Wir sollten Gott gehorsam sein
2. Samuel 6,6.7

Thomas Oliver

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Leitverse: 2. Samuel 6,6.7

2Sam 6,6.7: Ussa griff nach der Lade Gottes und fasste sie an, denn die Rinder hatten sich losgerissen. Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Ussa, und Gott schlug ihn dort wegen des Vergehens; und er starb dort bei der Lade Gottes.

Dieser ernste Vorfall ist voller Belehrung für uns, obwohl seitdem dreitausend Jahre vergangen sind. Er unterstreicht folgenden Grundsatz: Das Werk des Herrn muss auf Gottes Weise getan werden und nicht so, wie es unserer Meinung nach am besten ist. Offenbar drohte die Bundeslade vom Wagen zu fallen, und daher schien es gerechtfertigt zu sein, diese Gefahr abzuwenden.

David plante, die Lade Gottes in die Mitte Israels zu bringen, nachdem sie ein Jahrhundert lang weg gewesen war. Dieser Gedanke war durchaus richtig, aber David beachtete nicht die Aufforderung der Schrift: Die Lade sollte nur auf den Schultern der Leviten getragen werden und nicht anders [5Mo 10,8; 31,9]. Seine Anordnung, die Lade auf einem neuen Wagen zu transportieren, schien ein Fortschritt zu sein, aber dies war nicht Gottes Methode; folglich führte ein falscher Schritt zum nächsten falschen Schritt. Wenn die Bundeslade so getragen worden wäre, wie Gott es festgelegt hatte – nämlich auf den Schultern der Leviten –, hätte niemand um die Sicherheit der Bundeslade besorgt sein müssen. Das Volk Gottes und ihr Führer mussten lernen, dass der HERR sich um seine eigenen Interessen kümmert.

Mehr als tausend Jahre später versagten die Jünger des Herrn Jesus: Während auf dem See von Galiäa der Sturm tobte, schlief Er in dem kleinen Schiff [Mk 4,37-41], und die Jünger verstanden nicht, dass ihnen in der Gegenwart des Herrn nichts Schlimmes geschehen konnte. Er war vollkommen fähig, sich seiner eigenen Interessen anzunehmen, und die Interessen seiner Jünger waren unauflöslich mit seinen eigenen verbunden. Zweifellos war genau das ihr Empfinden, als Er aufstand und den Sturm stillte!

Wie oft sind wir versucht, uns in das Werk des Herrn einzumischen, indem wir es nach unserer eigenen Vorstellung leiten. Wir sind vielleicht nicht sehr geübt darin, zu erkennen, ob Gott unserem Handeln zustimmt oder nicht. Wenn es nicht nach seinen Gedanken ist, vollstreckt Er vielleicht nicht ein solches Urteil an uns, wie Er es an Ussa vollzogen hat; dennoch missfällt unser Tun Ihm womöglich ebenso wie das Ussas, und am Richterstuhl des Christus wird es ein ähnliches Urteil empfangen.

Deshalb fordert die Schrift uns auf: „Befleißige dich, dich selbst Gott als bewährt darzustellen“ (2Tim 2,15). Nichts anderes wird der Mühe wert sein. „Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre“ (1Tim 4,16); das heißt, wir sollen uns in Bezug auf die Lehre selbst kritisch prüfen.

Vielleicht können wir unsere Handlungsweise – verglichen mit weltlichen Überlegungen – durchaus positiv erklären; aber das wird völlig vergeblich sein, wenn diese Handlungsweise nicht mit der Lehre übereinstimmt. Mit anderen Worten: Der „einmal den Heiligen überlieferte Glaube“ (Jud 3) ist immer noch gültig – trotz der langen Zeitspanne, die seitdem verstrichen ist. Denn er ist das Werk dessen, „bei dem keine Veränderung ist noch der Schatten eines Wechsels“ (Jak 1,17).


Originaltitel: „We ought to obey God“
aus Scripture Truth, Bd. 30, 1938, S. 183

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