Grundlegende Gedanken zur Taufe
Eine Untersuchung geläufiger Meinungen zur Wassertaufe

Willem Johannes Ouweneel

© SoundWords, online seit: 03.10.2005

Leitverse: Matthäus 28,19; Römer 6,3.4

Mt 28,19: Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern und tauf sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Röm 6,3.4:
Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft worden sind, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, damit, so wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

ERSTER BRIEF / Sommer 1974

Einleitung

Lieber Bruder in Christus!

So darf ich dich durch die Gnade Gottes nun wirklich nennen! Was Gott schon lange gewusst und schon immer von dir gesagt hatte, nämlich dass du ein Sünder warst, hast du nun auch selbst Ihm gegenüber anerkannt. Du bist in deinem Gewissen getroffen worden und hast eingesehen, wer und was du in Gottes Augen warst. Die Menschen hielten dich für einen „tadellosen Mann“, und lange Zeit hattest du eigentlich auch diese Meinung von dir, bis du sahst, dass Gott mit anderen Maßstäben misst. Gott sagt, dass Sünde „Gesetzlosigkeit“ ist (1Joh 3,4), das Nicht-Anerkennen der absoluten Autorität Gottes über jede Einzelheit unseres Lebens, unsere Gedanken, Worte und Taten. Dem hattest du niemals Rechnung getragen, bis der Blitz des Geistes Gottes in dein Gewissen einschlug und du mit Schmerz erkanntest, dass du schuldig warst vor einem heiligen und gerechten Richter, und du ausriefst, dass du rettungslos verloren warst. Doch welch ein Wunder der Gnade, dass du dann durch das Evangelium sehen lerntest, dass Gott gerade für solche elenden, hoffnungslosen Sünder seinen eigenen Sohn als das Sühnopfer gegeben hat und dass der Tod seines Sohnes für dich ein neues, ein herrliches, ein ewiges Leben bedeutet! Welch eine gewaltige Entdeckung war das, als du sahst, dass Gott durch das Erlösungswerk des Herrn Jesus vollkommene Genugtuung im Blick auf deine Sünden empfangen hat und dass Gott das bestätigte, indem Er Jesus aus den Toten auferweckte und Ihm einen Platz der Verherrlichung zu seiner Rechten gab.

Ja, wie herrlich, dass du nun wissen darfst, dass du mit Christus gestorben und auferweckt bist und dass du einmal von dem Herrn selbst an den herrlichen Ort gebracht wirst, wo Er jetzt bereits ist und wo du in alle Ewigkeit bei Ihm sein darfst. Darum kann ich dich, wie gesagt, Bruder nennen.

Aber nun beschäftigt dich eine Frage, und diese Frage kann ich sehr gut verstehen. Freudigen Herzens hast du mit anderen Christen von deiner Errettung gesprochen und über den Frieden und die Freude, die du nur in Christus besitzt. Daraufhin haben verschiedene dieser Christen zu dir gesagt, dass du getauft werden musst, weil du das ja noch nicht bist. Du hast auch ohne Weiteres eingesehen, dass du getauft werden musst, denn das findest du tatsächlich im ganzen Neuen Testament. Deine Schwierigkeit ist nun aber, dass du etwas verwirrt bist über die unterschiedlichen Gründe, die diese Christen anführten, weshalb du getauft werden musst. Ja, da wirst du leider als ganz junger Gläubiger schon mit einem großen Teil der Verwirrung konfrontiert, die in der Tat in der Christenheit herrscht … und die Taufe ist leider nicht das Einzige, worüber Gläubige geteilter Meinung sind.

Warum getauft werden?

  • Wenn ich dich richtig verstanden habe, hat jemand zu dir gesagt, dass du dem Gebot des Herrn gehorsam sein musst und dich deshalb taufen lassen musst. Du hast aber in der ganzen Bibel kein Gebot des Herrn gefunden, sich taufen zu lassen (wohl zu taufen), und du fragst, was die Taufe mit Gehorsam zu tun hat. Du findest es (zu Recht!) sonderbar, dass Gott im Christentum noch Gehorsam äußerlichen Einrichtungen gegenüber fordern sollte, und fragst, wie sich die Sache denn nun verhält.

  • Noch mehr hat dich aber gewundert, dass jemand zu dir sagte: Du darfst nicht sagen, dass du wiedergeboren bist, bevor du getauft bist. Er las dir Johannes 3 vor und behauptete, dass jemand wiedergeboren würde aus Wasser (er meinte damit das Taufwasser) und Geist! Und das, während du (zu Recht!) dachtest, dass du bereits wiedergeboren warst! Du hast nämlich in 1. Petrus 1,23 gelesen, dass jemand wiedergeboren wird durch das Wort Gottes.

  • Andere Christen wiederum haben zu dir gesagt, dass es überhaupt nicht stimmt, dass du erst in der Taufe das neue Leben der Wiedergeburt empfängst. Im Gegenteil, sagten diese Gläubigen, die Taufe ist gerade dein Bekenntnis, dass du bereits wiedergeboren bist! Das hörte sich für dich schon viel besser an, doch auch mit dieser Behauptung hattest du Schwierigkeiten, als du die Schrift untersuchtest.

  • Diese Christen sagten zu dir: „Du bist errettet und das musst du in der Taufe bekennen.“ Doch in der Schrift hast du genau das Gegenteil gelesen: „Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden“ (Mk 16,16), und: „Welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe“ (1Pet 3,21).

  • Diese Gläubigen sagten zu dir: „Du hast Vergebung der Sünden empfangen, und deshalb musst du dich taufen lassen.“ Du aber hast in der Schrift gelesen: „Ein jeder von euch werde getauft … zur Vergebung der Sünden“ (Apg 2,38), und: „Lass dich taufen und deine Sünden abwaschen“ (Apg 22,16).

  • Diese Brüder sagten: „Du hast Christus angezogen und davon musst du durch die Taufe Zeugnis ablegen.“ Du aber hast das Gegenteil gelesen: „Denn so viele euer auf Christus getauft worden sind, ihr habt Christus angezogen“ (Gal 3,27).

  • Diese Christen sagten: „Du bist mit Christus gestorben, und deshalb musst du getauft werden.“ Du aber hast gelesen: „Wisset ihr nicht, dass wir … auf seinen Tod getauft worden sind?“ (Röm 6,3).

Und nun sagst du (und darin stimme ich mit dir überein): Was meine Brüder zu mir sagen, das steht regelrecht im Gegensatz zur Schrift – aber wenn ich die Schrift lese, komme ich auch nicht klar, denn dann scheint es so, als ob ich vor meiner Taufe noch nicht errettet bin, noch keine Sündenvergebung habe, noch nicht Christus angezogen habe und noch nicht mit Ihm in seinem Tod vereinigt bin. Wie steht es nun damit?

Ich will gleich dazu sagen: Wie ich die Dinge sehe, hast du völlig recht! Was diese Christen zu dir gesagt haben, ist tatsächlich (obwohl ihnen das natürlich nicht bewusst ist und sie das auch nicht beabsichtigen), soweit ich es in der Schrift sehe, genau das Umgekehrte von dem, was die Bibel sagt. Und auch deine zweite Schlussfolgerung ist meines Erachtens richtig: In gewisser Hinsicht besitzt du die Errettung, die Sündenvergebung usw. tatsächlich noch nicht! Ich füge sofort hinzu: Du hast sie wohl, was deine ewige Bestimmung, dein Verhältnis zu Gott und deinen Platz im Himmel betrifft – das wurde geregelt, als du zur Bekehrung und zum Glauben kamst –, aber solange du nicht getauft bist, hast du sie tatsächlich nicht, was dein Verhältnis gegenüber der Welt und deinen Platz auf der Erde betrifft! Denn genau das ist es, worauf sich die Taufe bezieht. Ist das unverständlich für dich? Ich hoffe, dass es dir im weiteren Verlauf deutlich werden wird.

Grundvoraussetzung zum Verständnis der Taufe

Zuerst Folgendes: Ich hätte dir diesen Brief nicht geschrieben, wenn ich nicht den Eindruck gewonnen hätte, dass du bei jeder Frage, die du hast, untersuchst, was die Schrift darüber sagt. Das ist von allergrößter Bedeutung. Ich bin eigentlich sehr froh darüber, dass du so viele unterschiedliche Ansichten von Christen gehört hast, denn das wird dich davor bewahren, gedankenlos eine dieser Meinungen zu übernehmen. Jetzt bist du gezwungen zu untersuchen, was die Schrift sagt, und das ist unendlich viel besser, als eine Auswahl aus Meinungen zu treffen und dann schließlich die anziehendste Auffassung zu übernehmen. Nimm nichts an von Christen, die dir allzu selbstsicher erzählen können, was die Taufe bedeutet und die ihre Meinung sogar durch Schriften von Menschen bekräftigen und nicht durch Gottes Wort selbst, oder die nichts anderes tun als nachreden, was die Tradition ihrer Kirche oder Glaubensgemeinschaft lehrt und sich nicht bewusst sind, dass sie häufig das Entgegengesetzte von dem sagen, was die Schrift sagt. Solche Christen weisen von vornherein alles ab, was ihnen nicht vertraut in den Ohren klingt. Du bist glücklicherweise nicht in irgendeine Tradition verstrickt. Du stehst der Sache unbefangen gegenüber. So wollen wir gemeinsam auf „Meinungen“ verzichten und einfach untersuchen, was Gottes Wort sagt.

Was die Taufe nicht ist

Du bist zwei Auffassungen begegnet, die sehr stark verbreitet sind. Beinahe jeder „Christ“ auf der Erde hängt einer dieser beiden Meinungen an (oder einer Variation davon), obschon weitaus die meisten von ihnen niemals ein persönliches Schriftstudium daran gewandt haben und also eigentlich anderen nachsprechen. Sei deshalb nicht besorgt, wenn es so scheint, als lehre die Schrift etwas anderes als beinahe alle „Christen“ glauben – weitaus die meisten von ihnen verwerfen ja zum Beispiel auch die Rechtfertigung allein durch den Glauben, und welche Lehre ist eindeutiger in der Schrift als diese? Wir wollen deswegen nicht ängstlich sein, bestehende Dogmen trotzdem anhand des Wortes Gottes zu prüfen.

  1. Während der Taufe empfange ich innerlich etwas von Gott
    Die erste übliche Auffassung ist, dass ich in (bei, während) der Taufe innerlich etwas von Gott empfange. Als wichtigste „Beweisstelle“ führt man dazu (wie du selbst erfahren hast) Johannes 3 an, wo der Herr Jesus zu Nikodemus sagt: „Es sei denn dass jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen“ (V. 5). Nüchtern besehen, ohne dogmatische Brille, ist es eigentlich unglaublich, wie man das jemals mit der christlichen Taufe in Zusammenhang bringen konnte! Ist es nicht naiv, da, wo von Wasser die Rede ist, bloß an das Taufwasser zu denken? Und das, wo doch die christliche Taufe in Johannes 3 überhaupt noch nicht bekannt war, geschweige denn bestand. Die Taufe wurde erst eingesetzt (und konnte erst eingesetzt werden), nachdem Christus gestorben und auferweckt war (Mt 28), denn die Taufe ist ein Bild seines Todes (Röm 6; Kol 2). Und doch nimmt der Herr Jesus es Nikodemus übel, dass er nicht wusste, dass jemand von neuem geboren werden musste aus Wasser und Geist. Wie konnte der Herr ihm das übel nehmen, wenn Nikodemus doch überhaupt nichts von der christlichen Taufe wissen konnte? Die Antwort ist einfach: weil Christus überhaupt nicht von der Taufe spricht!

    Der Herr Jesus sprach von „Wasser“, weil das Alte Testament in Verbindung mit der Wiedergeburt darüber spricht (s. Hes 36,25-27), und auch das Neue Testament macht vollkommen deutlich, was mit diesem „Wasser“ gemeint ist. Paulus sagt in Epheser 5,26, dass Christus die Versammlung reinigt durch eine Waschung mit „Wasser“ – und wie? „Durch das Wort!“ Was ist einfacher als das? Das Wasser ist ein Bild des Wortes Gottes in seiner reinigenden Wirkung. Auch Epheser 5,26 hat nichts mit der Taufe zu tun (wie man allgemein behauptet); wie könnte man jemals annehmen, dass die Versammlung abermals geboren werden müsste, und das sogar noch durch die Taufe? Nein, das Wasser ist ein Bild des Wortes, und das stimmt völlig mit anderen Schriftstellen überein, wie auch mit dem Text, den du selbst schon gefunden hast: „Die ihr nicht wiedergeboren seid aus verweslichem Samen, sondern aus unverweslichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes“ (1Pet 1,23). Vergleiche auch Jakobus 1,18 und Johannes 15,3. Auch andere Schriftstellen, die über Waschen sprechen und zu Unrecht auf die Taufe bezogen werden (wie 1Kor 6,11), haben mit dieser Reinigung durch das Wort Gottes zu tun, das durch den Heiligen Geist auf Herz und Gewissen angewendet wird. Stell dir vor, dass jemand nur durch die Taufe wiedergeboren würde! Dann wäre der bekehrte Mörder am Kreuz doch verloren, und dann wäre dieser unbekehrte Simon, der Zauberer, doch errettet …

    Mit dieser genannten falschen Auffassung hängt noch ein anderer weit verbreiteter Irrtum zusammen. Das ist die Meinung, dass man durch die Taufe ein Glied des Leibes Christi (also der Kirche Gottes) wird. Dieser Irrtum beruht auf einer unüberlegten Auslegung von 1. Korinther 12,13 („Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden“). Man muss schon eine stark beschlagene dogmatische Brille aufhaben, wenn man nicht sieht, dass dieser Vers überhaupt nichts mit der Wassertaufe zu tun hat, sondern sich auf die Taufe mit dem Heiligen Geist bezieht, die nach Apostelgeschichte 1,5 und Kapitel 2 am Pfingsttag stattfand, als der Heilige Geist herniederkam und die Gläubigen zu dem einen Leib Christi zusammenfügte. Ich gehe jetzt nicht weiter darauf ein, denn ich hoffe, gleich ausführlich zu zeigen, dass die Taufe überhaupt nichts mit der Kirche (oder Gemeinde) als dem Leib Christi zu tun hat, wie unorthodox das deinen christlichen Freunden in den Ohren klingen mag.

  2. Man darf Menschen erst taufen, nachdem und weil sie errettet worden sind
    Die zweite Auffassung ist als Reaktion auf die erste entstanden, aber unterscheidet sich weitaus weniger davon als man gewöhnlich denkt. Solche, die meinen, dass man in der Taufe das Leben der Wiedergeburt bekommt, sind meistens auch diejenigen, die kleine Kinder taufen. Als Reaktion auf den sonderbaren Gedanken, dass diese Säuglinge wiedergeboren, ja, Glieder der Kirche Gottes wären, entstand die zweite Auffassung, dass man Personen erst taufen darf, nachdem und weil sie errettet worden sind; die Taufe ist dann ein Bekenntnis oder Zeugnis, dass man errettet ist. Das scheint das völlige Gegenteil einer wiedergebärenden Kindertaufe zu sein; wenn man sich mit verschiedenen Taufauffassungen beschäftigt, scheint es wohl keinen größeren Kontrast zu geben als den zwischen Kindertaufe und Gläubigentaufe. Aber die erste Frage, die gestellt werden muss, ist nicht die, ob man Säuglinge oder Erwachsene tauft, sondern wozu man tauft! Und dann scheint nur ein gradueller Unterschied zwischen einer wiedergebärenden Kindertaufe und einer Gläubigentaufe zu bestehen. In der ersten empfängt man (angeblich) neues Leben und Sündenvergebung, in der zweiten bekennt man, neues Leben und Sündenvergebung empfangen zu haben; in der ersten wird man (angeblich) ein Glied der Gemeinde Gottes, in der zweiten bekennt man, ein Glied der Gemeinde Gottes geworden zu sein. Doch für keine der beiden Auffassungen finde ich auch nur den geringsten Hinweis in der Schrift – und darum geht es doch!

Du musst also Folgendes gut festhalten:

  1. Erstens ist die Taufe niemals das innere Empfangen eines geistlichen Gutes: Wiedergeburt, Sündenvergebung, usw.; und
  2. zweitens ist die Taufe auch niemals das Bekenntnis oder das Zeugnis von etwas, das wir empfangen haben oder geworden sind.

Das sind vielleicht sehr ungewöhnliche Worte für dich, aber ich hoffe, dass es dir sogleich einleuchten wird. Um bei dem Letzten zu bleiben: Ich kann nicht genug darauf hinweisen, dass die Taufe in der Schrift nie und nimmer auf etwas zurücksieht, was ich empfangen habe oder geworden bin. Dort, wo die Taufe in der Schrift lehrmäßig behandelt wird, wird immer auf etwas vorausgesehen; man wird nicht getauft, weil, sondern damit. Man wird getauft zur (wörtlich: auf) Vergebung der Sünden (Apg 2,38; vgl. Mk 1,4 u. Apg 22,16), auf Christus (Röm 6,3; Gal 3,27), auf den Namen des Herrn Jesus (Apg 8,16; 19,5; vgl. 1Kor 1,13.15), auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes (Mt 28,19), auf den Tod Christi (Röm 6,3.4).

Die Taufe – ein Startpunkt, eine Tür

Man wird also nicht getauft wegen etwas, was man schon ist oder hat, sondern gerade um etwas zu werden: um vereinigt mit einem gestorbenen Christus auf der Erde, hier auf der Erde seine Seite zu wählen und als sein Sklave zu wandeln. Die Taufe ist nicht der Endpunkt der Bekehrung, sondern der Anfangspunkt eines neuen Weges auf der Erde. Wir werden getauft, damit wir in Neuheit des Lebens wandeln – hier auf der Erde (Röm 6,4). Wir werden getauft, damit wir fortan mit einem guten Gewissen wandeln – hier auf der Erde (1Pet 3,21). Wir werden getauft, damit wir fortan mit Christus bekleidet sind, das heißt, uns praktisch unter seine Autorität stellen – hier auf der Erde (Gal 3,27).

Als ich zur Bekehrung und zum Glauben kam, war zwischen Gott und mir alles in Ordnung aufgrund des vollkommenen Werkes des Herrn Jesus. Ich war im selben Augenblick passend für den Himmel. Aber ich hatte – wenn der Herr noch ausblieb – noch einen Weg vor mir auf der Erde: einen Weg, auf dem ich in einer neuen Art von Leben zu wandeln hatte, mit einem guten Gewissen und unter der Autorität Christi. Und nun lehrte mich die Schrift, dass die Taufe der Anfangspunkt dieses Weges war. Im Himmel gibt es keinen Wandel mehr und auch nicht das Problem eines guten Gewissens. Wenn jemand auf dem Sterbebett läge, brauchte er sich nicht mehr taufen zu lassen, genauso wenig wie der bekehrte Mörder am Kreuz.

  • Aber wenn ich noch ein Leben auf der Erde vor mir habe, muss ich in der Taufe anerkennen, dass Gott auf dieser Erde nur Verbindung mit mir haben und mich segnen kann aufgrund des Todes Christi.
  • Was meine Stellung als Mensch vor Gott betrifft, sieht Gott mich, wenn ich glaube, als mit Christus gestorben und auferweckt. Aber was meine Stellung auf der Erde betrifft, gegenüber der Welt, muss ich in der Taufe das Ende meines Lebens als Sünder in dieser Welt auf mich nehmen.
  • Ich muss das Gericht Gottes über dieses Leben anerkennen, und in dem Tod Christi (dargestellt in dieser Taufe) beginne ich ein neues Leben auf der Erde.
  • Die Mauer des Todes Christi scheidet mich von dieser Welt, und auf der anderen Seite des Grabes ist ein Bereich, wo ich mit einem guten Gewissen unter der Autorität Christi wandle.

Sieh, hier steckt nun für viele die ganze Schwierigkeit. Der Grund, dass viele Christen nicht sehen, was die Taufe bedeutet, liegt darin, dass sie nicht einsehen, dass es auf dieser Erde einen „Bereich“ gibt, wo formell die Autorität des auferstandenen Herrn gilt und wo der Heilige Geist wirksam ist, wo es einen Platz praktischer „Errettung“ gibt, einen Platz sogenannter „administrativer“ Vergebung der Sünden. Ich gebe zu, dass dies kein einfacher Gegenstand ist; aber ich kann es auch nicht ändern: Wenn du nicht siehst, was dieser „Platz“ in sich schließt, wirst du auch nicht begreifen, was die Taufe bedeutet, denn die Taufe ist das Eingangstor zu diesem „Platz“. Ich kann dir aber dabei behilflich sein: Dieser Platz wird im Neuen Testament genannt: das Königreich der Himmel, und auch das Haus Gottes (was nicht genau dasselbe ist). Dies ist nun der Gegenstand, den ich genauer auslegen möchte. Zuvor jedoch noch zwei Punkte, und zwar möchte ich gerne mit einer Warnung beginnen. Wenn du einfältig an die Schrift herangehst und daran festhältst, dass die Taufe nicht ein Bekenntnis davon ist, dass ich gestorben und gewaschen bin, sondern selbst ein Sterben und Abwaschen darstellt, dann wird häufig eingewendet werden: „Ja, aber die Taufe ist doch nur ein Bild! Sie ist ein symbolischer Ausdruck von dem, was in Wirklichkeit schon mit dir geschehen ist!“ Lass dich nicht verwirren. Natürlich ist die Taufe ein Bild, man muss jedoch dieses Bild richtig handhaben!

  • Die Taufe ist tatsächlich ein bildliches Waschen, aber nicht ein Bild davon, dass ich gewaschen bin.
  • Es ist ein symbolisches Sterben, aber nicht ein Bild davon, dass ich gestorben bin.
  • Wir waschen nicht „im bildlichen Sinn“ etwas, das bereits rein ist, um zu bekennen, dass es rein ist, sondern um es zu reinigen!

Die „Baptisten“ (ich gebrauche dieses Wort nicht als einen herabsetzenden oder sektiererischen Ausdruck, sondern lediglich, um die Mitchristen zu bezeichnen, die Gläubige als eine Art Bekenntnis oder Zeugnis ihrer inneren Veränderung taufen) begraben lebendig gemachte Personen und waschen gereinigte Personen; zwar bildlich, aber sie tun es doch! Und somit haben sie die Schrift nicht auf ihrer Seite; ich habe zumindest in Gottes Wort noch niemals gefunden, dass jemand getauft wird, weil er ein Gläubiger ist (obwohl er das natürlich sein kann), sondern weil er ein Sünder ist, was seine formelle Stellung auf der Erde betrifft.

  • Wir werden nicht getauft, weil wir errettet sind, sondern weil wir verloren sind.

Auch dieser Punkt wird im Weiteren noch ausführlicher behandelt werden.

Die Taufe – Hinzufügen zu einem Bekenntnis

Nun eine zweite Bemerkung. Es ist verwunderlich, dass es den „Baptisten“ immer entgeht, dass die Grundbedeutung jeder rituellen Taufe, die die Schrift kennt, niemals das Bekennen oder Ausdrücken von etwas ist, was man bereits ist, sondern stets das Einführen in oder Hinzufügen zu einem bestimmten Bekenntnis, einem bestimmten Zeugnis.

  1. Die Taufe mit dem Heiligen Geist ist nicht das Bekenntnis, dass man ein Glied des Leibes Christi ist, sondern das Zusammenfügen zu diesem Leib.
  2. Die Proselytentaufe war nicht das Bekenntnis, dass man ein Judengenosse geworden war, sondern war gerade die Handlung, durch die man einer wurde. Es war die Einführung in das von den Völkern getrennte Judentum.
  3. Die Taufe des Johannes war nicht das Bekenntnis, dass man Sündenvergebung besaß und sich für den Messias zubereitet hatte, sondern es war eine „Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden“ (Mk 1,4), um sich für den kommenden Messias zuzubereiten (Apg 19,4); es war das Einführen in den von der jüdischen Masse getrennten gläubigen Überrest (vgl. Lk 7,29.30).

Stets bringt die Wassertaufe jemanden in ein bestimmtes, von Gott anerkanntes Zeugnis auf der Erde; und so bringt die christliche Taufe jemanden in das christliche Zeugnis auf der Erde, in die „Christenheit“, oder, in biblischer Sprache: in das Reich der Himmel oder das Haus Gottes (unterschiedliche Begriffe!). Vergleiche auch die Vorbilder der Taufe im Alten Testament: Sowohl die Sintflut (1Pet 3,21) als auch das Rote Meer (1Kor 10,1.2) sind ein Abbild der Taufe. In beiden Fällen ging es um eine Trennung durch die Wasser hin (ein Bild des Todes), und zwar von einer bösen, Gott feindlichen Welt, um auf einen neuen, einen Auferstehungsbereich gebracht zu werden und dort ein Zeugnis für Gott zu bilden.

Die Taufe – Eingang in das Reich der Himmel

Wenn du verstehen willst, dass die Taufe wirklich die Eingangstür zum Reich der Himmel ist, dann musst du den Taufauftrag lesen, den der Herr Jesus den Aposteln gegeben hat: „Gehet nun hin und machet alle Nationen zu Jüngern, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.“ Das findest du in Matthäus 28,19-20, und es ist sicher nicht ohne Bedeutung, dass das gerade in diesem Evangelium und nicht in den anderen Evangelien steht.

Matthäus stellt uns den Herrn Jesus vor als den König, den Messias Israels,

  • geboren aus der königlichen Linie (Mt 1)
  • angebetet als König (Mt 2)
  • das Reich der Himmel predigend (Mt 4) (ein Ausdruck, der auch nur in diesem Evangelium vorkommt). Es würde zwar ein Reich auf der Erde sein, aber der Himmel würde darüber regieren, und der Mensch aus dem Himmel König dort sein, sitzend auf dem Thron seines Vaters David.

Im weiteren Verlauf dieses Evangeliums sehen wir jedoch, wie Israel seinen König abweist und verwirft. Daraufhin verwirft der Herr Jesus seinerseits dann dieses Volk, zieht sich zurück und hat (vor allem nach Kapitel 13) nichts mehr mit diesem Volk als Ganzes zu tun, sondern nur noch mit seinen Jüngern.

In Matthäus 13,2 sehen wir, dass Er das Haus verlässt (ein Bild Israels) und sich an den See setzt (ein Bild der Völker); und die Gleichnisse, die dann folgen, lassen erkennen, dass der Herr Jesus nun nicht mehr in Israel nach Frucht sucht, sondern dass Er beginnt, den Samen des Wortes Gottes auszustreuen, nicht mehr in Israel, sondern auf dem Acker, das ist die Welt (Mt 13,38). Das ist im Matthäusevangelium eine außerordentlich bedeutungsvolle Änderung, denn das besagt, dass der Herr sein Volk nun beiseitesetzt, um fortan das Reich in einer völlig anderen Gestalt vorzustellen. Es würde vorläufig nicht mehr das Reich sein, in dem Er auf dem Thron Davids säße und in dem Israel der Mittelpunkt der Welt wäre, sondern es würde ein Reich sein, in dem erstens der König abwesend wäre, denn Er würde nach seiner Verwerfung in den Himmel zurückkehren und das Reich in den Händen von Menschen zurücklassen (vgl. Mt 25,14). Und zweitens würde es ein Reich sein, in dem Israel nicht mehr der Mittelpunkt, sondern beiseitegestellt wäre, und dieses Reich würde aus all denjenigen unter Juden und Heiden gebildet werden, die (wirklich oder äußerlich) das von Ihm ausgestreute Wort annehmen würden.

Wir sehen das in allen Gleichnissen, die der Herr weiterhin in diesem Evangelium erzählt:

  • In dem Gleichnis von den ungerechten Weingärtnern (Mt 21,33-44) siehst du, wie Israel der „Weinberg“ weggenommen und einem anderen „Volk“ übertragen wird.
  • In dem Gleichnis von den Geladenen (Mt 22,1-14) siehst du, wie Israel die Einladung zur Hochzeit des Königssohnes ausschlägt, wie ihre Stadt (Jerusalem) verwüstet wird und die Einladung dann bis zu den Enden der Welt ausgeht. Aber du findest da zugleich schon den ersten Hinweis, dass die Christenheit nicht besser ist als Israel, denn hier steht, dass die Knechte des Königs sowohl Böse als Gute hineinbrachten. Das zeigt, dass von dem Zeugnis, durch das Gott Israel ersetzte, nämlich die Christenheit, lediglich ein Teil eine wirkliche, innere Verbindung mit dem König hatte, so wie auch in Israel immer ein treuer Überrest war, aber dass es in diesem Königreich zugleich Böse gab, die dachten, dass die den Hochzeitssaal ohne Hochzeitskleid betreten konnten, ohne einen von dem König geschenkten „Mantel der Gerechtigkeit“.

So siehst du also, wie Israel beiseitegestellt wurde und wie ein neues Zeugnis entstanden ist. Von dem Augenblick an, als die Knechte Christi nach dessen Auferstehung ausgingen, ja, als Er selbst durch seinen Geist vom Pfingsttag an auf dem ganzen „Acker“ das Wort ausstreute, hat das Reich der Himmel eine völlig neue Gestalt. Der König saß nicht auf seinem Thron, sondern war „außer Landes“ gereist (Mt 25,14), und hier auf der Erde gehen seine Knechte aus, um das Wort zu verkündigen; die „Christen“ strömen herbei, und es entsteht eine große Macht auf der Erde, die„Christenheit“. Doch obwohl sie alle „Jungfrauen“ sind, die den König erwarten (Mt 25,1-13), und alle Untertanen sind, „Knechte“ des Königs, die für Ihn arbeiten (Mt 25,14-30), gibt es unter ihnen leider auch „törichte Jungfrauen“ und „böse Knechte“, die schließlich hinausgeworfen werden. Beachte: gute oder böse Knechte, beide sind nichtsdestoweniger Knechte! Darin besteht kein Unterschied. Daraus ist schon zu ersehen (ich komme sogleich darauf zurück), dass das Reich etwas ganz anderes ist als die Kirche (oder Versammlung) Gottes. Zur Letzteren (wenigstens in der gebräuchlichen Bedeutung; siehe weiter unten) gehören allein wahre Gläubige, zum Reich gehören sowohl gute als böse Knechte; die guten werden errettet, die bösen gehen verloren.

Das Reich ist also ein umfassenderer Begriff als die Kirche; das Reich umfasst alle bekennenden Christen, die wahre Kirche umfasst alle wahren Christen.

Das siehst du auch deutlich in Matthäus 13 in den sieben Gleichnissen über das Reich der Himmel. Nach dem einleitenden Gleichnis vom Sämann, der das Wort ausstreut, findest du in den folgenden drei Gleichnissen das Reich in seiner allgemeinen äußeren Form. Und in dieser Form ist die Christenheit zwar eine eindrucksvolle Macht auf der Erde geworden (wie der Baum, der aus dem Senfkorn entstanden ist), jedoch eine Macht, in der (unreine) Vögel nisten. Es ist wie ein Kornfeld, auf dem das gute Korn vermischt ist mit einem Unkraut, von dem es nicht zu unterscheiden ist, das genauso aussieht, aber nur wert ist, verbrannt zu werden. Es ist wie eine Menge gutes, reines Mehl, das unwiederbringlich vermengt ist mit dem Sauerteig der Schlechtigkeit und Bosheit. Aber in den letzten drei Gleichnissen siehst du das Reich der Himmel unter einem anderen Gesichtspunkt, nämlich wie es innerlich ist. Da siehst du, dass, wie böse das Reich auch geworden ist, doch ein verborgener Anteil vorhanden ist, der kostbar ist für das Herz des Königs. Dieser Anteil (der Schatz im Acker, die kostbare Perle, die guten Fische) umfasst alle wahren Gläubigen im Reich. Das ist die Versammlung, die der Herr in Matthäus 16 ankündigt.

Matthäus 28,19.20

Mt 28,19.20: Gehet nun hin und machet alle Nationen zu Jüngern, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

Wir kehren jetzt nach Matthäus 28 zurück. Da sehen wir den König nach seinem Sterben und seiner Auferstehung, während Er im Begriff steht, „außer Landes“ zu reisen (was hier allerdings nicht gesagt wird; siehe später). Wir sehen Ihn dort an dem Berg in Galiläa, und das hat eine tiefe Bedeutung. Der Berg steht in diesem Evangelium immer in Verbindung mit dem Reich. In den Kapiteln 5 und 7 hat der Herr Jesus auf diesem Berg die Grundsätze des Reiches entfaltet, in Kapitel 15 teilt der Herr auf diesem Berg die Segnungen des Reiches aus, in Kapitel 17 sehen die Jünger Ihn auf dem Berg in der Herrlichkeit, die Er haben wird, wenn Er in der Zukunft als König über die Erde regieren wird (vgl. 2Pet 1), und schließlich sendet hier in Kapitel 28 der auferstandene König die Knechte des Reiches aus, nachdem Er sich in seiner königlichen Majestät vorgestellt hat: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden“ (Mt 28,18). Und dann folgt der Auftrag an die Jünger, auszugehen und Untertanen für das Reich zu sammeln; nicht nur aus Israel, wie wir gesehen haben, sondern alle Völker müssen im Grundsatz herzugebracht werden. Und auf welche Weise muss das geschehen? Wörtlich steht hier: „Zu-Jüngern-machet [im Griechischen ein Zeitwort] alle Nationen, sie taufend.“ Jeder Heide auf der Erde durfte ein Jünger des Herrn Jesus werden, ein Untertan des Königs, und zwar indem er sich taufen ließ!

Aus den gebräuchlichen Übersetzungen („Macht alle Nationen zu Jüngern“) könnte man den Schluss ziehen, dass man zuerst ein Jünger werden muss und dass man dann als Jünger getauft werden muss. Aus der wörtlichen Übersetzung wird jedoch sonnenklar, dass Heiden getauft werden mussten, um Jünger zu werden! „Sie“ bezieht sich nicht auf „Jünger“ (das Wort kommt überhaupt nicht im Grundtext vor), sondern auf „Nationen“. Man wird getauft, nicht weil man ein Jünger geworden ist, sondern um einer zu werden. Jünger sind Untertanen des Reiches; die Taufe ist die Eingangstür zu diesem Reich. Wenn jemand in den Himmel kommen will, muss er sich bekehren und glauben; wenn jemand in das Reich der Himmel kommen will, muss er sich taufen lassen. Wenn jemand auf dieser Erde ein Jünger (Schüler) des Herrn Jesus werden und sich unter die Autorität des Königs stellen will, muss er sich taufen lassen; das bringt ihn in das Reich, und das macht ihn hier auf der Erde zu einem Knecht des Königs. Viele Christen wollen jemanden zuerst lehren, alles zu bewahren, was der Herr geboten hat, und ihn dann, als eine Art End-Examen, taufen. Aber der Herr selbst beginnt mit der Taufe; für Ihn ist es abnormal, wenn wir jemanden seine Gebote lehren würden, ohne dass so jemand getauft ist.

Die Taufe – hat nichts mit der Gemeinde zu tun

Wir haben nun also gesehen, dass die Taufe nur mit dem Reich und nichts mit der Versammlung (gesehen als Leib Christi) zu tun hat. Durch die Taufe wird man kein Glied des Leibes Christi, und sie ist genauso wenig ein Zeugnis davon, dass man ein Glied dieses Leibes geworden ist. Die Wahrheit über die Versammlung als der Leib Christi war dem Apostel Paulus anvertraut, und nicht den Zwölfen. Paulus hatte sowohl den Dienst des Evangeliums (der Herrlichkeit des seligen Gottes; 1Tim 1,11), als auch den Dienst der Versammlung (als der Leib Christi; Eph 3,1-11) empfangen, wie aus Kolosser 1,23-27 ersichtlich ist. Er allein besaß diesen Dienst – und doch war Paulus nicht gesandt zu taufen (1Kor 1,17)! Wie konnte das sein? Einfach deshalb, weil die Taufe tatsächlich nichts zu tun hat mit dem Evangelium der Gnade Gottes und mit dem Leib Christi; diese Dinge haben nichts mit der Wassertaufe, sondern mit der Geistestaufe zu tun (1Kor 12,13). Paulus hatte zwar eine besondere Offenbarung über das Abendmahl empfangen (1Kor 11,23), denn das hat alles mit der Versammlung zu tun (vgl. 1Kor 10,16.17). Aber er war nicht gesandt, um zu taufen. Die Zwölf waren gesandt, um zu taufen, denn ihnen war der Dienst des Reiches anvertraut, wie wir sogleich in der Apostelgeschichte sehen werden. Das Reich (obwohl „der Himmel“) gehört auf die Erde – die Versammlung (obwohl nun auf der Erde) hat ihren Platz im Himmel. Die Zwölf zeugten von dem Herrn in seiner Auferstehungsherrlichkeit auf der Erde (so überall in der Apostelgeschichte), denn so hatten sie Ihn gesehen; Paulus zeugte von dem verherrlichten Herrn im Himmel, denn so hatte er Ihn gesehen. Das Reich (und also auch die Wassertaufe) sind gegründet auf Christi Auferstehung, nicht auf seine Himmelfahrt (die wird nämlich in Matthäus 28 überhaupt nicht erwähnt!) die Versammlung (und also auch die Geistestaufe) sind gegründet auf Christi Verherrlichung im Himmel (vgl. Joh 7,39; Eph 1,19–2,6). Selbst Paulus wurde getauft, um seine veränderte Stellung hier auf der Erde zu beweisen (vgl. Apg 22,16), und hier und da taufte er andere, aber das lag völlig außerhalb seines eigentlichen Dienstes (1Kor 1,13-17).

Die Türhüter des Reiches

Die Zwölf waren gesandt zu taufen. Sie hatten den Herrn Jesus während seines Lebens auf der Erde begleitet, sie waren Zeugen seines Todes gewesen, eines Todes, der bewies, dass alle Menschen im Tod lagen (2Kor 5,14)! Auf dieser Grundlage gab der auferstandene Herr vor seiner Himmelfahrt den Zeugen seiner Auferstehung den Taufauftrag. Jeder, der in der Taufe anerkennen würde, dass der alte Mensch im Tod Christi sein Ende findet (vgl. Röm 6,3.4; Kol 2,12), würde auf die andere Seite des Grabes kommen unter den Segen und die Autorität des auferstandenen Herrn, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben war. Die Zwölf waren die ersten Türhüter dieses Reiches, die durch die Taufe die ersten Untertanen hineinlassen durften, wie es am Pfingsttag geschah (Apg 2). Deshalb lesen wir auch an keiner Stelle, dass die Zwölf selbst (oder die Hundertzwanzig aus Apostelgeschichte 1,15) jemals mit der christlichen Taufe getauft worden sind! Wie hätte das auch der Fall sein können? Mit dem Augenblick, als der Heilige Geist hernieder kam, bildeten die Hundertzwanzig das Haus Gottes auf der Erde, in dem der Heilige Geist wohnt (1Kor 3,16; Eph 2,22); wir werden sogleich sehen, dass das Haus Gottes (im weiteren Sinn dieses Wortes) in der jetzigen Haushaltung übereinstimmend ist mit dem Reich der Himmel. Wer hätte die Hundertzwanzig in das Haus oder das Reich einführen können? Sie waren das Haus und das Reich, nachdem der Heilige Geist hierniedergekommen war, und als solche redeten sie zu den Juden, verurteilten damit das Judentum und forderten die Juden auf, sich „retten“ zu lassen von diesem verkehrten Geschlecht. Und wie geschah das? Indem sie sie tauften! Dadurch trennten sie sie von dem Judentum und führten sie, entsprechend dem Auftrag des Herrn, in das Reich der Himmel ein, in dem sie sich selbst schon befanden.

Die Taufe – zur Vergebung der Sünden

Appostelgeschichte 2,38

Apg 2,38: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Und welch einen Platz des Segens fanden sie dort? Sie wurden getauft „auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden“ (Apg 2,38), das war der erste Segen. Findest du es sonderbar, dass sie durch die Taufe Vergebung bekamen? Das ist deshalb, weil du noch nicht genügend siehst, dass nicht nur unsere ewige, himmlische Stellung geordnet werden muss (nämlich durch Bekehrung und Glauben), sondern auch unsere Stellung auf der Erde. Es gibt eine Vergebung für den Himmel und eine Vergebung für die Erde, wie es auch ein himmlisches und ein irdisches Abwaschen und eine himmlische und eine irdische Errettung gibt. Demjenigen, die lediglich eine „himmlische“ Vergebung gelten lassen, haben Schwierigkeiten mit diesem Vers. Sie versuchen, das Problem zu umgehen, indem sie behaupten, dass es hier um eine außergewöhnliche Situation geht, weil der Zustand der Juden so sündig war, dass sie erst Sündenvergebung und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen hätten, nachdem sie getauft waren. Aber es handelt sich hier überhaupt nicht um eine Ausnahme! Paulus erhielt auch erst in der Taufe die Abwaschung der Sünden (Apg 22,16), und ebenso wie die Samariter (Apg 8,15.16) und die Jünger in Ephesus (Apg 19,5-6) bekam auch er den Heiligen Geist erst nach der Taufe. Nicht Apostelgeschichte 2, sondern Kornelius und die Seinen (Apg 10,47-48) bilden eine Ausnahme: Sie wurden getauft, nachdem sie den Heiligen Geist empfangen hatten (als eine Bestätigung Gottes, dass das, was Er für rein erklärt hatte, Petrus nicht für unrein halten durfte, so dass er nicht umhin kam, auch die Heiden in das Reich einzuführen). Darüber hinaus: Wenn ein Jude aufrichtig seine Sünden vor Gott bekennen und plötzlich sterben würde, bevor er getauft wäre, sollte er dann keine Sündenvergebung haben und deshalb für ewig verloren sein?

Nein, diese Juden hatten Vergebung der Sünden in dem Augenblick, als sie diese Sünden bekannten; das lehrt 1. Johannes 1,9 ausdrücklich. Aber für diese Erde hatten sie erst Vergebung, als sie sich taufen ließen, denn durch die Taufe verließen sie einen Bereich (das Judentum), auf dem der Zorn und das Gericht Gottes ruhten. Sie wählten öffentlich die Seite des verworfenen Christus, den sie selbst „durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geheftet und umgebracht“ hatten (Apg 2,23) und erreichten dadurch den Bereich, wo Gott ihnen öffentlich seine Gunst erweisen konnte und wo ihre früheren Sünden ihnen dadurch für die Augen der Welt nicht mehr anklebten. Sie ließen sich „retten von diesem verkehrten Geschlecht“, indem sie sich taufen ließen (Apg 2,40.41); dadurch waren sie also kein Teil des Judentums mehr und hatten formell, was ihre Stellung auf der Erde betraf, keinen Anteil mehr an der Schuld des jüdischen Volkes. Ihre frühere Stellung hatte ihr Ende gefunden in dem Tod des verworfenen und gekreuzigten Christus, versinnbildlicht in der Taufe, und dadurch hatten sie sich nun unter die Autorität dessen gestellt, den Gott „sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt“ (Apg 2,36).

Wie schön ist das alles wegen seiner Einfachheit! So ist es auch weiterhin in der Apostelgeschichte. In Kapitel 8 wird die nächste Gruppe ins Reich eingeführt, nämlich die gläubigen Samariter. Da wird sogar geradewegs gesagt, dass sie sich taufen ließen, nachdem sie das „Evangelium von dem Reiche Gottes“ angenommen hatten (Apg 8,12), und da sehen wir leider auch zum ersten Mal, dass sowohl Böse als auch Gute in das Reich eingehen: Simon, der Zauberer, wurde durch die Taufe auch ein Untertan des Reiches, aber er war leider ein böser Knecht des Königs.

In dem ganzen Buch der Apostelgeschichte sehen wir viel mehr die Ausbreitung des Reiches Gottes (ein anderer Name für das Reich der Himmel) als das Wachstum der Versammlung. Natürlich war die Versammlung am Pfingsttag entstanden, aber die Wahrheit über die Versammlung war ein Geheimnis, das erst dem Paulus offenbart wurde, und das im Keim bereits unmittelbar, als er berufen wurde. „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“, sagt der Herr (Apg 9,4), und das ist ein erster Hinweis auf die wunderbare Verbindung des Leibes auf der Erde mit dem Haupt im Himmel! Aber der Auftrag der Zwölf war der Dienst des Reiches. Es war im Besonderen Petrus, dem die Schlüssel des Reiches der Himmel anvertraut wurden (Mt 16,19), deshalb sehen wir ihn in den Vordergrund treten bei der ersten Einführung der Gläubigen aus den Juden (Apg 2), den Samaritern (Apg 8) und den Heiden (Apg 10). Zu ihm sagt der Herr, dass alles, was er auf der Erde binden und lösen würde, im Himmel anerkannt werden würde; vergleiche etwas Ähnliches in Johannes 20,23: „Welchen irgend ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben, welchen irgend ihr sie behaltet, sind sie behalten.“ Hier haben wir wieder dasselbe: nicht die ewige Vergebung im Verhältnis zu Gott, sondern eine „administrative“ Vergebung für diese Erde im Reich.

Die Taufe – und das Haus Gottes

Ich hoffe, lieber Bruder, dass es dir nicht zu kompliziert wird; du willst nun einmal alle Einzelheiten genau wissen, und da musst du mir auch verzeihen, dass ich es nicht einfacher sagen kann. Ich muss dir auch noch erklären, was die Taufe mit dem „Haus Gottes“ zu tun hat; ich tu das alles nicht, um die Sache noch komplizierter zu machen, sondern gerade, um sie deutlicher zu machen, denn es ist sehr wichtig zu sehen, dass die Taufe nur mit dem Haus Gottes und nichts mit dem Leib Christi zu tun hat. Die Unterscheidung dieser Bilder, die beide die Versammlung darstellen, aber völlig verschiedene Aspekte ausdrücken, ist außerordentlich nützlich, um unzählige Wahrheiten der Schrift zu begreifen, und dazu gehört auch die Taufe.

Der Hauptgedanke bei der Versammlung als Leib Christi ist Einheit. Alle Glieder dieses Leibes, wie verschieden sie auch sind, bilden zusammen eine unverbrüchliche Einheit (Röm 12,4.5; 1Kor 12,4-27), während der Leib als Ganzes wieder eine unverbrüchliche Einheit mit dem Haupt im Himmel bildet (Eph 1,22.23; 3,4-11; 4,8-16; 5,23-33; Kol 1,18.24-27; 2,19). Diese Einheit gründet sich auf die Verherrlichung des Herrn Jesus zur Rechten Gottes, sie ist entstanden bei der Ausgießung des Heiligen Geistes (1Kor 12,13) und wird am Tisch des Herrn zum Ausdruck gebracht (1Kor 10,14-22). Es ist allein der Herr, der dem Leib Glieder zufügt, so dass der Leib ausschließlich aus wahren Gläubigen besteht. Diejenigen, die zu dem Leib gehören, sind mit Christus lebendig gemacht und auferweckt und in Ihm in himmlische Örter versetzt (Eph 1; 2).

Einer der Hauptgedanken der Versammlung als das Haus Gottes ist „wohnen“. Die Versammlung ist der Tempel Gottes, in dem der Geist Gottes wohnt (1Kor 3,16; vgl. 2Kor 6,16); sie ist die „Behausung Gottes im Geiste (Eph 2,22). Nun wird der Bau dieses Hauses im Neuen Testament unter zwei Gesichtspunkten vorgestellt:

  1. Erstens als ein Bau, den Gott baut.
    So sagt der Herr Jesus (der Sohn des lebendigen Gottes) selbst in Matthäus 16,18: „Auf diesen Felsen will ich meine Versammlung bauen.“ Und Paulus sagt, dass die Gläubigen „Hausgenossen Gottes“ sind, aufgebaut auf die Grundlage der Apostel und Propheten, indem Jesus Christus selbst Eckstein ist, in welchem der ganze Bau, wohl zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn (Eph 2,21). Es steht außer Frage, dass dieser Bau, den Gott baut, vollkommen ist und allein aus wahren Gläubigen besteht. So sagt auch Petrus: „Werdet auch ihr selbst, als lebendige Steine, aufgebaut, ein geistliches Haus“ (1Pet 2,5).

  2. Häufiger jedoch wird das Haus Gottes in der Schrift nicht aus der Sicht Gottes vorgestellt, sondern aus der Sicht der Verantwortlichkeit des Menschen, also als ein Haus, das der Mensch baut und zu dem der Mensch Baumaterialien hinzufügt. Und dann ist das Ergebnis bestimmt kein vollkommener Bau. Sogar Philippus trug untaugliches Material herbei, als er Simon, den Zauberer, taufte – wie viele Knechte, die schwächer sind als er, werden dann doch noch viel mehr wertloses Material hinzugefügt haben! In 1. Korinther 3 finden wir dieses Haus Gottes, gesehen als von Menschen gebaut. Paulus sagt zu den Korinthern: „Gottes Bau seid ihr“ (1Kor 3,9), und sagt dann, dass er selbst das Fundament gelegt hat und dass die verschiedensten Knechte nun darauf weiterbauen. Einige bringen gute Materialien herbei: Gold, Silber, Edelsteine; das sind wahre Gläubige, die dem Haus zugefügt werden und die dem Feuer des Gerichtes Gottes standhalten werden (1Kor 3,13-15). Andere fügen aber Holz, Heu, Stroh hinzu: untaugliches Material, das im Feuer verbrannt wird; das sind bekennende „Christen“, die kein wirkliches Leben aus Gott besitzen. Beachte jedoch, dass wahre Christen und bloße Bekenner trotzdem zusammen das Haus Gottes bilden, gesehen in seinem menschlichen Aspekt, das Haus Gottes, in dem der Geist Gottes wohnt (1Kor 3,16). Das bedeutet nicht, dass der Geist Gottes in jedem bekennenden Christen wohnt, weit entfernt; er wohnt allein in den wahren Gläubigen. Aber darum geht es hier nicht: Wenn es um das Haus Gottes geht, dann wohnt Gott nicht in den Steinen, sondern Er wohnt in dem Haus, das sowohl aus guten wie auch aus schlechten Steinen besteht.

Die übliche Darstellung des Hauses Gottes steht in Verbindung mit unserer Verantwortlichkeit (vgl. z.B. 1Tim 3,15; 1Pet 4,17) und stimmt also praktisch mit der bekennenden Christenheit überein; es ist derselbe Bereich wie das Reich der Himmel in dieser Haushaltung. In Hebräer 3,6 steht: „Christus aber als Sohn über sein Haus, dessen Haus wir sind, wenn wir anders die Freimütigkeit und den Ruhm der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten.“ Ja, wenn jemand zu diesem Haus gehört, ist er zwar an dem Ort, wo der Heilige Geist wohnt und wirkt aber das ist keine Garantie dafür, dass so jemand selbst errettet wird. Später lesen wir nämlich von solchen, „welche einmal erleuchtet waren und geschmeckt haben die himmlische Gabe, und teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes, und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Wunderwerke des zukünftigen Zeitalters, und abgefallen sind“ (Heb 6,4-5) und verlorengehen. Vergleiche auch Hebräer 2,3; 3,14; 10,26; 12,25; 2. Petrus 2,20.21.

Das Haus Gottes in dieser Bedeutung ist also ein umfassenderer Begriff als der Leib Christi; zur Leib Christi gehören nur wahre Gläubige, zum Haus Gottes gehören alle bekennenden Christen (bekehrt oder unbekehrt). Man kann das auch an dem Tempel in Jerusalem sehen, der ein Bild der Versammlung als das Haus Gottes ist. Der Tempel bestand aus dem Allerheiligsten, dem Heiligtum und den Vorhöfen, und doch wird das Ganze mit einem bestimmten Wort für „Tempel“ (hierón) bezeichnet, ja, der Herr nennt das Ganze sogar „das Haus meines Vaters“, obwohl es eine Räuberhöhle geworden war (Joh 2,16; Mt 21,13). Dennoch war es das Haus seines Vaters, ebenso wie die Christenheit in gewissem Sinne doch das Haus Gottes ist. Viele Christen bewohnen jedoch die Vorhöfe, sie gehören nicht zum Heiligtum, zur Versammlung, zum Haus Gottes im engeren Sinn. Die Christenheit entspricht jetzt dem großen Haus in 2. Timotheus 2,20, in dem nicht nur goldene und silberne, sondern auch hölzerne und irdene Gefäße sind; und die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre.

Wir können also verschiedene „Kreise“ unterscheiden: Der innerste Kreis umfasst alle wahren Gläubigen, ein weiter außen liegender Kreis umfasst alle bekennenden Christen (Gläubige und Ungläubigen) und der äußerste Kreis umfasst alle Menschen auf der Erde. Die Kreise finden wir sehr schön in Epheser 4,4-6! Den innersten Kreis finden Sie in Vers 4: Er ist gekennzeichnet durch die Versammlung als der eine Leib Christi (alle wahren Gläubigen), durch den einen Geist (der nur in wahren Gläubigen wohnt) und durch die eine Hoffnung unserer Berufung (das himmlische Teil der Auserwählten; vgl. Eph 1,3-7.18). Der mittlere Kreis folgt in Vers 5; dies ist also das Haus Gottes, das gekennzeichnet wird durch den einen Herrn, dessen Herrschaft auf diesem Boden Geltung hat und formell anerkannt wird (vgl. 1Kor 1,2; 2Tim 2,19), den einen Glauben, also die eine christliche Wahrheit, die von allen bekennenden Christen formell anerkannt wird (wobei die, die diesem „wahren Glauben“ anhängen, noch lange keine wahrhaft Gläubigen sind! Vgl. Joh 2,23-25; 8,30.45; Apg 8,13), und eine Taufe, die die Zugangstür zum christlichen Bekenntnis (das ist das Reich bzw. Haus) darstellt. Schließlich haben wir in Vers 6 den Kreis, der alle Menschen umfasst, denn da wird von dem einen Gott und Vater aller Menschen gesprochen, „der da ist über allen und durch alle und … in uns allen“ (das sind wiederum nur die Gläubigen).

Die Taufe ist also der Zugang zu dem Haus Gottes, das von den Menschen gebaut wird. Der Herr fügt dem Leib Glieder zu, aber der Mensch baut an dem Haus mit Steinen. Ich kann mich selbst nicht taufen, sondern Menschen müssen mich dem Haus hinzufügen. Wie gesagt, finden wir das von Menschen gebaute Haus besonders im ersten Korintherbrief (1Kor 3). Eigentlich ist es der Gegenstand des ganzen ersten Teiles dieses Briefes, bis Kapitel 10,14; danach geht der Apostel zum Leib Christi über. Deshalb liest du im ersten Teil von der Wassertaufe (1Kor 10,2) und im zweiten Teil von der Geistestaufe (1Kor 12,13). Der Anfang des Briefes zeigt bereits, dass der Apostel sich in erster Linie an christliche Bekenner als solche richtet: an die Versammlung Gottes, die in Korinth ist, „samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, sowohl ihres als unseres Herrn“ (1Kor 1,2). Nach der Beschreibung des Hauses in Kapitel 3 spricht Paulus dann über die „Verwalter“ (1Kor 4,1), über das Reich Gottes (1Kor 4,20; 6,9.10), über die Zucht in dem Haus (1Kor 5; über diejenigen, die „draußen“ und „drinnen“ sind; 1Kor 5,12.13) und über die Ordnung in dem Haus (1Kor 6–9). Achte darauf, dass Paulus hier immer in Bedingungssätzen spricht: Typisch dafür sind die Drohungen gegenüber den Hausgenossen (bekennende Christen), die niemals für Glieder des Leibes gelten! Siehe zum Beispiel treffend in 1. Korinther 4,4.5; 5,6; 6,8-11; 8,11; 9,24-27!

Getauft und doch verloren

Wenn du das gut verstehst, siehst du auch, weshalb Paulus in 1. Korinther 10 die Taufe hinzuzieht. Er vergleicht die bekennende Christenheit mit einem anderen Zeugnis Gottes auf der Erde, nämlich dem Volk Israel in der Wüste (achte auf das Wörtchen „denn“ in Kapitel 10,1, das diesen Vers mit Kapitel 9,27 verbindet). Gott erkannte das gesamte Volk als sein Volk an und wohnte in ihrer Mitte; Er segnete sie mit geistlicher Speise und mit geistlichem Trank – aber nichtsdestoweniger hatte Gott an den meisten von ihnen kein Wohlgefallen, denn sie wurden in der Wüste hingestreckt! So wird es leider auch mit der Christenheit gehen. Sie ist das Haus Gottes, in dem der Heilige Geist wohnt und wo der Herr segnet – aber das wird leider nicht verhindern, dass zahllose „Christen“ für ewig verlorengehen werden (vgl. die 1Kor 10,6-12; Röm 11,19-22; Kol 1,23; 2Thes 2,3.9-12). Das ist das Unkraut im Acker, das in der Vollendung des Zeitalters mit Feuer verbrannt wird (Mt 13,24-30.37-43).

Wie wird nun jemand ein Teil dieses Zeugnisses Gottes auf der Erde? Er wird durch die Taufe dort hineingeführt, genauso wie Israel durch die „Taufe“ im Roten Meer von Ägypten (ein Bild der Welt) abgetrennt wurde, um auf diese Weise das Volk Gottes in der Wüste zu werden. Die Israeliten wurden auf Moses getauft, geradeso wie wir auf den wahren „Moses“ getauft werden, unseren Anführer auf unserer Wanderung durch die Wüste. Sie wurden getauft „in der Wolke und in dem Meer“. Sowohl die Wolkensäule (2Mo 14,19.20) als auch das Rote Meer (2Mo 14,27-31) bildeten eine Trennungswand zwischen Ägypten und ihnen. Welch ein Segen, so aus Ägypten erlöst zu werden – welch eine Schmach, dann dennoch jämmerlich in der Wüste verlorenzugehen. Welch ein Segen, den Bereich der bösen, Gott feindlichen Welt zu verlassen und durch die Taufe einen Platz in der Mitte des Volkes Gottes hier auf der Erde einzunehmen, wo die Autorität Christi gilt und wo der Geist Gottes wohnt und wirkt – und dann doch für ewig verlorenzugehen, wenn kein neues Leben und kein wahrer Glaube vorhanden sind.

Auf den Tod Christi getauft

Römer 6,4

Röm 6,4: So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, auf dass, gleichwie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

Mit diesem Abschnitt aus 1. Korinther 10 kommen wir wie von selbst zu Römer 6, denn was wir dort finden, ist auch genau das, was durch das Rote Meer dargestellt wird. Römer 6 ist eine beliebte Schriftstelle für diejenigen, die Gläubige als solche taufen wollen, und das ist äußerst merkwürdig, denn gerade Römer 6 beweist, dass jemand nicht getauft wird, weil er ein Gläubiger ist, sondern weil er ein Sünder ist. Darüber hinaus zeigt gerade Römer 6 so deutlich, dass die Taufe nichts mit meiner ewigen Bestimmung zu tun hat, mit meinem Platz im Himmel, sondern mit meinem Wandel und meinem Platz auf der Erde. Wir haben gesehen, wohin die Taufe uns bringt: in das Reich oder das Haus Gottes auf der Erde; Römer 6 lässt uns nun mehr sehen, welcher Art diese Eingangstür ist, also was die Taufe selbst beinhaltet.

Um das zu verstehen, musst du wissen, was der Charakter des Römerbriefes ist. Hier geht Paulus nicht von den Ratschlüssen Gottes bezüglich des Menschen aus wie im Epheserbrief, sondern von dem entgegengesetzten Standpunkt: von der Verantwortlichkeit des Menschen in Bezug auf Gott. Sowohl Heiden als Juden hatten von Gott bestimmte Zeugnisse empfangen, so dass sie wussten, wie sie sich Gott gegenüber zu betragen hatten. Die Heiden hatten das Zeugnis der Schöpfung (Röm 1,20), der Überlieferung (Röm 1,21a) und des Gewissens (Röm 2,15), und die Juden hatten darüber hinaus noch „die Aussprüche Gottes“ (Röm 3,2). Und doch haben beide hoffnungslos versagt: Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes (Röm 3,23). Was ist Gottes Lösung für solch ein Leben in der Sünde? Gott kann dem allein ein Ende bereiten, indem Er den Tod darauf anwendet. Nicht unseren eigenen Tod, denn dann wären wir für ewig verloren. Aber Christus hat unsere Sünden getragen (Röm 4,25) und ist im Blick auf unsere Sünde (sündige Natur) gestorben (Röm 6,10; 8,3), und wenn wir errettet werden wollen, dann muss unser „alter Mensch“ in dem Tod Christi sein Ende finden (Röm 6,5-11).

Was ist nun aber die Folge davon? Paulus behandelt hier nicht in erster Linie die Frage, wie wir schließlich in den Himmel kommen können, sondern er hält sich an sein Thema: die Verantwortlichkeit des Menschen gegenüber Gott bei seinem Wandel hier auf der Erde. Gibt es einen Weg, auf dem der Mensch hier auf der Erde doch seiner Verantwortung entsprechen und Gott in einer Ihm wohlgefälligen Weise dienen kann? (s. Röm 6; 8; 12). Ja, aber dann muss er den Tod Christi praktisch auf alles anwenden, was von dem alten Menschen ist. Er muss anerkennen, dass nichts davon vor Gott angenehm ist und dass er also nichts davon „gebrauchen“ kann für einen Gott wohlgefälligen Wandel. In welcher Kraft kann er denn dann wandeln? In der Kraft dessen, der durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist (Röm 6,4). Und genau das ist es, was in der Taufe ausgedrückt wird. Wir werden nicht getauft, weil wir etwas geworden sind, sondern damit wir in Neuheit des Lebens wandeln (Röm 6,4)! Die Taufe ist das Eingeständnis, dass Gott hier auf der Erde keine andere Grundlage anerkennt und fordert, auf der Er mit dem Menschen in Verbindung treten kann, als den Tod Christi. Durch den Glauben weiß ich, dass ich mit Christus gestorben bin – das ist eins. Durch die Taufe erkenne ich an, dass Gott mich hier auf der Erde nur auf der Grundlage des Todes Christi segnen und an meinem Wandel Wohlgefallen finden kann – das ist etwas ganz anderes.

Einige Christen versuchen, diese beiden Dinge miteinander zu vermengen, und sagen: Durch Glauben weiß ich, dass ich mit Christus gestorben bin; nun muss ich das auch bekennen, indem ich mich in der Taufe mit Ihm begraben lasse. Sie lesen jedoch nicht einfältig, was da steht. Hier geht es nicht um das Begräbnis eines Gestorbenen, nein, Paulus sagt: „Wisset ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft worden, auf seinen Tod getauft worden sind?“ (Röm 6,3). Es geht nicht um das Begräbnis eines Gläubigen, wie die „Baptisten“ das wollen, sondern um das Begräbnis von jemandem, der, was seine öffentliche Stellung hier auf der Erde betrifft, ein lebender Sünder ist, der hier auf der Erde, was seine Haltung gegenüber der Welt und seinen weiteren Wandel betrifft, freiwillig seinen Platz unter dem Tod Christi einnimmt. Er wird getauft auf Christus – welchen Christus? Den verworfenen, gekreuzigten und gestorbenen Christus. Allein auf dieser Grundlage ist die Kraft für einen christlichen Wandel vorhanden (nämlich die Kraft eines auferweckten Christus) und kommt ein solcher in den Bereich, wo Christus regiert, der Heilige Geist wohnt und wirkt und Gott segnet (wenn auch hier nicht die Rede von dem Haus ist, da Paulus in diesem ganzen Brief den individuellen Menschen beleuchtet). Wie sollen wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch darin leben? fragt Paulus (Röm 6,2). Das würde im Gegensatz stehen zu unserer Taufe, in der wir ja gerade anerkannt haben, dass nichts von dem alten Menschen taugt und dass es für uns nur in dem Tod Christi Hoffnung gibt.

Versuch dir einmal klarzumachen, was das bedeutet! Du stehst gerade im Begriff, getauft zu werden und darin zum Ausdruck zu bringen, dass der Zustand der Menschheit als Ganzes hoffnungslos ist, und du nimmst öffentlich Abschied von ihr. Du anerkennst, „dass einer für alle gestorben ist und somit alle gestorben sind“ (2Kor 5,14). Du erklärst, dass du nicht länger ein Teil dieser Welt sein willst, nicht, weil du dich für „besser“ hältst, sondern gerade weil du dich selbst für so schlecht hältst, für ebenso schlecht wie die übrige Welt, und du dem Gericht entfliehen willst, das diese Welt unentrinnbar treffen wird. Freiwillig nimmst du hier auf der Erde den einzigen Platz ein, an dem dich dieses Gericht nicht treffen kann– weshalb nicht? Weil das Gericht da bereits gewesen und vollständig ausgeübt worden ist! Dieser Platz ist das Grab Christi. Du lässt dich in den Tod Christi untertauchen, und deshalb bist du für die Welt genauso tot wie Christus ihrer Meinung nach ist (vgl. Gal 6,14). Aber du weißt das viel besser! Christus wurde auferweckt durch die Herrlichkeit des Vaters; das ist der Beweis, dass Gott vollkommene Genugtuung hat durch das Werk des Herrn Jesus. Das Gericht hat vollständig ausgewütet, und der Tod ist seiner Macht beraubt. Du wirst auf seinen Tod getauft, und was den alten Menschen betrifft, musst du dich praktisch fortdauernd auf dem Platz des Todes halten. Doch zur gleichen Zeit darfst du auf der anderen Seite des Grabes in Kraft wandeln – nicht in der Kraft des Fleisches, sondern in der Kraft des auferweckten Herrn, in Neuheit des Lebens. Das ist das „Rote Meer“, wie ich bereits sagte. Durch die Wasser von „Ägypten“, von der Gott feindlichen Welt getrennt, kommen wir zwar in die Wüste, in das Land des Todes, aber wir gehen dort hinter dem wahren Moses her, unter seiner Autorität, auf dem Weg in das verheißene Land.

Es gibt ein schönes Bild, das illustriert, was es bedeutet, einen Platz einzunehmen, wo das Gericht bereits vollstreckt ist, so dass du dort sicher bist. Das ist das Bild von dem Bauern, der mitten in der Prärie wohnte und eines schlimmen Tages sah, wie sich in der Ferne ein großer Präriebrand näherte. Es gab für diesen Bauern nur eine Lösung, um seinen Besitz und seine Haut zu retten. Vorsichtig verbrannte er ein Stück der Prärie rund um sein Gehöft. Bevor der eigentliche Brand kam, ging er selbst sozusagen schon durch das Feuer – aber dieses Feuer konnte ihm nichts anhaben. Die Folge war, dass er sich mit seinem Besitz auf einen Platz gestellt hatte, wo das Feuer sich schon ausgetobt hatte; es konnte nicht mehr dorthin kommen. Und als der große Präriebrand herangekommen war, machte dieser einen Bogen um das abgebrannte Stück Prärie herum – der Bauer war in Sicherheit. So ist es auch in Bezug auf uns. Das Gericht hängt drohend über dieser Welt; aber in dem Grab Christi hat es ausgewütet. Jeder, der weiß, dass er das Gericht verdient hat, kann sich in diesem Grab in Sicherheit stellen. Das ist in den Augen der Welt Torheit; aber wir finden auf der anderen Seite des Grabes einen auferweckten Christus, vom dem die Welt keine Kenntnis hat. Und wenn das Gericht einmal diese Welt treffen wird, sind wir in Sicherheit, denn wir sind geborgen in Ihm, der unser Gericht getragen hat.

Die Taufe – und die Beschneidung

Kolosser 2,11.12

Kol 2,11.12: … in welchem ihr auch beschnitten worden seid mit einer nicht mit Händen geschehenen Beschneidung, in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches, in der Beschneidung des Christus, mit ihm begraben in der Taufe, in welcher ihr auch mitauferweckt worden seid durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.

Auch in Kolosser 2,11.12 wird die Taufe ein Begräbnis genannt. Es ist doch eigenartig, dass gerade auch diese Verse gebraucht werden, um die am meisten entgegengesetzten Taufauffassungen zu stützen. Erstens gebraucht man diese Stelle, um zu beweisen, dass die Beschneidung von der Taufe abgelöst worden ist, denn dort steht: „In welchem ihr auch beschnitten worden seid … in der Beschneidung des Christus, mit ihm begraben in der Taufe.“ Nun gibt es unstreitig eine Parallele zwischen der (buchstäblichen) Beschneidung und der Taufe: So wie die Beschneidung die Einführung in das Zeugnis war, das Gott im Alten Testament der Erde hatte (nämlich Israel), so ist die Taufe die Einführung in das gegenwärtige Zeugnis Gottes (nämlich das Reich oder das Haus Gottes). Aber damit hat Kolosser 2 nichts zu tun, denn dort ist nicht von einer buchstäblichen, sondern von einer geistlichen Beschneidung die Rede, von einer „nicht mit Händen geschehenen Beschneidung, in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches“. Diese Beschneidung ist eine innerliche Sache, „die des Herzens, im Geist“ (Röm 2,29; vgl. 5Mo 30,6; Jer 4,4). Die Taufe hingegen ist eine äußerliche Sache, wie wir bereits gesehen haben. Wir dürfen also nicht lesen, als ob da stünde, dass wir in Christus beschnitten sind, nämlich dadurch, dass wir mit Ihm in der Taufe begraben sind. Denn was ist „die Beschneidung des Christus“? Er ist (naturgemäß) niemals mit der christlichen Taufe getauft worden. Nein, seine Beschneidung war sein Tod, Gottes Gericht an Ihm, unserer Sünden wegen. Diesen Tod nennt Er übrigens auch selbst seine Taufe: „Ich habe aber eine Taufe, womit ich getauft werden muss, und wie bin ich beengt, bis sie vollbracht ist“ (Lk 12,50; vgl. Mk 10,38.39). Sowohl die Beschneidung als auch die Taufe sprechen also von dem Tod Christi: die erste in ihrer Anwendung auf das Innere, auf das Herz, die zweite in ihrer Anwendung auf unsere äußere Stellung auf der Erde.

Auch die „Baptisten“ laufen Gefahr, diesen Vers zu missbrauchen. Sie sagen, dass wir es hier mit einer zeitlichen Reihenfolge zu tun haben. Wenn jemand innerlich beschnitten ist (also bekehrt ist und geglaubt hat), muss er das sodann in der Taufe ausdrücken. Doch darum geht es hier überhaupt nicht. Paulus spricht nicht über zwei aufeinanderfolgende Ereignisse, sondern über zwei Aspekte ein und derselben Sache, nämlich die Anwendung des Todes Christi auf uns. Die Kolosser liefen Gefahr, nicht an dem Haupt festzuhalten (Kol 2,19), und ihr Herz verlangte nach allerlei Dingen der religiösen und philosophischen Welt (Kol 2,8). Sie sollten aber bedenken, dass alles Gute, alles Schöne, alles Göttliche, alles Vollkommene völlig und ausschließlich in Christus zu finden war. „Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“, und das nicht allein: „Und ihr seid vollendet in ihm“ (Kol 2,9)! Sie waren in Ihm zur Vollendung gebracht, wonach konnten sie außer Ihm verlangen? Und auf welche Weise waren sie mit Ihm verbunden? Daran erinnert der Apostel sie in den folgenden Versen: durch die Anwendung des Todes Christi auf ihr früheres Leben, sowohl auf ihren inneren Zustand (durch die Beschneidung) als auch ihre äußerliche Stellung (durch die Taufe). Die Eitelkeiten, denen die Kolosser geneigt waren, nachzujagen, gehörten zu einer Welt, zu einem Leben, von dem sie endgültig Abschied genommen hatten, wie sie das in der Taufe ausgedrückt hatten. In Römer 6 sagt Paulus: In der Taufe habt ihr dem Leben der Sünde ein Ende gemacht – wie solltet ihr nun wieder darin leben? In Kolosser 2 sagt Paulus: In der Taufe habt ihr mit einer Welt gebrochen, in der menschliche Philosophien und Einrichtungen galten – wie solltet ihr nun wieder danach verlangen?

So radikal ist die Auswirkung des Todes Christi auf unser Leben, und so schön und wichtig ist die Taufe, in der wir uns der Welt öffentlich, vor ihren Augen, entziehen, um auf der anderen Seite des Todes (gibt es einen gründlicheren Abschied?) in, mit und für Christus zu leben. Beachte, dass Paulus in Kolosser 2 einen Schritt weiter geht als in Römer 6; dort sagte er lediglich, dass wir mit Christus gestorben sind und dass wir in der Kraft des auferweckten Herrn leben und wandeln. Hier in Kolosser 2,12 fügt der Apostel hinzu, dass wir auch auferweckt sind. Es ist nicht ganz klar, ob wir übersetzen müssen: „in welchem“ (nämlich in Christus) oder „in welcher“ (nämlich in der Taufe) ihr auch mitauferweckt worden seid; oder vielmehr: Ist unsere Auferweckung auch in dem Bild der Taufe inbegriffen? Jedenfalls folgt hier nicht, dass wir in Christus in himmlische Örter versetzt sind, wie in Epheser 2,6, denn damit hat die Taufe ja nichts zu tun (deshalb wird sie in Epheser 2 auch nicht genannt). Die Taufe hat mit meinem weiteren Wandel zu tun als Christ auf der Erde, nicht in den himmlischen Örtern. Nicht der Jordan (der mich in das verheißene Land bringt, sondern das Rote Meer (das mich in die Wüste bringt) ist ein Bild der Taufe (1Kor 10,2). Kolosser 2 lehrt zwar, dass ich mit Christus auferweckt bin (wodurch mein Bruch mit der Sünde vollständig ist; Kol 2,13.14), lässt mich aber hier auf der Erde, wo ich das suchen und über das nachsinnen muss, was droben ist. Ich muss also auf der Erde in dem Geist des Himmels leben (Kol 3,1-4). Auf dieses Thema will ich nun aber nicht tiefer eingehen.

Die Taufe – und Ungläubige

Zwei Dinge, lieber Bruder, habe ich nun auszulegen versucht.

  1. Wohin bringt mich die Taufe? Antwort: in das Reich der Himmel, anders ausgedrückt: in das Haus Gottes.
  2. Was bedeutet die Taufe selbst? Antwort: die Anwendung des Todes Christi auf meine äußere Stellung auf der Erde.

Einige Christen meinen, dass Gott letzten Endes doch nur zwei Sorten Menschen unterscheidet: Gläubige und Ungläubige. Das ist in gewisser Hinsicht wahr; wenn es jedoch um unsere Verantwortlichkeit geht, macht Gott diesen Unterschied: Bekenner und Nicht-Bekenner. Es wird ganz bestimmt einen großen Unterschied ausmachen, ob ein Ungläubiger bekannt hat, ein Christ zu sein, oder ob er das nicht bekannt hat. Gott nimmt jemanden beim Bekenntnis! Die guten Knechte und die bösen Knechte sind doch sämtlich Knechte des Königs im Reich (Mt 25,14-30), ja der eine Knecht in Matthäus 24,45-51 wird sogar in einem Atemzug treu (Mt 24,45) und böse (Mt 24,48) genannt, so dass es bei Gott manchmal viel mehr im Vordergrund steht, ob er ein Knecht ist, als ob es sich um einen Gläubigen oder Ungläubigen handelt. So verhält es sich sogar mit dem Begriff „Versammlung“. Wir denken dabei hauptsächlich an die Versammlung aller wahren Christen; aber es ist nützlich, darüber nachzudenken, dass das Wort auch rein unter dem Aspekt der Verantwortlichkeit gebraucht werden kann; und dann kann ein System von bloßen Bekennern, wo der Herr draußen steht, ja, das Er aus seinem Mund ausspeien wird (abgesehen von den wahren Gläubigen, die sich da noch befinden können), doch „Versammlung“ genannt werden (Off 3,14-20), weil sie bekennen, das zu sein und formell diese Stellung auf der Erde einnehmen.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, um zu zeigen, wie wichtig es ist, welche Stellung wir auf der Erde einnehmen, welchem Bekenntnis wir anhängen, kurzum, wie wichtig die Taufe ist, auch wenn du vielleicht sagst, dass die bekennende Christenheit, in die die Taufe dich einführt, zum weitaus größten Teil aus Ungläubigen besteht. So wichtig es ist, dass ich durch Glauben ein Glied des Leibes Christi werde, so wichtig ist es, dass ich durch die Taufe ein Untertan des Reiches der Himmel werde.

Die Taufe – zur Errettung I

Markus 16,16

Mk 16,16: Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.

Das ist sogar so wichtig, dass ich nach der Schrift eigentlich nicht sagen darf, dass du „errettet“ bist, bevor du getauft bist! Das klingt vielen Christen ketzerisch in den Ohren, aber das kommt im Allgemeinen daher, dass sie nicht untersucht haben, was „Errettung“ in der Schrift bedeutet. Einer der beliebtesten Verse der „Baptisten“ ist Markus 16,16: „Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden.“ Nun, sagen sie, es steht klar da: „Wer da glaubt und getauft wird“, also muss man zuerst glauben und danach getauft werden. Nun, das ist selbstverständlich, denn es geht hier um das Predigen des Evangeliums (Mk 16,15); wenn jemand das Evangelium verwirft, welchen Grund sollte ich haben, ihn in das Reich einzuführen? Er muss natürlich zuerst glauben, sonst hat die Taufe keinen Sinn für ihn. Aber das ist doch absolut kein Beweis dafür, dass jemand getauft wird, weil er ein Gläubiger geworden ist, also als eine Art Bekenntnis seiner inneren Veränderung. Angenommen, dass solch eine innere Veränderung nach der Schrift eine Bedingung zu sein scheint, bevor jemand getauft werden könnte, dann bedeutet das absolut nicht, dass diese innere Veränderung auch der Grund ist, weshalb jemand getauft wird. „Bedingung“ ist nicht dasselbe wie „Grund“! Die Taufe ist nicht der Ausdruck davon, dass man etwas geworden ist, sondern eine Handlung, um etwas zu werden. Das Bemerkenswerte ist, dass das nun gerade durch diesen beliebten Vers (Mk 16,16) gelehrt wird, so dass es in der Tat genau das Umgekehrte von dem beweist, was die „Baptisten“ lehren. Sie sagen, dass, wenn jemand errettet ist, er deshalb getauft werden muss; hier steht jedoch, dass jemand erst errettet wird, wenn er geglaubt hat und getauft ist!

Warum lesen sie den Vers denn nur halb? Gerade dieser Vers beweist aufs Neue, dass die Taufe nicht zurückschaut (nämlich auf den Glauben), sondern voraussieht (nämlich auf die Errettung). Wenn du das Evangelium angenommen hast und glaubst, dich aber weigern würdest, getauft zu werden – also weigern, öffentlich der Welt oder dem Judentum Lebewohl zu sagen und die Seite eines gestorbenen Christus zu wählen –, dann würde ich keine Freimütigkeit haben zu sagen, dass du „errettet“ oder ein Christ bist. „… wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen (was du in der Taufe tust!) und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Munde wird bekannt zum Heil“ (Röm 10,9.10).

Diese beiden Seiten, die innere und die äußere, werden sehr häufig zusammen genannt. So werden in Kolosser 2 die innerliche Beschneidung und die äußerliche Taufe miteinander verbunden.

Die Taufe – Waschung der Wiedergeburt

Titus 3,5

Tit 3,5: … errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes,

Dasselbe haben wir in Titus 3,5. Die „Waschung der Wiedergeburt“ beinhaltet genau das, was die Taufe ausdrückt. Du darfst diese Wiedergeburt nicht verwechseln mit dem, was wir in Johannes 3 finden: Das ist ein ganz anderes Wort und deutet auf eine innerliche Sache hin. Das Wort, das wir hier haben, ist dasselbe wie in Matthäus 19,28 (wo es sich auf das Friedensreich bezieht) und bezeichnet eine äußerliche Veränderung eines bestimmten Standes von etwas. Die Waschung der Wiedergeburt bezeichnet also eine äußerliche Veränderung der Stellung durch Wasser, und das wird sorgfältig von der inneren Veränderung unterschieden, die in diesem Vers anschließend genannt wird: die „Erneuerung des Heiligen Geistes“; dieses Letzte hat mit dem Aufs-neue-geboren-Werden in Johannes 3 zu tun.

Die Taufe – um Christus anzuziehen

Galater 3,26-27

Gal 3,26.27: … denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christus Jesus. Denn so viele euer auf Christus getauft worden sind, ihr habt Christus angezogen.

Diese innere und äußere Veränderung findest du auch in Galater 3,26.27. Paulus stellt in diesem Abschnitt zwei Grundsätze oder vielmehr zwei Zeitabschnitte einander gegenüber: den des Gesetzes und den des Glaubens (Gal 3,21-25). Die Periode des Gesetzes wurde durch unmündige Kinder gekennzeichnet, die sich unter einem Zuchtmeister befanden (Gal 3,25); nachdem nun aber der Zuchtmeister weggenommen ist, haben wir mit (erwachsenen) „Söhnen“ zu tun, unter einem neuen Grundsatz: dem des Glaubens. Beachte genau: Glaube mit Geschlechtswort, also nicht die Glaubenstat des Herzens, sondern die Glaubenswahrheit. Nun, wie sind wir unter diesen Grundsatz gekommen? Durch die Taufe; die Taufe bringt uns in das christliche Bekenntnis, wo der christliche Glaube gepredigt und anerkannt wird (vgl. Eph 4,5). Und die Taufe bringt uns nicht nur unter eine bestimmte Wahrheit, sondern unter eine Person. Die Taufe ist das Anziehen von (das ist das Bekleidet-Werden mit) Christus, nicht innerlich (das geschieht durch den Glauben), sondern äußerlich: Der Getaufte ist nicht mehr in dem Bereich, wo das Gesetz Zuchtmeister ist, sondern in dem Bereich, wo Christus die Richtschnur ist, nach der man wandelt (Gal 6,16). Die Taufe ist ein Sichfügen unter die Autorität Christi und die praktische Anwendung seines Kreuzestodes auf den Menschen unter dem Gesetz (Gal 2,19-20), auf das Fleisch mit den Leidenschaften und Lüsten (Gal 5,24) und auf den Menschen in der Welt (Gal 6,14). Ein wahrhaftiger Sohn Gottes, der den Geist der Sohnschaft besitzt (Gal 4,5-7) werde ich durch Glauben; jemand, der sich „mit Christus bekleidet“ hat, sich unter seine Autorität gestellt hat und dessen früheres Leben auf der Erde in seinem Tod ein Ende gefunden hat, werde ich durch die Taufe.

Die Taufe – zur Errettung II

Apostelgeschichte 2,40.41

Apg 2,40.41: Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie, indem er sagte: Lasst euch retten von diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort aufnahmen, wurden getauft; und es wurden an jenem Tage hinzugetan bei dreitausend Seelen.

Denke noch einmal daran zurück, was ich über die Juden gesagt habe, die am Pfingsttag zum Glauben kamen. Wie wurden die „errettet“? Du wirst sagen: durch Glauben. Ganz recht, das Resultat des Glaubens ist die Errettung der Seele (1Pet 1,9). Aber die Errettung der Seele ist nur ein Aspekt der Errettung! Ich lese in Apostelgeschichte 2,40, dass Paulus sagt: „Lasst euch retten [dasselbe Wort wie „erretten“] von diesem verkehrten Geschlecht.“ Und wie geschah das? Das steht sofort dahinter: „Die nun sein Wort aufnahmen, wurden getauft.“ Die Errettung der Seele genügt nicht; sie mussten errettet werden von einem gottlosen Volk, das den Messias getötet hatte! Sie mochten vielleicht aufrichtig ihre Sünden bekannt haben, aber äußerlich gehörten sie weiter zu einem Volk, das des Mordes schuldig war. Formell waren sie Helfershelfer der Mörder Christi, bis sie ihre irdische Stellung vollständig umkehrten, indem sie den Mördern Christi den Rücken kehrten und in der Taufe Partei für diesen gestorbenen Christus ergriffen. Erst dann war ihre Errettung (soweit sie auf der Erde gilt) vollständig: Sie waren nicht nur innerlich (was ihre Seele betraf), sondern auch äußerlich errettet (was ihre Stellung auf der Erde betraf).

Die Taufe – zur Errettung III

1. Petrus 3,20.21

1Pet 3,20.21: … welche einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes harrte in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in welche wenige, das ist acht Seelen, durch Wasser gerettet wurden, welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe (nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott), durch die Auferstehung Jesu Christi.

Glaubst du nicht, dass die Taufe „errettet“? Das steht jedenfalls ausdrücklich in 1. Petrus 3,20.21. Ich denke, dass du das jetzt nicht mehr so schwer verständlich findest, obwohl dieser Ausdruck den „Baptisten“ nicht wenig Verwirrung bereitet. Das liegt daran, dass sie nur an eine ewige Errettung für den Himmel denken und nicht an eine Errettung für diese Erde. Die Taufe ist, gerade wie die Sintflut, lediglich ein Bild, wie Petrus sagt, und kann also nur Bezug haben auf eine äußerliche Errettung auf der Erde (wie groß auch ihre Bedeutung ist!), die allenfalls bestimmte Parallelen mit der ewigen Errettung deutlich macht. Genauso wie Noah mit seinem Haus „errettet“ wurde durch die Wasser der Sintflut und auf eine neue, gereinigte Erde kam, so werden wir „errettet“ durch das Gegenbild, die Taufe, die uns auf einen neuen, reinen Boden bringt.

Die Taufe – um ein gutes Gewissen zu haben

1. Petrus 3,20.21

1Pet 3,20.21: … welche einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes harrte in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in welche wenige, das ist acht Seelen, durch Wasser gerettet wurden, welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe (nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott), durch die Auferstehung Jesu Christi.

Welch ein wunderschönes Bild ist das! Noah wohnte auf einer Erde, die voller Verderbtheit und Gewalttat war (1Mo 6,11). Um davon „errettet“ zu werden, hatte er zwei Dinge nötig:

  1. eine Reinigung der alten Erde, also das Hervorbringen einer neuen Erde, und
  2. ein Fundament, in Anbetracht dessen diese neue Erde vor Gottes Angesicht bestehen konnte.

Das Erste bekam er durch die Sintflut, das Zweite durch den Tod des Opfers, das für Gott ein lieblicher Geruch war, und, um es so auszudrücken, Noah ein gutes Gewissen gab.

Nun, das sind genau die beiden Aspekte des Gegenbildes, der Taufe, die die Schrift uns beide lehrt und die ich bis hierher auch behandelt habe.

Die Taufe

  1. bringt mich in einen Bereichwo nicht mehr die Verderbtheit und die Gewalttat dieser Welt gefunden werden, sondern wo Christus regiert und ich die Segnungen genießen darf, die der Heilige Geist wirkt.
  2. ist der Beginn zu einem Wandel in Neuheit des Lebens (Röm 6,4), einem Wandel, in dem du nicht mehr nach deinem eigenen Willen und nach deinen Lüsten leben willst, sondern worin du das Bedürfnis empfindest, fortan mit einem guten Gewissen vor Gott deinen Weg zu gehen.

Und diese Grundlage für ein derartig gutes Gewissen findest du in dem Tod (dem Opfer) Jesu Christi und in seiner Auferstehung, die der Beweis ist, dass sein Opfer ausreichend und vollkommen ist. In der Taufe drücke ich vor Gott meine Bitte um ein gutes Gewissen aus und nehme zugleich die Grundlage ein, auf der ein gutes Gewissen allein möglich ist, indem ich mich unter den Tod Christi füge, von dem die Taufe ein Bild ist. Ich werde nicht getauft, weil ich errettet bin und ein gutes Gewissen habe (wie die „Baptisten“ lehren), sondern die Taufe selbst (steht hier) errettet mich und bietet mir die Grundlage für einen Wandel auf der Erde mit einem guten Gewissen.

Die Taufe – kein Examen

Das sind so einige wenige Gedanken, lieber Bruder, die ich dir über die Taufe schreiben wollte. Ich hoffe, dass du etwas von den herrlichen Wahrheiten gesehen hast, die damit verbunden sind. Und wenn du bis jetzt auch nur wenig davon begriffen hast, warte trotzdem nicht damit, dich taufen zu lassen, bis du alles verstanden hast. Die Taufe ist nicht dein Schlussexamen, sondern gerade deine Zulassung zu dem Platz auf der Erde, wo diese Dinge ausgelegt, gekannt und genossen werden in der Kraft des Heiligen Geistes.

Ich wünsche dir Gottes Segen!

Dein im Herrn verbundener Bruder
W.J. Ouweneel

Letzte Aktualisierung: 27.09.2016

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