Kann ich den Herrn Jesus jetzt schon von Angesicht zu Angesicht sehen?
Frage zum Vollkommenen in 1. Korinther 13

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© SoundWords, online seit: 09.05.2001, aktualisiert: 13.01.2018

Frage/Anmerkung

Zu dem Artikel „Das Vollkommene“ von W.J. Ouweneel

Ich sehe das anders, weil …
es schon heute möglich ist, Jesus von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Das bedingt allerdings einen Wandel im Geist und das Verleugnen des Selbst. Wenn das Selbst am Kreuz bleibt, kann Gott mit seinem Geist durch die Intuition zu unserem Geist direkt sprechen. Dann sind auch die Gaben der Korinther nicht mehr nötig, sondern man wird selbst zu einer Gabe zur Auferbauung des ganzen Leibes. Wenn Jesus in uns volle Freiheit hat und wirken kann, spiegeln wir Ihn wieder. Je mehr wir erwachsen werden (in der Heiligung voranschreiten), desto mehr können wir Jesus widerspiegeln. Unser Spiegel wird jedes Mal ein wenig geputzt. Das Wachsen im Glauben des Paulus ist ein gutes Beispiel. Er lebte nur noch aus dem Geist. Er war (verhältnismäßig) erwachsen.

Antwort

Liebe R.,

natürlich sollten wir die Herrlichkeit des Herrn anschauen und so in sein Bild verwandelt werden (2Kor 3,18). Doch niemals wird der Heilige Geist unsere Blicke durch einen Spiegel auf uns selbst lenken, damit wir in uns selbst Christus schauen sollten. Der Heilige Geist lenkt ganz im Gegenteil unsere Blicke immer von uns weg und auf die Person Christi in der Herrlichkeit hin, und dadurch werden wir verwandelt und Ihm ähnlich, und ohne dass wir es selbst merken, werden andere etwas davon wahrnehmen. Auch geht es in 1. Korinther 13 überhaupt nicht um die Gaben der Korinther, sondern um bestimmte Gaben ganz im Allgemeinen, selbst der Artikel fehlt. Auch sehen wir aus 1. Korinther 12 und ebenso aus anderen Stellen wie z.B. Epheser 4, dass eine Gabe zur Auferbauung des Leibes nicht das Ergebnis eines fortgeschrittenen Heiligungsprozesses, sondern eine souveräne Gabe Gottes ist. Nebenbei zeigt uns Kapitel 14, dass die „Hauptgabe“ zur Auferbauung gerade die Prophezeiung ist. Dazu sehen wir auch, dass der Geist Gottes hier von einem klaren „Jetzt“ und „Dann“ spricht und von einem abrupten „Weggetanwerden“ und nicht von einem sich entwickelnden Prozess, wo ein Spiegel immer sauberer oder man immer mehr erwachsen wird. Doch diese Gedanken eigentlich nur nebenbei. Das Wichtigste: Blicke nie auf dich selbst! Am Ende steht dann nur entweder die Verzweiflung oder der Hochmut.

Liebe Grüße
die SoundWords-Redaktion

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