Nehemia – ein treuer Dienstknecht Gottes (4)
Nehemia 4

Stephan Isenberg

© SoundWords, online seit: 03.06.2017

Verschwörung und Kampf von außen

Neh 4,2: Und sie verschworen sich alle miteinander, zu kommen, um gegen Jerusalem zu kämpfen und Schaden darin anzurichten.

Art des Widerstandes: Nun wird der Feind dreister. Der Feind tritt von außen an das Volk heran. Er versucht, das Werk durch eine Verschwörung zu hindern. Leider gibt es immer solche im Volk Gottes, die sich leicht entmutigen lassen; so war es auch hier.

Neh 4,4: Und Juda sprach: Die Kraft der Lastträger sinkt, und es ist viel Schutt da, und so vermögen wir nicht mehr, an der Mauer zu bauen.

Sie schauten nur auf die Lasten und waren mit dem Schutt rings umher beschäftigt. Es passiert auch uns sehr schnell, dass wir nur auf die widrigen Umstände schauen, wie einst Petrus auf die Wellen schaute statt auf den Herrn oder wie die zwölf Kundschafter in der Wüste das Land auskundschaften sollten und die meisten vom Unglauben überwältigt wurden. Auch wir könnten schnell meinen, angesichts des schlechten Zustandes in der Christenheit bräuchten wir uns um den Schutz des Hauses Gottes nicht mehr zu kümmern, es wäre sowieso alles hoffnungslos. Hauptsache, wir retten noch ein paar Menschen vor dem kommenden Zorn. – Diese Haltung legte Nehemia nicht an den Tag. Der Glaube bringt immer Gott zwischen sich und die Umstände, wie widrig sie auch sein mögen; der Unglaube dagegen sieht nichts als die Umstände, sie stellen sich zwischen ihn und Gott.

Gegenmittel: Nehemia und das Volk gehen mit dieser Not zu Gott:

Neh 4,3: Da beteten wir zu unserem Gott und stellten aus Furcht vor ihnen Tag und Nacht Wachen gegen sie auf.

Das Gebet ist unser geheimer Kraftbrunnen gegen alle Gefahren von außen, aber auch gegen jede Entmutigung von innen. Das Gebet und auch das Wachen sind die beiden Schlusspunkte der ganzen Waffenrüstung Gottes in Epheser 6:

  • „Zu aller Zeit betend mit allem Gebet und Flehen in dem Geist, und hierzu wachend in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen“ (Eph 6,18).

Auch der Apostel Petrus schreibt an die Gläubigen in der Zerstreuung:

  • „Seid nüchtern, wacht; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge“ (1Pet 5,8).

Der Herr Jesus verbindet beten und wachen ebenfalls, wenn Er sagt:

  • „Also nicht eine Stunde vermochtet ihr mit mir zu wachen?“ (Mt 26,40).

Wir lesen nicht, worum Nehemia betete, aber wenn wir den Zusammenhang beachten, dann wird er wohl für das gebetet haben, was nur Gott tun konnte, denn er war bereit, seiner Verantwortung zu entsprechen und das zu tun, was in seiner Macht stand.

Nehemia war nicht naiv, er wusste, dass er einen mächtigen und souveränen Gott hatte. Aber er wusste auch um seine eigene Verantwortung. Sie stellten Tag und Nacht Wachen auf. Wir können uns nicht hinter Sprüchen verschanzen wie: „Gott du musst alles tun, wir können gar nichts machen.“ Natürlich, einerseits stimmt das sehr wohl, denn der Herr sagt: „Außer mir könnt ihr nichts tun“ (Joh 15,15). Und doch fordert Gott uns auf, das zu tun, was in unsrer Macht steht; nur dann will Er tun, was nur in seiner Macht steht. Gott sprach einst zu Josua:

  • „Da sprach der HERR zu Josua: Steh auf! Warum liegst du denn auf deinem Angesicht?“ (Jos 7,10).

Und doch hieß es zuvor:

  • „Und Josua zerriss seine Kleider und fiel vor der Lade des HERRN auf sein Angesicht zur Erde bis zum Abend“ (Jos 7,6).

Gott braucht Arbeiter, keine Müßiggänger.

Neh 4,11: Und die Lastträger luden auf, mit der einen Hand am Werk arbeitend, während die andere die Waffe hielt.

Neh 4,15: So arbeiteten wir an dem Werk, und die Hälfte von ihnen hielt die Lanzen vom Aufgang der Morgenröte an, bis die Sterne hervortraten.

Nachdem sie gebetet haben, gehen sie ans Werk und stellen sich dem Kampf. Wir sollten jeden Tag mit Gebet beginnen und wie Nehemia in einer Haltung des Gebets verharren, aber dann sollten wir auch aufstehen und mithelfen an der Auferbauung des Leibes Christi. Gleichzeitig werden wir im Kampf mit der ganzen Waffenrüstung Gottes ausgestattet,

  • „damit ihr an dem bösen Tag zu widerstehen und, nachdem ihr alles ausgerichtet habt, zu stehen vermögt“ (Eph 6,13).

Nehemia hatte die ganze Waffenrüstung Gottes angezogen, und wir staunen darüber, wie er imstande war,

  • „alle feurigen Pfeile des Bösen auszulöschen“ (Eph 6,16).

Wir werden in der Folge sehen, wie geschickt Nehemia das „Schwert des Geistes, das Gottes Wort ist“ (Eph 6,17), zielsicher einsetzen konnte. Gott sucht auch heute treue Dienstknechte, die in der Lage sind, das Schwert des Geistes treffsicher einzusetzen, und die im Gebet die Gemeinschaft mit Ihm nicht vernachlässigen.

Letzte Aktualisierung: 03.06.2017

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