Der Prophet Nahum
Einleitung

Henry Allen Ironside

© SoundWords, online seit: 14.11.2018, aktualisiert: 29.11.2018

Einleitung

„Forsche und sieh“, sagten die voreingenommenen jüdischen Gelehrten, als sie die Ansprüche des Herrn Jesus kurzerhand vom Tisch fegten, „dass aus Galiläa kein Prophet aufsteht“ (Joh 7,52). Wir haben bereits bei Jona gesehen, dass ihre Behauptung („dass aus Galiläa kein Prophet aufsteht“) mit der Heiligen Schrift, auf die sie sich so gerne beriefen, nicht übereinstimmte. Jona, der Sohn des Amittais war zweifellos aus Galiläa. Viele Gründe sprechen dafür, das Gleiche von Nahum anzunehmen. Er wurde „der Elkoschiter“ genannt, ein Mann aus Elkosch.

Es ist bekannt, dass es ein assyrisches Dorf mit Namen Elkosch am Tigris gab. Doch bestätigt Hieronymus, als er sich wegen des Aufruhrs einer feindseligen Welt nach Palästina zurückzog, dass ihm der Ort des galiläischen Elkosch gezeigt wurde, wo Nahum geboren worden sein soll.

Es gibt Hinweise dafür, dass Nahum seine Prophezeiung vor dem Tod Sanheribs aussprach und somit ein Jahrhundert vor der Zerstörung Ninives, von der sie hauptsächlich handelt. Nahum war möglicherweise ein Zeitgenosse Jesajas und prophezeite in der Regierungszeit Hiskias. Nahum war also ein Galiläer, daran gibt es kaum einen Zweifel. Auf den Ruf Gottes kam er aus seiner nördlichen Heimat, um den verängstigten Menschen im Süden, deren Herzen wegen der assyrischen Invasion in Angst waren, Trostworte zuzusprechen.

Das Buch Nahum kann leicht in zwei Teile unterteilt werden. Kapitel 1 stellt den Ewigen als den Fels und die Zuflucht derer dar, die sich Ihm anvertrauen, unabhängig von der drohenden Gefahr. Das Heer Sanheribs schien sie zu überwältigen. Aber Gott stand über allem, wie sich bald herausstellte. Die Kapitel 2 und 3 handeln von der Zerstörung Ninives, woher der Unterdrücker gekommen war. Die Beschreibung der Belagerung und der Zerstörung der schuldigen Stadt ist ein Meisterwerk dramatischer Dichtkunst.

Es ist interessant, festzustellen, dass die beiden Propheten, die in Galiläa geboren worden waren (wie wir oben gesehen haben), in ihrem Dienst größtenteils mit Ninive zu tun hatten.

Jona hatte die Umkehr der Niniviten selbst erlebt, und zwar etwa hundertfünfzig Jahre bevor Nahum den endgültigen Sturz der Stadt verkündigte, weil ihre Missetaten zum Himmel geschrien hatten. In dieser Vernichtung erkennen wir mühelos eine Vorschattung des zukünftigen Endes des gottlosen Assyrers der letzten Tage, auf die ich in meinen Anmerkungen zum Buch Nahum häufig hinweise.

Nächster Teil


Originaltitel: „Notes on the Prophecy of Nahum“
aus Notes on the Minor Prophets, 1909
Quelle: http://www.plymouthbrethren.org/article/4847

Übersetzung: Stephan Isenberg

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