Nehemia – ein treuer Dienstknecht Gottes (12)
Nehemia 12

Stephan Isenberg

© SoundWords, online seit: 29.07.2017

Die Einweihung der Mauer

In Esra 3 wurde der Altar, in Esra 6 der Tempel und nun wird die Mauer eingeweiht.

Neh 12,27: Und bei der Einweihung der Mauer Jerusalems suchte man die Leviten aus allen ihren Orten, um sie nach Jerusalem zu bringen, die Einweihung mit Freuden und mit Lobliedern und mit Gesang, mit Zimbeln, Harfen und Lauten zu feiern.

Die Mauer wurde in der Rekordzeit von 52 Tagen gebaut, die Angriffe des Feindes (zumindest vorläufig) abgewehrt, die Ordnung im Haus Gottes eingerichtet, die Autorität des Wortes Gottes eingesetzt, das Abweichen des Volkes als Sünde verurteilt und durch einen Bund ein neuer Anfang gemacht. So konnte das Volk Gottes mit großer Freude und Lobgesang die Mauer einweihen.

Zwei Dankchöre wurden auf der Mauer platziert, wobei ein Zug rechts- und der andere linksherum zogen. Auf diese Weise konnten sich alle Beteiligten einen Überblick über den Ort machen, den Gott auserwählt hatte, um seinen Namen dort wohnen zu lassen. Das würde ihre Wertschätzung für diesen Ort nur erhöhen und die Dankbarkeit vergrößern.

Kennen wir das Gegenstück zu diesem Ort in unserer Zeit? Der Herr Jesus hat versprochen, dort in der Mitte zu sein, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. Die Gemeinde entspricht, wie oben bereits gesehen, heute dieser Stadt Jerusalem, wie sie ja auch das neue Jerusalem in Offenbarung 21 genannt wird. Auch wir sollten einmal um diese Stadt ziehen und uns unter den Eindruck bringen über den ewigen Vorsatz Gottes bezüglich seiner Gemeinde.

Wenn wir bisher vielleicht nur Augen für den Verfall und den Niedergang in der Gemeinde gehabt haben, dann sollten wir beginnen, um die Stadt zu ziehen und die wahre Schönheit der Stadt zu bewundern. Erinnern wir uns daran, dass Nehemia trotz Verfall von der „heiligen Stadt“ spricht (und dass im Neuen Testament sogar von der „Stadt des großen Königs“ die Rede ist), und das in einer Zeit, als es in Israel sehr finster aussah.

Wenn wir die Versammlung/Gemeinde mit Gottes Augen sehen, dann führt uns das nie zu Selbstzufriedenheit, Eigendünkel oder einer falschen Form der Verherrlichung der Gemeinde, sondern es dient dazu, anbetend niederzufallen:

  • „IHM sei die Herrlichkeit in der Versammlung in Christus Jesus, auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin! Amen!“ (Eph 3,21).

Manche gehen Woche für Woche zur Versammlung und haben doch nie verstanden, wie Gott die Versammlung sieht und was sie unserem Herrn bedeutet. Hast du schon einmal die Bollwerke bemerkt und die Paläste beachtet, hast du den Königsgarten gesehen und den Teich Siloam? Was hast du davon in deinem Herzen verstanden, dass du freien Eintritt ins Heiligtum hast, um Gott mit Lob, Dank und Anbetung zu nahen? War die Gemeinde für dich vielleicht bisher nur eine Art Evangelisations- und Missionsgesellschaft?

Diese Einweihung der Mauer kann uns eine große Ermutigung auch in Zeiten des Verfalls und großer Schwachheit sein. Das Herumziehen um Jerusalem führte dazu, dass sie erkannten, dass Gott ihnen eine sehr große Freude bereitete (Neh 12,43). Auch wenn die Umstände ungünstig sind – wie einst bei Paulus, als er an die Philipper schreibt –, so dürfen wir uns doch „allezeit im Herrn erfreuen“ (vgl. Phil 4,4).

Die Gesinnung Nehemias

Es ist mehr als eine Randnotiz, wenn wir darauf achten, dass Nehemia auch hier eine sehr niedrige Gesinnung an den Tag legte.

Neh 12,31.36.38: Und ich ließ die Obersten von Juda oben auf die Mauer steigen; und ich stellte zwei große Dankchöre und Züge auf. Der eine zog nach rechts, oben auf der Mauer, zum Misttor hin. … und Esra, der Schriftgelehrte, vor ihnen her. … Und der zweite Dankchor zog zur entgegengesetzten Seite, und ich und die Hälfte des Volkes gingen hinter ihm her, oben auf der Mauer, an dem Ofenturm vorüber und bis an die breite Mauer-

Der erste Dankchor wurde von Esra, dem Schriftgelehrten, angeführt (Neh 12,36), und im zweiten Dankchor nahm Nehemia den letzten Platz ein (Neh 12,38). Hätten wir nicht erwarten können, dass Nehemia als Erster vorangehen würde? Er ist und bleibt ein Dienstknecht Gottes, der weiß, den unteren Platz einzunehmen.

Die Wertschätzung der Priester und Leviten

In den Versen 44.45 lesen wir, wie auch die Leviten und Priester gut versorgt wurden:

Neh 12,44.45: Und an jenem Tag wurden Männer bestellt über die Vorratskammern für die Hebopfer, für die Erstlinge und für die Zehnten, um von den Feldern der Städte die gesetzlichen Teile für die Priester und für die Leviten darin zu sammeln; denn Juda hatte Freude an den Priestern und an den Leviten, die im Dienst standen. Und sie versahen den Dienst ihres Gottes und den Dienst der Reinigung; und so auch die Sänger und die Torhüter, nach dem Gebot Davids und seines Sohnes Salomo.

Wenn wir eine große Wertschätzung für das Haus Gottes haben, dann wird sich das darin zeigen, dass Gottes Dienstknechte mit dem Nötigsten ausgestattet werden. Hast du einmal Freude darüber empfunden, dass der Herr Jesus seiner Gemeinde Gaben gegeben hat?

Letzte Aktualisierung: 15.07.2017

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