Nehemia – ein treuer Dienstknecht Gottes (7)
Nehemia 7

Stephan Isenberg

© SoundWords, online seit: 24.06.2017

Jeder hat seine Aufgabe

Neh 7,1-3: Und es geschah, als die Mauer gebaut war, da setzte ich die Türflügel ein; und die Torhüter und die Sänger und die Leviten wurden bestellt. Und ich beorderte über Jerusalem meinen Bruder Hanani und Hananja, den Obersten der Burg, denn er war ein sehr treuer Mann und gottesfürchtig vor vielen. Und ich sprach zu ihnen: Die Tore Jerusalems sollen nicht eher geöffnet werden, als bis die Sonne heiß scheint; und während die Wachen noch dastehen, soll man die Türflügel zumachen; und verschließt sie. Und ihr sollt Wachen von den Bewohnern Jerusalems aufstellen, den einen auf seine Wache und den anderen vor sein Haus.

In diesem Kapitel wird die Ordnung im Haus Gottes wiederhergestellt. Nehemia setzt die Torhüter, Sänger und Leviten ein. Jeder muss seine Aufgabe erfüllen, so ist es auch in der Versammlung Gottes. Der Apostel Paulus schreibt an die Korinther:

  • „Und Gott hat einige in der Versammlung gesetzt: erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Regierungen, Arten von Sprachen“ (1Kor 12,28).

Ob in unseren Augen große oder mehr die unscheinbaren Gaben – alle sind nötig zur Auferbauung des Leibes Christi. Vielleicht hätten wir das nicht erwartet, aber auch „Hilfeleistung“ ist eine Gnadengabe. Dazu ist die Salbung mit dem Heiligen Geist ebenso nötig wie beim Reden in Sprachen oder dem Lehren des Wortes Gottes.

In einem Maschinenpark laufen oft gewaltige Maschinen. Aber hin und wieder kommt jemand mit einem ganz unscheinbaren Dienst, indem er vereinzelt einen Tropfen Öl an bestimmte Stellen der Maschinen tröpfelt. Damit es im Maschinenpark rundläuft, ist dieser Dienst unverzichtbar. So gibt es auch in der Gemeinde solche, die hier und da einen Tropfen Öl hineinbringen, manchmal ganz unscheinbare Leute. Sie besuchen vielleicht Kranke, halten das Gemeindegebäude in Schuss oder beten für die Diener, die an der Front stehen.

In Vers 1 werden die Torhüter erwähnt. Wohl der Gemeinde, die noch Torhüter hat. Wir brauchen Brüder und Verantwortliche, die ein Auge darauf haben, was in die Gemeinde eingeführt und was draußen gehalten werden muss. Besonders wenn es um den Tisch des Herrn geht (oder auch das Liedgut einer Gemeinde), ist es wichtig, dass wir bedenken, dass es der Tisch des HERRN ist und dort nur solche teilnehmen dürfen, die ein Glied am Leib Christi sind, die weder durch einen unordentlichen Wandeln noch durch böse Lehre gekennzeichnet sind oder sich gegenüber solchen Dingen gleichgültig zeigen. Denken wir dabei an Paulus in Apostelgeschichte 9, wo man ihn in Jerusalem nicht ohne weiteres aufnahm. Barnabas war so ein Torhüter, der sich der Sache annahm und die Sache den Aposteln vorstellte:

  • „Als er [Paulus] aber nach Jerusalem gekommen war, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen; und alle fürchteten sich vor ihm, da sie nicht glaubten, dass er ein Jünger sei. Barnabas aber nahm sich seiner an, brachte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Weg den Herrn gesehen habe und dass dieser zu ihm geredet habe und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu gesprochen habe“ (Apg 9,26.17).

Im Weiteren werden die Sänger erwähnt. Wen können wir uns darunter vorstellen? Ist nicht der Apostel Paulus ein Beispiel für einen neutestamentlichen Sänger, wenn er in Römer 11,33-36 ausruft:

  • „O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unergründlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen? Oder wer hat ihm zuvor gegeben, und es wird ihm vergolten werden? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen“ (Röm 11,33-36)?

Immer wieder in seinen Schriften preist der Apostel Paulus seinen Gott und Vater. Denken wir auch an den Lobpreis in Epheser 1 oder an den Christushymnus in Philipper 2. Gibt es unter uns solche Sänger, die Gott „stets ein Opfer des Lobes“ bringen und sich in Anbetung vor Gott verneigen? Ob eine Gemeinde eine anbetende Gemeinde ist, kann man häufig schon am Liederbuch erkennen. Fragen wir uns ruhig einmal, ob wir noch Lieder singen, die die Verherrlichung Gottes zum Ziel haben. Oder singen wir doch vermehrt Lieder, in denen es letztlich doch nur um uns geht, um unsere Segnungen und Vorrechte – Lieder, mit denen wir letztlich nicht unseren Herrn erheben, sondern unsere Bekehrung feiern?

Auch die Leviten werden in Vers 1 genannt. und das sind solche, die den Priestern beigestellt wurden, um deren Dienst zu unterstützen. In Kapitel 8 erfahren wir, dass die Leviten den Dienst der Verkündigung von Gottes Wort übernommen hatten:

  • „Die Leviten belehrten das Volk über das Gesetz“ (Neh 8,7).

So sind alle Gläubigen in der heutigen Zeit ein priesterliches Geschlecht, und jeder Dienst eines Lehrers (Leviten) soll das Priestertum aller Gläubigen unterstützen. Jeder lehrmäßige Dienst soll aus uns bessere Priester machen.

Die Verse 2 und 3 weisen noch auf zwei besondere Diener mit Namen hin, die eine Aufgabe als Torhüter bekamen. Das unterstreicht die dringende Notwendigkeit des Dienstes eines Torhüters auch in unserer Zeit. Der Torhüterdienst legt die Grundlage für das Funktionieren einer biblischen Gemeinde.

Gott sucht treue Mitarbeiter

Nehemia wählt zwei treue Männer aus. Der eine, Hanani, hatte den Niedergang Jerusalems auf dem Herzen getragen und hatte Bereitschaft gezeigt, den langen Weg von Jerusalem zu Nehemia am Königshof in Persien in Kauf zu nehmen; und der andere hatte bereits Erfahrung in der Führerschaft gemacht, er war der Oberste der Burg und sehr treu und gottesfürchtig (Neh 7,1-3).

Gott sucht treue und gottesfürchtige Mitarbeiter, die ein Interesse daran haben, was Gott wichtig ist. Es gibt viele, die im Reich Gottes mitarbeiten wollen, aber nur wenige, die wirklich ein Empfinden dafür haben, was das Herz Gottes bewegt. Im Dienst geht es nicht darum, dass wir uns unser Aufgabenfeld selbst aussuchen und nach unseren Bedingungen vorangehen, sondern dass wir uns Gott bedingungslos ausliefern.

Der Apostel Paulus scharte nicht irgendwelche Gläubige um sich, sondern solche, die als treu befunden werden konnten. Wir mögen nicht mehr mit der Autorität eines Paulus ausgestattet sein, was das Anstellen und Einsetzen von Ältesten und Diener anbelangt, aber immer noch haben wir auf die Wirkung des Geistes zu achten, wenn der Heilige Geist solche einsetzt (Apg 20,28), die der Herde in besonderer Weise vorzustehen haben. Die Herde tut gut daran, der Aufforderung des Apostel zu folgen, wenn er schreibt:

  • „Wir bitten euch aber, Brüder, dass ihr die erkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch zurechtweisen“ (1Thes 5,12).

Paulus hatte sich umgeben mit vielen treuen Brüdern, ebenso Petrus und auch Johannes wusste Treue im Dienst zu schätzen:

  • „Deshalb habe ich euch Timotheus gesandt, der mein geliebtes und treues Kind ist im Herrn; der wird euch an meine Wege erinnern, die in Christus sind, wie ich überall in jeder Versammlung lehre“ (1Kor 4,17).
  • „Damit aber auch ihr um meine Umstände wisst, wie es mir geht, so wird Tychikus, der geliebte Bruder und treue Diener im Herrn, euch alles kundtun“ (Eph 6,21; Kol 4,7).
  • „… mit Onesimus, dem treuen und geliebten Bruder, der von euch ist; sie werden euch alles kundtun, was hier geschieht“ (Kol 4,9).
  • „Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verliehen hat, dass er mich für treu erachtet hat, indem er den in den Dienst stellte, der zuvor ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war“ (1Tim 1,12).
  • „… durch Silvanus, den treuen Bruder“ (1Pet 5,12).
  • „Ich weiß, wo du wohnst: wo der Thron des Satans ist; und du hältst fest an meinem Namen und hast meinen Glauben nicht verleugnet, auch in den Tagen, in denen Antipas mein treuer Zeuge war, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist“ (Off 2,13).
  • „Und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Leuten an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren“ (2Tim 2,2).

Nehemia hatte um sich herum auch einige Brüder gefunden, die er als treu und gottesfürchtig erkannt hatte und von denen er überzeugt war, dass sie zuerst und in allem an der Verherrlichung Gottes interessiert waren.

Auch von Gläubigen einer Gemeinde heißt es zweimal, dass sie aus „Treuen“ bestand (Eph 1,1; Kol 1,2). Dabei ist es interessant, dass es gerade jene Versammlungen waren, in denen Paulus auch über die himmlische Stellung der Gemeinde und das Geheimnis des Christus reden konnte.

Willst du auch ein treuer Dienstknecht deines Herrn sein, dem man das Zeugnis geben kann:

  • „Dieser ist treu als Diener in seinem ganzen Haus“ (Heb 3,5)?

Treue ist besonders dadurch gekennzeichnet, dass man sich der Heiligkeit des Hauses Gottes bewusst ist. Hanani und Hananja übernahmen einen Torhüterdienst, und sie sollten die Tore erst öffnen, wenn die Sonne heiß schien, das heißt, sie sollten auf Nummer sicher gehen – sie sollten dafür sorgen, dass keine fremden Elemente in die heilige Stadt kamen. Aber sie sollten auch darauf achten, dass keine fremden Elemente in ihr eigenes Haus kamen.

Neh 7,3: Und ihr sollt Wachen von den Bewohnern Jerusalems aufstellen, den einen auf seine Wache und den anderen vor sein Haus.

Nehemia wusste: Wenn es dem Feind gelingt, das wir unreine und böse Dinge in unseren Häusern dulden, dann wird es auch über kurz oder lang im Haus Gottes zu finden sein.

In der heutigen Zeit ist die Weltlichkeit sicher der größte Feind. Falsche Lehren mögen noch recht bald erkannt werden, aber Weltlichkeit entspricht zu sehr unseren natürlichen Neigungen, dass wir es oft nicht merken oder uns innerlich sperren, etwas als weltlich anzusehen, weil wir es bereits lieb gewonnen haben.

Letzte Aktualisierung: 03.06.2017

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