Gottes Auseinandersetzungen mit Israel (16)
Jesaja 56

Hamilton Smith

© SoundWords, published: 14.03.2019

In den letzten beiden Kapiteln des Buches Jesaja, dem Schlussteil dieses prophetischen Abschnitts, finden wir in den Versen 1 bis 8 die Ermutigung für die Gottesfürchtigen, und zwar im Hinblick auf die Segnungen des Tausendjährigen Reiches, das nun „bereit ist zu kommen“. Von Vers 9 an bis zum Ende des Kapitels 57 werden die Gottlosen aus den Nationen gewarnt. Es schließt mit einem Vergleich zwischen dem zerknirschten Überrest und den ruhelosen Bösen.

Vers 1

Jes 56,1: So spricht der HERR: Wahrt das Recht und übt Gerechtigkeit! Denn meine Rettung ist bereit zu kommen, und meine Gerechtigkeit, offenbart zu werden.

Ermutigung für die Gottesfürchtigen. Im vorherigen Kapitel haben wir den Ruf der Gnade vernommen, der sich an jede bedürftige Seele richtete, sie möge doch den Herrn suchen, während Er nahe ist. Zusätzlich gab es die Segenszusage für all diejenigen, die auf diesen Ruf antworten. Zu Beginn dieses Kapitels wird der gottesfürchtige Überrest Israels, der auf den Ruf gehört hat, ermahnt, nun auch in Übereinstimmung mit der Gnade, durch die sie gesegnet sind, zu wandeln. Solche sollten untadelig wandeln: im Ausblick auf die Rettung Gottes für die ganze Nation, denn sie „ist bereit zu kommen“, und auch hinsichtlich des kommenden Gerichts über die Gottlosen, das im Begriff ist, offenbart zu werden.

Vers 2

Jes 56,2: Glückselig der Mensch, der dies tut, und das Menschenkind, das hieran festhält: der den Sabbat hält, dass er ihn nicht entweihe, und seine Hand davor bewahrt, irgendetwas Böses zu tun!

Der Gottesfürchtige, „der den Sabbat hält … und seine Hand davor bewahrt, irgendetwas Böses zu tun“, wird gesegnet. Dass hier der Sabbat erwähnt wird, zeigt deutlich, dass sich diese Prophezeiung (wie im vorhergehenden Kapitel) auf das jüdische Volk in den letzten Tagen bezieht.

Verse 3-8

Jes 65,3-8: 3 Und der Sohn der Fremde, der sich dem HERRN angeschlossen hat, spreche nicht und sage: Der HERR wird mich sicherlich von seinem Volk ausschließen; und der Verschnittene sage nicht: Siehe, ich bin ein dürrer Baum. 4 Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und das erwählen, woran ich Gefallen habe, und an meinem Bund festhalten, 5 ihnen will ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz geben und einen Namen, besser als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen werde ich ihnen geben, der nicht ausgerottet werden soll. 6 Und die Söhne der Fremde, die sich dem HERRN angeschlossen haben, um ihm zu dienen und den Namen des HERRN zu lieben, ihm zu Knechten zu sein – jeden, der den Sabbat hält, dass er ihn nicht entweihe, und die an meinem Bund festhalten: 7 die werde ich zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Bethaus; ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar. Denn mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für alle Völker. 8 So spricht der Herr, HERR, der die Vertriebenen Israels sammelt: Zu ihm, zu seinen Gesammelten, werde ich noch mehr hinzusammeln.

Dieser Abschnitt, der von dem Fremden und dem Hoffnungslosen, das heißt dem Verschnittenen, spricht, zeigt auf, dass sich die irdischen Segnungen Gottes nicht auf den gottesfürchtigen Überrest Israels beschränken. Solche mögen sich nicht für vom Segen ausgeschlossen halten, indem sie sagen: „Der Herr wird mich sicherlich von seinem Volk ausschließen.“ Denn wenn es sogar unter den Nationen welche gibt, die den Herrn fürchten, indem sie seine Sabbate halten und die Dinge tun, die dem Herrn gefallen, und damit Nutznießer der Verheißung des Segens auf der Grundlage der Gnade sind – wie viel mehr werden auch sie einen Teil im Haus Gottes haben und ebenfalls unter den ewigen Segen und die Freude Gottes kommen unter denen, die auf Erden wohnen. Denn Gottes Haus wird ja „ein Bethaus genannt werden für alle Völker“.

Nicht nur werden die Ausgestoßenen Israels in ihr Land zurückgebracht werden; auch andere aus den Heidenvölkern werden zu dem irdischen Segensbereich Gottes hinzugebracht werden.

Vers 9

Jes 56,9: Kommt her, um zu fressen, alle ihr Tiere des Feldes, alle ihr Tiere im Wald!

Warnungen an die Gottlosen. Ein ernstes Bild aus der Welt der Heiden eröffnet diese Warnungen: Wie in der Prophezeiung Daniels, wo die heidnischen Mächte bildhaft durch wilde Tiere dargestellt sind, die ohne jede Gottesfurcht handeln, so werden sie auch in dieser Prophezeiung als solche gesehen, die das Volk Israel fressen und ausrauben. Und wie schlimm ist es, zu sehen, wie dieses Wort heute erfüllt wird, wenn sogenannte christliche Völker gnadenlos danach trachten, Israel zu vernichten.

Verse 10-12

Jes 56,10-12: 10 Seine Wächter sind blind, alle ohne Erkenntnis; sie alle sind stumme Hunde, die nicht bellen können; sie träumen, liegen da, lieben den Schlummer. 11 Und die Hunde sind gefräßig, kennen keine Sättigung; und das sind Hirten! Sie haben kein Verständnis; sie alle wenden sich auf ihren eigenen Weg, jeder seinem Vorteil nach bis hin zum Letzten: 12 „Kommt her, ich will Wein holen, und lasst uns starkes Getränk saufen; und der morgige Tag soll wie dieser sein, herrlich über alle Maßen!“

Was aber ist mit den Juden? In den folgenden Versen erhalten wir eine ernste Darstellung ihres Zustandes aus der Sicht Gottes. Da sie Christus verworfen haben, sind ihre Leiter „blind“ für ihren eigenen Zustand und „ohne Erkenntnis“ betreffs der Gnade Gottes. Wie „stumme Hunde“ bellen sie nicht, um andere zu warnen. Gleich schlafenden Hunden lieben sie den Schlummer und suchen nur ihr eigenes Wohlergehen. Und wie gierige Hunde suchen sie nur ihren eigenen Vorteil. Sie leben nur für den Moment und haben keinen Gedanken an die Zukunft. Welch ernstes Bild auf die jüdische Nation heutzutage: Blind für ihre Sünde, unwissend gegenüber der Gnade Gottes, ergeben sie sich in das momentane Wohlergehen und das Sichbereichern. Dabei hegen sie keinen Gedanken an das kommende Gericht und sind gleichgültig gegenüber den Bedürfnissen des Volkes Gottes.

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Übersetzt aus God’s Controversies with Israel. Isaiah 40 to 57. A Brief Exposition, 1941
Quelle: www.stempublishing.com

Übersetzung: Frank Cisonna


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The SoundWords editorial team is responsible for the publication of the above article. It does not necessarily agree with all expressed thoughts of the author (except of course articles of the editorial staff) nor would it like to refer to all thoughts and practices, which the author represents elsewhere. “But examine all things, hold fast the good” (1Thes 5:21).—See also „In own cause ...”