Gottes Auseinandersetzungen mit Israel (8)
Jesaja 47

Hamilton Smith

© Soundwords, online seit: 10.02.2017

Im 46. Kapitel haben wir die Torheit der Götzen kennengelernt. In diesem Kapitel finden wir die Enthüllung der Nacktheit und Schande all derer, die sich von Gott weg hin zu Götzen und geistlicher Bosheit wenden.

Verse 1-3

Jes 47,1-3: 1 Steige herunter und setze dich in den Staub, Jungfrau, Tochter Babel! Setze dich auf die Erde, ohne Thron, Tochter der Chaldäer! Denn du sollst nicht mehr Verweichlichte und Verzärtelte genannt werden. 2 Nimm die Mühle und mahle Mehl; schlage deinen Schleier zurück, zieh die Schleppe herauf, entblöße die Schenkel, wate durch Ströme; 3 aufgedeckt werde deine Blöße, ja, gesehen werde deine Schande! Ich werde Rache nehmen und Menschen nicht verschonen.

Die Zerstörung Babylons wird vorausgesagt. Das Weltreich würde in den Staub gelegt werden. Anstatt ein beschauliches Leben zu führen, würden die Chaldäer den Fluss überqueren und in die Gefangenschaft geführt werden. Anstatt als Herrin der Königreiche über die Erde zu herrschen, würde das erste große heidnische Weltreich den Platz eines Sklaven am Mühlstein einnehmen. Auf diese Weise würde Gott Rache an denen nehmen, die seinem Volk keine Gnade entgegenbracht hatten; niemand würde seiner Hand widerstehen.

Verse 4.5

Jes 47,4.5: 4 Unser Erlöser, HERR der Heerscharen ist sein Name, der Heilige Israels! 5 Sitze stumm und geh in die Finsternis, Tochter der Chaldäer! Denn du sollst nicht mehr Herrin der Königreiche genannt werden.

Aber, so sagt der Prophet, derjenige, der Rache an Babylon nehmen wird, ist „unser Erlöser, HERR der Heerscharen …, der Heilige Israels“.
Wir sehen nachfolgend, dass das Gericht über Babylon und all das, was diese Stadt repräsentiert, die Erlösung Israels sein wird. Die Juden werden also in das Licht der Gunst Gottes kommen, während die Heiden, die die Nationen regiert hatten, in die Stille und Dunkelheit gehen. Das beweist, wie wahr die Worte in Hannahs Loblied sind: „Die Füße seiner Frommen bewahrt er, aber die Gottlosen verstummen in Finsternis“. (1Sam 2,9).

Vers 6

Jes 47,6: Ich war ergrimmt über mein Volk, ich entweihte mein Erbteil, und ich gab sie in deine Hand. Du hast ihnen kein Erbarmen erwiesen, auf den Greis legtest du schwer dein Joch.

Babylon bekommt nun eindeutig mitgeteilt, warum Gericht über ihr Weltreich kommt:

  1. Diese heidnische Macht hatte gegenüber dem Volk Gottes „kein Erbarmen“ gezeigt, als es durch die Regierungswege Gottes in die Hand Babylons überliefert worden war.

Vers 7

Jes 47,7: Und du sprachst: In Ewigkeit werde ich Herrin sein!, so dass du dir dies nicht zu Herzen nahmst, das Ende davon nicht bedachtest.

  1. Die heidnische Macht hatte all die Warnungen wegen ihrer Sünden und bezüglich des kommenden Gerichtes nicht beachtet. Sie hatte sich diese Dinge nicht zu Herzen genommen und „das Ende davon nicht bedacht“.

Vers 8

Jes 47,8: [8] Und nun höre dies, du Üppige, die in Sicherheit wohnt, die in ihrem Herzen spricht: Ich bin es und gar keine sonst! Ich werde nicht als Witwe sitzen und keine Kinderlosigkeit kennen.

  1. Die heidnische Macht war von Üppigkeit gekennzeichnet. Sie suchte einzig und allein das Vergnügen dieser Welt und lebte sorglos, ohne Rücksicht auf etwas anderes zu nehmen als au fsich selbst.
  2. Die heidnische Macht war von Selbstvertrauen gekennzeichnet, was sie dazu verleitete, zu meinen, dass sie niemals verlassen und zerstört werden oder einen Verlust erleiden würde.

Verse 9-11

Jes 47,9-11: 9 Dies beides wird über dich kommen in einem Augenblick, an einem Tag: Kinderlosigkeit und Witwenschaft; in ihrem Vollmaß werden sie über dich kommen, trotz der Menge deiner Zaubereien, trotz der gewaltigen Zahl deiner Bannsprüche. 10 Und du vertrautest auf deine Bosheit, du sprachst: Niemand sieht mich. Deine Weisheit und dein Wissen, das hat dich irregeführt; und du sprachst in deinem Herzen: Ich bin es und gar keine sonst! 11 Aber es kommt ein Unglück über dich, das du nicht wegzaubern kannst; und ein Verderben wird über dich herfallen, das du nicht zu sühnen vermagst; und plötzlich wird eine Verwüstung über dich kommen, die du nicht ahnst.

  1. Sie hatte sich spiritueller Bosheit hingegeben, indem sie ihr Vertrauen auf „Zaubereien“ und „Bannsprüche“ setzte.
  2. Die heidnische Macht hatte alle Furcht Gottes von sich geworfen, denn sie sagte: „Niemand sieht mich.“ Und in ihrem Herzen sprach sie: „Ich bin es und sonst gibt es keinen neben mir!“

Wie ernst sind diese Worte, wenn wir heute die Welt betrachten und in dem entarteten Christentum ein spirituelles Babylon sehen, das all diese Kennzeichen des alten Babylon an sich trägt. So wird es uns auch durch den Geist Gottes Offenbarung 18 dargelegt.

Verse 12.13

Jes 47,12.13: 12 Tritt doch auf mit deinen Bannsprüchen und mit der Menge deiner Zaubereien, womit du dich abgemüht hast von deiner Jugend an! Vielleicht kannst du dir Nutzen schaffen, vielleicht wirst du Schrecken einflößen. 13 Du bist müde geworden durch die Menge deiner Beratungen. Sie mögen doch auftreten und dich retten, die Himmelszerleger, die Sternbeschauer, die jeden Neumond kundtun, was über dich kommen wird!

Der Sturz Babylons offenbart die absolute Wertlosigkeit von Zaubereien und Bannsprüchen. Soll Babylon sich doch an die Menge seiner Zauberer und Wahrsager wenden und sehen, ob sie ihr irgend Nutzen bringen können und sie gegen ihre Feinde zu bestehen vermag. Die Astrologen und Sterneschauer und solche, die wegen des Neumondes Neuigkeiten kundtun, mögen sich erheben und Babylon retten.

Verse 14.15

Jes 47,14.15: 14 Siehe, sie sind wie Stoppeln geworden, Feuer hat sie verbrannt! Vor der Gewalt der Flamme konnten sie ihr Leben nicht retten: Es war keine Kohle, um sich zu wärmen, kein Feuer, um davor zu sitzen. 15 So sind dir die geworden, für die du dich abgemüht hast; deine Handelsgenossen von deiner Jugend an, sie irren umher, jeder nach seiner Seite hin; niemand hilft dir.

Aber, sagt Gott, sie können nicht einmal sich selbst aus dem Gericht retten, viel weniger Babylon. Ihre Händler mit all ihrem Reichtum sind nicht in der Lage, Babylon zu retten. Denn „niemand hilft“, wenn Gottes Gericht eintrifft.


Übersetzt aus God’s Controversies with Israel. Isaiah 40 to 57. A Brief Exposition, 1941
Quelle: www.stempublishing.com

Übersetzung: Philipp-Richard Schulz


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...