Der Christ und die staatlichen Gewalten
1. Petrus 2,17; Apostelgeschichte 5,29

Kalender D.H.I.N.

© CSV, online: 01.03.2025, updated: 17.08.2025

Leitverse: 1. Petrus 2,17 „Erweist allen Ehre; liebt die Brüderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König.“; Apostelgeschichte 5,29 „Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen.“

Den König ehren

1Pet 2,17: Fürchtet Gott, ehrt den König.

Der Apostel Petrus war einmal von König Herodes gefangen gesetzt, doch von Engeln Gottes befreit worden (Apg 12,1-11). Er hatte also unter staatlichen Strafmaßnahmen zu leiden und wusste zudem, dass er später zum Tod verurteilt werden würde (Joh 21,18-19 (18) Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst. (19) Dies aber sagte er, andeutend, mit welchem Tod er Gott verherrlichen sollte. Und als er dies gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!“). Dennoch ermahnt er die Gläubigen, den Oberen zu gehorchen und sie zu ehren (1Pet 2,13-17 (13) Unterwerft euch jeder menschlichen Einrichtung um des Herrn willen: es sei dem König als Oberherrn (14) oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lob derer, die Gutes tun. (15) Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr dadurch, dass ihr Gutes tut, die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt: (16) als Freie und nicht als solche, die die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit haben, sondern als Knechte Gottes. (17) Erweist allen Ehre; liebt die Brüderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König.“), denn die staatlichen Gewalten „sind von Gott eingesetzt“ (Röm 13,1)

Gott ist die höchste Autorität. Ihn sollen wir fürchten, indem wir Ihm in allen Dingen den ersten Platz einräumen, der Ihm allein zusteht. Könige und andere Regenten haben nur eine abgeleitete Autorität, das heißt, sie haben Autorität, weil sie ihnen „von oben gegeben“ ist (Joh 19,11 „Jesus antwortete ihm: Du hättest keinerlei Gewalt gegen mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat der, der mich dir überliefert hat, größere Sünde.“).

  • „Ehrt den König.“
    Wir sind aufgefordert, gegenüber den Obrigkeiten eine positive Gesinnung in Gedanken, Worten und Taten zu zeigen – unabhängig davon, wie die Regenten an die Macht gelangt sind und wie sie ihr Amt ausüben.[1]

  • „Von einem Fürsten deines Volkes sollst du nicht übel reden.“
    Wie äußern wir uns in Gesprächen oder in den sozialen Netzwerken? (Apg 23,5 „Und Paulus sprach: Ich wusste nicht, Brüder, dass er Hoherpriester ist; denn es steht geschrieben: „Von einem Fürsten deines Volkes sollst du nicht übel reden.““; 2Mo 22,27 „Die Richter sollst du nicht lästern, und einem Fürsten deines Volkes sollst du nicht fluchen.“).

  • „Jede Seele sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan; denn es gibt keine Obrigkeit außer von Gott.“
    Ungehorsam gegenüber „Gottes Beamten“ bedeutet, der Anordnung Gottes zu widerstehen (Röm 13,1-2.6 (1) Jede Seele sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan; denn es gibt keine Obrigkeit, außer von Gott, diejenigen aber, die bestehen, sind von Gott eingesetzt. (2) Wer sich daher der Obrigkeit widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil über sich bringen.“ „Denn deswegen entrichtet ihr auch Steuern; denn es sind Gottes Beamte, die eben hierzu unablässig tätig sind.“).

  • „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“
    Auch „Himmelsbürger“ müssen Steuern und Abgaben entrichten (Mt 22,21 „Sie sagen zu ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: Gebt denn dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“; Röm 13,6-7 (6) Denn deswegen entrichtet ihr auch Steuern; denn es sind Gottes Beamte, die eben hierzu unablässig tätig sind. (7) Gebt allen, was ihnen gebührt: die Steuer, dem die Steuer, den Zoll, dem der Zoll, die Furcht, dem die Furcht, die Ehre, dem die Ehre gebührt.“).

  • Es sollen „Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind“.
    Wofür sollen wir konkret beten? Dafür, dass die Regierenden die Oberhoheit Gottes anerkennen und so regieren, dass sich das Evangelium ausbreiten kann (Dan 2,37; 4,22-23.31 (2:37) Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht und die Gewalt und die Ehre gegeben hat;“ „(4:22) Man wird dich von den Menschen ausstoßen, und bei den Tieren des Feldes wird deine Wohnung sein; und man wird dir Kraut zu essen geben wie den Rindern und dich vom Tau des Himmels benetzt werden lassen; und es werden sieben Zeiten über dir vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es verleiht, wem er will. (4:23) Und dass man gesagt hat, den Wurzelstock des Baumes zu lassen: Dein Königtum wird dir wieder zuteil werden, sobald du erkannt haben wirst, dass die Himmel herrschen.“ „(4:31) Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kam mir wieder; und ich pries den Höchsten, und ich rühmte und verherrlichte den ewig Lebenden, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt.“; 1Tim 2,1-4 (1) Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, (2) für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und würdigem Ernst. (3) [Denn] dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, (4) der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“).

Gott mehr gehorchen als Menschen

Apg 5,29: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen.

Gestern haben wir gesehen, dass wir Christen verpflichtet sind, den staatlichen Autoritäten zu gehorchen. Doch weil diese nur eine abgeleitete Autorität besitzen, gibt es wichtige Ausnahmen von dieser Pflicht. Der Gläubige muss den Gehorsam verweigern, wenn von ihm etwas gefordert wird, was den Geboten Gottes widerspricht; ebenso, wenn ihm etwas verboten wird, was Gott von ihm fordert.[2] Für beides finden wir Beispiele in der Heiligen Schrift:

  • Die hebräischen Hebammen verweigerten dem Pharao den Gehorsam, als er von ihnen ver­langte, alle neugeborenen Söhne der Israeli­ten zu töten. Sie ließen die Knaben am Leben und wurden von Gott belohnt (2Mo 1,15-21).

  • Die drei Freunde Daniels gehorchten dem König Nebukadnezar nicht, als sie das goldene Bild anbeten sollten. Daraufhin wurden sie in den Feuerofen geworfen. Doch der HERR war bei ihnen und rettete sie (Dan 3,12-27).

In beiden Fällen weigerten sich Gläubige des Alten Testaments, etwas zu tun, was Gott verboten hatte.

  • Daniel betete dreimal täglich zu seinem Gott, obwohl man dreißig Tage lang nur zum König Darius beten durfte. Dafür wurde Daniel in die Löwengrube geworfen. Doch Gott bewahrte und befreite ihn (Dan 6,8-25).

  • Die Obersten der Juden verboten den Aposteln, im Namen Jesu zu den Menschen zu reden. Doch die Apostel wollten Gott mehr gehorchen als den Menschen, und Gott bekannte sich dazu (Apg 4,17-20; 5,27-32).

In diesen beiden Fällen weigerten sich die Gläubigen, etwas zu unterlassen, was Gott geboten hatte.

Alle vier Beispiele sind keineswegs verstaubt, sondern sehr aktuell.


Aus dem Kalender Der Herr ist nahe vom 26. und 27.2.2025.
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Anmerkungen

[1] Anm. d. SW-Red.: Natürlich bedeutet das nicht, dass wir Maßnahmen der Regierung nicht kritisch beurteilen dürften, doch wie beispielsweise von manchen Christen über die Regierung gelästert und geschimpft wird, ist mit Gottes Wort nicht vereinbar.

[2] Anm. d. SW-Red.: Hier ist allerdings große Vorsicht angebracht, insbesondere dann, wenn sich die Forderungen des Staates nicht direkt gegen Gott oder die Gläubigen richten. Schnell wird hier etwas für ein Gebot Gottes erklärt, was es in Wirklichkeit überhaupt nicht ist. Nirgendwo lesen wir beispielsweise in der Schrift, dass wir uns mit tausend Leuten in einem Raum zu einer Gemeindestunde versammeln müssen, wie einige es während der Coronazeit gefordert hatten. Damit dienen wir nicht Gott, sondern machen im Gegenteil das Christentum „stinkend“ (vgl. 1Sam 13,4 „Und als ganz Israel sagen hörte: Saul hat die Aufstellung der Philister geschlagen, und auch hat sich Israel bei den Philistern stinkend gemacht, da versammelte sich das Volk hinter Saul her nach Gilgal.“).

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