Der Epheserbrief (0)
Übersicht und Einleitung (lehrmäßiger Teil)

Matta Behnam

© SoundWords, online seit: 16.05.2001, aktualisiert: 05.09.2019

Übersicht

Die Stadt Ephesus

Von dieser Stadt – an der Westküste Kleinasiens gelegen und zugleich dessen Hauptstadt – ging ein bedeutender Einfluss auf das politische und religiöse Leben jener Tage aus. Die meisten Einwohner jener Stadt waren griechischen Ursprungs, doch gab es unter ihnen auch viele Handel treibende Juden (Apg 18,19-24; 19,1.17.34).

In Ephesus befand sich der Tempel einer Göttin, die sowohl Römer als Griechen verehrten. Die Römer nannten sie „Diana“, die Griechen „Artemis“. Dieser Tempel wurde für eins der sieben Weltwunder gehalten. Er war vollständig aus Marmor erbaut, maß ca. 140 Meter in der Länge und ca. 70 Meter in der Breite. Seine Decke wurde durch 127 Marmorsäulen getragen, von denen jede ca. 20 Meter hoch war. Die Bauzeit für diesen Tempel betrug über 200 Jahre. Es scheint, als ob der Heilige Geist gerade diesen herrlichen Tempel zum Anlass nahm, die Gläubigen zu der Kenntnis des „geistlichen Tempels“, des Hauses Gottes, zu bringen, in welchem Jesus Christus selbst der Eckstein ist, „in welchem der ganze Bau, wohl zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn“ (vgl. Eph 2,19-21). Der Tempel der Göttin Diana wurde im Jahre 262 n.Chr. durch die Goten zerstört; aber die Versammlung, das Haus Gottes, wird selbst durch des Hades Pforten nicht überwältigt werden.

Ephesus war zu jener Zeit ein wichtiges Zentrum heidnischen Götzendienstes, der noch durch die vorwitzigen Werke der Zauberei Auftrieb erhielt, zumal jedermann in Asien glaubte, dass dieses Bild der Göttin vom Himmel herabgefallen sei (Apg 19,35). In der Stadt Ephesus gab es auch eine jüdische Synagoge, die jedoch – durch verschiedene gesetzliche Vorschriften gebunden – nicht imstande war, die heidnische Finsternis zu vertreiben, in der nicht nur die Epheser, sondern alle Bewohner Asiens lebten.

Aber gepriesen sei Gott! Hier geschah etwas Wunderbares. Das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus, welches die Kraft Gottes zur Errettung ist, wurde in Ephesus verkündigt, und alle, die in Asien wohnten, hörten es. Es vernichtete die Größe dieser falschen Göttin für immer, denn nie wurde ihre Verehrung wieder hergestellt. Dieses Evangelium war imstande, gerade das zu bewirken, wovor sich der Silberschmied Demetrius in dieser Stadt gefürchtet hatte. Es vernichtete den Tempel und seine Gottheit.

Die Verkündigung des Evangeliums in Ephesus

Wir wissen nicht genau, wann und wie das Evangelium zuerst in Ephesus verkündigt wurde. Aber wir wissen, dass am Tage der Pfingsten, als der Heilige Geist auf die versammelten Gläubigen herniederkam, auch einige Leute aus Asien in Jerusalem anwesend waren. Von dieser Provinz war Ephesus die Hauptstadt. Diese nun hörten die Predigt des Evangeliums, taten Buße und glaubten an Christum (Apg 2,9-41).

Der Apostel Paulus besuchte Ephesus zum ersten Male auf seiner Reise von Korinth nach Syrien. Das war auf seiner zweiten Missionsreise ca. 54 n.Chr. Dort ging er in die Synagoge und unterredete sich mit den Juden. Doch blieb er nicht lange in Ephesus, sondern ließ Aquila und Priscilla dort zurück (Apg 18,19.20.26). Wir wissen auch, dass hier der Herr den Apollos benutzte, der – aus Alexandrien gebürtig – ein beredter Mann und mächtig in den Schriften war. Er war in den Wegen des Herrn unterwiesen, und brennend im Geist redete und lehrte er sorgfältig die Dinge von Jesus, obwohl er nur die Taufe Johannes kannte.

Zudem ist uns bekannt, dass der Apostel Paulus Ephesus ein zweites Mal besuchte. Diesmal verweilte er drei Jahre dort, indem er Tag und Nacht nicht aufhörte, „einen jeden mit Tränen zu ermahnen“ (Apg 20,31). Dieser Dienst brachte viel Frucht, sowohl in der Errettung vieler Menschen als auch in der tiefen Unterweisung der Gläubigen.

Bei seiner Ankunft in Ephesus traf Paulus dort zwölf Jünger an, die nur mit der Taufe Johannes getauft, aber in Unkenntnis waren über die ganze Wahrheit des Evangeliums der Gnade und über die Innewohnung des Heiligen Geistes in dem Gläubigen. Da der Apostel dies in seinem Gespräch mit ihnen sogleich wahrnahm, stellte er ihnen zwei Fragen:

1. „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid?“
2. „Worauf seid ihr denn getauft worden?“

Auf die erste Frage erhielt er die Antwort: „Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist da ist.“ Hieraus wurde ersichtlich, dass ihr Glaube nicht auf das Werk des Herrn Jesu gegründet war, der am Kreuze starb und aus den Toten auferstanden war. Sie waren in Bezug auf das Evangelium unwissend und wussten nicht, dass der Heilige Geist als Person herabgekommen war, um sogleich in der Seele dessen Wohnung zu nehmen, der den Herrn Jesus als seinen Erretter annimmt. Es ist eine göttliche Wahrheit, dass die Innewohnung des Heiligen Geistes im Herzen des Menschen tatsächlich der wichtigste Beweis ist, dass er ein wahrer Christ ist. „Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein“ (Röm 8,9).

Die Antwort dieser Männer auf die zweite Frage des Apostels lautete: „Auf die Taufe des Johannes.“ Ihr geringes Verständnis war sicherlich eine Folge der Predigt des Apollos, der selber nicht mehr als die Taufe Johannes kannte. Sie waren daher unwissend über die Wahrheit von der vollkommenen Erlösung, die unser Herr Jesus Christus am Kreuz vollbracht hat, über seine Auferstehung aus den Toten und seine Auffahrt in den Himmel.

Apollos kannte zweifellos die Taufe zur Buße, die den kommenden König zum Gegenstand hat. Die christliche Taufe jedoch weist zurück auf das vollbrachte Erlösungswerk, auf seinen Opfertod, auf sein siegreiches Auferstehen, auf seine Auffahrt in den Himmel und auf das Einnehmen seines Platzes zur Rechten des Vaters. Die christliche Taufe ist der Beweis für das Einssein aller Kinder Gottes mit Christus in seinem Tode, in seinem Begräbnis und seiner Auferstehung. Der Apostel Paulus gab daraufhin diesen Jüngern die nötigen Belehrungen mit dem Ergebnis, dass sie auf den Namen des Herrn Jesu getauft wurden (Apg 19,1-7).

Wenn wir nun dem Apostel Paulus weiter in seinem Dienst in Ephesus folgen, so finden wir ihn in der jüdischen Synagoge, wo er sich freimütig drei Monate lang unterredete und sie von den Dingen des Reiches Gottes überzeugte (Apg 19,8). „Als aber einige sich verhärteten und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von dem Weg, trennte er sich von ihnen und sonderte die Jünger ab, indem er sich täglich in der Schule des Tyrannus unterredete“ (Apg 19,9). Paulus lehnte es ab, irgendwelche Gemeinschaft mit denen zu haben, die seinen Herrn verleugneten. „Welche Gemeinschaft hat Licht mit Finsternis und welche Übereinstimmung Christus mit Belial?“ Das Gebot Gottes ist unmissverständlich: „Geht aus ihrer Mitte und sondert euch ab, spricht der Herr“ (2Kor 6,17). Kein treuer Diener Christi wird zögern, sich unverzüglich von solchen zu trennen, die den Namen seines Herrn oder den Wert seines Erlösungswerkes verleugnen.

Zwei Jahre lang hat der Apostel in der Schule des Tyrannus täglich das Wort des Herrn verkündigt, so dass es alle hörten, die in Asien wohnten, sowohl Juden als Griechen. Zudem bekräftigte Gott seine Zustimmung zu der Predigt seines Knechtes durch die ungewöhnlichen Wunderwerke, die Er durch die Hände des Paulus tat (Apg 19,11.12). Das Werk der Gnade in den Herzen derer, die glaubten, trug wirkliche Früchte und ward dadurch deutlich sichtbar, dass sie freiwillig von jenen Dingen Abstand nahmen, die vorher Wert für sie gehabt hatten (Apg 19,18.19). „So wuchs das Wort des Herrn mit Macht und nahm überhand“ (Apg 19,20).

Der Widerstand gegen die Verkündigung in Ephesus

Trotz der reichen Frucht seiner Predigt fand der Apostel doch den starken Widerstand Satans und seiner Diener. Dieser Widerstand begann, als einige Juden ihre Herzen verhärteten und nicht glaubten, sondern übel redeten von dem Wege, den Paulus lehrte. Doch das war noch gering im Vergleich zu dem, was er später dort erfuhr, wovon wir in 1. Korinther 15,32 lesen: „Wenn ich, nach Menschenweise zu reden, mit wilden Tieren gekämpft habe in Ephesus …“ Hier weist er zweifellos hin auf den starken Widerstand, den ihm in Sonderheit die Juden dort entgegenbrachten. Gleicherweise sagt er in 1. Korinther 16,8.9: „Ich werde aber bis Pfingsten in Ephesus bleiben; denn eine große und wirkungsvolle Tür ist mir aufgetan und der Widersacher sind viele.“ Und weiter lesen wir in 2. Korinther 1,8: „Denn wir wollen nicht, dass euch unbekannt sei, Brüder, was unsere Bedrängnis betrifft, die uns in Asien widerfahren ist, dass wir übermäßig beschwert wurden, über Vermögen, so dass wir sogar am Leben verzweifelten“.

Satan benutzte verschiedene Werkzeuge, um das Werk Gottes zu hindern, indem er es auch nachahmte, durch die sieben Söhne des Skeva, der ein jüdischer Hoherpriester war. „Aber auch einige von den umherziehenden jüdischen Beschwörern unternahmen es, über die, die böse Geister hatten, den Namen des Herrn Jesus anzurufen, indem sie sagten: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt! Es waren aber sieben Söhne eines gewissen jüdischen Hohenpriesters Skeva, die dies taten“ (Apg 19,13.14). Diese elenden und unwissenden Menschen mussten erfahren, dass man den heiligen und hochgepriesenen Namen des Herrn Jesu keineswegs zu Zauberei und Beschwörung ungestraft missbrauchen darf. Denn „der Mensch, in dem der böse Geist war, sprang auf sie los und bemächtigte sich beider und überwältigte sie, so dass sie nackt und verwundet aus jenem Hause entflohen“ (Apg 19,16). Der Erfolg davon war, dass dies allen, die in Ephesus wohnten, bekannt wurde; „und Furcht fiel auf sie alle, und der Name des Herrn Jesus wurde erhoben“ (Apg 19,17). Gepriesen sei der Herr, dass sein Wort – und ist der Angriff Satans und seiner Diener noch so heftig – nicht leer zu Ihm zurückkehren wird!

Doch das war nicht der einzige Widerstand, den der Apostel Paulus in Ephesus erfuhr. „Denn ein gewisser Silberschmied, mit Namen Demetrius, der silberne Tempel der Artemis machte, verschaffte den Künstlern einen nicht geringen Erwerb; und nachdem er diese samt den damit beschäftigten Arbeitern versammelt hatte, sprach er: Männer, ihr wisst, dass aus diesem Erwerb unser Wohlstand ist; und ihr sehet und hört, dass dieser Paulus nicht allein von Ephesus, sondern beinahe von ganz Asien eine große Volksmenge überredet und umgestimmt hat, indem er sagt, dass das keine Götter seien, die mit Händen gemacht werden. Nicht allein aber bestehet für uns Gefahr, dass dieses Geschäft in Verruf kommt, sondern auch, dass der Tempel der großen Göttin Artemis für nichts geachtet und auch ihre herrliche Größe, die ganz Asien und der Erdkreis verehrt, vernichtet werde. Als sie aber das hörten und voll Wut wurden, schrien sie und sagten: Groß ist die Artemis der Epheser!“ (Apg 19,24-28). Der Herr wachte jedoch über seinen Knecht, der Stadtschreiber wusste durch eine beruhigende Rede die zusammengeströmte, wütende Volksmenge zu bewegen, wieder nach Hause zu gehen (Apg 19,35-41).

Nach dieser Begebenheit verließ der Apostel Ephesus, nachdem er von den Jüngern Abschied genommen hatte. In der Heiligen Schrift wird uns nicht gesagt, dass er später noch einmal dorthin zurückgekehrt wäre. Wohl hat er bekanntlich von Milet aus (das dicht bei Ephesus liegt) nach Ephesus gesandt und die „Ältesten der Versammlung zu sich gerufen, um Abschied von ihnen zu nehmen und ihnen noch wichtige Ermahnungen mitzugeben (Apg 20,17-38).

Die Frucht des Dienstes des Apostels in Ephesus

Die Frucht des Dienstes des Apostels Paulus in Ephesus oder, mit anderen Worten, der Sieg des Evangeliums nicht nur in Ephesus, sondern in ganz Asien wird in Apostelgeschichte 19,10 erwähnt. Sie hörten nicht nur das Wort Gottes, sondern viele nahmen es in ihre Herzen auf. Was dies betrifft, hatte Demetrius recht, als er sagte: „… dass dieser Paulus nicht allein von Ephesus, sondern beinahe von ganz Asien eine große Volksmenge überredet und umgestimmt habe“ (Apg 19,26). Möglicherweise sind durch den Dienst des Apostels nicht nur in Ephesus, sondern auch an anderen Orten Kleinasiens Versammlungen entstanden (vgl. Off 1,11)

Leider muss der Apostel in seinem zweiten Brief an Timotheus einen Rückgang in der Versammlung zu Ephesus feststellen, wenn er schreibt: „Du weißt dieses, dass alle, die in Asien sind, sich von mir abgewandt haben“ (2Tim 1,15). Unter diesen Gläubigen, die sich von ihm abwandten, befanden sich also auch die Epheser! Und in seinem ersten Brief an Timotheus, in dem er diesen bat, in Ephesus zu bleiben, gibt er seinem Mitarbeiter den Auftrag, etlichen zu gebieten, „nicht andere Lehren zu lehren, noch mit Fabeln und endlosen Geschlechtsregistern sich abzugeben, die mehr Streitfragen hervorbringen, als die Verwaltung Gottes fördern“ (1Tim 1,3.4). Die Sorge des Apostels wird auch aus der Tatsache ersichtlich, dass er aus dem Gefängnis zu Rom Tychikus zu ihnen sendet (2Tim 4,12).

Einleitung 

Der Apostel Paulus schrieb diesen Brief ebenso wie die Briefe an die Kolosser, Philipper und an Philemon während der Zeit seiner ersten Gefangenschaft in Rom. Der Herr hatte es zugelassen, dass der römische Statthalter seinen treuen Knecht ins Gefängnis warf, aber Er gab ihn dadurch die wertvolle Gelegenheit, diese kostbaren Briefe durch göttliche Inspiration zu schreiben. Dies veranschaulicht die Worte des Psalmisten, wenn er in Psalm 76 sagt: „Denn der Grimm des Menschen wird dich preisen; mit dem Rest des Grimmes wirst du dich gürten“ (Ps 76,10). Der Herr ließ aus dem Grimm des Menschen, der seinen Knecht ins Gefängnis warf, Lob und Ehre für seinen Namen hervorkommen, indem Er seinem treuen Knecht besondere Gnade verlieh, diesen wunderbaren, an göttlichen Wahrheiten so überaus reichen Brief zu schreiben.

In dem Brief an die Epheser offenbart der Heilige Geist uneingeschränkt den göttlichen Ratschluss – das göttliche Geheimnis, welches während der alttestamentlichen Zeitalter in dem Herzen Gottes verborgen gewesen war (Eph 3,5.9).

Dieser Brief bestehet im wesentlichen aus zwei Teilen: Die ersten drei Kapitel bilden den lehrmäßigen Teil, in welchem uns der Heilige Geist den Reichtum der Gnade Gottes zeigt, während Er uns im zweiten Teil die praktischen Ermahnungen für jene gibt, die diese Gnade empfangen haben. Das heißt, Er zeigt uns zuerst unsere Stellung, dann unsere Verantwortlichkeit; oder unsere Vorrechte und die daraus sich ergebenden Pflichten; oder die himmlische Stellung und dann unseren Wandel hienieden in Übereinstimmung mit dieser Stellung, die Gott uns in einem auferstandenen Christus schenkt. Dies ist die göttliche Ordnung in seinem ganzen heiligen Wort. Möchten wir uns nicht nur dessen erfreuen, was uns die Gnade Gottes gibt, sondern auch in Wahrheit der uns verliehenen Gnade würdig wandeln.

Der Hauptgegenstand dieses Briefes nun ist „Christus und seine Versammlung“ und ihre innige, ewige Beziehung zueinander. Diese Beziehung zwischen Christus und seiner Versammlung stellt uns der Heilige Geist von verschiedenen Seiten vor.

In dem ersten Kapitel wird uns Christus und die Versammlung als sein „Leib“ dargestellt. Der Herr Jesus Christus, welchem die Herrlichkeit sei, ist selbst das Haupt dieses Leibes; und alle Glaubenden, die aus Gott geboren sind, sind Glieder seines Leibes.

Durch seinen Tod hat Er, der das Haupt des Leibes ist, das Werk der Erlösung vollbracht; die Herrlichkeit des Vaters hat Ihn aus den Toten auferweckt und Ihn zu seiner Rechten gesetzt in den himmlischen Örtern (Eph 1,20). Und da es ganz und gar unmöglich ist, dass das Haupt von dem Leibe getrennt ist, wird auch die Versammlung, welche sein Leib ist, als mit Ihm in die himmlischen Örter versetzt gesehen (Eph 2,6). Der Ausdruck „himmlische Örter“ wird fünfmal, in diesem Brief erwähnt: Epheser 1,3.20; 2,6; 3,10; 6,12

Es ist nötig, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass dieser Brief gleichsam zwei „Schlüsselwörter“ hat. Erstens finden wir darin den Ausdruck „in IHM“ oder „ in CHRISTUS“. Oft werden wir darauf hingewiesen, dass die Versammlung und ihre geistlichen Segnungen „in Christus“ sind. Jeder Mensch, der nicht „in Christus“ ist, hat weder Teil noch Freude an irgendeiner dieser himmlischen Segnungen. Ohne Christus ist es uns unmöglich, Gott zu kennen und Ihm zu nahen, sich seiner und der herrlichen Segnungen zu erfreuen, die denen gegeben sind, die in Christus sind. Zweitens finden wir in diesem Brief den charakteristischen und schon erwähnten Ausdruck „himmlische Örter“, wohin die Versammlung schon jetzt mit Christus versetzt ist, wie uns dieser Brief zeigt.

Obwohl die Versammlung in dieser wunderbaren, erhabenen Stellung gesehen wird, betont der Heilige Geist immer wieder die Wichtigkeit eines geziemenden Wandels für den Gläubigen in dieser Welt. Siebenmal wird die Art und Weise unseres Wandels erwähnt und gezeigt, welche Dinge wir meiden sollen: Epheser 2,1.10; 4,1.17; 5,1.8.15. Wir sind ein himmlisches Volk, und unser Wandel sollte mit unserer himmlischen Stellung im Einklang stehen. Doch wer wäre wohl in seiner eigenen Kraft imstande, diesem hohen Maßstab entsprechend zu leben? Oh, danke Gott, dass Er uns seinen eigenen Geist gegeben und uns dadurch befähigt hat, unserer himmlischen Berufung würdig zu wandeln. Aus diesem Grund wird des Heiligen Geistes 13-mal Erwähnung getan; denn zweifellos ist es der Heilige Geist selbst, der uns die Kraft und Gnade schenkt, ein himmlisches Betragen zu offenbaren, während wir hier auf Erden sind. Daher wird auch das Wort „Gnade“ in diesem Brief 12-mal erwähnt.

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