- Was sagt die Bibel zum Thema Leid?
- Was ein Mensch sät, wird er ernten
- Gott, der Vater, erzieht uns
- Hiob und die drei Freunde
- Erprobung des Glaubens
- Der Blindgeborene
- Der Einsturz des Turmes
- Geprüfter Glaube = festere lebendige Hoffnung, die nie enttäuscht
- Leid gehört zur gefallenen Welt und trotzdem zu Gottes gutem Plan
- Not stärkt den eigenen Glauben und den vieler anderer
- Befähigung, mit anderen besser mitzufühlen
- Bewährungsprobe auf Echtheit
- Vorbereitung für die Zukunft und den ewigen Lobpreis
- Fazit
Leitverse: Galater 6,7-10 „(7) Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten. (8) Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geist ewiges Leben ernten. (9) Lasst uns aber nicht müde werden, Gutes zu tun, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten. (10) Also nun, wie wir Gelegenheit haben, lasst uns das Gute wirken gegenüber allen, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens.“; Hebräer 12,4-11; Jakobus 5,11; 1,2-4 „(5:11) Siehe, wir preisen die glückselig, die ausgeharrt haben. Von dem Ausharren Hiobs habt ihr gehört, und das Ende des Herrn habt ihr gesehen, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist.“ „(1:2) Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen fallt, (1:3) da ihr wisst, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. (1:4) Das Ausharren aber habe ein vollkommenes Werk, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.“; Johannes 9,1-3 „(1) Und als er vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt. (2) Und seine Jünger fragten ihn und sagten: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? (3) Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden.“; Lukas 13,4-5 „(4) Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloam fiel und sie tötete: Meint ihr, dass sie mehr als alle Menschen, die in Jerusalem wohnen, schuldig waren? (5) Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.“; Römer 5,3-5; 8,18–22,28-30; 1. Thessalonicher 3,7 „deswegen, Brüder, sind wir in all unserer Not und Drangsal euretwegen getröstet worden durch euren Glauben;“; 2. Thessalonicher 1,3-4 „(3) Wir sind schuldig, Brüder, Gott allezeit für euch zu danken, wie es angemessen ist, weil euer Glaube überaus wächst und die Liebe jedes Einzelnen von euch allen zueinander überströmend ist, (4) so dass wir selbst uns euer rühmen in den Versammlungen Gottes wegen eures Ausharrens und Glaubens in allen euren Verfolgungen und den Drangsalen, die ihr erduldet;“; 2. Korinther 1,3-4 „(3) Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes, (4) der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden;“; 1. Petrus 1,6-7 „(6) worin ihr frohlockt, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es nötig ist, betrübt seid durch mancherlei Versuchungen; (7) damit die Bewährung eures Glaubens, viel kostbarer als die des Goldes, das vergeht, aber durch Feuer erprobt wird, befunden werde zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi;“; 2. Korinther 4,16-18 „(16) Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch unser innerer Tag für Tag erneuert. (17) Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Trübsal bewirkt uns ein über jedes Maß hinausgehendes, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, (18) indem wir nicht das anschauen, was man sieht, sondern das, was man nicht sieht; denn das, was man sieht, ist zeitlich, das aber, was man nicht sieht, ewig.“
Was sagt die Bibel zum Thema Leid?
„Bestraft mich Gott durch Leid für begangene Sünden?“ Unzählige Christen zu allen Zeiten haben sich diese Frage gestellt, unter anderem Martin Luther, John Bunyan und Charles Haddon Spurgeon.
Genau diese Frage ist auch mir durch den Kopf gegangen, als vor etwa zehn Jahren erst mein jüngerer Bruder, der mit seiner Familie mit im Haus wohnte, und kurz danach meine erste Ehefrau heimgegangen sind. Im August 2022 hat mir unser Herr in seiner Gnade zum zweiten Mal eine liebe Frau geschenkt. Im Januar 2026 bekam ich die Diagnose „aggressiver, nicht heilbarer, bösartiger Hirntumor“ mit einer Lebenserwartung von rund zwei Jahren. Im Juli, nach einem Kontroll-MRT, sagte unser behandelnder Neurochirurg, dass ich nach ärztlicher Prognose nur noch etwa zwei bis drei Monate zu leben habe.
Nun hört es sich bei manchen Christen so an, als ob der Grund für solche Schicksale nur Sünde im Leben sein kann. Die Beurteilung liegt allein bei Gott.
Die Bibel ist aber ganz klar: Nie wieder gibt es Strafe im Sinn einer Verurteilung für jeden, der auf den Herrn Jesus vertraut: „Also ist jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind“ (Röm 8,1).
Aber: In Form von Erziehung oder Zurechtweisung möchte Gott uns Christen formen, korrigieren und väterlich erziehen. Wer allerdings nur an Korrektur oder Strafe denkt, irrt sich. Die Bibel zeigt noch viele Gründe auf, die Gott in Bezug auf Leid, Not, Trübsal, Bedrängnis, Krankheit, Prüfung, Verfolgung und Trauer hat.
Einige Punkte, die mir im Leben durch das Beschäftigen mit Gottes Wort wichtig geworden sind, möchte ich gern noch an Leidgeprüfte weitergeben.
Was ein Mensch sät, wird er ernten
Gal 6,7-10: Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geist ewiges Leben ernten. Lasst uns aber nicht müde werden, Gutes zu tun, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten. Also nun, wie wir Gelegenheit haben, lasst uns das Gute wirken gegenüber allen, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens.
Die Errettung und Rechtfertigung geschehen allein aus Gnade durch den Glauben. Das Gesetz von Saat und Ernte regelt die Folgen unseres Lebenswandels. Wer für sich selbst und das Fleisch lebt, wird schmerzliche Folgen seiner Sünde erleben. Wer für den Geist lebt, wird geistliche Frucht, Gemeinschaft mit Gott und letztlich göttlichen Lohn ernten. Paulus verteidigt die Rechtfertigung allein aus Glauben vehement gerade im Galaterbrief, zeigt aber zugleich, dass Gnade und Freiheit (Gal 5,1 „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht; steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter einem Joch der Knechtschaft halten.“) nicht zu einem egoistischen Lebensstil führen, sondern zu einem Leben unter der Leitung des Heiligen Geistes und somit zu einem geheiligten, selbstlosen, dem Herrn Jesus und Menschen dienenden Leben.
Gott, der Vater, erzieht uns
Heb 12,4-11: Ihr habt noch nicht, gegen die Sünde ankämpfend, bis aufs Blut widerstanden und habt die Ermahnung vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht: „Mein Sohn, achte nicht gering des Herrn Züchtigung noch ermatte, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er geißelt aber jeden Sohn, den er aufnimmt.“ Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: Gott handelt mit euch als mit Söhnen; denn wer ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, deren alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr denn Bastarde und nicht Söhne. Zudem hatten wir auch unsere Väter nach dem Fleisch als Züchtiger und scheuten sie; sollen wir uns nicht viel mehr dem Vater der Geister unterwerfen und leben? Denn jene zwar züchtigten uns für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, er aber zum Nutzen, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Züchtigung aber scheint für die Gegenwart nicht ein Gegenstand der Freude, sondern der Traurigkeit zu sein; danach aber gibt sie die friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt worden sind.
Gläubige Christen erleben Schwierigkeiten und Leid nicht immer als Strafe, sondern oft als Erziehung (Zucht) ihres himmlischen Vaters. Göttliche Unterweisung oder Ausbildung bedeutet, dass Gott wie ein liebevoller Vater handelt, der seine Kinder formt und reifen lässt. Wenn Gott einen Gläubigen erzieht, ist das ein Beweis dafür, dass er wirklich Gottes Kind ist. Ein guter Vater kümmert sich um seine Kinder und überlässt sie nicht sich selbst. Irdische Väter erziehen nach bestem Wissen und Gewissen, aber unvollkommen. Gottes Erziehung dagegen ist vollkommen und verfolgt immer ein gutes Ziel: dass wir an seiner Heiligkeit Anteil bekommen, also Christus ähnlicher werden. Erziehung fühlt sich zunächst schmerzhaft und nicht erfreulich an. Wer sich jedoch von Gott formen lässt, bringt später die „friedsame Frucht der Gerechtigkeit“ (Heb 12,11) hervor – ein Leben, das Gott ehrt und inneren Frieden schenkt. Gottes Zucht ist niemals Verdammnis, sondern unvergleichliche und beispiellose Liebe. Darin unterscheidet sich unser Gott der Bibel von allen anderen Religionen.
Hiob und die drei Freunde
Jak 5,11: Siehe, wir preisen die glückselig, die ausgeharrt haben. Von dem Ausharren Hiobs habt ihr gehört, und das Ende des Herrn habt ihr gesehen, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist.
Hiob ist das Synonym für Leid schlechthin. Davon könnte man ein ganzes Buch schreiben. Gott stellt Hiob ausdrücklich das Zeugnis aus, dass er „vollkommen und rechtschaffen und gottesfürchtig und das Böse meidend“ ist (Hiob 1,1.8; 2,3 „(1:1) Es war ein Mann im Land Uz, sein Name war Hiob; und dieser Mann war vollkommen und rechtschaffen und gottesfürchtig und das Böse meidend.“ „(1:8) Und der HERR sprach zum Satan: Hast du Acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn seinesgleichen ist kein Mann auf der Erde, vollkommen und rechtschaffen, gottesfürchtig und das Böse meidend.“ „(2:3) Und der HERR sprach zum Satan: Hast du Acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn seinesgleichen ist kein Mann auf der Erde, vollkommen und rechtschaffen, gottesfürchtig und das Böse meidend; und noch hält er fest an seiner Vollkommenheit, obwohl du mich gegen ihn gereizt hast, ihn ohne Ursache zu verschlingen.“). Trotz allem war Hiob ein Mensch wie wir: Er sündigte, machte Fehler, fühlte sich von Gott ungerecht behandelt und deutete sein Wirken falsch. Doch im Verlaufe seines Leidens wurden ihm Gottes Güte und seine segnende Absicht bewusst.
Dagegen machten die Freunde Hiobs mehrere entscheidende Denkfehler. Sie waren überzeugt:
- Leid ist immer Folge persönlicher Sünde, deswegen muss jemand so schwer leiden. Er muss etwas Schlimmes getan haben.
- Sie sprachen über Dinge, die sie überhaupt nicht wissen konnten (das Geschehen im Himmel und Gottes Erlaubnis).
- Sie trösteten nicht wirklich. Erst saßen sie sieben Tage in Schweigen und Weinen zusammen. Als sie aber anfingen, zu reden, wurden sie anklagend. Statt Mitgefühl zu zeigen, suchten sie Hiob von verborgener Schuld zu überzeugen.
- Sie stellten Gottes Gerechtigkeit viel zu vereinfacht dar: Gehorsam = Segen; Leid = persönliche Sünde.
Die drei Freude hatten kein Recht, Vermutungen anzustellen. Gott muss sie für ihre Aussagen stark tadeln, weil sie „nicht geziemend“ über Gott geredet hatten (Hiob 42,7-8 „(7) Und es geschah, nachdem der HERR diese Worte zu Hiob geredet hatte, da sprach der HERR zu Eliphas, dem Temaniter: Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und gegen deine beiden Freunde; denn nicht geziemend habt ihr von mir geredet wie mein Knecht Hiob. (8) Und nun nehmt euch sieben Stiere und sieben Widder und geht zu meinem Knecht Hiob und opfert ein Brandopfer für euch. Und Hiob, mein Knecht, möge für euch bitten; denn ihn will ich annehmen, damit ich nicht an euch tue nach eurer Torheit; denn nicht geziemend habt ihr von mir geredet wie mein Knecht Hiob.“). Hiob musste für sie beten.[1] Doch Gott kam mit Hiob zu seinem Ziel: „Von dem Ausharren Hiobs habt ihr gehört, und das Ende des Herrn habt ihr gesehen, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist“ (Jak 5,11).
Ein weiteres Beispiel ist Joseph, der von seinen Brüdern als Sklave verkauft wurde: „… bis zur Zeit, als sein Wort eintraf, und das Wort des HERRN läuterte ihn“ (Ps 105,17-20).
Erprobung des Glaubens
Jak 1,2-4: Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, den zwölf Stämmen, die in der Zerstreuung sind, seinen Gruß! Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen fallt, da ihr wisst, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber habe ein vollkommenes Werk, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.
Die Verse sind als Ermutigung zu verstehen, nicht als Versuchung zur Sünde (wie ab Jak 1,13 „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht; denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand.“). Natürlich freut sich niemand über Leid, sondern darüber, dass Gott alles zu einem guten Ziel führt. Freude entsteht aus dem Wissen über Gottes Absicht, nicht aus den widrigen Umständen. Gott möchte, „dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt“. Das Ziel ist geistliche Reife und ein Heranwachsen zu einem gefestigten Christen. Wer in den Prüfungen auf Gott vertraut, entwickelt Ausdauer. Das ist ein schönes Ziel für uns. Ein Beispiel sind auch Habakuks „Warum-Fragen“.[2]
Der Blindgeborene
Joh 9,1-3: Als er vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt. Und seine Jünger fragten ihn und sagten: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden.
Als die Jünger einen Menschen blind von Geburt an sahen, war ihr erster Gedanke: Der oder sogar seine Eltern haben gesündigt. Aber der Herr Jesus erklärte, dass sie im Irrtum waren. Dieser Mensch war dazu ausersehen, dass die Werke Gottes an ihm offenbart wurden. Gottes Macht, Herrlichkeit und Gnade sollten kundwerden.
Der Einsturz des Turmes
Lk 13,4-5: Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloam fiel und sie tötete: Meint ihr, dass sie mehr als alle Menschen, die in Jerusalem wohnen, schuldig waren? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.
Die Menschen, auf die der Turm in Siloam fiel und sie tötete, waren nach Jesu Einschätzung nicht schuldig und Er nennt keine Gründe für ihren Tod.
Geprüfter Glaube = festere lebendige Hoffnung, die nie enttäuscht
Röm 5,3-5: Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, da wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt, das Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber beschämt nicht, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.
Gott schickt Schwierigkeiten und Prüfungen[3] nicht, um Gläubige zu zerstören, sondern um ihren Glauben zu festigen. Der Glaube wird erprobt und als echt erwiesen. Je öfter ein Christ Hilfe in schwierigen Situationen erlebt, desto fester wird seine Hoffnung, die sich auf Gottes Zusagen stützt. Dadurch wird bestätigt, dass Gottes Liebe in das Herz des Gläubigen ausgegossen ist (Röm 5,5 „die Hoffnung aber beschämt nicht, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“) und er eine innere Gewissheit der Errettung hat.
Leid gehört zur gefallenen Welt und trotzdem zu Gottes gutem Plan
Röm 8,18-22.28-30: Denn ich halte dafür, dass die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das sehnliche Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden (nicht freiwillig, sondern dessentwegen, der sie unterworfen hat), auf Hoffnung, dass auch die Schöpfung selbst frei gemacht werden wird von der Knechtschaft des Verderbens zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Geburtswehen liegt bis jetzt. … Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch zuvorbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber zuvorbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.
Alles Leiden, das Christen heute erleben, ist gering im Vergleich zu der Herrlichkeit, die Gott ihnen schenken wird. Das bedeutet nicht, dass Leid weniger schwer ist, sondern dass Gottes zukünftige Herrlichkeit alles übertreffen wird. Krankheit, Verlust oder Verfolgung bleiben schlimme Dinge. Gott will aus schwierigen und schmerzhaften Erfahrungen Gutes hervorbringen. Deswegen können wir Leid und Krankheit sogar als zu Gottes gutem Plan gehörend ansehen. Er möchte uns dem Bild seines Sohnes gleichförmig machen. Im praktischen Leben ist Vers 28 „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind“ gerade in leidvollen Situationen sehr schwer umzusetzen. Doch es lohnt sich, diese Wahrheit immer wieder vor Augen zu führen und daran unbeirrt festzuhalten.
Not stärkt den eigenen Glauben und den vieler anderer
1Thes 3,7: Deswegen, Brüder, sind wir in all unserer Not und Drangsal euretwegen getröstet worden durch euren Glauben. …
2Thes 1,3-4: Wir sind schuldig, Brüder, Gott allezeit für euch zu danken, wie es angemessen ist, weil euer Glaube überaus wächst und die Liebe jedes Einzelnen von euch allen zueinander überströmend ist, so dass wir selbst uns euer rühmen in den Versammlungen Gottes wegen eures Ausharrens und Glaubens in allen euren Verfolgungen und den Drangsalen, die ihr erduldet.
Paulus wurde in seiner eigenen Not durch seinen festen Glauben getröstet, aber auch die fest im Glauben gebliebenen Thessalonicher wurden für ihn ein Trost. Wenn Christen in Notsituationen einen standhaften Glauben beweisen, ist das eine echte Ermutigung für viele andere Christen. Wenn Gläubige in Schwierigkeiten wachsen und treu an Christus festhalten, benutzt Gott diese Menschen oft dazu, andere damit anzuspornen und ihnen ein nachahmenswertes Vorbild in Ausdauer und Treue zu schenken. Da lohnt sich sogar eigenes Leid.
Befähigung, mit anderen besser mitzufühlen
2Kor 1,3-4: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden.
Gott nennt sich „der Vater der Erbarmungen“ und „Gott allen Trostes“. Gott kann nicht nur aus dem Leid herausführen (muss es aber nicht immer), sondern wird auch im Leid Trost schenken. Dieser Trost hat ein Ziel: Wer selbst Gottes Hilfe erfahren hat, kann andere glaubwürdig ermuntern und stärken. Leiden werden so zu einer Schule Gottes, in der viele Christen Mitgefühl lernen und für den Dienst an anderen zugerüstet werden und lernen, echten Trost an andere weiterzugeben.
Bewährungsprobe auf Echtheit
1Pet 1,6-7: … worin ihr frohlockt, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es nötig ist, betrübt seid durch mancherlei Versuchungen; damit die Bewährung eures Glaubens, viel kostbarer als die des Goldes, das vergeht, aber durch Feuer erprobt wird, befunden werde zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi.
Gott stellt uns absichtlich auf die Probe. Auch wenn diese Prüfungen schwer erscheinen, sind sie im Licht der Ewigkeit gesehen nur eine kleine Zeit. Leiden geschehen nicht zufällig, sondern wenn Gott sie für nötig erachtet. Alle äußeren Belastungen haben immer ein gutes Ziel. So wie Gold durch Feuer geläutert wird, so tritt der Glaube durch Prüfungen hervor und erweist sich als echt. Echter Glaube ist nach Gottes Maßstab viel kostbarer als Gold – er hat ewigen Wert. Nicht die Prüfungen erzeugen den Glauben, sondern sie offenbaren, ob der Glaube echt ist.[4]
Wenn Jesus wiederkommt, wird der bewährte Glaube zur Ehre Gottes sein und wir werden dafür Lohn empfangen. Leiden ist nicht sinnlos, sondern dient Gottes guten Absichten und mündet schließlich in Freude und Herrlichkeit bei der Wiederkunft Christi.
Vorbereitung für die Zukunft und den ewigen Lobpreis
2Kor 4,16-18: Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch unser innerer Tag für Tag erneuert. Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Trübsal bewirkt uns ein über jedes Maß hinausgehendes, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, indem wir nicht das anschauen, was man sieht, sondern das, was man nicht sieht; denn das, was man sieht, ist zeitlich, das aber, was man nicht sieht, ewig.
Der äußere Mensch (Leib) altert, wird krank und stirbt schließlich. Der Innere, das neue Leben, wird täglich gestärkt und erneuert. Die Bedrängnis wird aber ins Verhältnis gesetzt:
- leicht – ewiges Gewicht
- zeitlich – ewig
- gegenwärtig – zukünftig
Dadurch wird die Perspektive des Glaubens grundsätzlich geändert.
Als Christen sollen wir uns danach ausstrecken, das Unsichtbare (die ewige Welt, unser eigentliches Zuhause) zu unserer Wirklichkeit zu machen (Jesu Verheißungen, ER selbst als Person und wir in der ewigen Herrlichkeit).
Gott bereitet den Gläubigen eine zukünftige Herrlichkeit vor, die in Größe, Schönheit, Freude und Dauer jede menschliche Vorstellung übersteigt.
Fazit
Krankheit ist nicht immer Folge von persönlicher Sünde. Gott gebraucht gerade Leid zur Reifung und Erziehung. Seine Herrlichkeit wird dadurch im Leben von Leidgeprüften sichtbar, und gerade andere Christen ziehen daraus Kraft für ihren eigenen Glaubensweg, werden gefestigt und erfahren Trost und Hoffnung. Gott hat noch viele andere Gründe, warum Er Leid zulässt, wie oben schon beschrieben.
Nun wollen wir noch den Blick auf Gott selbst richten. Wer Ihn im Leid nur als Richter und Strafenden wahrnimmt, wird seiner Größe nicht gerecht und engt Gott ein. Gott ist ganz anders. Er bestraft nie zweimal.
- Röm 8,31-34: Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns? Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt; wer ist es, der verdamme? Christus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auch auferweckt worden, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet.
Niemand „wird uns von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“, scheiden (Röm 8,38-39 „(38) Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten, (39) weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ in Auszügen).
Gott ist der Allmächtige, der Einzige, der Unvergleichliche und unveränderlich derselbe. Der Herr ist niemandem Rechenschaft schuldig, besonders keinem Menschen. Auch ist Er der souverän aktiv Handelnde in unserem Leben.
Gleichzeitig ist Gott uns als seinen Kindern sehr nah, eng verbunden, vertraut; Er ist unser persönlicher Gott, Herr, Vater. Einige ausgewählte Beispiele: Er stärkt, hilft, stützt, lehrt, leitet, erlöst, behütet, erwählt, trägt und ruft uns bei unserem Namen und noch viele andere Ermunterungen; ausführlich nachzulesen in Jesaja 40 bis 48.[5] Ist das nicht erstaunlich bei einem Gott, der uns manchmal so unnahbar, streng und weit weg erscheint? Nicht umsonst werden diese Kapitel auch „Das Trostbuch der Bibel“ genannt. So ist unser Gott. Ihm können wir vorbehaltlos und kindlich vertrauen, gerade in schwerem Leid und Tod.
Das wünsche ich allen Lesern von Herzen.
„Denn ich, der Herr, dein Gott, ergreife deine rechte Hand, der ich zu dir spreche: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!“ (Jes 41,13).
Gerd Pohl
Anmerkungen
[1] Bei den Korinthern (1Kor 11,30 „Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen.“) und bei Ananias und Saphira (Apg 5,1-11) machte Gott es in diesen spezifischen Situationen selbst offenbar, kein Mensch.
[2] Siehe den Artikel „Warum? Die Warum-Fragen des Habakuk – ganz aktuell“.
[3] Siehe den Artikel „Prüfungen im Leben eines Christen“.
[4] Siehe den Artikel „Prüfungen im Leben eines Christen“.


