gott in seinem Bund mit Abraham das Wohl und Wehe der Nationen einbezieht. Denke an die Worte: „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde“[267]. Kelly weist bei diesem Vers auf 1. Mose 49,10 hin, wo wir lesen: „Nicht weichen wird das Zepter von Juda noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen weg, bis Schilo kommt, und ihm werden alle Völker gehorchen.“ Er weist darauf hin, dass hier die Mehrzahl Völker gebraucht wird, und bemerkt, dass die Verwerfung des Messias es unmöglich macht, alle Völker zu versammeln.[268] Wenn Gott seinen Bund mit Israel aufhebt und die Völker den Zorn Gottes über sein Volk ausüben, dann hat das Konsequenzen für die Völker, und es gehen die Verheißungen, die für die Völker im Bund beschlossen wurden, (noch) nicht in Erfüllung.

Der Stab „Verbindung“ wird zerbrochen (Sach 11,12-14)

Sach 11,12-14: 12 Und ich sprach zu ihnen: Wenn es gut ist in euren Augen, so gebt mir meinen Lohn, wenn aber nicht, so lasst es; und sie wogen meinen Lohn ab: dreißig Sekel Silber. 13 Da sprach der HERR zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wert geachtet bin! Und ich nahm die dreißig Sekel Silber und warf sie in das Haus des HERRN, dem Töpfer hin. 14 Und ich zerbrach meinen zweiten Stab „Verbindung“, um die Brüderschaft zwischen Juda und Israel zu brechen.

Dieser Abschnitt erwähnt,

  • dass Sacharja um seinen Hirtenlohn bittet;
  • dass er den Lohn, dreißig Silberlinge, in dem Haus des Herrn dem Töpfer hinwirft;
  • dass er den Stab „Verbindung“ zerbricht und die Brüderschaft zwischen Juda und Israel aufhebt.

Sacharja wird auch hier redend eingeführt, und er redet hier wieder als Bild von dem Messias und als Vertreter Gottes. Tatsächlich übersetzt er die Gefühle des wahren Hirten, Jesus Christus. Inwieweit der Prophet hier buchstäblich die Führer Israels um Lohn gebeten hat und er ihn tatsächlich in den Tempel geworfen hat, ist die Frage. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, nämlich, ob der Tempel bereits wiederhergestellt war und demnach von einem Werfen in den Tempel die Rede sein kann. Des Weiteren ist die Frage, ob die Führer Israels in dieser Zeit etwas gegen Sacharja hatten. Von Serubbabel und Josua lesen wir davon jedenfalls nichts, und es ist fast schon unpassend, anzunehmen, dass diese sich gegen den Propheten gewendet haben sollten. Es ist viel eher anzunehmen, hier an ein Handeln in einem visionären Zustand oder an eine imaginäre Handlung zu denken.

Sacharja bittet um seinen Lohn für das Weiden der Schafe, und die Führer geben ihm dreißig Silberlinge. Das ist der Betrag, den man einem Besitzer eines Sklaven vergüten musste, wenn man an dem Tod dieses Sklaven schuldig war.[269] Anschließend sagt Gott zum Propheten, dass er das Geld dem Töpfer hinwerfen soll.[270] Warum der Töpfer? Es darf angenommen werden, dass dieser Töpfer im Vorhof arbeitet. Dies könnte sein, um Töpfe für den Tempelgebrauch herzustellen. Wenn wir annehmen, dass die Führer Sacharja (der dies in visionärem Zustand erfährt) in dem Tempelvorhof seinen Lohn ausbezahlten und er diesen Lohn nicht annehmen durfte, dann lag es auf der Hand, dass er es diesem Arbeiter zuwarf. Dies ist zumindest eine angemessene Erklärung.

Die Verächtlichkeit der Belohnung findet sich wieder im Ausdruck des Herrn, wenn Er über einen „herrlichen“ Preis redet. Dieser Ausdruck ist zweifellos ironisch gemeint. Es findet sich noch etwas Bemerkenswertes darin: Der Herr redet nämlich nicht über den Lohn, den man Sacharja zugeteilt hatte, sondern über den Preis, mit dem Er geschätzt wurde. In Sacharja 11,13a ist ja der Herr der Redende. Mit „ich“ meint der Herr also sich selbst. Anschließend sagt Sacharja, dass er dem Auftrag nachkommt und die Silberlinge im Haus des Herrn dem Töpfer hinwirft. Auch hierin findet sich wahrscheinlich etwas Verächtliches, denn der Beruf des Töpfers stand nicht hoch im Kurs.

Das Problem mit Matthäus 27,9

Bei diesem Vers haben wir das Problem, dass Matthäus die Aussage von Sacharja 11,12 Jeremia zuschreibt. Das ist ein Problem, das im Buch Matthäus und nicht im Buch Sacharja aufkommt. Dennoch möchten wir diesem Problem Aufmerksamkeit schenken. Als Lösung für diesen augenscheinlichen Widerspruch werden die folgenden Möglichkeiten vorgeschlagen:

  • Der Name Jeremia wurde zu Unrecht durch einen Abschreiber des Textes hinzugefügt.
  • Jeremia wird genannt, weil er als Haupt oder Erster der Propheten angesehen wird (denke an Matthäus 16,14).
  • In Sacharja 11,12.13 ist nicht die Rede vom Kauf eines Feldstücks. In Jeremia 32,6-9 wird sehr wohl darüber gesprochen. In Jeremia 18,1-4 wird das Herstellen von Gefäßen erwähnt sowie das Verwerfen eines misslungenen Exemplars. Außerdem geht es in Jeremia 19,1 und 10 um den Kauf eines Kruges und dem Zerbrechen eines Kruges. Es ist also möglich, dass Matthäus die Ereignisse von Jeremia sowie Sacharja vor Augen hatte und die Elemente kombinierte, wobei er nur den Namen Jeremias als wichtigeren der beiden Propheten nannte. Etwas Ähnliches finden wir auch in Markus 1,2.3, wo wir eine Kombination von Angaben aus Micha 3,1 und Jesaja 40,3 finden und nur Jesaja, auch hier der bekanntere der beiden Propheten, als Schreiber genannt wird.

Wann wurde der Stab „Verbindung“ zerbrochen?

Daraufhin zerbricht Sacharja den zweiten Stab, nämlich den der „Verbindung“. Das bezieht sich auf den Bruch der Bruderschaft zwischen Juda und Israel. Genau wie bei Sacharja 11,8 ist die Frage, ob sich das

  1. auf etwas bezieht, was in der Vergangenheit geschehen ist oder
  2. auf etwas, was in den Tagen Sacharjas und der nachfolgenden Geschichte stattfand oder ob hier
  3. an etwas gedacht werden muss, was erst später in der Geschichte Gottes und seines Volkes stattfinden wird.

Ad 1) Denken wir an das Zerbrechen der Bruderschaft zwischen Juda und Israel, dann geschah so etwas in der Vergangenheit, als Reich unter Rehabeam und Jerobeam einen Riss bekam. Seit der Zeit lebten die beiden Reiche im Zerwürfnis miteinander.

Ad 2) Die Reiche als solche wurden später auseinandergerissen, als die Assyrer das Zehnstämmereich einnahmen und die Bevölkerung wegführten und als später die Babylonier das Zweistämmereich eroberten und die Judäer in die Verbannung führten. Das, was hier präsentiert wird, könnte dann auf diese Ereignisse zurückgreifen. Wir haben schon darauf hingewiesen, dass ein solches Zurückgreifen auf eine Geschichte in der Vergangenheit, um sie in die Prophezeiung einzufügen, nicht undenkbar ist.[271] Was hier in der Vorstellung Sacharjas getan wird, tat Judas unter der Leitung Gottes, indem er den Lohn des Verrats in den Tempel warf.[272] Anschließend erfüllen die Priester den Teil der Prophezeiung, der sich auf den Töpfer bezieht, indem sie den Acker des Töpfers kaufen.[273] Der Unterschied in den Worten zwischen Sacharja 11,12.13 und Matthäus 27,3-10 ist hierdurch erklärlich, dass Sacharja die Sache aus der Sicht Gottes beschreibt, und Matthäus beschreibt, wie – was die Erfüllung angeht – bestimmte Menschen ihren Anteil daran hatten.[274]

Das Zerbrechen des Stabes „Verbindung“ durch Sacharja findet statt, nachdem von dem Werfen des Lohns in den Tempel die Rede ist. Die prophetische Erfüllung muss sich also auf die Zeit nach der Überlieferung Christi beziehen. Am ehesten ist die tatsächliche Erfüllung im Jahr 70 n.Chr. anzunehmen, als das jüdische Volk durch Titus aus dem Land der Väter weggeführt wurde und die Zerteilung des Volkes sich noch weiter zugetragen hat. Damit ist noch nicht alles gesagt. Das Zerbrechen hat dann zwar stattgefunden, doch die Folgen davon reichen bis in die Zukunft, wenn der törichte Hirte, der Antichrist, über den Sacharja 11,16 redet, auftreten wird.

Das Abwiegen von Lohn

Im Altertum wurde das Geld gewogen.[275] Offensichtlich wurde dieser Ausdruck auch noch in Zeiten gebraucht, in denen man bereits mit Münzen bezahlte.

Das Zerbrechen des Stabes „Verbindung“

Siehe für die Wiederherstellung der Brüderschaft Hesekiel 37,15-22, wo bezeichnenderweise von zwei Holzstücken die Rede ist, einer wird als Juda und der andere als Joseph präsentiert. Diese zwei Holzstücke muss Hesekiel zu einem Holzstück zusammenfügen und so klarmachen, dass Gott diese zwei „Nationen“ wieder zu einem Volk machen wird.

Die Erfüllung

Welche teilweise Erfüllung in den Tagen Sacharjas oder – mehr noch – in den Tagen der Makkabäer auch stattgefunden haben mögen, eines ist klar: Sacharja 11,12 führt uns in die Zeit, als der Messias Jesus Christus auftrat.

Von Ihm ist Sacharja ein Bild. Jesus Christus kam als guter Hirte zum Volk. Er kam, um die Schlachtschafe zu weiden. Er weidete sie mit Huld und wollte sie zusammenbinden. „Er kann in das Seine“, schreibt Johannes, „aber die Seinen nahmen ihn nicht an“[276]. Der Widerstand der Führer Israels kommt sehr schmerzlich in den Kapiteln 5 bis 8 des Johannesevangeliums vor. Doch dann finden wir in Johannes 9 ein Beispiel eines der elendesten der Schlachtschafe: den Blindgeborenen! Dieser Jude erkennt die Person Jesus von Nazareth immer mehr. Er bezeugt dies vor den Führern, und die Folge ist, dass sie ihn aus der Synagoge verbannen. Daraufhin in landet er in den Armen Jesu, seines Retters. Anschließend sehen wir den Heiland in Johannes 10 als den guten Hirten beschrieben. Er redet über das Ausführen seiner Schafe aus dem Stall und über die Bildung seine Herde.

Über das Volk kommt allerdings das Gericht, wie schon früher festgestellt. Der Stab „Verbindung“ wird zerbrochen und das jüdische Volk wird nach dem Jahr 70 n.Chr. Wieder zerstreut.

Dennoch ist das nicht das Ende. Der Faden mit Israel wird durchtrennt, aber nicht für immer. Es kommt eine andere Zeit, die Zeit der Gemeinde, die in der Schrift ein Geheimnis genannt wird. Juden, die in dieser Zeit zum Glauben an Jesus Christus kommen, werden der Gemeinde hinzugefügt. Wenn dieses neutestamentliche Volk hineingebracht ist, wird Gott den Faden der Geschichte mit Israel wieder aufnehmen, und das jüdische Volk wird von seiner Wurzel her, von der es abstammt, wieder geeint werden, und der Segen Abrahams wird dem Volk als Nation zuteilwerden.[277]

Der törichte Hirte (Sach 11,15-17)

Sach 11,15-17: 15 Und der HERR sprach zu mir: Nimm dir noch das Gerät eines törichten Hirten. 16 Denn siehe, ich erwecke einen Hirten im Land: Der Umkommenden wird er sich nicht annehmen, das Versprengte wird er nicht suchen und das Verwundete nicht heilen; das Gesunde wird er nicht versorgen, und das Fleisch des Fetten wird er essen und ihre Klauen zerreißen. 17 Wehe dem nichtigen Hirten, der die Herde verlässt! Das Schwert über seinen Arm und über sein rechtes Auge! Sein Arm soll völlig verdorren, und sein rechtes Auge völlig erlöschen.

Diese Verse enthalten

  • den Auftrag an Sacharja, sich als Hirte zu verkleiden;
  • die Mitteilung, dass ein Hirte kommen wird, der die Schafe nicht gut versorgen wird, sondern im Gegenteil die Herde ausbeuten wird;
  • das Gericht, das diesen falschen Hirten treffen wird.

Die Prophezeiung über die Hirten, die in Kapitel 10,3 angefangen hat, wird hier fortgesetzt. Offensichtlich hat Sacharja sich bei der vorhergehenden Prophezeiung bereits als Hirte verkleiden sollen, denn es steht dort, dass er es noch einmal tun soll. Dabei sagt Gott voraus, dass Er in dem Land einen törichten Hirten auftreten lassen wird, der für die Schafe nicht in die Bresche springt, so wie David das früher getan hat. Dieser falsche Hirte lässt diejenigen, die zerstreut sind, umherirren; Schafe, die verwundet oder erschöpft sind, überlässt er ihrem Los. Eine ausführlichere Beschreibung über das Auftreten verkehrter Hirten gibt Hesekiel 34, u.a. Vers 2-4, und es ist gut, dieses Kapitel dazu zu lesen, genauso wie Jeremia 23,1-4.

Die Tatsache, dass sie zerstreut, krank und verwundet sind, kann an höherer Gewalt liegen, muss hier aber eher gesehen werden als Folge der schlechten Führung dieses Hirten. Doch das nicht allein: Dieser schlechte Hirte beutet die Herde auch noch aus. Er lässt sich das Fett der Schafe schmecken und misshandelt sie, indem er ihnen die Hufen abreißt, so dass sie sich als Krüppel bewegen.

Es wird diesem Hirten, der die Herde im Stich lässt, schlecht ergehen. Gottes Gericht wird ihn treffen, indem Gegner ihn an seinem Arm verwunden, was sich auf das Wegnehmen der Kraft bezieht, und an seinem rechten Auge, so dass er sich nicht mehr mit seinem Stecken verteidigen und mit seiner Schleuder nicht mehr zielen kann.

Wiewohl dieses Wort des Herrn sich auf jeden Führer beziehen kann, der das Volk Gottes schlecht leitet, muss hier im Hinblick auf den vorhergehenden Abschnitt an den falschen Messias gedacht werden, der in Israel auftreten wird.

Die Ausrüstung dieses törichten Hirten

Gemeint ist nicht, dass törichte Hirten eine besondere Art der Ausrüstung haben müssen, denn Stab, Tasche und Schleuder gehören zu der normalen Ausrüstung eines Hirten. Es geht darum, dass der törichte Hirte diese Attribute auf eine falsche Weise gebraucht. Das Wort „töricht“ hat hier nicht so sehr den Sinn „dumm“, sondern „schlecht“.[278] Siehe den Ausdruck „nichtswürdig“ in Sacharja 11,17.

Bildliche Vorstellungen

Die hier gebrauchten Bilder müssen das Volk angesprochen haben, denn sie wurden aus dem normalen Leben eines Israeliten abgeleitet. Wir finden diesen Gebrauch der Bilder bei dem Herrn Jesus genauso wie bei den Aposteln.

Ihre Klauen wird er zerreißen

Ridderbos übersetzt: „Ihre Stücke reißt er ab“, und begründet das mit dem aramäischen Wort, das in Daniel 5,28 vorkommt und auf ein abgerissenes Stück hinweist.[279]

Es ist nicht so leicht, den Sinn für das Abreißen der Klauen zu erfassen. Andere beziehen dies auf die mutwillige Quälerei, die der falsche Hirte seinen Schafen antut, um das Weglaufen oder etwas dergleichen zu verhindern. Auch gibt es einige, die meinen, dass diese falschen Hirten das Fett unter den Hufen als Nahrung gebrauchen wollen.

Sein rechtes Auge

Der Wert des rechten Auges findet sich in 1. Samuel 11,1-3. Nahas, der König der Ammoniter, will die Männer von Jabes verstümmeln, indem er ihnen das rechte Auge aussticht, so dass sie keinen Kampf mit dem Bogen mehr abliefern können.

Verständnisfragen zu Kapitel 11

  1. Was symbolisieren mächtige Bäume (Zedern, Eichen) in der Schrift?

  2. Was sagt Gott über die Hirten in Israel z.B. in Hesekiel 34?

  3. Welche Ermahnung bekommen die Hirten der Gemeinde gemäß 1. Petrus 5? Siehe auch Apostelgeschichte 20,28.

  4. Wem müssen wir als Schafe folgen (Johannes 10)?

  5. Auf welchen Preis wurde der Messias durch die Führer Israels geschätzt? Was kannst du zu diesem Preis sagen?

  6. Was ist der Herr Jesus uns praktisch wert?

Die zweite Gottesrede (Sach 12–14)

Nach dem Hinweis auf den falschen Messias am Ende der ersten Gottesrede kommen wir nun zur zweiten Gottesrede. Diese zieht sich meines Erachtens bis zum Ende des Buches durch. Genau wie bei der ersten Gottesrede ist zu empfehlen, diesen Abschnitt insgesamt zu lesen.

Wurde die erste Gottesrede ohne Zusätze genannt, so finden wir hier, dass das Wort des HERRN sich auf Israel bezieht. Hatte die erste Gottesrede das Hauptthema Gericht, so geht es in der zweiten Gottesrede um Erlösung.

Sollte jemand immer noch zweifeln, ob die Prophezeiung von Sacharja das endgültige Heil des Volkes Israel im Blick hat, dann wird dieser Schlussabschnitt sicher alle Zweifel wegwischen. Auch hier behandeln wir die Kapitel in kleinen Einheiten, wobei wir manchmal auf noch zu besprechende Abschnitte vorausgreifen.

Jerusalem, ein Stolperstein für die Nationen (Sach 12,1-3)

Sach 12,1-3: 1 Ausspruch des Wortes des HERRN über Israel. Es spricht der HERR, der den Himmel ausspannt und die Erde gründet und des Menschen Geist in seinem Innern bildet: 2 Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum; und auch über Juda wird es kommen bei der Belagerung von Jerusalem. 3 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich Jerusalem zu einem Laststein für alle Völker machen: Alle, die ihn aufladen wollen, werden sich gewiss daran verwunden. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln.

Dieser Abschnitt erwähnt Folgendes:

  • eine zweite Gottesrede, die mit dem Hinweis beginnt, dass der Herr der Ursprung von allem ist;
  • Jerusalem ist eine Taumelschale für die Nationen, in die auch Juda inbegriffen ist;
  • Jerusalem ist ein Stein, den die Nationen aufheben müssen und an dem sie sich verwunden;
  • alle Nationen werden sich bei oder gegen Jerusalem versammeln.

Diese zweite Gottesrede handelt von der Rolle, die Israel in der Endzeit ausfüllen wird. Die Gottesrede „handelt von Israel“, so steht es dort.[280] Das ist der allgemeine Name für die Nachkommen Jakobs. In der Prophetie geht es jedoch mehr speziell um Jerusalem und Juda. Der Ausdruck „an jenem Tag“, dem wir ab Vers 3 regelmäßig begegnen, bezieht sich – wie wir schon früher ausgeführt haben[281] – auf die Endzeit. Es wird sich dann zeigen, dass in Gottes Augen Jerusalem der Mittelpunkt der Erde ist. Dort wird das Gericht über die Nationen stattfinden; dort werden auch die Ungehorsamen in seinem Volk gerichtet werden. Die Eröffnungsworte sind dazu gedacht, anzuzeigen, dass der Herr mächtig ist, dies zu tun. Er ist der Schöpfer und Erhalter der Schöpfung. Er spannt den Himmel aus; Er tat dies bei der Schöpfung, weshalb der Himmel auch „Firmament“ heißt; und Er spannt den Himmel fortwährend aus.[282] Er hat die Erde gegründet und Er hält sie immer noch instand. Er ist ebenfalls der Schöpfer des Menschen, und jeder Mensch, der geboren wird, verdankt sein Leben[283], seinen Geist und sein „ich“ Ihm.

So fest wie dies besteht[284], so fest steht auch, dass Jerusalem eine Schale mit berauschendem Trank[285] für die Nationen werden wird. In erster Linie wird das auf die Völker um Israel herum zutreffen, doch es betrifft auch „alle Nationen“, „alle Völker der Erde“. Dies gilt nicht nur für Jerusalem, sondern es wird auch das Gebiet Juda damit zu tun bekommen, wenn Jerusalem belagert wird.

Teilweise ist dies eine Unheilsprophezeiung über das Land und das Volk Israel. Es wird ja von der Belagerung Jerusalems geredet. In diesem Sinn schließt sich der Abschnitt dem vorigen an. Im Wesentlichen ist es jedoch eine Heilsprophezeiung, denn – und jetzt kommt eine zweite Sichtweise ins Bild – Jerusalem wird als Stein dienen, den die Völker aufheben müssen. Sie wollen den Stein sozusagen aus dem Weg haben und werden sich dabei schreckliche Wunden zufügen, denn dieser Stein wird ihnen zu schwer sein, sie werden sich daran verheben.

Danach wird ein drittes Bild gebraucht, nämlich das von Pferden. Damit wird auf die Armee hingewiesen. Es wird der Moment kommen, an dem alle Völker sich zu Jerusalem versammeln. In der Vergangenheit gab es Situationen, die wiederzugeben scheinen, was hier vorhergesagt wird; denke an das Auftreten der Araber, der Türken und was in der Zeit der Kreuzzüge geschah. Wir können darin eine Vorerfüllung dieser Prophezeiung sehen, doch sind alle diese Aktionen nicht die endgültige Erfüllung dieser Worte des HERRN. Nein, die Prophezeiung bezieht sich auf die Endzeit, und das Buch der Offenbarung schließt daran mit der Mitteilung an, dass die Völker sich im Land Israel versammeln und Jerusalem zertreten werden.

Der folgende Abschnitt zeigt, dass all diese Aktionen der Völker auf ein Nichts hinauslaufen werden, denn Gott wird sein Volk beschützen.

Gott als Bildner

Die alttestamentlichen Gläubigen zeugen von Gott als Schöpfer des Himmels und der Erde und alles, was darin und darauf ist.[286] Er ist der Gründer der Erde.[287] Auch ist Er der Erschaffer des Geistes des Menschen.[288] Genauso ist Er das auch von Israel und Jakob.[289]

Jerusalem eine Taumelschale

Calvin gibt den Text wieder mit: „eine Schwelle des Zerbruchs“, und bezieht sich darauf, dass das Wort saph an fast jeder Stelle der Schrift „Schwelle“ bedeutet. Er schließt die Bedeutung einer Schale jedoch nicht aus.[290] Van der Woude wählt das Wort „Schale“ und beruft sich auf 2. Mose 12,22; 1. Könige 7,50; 2. Könige 12,14 (muss 2Kön 12,13 heißen, JGF); Jeremia 52,19, wo das Wort saph auf „Schale“ hinweist. Das Bild eines Bechers mit berauschendem Trank, der den Völkern gereicht werden soll, finden wir auch bei Jeremia.[291]

Über Juda

Wir weisen gemeinsam mit Calvin und Ridderbos den Gedanken ab, dass Juda sich den feindlichen Heeren anschließen und mit ihnen Jerusalem belagern wird, denn Sacharja 12,7 sagt, dass die Befreiung auch Juda betrifft.[292] Lieber fassen wir mit Ringnalda und anderen[293] den Ausdruck „und auch über Juda wird es kommen“ [Sach 12,2] so auf, dass die Feindseligkeiten und die Belagerung auch Juda betreffen werden. Dieses Juda wird dann auch unter dem Schutz Gottes stehen.

An jenem Tag

Dieser Ausdruck kommt in den Schlusskapiteln regelmäßig vor (15-mal) und zeigt, dass es um ein und dieselbe Zeit geht, und zwar um die Endzeit. Es ist unbegreiflich, dass gottesfürchtige Kommentatoren diese Gottesrede auf feindliche Aktionen gegen Jerusalem in der Vergangenheit beziehen oder das Auftreten der Nationen gegen Christus und seine Gemeinde darin sehen. Was wir hier lesen, stimmt mit Psalm 2 überein. Es geht um die Feindschaft der Nationen gegen den König, den Gott gesalbt hat über Zion.

Jerusalem ein Stein

Bultema denkt gemeinsam mit Hieronymus beim Aufheben des Steins an eine Sportart, um Kräfte zu erproben.[294] Es liegt allerdings mehr auf der Hand, an einen Stein zu denken, der im Weg liegt, oder an das Wegräumen von Steinen auf einem Feld, das man in Besitz nehmen und als Acker nutzen möchte.

Für uns, die wir in der Zeit nach der Wiederherstellung Israels leben, ist diese Prophezeiung besonders aktuell. Was dreht sich nicht alles um Israel: Täglich füllt es weltweit die Titelseiten der Zeitungen und Jerusalem ist jetzt schon ein Brennpunkt. Der sogenannte „Friedensprozess“ zwischen Juden und Palästinensern ist in der Sache Jerusalem festgefahren, und die Führer der Welt mühen sich damit ab, um Ruhe im Mittleren Osten zu etablieren, doch ihre Bemühungen werden vergeblich sein.

Schlussendlich wird hingegen dieses selbige Jerusalem das Zentrum sein, von dem das Heil zu den Nationen ausgehen wird.[295]

Alle Völker

In der Endzeit wird der Antichrist, der falsche Messias, das Tier aus der Erde aus Offenbarung 13,11, seinen Sitz in Jerusalem haben. Und er wird eine feste Verbindung mit dem Haupt des wiederhergestellten Römischen Reiches haben, dem Tier aus Offenbarung 13,1. So wird dieses Reich bei der Belagerung Jerusalems einbezogen sein.

In Daniel 11 lesen wir über den König des Südens (Ägypten) und den König des Nordens (Syrien, Irak?), der gegen den zukünftigen „Antiochus Epiphanes“ hinaufziehen wird, um sich seines Gebietes zu bemächtigen. Auch die Nationen des Ostens, vom „Aufgang der Sonne“, werden sich bemerkbar machen, wie Offenbarung 16,12 enthüllt. Naturgemäß werden sich die umliegenden Völker gegen Israel wenden. Kurzum, alles läuft auf die Schlacht bei Harmagedon hinaus, worüber Offenbarung 16,12-16 so eindringlich spricht sowie über die Gerichte, die darauf folgen.

Hesekiel 38 und 39 enthüllt, dass es eine weiter nördlich liegende Macht, Gog genannt, mit seinen Bundesgenossen gegen das Land der Zierde hinaufziehen wird. Es gibt allen Grund, anzunehmen, dass dies geschieht, wenn Israel wieder in Ruhe im Land wohnt. Nicht ausgeschlossen ist, dass dabei auch Assur einbezogen sein wird, worüber Micha 5,4 spricht.

Juda und die Feuerbecken (Sach 12,4-9)

Sach 12,4-9: 4 An jenem Tag, spricht der HERR, werde ich alle Pferde mit Scheuwerden und ihre Reiter mit Wahnsinn schlagen; und über das Haus Juda werde ich meine Augen offen halten und alle Pferde der Völker mit Blindheit schlagen. 5 Und die Fürsten von Juda werden in ihrem Herzen sprechen: Eine Stärke sind mir die Bewohner von Jerusalem in dem HERRN der Heerscharen, ihrem Gott. 6 An jenem Tag werde ich die Fürsten von Juda einem Feuerbecken unter Holzstücken und einer Feuerfackel unter Garben gleichmachen; und sie werden zur Rechten und zur Linken alle Völker ringsum verzehren. Und fortan wird Jerusalem an seiner Stätte wohnen in Jerusalem. 7 Und der HERR wird die Zelte Judas zuerst retten, damit die Pracht des Hauses David und die Pracht der Bewohner von Jerusalem sich nicht über Juda erhebe. 8 An jenem Tag wird der HERR die Bewohner von Jerusalem beschirmen; und der Strauchelnde unter ihnen wird an jenem Tag wie David sein und das Haus David wie Gott, wie der Engel des HERRN vor ihnen her. 9 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich alle Nationen zu vertilgen suchen, die gegen Jerusalem herankommen.

Dieser Abschnitt zeigt Folgendes:

  • Der Herr wird die Pferde der Feinde mit Scheuwerden schlagen und die Reiter mit Wahnsinn.
  • Der Herr wird seine Augen über Juda offenhalten.
  • Die Bewohner von Juda werden die Hilfe der Einwohner Jerusalems schätzen.
  • Die Stammeshäupter von Juda werden wie ein Feuerbecken für die umliegenden Völker sein.
  • Jerusalem wird an seinem ursprünglichen Ort bestehen bleiben.
  • Der Herr wird zunächst Juda beschützen, um dem Hochmut der Einwohner Jerusalems zuvorzukommen.
  • Diejenigen, die straucheln, werden wie David sein und das Haus Davids wie Gott.
  • Der Herr wird die Feinde, die gegen Jerusalem hinaufziehen, vertilgen.

Jerusalem wird wie ein unbequemer Stein für die Nationen wirksam sein, was aber mit sich bringt, dass die Stadt durch Feinde belagert werden wird und eine schwierige Zeit für die Einwohner anbrechen wird. Die Rettung ist jedoch gewiss, denn der Herr wird sich gegen die Feinde wenden. Die Pferde werden scheu werden und erblinden; unter ihren Reitern wird Panik ausbrechen, so dass sie keinen Krieg führen können. Bei dem Wort „Blindheit“ könnten wir an die Belagerung von Dothan durch die Syrer denken: Auf die Bitte Elisas schlug Gott die Soldaten von Ben-Hadad mit „Blindheit“, so dass sie nicht mehr wussten, wo sie waren und was sie tun sollten.[296] Der Vergleich geht allerdings nicht ganz auf, denn damals entstand keine Panik unter den syrischen Soldaten. Wir könnten eher an die Verwirrung im ägyptischen Heer denken, als es versuchte, durch das Schilfmeer zu ziehen.[297]

Über das Haus Judas wird der Herr seine Augen offenhalten[298], das bedeutet: Er wird über sie wachen. Sie werden nicht die Plagen teilen, die den Feind treffen werden. Es ist hiermit genauso wie mit dem Volk Israel in Ägypten, das nicht durch die Plagen getroffen wurde, die die Ägypter erlitten.[299]

Aus Sacharja 12,5 geht hervor, dass die Landbevölkerung von Juda sich auf den Beistand der Einwohner Jerusalems stützt.[300] Diesen Vers müssen wir mit der Aussage von Sacharja 12,7 verbinden, dass der Herr diese Landbevölkerung zuerst retten wird, und zwar damit die Einwohner Jerusalems sich nicht über diese Landbevölkerung erheben und stolz darauf sein werden, früher von dem Joch der Feinde befreit zu sein. Sie könnten das denken – das gilt für das Geschlecht von David –, dass sie offensichtlich besser, vornehmer oder wichtiger seien als die Bevölkerung aus den Dörfern Judas. Vielleicht bestand sogar die Gefahr, dass sie die Erlösung als ihre eigene Leistung beanspruchen würden. Der dazwischen liegende Vers Sacharja 12,6 lässt für diesen Stolz keinerlei Raum, denn er zeigt, dass die Stammeshäupter Judas als ein Feuerbecken auftreten werden. Sie werden die Feinde rundherum in Brand stecken, wie man Holz anzündet. Hiermit wird ein doppeltes viertes Bild eingeführt: Das Bild eines Feuerbeckens, durch das alles verbrannt wird, was mit dem Feuer in Berührung kommt, sowie das Bild einer Feuerfackel, das die aufrecht stehenden Garben verzehrt.[301]

Was Jerusalem betrifft, so gibt der Herr die Zusicherung, dass es an seiner Stätte bestehen bleiben wird.[302] Das ist der Ort, den Gott für die Stadt bestimmt hat und wo Er wohnt.[303] Die Pläne der Feinde werden zu nichts führen, denn der Herr wird die Einwohner beschirmen, so wie Er das damals im Hinblick auf die Pläne von Pekach und Rezin tat.[304] Bei „beschirmen“ können wir an jemand denken, der einen anderen mit einem Schild in Schutz nimmt.[305] Diejenigen, die straucheln, wird Er aufrichten, so dass sie genau wie David im Kampf bestehen[306], und für das Königshaus Davids wird Gott auftreten, wie der Engel des HERRN dies in der Vergangenheit tat. Aus dem Königshaus Davids würde der Messias, der „Gott mit uns“, hervorkommen, und dieser wird in der Zukunft das Volk beschirmen.

Jerusalem wird es in der Endzeit nicht leicht haben, doch Gott wird die Völker, die gegen sie auftreten, vertilgen. Das steht fest!

Pferde

Es geht hier um Pferde, die im Kampf benutzt werden. Sie stellen die Kraft und das Selbstvertrauen des Heeres dar. Doch Gott wird diesen „Hochmut“ genauso erniedrigen, wie Er das mit den Pferden und Reiter der Ägypter tat. Dieses Mal nicht durch Ertrinken, sondern dadurch, sie vollständig zu verwirren. Denke an die Verwirrung, die Gott seinerzeit unter den Assyrern bewirkte, als sie Jerusalem einnehmen wollten.[307]

Die Fürsten Judas

Das Volk hat seine Befreiung dem Herrn zu verdanken; die Fürsten Judas werden das begreifen (müssen), was aber nicht ausschließt, dass sie durch Gott eingesetzt wurden. Das gilt auch für Rettungen in der Vergangenheit. Darum wird Gott „der Gott der Schlachtreihen Israels“ genannt (1Sam 17,45).

Die Zelte Judas

Zelte stehen hier im Gegensatz zu den festen Wohnungen in Jerusalem, auch wenn diese nicht ausdrücklich erwähnt werden. Dieser Ausdruck kann bildlich gemeint sein und sich auf die einfachen Hütten der Landbevölkerung beziehen[308]; auch ist nicht auszuschließen, dass nach der Rückkehr aus der Verbannung ein Teil der Landbevölkerung noch jahrelang in Zelten gelebt hat. Was die Zukunft betrifft, so bezieht sich das auf die Wohnungen und Wohnorte, die das Volk dann haben wird.

Die Bewohner von Jerusalem

Es ist eine bezeichnende Tatsache, dass die Bewohner großer Städte und besonders von Hauptstädten auf die „Landbevölkerung“ herabsehen. Wir kennen das in unserem Land, wo die Einwohner von Amsterdam über den Rest der Niederlande als „Provinz“ sprechen.

Dennoch hat Jerusalem eine bevorrechtigte Stellung in den Gedanken Gottes[309], doch Gott kann erst dann für die Einwohner eintreten, wenn sie sich selbst als schwach erkennen und sich in Ihm stärken.

Sein wie David

Wie ermutigend muss diese Erinnerung an David für das Volk sein. David erlebte nicht nur die Beschirmung Gottes im Kampf mit dem Löwen, dem Bären und mit Goliath, sondern Gott stand ihm auch danach in seiner ganzen Laufbahn zur Seite.

Es ist nicht unwichtig, daran zu denken, dass in den Tagen Sacharjas ein Nachkomme Davids, Serubbabel, eine führende Stellung im Volk einnimmt. Das Haus Davids wird immer vor Gott bestehen (Ps 88,37), wenngleich der Thron Davids vorübergehend nicht besetzt ist.

Dass das Haus Davids wie Gott sein wird, wird etwas verständlicher, wenn wir das Wort in der Mehrzahl „Götter“ wiedergeben und es mit Psalm 82,6 und Johannes 10,34.35 vergleichen.

Der Engel des HERRN

An verschiedenen Stellen lesen wir, dass der Engel des HERRN Israel begleitet, das Volk beschützt oder gegen den Feind kämpft.[310]

„Sie werden den anschauen, den sie durchbohrt haben“ (Sach 12,10-14)

Sach 12,10-14: 10 Und ich werde über das Haus David und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen; und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen gleich der Wehklage über den einzigen Sohn und bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen Leid trägt. 11 An jenem Tag wird die Wehklage in Jerusalem groß sein wie die Wehklage von Hadad-Rimmon in der Talebene Megiddo. 12 Und wehklagen wird das Land, jede Familie für sich: die Familie des Hauses David für sich und ihre Frauen für sich; die Familie des Hauses Nathan für sich und ihre Frauen für sich; 13 die Familie des Hauses Levi für sich und ihre Frauen für sich; die Familie der Simeiter für sich und ihre Frauen für sich; 14 alle übrigen Familien, jede Familie für sich und ihre Frauen für sich.

In diesen Versen sagt der Herr, dass

  • Er über die Einwohner Jerusalems seinen Geist der Gnade und der Gebete ausgießen wird;
  • sie den anschauen werden, den sie durchbohrt haben;
  • sie über Ihn eine Wehklage anheben werden wie bei dem Tod eines Eingeborenen oder Erstgeborenen;
  • die Wehklage groß sein wird, wie die Wehklage von Hadad-Rimmon;
  • alle Geschlechter daran teilnehmen werden, wobei mehrere Häuser aufgezählt werden.

In der Zeit, wenn alle Nationen Jerusalem belagern werden und Gott sie schließlich vertilgen wird, wird Gott unter dem jüdischen Volk in Jerusalem[311] eine Einkehr bewirken. Denn auch mit ihnen hat Gott etwas zu regeln, genau wie mit den heidnischen Völkern. Er wird den Geist der Gnade und des Flehens über sie ausgießen.[312] Der HERR Gott wird sie seine Gnade erfahren lassen, und sie werden die Notwendigkeit bemerken, Gott um Gnade anzuflehen, weil sie sich ihrer Sünden bewusstwerden. Sie werden sich in Bittgebeten[313] an Ihn wenden. Die Drangsal, in die sie kommen, wird dazu sicher mitwirken, doch es ist Gott, der sie durch seinen Geist zur Einkehr bringt. Der entscheidende Moment ist dann, dass ihr Messias erscheinen wird und sie Ihm dienen werden.[314] Sie werden Ihn als denjenigen erkennen, den sie durchbohrt haben.[315] Dann wird Golgatha nicht mehr von ihnen abgelehnt werden. Nein, was dort geschehen ist, wird ihnen glühend vor Augen stehen. Sie werden die Botschaft des Neuen Testaments nicht mehr in Gleichgültigkeit oder in Ablehnung an sich vorbeigehen lassen, sondern es wird ihr Herz berühren, was sie damals getan haben. Sie werden ihre Tat bitter bereuen und werden eine Wehklage anheben, so wie es Eltern bei dem Tod ihres einzigen Kindes oder bei dem Tod eines Erstgeborenen tun.

Die Wehklage ist mit der Wehklage von Hadad-Rimmon im Tal von Megiddo zu vergleichen. Hier kann die Wehklage gemeint sein, die das Volk anhob, als sie den Stamm ihres „Bruders“ Benjamin fast ausgerottet hatten. In diesem Zusammenhang wird der Fels Rimmon genannt.[316] Andere denken an die Klage, die über den Tod Josias erhoben wurde. Dieser König kam in Megiddo um, und über ihn hob Jeremia eine Wehklage an, in die das ganze Volk einstimmte.[317] Beide Erklärungen haben etwas für sich.

Der Gedanke, den Edelkoort vorbringt, dass hier die Klage gemeint sei, die die Samariter bei ihren Trauerfesten erhoben, ist pure Spekulation und wird von uns verworfen.[318]

Das Land – d.h. ihre Einwohner – wird die Wehklage anheben. Alle Geschlechter werden für sich daran teilnehmen. Die Wehklage ist nicht nur intensiv, sondern auch allgemein. Dennoch werden explizit die Häuser (Geschlechter?) Davids, Nathans, Levis und Simeis mit ihren Frauen genannt. Diese Aufzählung macht klar, dass es nicht nur um eine Massenveranstaltung ging, in der man sich sozusagen in der Masse verstecken konnte; nein, es geht um eine tiefgefühlte Reue, derer sich jeder bewusst ist.

Dass das Haus Davids genannt wird, ist verständlich, denn Jerusalem war der Ort, wo David sich niedergelassen hatte. Darüber hinaus waren die Fürsten aus dem Haus Davids besonders für das Abfallen vom HERRN verantwortlich. Ob mit dem Haus Nathans die Nachkommen des Propheten Nathan gemeint sind, ist nicht ganz klar; es könnte – und das halten wir für wahrscheinlicher – auch die Nachkommenschaft Nathans, des Sohnes Davids, gemeint sein.[319] Die Erwähnung des Hauses Levi macht das noch wahrscheinlicher, sofern damit die Nachkommen des Stammes Levi aus dem Volk gemeint sind. Wir würden dann die Repräsentanten des königlichen und priesterlichen Geschlechts hier verbunden sehen. Doch auch hier könnte an einen anderen Levi aus der Zeit Davids gedacht werden können. Für Simei gilt dasselbe Identifikationsproblem. Theoretisch gesehen könnte damit die Nachkommenschaft des Feindes Davids, der ihn verfluchte, gemeint sein, doch ist es schlüssiger, dass es sich um Simei, den Enkel Levis handelt.[320] Wie dem auch sei, der Gedanke an eine Reue, die alle Einwohner Jerusalems umfasst, drängt sich doch sehr stark auf.

Auffallend ist, dass die Frauen dieser Einwohner insbesondere genannt werden. Befremdlich ist das jedoch nicht. Erstens skizziert dies noch mehr die Allgemeinheit der Wehklage, doch darüber hinaus weist es auch auf die Intensität der Klage hin. Die Frauen Israels erwarteten mit Spannung, dass eine von ihnen die Mutter des Messias sein würde, und nun stellen sie fest, dass dieser Messias bereits geboren worden ist, und dass Er getötet wurde, wird sie zu besonderer Wehklage bringen.

Der Geist der Gnade

Der Geist der Gnade wird hier so genannt, weil Er bewirkt, dass die Einwohner Jerusalems Gnade von Gott empfangen. Ein artgleicher Satz wird über den Geist des Gerichts und der Vertilgung gesagt; der Geist der Weisheit und Offenbarung.[321] Werk in Uitvoering, Teil 2, behauptet, dass Gott die Einwohner Jerusalems mit Mitleid erfüllen wird. Sie werden Gottes Erbarmen beziehungsweise Gottes Gnade erfahren.[322]

Ihn anschauen, den sie durchstochen haben

Calvin wendet diese Worte erst bildlich an und führt sie auf die anhaltende Verbitterung zurück, mit der die Juden Gott reizten und mit ihrer Böswilligkeit durchstachen. Er sieht im Durchbohren der Seite Christi das Symbol dieser hartnäckigen Abweisung Gottes.[323] Diese Auslegung ist frei erfunden, denn die Worte müssen alle zukünftig verstanden werden, so wie es mit dieser zweiten Gottesrede durchweg der Fall ist.

Derjenige, der die Seite des Herrn durchstach, war ein römischer Soldat[324], doch das ganze Geschehen auf Golgatha wird hier dem jüdischen Volk zugerechnet.[325] Von diesem Durchbohren würde nicht die Rede gewesen sein, wenn die Juden ihren Messias nicht an die Römer überliefert hätten. Dies nimmt von der Verantwortlichkeit seitens Pilatus und seiner Untergebenen, die den Juden ihren Willen gaben, jedoch nichts weg.

Bei dieser Beschreibung müssen wir an den Moment denken, als Joseph sich seinen Brüdern als derjenige zu erkennen gibt, den sie nach Ägypten verkauft haben.[326]

Die Wehklage über den einzigen Sohn

Der Tod eines einzigen Kindes bringt mit sich, dass keine Nachkommenschaft mehr da ist, und das macht den Verlust umso schmerzlicher. Normalerweise würde so eine Wehklage nur Bezug nehmen auf den Verlust, den man erleidet, doch hier muss auch an eine Wehklage gedacht werden, die Reue beinhaltet, weil das Volk an dem Tod „des Kindes“ schuld ist.

Das Leid um einen Erstgeborenen

Von alters her nahm der Erstgeborene einen besonderen Platz im Herzen von Eltern ein. Er ist das Symbol der Kraft des Vaters[327] und der Erbe, der einen doppelten Anteil erhält. Der Tod eines solchen Kindes ist besonders tragisch und bringt große Traurigkeit mit sich.[328]

Hieronymus hebt bei diesem Text hervor, dass Christus der Eingeborene im Hinblick auf seine göttliche Natur genannt wird und Erstgeborener im Hinblick auf seine Beziehung zu den Frommen. Dieser Gedanke ist an sich korrekt und wurde in späteren Zeiten weiter vertieft, doch wir stimmen mit Calvin ein, dass dieser Vers nicht in diesem Sinn auf Christus verweist.[329] Es geht hier darum, vergleichenderweise die Tiefe des Leids eines Juden darzustellen.

Wehklage Hadad-Rimmons

Der Name Hadad bedeutet „der Mächtige“ oder „der Gewaltige“. Es ist der Name des syrischen Sonnengottes, mit dem auch Menschen bezeichnet werden.[330] Andere nennen als Bedeutung „fröhlich“ und „in Jubel ausbrechend“. Für den Namen Rimmon werden folgende Bedeutungen gegeben: „der Hochrote“, „der Glänzende“, „der Granatapfelbaum“, jedoch auch „der Brüllende“ oder „Donnernder“. Es ist ebenso ein Götzenname[331] und verweist auf den Unwettergott. Es ist auch der Name einer Stadt, eines Felsens[332] und einer Person[333].

Da Hadad und Rimmon Namen von Götzen sind, nehmen einige mit Verweis auf Hesekiel 8,14 an, dass diese Wehklage in der Ebene von Megiddo diesen heidnischen Götzen betrifft, doch das kann niemals die Bedeutung sein. Wie sollte der Geist Gottes so etwas bewirken können? Allerdings lassen die Namen erkennen, wie Israel durch den heidnischen Kult beeinflusst ist.

Manche legen eine Verbindung zu den Wehklagen der Frauen in Jerusalem, die in Lukas 23,27.28 erwähnt werden. Doch diese Wehklagen gehen nicht einher mit der Ausgießung durch den Geist des Flehens, das mit Reue gepaart ist und die Folge dessen, dass sie den anschauen, den sie durchstochen haben.

Megiddo

Megiddo war eine Festung, die im Süden der Ebene von Jisreel lag, auf einem Ausläufer des Karmel. Wir finden diesen Namen in Harmagedon in Offenbarung 16,16 wieder.

Die diversen Geschlechter

Wenn mit Levi in der Tat die Priesterschaft gemeint ist, dann können wir eine Verbindung zu der Tatsache legen, dass nebst den Königen auch die Priester im Abfall eine Rolle gespielt haben.[334]

Wenn mit dem Haus Nathans doch die Nachkommen des Propheten Nathan gemeint sind, dann findet nicht nur das königliche und priesterliche Geschlecht Erwähnung, sondern auch die „Abteilung“ der Propheten. Walter Scott beschreibt es folgendermaßen:

Das Gericht und dann die Befreiung und Segnung des Überrestes Israels wird gefolgt werden von der allgemeinen Wehklage der Nation in der Gegenwart des Messias, den sie einst durchstochen haben: der König (David), der Prophet (Nathan), der Priester (Levi) und das Volk (Simei oder Simeon).[335]

Verständnisfragen zu Kapitel 12

  1. Kannst du einmal kurz die Größe Gottes in der Schöpfung nach Psalm 19,1-7 skizzieren? Lies auch Johannes 1,1-3. Durch wen ist nach diesen Versen alles hervorgekommen? Siehe auch die Kombination beider Gedanken in Hebräer 1,1.2.

  2. Wie könnte man darlegen, dass Sacharja 12,1-3 sehr aktuell werden wird?

  3. Zeige auf, dass die Absicht der Nationen, gegen Jerusalem zu ziehen, nicht aufgehen wird.

  4. Warum wird Gott „die Zelte Judas“ als erste retten? Was lehrt uns das über das Herz des Menschen?

  5. Wen werden die Einwohner Jerusalems dann anschauen, und was wird das bewirken?

  6. Schildere den Gegensatz zu dem, was bei der Verurteilung des Herrn Jesus geschah.

  7. Kannst du der Zukunft des Herrn Jesus und unsere Vereinigung mit Ihm freimütig entgegensehen? Wenn ja, auf welcher Grundlage?

Reinigung und Gericht (Sach 13,1-6)

Sach 13,1-6: 1 An jenem Tag wird eine Quelle geöffnet sein für das Haus David und für die Bewohner von Jerusalem für Sünde und für Unreinheit. 2 Und es wird geschehen an jenem Tag, spricht der HERR der Heerscharen, da werde ich die Namen der Götzen ausrotten[336] aus dem Land, und man wird sich nicht mehr an sie erinnern; und auch die Propheten und den Geist der Unreinheit werde ich aus dem Land wegschaffen. 3 Und es wird geschehen, wenn ein Mann ferner weissagt, so werden sein Vater und seine Mutter, seine Erzeuger, zu ihm sprechen: Du darfst nicht leben, denn du hast Lüge geredet im Namen des HERRN! Und sein Vater und seine Mutter, seine Erzeuger, werden ihn durchbohren, wenn er weissagt. 4 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden die Propheten sich schämen, jeder über sein Gesicht, wenn er weissagt; und sie werden nicht mehr einen härenen Mantel anlegen, um zu lügen. 5 Und er wird sprechen: Ich bin kein Prophet, ich bin ein Mann, der das Land bebaut; denn man hat mich gekauft von meiner Jugend an. 6 Und wenn jemand zu ihm spricht: Was sind das für Wunden in deinen Händen?, so wird er sagen: Es sind die Wunden, womit ich geschlagen worden bin im Haus derer, die mich lieben.

Diese Verse enthüllen, dass

  • es für die Schuld des Volkes eine Lösung geben wird mittels Reinigung;
  • mit dem Götzendienst, den Propheten und dem unreinen Geist gründlich abgerechnet werden wird;
  • die Eltern der falschen Propheten selbst das Todesurteil an ihm vollziehen werden;
  • jemand, der als falscher Prophet angeklagt wird, keinen härenen Mantel anhaben wird, sondern behaupten wird, dass er gekauft wurde, um ein Ackerbauer zu sein;
  • so jemand auf die Frage, was die Wunden zwischen seinen Armen bedeuten, die Ausrede erfinden wird, dass er im Haus seiner Freunde verstümmelt wurde.

Dieser Abschnitt ist eine notwendige Fortsetzung des Vorhergehenden, und entsprechend den Anfangsworten „An jenem Tag“ bezieht es sich auch auf dieselbe Zeit. Dieser Tag ist der Tag für den Herrn, an dem Er mit Blick auf die Befreiung seines Volkes handelnd auftreten wird.[337] Für die Befreiung ist es nötig, dass die Feinde vertilgt werden, so wie das in Kapitel 12 erwähnt wird. Des Weiteren ist es nötig, dass das Volk seine Schuld einsieht und zur Reue und Bekehrung kommt. Nun, Kapitel 12 schloss damit, dass das Volk in der Stadt Jerusalem die Größe seiner Schuld einsieht und bereut. Doch es ist noch eine dritte Sache nötig, denn wie steht es um die Schuldsache? Gibt es noch ein Entkommen vom Zorn Gottes? Das Gericht schein unabwendbar, denn der gerechte Gott muss Sünde richten. Es gibt jedoch eine Lösung, durch die die Sünde gerichtet und das schuldige Volk freigesprochen wird. Die Lösung ist die Tatsache, dass derjenige, den sie durchstochen haben, das Gericht für sie tragen wollte und dass Gott sie freisprechen kann, wenn sie sich darauf berufen wollen. Für den Juden (und für den Heiden) galt die Reinigung schon individuell. Im Brief an die Römer wird dieser Grundsatz für den Sünder in dieser Zeit sehr klar entwickelt. Der Sünder geht nicht dadurch frei aus, weil Gott sagt: „Schwamm drüber“, oder weil Er seine Augen vor dem Bösen verschließt, sondern weil Christus das Gericht über die Sünde auf sich genommen hat. Der Israelit in den Tagen Sacharjas konnte diesen Grundsatz auch schon kennen, denn Jesaja, der Evangelist der alten Haushaltung, hatte bereits angekündigt, dass eine Zeit kommen würde, in der dem Volk bewusstwerden würde, was der Messias erlebt hatte, und sie würden erkennen: „Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.“ Zu diesem Abschnitt können wir an einen Grundsatz denken, den Paulus in 2. Korinther 7,10 nennt: dass die Betrübnis Gott gemäß eine nie zu bereuende Buße zum Heil bewirkt. Die Betrübnis Gott gemäß sehen wir in Sacharja 12,12. Daran schließt sich eine Umkehr oder Einkehr an, und dann kann Gott die Schuld vergeben, wie das in Sacharja 13,1 beschrieben wird. Und Er tut das „an jenem Tag“, also unmittelbar nach der Schulderkenntnis.

Die Juden kannten Waschungen mit Wasser, um rein zu werden. Sie mussten dazu Wasser holen; hier ist jedoch die Rede von einer Quelle, die geöffnet werden wird. Es gibt also ausreichend „Reinigungswasser“ für die Sünden als Volk.[338]

Der Götzendienst, der unter dem falschen Messias einen Höhepunkt erreicht haben wird, wird ausgerottet werden, d.h., die Götzen werden nicht mehr angerufen.[339] Und das nicht nur für eine kurze Zeit; nein, es wird nicht mehr daran gedacht werden. Das andere Übel – das des falschen Propheten und der Unreinheit – wird ebenfalls weggetan werden. Mit diesen Worten wird die kommende Heilszeit angekündigt. Gott wird die Reinigung bewirken, jedoch nicht ohne das Volk. Lasst uns an die Zeit von Josia denken. Damals fand auch eine Reinigung in Juda statt und der König war darin sehr aktiv.[340] Genau das finden wir hier auch, denn wenn es noch jemand gibt, der sich fälschlicherweise als ein Prophet des Herrn hervortut, dann werden seine Eltern mit ihm tun, was die ihr vorheriges Geschlecht mit dem wahren Propheten tat: Sie werden in durchbohren. So groß wird das Bewusstsein über die Heiligkeit Gottes sein, dass sie im Zorn gegen ihr eigenes Kind entbrennen werden. Sie erfüllen damit als Eltern das, was der Herr in 5. Mose 18,20[341] im Allgemeinen geboten hat. Wie schrecklich so etwas auch ist, es hebt hervor, dass für solche Eltern die Ehre Gottes über allem steht!

Offensichtlich setzt Sacharja 13,4 mit dem Verhalten solch falscher Propheten fort. Sie wollen als Prophet auftreten, sie schauen bestimmte Dinge, doch sie wagen sich damit nicht in die Öffentlichkeit, dass sie als (falsche) Propheten auftreten. Sie wagen es nicht mehr, sich mit einem härenen Mantel zu bekleiden, wie Propheten ihn tragen[342], um hinter dieser Maske ihre falschen Prophezeiungen, ihre Lügen, zu äußern.[343] Wenn es solche gibt, die Argwohn hinsichtlich ihres Verhaltens haben, dann leugnen sie, Propheten zu sein.[344] Sie geben vor, Ackerbauer zu sein.[345] Ja, sie behaupten sogar, dass sie schon von Jugend an dazu gekauft wurden. Wenn wir das wörtlich nehmen, würden sie also als Sklaven im Dienst von anderen stehen. Es kann jedoch auch bedeuten, dass sie ihr Leben lang in ein Arbeitsverhältnis gestellt worden sind.

Wenn sich die Menschen mit dieser Ausflucht nicht begnügen und ihre Fragen nach den Zeichen zwischen den Armen stellen – offensichtlich Erkennungszeichen einer Selbstkasteiung als Prophet, denke an die Propheten auf dem Karmel, die sich verstümmelten[346] –, machen sich diese Lügner mit einer Ausrede davon, indem sie sagen, dass sie im Haus ihrer Freunde geschlagen wurden, sei es, dass sie verkannt wurden, oder als Folge von Streit.

Dieser Abschnitt bedeutet nicht, dass das Auftreten eines Propheten sowieso schon falsch ist, weil das ganze Volk den Geist Gottes hat und keine Propheten mehr nötig sind. Dies sei entgegen Keller und anderen erwähnt[347]; Sacharja 13,5 zeigt nämlich, dass es um das Auftreten eines lügenhaften Propheten geht, so dass der Gedanke, dass jeder, der als Prophet auftritt, wohl ein falscher Prophet sein muss, keine Grundlage im Text findet.

Eine Quelle … zur Entsündigung

Vergleiche Jeremia 2,13, wo Gott die Quelle lebendigen Wassers genannt wird. Hier geht es um eine Quelle von Reinigungswasser. Es gibt ein Lied, dessen englischer Text lautet „There is a fountain filled with blood“; der Dichter, William Cooper, baut offensichtlich auf diesen Text auf und sprich über eine Quelle, die mit Blut gefüllt ist – doch das ist hier nicht der Gedanke. Es geht hier darum, dass das Wort – wovon das Wasser ein Symbol ist – seine reinigende Wirkung hat, durch die Menschen zur Bekehrung und zum Schuldbekenntnis kommen, und dass somit Gott die Reinigung durch das Blut auf Sünder anwenden kann.

Auf diese Reinigung nimmt auch Hesekiel 36,24-27 Bezug. Die Verse beschreiben sozusagen die zukünftige „Wiedergeburt“ Israels.[348]

Das Wort, das Wasser, ist auch für das Abwaschen der Verunreinigung nötig, die man durch den Wandel durch diese Welt ansammelt. Im Neuen Testament sehen wir davon etwas in der Fußwaschung.[349] Für Israel wird es eine andauernde Reinigung geben, indem sie dem Wort Gottes gehorchen und jede Beschmutzung abtun, sobald sie sich zeigt.

Der große Versöhnungstag

Wenn stattfindet, was hier beschrieben steht, dann wird es ein großer Versöhnungstag sein. Ein für alle Mal wird Israels Sünde abgewaschen und das Volk wiederhergestellt. Bultema stellt fest, dass in der Zeit des neuen Tempels, über den Hesekiel schreibt, zwar die Rede von einem Passah- und Laubhüttenfest ist, jedoch nicht mehr von einer Zeremonie des großen Versöhnungstages.[350] Die Buße wird durch Freude ersetzt werden.[351]

Die Propheten und den Geist der Unreinheit wegschaffen

Der unreine Geist redete durch die falschen Propheten.[352]

Auftreten falscher Propheten (in der Zeit Jeremias)

In vielen Situationen war Israel für das Erkennen des Willen Gottes von dem Auftreten eines Propheten abhängig. Darin steckte eine Gefahr, denn es konnten auch falsche Propheten auftreten. Gott hat das vorhergesehen und zeigt den Israeliten, wie sie einen falschen Propheten erkennen können. In 5. Mose 13,1-5 finden wir den Fall, dass ein Prophet ein Zeichen ankündigt und dieses Zeichen geschieht. Er scheint also vertrauenswürdig zu sein, doch kann man ihn als falschen Propheten an seiner Lehre entlarven, denn er schlägt dem Volk vor, anderen Göttern zu dienen. Gott lässt das Zeichen geschehen, um sein Volk zu prüfen, ob es so eine Verführung sofort abweist.

In 5. Mose 18,21.22 geht es um einen anderen Fall, und zwar dass ein Prophet ein Zeichen ankündigt, dieses jedoch nicht geschieht. Daran zeigt sich, dass es ein falscher Prophet ist, der nicht von Gott gesandt worden ist. Es kommt noch etwas hinzu: In vielen Fällen braucht man nämlich nicht abzuwarten, ob das Zeichen stattfindet, sondern der Inhalt der Botschaft gibt schon einen Hinweis; der Inhalt muss mit Ehrfurcht vor Gott in Übereinstimmung sein sowie mit der Kenntnis über den Zustand des Volkes.[353] Josaphat hat offensichtlich gespürt, dass die vierhundert Propheten Ahabs falsche Propheten waren, und bittet um einen Propheten des HERRN.[354]

Härener Mantel

Wir lesen von Elia und Johannes dem Täufer, dass sie einen härenen Mantel trugen, und auch Samuel wird sich in einen härenen Mantel gehüllt haben.[355]

Wunden zwischen deinen Armen

Dieser Ausdruck [die Elb. Übers. hat: „Wunden in deinen Händen“; Anm. d. Übs.] kann sich auf Wunden auf ihrer Brust beziehen.[356] Es können Zeichen sein, mit denen die falschen Propheten prahlten, um klarzumachen, dass sie Propheten waren. Unwillkürlich denken wir hierbei an die Zeichen, die die SS-Leute kennzeichneten. Auch erinnert uns dieser Vers an die Tätowierungen in der modernen Zeit, mit denen man sich bewusst oder unbewusst klassifiziert.

Übergang zu Christus in Sacharja 13,6?

Verschiedene Ausleger[357] wenden Sacharja 13,5 und 6 auf den Messias an, also auf den Herrn Jesus. Sie tun das vor allen Dingen im Licht von Sacharja 13,7; dieser Vers ist gewiss messianisch. Vers 5 wird so gelesen, dass Christus den Titel des Propheten ablehnt und sich als jemand vorstellt, der Ackerbauer ist, wozu Er von Jugend an gekauft wurde. Die Wunden zwischen den Armen würden sich dann auf die Verwundung beziehen, die Jesus Christus am Kreuz zugefügt wurden, und das im „Haus seiner Freunde“.

Für die hier genannten Ausleger habe ich große Wertschätzung, und sie schreiben in Verbindung mit diesem Vers sehr schöne Dinge über unseren Herrn Jesus, doch wie aus der Texterläuterung schon erkennbar ist, meine ich mit diversen anderen, z.B. Bultema[358], ihrer Auslegung nicht folgen zu müssen. Die Verbindung zum vorherigen Abschnitt ist zu stark, um nicht an die falschen Propheten zu denken. Diese Verse 5 und 6 liegen ganz auf der Linie des vorhergehenden Abschnitts, während die Anwendung auf den Messias diverse Anpassungen erforderlich macht, denn warum sollte Christus abstreiten, dass Er ein Prophet ist? Das Auftreten als Ackerbauer kann doch schlechterdings begründet werden mit der Tatsache, dass der Herr sich in einem Gleichnis als Sämann oder Weingärtner vorstellt. Auch die Wunden zwischen den Armen können sich nur schwierig auf die Wunden in den Händen des Heilands beziehen, und darf man das Volk mit seinen Obersten als Freunde des Herrn Jesus ansehen? Kurzum, es ist eher anzunehmen, dass Sacharja 13,5 und 6 mit der Beschreibung der falschen Propheten fortsetzen.

Die Tatsache, dass Sacharja 13,7 abrupt mit einer neuen Darstellung beginnt, ist kein Argument gegen diese Erklärung, denn die genannten Ausleger lassen in Vers 5 abrupt eine neue Darstellung beginnen.

Der Hirte geschlagen, die Herde zerstreut (Sach 13,7-9)

Sach 13,7-9: 7 Schwert, erwache gegen meinen Hirten und gegen den Mann, der mein Genosse ist!, spricht der HERR der Heerscharen. Schlage den Hirten, und die Herde wird sich zerstreuen. Und ich werde meine Hand den Kleinen zuwenden. 8 Und es wird geschehen im ganzen Land, spricht der HERR: Zwei Teile davon werden ausgerottet werden und verscheiden, aber der dritte Teil davon wird übrig bleiben. 9 Und ich werde den dritten Teil ins Feuer bringen, und ich werde sie läutern, wie man das Silber läutert, und sie prüfen, wie man das Gold prüft. Es wird meinen Namen anrufen, und ich werde ihm antworten; ich werde sagen: Es ist mein Volk; und es wird sagen: Der HERR ist mein Gott.

Dieser Abschnitt enthält

  • den Aufruf, den Genossen des Herrn, den Hirten der Schafe zu schlagen;
  • die Mitteilung, dass die Schafe zerstreut werden;
  • die Zusicherung, dass der Herr seine Hand den Kleinen zuwenden wird;
  • die Gerichtsankündigung, dass zwei Drittel der Bewohner ausgerottet werden und der dritte Teil, der übrigbleibt, durch das Feuer gebracht werden wird;
  • die Mitteilung, dass dieser dritte Teil den Herrn anrufen und als sein Volk anerkannt werden wird.

Ungeachtet dessen, was andere behaupten, gehen wir davon aus, dass in diesem Abschnitt die Ausführung der vorhergehenden Verse fortgesetzt wird. Die Frage, die wir bei der Betrachtung dieser Verse aufwarfen, drängt sich hier sehr schnell auf: Geht es hier immer noch um den falschen Hirten, der auftritt, als wäre er der Genosse des HERRN, der aber auf Gottes Veranlassung hin geschlagen wird, oder geht es um den Messias, den wahren Hirten?

Für das Erste spricht, dass in Sacharja 13,6 über das Geschlagenwerden des Hirten geredet wird, was hier auch der Fall ist. Doch in Vers 6 steht nicht, dass der Herr Ihn schlagen lässt. Darüber hinaus kann man dann den Ausdruck „mein Genosse“ nicht wörtlich nehmen[359], denn der falsche Hirte kann schwerlich ein Genosse des Herrn genannt werden. Es spricht daher mehr dafür, dass hier ein Übergang zur Person des wahren Hirten, des Messias, stattfindet. Entscheidend ist das Wort, das Jesus Christus in der Nacht sagt, in der Er verraten wurde: „Dann spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet all in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen; denn es steht geschrieben: ,Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.‘“.[360] Wir müssen unterscheiden zwischen dem, was die Menschen unserem Heiland angetan haben, und dem, was Gott Ihn erleiden ließ. Die Menschen verwarfen Ihn, schlugen Ihn und verwundeten Ihn. Daneben fand auf dem Kreuz allerdings ein Werk statt, indem Gott den Hirten schlug, und zwar nicht seiner eigenen Sünden wegen[361], sondern unsertwegen, der verlorenen, sündigen Menschen wegen.[362] Das Schwert des Herrn, das sich gegen sein ungehorsames Volk wendet sowie gegen feindliche Nationen, kehrt sich jetzt gegen den Hirten Gottes, gegen seinen Genossen.[363] Denke hierbei an Jesaja 53,5, wo steht, dass die Strafe zu unserem Frieden auf Ihm lag. Das ist alles wahr und wir dürfen uns darüber freuen, doch die Frage ist, ob hier auf den versöhnenden Aspekt beim Schlagen des Hirten abgezielt wird. Es spricht mehr dafür, dass es hier um ein Gericht über das Volk geht. Sie werden nämlich ihres Hirten beraubt, was zur Folge hat, dass sie „zerstreut werden“.

Nach diesem Schlagen des Messias werden die Schafe zerstreut werden.[364] Diese Zerstreuung fand in erster Linie in der Nacht der Gefangennahme statt.[365] Des Weiteren bezieht sich dies auf das, was im Jahr 70 n.Chr. geschah, als Titus Jerusalem einnahm und das Volk Israel vertrieben wurde. Seit dieser Zeit hat sich das Zerstreutwerden fortgesetzt, und es ist in der ganzen Welt fast keine Nation zu finden, wohin keine Juden vertrieben oder zerstreut wurden. Wir sprechen von den „wandernden Juden“ und können einen Vergleich mit Kain ziehen, der aus seinem Land vertrieben wurde und auf der Erde unstet und flüchtig wurde.[366]

Gott gedenkt jedoch der „Kleinen“. Das sind hier keine kleinen Kinder, sondern die Niedrigen und Demütigen unter dem Volk. Sie erleben eine Läuterung mit einer positiven Absicht.

In der Geschichte des Volkes zu Beginn unserer Zeitrechnung geschah dies, indem diese Kleinen, diese Einfachen, durch die Läuterung hindurch das Evangelium annahmen und errettet wurden und zur Gemeinde hinzugefügt wurden.[367]

Der Abschnitt betrachtet jedoch im Wesentlichen das, was Gott in der Endzeit tun wird. Dann wird der Herr sein Volk erneut richten, und zwei Drittel werden im Land, dem Land Israel, ausgerottet werden und verscheiden, aber ein Drittel wird übrigbleiben. Dieser dritte Teil muss jedoch erst im Feuer geläutert werden. Genau wie bei Edelmetall wird das Unedle hinausgereinigt werden.[368] Wenn dies geschieht, wird der Rest sich zu Gott hinwenden und seinen Namen anrufen, und Gott wird sie erhören und zu ihren Gunsten aussprechen: „Das ist mein Volk.“ Und sie werden sagen: „Der Herr ist mein Gott.“[369] Es wird eine heilsame Wiederherstellung stattfinden, indem Gott öffentlich für das Volk eintreten wird.

Verortung dieses Abschnitts

Es gibt Schriftausleger, die meinen, dass diese Prophezeiung nicht hierhin gehört; sie wollen sie irgendwo in Kapitel 11 ansiedeln. Wie schon in der Einleitung bemerkt, folgen wir nicht solchen drastischen Veränderungen, die nicht hinreichend begründet werden.

Vorerfüllung?

Ridderbos äußert den Gedanken, dass diese Prophezeiung eine Vorerfüllung gehabt haben könnte in der Zeit, bevor Jesus Christus auf die Erde kam, und zwar in jemand, der ein Bild von dem Messias war. Er begründet dies mit dem „alttestamentlich-nationalen Charakter dieser Zeichnung“.[370] Wir sind jedoch der Meinung, dass die Prophezeiung sich teilweise im Leiden und Sterben von Jesus Christus erfüllt hat und in der Zerstreuung der Jünger sowie anschließend der des Volkes, doch dass die Erfüllung des Läuterns des Volkes sich auf das bezieht, was in der Zukunft mit dem Volk Israel, den Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs stattfinden wird.

Erfüllung in der Endzeit

In der heutigen Zeit sehen wir, dass Gott sozusagen hinter dem Vorhang mit dem Volk Israel beschäftigt ist. Das Volk ist 1948 in das Land zurückgekehrt. In der Gründung des Staates Israel und in dem, was danach geschah, sehen wir absolut die Hand Gottes, doch ist es die Hand, die wir „die verborgene Gottesregierung mit seinem Volk“ nennen. Genauso absolut lehnen wir den Gedanken ab, den manche evangelische Kreise äußern, dass dies die mächtige Rückkehr ist, über die die Propheten sprechen, denn diese Rückkehr findet erst dann statt, wenn das Volk sich zu Gott bekehrt.[371] Von dieser Bekehrung war 1948 nicht die Rede und ist es bis heute nicht. Die Bekehrung zu Gott wird erst stattfinden, wenn die Not am größten ist, denn dem zurückgekehrten Volk steht noch eine Drangsalszeit bevor. Zwei Drittel wird ausgerottet werden, das ist nicht wenig. Das Volksbestehen Israels wird an einem seidenen Faden hängen. Doch Gott wird sein Volk nicht zugrunde gehen lassen. Der dritte Teil wird geläutert werden, wie Silber oder Gold geläutert werden. Das wird die Bekehrung bewirken, die noch aussteht. Dann wird der Überrest nicht mehr auf seinen Erfindungsreichtum vertrauen, nicht auf die Kraft seiner Waffen oder auf die Hilfe von Amerika und anderer Nationen. Nein, dann werden sie den Namen des Herrn anrufen, und Gott wird sie erhören. Dann, und nicht früher, wird Gott öffentlich für Israel in die Bresche springen und eine endgültige Wiederherstellung bewirken.

Wie müssen wir 1948 denn dann betrachten?

Was seit 1948 geschehen ist, ist die Erfüllung der Prophezeiung, die besagt, dass das Volk zunächst im Unglauben zurückkehren wird; dass sie eine äußerliche Wiederherstellung erleben werden, jedoch ohne dass der Geist über die verdorrten Gebeine gekommen ist.[372]

Viele haben im Hinblick auf das, was 1948 im Mittleren Osten geschehen ist, angefangen, an eine Zukunft Israels zu glauben; unser Glaube muss sich jedoch auf das gründen, was Gott in seinem Wort sagt. Deswegen wagen wir zu sagen: Selbst wenn das Volk unverhofft aus seinem Land vertrieben würde, würde eine zweite Rückkehr stattfinden müssen, denn ohne Volk im Land kann die Prophezeiung Sacharjas nicht in Erfüllung gehen.

Mein Hirte

Wie bereits erläutert, glauben wir – im Gegensatz zu van der Woude –, dass mit „mein Hirte“ unverkennbar auf den Messias hingewiesen wird, also auf den Herrn Jesus. Die Behauptung des Herrn Jesus, dass Er „der gute Hirte“ ist, ist bemerkenswert. Er heißt nicht nur „der gute Hirte“, sondern auch „der große Hirte“ und „der oberste Hirte“, und dies immer in einem anderen Zusammenhang.[373]

Mein Genosse

Wie Ridderbos zu Recht feststellt, braucht das Wort „Genosse“ an sich nicht die Gottheit dieses Hirten zu bedeuten. Jedoch führt er zu Unrecht dazu als Beispiel 1. Korinther 3,9 an, wo seiner Meinung nach Paulus sich ein Mitarbeiter Gottes nennt.[374] Wir sind der Meinung, dass diese Stelle ausdrücken möchte, dass Paulus sich als ein Mitarbeiter von Apollos und anderen weiß, und das im Dienst für Gott.

In Verbindung mit der Aussage in Matthäus 26,31 sehen wir doch in dem Wort „Genosse“ viel mehr, und zwar einen Genossen göttlicher Natur.

Meine Hand wird sich den Kleinen zuwenden

Dieser Ausdruck hat meistens, vielleicht müssen wir „immer“ sagen, eine negative Bedeutung.[375] Van der Woude meint daher im Gegensatz zu Keil und anderen, dass das Wort hier auch eine negative Bedeutung habe.[376]

Die niederländische Übersetzung Nieuwe Bijbelvertaling stützt diesen Gedanken, denn sie gibt diese Aussage wie folgt wieder: „Wehrlos wie sie sind, werde ich sie treffen.“[377] Dennoch scheint dies in unserem Text nicht nur eine negative Bedeutung zu haben. Ridderbos übersetzt „wenden gegen“ mit „legen an“, um sowohl eine negative wie auch eine positive Bedeutung möglich zu machen.[378] Im Licht von Jesaja 1,25 besehen, braucht man dieser positiven Bedeutung nicht anzuhängen, denn „wenden gegen“ dient dazu, um etwas, was nicht taugt, wegzutun, wie sich aus dem zitierten Text deutlich zeigt.[379] Diese schmerzliche Operation dient also einem positiven Ziel, und das ist es, worum es in Sacharja 13 schlussendlich geht.

Zerstreut

Das Zerstreutwerden kann sich auf das Wegziehen des Volkes aus dem Land beziehen, sei es, dass sie vor Verfolgung fliehen oder dass sie tatsächlich durch den Feind vertrieben werden, doch das geschieht nicht ohne Gott.[380]

Verständnisfragen zu Kapitel 13

  1. Woran denkst du bei dem Ausdruck „eine Quelle zur Entsündigung“ im Hinblick auf unsere Reinigung? Beziehe 1. Johannes 1,7-9 und 2,1.2 in deine Antwort ein.

  2. Was werden treue Eltern in der Zukunft mit einem Sohn tun, der falsch prophezeit? Das klingt uns hart in den Ohren, doch für diese Eltern steht Gottes Ehre über allem.

  3. Mit welcher Ausrede werden falsche Propheten in dieser Zeit ihre Leben retten?

  4. Wie müssen wir innerhalb der Gemeinde zu falschen Lehrern stehen?

  5. Der Herr Jesus wurde geschlagen und in unserer Zeit wird ein geistliches Volk gebildet. Was erwartet der Herr Jesus von diesem Volk (Tit 2,14)? Wie geht das praktisch vor sich?

Seine Füße werden auf dem Ölberg stehen (Sach 14,1-7)

Sach 14,1-7: 1 Siehe, ein Tag kommt für den HERRN, da wird deine Beute in deiner Mitte verteilt werden. 2 Und ich werde alle Nationen nach Jerusalem zum Krieg versammeln; und die Stadt wird eingenommen und die Häuser werden geplündert und die Frauen vergewaltigt werden; und die Hälfte der Stadt wird in die Gefangenschaft ausziehen, aber das übrige Volk wird nicht aus der Stadt ausgerottet werden. 3 Und der HERR wird ausziehen und gegen jene Nationen kämpfen, wie an dem Tag, da er kämpft, an dem Tag der Schlacht. 4 Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem im Osten liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten, nach Osten und nach Westen hin, zu einem sehr großen Tal, und die Hälfte des Berges wird nach Norden und seine andere Hälfte nach Süden weichen. 5 Und ihr werdet in das Tal meiner Berge fliehen, und das Tal der Berge wird bis Azel reichen; und ihr werdet fliehen, wie ihr vor dem Erdbeben geflohen seid in den Tagen Ussijas, des Königs von Juda. Und kommen wird der HERR, mein Gott, und alle Heiligen mit dir. 6 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird kein Licht sein; die Gestirne werden sich verfinstern. 7 Und es wird ein Tag sein (er ist dem HERRN bekannt), nicht Tag und nicht Nacht; und es wird geschehen zur Zeit des Abends, da wird es Licht sein.

Diese sieben Verse enthalten, dass

  • ein Tag kommen wird, an dem die Beute, die in Jerusalem gemacht wurde, in der Stadt verteilt werden wird;
  • die Nationen Jerusalem belagern, einnehmen und plündern werden;
  • die Hälfte der Stadt in Gefangenschaft geführt werden, der Rest jedoch übrigbleiben wird;
  • der Herr ausziehen wird, um gegen die Nationen zu kämpfen, und dass seine Füße auf dem Ölberg stehen werden;
  • die Flucht der Flucht in den Tagen Ussijas gleichen wird;
  • der Herr kommen wird und alle Heiligen mit Ihm;
  • ein wunderbarer Tag sein wird, an dem nur Licht sein wird.

Fragestellungen

Dieser Abschnitt stellt uns vor ein paar Probleme, die wir zunächst erwähnen wollen, bevor wir sie behandeln. Es sind die Folgenden:

  1. Wer verteilt die Beute in Jerusalem? Sind das die Feinde, die die Beute gemacht haben, oder die Einwohner Jerusalems?
  2. Bezieht sich „das übrige Volk“ (Sach 14,2) auf den gläubigen Überrest, oder weist dies nur auf die Hälfte der Bewohner hin, die nicht weggeführt werden?
  3. Wer sind diejenigen, die durch das Tal der Berge flüchten? Sind das die gläubigen Juden unter ihnen, die in der Stadt zurückgeblieben sind, oder sind es ungläubige Juden, die dem Gericht zu entkommen versuchen?
  4. Wer sind die Heiligen, die den Herrn begleiten werden, wenn Er auf den Ölberg herabkommt?
  5. Haben wir mit einer oder mit zwei Belagerungen von Jerusalem zu tun: eine, bei der die Stadt nicht eingenommen wird (Sach 12), und eine, bei der dies doch geschieht (Sach 14)?

Bei der Vers-für-Vers-Betrachtung wollen wir versuchen, eine Antwort auf diese Fragestellungen zu geben.

Endzeitlicher Charakter und buchstäbliche Bedeutung

Viele Ausleger sind sich einig, dass dieser Abschnitt einen endzeitlichen (eschatologischen) Charakter hat und den großen Endkampf beschreibt, der stattfinden wird. Sie zitieren dazu Joel 3,2.9-11 und Hesekiel 38 und 39 und sehen in den Worten „Siehe, ein Tag kommt für den HERRN“ die Ankündigung des vorher erwähnten „Tages des HERRN“.[381] Wir sind hierin von Herzen mit ihnen einig, doch viele von ihnen beziehen nicht ein, dass hier wortwörtlich über Jerusalem und das Land Israel gesprochen wird. Sie sehen in diesem Geschehen „die Feindschaft der Welt gegen die Kirche des HERRN“ und den endgültigen Sieg über diese Feinde.[382] Wie schon öfter erwähnt, machen wir bei dieser Vergeistlichungsmethode nicht mit.

1. Das Verteilen der Beute

Der Schluss des vorigen Kapitels ließ uns – nach vorhergehender Läuterung – die Wiederherstellung der Verbindung zwischen Gott und seinem Volk sehen. Anschließend würden wir keine weitere Beschreibung einer Prüfung für das Volk erwarten, doch dieser Abschnitt beginnt mit einer Aussage, die das Herz des Volkes tief erschreckt haben muss. Es ist die Rede von einer Beute, die beim Volk gemacht und in ihrer Mitte – gemeint ist offensichtlich Jerusalem – verteilt werden wird. Wir gehen davon aus, dass die Erklärung dieser Worte im folgenden Vers steht, nämlich dass Gott alle Nationen gegen Jerusalem ziehen lassen wird. Die Stadt wird eingenommen werden, und die Beute, die dabei gemacht wird, wird innerhalb der Stadt verteilt werden. Naturgemäß wird das Beutemachen mit Gewalt einhergehen sowie mit einem anderen berüchtigten Phänomen, nämlich dass Frauen vergewaltigt werden.[383]

Ein anderer Gedanke ist, dass die Beute, die vom Feind gemacht wurde, wieder zurückgebracht und durch die Juden in der Stadt verteilt werden wird. Dann würde dieser Gerichtsabschnitt mit einer Ermutigung beginnen, dass einmal alles in Ordnung kommen wird. Diese Auslegung findet jedoch weniger eine Grundlage im Text als die vorher gegebene. Wir halten die erste Erklärung für richtig, stellen allerdings fest, dass es in diesem Abschnitt schlussendlich um eine nähere Beschreibung geht, wie die Erlösung Israel vor sich gehen wird. Hier gilt das bekannte Sprichwort, dass, wenn die Not am größten ist, die Rettung naht. Durch die davorliegende Drangsal wird umso klarer zum Vorschein kommen, dass die Wiederherstellung ein Werk des Herrn ist.

2. Das übrige Volk in der Stadt

Der Eroberung Jerusalems folgt eine Wegführung der Hälfte der Bevölkerung; es bleibt jedoch ein Rest zurück. Dieser Rest kann schwerlich mit dem sogenannten „gläubigen Überrest“ gleichgesetzt werden, dessen Los der Herr wenden wird. Wir denken, dass es lediglich um einen Teil der Stadtbevölkerung geht, der nicht deportiert wird, sondern der Prüfung ausgesetzt wird. Das stimmt wieder mit Sacharja 13,8 überein, nur dass dort über ein Drittel gesprochen wird, jedoch von der Bevölkerung des ganzen Landes.

An diesem entscheidenden Punkt wird der Herr dann ausrücken[384], um gegen die feindlichen Nationen zu kämpfen, so wie Er früher verschiedene Male für sein Volk in die Bresche gesprungen ist.[385] Er kommt dann nicht als Hirte, sondern als Kriegsheld.[386] Dabei werden seine Füße auf dem Ölberg stehen, dessen Lage klar angegeben wird. Wir nehmen diesen Text wörtlich und sehen darin das Kommen bzw. die Erscheinung Jesu Christi, die bereits in Sacharja 12,10 angedeutet wurde. Im Ölberg wird eine große Kluft entstehen[387], die sich von Osten nach Westen erstreckt, durch die der eine Teil nach Norden weicht und der andere nach Süden.

3. Wer flüchtet?

Nach unserer Überzeugung werden die Flüchtlinge der gläubige Teil der Stadtbevölkerung sein.[388] Die Ansage „ihr werdet fliehen“ weist darauf hin. Diese gläubigen Juden flüchten durch eine Kluft, die die Größe eines Tals annehmen wird. Dieses Tal wird nicht nur breit sein, sondern auch lang; es wird sich bis Azel erstrecken. Wiewohl wir keinen Ort mit diesem Namen kennen, muss dieser Platz sich weit genug im Osten Jerusalems befinden, um dieses Tal ein Ort der Zuflucht sein zu lassen.

Anschließend wird, genau wie in Sacharja 12,11, auf etwas zurückgegriffen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Die Flucht wird nämlich mit der während des Erdbebens in den Tagen Ussijas verglichen.[389]

Dann wird der HERR Gott kommen. Der Prophet sagt „mein Gott“, und darin steckt etwas, was vertrauenserweckend ist.[390] Wir nehmen an, dass sich das auf das Kommen Jesu Christi bezieht.

4. Wer sind die Heiligen?

Jesus Christus wird bei seiner Erscheinung von „allen Heiligen“ begleitet werden. Viele Ausleger der traditionellen orthodoxen Richtung sehen in den Heiligen lediglich die Engel, die den Herrn begleiten werden, und berufen sich dabei auf 2. Thessalonicher 1,7. Diese Stelle erzählt uns, dass, wenn der Herr Jesus kommt, um Rache zu üben an allen Ungläubigen und Verächtern der Botschaft des Evangeliums, Er von seinen Engel begleitet wird.[391] Dennoch ist anzunehmen, dass es hier nicht nur um Engel geht und nicht einmal in erster Linie um diese Himmelswesen, sondern um Gläubige, die vor dieser Zeit verherrlicht wurden und die jetzt mit dem Herrn erscheinen.[392]

Dazu kann man sich berufen auf

  1. die Tatsache, dass „Heilige“ ohne weitere Spezifizierung fast immer für gläubige Menschen stehen und nur selten für Engel[393];

  2. Bibelabschnitte wie Johannes 14,1-3 und 1. Thessalonicher 4,15-18, die von einer Aufnahme der Gläubigen sprechen, die der Endzeit direkt vorausgeht;

  3. Stellen, die aussagen, dass der Herr bei seiner Erscheinung von verherrlichten Heiligen begleitet wird, und zwar in Kolosser 3,4; 1. Thessalonicher 4,13.14 und Offenbarung 17,14.

Der Tag dieser Abrechnung ist ein besonderer Tag, dessen Moment der Herr allein in der Hand hat und der sich von allen anderen Tagen unterscheidet, weil er von Licht durchflutet sein wird. Zur Zeit dieses Abends wird keine Finsternis herrschen, sondern Licht. Wir können einen Vergleich ziehen mit dem Tag, an dem Josua Gott bat, dass es hell bleiben möge, damit er seinen Feinden die totale Niederlage anbringen konnte.[394] Der besondere Charakter dieses Tages wurde mit den Worten angegeben: „Und es war kein Tag wie dieser, vor ihm und nach ihm, dass der HERR auf die Stimme eines Menschen gehört hätte; denn der HERR kämpfte für Israel.“

Es gibt Grund, anzunehmen, dass mit dem „Tag für den Herrn“ der „Tag des Herrn“ gemeint ist. Dieser Tag steht immer in Verbindung mit Gericht[395], jedoch auch mit dem äußeren Heil, das Gott auf der Erde bringen wird.[396]

5. Zwei Belagerungen Jerusalems?

Schließlich haben wir noch das Problem zu lösen, ob es einen Unterschied gibt zwischen der Belagerung, über die Sacharja 12,1-9 spricht, und der hier beschriebenen Belagerung. Es gibt Ausleger, die diesen Unterschied machen, und zwar aufgrund der Tatsache, dass Sacharja 12 den Eindruck erweckt, dass bei dieser Belagerung die Stadt nicht eingenommen wird, während in Sacharja 14 sehr wohl die Rede davon ist. Einer dieser Ausleger ist W. Kelly, der die Belagerung von Sacharja 12 nach der Vernichtung der westlichen Macht, dem Tier, einordnet und folglich diese Belagerung von der in Sacharja 14 unterscheidet.[397]

Er folgt darin J.N. Darby, der u.a. anmerkt, dass Jerusalem erst durch „das Tier“ zertreten wird, das in Offenbarung 11 und 13 genannt wird und das das letzte der vier Weltreiche repräsentiert, die in Daniel 2 und 7 genannt werden. In der Zeit der vier Weltreiche ist Israel „Lo-Ammi“; Gott hat das Volk in die Macht seiner Feinde gegeben, und es ist aus dem Land vertrieben. Daneben existiert noch ein anderer Feind, das ist Assur. Diese Macht hat zwar das Zehnstämmereich weggeführt, hat aber nie Jerusalem eingenommen und Juda in die Verbannung geführt. Letzteres geschah erst danach durch Babel. Wenn später das Reich Babels und die drei darauffolgenden Reiche vernichtet sind und das Volk wieder ins Land zurückgekehrt ist, wird diese Macht erneut ins Rampenlicht kommen; seine Versuche, Jerusalem einzunehmen und das Volk zu verderben, werden jedoch scheitern, genauso wie es in der Vergangenheit geschehen ist.[398] Es gibt Grund, anzunehmen, dass dieses Auftreten von Assur mit dem von Gog zusammenfällt, über das Hesekiel 38 und 39 redet.

In jedem Fall ist klar, dass die hier beschriebene Plünderung Jerusalems durch die Nationen der Vertilgung dieser Nationen vorausgeht.[399]

Füße auf dem Ölberg

Für die Auffassung, dass es hier wortwörtlich um den Ölberg geht, spricht nicht nur die ganze Beschreibung, sondern auch die Tatsache, dass der Herr vom Ölberg aus in den Himmel aufgefahren ist und dass die Engel zu den Jüngern sagen, dass Er so zurückkehren wird.[400] Natürlich bezieht sich das in erster Linie auf die Art und Weise, auf die Er verzog und auf die Er zurückkehren wird, doch der Gedanke an eine Rückkehr an denselben Ort liegt dabei auch auf der Hand. Dafür spricht ein Vergleich mit dem Weggang der Herrlichkeit des Herrnin den Tagen Hesekiels. Diese Herrlichkeit des Herrn verließ die Stadt in östliche Richtung, wird jedoch aus dem Osten zurückkehren an diesen selben Ort.[401]

Dies ist die einzige Stelle im Alten Testament, an der der Ölberg wörtlich genannt wird. Wir finden allerdings eine Umschreibung dieses Berges als „Anhöhe der Olivenbäume“ (2Sam 15,30) und als „der Berg, der im Osten der Stadt ist“.[402]

Azel

Als Bedeutung dieses Namens wird genannt: „angrenzend an“. Es könnte dann ein Dorf andeuten, das an die Ostseite Jerusalems grenzt. Andere nennen als Bedeutung aber auch: „Vereinigung“.

Erdbeben in den Tagen Ussijas

Über das Erbeben in den Tagen Ussijas werden wir in den historischen Büchern der Schrift nicht unterrichtet und auch nicht über eine Flucht, die damals stattgefunden hat. Es gibt Grund, anzunehmen, dass Amos dieses Erdbeben anspricht.[403]

Von einer ähnlichen Flucht aus Jerusalem ist die Rede in 2. Könige 25,3-7, wenn Zedekia vor den Heeren Babylons aus der Stadt flüchtet: Allerdings ist seine Flucht nicht erfolgreich.

Kein Licht wird sein; die Gestirne werden sich verfinstern

Ridderbos gibt eine andere Lesart und übersetzt, dass „keine Hitze noch Kälte noch Frost“ sein wird. Die Prüfung des Tages, Hitze, sowie die Prüfung der Nacht, Kälte, werden nicht sein. Vielleicht deutet „Versteifung“ auf Gefrieren hin [in der niederl. Übers. lautet der Teilsatz: „kein köstliches Licht noch Versteifung“; Anm. d. Übs.].

Edelkoort befürwortet eine andere Übersetzung, nämlich dass kein Licht, sondern Kälte und Versteifung[404] herrschen werden. Demnach würden die Umstände ungünstig sein. Van der Woude macht hier eine Anmerkung, die bedenkenswert ist. Seiner Meinung nach bezieht sich das hebräische Wort or nicht darauf, dass kein Licht sein wird, sondern dass kein Morgengrauen sein wird. Er beruft sich dabei auf Zephanja 3,5; Hiob 24,14 und Nehemia 8,3.[405] Die Sonne wird also weiterscheinen, was bedeutet, dass auch keine Nacht mit Kälte und Frost kommen wird. Wie auch immer man diesen Vers übersetzt, es ist klar, dass es die Absicht ist, auf einen besonderen Tag hinzuweisen.[406]

Genau wie in den Tagen Josuas wird dieses Naturereignis mit der Vertilgung der Feinde zu tun haben.[407] Auch in Jesaja 17,12-14 wird der Ausdruck „zur Zeit des Abends“ mit der Vernichtung der Feinde Israels in Verbindung gebracht; hier in Sacharja 14,6.7 wird klargemacht, dass es dann Licht für Gottes Volk geben wird.

Der HERR wird König sein über die ganze Erde (Sach 14,8-11)

Sach 14,8-11: 8 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden lebendige Wasser aus Jerusalem fließen, zur Hälfte zum östlichen Meer und zur Hälfte zum hinteren Meer; im Sommer und im Winter wird es geschehen. 9 Und der HERR wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird der HERR einer sein und sein Name einer. 10 Das ganze Land wird sich umwandeln wie die Ebene, von Geba bis Rimmon, das südlich von Jerusalem liegt; und Jerusalem wird erhaben sein und an seiner Stätte wohnen, vom Tor Benjamin bis zur Stelle des ersten Tores und bis zum Ecktor, und vom Turm Hananel bis zu den Keltern des Königs. 11 Und man wird darin wohnen, und kein Bann wird mehr darin sein; und Jerusalem wird in Sicherheit wohnen.

Dieser Abschnitt teilt mit, dass

  • lebendige Wasser aus Jerusalem strömen werden, sowohl zum östlichen wie zum westlichen Meer;
  • der HERR König über die ganze Erde und allein sein Name genannt werden wird;
  • das ganze Land sich umwandeln, Jerusalem aber erhöht werden wird;
  • die Stadt bewohnt werden und nichts mehr zu befürchten haben wird.

Diese Verse beschreiben die Heilszeit für Jerusalem. Die Mitteilung, dass nach Osten und Westen lebendige Wasser aus Jerusalem strömen werden, nehmen wir auch hier wörtlich, genauso wie wir es mit dem Tempelbach tun, über den Hesekiel spricht.[408] Dennoch schließt dies nicht aus, dass damit auch eine symbolische Bedeutung verbunden ist, nämlich dass das Heil von Jerusalem ausgehen wird.[409]

Der Strom wird sich entzweien: Ein Teil strömt ins östliche Meer, das ist das Tote Meer[410]; der andere Flussarm wendet sich zum westlichen Meer, das ist das Mittelmeer.[411] Sowohl im Winter wie im Sommer werden sie Wasser haben. Austrocknung in der Trockenzeit wird es also nicht geben. Das bedeutet ununterbrochene Fruchtbarkeit.[412]

Das Panorama, das hier skizziert wird, ist der Zustand während der messianischen Regierung. Wir wissen, dass jemand in dieser Periode noch sündigen kann und dass die Erde noch nicht das volle Heil erfährt, wie es in der Ewigkeit der Fall sein wird.[413]

Der Herr ist im Prinzip von alters her schon König, doch dann wird die Königsherrschaft über die ganze Erde tatsächlich gesehen werden. Niemand wird neben Ihm genannt werden. Das gilt für Ihn als Gott, denn an Götzen wird nicht mehr gedacht werden[414], und auch für Ihn als König, der über alle menschlichen Machthaber erhaben ist.[415]

Es werden Veränderungen im Land auftreten, bei denen Berge zu fruchtbaren Tälern werden. Das ganze Land wird genauso eine Ebene sein wie die Ebene von Geba, die im Norden liegt, bis Rimmon, das südlich von Jerusalem liegt.[416] Jerusalem wird allerdings erhöht werden und an ihrem Ort mit den Pforten und Toren bestehen bleiben, die sie von alters her kennzeichnete. Die Stadt wird sich vom Benjamintor[417] bis zum ersten Tor und bis zum Ecktor erstrecken; vom Hananeltor[418] bis zum Ort der königlichen Keltern. Die Stadt wird dann erhaben sein, sichtbar für jedes Auge. Es wird ein vollkommen sicherer Wohnort sein. Das Volk wird nicht mehr von dem Herrn abfallen, so dass der Herr es mit dem Bann schlagen müsste. Auch der Feind kann nicht gegen die Stadt auftreten und einen Bann an ihr vollziehen. Niemand wird mehr gegen Jerusalem auftreten.[419]

Lebendige Wasser

Im wörtlichen Sinn weist der Ausdruck „lebendiges Wasser“ auf strömendes Wasser hin, also nicht auf Wasser aus einem Tümpel. Im geistlichen Sinn spricht dieser Ausdruck vom Heiligen Geist, der Quelle des Lebens.[420]

Das östliche Meer und das westliche Meer

Kelly gebraucht die Bezeichnungen „vorderstes“ oder „erstes“ und „hinterstes“ Meer und behauptet, dass der Israelit sich zum Osten orientierte und dann das Tote Meer vor sich hatte und das Mittelmeer hinter sich.[421]

Die Königsherrschaft von Gott und von Christus

Der Herr wird nicht nur König über ganz Israel sein, sondern über die ganze Erde.[422] Er ist nämlich der Herr der Herren und der König der Könige. Dieser Titel steht sowohl Gott als auch Christus zu.[423]

Geba und Rimmon

Geba ist ein Ort im Gebiet Benjamins, ungefähr 15 Kilometer nördlich von Jerusalem.[424] Rimmon liegt südlich von Jerusalem, ungefähr 20 Kilometer entfernt von Beerseba.[425] Beide markieren ungefähr das Gebiet von Judäa.

Wie der Jordan

Verschiedene Übersetzungen sagen in Sacharja 14,10, dass das ganze Land so flach wird wie die Jordanebene oder wie die Arabasenke. Die Übersetzung Nieuwe Bijbelvertaling folgt dieser Lesart.[426]

Jerusalem wird erhaben sein

Der Prophet Jesaja beschreibt die Situation Jerusalems wie folgt: „Schau Zion an, die Stadt unserer Festversammlungen! Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine ruhige Wohnstätte, ein Zelt, das nicht wandern wird, dessen Pflöcke niemals herausgezogen werden und von dessen Seilen keins je losgerissen werden wird – sondern dort ist ein Mächtiger, der Herr, bei uns –; ein Ort von Flüssen, von breiten Strömen: Kein Ruderschiff kommt hinein, und durch ihn zieht kein mächtiges Schiff.“[427]

Die Tore

Wir müssen beachten, dass Jerusalem im Lauf der Zeiten immer größer wurde, so dass neue Stadtmauern angelegt wurden. So ist die Rede von der ersten, zweiten und dritten Stadtmauer.[428] Alle Tore, die wir heute kennen, wurden demnach in späterer Zeit gebaut. Die Tore aus der zweiten Tempel-Periode verschwanden im Lauf der Zeit. Über die Orte der Tore, die in Sacharja 14,10 genannt werden, können wir daher auch nur ungefähr etwas sagen.

Das Bejamintor lag im Norden Jerusalems[429] und führte zum Gebiet Benjamins.[430] Das „frühere“ oder „erste“ Tor wird ein Tor sein, das im Lauf der Geschichte verschwunden ist. Das Ecktor befand sich im Süden (?) Jerusalems.[431] Das Hananeltor[432] wird im Nordosten der Stadt gesucht werden müssen, in der Nähe des Schaftors, das sich wahrscheinlich an der Nordseite des Tempelplatzes befand, durch das die Schafe als Opfertiere hineingebracht wurden.[433]

Die königlichen Keltern werden in der Nähe des Palastes gewesen sein. Siehe für eine umfassende Erwähnung der Tore Jerusalems aus der zweiten Tempelperiode Nehemia 2,3 und 12.

Kein Bann

Bedenken wir den Bann, der über Israel kam, als Achan sich an dem Verbannten vergriff. Etwas Ähnliches wird nicht mehr stattfinden.[434]

Plagen über die Nationen (Sach 14,12-15)

Sach 14,12-15: 12 Und dies wird die Plage sein, womit der HERR alle Völker plagen wird, die gegen Jerusalem Krieg geführt haben: Er wird eines jeden Fleisch verwesen lassen, während er auf seinen Füßen steht, und seine Augen werden verwesen in ihren Höhlen, und seine Zunge wird in seinem Mund verwesen. 13 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird eine große Verwirrung von dem HERRN unter ihnen entstehen; und sie werden einer die Hand des anderen ergreifen, und eines jeden Hand wird sich gegen die Hand seines Nächsten erheben. 14 Und auch Juda wird in Jerusalem kämpfen; und der Reichtum aller Nationen ringsum wird gesammelt werden: Gold und Silber und Kleider in großer Menge. 15 Und ebenso wie diese Plage wird die Plage der Pferde, der Maultiere, der Kamele und der Esel und allen Viehs sein, das in jenen Heerlagern sein wird.

Diese Verse beschreiben, dass

  • der Herr die Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, mit schrecklichen körperlichen Plagen schlagen wird;
  • es Verwirrung geben wird, bei der die Soldaten der feindlichen Lager einander bekämpfen werden;
  • Juda an dem Gericht an den Nationen teilnehmen wird;
  • die Plage auch die Tiere im feindlichen Lager betreffen wird.

Auf der einen Seite gibt es die Sicherung des Volkes Israel, auf der anderen Seite ein schreckliches Gericht über die feindlichen Nationen. Bei diesen Versen denken wir an die Plagen, die Gott damals über die Ägypter kommen ließ, die das Volk Israel ausgebeutet hatten. Die Worte lassen einen an eine schreckliche Epidemie denken oder an einen Eingriff durch Kräfte aus der Natur, wie sie zum Beispiel bei der Explosion einer Atombombe freigesetzt werden. An so eine Bombe selbst brauchen wir nicht zu denken, denn genau wie in Ägypten geht es um Plagen, bei denen unumstößlich feststeht, dass nicht ein Mensch diese über sich selbst herbeiruft, sondern dass sie von Gott her kommen.[435]

Die Bestrafung wurde bereits in Sacharja 14,3-5 angekündigt, wird jedoch hier in all seiner Schrecklichkeit beschrieben. Es ist gut, darauf hinzuweisen, dass es zwischen Gottes Handeln in der Zeit der Gnade und in der Zeit des Gerichtes einen Unterschied gibt. In der Zeit der Gnade, in der wir jetzt leben, lässt Gott das Evangelium verkündigen und ruft Menschen dazu auf, sich zu bekehren. In der Zeit des Gerichts bringt Er Gericht über die, die sich nicht von ihren Sünden bekehrt haben. Achte auf den Unterschied zwischen „dem Jahr des Wohlgefallens des HERRN“ und „dem Tag der Rache unseres Gottes“ in Jesaja 61,2 und beachte, dass der Herr Jesus bei seiner Lesung dieses Textes in der Synagoge von Nazareth den Schluss des Verses nicht zitiert.[436] Auch ist es von Bedeutung, festzustellen, dass Gott erst ein Gericht bringt, wenn das Maß der Sünde voll ist.[437]

Mit dieser Plage geht eine Verwirrung unter den feindlichen Kämpfern einher, bei der sie sich gegeneinander wenden. Auch das fand in der Vergangenheit statt; denken wir an die midianitischen Krieger, die einander in der „Nacht von Gideon“ sozusagen zu Leibe rückten.[438]

Der Ausdruck, dass auch Juda sich gegen Jerusalem wenden wird, könnte uns befremden, wenn damit gemeint sein würde, dass sie an der Belagerung Jerusalems teilnehmen würden, doch das kann kaum die Bedeutung sein. Manche ersetzen daher das Wort „gegen“ durch „in“ bzw. „zu“ und geben dem diese Bedeutung. Wir können jedoch auch annehmen, dass „gegen Jerusalem“ bedeutet, dass es gegen die Feinde geht, die in Jerusalem sind. Demnach scharen sie sich im Kampf an die Seite des Messias und seiner Heiligen, die Ihn begleiten. Der Herr gibt den Sieg, dennoch ist die Aktivität des Volkes dabei nicht ausgeschlossen.

Zwei Mitteilungen beenden diesen Abschnitt:

  1. Erstens wird eine gewaltige Beute von allen umringenden Völkern zusammengebracht werden: Gold, Silber und Kleider.
  2. Zweitens wir die Plage, die in Sacharja 14,12 angesprochen wird, nicht nur Menschen, sondern auch die Tiere betreffen, die sich im feindlichen Lager befinden.[439] Damit wird der Umfang und die Intensität der Plage unterstrichen. Alles, was den Charakter von Feindschaft aufweist, wird vernichtet.

Die Plage

In 5. Mose 28,21.22 finden wir eine Aufzählung von Plagen, die der Herr über Israel bringen würde, wenn es von dem Herrn  abweichen würde. Es geht hier um Krankheiten, die Menschen und Pflanzen treffen werden. Wie erläutert kann der Herr den Menschen auch mit kosmischer Strahlung u.Ä. treffen.

Das Sammeln des Reichtums der Nationen

Sacharja 14,14 stellt uns vor zwei Schwierigkeiten:

  1. Erstens gibt es das Problem, wie wir das Kämpfen Judas gegen Jerusalem auffassen müssen; wir wiesen darauf schon hin.
  2. Zweitens unterbricht dieser Vers den Zusammenhang zwischen Vers 13 und Vers 15. Nun ist so etwas nicht unmöglich, doch es kann auch sein, dass hier eine Gegenüberstellung notiert ist zwischen dem, was den Nationen widerfährt, und dem, was das Volk Israel genießen wird, nämlich die ganze Beute des Feindes.

Wir können damit rechnen, dass genau wie in der Zeit Davids diese Beute unter dem Volk verteilt werden wird.[440]

Das Feiern des Laubhüttenfestes (Sach 14,16-21)

Sach 14,16-21: 16 Und es wird geschehen, dass alle Übriggebliebenen von allen Nationen, die gegen Jerusalem gekommen sind, Jahr für Jahr hinaufziehen werden, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. 17 Und es wird geschehen, wenn eines von den Geschlechtern der Erde nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten: Über dieses wird kein Regen kommen; 18 und wenn das Geschlecht Ägyptens nicht hinaufzieht und nicht kommt, so wird der Regen auch nicht über dieses kommen. Das wird die Plage sein, womit der HERR die Nationen plagen wird, die nicht hinaufziehen werden, um das Laubhüttenfest zu feiern. 19 Das wird die Strafe Ägyptens und die Strafe aller Nationen sein, die nicht hinaufziehen werden, um das Laubhüttenfest zu feiern. 20 An jenem Tag wird auf den Schellen der Pferde stehen: Heilig dem HERRN. Und die Kochtöpfe im Haus des HERRN werden sein wie die Opferschalen vor dem Altar; 21 und jeder Kochtopf in Jerusalem und in Juda wird dem HERRN der Heerscharen heilig sein; und alle Opfernden werden kommen und von ihnen nehmen und darin kochen. Und es wird an jenem Tag kein Kanaaniter mehr im Haus des HERRN der Heerscharen sein.

Die Schlussverse enthalten, dass

  • die Übriggebliebenen der Nationen von Jahr zu Jahr hinaufziehen werden nach Jerusalem, um das Laubhüttenfest zu feiern;
  • diejenigen, die sich weigern, mit Dürre bestraft werden;
  • die Ägypter auch mit derselben Plage zu tun haben werden;
  • die Schellen der Pferde die Aussage „Heilig dem HERRN“ tragen werden;
  • die Gerätschaften für die Opferungen dem Herrn heilig sein werden;
  • kein Kanaaniter mehr in das Haus des HERRN der Heerscharen kommen wird.

Dieser Schlussabschnitt zeigt auf, was geschehen wird, wenn Gott die Königsherrschaft über die ganze Erde übernehmen wird. Sein Gericht ist über die feindlichen Heere hinweggegangen, was jedoch nicht bedeutet, dass sie bis zum letzten Mann vernichtet wurden. Es gibt solche, die das Gericht überlebt haben. Wir müssen annehmen, dass diese sich vor dem Gott Israels gedemütigt und den Sohn anerkannt haben.[441] Eine andere Auffassung ist, dass mit denen, die übrigbleiben, die nichtmilitärische Bevölkerung der Länder gemeint ist, deren Heere gegen Jerusalem gezogen sind. Diese Völker werden von Jahr zu Jahr nach Jerusalem ziehen (müssen), um die Autorität des Königs, des HERRN der Heerscharen, anzuerkennen.[442] Dem Ausdruck „HERR der Heerscharen“ begegnen wir in diesem Schlussabschnitt dreimal; er unterstreicht erneut die Majestät des Gottes Israels, der Jerusalem zu seiner Wohnstätte gemacht hat. Die Königsherrschaft wird durch den König aus dem Haus Davids, den Messias, ausgeführt, den wir aus dem Neuen Testament als Jesus Christus kennen.

Die Nationen werden das Laubhüttenfest feiern. Das ist das letzte Fest des religiösen Jahres des Volkes, so wie das in 3. Mose 23 beschrieben wird. Die vorhergehenden Feste, denken wir vor allen Dingen an das Passah- und Pfingstfest, haben ihre Erfüllung gefunden; das Laubhüttenfest wird erst in der Zeit der messianischen Regierung eine andauernde Erfüllung erhalten. Es wird dann nicht nur ein Erinnern an die Erlösung aus Ägypten sein, sondern an die ewig anhaltende Befreiung des Volkes aus der Macht aller Nationen, die Israel im Lauf der Jahrhunderte verfolgt haben.

Diese Erlösung des Volkes Gottes wird nie vergessen werden dürfen, und die Nationen werden das erkennen müssen. Wie sich auch aus anderen Schriftstellen zeigt, bedeutet die Regierung des Messias (noch) nicht, dass die Sünde vollständig von der Erde verbannt ist. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass die Möglichkeit unterstellt wird, dass Ungehorsam aufkommen wird. In diesem Fall wird es für so ein Volk keinen Regen geben. Auf diese Weise wird Gott so eine Nation für ihren Ungehorsam strafen.[443]

Bewohner von Ländern, in denen man mehr Wolken als Sonne sieht, werden einen Sommer mit wenig oder gar keinem Regen sicher schätzen, doch dann sollte die Periode nicht zu lange dauern, und für Bauern dauert Trockenheit sehr schnell zu lange. Für Länder mit wenig Regen ist das Ausbleiben des Regens unmittelbar eine Plage. Diese Züchtigung des Herrn wird sie empfindlich treffen.[444] Nach dem Laubhüttenfest brach die Zeit des Frühregens an, und wenn dann kein Regen fiel, bedeutete dies: keine Ernte.

Im Mittleren Osten gibt es allerdings ein Land, das von Regen nicht abhängig ist, nämlich Ägypten. Nur in Ausnahmefällen fällt Regen.[445] Die Ägypter vertrauen auf den Nil, der ihrem Land Wasser gibt. Wenn sie jedoch meinen, damit der Strafe zu entkommen, wenn sie dem Gebot des Herrn ungehorsam sind, dann vertun sie sich gründlich, denn sie werden dennoch mit einer ähnlichen Plage, nämlich Dürre[446], geschlagen werden. Gott kann nämlich verhindern, dass der Nil über die Ufer tritt[447], und sie so für ihre Faulheit und Widerspenstigkeit züchtigen. Diese Botschaft über Ägypten deutet an, wie real diese Möglichkeit des Ungehorsams ist!

Mit dieser negativen Schilderung endet der Prophet zum Glück nicht. Es folgt noch eine Beschreibung über die Herrlichkeit des Dienstes des Herrn in Jerusalem. Sacharja 14,20 und 21 handelt nämlich von dem wiederhergestellten Opferdienst im Haus des HERRN. Auf den Schellen der Pferde wird stehen: „Heilig dem HERRN“. Das ist die Aussage, die früher nur auf der Kopfbedeckung des Hohenpriesters stand; aber jetzt steht sie sogar auf den Schellen der Pferde.[448] Diese Tiere, die früher meistens für die Kriegsführung gebraucht wurden, sind jetzt als Reittiere vollkommen dem Herrn geweiht.[449]

Auch alle Töpfe werden dem HERRN heilig sein. Jeder, der zum Opfern kommen möchte, darf sie gebrauchen. Es werden keine Warteschlangen entstehen, weil man auf Töpfe warten muss, die nach dem Gebrauch erst gereinigt werden müssen.

Alles in Jerusalem wird das Kennzeichen der Heiligkeit Gottes tragen. Wunderbar wird seine Majestät und Hochheiligkeit zum Vorschein kommen. Dann wird das Gebot „Seid heilig, denn ich bin heilig“ vollkommen erfüllt werden.[450] Keine einzige Unreinigkeit wird mehr mit dem Dienst verbunden sein. Im Lauf der Zeit haben die Israeliten die Kanaaniter, die unter Gottes Fluch gekommen sind (1Mo 9,25-27), nicht ausgerottet. Der Gedanke, dass ein Kanaaniter durch Götzendienst befleckt im Haus des HERRN der Heerscharen auftreten könnte, wird mit den Schlussworten dieses prophetischen Buches radikal ausgelöscht.[451] Das Wort „Kanaaniter“ könnte hier benutzt worden sein, um klarzumachen, dass keine Person, die nicht heilig ist, im Haus des HERRN auftreten wird. Die Türen werden für einen Unheiligen nicht geschlossen werden müssen. Möglicherweise wird hier auch der Gedanke eingeführt, dass der Fluch über Kanaan keinen Einfluss mehr ausüben wird.

Ein anderer Gedanke ist, dass die Kanaaniter beispielhaft für den Kaufmann stehen.[452] Dabei könnte dann eine Verbindung gelegt werden zu Matthäus 21,12, dass das Haus des HERRN auf keine einzige Weise mehr mit einem Kaufmannshaus in Verbindung gebracht werden könnte. Einige Übersetzungen haben das Wort „Kanaaniter“ daher auch mit „Händler“ wiedergegeben.[453] Dann werden die Nationen wissen, dass der Herr unter seinem erlösten Volk wohnt.[454]

Das Laubhüttenfest

Über die Einsetzung und das Feiern des Laubhüttenfestes redet 3. Mose 23,34-43. Gemäß 5. Mose 16,13.16 (siehe auch 5Mo 31,16) gehört es mit dem Passahfest (Fest der ungesäuerten Brote) und dem Pfingstfest (Fest der Wochen) zu den drei großen Festen, an denen jeder männliche Israelit verpflichtet war, zum Heiligtum Gottes zu kommen.[455] Wir lesen in zwei Fällen, dass es durch das Volk gefeiert wurde, und zwar in Esra 3,4 und in Nehemia 8,15-18.[456]

Von dem Feiern des Passah- und Pfingstfestes vernehmen wir hier nichts. Diese haben nämlich ihre endgültige Erfüllung gefunden, doch das Laubhüttenfest ist die Krönung aller Feste und sorgt für ein andauerndes und freudevolles Erinnern an Gottes Wege mit seinem Volk. Dies nicht nur im Rückblick auf die Wüstenreise, sondern, wie schon gesagt, im Hinblick auf alle Jahrhunderte, die das Volk in der Zerstreuung unter den Nationen erlebt hat.[457]

Ägypter

Ägypten nimmt in der Zukunft gemeinsam mit Assur einen besonderen Platz ein, wie aus Jesaja 19,17-25 hervorgeht.

Welche Plage?

In Sacharja 14,12 ist die Rede von einer Plage, mit der der Herr die feindlichen Heere trifft. Diese Plage betrifft ihren körperlichen Zustand auf eine schreckliche Weise. In Sacharja 14,18 ist erneut von einer Plage die Rede. Wiewohl manche darüber anders denken, scheint es mir, dass es in diesem Vers nicht um eine weitere Plage geht, die die Plage der Dürre ergänzt, sondern dass die Dürre selbst nun als Plage bezeichnet wird.

Verständnisfragen zu Kapitel 14

  1. Jerusalem wird in der Endzeit belagert und eingenommen werden. Was wird der Herr tun?

  2. Seine Füße werden auf dem Ölberg stehen. An welche Aussage aus der Apostelgeschichte erinnert dieser Bericht?

  3. Wen müssen wir unter den „Heiligen“ verstehen, die den Herrn begleiten? Kannst du Stellen angeben, die das begründen?

  4. Die Israeliten und die Nationen werden das Laubhüttenfest in Jerusalem feiern. Wovon redet dieses Fest?

  5. Der Herr möchte, dass sein Volk gemeinsam mit den Nationen beständig an die Erlösung zurückdenkt, die ihnen zuteilgeworden ist. Kennen wir als Christen auch etwas, um an unsere Erlösung zurückzudenken und an den Preis, den der Erlöser dafür bezahlt hat?

Vorheriger Teil Nächster Teil

 

Anmerkungen

[1] Edelkoort ist der Meinung, dass diese Worte eine spätere Hinzufügung sind (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 297, Anm. 3). In Verbindung mit Vers Sach 7,4 gibt es auch gute Gründe für diesen Gedanken.

[2] Siehe Esra 5,1 und 6,14.

[3] Bedenken wir, dass der Tempel zwar noch nicht fertig war, der Altar allerdings doch schon aufgerichtet war; vgl. auch Jer 41,5.

[4] Ihnen war der Unterricht über das Gesetz anvertraut, siehe Mal 2,6 und 3,11 und vgl. Hag 2,11.12.

[5] Vergleiche Ps 74,9.

[6] Vergleiche Jes 2,3 und Mich 4,2.

[7] Vergleiche 1Kor 10,31. In Sach 8,18 kommt der HERR auf das Fasten zurück, dann mit einer Botschaft des Heils. Siehe für Gottes Beurteilung ihres Fastens in früheren Zeiten Jes 58,3-8.

[8] Vergleiche Jes 58,5-7; siehe auch Röm 14,6.

[9] Vergleiche Jes 1,10-17; Jer 6,19-21; 14,12; Hes 6,6; 8,13; Amos 5,21-24 wie auch Mal 1,10; 2,13.

[10] Siehe J.G. Bellett, The Minor Prophets, 1972, S. 75.

[11] Esra 2,28; Neh 7,32; 11,31.

[12] Siehe 1Kön 12,28.29; 13,12; Amos 7,13.

[13] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 126.

[14] So A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 297 Anm 5; vgl. 8,21.22; 2Mo 32,11.

[15] J. Westerink, Haggaï en Zacharia: profeten van het Huis van God, Amsterdam, 1992, S. 135.

[16] Siehe 2Kön 25,8 und Jer 52,12. Die Zeitangaben in diesen beiden Stellen unterscheiden sich um drei Tage. Die Aktion Nebukadnezars wird mehr als einen Tag in Anspruch genommen haben.

[17] 2Kön 25,25; Jer 41,1.2.

[18] 2Mo 17,3; vgl. auch 4Mo 20,18.19.

[19] Siehe vor allem Röm 7,9 und vgl. Röm 3,7; 1Kor 10,30; 13,1-4.11.12, wo mit „ich“ auch nicht Paulus selbst gemeint ist, sondern eher auf den Menschen in bestimmten Umständen abgehoben wird. Das „ich“ könnte dort durch „man“ oder „du“ ersetzt werden.

[20] Joel 2,12.

[21] Siehe Jes 58,10 und Mt 6,16–18; vgl. auch Mk 2,18.

[22] Hos 6,6.

[23] Vergleiche Hes 39,13; 45,22; 46,3.9; und siehe die Betrachtung Terugzien en Vooruitzien zu Hag 2,5.

[24] Vergleiche 4Mo 13,17; Jos 15,21; Jer 13,19; Obad 19.

[25] Jos 15,33.

[26] Dieser Satzteil wird von Ridderbos, Van der Woude und anderen als eine Einfügung betrachtet (J. Ridderbos, Korte VerklaringDe Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 106; und A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 31).

[27] Vergleiche Jes 6,11.12.

[28] Vergleiche Mt 23,23 und denke an 5Mo 15,7; 24,14.15.19-21; 26,12.13; Jes 1,17; 58,6; Jer 7,5-9; Amos 5,24; Mich 6,8.

[29] Jer 32,18 muss auch so besehen werden.

[30] Vergleiche Jes 1,15; Spr 1,24–28; Mich 3,4.

[31] 2Mo 3,8.17; 13,5; 33,3; 3Mo 20,24; 4Mo 13,27; 14,8; 5Mo 6,3; 11,9; 26,9.15; 27,3; 31,20; Jos 5,6; Jer 11,5; 32,22; Hes 20,6; 28,15 kontra 4Mo 16,13.

[32] Siehe 2Mo 23,1-9; 3Mo 19,15; 5Mo 10,17.18; 16,18-20; Jes 1,17.23; Jer 7,6; 22,3; vgl. Hes 22,7 und Hes 24,14.15.

[33] Vergleiche Neh 9,29; Hos 4,6; Zeph 3,9.

[34] Vergleiche Jer 7,26; Apg 7,57.

[35] Vergleiche Jer 17,1 wie auch Hes 3,9, wo der Ausdruck positiv gemeint ist.

[36] Vergleiche 2Sam 23,2; 2Tim 3,16; 2Pet 1,21.

[37] Jes 42,1; 48,16; 61,1.

[38] Wiewohl der Angesprochene nicht erwähnt wird, ist die Botschaft zweifellos an ihn gerichtet.

[39] Siehe die Anmerkung zu Sach 1,14 und vgl. Jes 10,5-19; 47,6.

[40] Sach 1,15; 2,8; vgl. Jes 49,14-16.

[41] Sieh noch einmal Sach 1,15 und vgl. Jes 10,5-19; 47,6.

[42] Die Statenvertaling hat die vollendete Zeitform: „Ich bin zurückgekehrt.“ In Verbindung mit Sach 8,4 usw. ist die zukünftige Zeit eher anzunehmen. Vergleiche für wohnen: Ps 46,6.

[43] Vergleiche Jes 1,21.26; Jer 31,23 [In Elb. Übers: „Stadt der Wahrheit“].

[44] Jes 2,1; 8,18.

[45] Vergleiche Jes 11,9.

[46] Jes 4,3; vgl. Jes 1,21-26.

[47] Vergleiche Jes 65,20 wo das Alter der Einwohner Jerusalems mit dem der Bäume verglichen wird, also ca. 900 bis 1000 Jahre so wie vor der Sintflut. Siehe auch 2Mo 20,12 und 5Mo 4,40.

[48] Vergleiche 1Mo 15,15; 25,8; 5Mo 4,40; Ri 8,32.

[49] Vergleiche Ps 147,13 wie auch Jes 49,18.19; 54,1-3; Jer 30,19; 31,27.28; 33,10.11 und Mt 11,16.17.

[50] Siehe den Gegensatz zu Jer 6,11; 9,21.

[51] Siehe 2Mo 15,26; 5Mo 4,10; 5,16.33; 6,2; 11,9 usw.

[52] 1Mo 18,14; vgl. Ps 78,19; 118,23; 2Kön 7,2; Jes 28,29; 29,14; Jer 32,17.27 wie auch Mt 19,26; Lk 1,37 und Mk 10,27, wo wir einer gleichartigen Erläuterung begegnen.

[53] Vergleiche Sach 2,4; 4,10 und Röm 4,20.

[54] Siehe u.a. Jes 11,11.12; 43,5.6; Jer 31,8; Hes 37,21; Amos 9,14.15.

[55] Vergleiche Jer 7,23; 11,4 (Jes 13,11); Jer 24,7; 30,22; 31,1.33; 32,38; Hes 11,20; 14,11; 36,28; 37,23.27; vgl. Hos 1,12; 2,22 und siehe auch 3Mo 26,12; 5Mo 7,6; 14,2; 26,18; 27,9; 29,13; 1Sam 12,22; 2Sam 7,23.24; 1Chr 17,21.

[56] Siehe H. Veldkamp, De twee getuigen, Franeker, 4. Aufl., 1979, S. 162 wie auch S. 166.

[57] Siehe den Absatz „Jerusalem und Zion“.

[58] Vergleiche Ps 50,1; 113,3; Jes 11,11.12; 43,5.6; 45,6; 59,19; Mich 1,11.

[59] Siehe 2Mo 19,1-5 und W. Kelly, Lectures on The Minor Prophets, London, 1874, S. 437.

[60] Siehe Hos 1,10 und Hos 2,22.

[61] Ridderbos übersetzt: „Ich werde Wohlfahrt säen.“

[62] Nun nicht die früheren (Sach 7,7.12), sondern die zeitgenössischen Propheten, d.h. Haggai und Sacharja und vielleicht andere (unbekannte) Propheten.

[63] Vergleiche Hag 1,6.9.10; 2,16.

[64] Lies 5Mo 28.

[65] Wörtlich steht da: „denn die Saat des Friedens“. Da das Verb fehlt, muss nach der Übersetzung geforscht werden.

[66] Siehe Hag 1,9-11; 2,18.19 und vgl. Hos 2,20.

[67] Hes 36,21.

[68] So A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 299 Anm. 28, mit Hinweis auf Jes 24,9; 25,9.18; 42,18; 44,12.22; siehe auch Jer 29,22; 42,18. „Zum Segen sein“ erklärt Edelkoort auf gleichartige Weise mit Verweis auf 1Mo 12,3; 49,20; Jes 29,22; Mal 3,12. Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, übersetzt: „Früher galtet ihr beiden anderen Völkern als verflucht.“

[69] Siehe 1Mo 48,20; Ruth 4,11.12.

[70] Siehe A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 141.

[71] Vergleiche Mich 5,6.

[72] Siehe A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 141.

[73] Denken wir an Ps 18,27.

[74] Vergleiche Jer 31,28 für einen vergleichbaren Gegensatz.

[75] Genau wie in 2Tim 2,22 kommt zuerst Wahrheit und dann Frieden.

[76] Siehe Sach 7,9.10.

[77] Vergleiche J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 178; siehe für diese Forderung auch Ps 15.

[78] Siehe 4Mo 23,19; 1Sam 15,29; Jer 4,28.

[79] Siehe 1Sam 15,11.35; Jer 15,16, 18,7-10; Jona 3,10; 4,2 und 2Mo 32,1-14.

[80] Siehe 1Mo 34,20; 5Mo 21,19; 22,15; 25,7-10; Ruth 4,1.2; Amos 5,10-13.

[81] Vergleiche Jes 35,10 wie auch Mt 9,15.

[82] Sach 2,11; 14,16; Hag 2,8; Mich 4,1; 7,11.12; Jes 2,2; 45,14; 56,7; Ps 45,2; vgl. Ps 26,1-3.

[83] Dies bezieht sich offensichtlich auf die Gesellschaft, die durch Bethel gesandt wurde, um die Gunst des Herrn zu suchen.

[84] Siehe 1Kön 10 und 4,34 [?].

[85] Jes 2,3; Mich 4,2.

[86] Vergleiche Jes 60,2; 66,18; Ps 86,9.

[87] Siehe Jos 22,13.14; Ri 6,27; 2Sam 18,15; 2Kön 25,25; Jer 41,1.2.

[88] Siehe J.F. Walvoord / Roy B. Zuck, The Bible Knowledge Commentary: Zecharia, (F. Duane Lindsey), S. 1561.

[89] Calvin übersetzt, dass das Auge des Menschen auf den Herrn sein wird (J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 191), doch das ist im Hinblick auf den Zusammenhang nicht anzunehmen, denn dann würde der Text über die Bekehrung des Menschen reden, während der ganze Abschnitt von dem Gericht Gottes handelt.

[90] Durch die Griechen Azote [?] genannt.

[91] Ridderbos übersetzt „Geschlecht“; s. J. Ridderbos, Korte VerklaringDe Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 123.

[92] Siehe auch Sach 11,1-3. Es sind Nationen, die unmittelbar an Israel grenzen.

[93] [Der Text der verwendeten niederländischen Übersetzung lautet: „Gottesrede, das Wort des HERRN. Er ist im Land Chadrak und Damaskus ist sein Verweilort.“ Daher hier die Erklärung zum Wort „Er“. Anm. d. Üb.]

[94] Vergleiche Spr 15,3.

[95] Beide Städte werden auch genannt in: Joel 3,4; Mt 11,21.22; Mk 3,8; Lk 6,17. Ihr Gebiet kennen wir als Phönizien.

[96] 2Sam 5,11; 1Kön 5; siehe auch 1Kön 9,26-28.

[97] Vergleiche Hes 28,1-8, vor allen Dingen V. 4. Eine andere Stadt, die für ihre Weisen bekannt ist, ist Teman, siehe Jer 49,7. Des Weiteren war Tyrus für seinen Reichtum, seine Schifffahrt und seinen Handel berühmt (Hes 27,3; Jer 23,2-9).

[98] Hes 27,27; Joel 3,4.

[99] Für Prophezeiungen über Tyrus (und Sidon) siehe: Jes 23; Jer 27,3; Hes 26­­–28.

[100] Vergleiche Hes 26,15.

[101] Siehe auch in Amos 1,6-8; Zeph 2,4-8.

[102] Vergleiche 2Kön 18,31.32.

[103] Vergleiche Jes 13,19; Hes 24,21; Ps 47,5.

[104] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 125.

[105] In Sach 9,7-13 gibt Sacharja Gott als in der Ich-Form sprechend wieder.

[106] Vergleiche Sach 10,11.

[107] Vergleiche Ps 87,4. Calvin wendet „er wird übrigbleiben“ auf die Juden an und nimmt Ekron wörtlich und stellt fest, dass es genau wie die Jebusiter zugrunde gerichtet wird (J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 201). Wir halten es jedoch mit der oben gegebenen Erklärung, in der Sach 9,5-7 einzig von den Philistern handelt. Für die Prophezeiung über die Philister siehe Jer 47,1-7.

[108] Vergleiche 2Sam 24,16-25; 1Chr 20,15-28.

[109] Siehe Ri 9,7; Jes 3,7; 42,2; 4Mo 23,7; 24,3.15.16 erwähnt bei Lindsey (J.F. Walvoord / Roy B. Zuck, The Bible Knowledge Commentary: Zecharia, (F. Duane Lindsey), S. 1562); siehe auch Jer 13,1; Nah 1,1.

[110] Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, folgt dieser Wiedergabe einigermaßen. Der Text lautet dort: „Das Wort des Herrn hat Chadrak erreicht und es ruht auf Damaskus.“

[111] J.F. Walvoord / Roy B. Zuck, The Bible Knowledge Commentary: Zecharia, (F. Duane Lindsey), S. 1562; siehe auch De Heilige Boeken van het Oude Verbond, Vulgaat en Nederlandsche vertaling met aantekeningen, ’s-Hertogenbosch, 1895, S. 206, und A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 166.

[112] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 123. Edelkoort verwirft diesen Gedanken und gibt dieselbe Erklärung wie Lindsey (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 300 Anm. 3).

[113] 1Mo 15,2.

[114] Siehe Jes 17,1-3; Jer 49,23-27; Amos 1,3-5.

[115] Siehe Apg 9,1-25; 2Kor 11,32.33; siehe auch Gal 1,17.

[116] Siehe 4Mo 13,21; Jes 10,9; Jer 49,23-27; Hes 47,16; Amos 6,2.

[117] Siehe Hes 26 und Jer 23; vgl. Amos 1,9.10. Siehe für den Reichtum von Tyrus und den Hochmut des Fürsten Hes 27 und 28.

[118] Dieses Tyrus wird bereits um 1450 v.Chr. erwähnt.

[119] Hes 26,4.5.16.17; 27,4.5.26.32; 28,2.

[120] Siehe Hes 26 und Jer 23; vgl. Amos 1,9.10. Siehe für den Reichtum von Tyrus und den Hochmut des Fürsten Hes 27 und 28.

[121] Siehe Hes 29,7-21, insbesondere V. 19.

[122] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 197.

[123] Siehe bzgl. Tyrus Hes 28; Jer 47 und Zeph 2,4-7.

[124] A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 301 Anm. 11.

[125] Siehe 2Chr 26,6 und The Pulpit Commentary: Zechariah, London, 1893, S. 90.

[126] Siehe 5Mo 23,2 und Neh 13,23-25.

[127] Vergleiche auch Jos 15,63; siehe für nichtjüdische Nationen, die dem Herrn dienen werden: Jes 56,1-8 und vgl. 1Kön 9,20.21.

[128] Vergleiche auch den Begriff „Haus“ in Heb 3,2-6. Siehe zu diesem Vers auch Ps 34,8.

[129] Siehe The Pulpit Commentary: Zechariah, London, 1893, S. 90.

[130] Vergleiche E. Dennett, Zechariah the Prophet and Malachi, Montreal, Quebec, 1888, S. 105.

[131] Siehe Sach 2,10 und vgl. Jes 54,1; 60,1-3; Joel 2,21-24; Zeph 3,14.15

[132] Manche übersetzen: „erlösend“, siehe J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 206.207; die niederländische Statenvertaling übersetzt: „Er ist ein Heiland.“

[133] In Ps 2,6 redet Gott über „meinen“ König. Siehe für seine Herrschaft: Lk 2,32.33 und Jes 9,6.7.

[134] Vergleiche Ps 45,6.7; 72,1.2; Jes 11,1-5; 32,1.17; 45,21; 53,11; Jer 23,3.6; 33,15.16.

[135] Vergleiche Jes 62,11.

[136] Vergleiche Mt 11,29.

[137] Siehe J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 128.

[138] Vergleiche Mich 5,10.11.

[139] Vergleiche Mich 5,9.

[140] Auf diese Tatsache spielt auch J. Douma an (J. Douma, De Nachtgezichten van Zacharia, Kampen, 1924, S. 27).

[141] Siehe für Letzteres Jes 11,6-10.

[142] Off 19,11.

[143] Siehe jeweils 1Mo 14,18-20; 49,10; Jes 9,5-7; Mich 5,2-4; vgl. auch Lk 1,32.33.

[144] Siehe Ri 10,4; 12,13 und vgl. 1Mo 22,3; 49,11; 2Mo 4,20; 4Mo 22,21; Jos 15,18; Ri 5,10; 1Sam 25,20; 2Sam 16,2; 19,26; 1Kön 1,33.38.

[145] 2Sam 13,29; 18,9; 1Kön 1,33; 38,44.

[146] 5Mo 17,16; vgl. 1Kön 10,26.

[147] Ps 20,7, siehe auch Jes 2,7; 30,16; 31,1; Hos 1,7; Mich 5,10.

[148] Siehe Mt 21,5.

[149] Siehe Mk 11,2.

[150] Lk 23,53.

[151] Siehe Hos 13,1 und Sach 10,7.

[152] Siehe Ri 8,1-3 und 12,1-6.

[153] Jer 31,18-22.

[154] Siehe für die Vernichtung des Kriegsgeräts der Nationen: Hes 39,9.10.

[155] 5Mo 20,10.

[156] Vergleiche 1Mo 15,16.

[157] Vergleiche Off 12,5 wie auch 2,27; 19,15 und Ps 2,9.

[158] Vergleiche Ps 72,8; Jes 7,20; Amos 8,12; Mich 7,12.

[159] 1Kön 4,21.

[160] Siehe 1Mo 15,18; 2Mo 23,31; 2Kön 24,7; Jes 27,12. Siehe für den Fluss oder Bach Ägyptens auch noch 4Mo 34,5; Jos 15,47; 1Kön 8,65; 2Chr 7,8; Amos 8,8; 9,5. Der Euphrat wird in 1Kön 4,21 und 2Chr 9,26 auch einfach als „der Strom“ genannt. In 5Mo 1,7; 11,24; Jos 1,4; 1Chr 5,9 ist auch vom Euphrat die Rede, dann allerdings mit der Ergänzung Euphrat.

[161] Ringnalda verweist zu Recht auf Ps 72,8 (A. Ringnalda & R. de Vries, Bijbel toegelicht, Kampen, 1958, S. 89).

[162] Das hebräische Wort kommt nur hier vor, was die Übersetzung etwas unsicher sein lässt.

[163] Van der Woude übersetzt: „… und schwinge (wie einen Speer) deine Söhne.“ Er beruft sich hierbei auf 2Sam 23,18; 1Chr 11,11.20; Jes 10,26, wo dasselbe hebräische Wort gebraucht und so wiedergegeben wird (A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 181).

[164] Ridderbos übersetzt diesen Satz wie folgt: „Steine der Hoffnung werden im Land emporragen.“ Edelkoort stellt fest, dass das Ende des Verses sehr schwierig zu übersetzen ist (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 303 Anm. 18).

[165] Siehe 2Mo 24,6-8; Heb 9,19b. Dieser Text könnte sich auch auf das Blut der vielen Opfer beziehen, die Israel darbrachte. Van der Woude denkt mit Verweis auf Jer 51,35 an das Blut des Bundesvolkes Israel, das durch die Feinde vergossen wurde. Gott wird dieses Blut, das Leid, rächen (A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 179).

[166] Siehe Jer 31,17.

[167] Hier und in Jes 61,7 in anderem Sinn als in Jes 40,2; Jer 16,18 und 17,18.

[168] Der Grundtext hat hier „Jawan“, die hebräische Bezeichnung für Griechenland, vgl. 1Mo 10,2.4; 1Chr 1,5.7; Jes 66,19; Hes 27,13; Joel 3,6. Ursprünglich bezog sich der Name nur auf einen Teil der Bevölkerung des griechischen Gebietes, nämlich auf die Ionier. Später wurde damit allgemeiner ganz Griechenland bezeichnet.

[169] 4Mo 10,9; Ri 7,19.20; Hes 7,14; Amos 3,6; Zeph 1,16.

[170] Vergleiche Jos 10,11.

[171] Man sollte die eine wie die andere Auslegung lediglich als Versuch einer Erklärung ansehen, Sach 9,15 ist nämlich sehr schwierig zu übersetzen. Siehe A. van de Weg, De Bijbel en zijn boodschap, Daniël en de twaalf kleine profeten, Leeuwarden, 1958, S. 250, wie auch A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 183.

[172] Siehe J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 222, 223. Calvin betrachtet dies jedoch nur als eine abgeleitete Bedeutung.

[173] 1Mo 37,18-22.

[174] Jer 38,6; vgl. Ps 40,3 und Jes 24,22.

[175] Diese vier Reiche werden durch griechische Fürsten regiert und die Heere bestanden (anfangs) aus Griechen.

[176] Siehe die ausführliche Behandlung dieses Geschehens in Babylon, Beeld en Beest, Teil 2.

[177] Vergleiche Dan 10,20.21.

[178] Siehe 2Chr 12,2.

[179] J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 133.

[180] E. Dennett, Zechariah the Prophet and Malachi, Montreal, Quebec, 1888, S. 114.

[181] Siehe Ps 77,21; 78,52; 79,13; 95,7; 100,3.

[182] Vergleiche Ps 135,7; Jer 10,13.

[183] Lies 5Mo 11,13-15.

[184] Denke an Sach 9,17 und vgl. Jer 10,13; 14,22

[185] Vergleiche Sach 13,2.

[186] Offensichtlich geht es nicht nur um eine Erinnerung an die Verbannung, wie Calvin ausführt, sondern es bezieht sich auch auf den Zustand des zurückgekehrten Volkes.

[187] Siehe auch Jer 14,22; siehe zu Gottes Kampf mit den Götzen Jes 40–48.

[188] Von spätem Regen ist die Rede in Jer 3,3; Hiob 29,23. Der frühe Regen wird genannt in Spr 11,25; beide zusammen kommen vor in 5Mo 11,14; Jer 5,24; Hos 6,3; Joel 2,23.

[189] Siehe H.A. Ironside, Notes on the Minor Prophets, 13. Aufl., 1974, S. 396.

[190] Hiob 38,25-27; vgl. Hiob 37,6

[191] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 227.

[192] E. Dennett, Zechariah the Prophet and Malachi, Montreal, Quebec, 1888, S. 119, vgl. Joel 2,23-30.

[193] Siehe 1Mo 31,30, wo das hebräische Wort Teraphim steht.

[194] 1Sam 19,1316. Van der Woude denkt hier an eine abgöttische Gesichtsmaske (A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 186).

[195] Siehe Ri 18; Hos 3,4, vgl. Hes 21,2 wie auch Hos 3,4.

[196] Siehe A.R. Fausset, The Portable Commentary, Glasgow, 1869, S. 763.

[197] Vergleiche Jer 23,13–32.

[198] Siehe Sach 13,2; Jes 3,2; Jer 27,9; 29,8; Mich 3,7.

[199] Pred 5,2.6.

[200] Siehe Jer 40–44.

[201] Mt 9,36; Mk 6,34; vgl. auch 4Mo 27,17; 1Kön 22,17; 2Chr 18,16; Hes 34,5.6.8 und Jes 13,14; Mt 26,31.

[202] Viele Ausleger meinen, dass dieses Wort verschoben werden muss, und zwar so: „Und sie werden insgesamt wie Helden sein.“

[203] Siehe Hes 34 wie auch Jer 23,1-4.

[204] Siehe Mt 23.

[205] Siehe für diese Bildersprache Jes 19,13 sowie Ri 20,2 und 1Sam 14,38, wo dieses Wort mit „Häuptern“ wiedergegeben wird.

[206] Calvin versteht darunter die Nägel, mit denen Balken aneinander befestigt werden (J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 233).

[207] Siehe Sach 9,13.

[208] Vergleiche Mich 5,5.6.

[209] Edelkoort weist eine Erfüllung in der Zeit der Makkabäer ziemlich stark ab (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 304 Anm. 4).

[210] H. Bultema, Zacharia, beknopte verklaring, Michigan, o.J., S. 40.

[211] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 192.

[212] Vergleiche auch Mt 25,33.

[213] P. Lok, De Kleine Profeten, De Vuurbaak, Groningen, o.J., S. 110–111.

[214] Jes 28,16.

[215] H. Bultema, Zacharia, beknopte verklaring, Michigan, o.J., S. 4; A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 304, Anm. 7.

[216] Vergleiche Ri 4,21.

[217] Siehe Ps 147,10; Jes 30,16; 31,1 sowie Ps 33,17.

[218] Vergleiche Amos 5,6.

[219] Siehe für die Rückkehr des Volkes: Jer 31,10; Mich 2,12; 4,6-8; Zeph 3,20; und für die Rückkehr aus den zehn Stämmen besonders: Hes 20,30-38.

[220] Hos 1,6–12 wird dann in Erfüllung gehen. Siehe auch Jer 23,8.

[221] Siehe Ri 8,1-3 und 12,1-6. Ephraim sah sich selbst als Leiter, und es zeigt sich, dass die Ephraimiter sich schnell pikiert fühlten. Vergleiche auch Hos 13,1.

[222] Siehe Sach 8,4.5 und Hos 1,10.

[223] Ridderbos übersetzt das Wort unter Hinzufügung anderer Vokale mit „zerstreuen“. Bultema ist der Meinung, dass es sich auf ein zukünftiges Zerstreuen bezieht, dann jedoch in gutem Sinn, um den Namen des Herrn zu verkündigen. Siehe auch Hos 2,22 und Jer 31,27. Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, gibt den Text so wieder: „In der Fremde werden sie Frucht bringen.“

[224] Siehe die herrliche Beschreibung in Jes 43,1-7.)) Als Länder, aus denen sie zurückkehren, nennt Gott Ägypten und Assur. Nach Ägypten zog das Volk, nachdem der Mord an Gedalja geschehen war. Assur führte das Zehnstämmereich fort, doch auch diese Zerstreuten werden zurückkehren.

In den Tagen Sacharjas hatte sich das Volk vornehmlich im Land Judäa niedergelassen, jedoch wird auch der Norden, Gilead und Libanon, zukünftig durch sie bewohnt werden. Es werden derart viele zurückkehren, dass sogar dann nicht alle hinreichend Platz finden werden.

Die Lösung für diesen Platzmangel wird hier nicht angegeben; Sacharja 10,11 sagt, dass die Rückkehr des Volkes auf dieselbe wundersame Weise stattfinden wird wie der Auszug aus Ägypten. Die Wellen des Meeres{{Genau wie in Jer 51,36 wird hier der Euphrat gemeint sein, siehe Sach 10,11b.

[225] Vergleiche 2Mo 14,21; Jos 3,13.

[226] Vergleiche Mich 4,5.

[227] Siehe Hes 20,33-44 sowie Jer 31,7-9 und vgl. Jes 11,12-16; 27,12.13 und Hes 37 (u.a. V. 16). Für den Titel „Joseph“ siehe auch Ps 78,67; 80,2; Amos 5,15; 6,6; Obad 18.

[228] Vergleiche Jes 5,26 mit 7,18.

[229] 1Kön 9,8; Hiob 27,23; Jer 19,8; 49,17; 50,13; Klgl 2,15; Hes 27,36.

[230] Vergleiche Jes 11,11-16; 14,24-27; 27,13 (Gegensatz zu Jes 52,4; Klgl 5,6); Hos 7,11; 9,3; 11,5.11. Siehe für die zukünftige Befreiung aus der Macht von Assur: Jes 10,17; Mich 5,5-8. Und für das zukünftige Heil Assurs: Jes 19,23-25.

[231] W. Rudolph, Kommentar zum Alten Testament, Gerd Mohn, 1976, S. 198. Hierbei spielt auch Rudolphs Idee eine Rolle, nach dem dieser Teil Sacharjas aus der syrischen Zeit stamme bzw. sich auf diese Periode beziehe.

[232] Siehe 1Chr 5,9; Apg 4,1; 6,5; Jer 8,22; 22,6; 50,19; Hos 14,6-8; Mich 7,14.

[233] Vergleiche Jer 12,5; 49,19; 50,44.

[234] Jes 40,16.

[235] Ri 9,15; 1Kön 4,33; Esra 3,7; Ps 104,16; Hiob 5,15; Jes 2,13; 14,8; Jer 22,15, Hes 27,5.6.

[236] 1Kön 6,15.

[237] Siehe für die bildliche Darstellung von Menschen durch Bäume: Jes 2,13; 10,33.34; Hes 17,1-10.22-24; 19,12; 20,47.

[238] Amos 2,9; vgl. 2,13.

[239] Vergleiche Jer 25,34-38.

[240] 2Kön 17,25.26.

[241] Jer 18,14.

[242] Siehe J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 247–248.

[243] A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 305 Anm. 3 und 6.

[244] E. Dennett, Zechariah the Prophet and Malachi, Montreal, Quebec, 1888, S. 132.

[245] Denke an 1Pet 1,11.

[246] Siehe für nähere Erläuterungen zu dieser Person Exkurs 3.

[247] Vergleiche Jer 50,7.

[248] Über diese Haltung der Nationen klären Stellen wie Jer 50,17-20; Hes 25,3.12.15; Dan 11,16.29-35; Joel 3,3.6; Amos 3,11; Obad 11-14 uns auf.

[249] J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 150.

[250] Denke an die Brüder Josephs, die Joseph an die Ismaeliter verkauften (1Mo 34,27.28).

[251] H. Rossier, Gods Bemoeiingen met Israël en de Volken, Teil III, Apeldoorn, 1962, S. 181.

[252] Ps 2,6; 45,2.12.15; Jes 32,1; 33,17; Hes 37,24.

[253] Joh 19,15.

[254] Siehe z.B. Jes 30,33.

[255] Vergleiche Off 22,11, wo wir einen gleichen Gedanken finden im Hinblick auf die Endzeit, sowie Jer 15,2.

[256] Vergleiche Ps 23.

[257] Ridderbos bezieht dies auf die Anerkennung der Viehhändler (J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 158).

[258] Vergleiche Jes 6,13 und Zeph 3,12.13.

[259] W. Rudolph, Kommentar zum Alten Testament, Gerd Mohn, 1976, S. 201–202; siehe auch P. Lok, De Kleine Profeten, De Vuurbaak, Groningen, o.J., S. 111.

[260] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 210–211, 219.

[261] So Hieronymus. Siehe zu diesem Abschnitt J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985 S. 255–256.

[262] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 257.

[263] J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 155; siehe auch Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000.

[264] Siehe A.R. Fausset, The Portable Commentary, Glasgow, 1869, S. 765. Die Makkabäer können jedoch schwerlich als Ausbeuter des Volkes gesehen werden.

[265] Jer 15,1-3 sowie Jer 34,17; 43,11 und Hes 6,12.

[266] Siehe 2Kön 6,28.29; Hes 5,10; Klgl 4,10.

[267] 1Mo 12,3; 22,18.

[268] W. Kelly, Lectures on The Minor Prophets, London, 1874, S. 476.

[269] 2Mo 21,32.

[270] Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, hat hier: „Bring es dem Schmelzer.“ Diese Übersetzung stimmt nicht mit Mt 27,7-10 überein. Man müsste dann wirklich gute Gründe haben, um diesen Text so wiederzugeben.

[271] Siehe noch einmal Off 12.}

Ad 3) Dennoch geht das Zerbrechen des Stabes „Verbindung“ durch Sacharja weiter als die Darbietung eines Rückblicks. Es ist nämlich unverkennbar, dass Sacharja 11,12 und 13 gemäß Matthäus 26,15 ihre Erfüllung gefunden haben, als Israel den wahren Hirten, Jesus Christus, verwarf und für Ihn den Preis von dreißig Silberlingen an Judas bezahlte.{{Mt 26,15.

[272] Mt 27,5.

[273] Mt 27,6.7; vgl. hierbei Jer 18 und 19, was das Werk des Töpfers betrifft.

[274] Vergleiche Apg 2,23 mit 4,28, wo wir einen gleichartigen Unterschied in der Betrachtungsweise finden.

[275] Siehe 1Mo 23,16.

[276] Joh 1,11.

[277] Denke an 3Mo 26,44; Röm 11,16-36.

[278] Vergleiche Ps 14,1; 107,17; Spr 1,7; 14,9; 15,21.

[279] KV S. 162 Fußnote 1; so auch JR & RdV S. 97 und andere.

[280] Vergleiche mit Sach 9,1, wo die Rede ist von allen Stämmen Israels nebst „anderen Menschen“.

[281] Siehe die Anmerkung zu Sach 2,15.

[282] Siehe 1Mo 1,6-20; Ps 104,2; 150,1; Jes 40,22; Dan 12,3; vgl. Joh 5,17.

[283] Werk in Uitvoering redet hier über „das Leben“ (Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, S. 191); übrigens gibt diese Übersetzung diesen Vers in der Vergangenheit wieder.

[284] Siehe für eine ähnliche Einleitung: Jes 42,5-7; 43,1 und vgl. Amos 4,13.

[285] Vergleiche Jes 51,17; Jer 25,15; 51,39.57; Obad 15,16 vgl. Hab 2,15.16.

[286] 1Mo 14,19.22; Esra 5,11; Ps 115,15; 121,2; 124,8; 134,3; 146,6; Jona 1,9.

[287] 1Sam 2,8; 2Sam 22,16; Hiob 34,13; 38,4; Ps 18,6; 78,69; 82,5; 102,26; 104,5; Jes 24,18; 40,20; 45,18; 48,13; 51,13; Amos 9,6; Mich 6,2.

[288] Vergleiche 4Mo 16,22; Ps 139,13–16; Jes 42,5; Heb 12,9.

[289] Jes 43,1; 44,21.

[290] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 278.

[291] Jer 25,15-29, vgl. auch Jes 51,17.21-23; Ps 60,5; 75,9.

[292] Siehe J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 279; J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 165, und A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 307 Anm. 9. Vgl. Hes 4,3, wo der Ausdruck nicht bedeutet „an der Belagerung teilnehmen“, sondern „in der Lage zur Belagerung sein“, so A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 227.

[293] A. Ringnalda & R. de Vries, Bijbel toegelicht, Kampen, 1958, S. 98.

[294] H. Bultema, Zacharia, beknopte verklaring, Michigan, o.J., S. 47.

[295] Vergleiche Ps 87,1.2 im Gegensatz zu Ps 46,6.

[296] 2Kön 6,18; vgl. auch Hes 38,21-23.

[297] 2Mo 14,23-28.

[298] Vergleiche 1Kön 8,29.52; 2Chr 6,40; 7,15; Neh 1,6; Jer 32,19 und beachte den Kontrast: Der Herr lässt die Augen der Feinde erblinden, hält aber seine Augen offen!

[299] Vergleiche Joel 3,14-16.

[300] Die Übersetzung dieses Verses ist schwierig. Edelkoort ist der Meinung, dass die Bevölkerung der Ebene Jerusalem zur Hilfe kommen wird (A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 308 Anm. 17).

[301] Vergleiche Jes 47,14; Obad 18; Mich 4,1; siehe für „Feuerpfanne“ 4Mo 16,17.36-39 und für „in Brand stecken mit Fackeln“ Ri 15,4.5.

[302] Vergleiche Joel 3,20 [4,16/17?].

[303] Siehe nochmals Esra 1,2-5.

[304] Jes 7,1-9.

[305] Vergleiche Ps 84,12.

[306] Denke an 1Sam 18,5.30.

[307] Jes 37,36-38.

[308] Vergleiche Jer 30,18,

[309] Vergleiche Jes 31,4.5.

[310] Siehe u.a. 2Mo 23,23; 2Kön 19,35; Ps 34,8; 35,5; Jes 37,36.

[311] Aufgrund von Sach 12,14 kann angenommen werden, dass diese Verheißung auch die Einwohner Judäas betrifft. Siehe auch Sach 13,1.

[312] Vergleiche Joel 2,28 sowie Hes 11,19; 36,26; 39,29.

[313] Calvin übersetzt „Jammerklagen“ und behauptet, dass dieses Wort lediglich in Jer 31,9 mit „Gebete“ übersetzt werden kann (J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 292).

[314] Vergleiche Jes 17,7.

[315] Joh 19,37; vgl. Off 1,7.

[316] Ri 20,23.45-48; 21,2.3.

[317] 2Kön 23,29; 2Chr 35,25. Der letzte Vers macht klar, dass es eine jährliche Erinnerung an den Tod Josias gab und die Wehklage Jeremias wiederholt stattfand.

[318] A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 309 Anm. 8.

[319] Siehe 2Sam 5,14; 1Chr 3,5.

[320] Siehe 4Mo 3,1-21; 1Chr 6,28.

[321] Jes 4,4; Eph 1,17.

[322] Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, S. 10.

[323] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 294–295.

[324] Joh 19,37.

[325] Vergleiche Apg 2,36; 7,52, wo das Kreuzigen und das „Ermorden“ den Juden zugerechnet wird.

[326] 1Mo 45,4.

[327] 1Mo 49,3; 5Mo 21,17; vgl. 2Mo 4,22; Mich 6,7.

[328] Vergleiche Jer 6,26; Amos 8,10; Lk 7,12 und für den Erstgeborenen: 1Mo 49,3; 2Mo 12,29.30; 2Kön 3,27 sowie Mich 6,7.

[329] J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 297.

[330] Vergleiche 1Mo 36,35.

[331] Siehe 2Kön 5,18,

[332] Siehe jeweils Jos 15,32; 19,13 und Ri 20,45.

[333] 2Sam 4,2.

[334] Siehe 2Chr 36,14; denke auch an das Auftreten des Hohenpriesters in Mt 26,59; Mk 15,11; Joh 19,15.

[335] W. Scott, Handbook to the Bible, OT, Illinois, 1980, S. 180.

[336] Vergleiche Hos 2,16.

[337] Vergleiche Sach 14,1. Dieser Ausdruck „An jenem Tag“ kommt in dieser Gottesrede 16-mal vor: in Sach 12,3.4.6.8.9.11; 13,1.2.4; 14,4.6.8.9.13.20.21.

[338] Vergleiche Jer 31,31-37; Hes 36,25-32; 47,1-12; Röm 11,26.27.

[339] Vergleiche Mich 5,12-14; Hos 2,16 sowie 2Mo 23,13; Jos 23,7.

[340] Siehe 2Kön 22,1-23,30.

[341] Siehe auch 5Mo 13,6-11 und vgl. Mt 10,37.

[342] 2Kön 1,8; Jes 20,2; Mt 3,4 und vgl. Mt 7,15.

[343] Vergleiche 2Chr 18,22.

[344] Vergleiche Amos 7,14 wo diese Worte in anderem Sinn gebraucht werden.

[345] Bei Amos darf nicht an derartiges Betragen gedacht werden (Amos 7,14). Calvin fasst diese Aussage übrigens positiv auf und sieht darin, dass die falschen Propheten zur Einkehr kommen (J. Calvin, De Profeet Zacharia (De Kleine profeten, Teil V), De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 315–317), doch das ist sehr klar nicht die Absicht, wie sich nachfolgend zeigt.

[346] 1Kön 18,28, vgl. 5Mo 14,1.

[347] Praktische Bibelerklärung, Konstanz v.a.1909. Teil II, Band 17b Haggai, Sacharja, erklärt von B. Keller, S. 78.

[348] Vergleiche Joel 3,18.

[349] Siehe Joh 13 und achte auf den Unterschied zwischen dem einmaligen Wasserbad, das den Sünder ein für alle Mal reinigt, und der beständig erforderlichen Fußwaschung, um Gemeinschaft mit dem Herrn in der Praxis zu pflegen.

[350] H. Bultema, Zacharia, beknopte verklaring, Michigan, o.J., S. 50; siehe Hes 45,21.25.

[351] Vergleiche Jes 12,3; Ps 87,7.

[352] Vergleiche Hos 2,16.

[353] Siehe z.B. Jer 14,15.

[354] 2Chr 18,6. Siehe auch Amos 7,10-17 und vergleiche das Auftreten Hananjas mit dem Jeremias, wie es in Jer 23,25-40; 27,9; 28,1-17 beschrieben steht, und beachte, dass Geldsucht wie in Jer 5,30; 6,13 aufkommen kann.

[355] Siehe 2Kön 1,8; Mt 3,4; vgl. 1Sam 28,14.

[356] 1Kön 18,28; Jer 48,37.

[357] Unter anderem Kelly und Darby, siehe W. Kelly, Lectures on The Minor Prophets, London, 1874, S. 488–489.

[358] H. Bultema, Zacharia, beknopte verklaring, Michigan, o.J., S. 54.

[359] Vergleiche jedoch Jes 42,1.

[360] Mt 26,31; Mk 14,27, vgl. 1Kön 22,17; 1Mak 9,18.

[361] Vergleiche Jer 47,6.7.

[362] Diese unterschiedlichen Aspekte erkennen wir auch, wenn wir Ps 69 mit Ps 22 vergleichen.

[363] Jer 9,16; 12,12; 15,3; Hes 21,21; 5Mo 32,41.42; Amos 4,10; 7,9; 9,1.4; Jes 34,5; Jer 25,16.29; 46,10; 47,6.7.9; 49,37; 50,35-38; Hes 21,28; 25,16; 38,21.

[364] Vergleiche 1Kön 22,17.

[365] Joh 16,32; Mt 26,31 und vor allen Dingen Mt 26,56.

[366] Siehe 1Mo 4,12-14.

[367] Vergleiche Mt 11,25.26

[368] Ps 66,10; Jes 1,25; 48,10; Jer 9,7; Hes 22,18; Mich 3,1; 1Pet 1,7.

[369] Vergleiche Sach 8,8 und Jer 30,22; Hes 11,20; Hos 2,21-23.

[370] J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 177.

[371] Siehe 3Mo 26,33-46; 5Mo 4,27-31; 30,1-6; Jer 29,11-14; Hos 3,3-5.

[372] Siehe Hes 37,7.8.13 und Hes 9–12 und 14.

[373] Joh 10,1-6; Heb 13,20; 1Pet 5,14; und vgl. Hes 34,23.

[374] J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 178.

[375] Siehe Ps 81,15; Jes 1,25; Hes 38,12; Amos 1,8.

[376] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 248–249.

[377] Siehe Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, S. 192.

[378] J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 179.

[379] Vergleiche auch Ps 66,10; Jes 1,25; 48,10; Jer 6,27; 9,7; Hes 22,17.

[380] Vergleiche Jer 31,10.

[381] Siehe u.a. Jes 13,5-16; Joel 2,15; Amos 5,18-20 sowie Zeph 14–18.

[382] Siehe J. Ridderbos, Korte Verklaring – De Kleine Profeten, Kampen, 1952, S. 183–184.

[383] Jes 13,16, vgl. Amos 1,13.

[384] Aus dem Himmel, vgl. Jes 26,21; Mich 1,3.

[385] Beispiele dazu finden wir in 2Mo 15,3; Jos 10,14.42; 23,3.10; Ri 4,15; 5,20; 1Sam 7,10; 2Chr 20,15-17; 32,21; Jes 9,3; 10,26; siehe auch 2Mo 23,22.

[386] Vergleiche Off 19,11 sowie 2Mo 15,3; Jes 42,13.

[387] Vergleiche Ri 5,5; Mich 1,4.8.

[388] Dies entgegen H. Rossier, der der Meinung ist, dass es abgefallene Juden sind, die flüchten. Das Wort „ihr“ weise seiner Meinung nach darauf hin. Er beruft sich dabei auf Maleachi 3,5-7 (siehe H. Rossier, Gods Bemoeiingen met Israël en de Volken, Teil III, Apeldoorn, 1962, S. 198). In Maleachi wird jedoch durchgehend der ungläubige Volksteil angesprochen, weswegen dieser Verweis ins Leere geht.

[389] Siehe Amos 1,1.

[390] Vergleiche Phil 4,19, wo Paulus sagt: „Mein Gott aber wird euch alles Nötige geben.“

[391] Vergleiche 5Mo 33,2; Joel 3,11; Dan 7,9; Mt 24,30.31; 25,31; Jud 14.

[392] In vielen Fällen folge ich der Auslegung von van der Woude nicht, aber in diesem Fall verweise ich mit Zustimmung auf seine Bemerkung, dass hier keine Engel gemeint sind, sondern die Gläubigen, die dem Herrn treu sind. Er verweist dabei u.a. auf Ps 34,10; 5Mo 7,21.25.

[393] Siehe 5Mo 33,3; 16,3; 34,10; Dan 7,18.21.22.25.27; 8,24. Die einzigen zwei Stellen, die auf Engel hindeuten, sind Ps 89,8 und Dan 4,17. Noch viel stärker zeigt sich das im NT, wo sich mehr als 50-mal das Wort „Heilige“ auf Gläubige bezieht. Kennzeichnend ist auch, dass sich in dem Buch der Offenbarung 13-mal das Wort „Heilige“ auf Gläubige bezieht. Soweit ich es überprüfen konnte, findet man es im NT nie, dass der Ausdruck „Heilige“ ohne Ergänzung auf Engel angewendet wird; es wird dann immer über „heilige Engel“ geredet, und das nur in Mk 8,38; Lk 9,26 und Off 14,10.

[394] Jos 10,12-14, vgl. auch Jes 60,19.20.

[395] Siehe Joel 2,1.2.31; 3,14; Mich 4,1.5.

[396] Jes 25.

[397] Siehe W. Kelly, Lectures on The Minor Prophets, London, 1874, S. 480–483; siehe auch JS S. 180.

[398] Siehe für das Auftreten von Assur: Jes 28,14-18; 8-10; Mich 5,4.5 und beachte, dass dieses Auftreten nicht erfolgreich sein wird.

[399] Siehe die Fußnote bei H. Rossier, Gods Bemoeiingen met Israël en de Volken, Teil III, Apeldoorn, 1962, S. 197.

[400] Siehe Apg 1,9-12.

[401] Siehe Hes 11,22-25; beachte den Ausdruck „der Berg, der im Osten der Stadt ist“, mit dem Sach 14,4 übereinstimmt. Vergleiche auch Hes 43,1.4.

[402] Hes 11,23.

[403] Amos 1,1.

[404] A.H. Edelkoort, Bijbel in Nieuwe Vert. Met Kanttekeningen, Teil 6, Baarn, 1956, S. 312 Anm. 24.

[405] A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 259.

[406] Vergleiche Off 21,25; 22,5; siehe übrigens auch Joel 3,15; Jes 13,10.

[407] Vergleiche für dieses Gericht Jes 66,6-16; Off 16,13.14 sowie Jes 64,1-3.

[408] Hes 47,1-12, siehe auch Ps 46,5; Joel 3,18 und Off 22,1; vgl. auch 1Mo 2,10-14.

[409] Vergleiche Sach 13,1.

[410] Calvin denkt an den Persischen Golf, denn die Distanz zum Toten Meer ist nur kurz und erweckt nicht den Eindruck eines großen Stroms (J. Calvin, De Profeet Zacharia [De Kleine profeten, Teil V], De Groot Goudriaan, Kampen, 1985, S. 344). Siehe übrigens Hes 47,8.9; Joel 2,20.

[411] Siehe 5Mo 11,24; 34,2; Joel 2,20.

[412] Vergleiche Jes 27,6; 35,1-3; 6,7; Amos 9,13.14.

[413] Jes 65,10; Sach 14,12-19.

[414] Vergleiche 5Mo 4,35; Jes 43,10; 44,6.8; 45,4-6.18.22; 46,9.

[415] Vergleiche Ps 72,8-11; Jes 54,5; Zeph 3,9.

[416] Jos 21,17; 15,32.

[417] Jer 37,13; 38,7.

[418] Neh 3,1.

[419] Vergleiche Jes 2,1-4; 32,18; 33,20; 60,18; Amos 9,15; Mich 4,4.

[420] Joh 7,39.

[421] Siehe W. Kelly, Lectures on The Minor Prophets, London, 1874, S. 499.

[422] Vergleiche 4,14; 6,5; Mich 4,13; Jes 37,16.

[423] Off 17,14; 19,16.

[424] Vergleiche Jos 18,24; 2Kön 23,8.

[425] Jos 15,32; 19,7; Neh 11,29.

[426] Siehe Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, S. 194.

[427] Jes 33,20.21.

[428] Siehe Dan Bahat, Atlas van Jeruzalem, Boxtel, 1977, S. 13.

[429] Jer 20,2; 37,13; 38,7; Hes 48,32. Der letzte Vers verortet ein Benjamintor an der Ostseite.

[430] Van der Woude ist der Meinung, dass das Benjamintor […] dasselbe ist wie das Schaftor (Neh 3,1); A.S. van der Woude, De prediking van het Oude Testament, Nijkerk, 1984, S. 261.

[431] Siehe 2Kön 14,13; 2Chr 25,23; 26 [V. 9?]; Jer 31,38.

[432] Neh 3,1; 12,39; Jer 31,38.

[433] Siehe A. Noordtzij, Verklaring, Ezra–Nehemia, Kampen, 1951, S. 172.

[434] Vergleiche Jes 43,28; Jer 25,9; Mich 4,6.

[435] Vergleiche 2Mo 9,14; 4Mo 14,37; 1Sam 6,4; Ps 106,29.

[436] Lk 4,19.

[437] Siehe 1Mo 15,16 und 18,20.21.

[438] Ri 7,22, vgl. 1Sam 14,14-20; 2Chr 20,23; Jes 19,2; Hes 38,21 und vgl. Sach 12,4.

[439] Vergleiche 5Mo 13,15 sowie 4Mo 16,32.33; Jos 7,24.25.

[440] Siehe 1Sam 30,26-31 und vgl. 2Kön 7.

[441] Siehe Ps 2 und vgl. Jes 66,19.23.

[442] Vergleiche Jes 2,2; 14,1; 66,23 und Ps 22,27.

[443] Vergleiche Jes 60,12.

[444] Siehe 5Mo 11,16.

[445] Vergleiche 2Mo 9,13–21; Ps 105,32.

[446] Andere denken bei dem Wort „Plage“ an eine Pestepidemie.

[447] Vergleiche Jes 19,5-7; 37,25; Hes 30,12.

[448] Vergleiche 2Mo 28,36.

[449] Vergleiche 5Mo 17,16; Jes 2,7; 31,1; Mich 5,9.

[450] 3Mo 11,44.

[451] Vergleiche Hes 44,6-9; vgl. Jes 35,8; 52,1; Joel 3,17 und Off 21,26.27.

[452] Vergleiche Jer 23,8; Hiob 40,25; Spr 31,24; Hes 12,8; siehe den Kontrast mit 1Mo 12,6; 13,7; vgl. Zeph 1,11.

[453] Siehe z.B. Werk in Uitvoering, Teil 2, Nieuwe Bijbelvertaling, 2000, S. 195.

[454] Hes 37,27.28.

[455] Siehe 2Mo 23,13–27, 5Mo 16,16.

[456] Siehe auch 2Chr 8,13 und Joh 7,1.

[457] Siehe zu diesem Abschnitt auch Jes 66,18-23, wo eine gewaltige Zukunft enthüllt wird.


Übersetzt aus Zacharia en de toekomst van Jerusalem. Bijbelstudies bij de profetie van Zacharia, Uitgeverij Medema, Vaassen 2002

Stephan Winterhoff


Note from the editors:

The SoundWords editorial team is responsible for the publication of the above article. It does not necessarily agree with all expressed thoughts of the author (except of course articles of the editorial staff) nor would it like to refer to all thoughts and practices, which the author represents elsewhere. “But examine all things, hold fast the good” (1Thes 5:21).—See also „In own cause ...”